Weichenstellung der Grünen 1980

Stand: 11. 9. 17

 

Diese Seite ist bis jetzt nur eine ständig von mir ergänzte, nicht systematisierte, „spontane“ Materialsammlung, die später zu einem Ganzen gefügt werden soll.

 

In der Wahl zum Kreistag Nordfriesland war ich Spitzenkandidat für die Grüne Liste Nordfriesland, und es gelang uns, die Fünf-Prozent-Hürde zu nehmen. In der Landtagswahl Schleswig-Holstein 1983  war ich Spitzenkandidat für die Grünen, was allerdings an der Fünf-Prozent-Klausel scheiterte. Damals wie heute gab es meiner Ansicht nach innerhalb der Grünen einflussreiche  Strömungen, die nichts mit Ökologie am Hut hatten, zumindest nicht vom Primat der Ökologie ausgingen.  Da ich diese Widersprüche nicht mehr ertragen konnte und wollte, bin ich aus den Grünen ausgetreten, habe mich aber nicht von der ökologischen Thematik getrennt – im Gegenteil. Im Folgenden äußere ich nun unsystematisch Gedanken zu dem realen und idealen Verhältnis von Politischer Ökologie und Die Grünen.

In der Wahl zum Kreistag Nordfriesland war ich Spitzenkandidat für die Grüne Liste Nordfriesland, und es gelang uns, die Fünf-Prozent-Hürde zu überschreiten. In der Landtagswahl Schleswig-Holstein 1983  war ich Spitzenkandidat für die Grünen, was allerdings an der Fünf-Prozent-Klausel scheiterte. Damals wie heute gab es meiner Ansicht nach innerhalb der Grünen einflussreiche  Strömungen, die nichts mit Ökologie am Hut hatten, zumindest nicht vom Primat der Ökologie ausgingen.  Da ich diese Widersprüche nicht mehr ertragen konnte und wollte, bin ich aus den Grünen ausgetreten, habe mich aber nicht von der ökologischen Thematik getrennt – im Gegenteil. Im Folgenden äußere ich nun unsystematisch Gedanken zu dem realen und idealen Verhältnis von Politischer Ökologie und Die Grünen. Wohl wissend, dass in jeder Rekonstruktion auch die Konstruktion lauert, insbesondere dann, wenn, wie bei mir, Traurigkeit über die Entwicklung der Grünen nicht zum Verschwinden gebracht werden können.

 

Ursprünglich war die dominierende Idee der grünen Bewegung implizit oder explizit die Bestimmung von  Grenzen im Makrobereich der Wirtschaft und im Mikrobereich des privaten Konsums. Ausdruck für diese Idee war „Die Grenzen des Wachstums“ von Dennis L. Meadows. Der Konsens für diese Position  reichte von Herbert Gruhl bis Rudolf Bahro, also das traditionelle Schisma von Links und Rechts überwindend. Bereits zu Beginn der Grünen wurde dieser Ansatz innerhalb der Grünen  einerseits von orthodoxen Marxisten, andererseits von Schwulen, Lesben und  Pädophilen begrenzt und verwässert, ja verworfen.

Von 1978 bis 1982 war ich Fraktionsvorsitzender der Grünen Liste im Kreis Nordfriesland, 1983 Spitzenkandidat der Grünen zur Landtagswahl Schleswig-Holstein. Die Grünen scheiterten damals an der fünf-Prozent-Hürde. Zwei Wochen später trat ich aus der Partei aus. Das will ich hiermit ein Stück begründen, indem ich gleichzeitig versuchen werde, die Grünen von damals aus subjektiver Perspektive  und damit auch selektiv zu beschreiben. Das ist Gewinn und Verlust in einem. Der Gewinn besteht darin, dass die Position des Primats der Ökologie, die damals aufgegeben wurde, die fundamental  falsche Weichenstellung der Grünen  war. Soweit ich mich erinnere, habe ich an allen Gründungsversammlungen der Grünen teilgenommen.

 

Ob die Produktion direkt über das Ziel ständiges Wirtschaftswachstum oder indirekt über die Forderung, die Kaufkraft der Werktätigen ständig zu steigern, ist ökologisch (wahrscheinlich auch sozial und in Bezug auf Bildung) gesehen gleichermaßen fatal.

 

Der Ansatz „ökologische Politik“ war zwischen 1970 bis Anfang der Achtziger die größte Gefahr für das Kapital. Traditionelle Linke haben innerhalb der Grünen und der grünen Bewegung  objektiv diesen Ansatz aufgeweicht und marginalisiert – und damit dem Kapital einen großen Dienst, nämlich die Drecksarbeit,  erwiesen, was das Kapital  nicht allein hätte leisten können.

 

Die Entökologisierung der grünen Bewegung wurde auch mit einem soziologischen Argument vorangetrieben, das lautete: Ihre Mitglieder und Sympthisanten kämen mehrheitlich aus der bürgerlichen Mittelschicht, was stimmte, aber noch nicht über den Wert ihrer Gedanken entscheidet. Zumindest waren – soweit ich mich erinnere – auch die Mitglieder des SDS weitestgehend von bürgerlicher Herkunft und Marx und Engels hatten ja schließlich auch keine proletarischen Eltern.

 

In einem Leserbrief von November 16 habe ich versucht, das Kernproblem zu formulieren:

„Erst Wertediskussion, dann Verteilung

„Ich gehe davon aus, dass die Kritik des WWF am gegenwärtigen  globalen Ressourcenverbrauch, der im Kern  Folge des Wirtschaftswachstums ist, stimmt. Wirtschaftsorientierte  Rechte unterstützen diese Art des Wirtschaftens direkt, traditionelle Linke indirekt. Rechte begründen das mit der Autonomie der Konsumenten, Linke mit der gerechten Verteilung der produzierten Waren und Dienstleistungen. Konsum und das entsprechende Verhalten nicht zu kritisieren, ist das Gebot der Stunde. Dieses Gebot wird  von traditionellen Linken bis hin zu Gewerkschaften ohne Einschränkungen ebenfalls befolgt, indem sie das bestehende Konsumangebot als unhinterfragbar sinnvoll akzeptieren. Die Position der Frankfurter Schule, um ein Beispiel zu nennen, ist  hier obsolet, die Begriffe repressive Toleranz, Entfremdung, Wahrenästhetik und Eindimensionalität sind aus dem politischen   Vokabular verschwunden.  Die nicht nur aus ökologischen Gründen notwendige Wertediskussion findet nicht statt. Stattdessen rückt einseitig die Frage nach der gerechten  Verteilung des jeweiligen  Mehrwerts in den gesellschaftlichen Diskurs. Diese Position wäre nur dann sinnvoll, wenn die Verteilung sich auf diejenigen Waren und Dienstleistungen beschränkt, die ohne zunehmenden  Ressourcenverbrauch auskommt. Das aber setzt die Beantwortung der Wertefrage voraus. Eine Politik, die vom Primat der Ökologie ausgeht, steht sicherlich vor einer  Aufgabe, die vielleicht als die schwierigste in der Menschheitsgeschichte einzustufen ist. Das impliziert auch Scheitern. Für diesen schwierigen Weg gibt es keine Alternative.“ (war für die FAZ gedacht, erscheint wohl nicht mehr)

-  Die Grünen positionieren sich als progressive Kulturpartei, nicht als ökologische.         

-  Mitregieren muss  Mitgestaltung zulassen.

Dass die Grünen den Vorwurf, sie seien eine Verbotspartei, aufgreifen, halte ich für falsch. Sie kritisieren nur die Handlungen, die Schönheit und Zukunft bedrohen. Die Natur hochschätzen, ist nicht dogmatisch, sondern notwendig und ästhetisch.

     

 

Nun zur Gründungsphase:

 

  1. -         Zu damaliger Zeit war ich mitnichten ein Intellektueller, der die Prozesse von oben und außen reflektierend begleitete, sondern war mitten in der Auseinandersetzung mit äußeren und inneren Gegner, um ein ökologisch Eigenes aufzubauen. Mein Lebensgrund war noch immer bäuerlich-handwerklich geprägt. Schließlich hatte ich ohne Widerstand, aber nicht aus Neigung Schlachter gelernt

  2. -         Die damalige Ökologiebewegung war primär praktisch orientiert, gegen große Systementwürfe, sie wollte nicht erschrecken. Sie war kreativ, offen und ideologisch beweglich. Ich war also kein Zeuge, sondern versuchte die ökologische Praxis und Theorie weiter zu entwickeln. Es war ein allgemein geteiltes Bewusstsein von ökologischen Werten vorhanden. Überall entstand eine Praxis, diese Werte Praxis werden zu lassen. Im „Stern“ wurden z. B. 50 praktische Vorschläge von Lichtsparen bis einfaches Toilettenpapier gemacht. Heute eine Unmöglichkeit.

  3. -         Um 1980 war die ökologische Praxis und Theorie in Deutschland und Europa auf ihrem Höhepunkt. Mit ihrem Niedergang und Verwässerung wurde eine große Chance für die Zukunft verpasst.

  4. -         Der   KB war der unerbittliche Gegner einer  umfassenden politischen Ökologie. Er wollte die leading position nicht abgeben.Wirtschaftstheorie denkt Wirtschaft ohne Natur und Ökologie. Übrigens der Marxismus auch.

  5. -         Die ökologische Theorie und Praxis wurden um 1980 von drei Seiten bedroht: a) vom Kapital und dessen Unterstützer, b) von den „reinen“ Marxisten, c) von der nichtkonventionellen Bewegung, die im Laufe der Zeit nur die Päderasten   abstießen.

  6. -         Objektiv haben diese Gruppen die Interessen des Kapitals und der nicht notwendigen Technik vertreten. Nachdem das geglückt war, entstand Orientierungslosigkeit, Willkürlichkeit und Steigerung des Konsums. Auch individuelle Bemühungen wurden verlacht, so die der landwirtschaftlichen Kommunen. Die traditionelle Linke hat die Erosion der Ökologie von innen geleistet. Die Grünen wurden bunt Ökologie war ein Thema unter anderen.

  7. -         Marx ist als Analytiker des Kapitals sehr wertvoll, in der Beschreibung des technischen Fortschritt leider einseitig positiv. Das erklärt übrigens auch den großen Widerstand der Linken gegen den physischen Begriff der Entropie, die ein absolutes Argument gegen ständiges Wirtschaftwachstum ist. Sie fürchtet Technikkritik wie der Teufel das Weihwasser. Als der Begriff Entropie zur Abstimmung kam (in Bremen?) brach sie in schallendes Gelächter aus. Nicht, wie ich dachte aus Unwissenheit, sondern wohl aus politischem Kalkül. Die konservative Linke sah nicht oder wollte nicht die zerstörerischen Momente in der  Dialektik zwischen Mensch und Technik sehen. Für sie war die Technik absolut steuerbar und absolut unselbständig, reine Funktion des Fortschritts.

  8. -         Rudolf Bahro durfte nicht in vom KB dominierten Kreisverbänden um Hamburg reden.

  9. -         Ökolibertäre versuchten eine Gegenposition aufzubauen mit Kretschmann, Hoplischeck, Plagemann. In der zweiten Reihe saß ich.

  10. -         Nur die Anti-Atom-Bewegung wurde verschont, auch von technikgläubigen Marxisten.

  11. -         Der technikkritische Impuls erfasste weite Teile der Bevölkerung und viele Intellektuelle, so Dutschke, Bahro, Harich, Gruhl, Robert Jung, Buys, viele Pastoren. Die halbe Abiturklasse galt bei uns als grün unterwandert. Selbst die FDP wurde grün. Dazu rechne ich auch Haugs Warenästhetik und Marcuses uneingestandener Heideggerianismus. Aber auch Franz Alt, auch einige Ministerpräsidenten wie Albrecht und Barschel.

  12. -         Auch nichtlinke Ideologien versucht die Grünen für ihre Ziele zu instrumentalisieren wie Geldtheoretiker nach Gesell oder eben die sexuelle Bewegung. So lässt sich Homosexualität nicht sinnvoll von Natur und Ökologie ableiten – im Gegenteil nach eigener Auffassung. Deswegen sind sie kein genuiner Teil der politischen Ökologie, sondern Gegenstand einer anderen Politik.

  13. -         Als Spitzenkandidat bin ich ohne schlechtes Gewissen ständig in SH mit dem Auto gefahren.

  14. -  Der fundamentale Begriff Entropie für die ökologische Theorie wurde  um 1980 auf den Parteitagen der Grünen entweder aus Dummheit oder aus strategischem Kalkül verlacht.
  15. - In Nordfriesland waren in der Grünen Liste ab 1978 Berliner Kommunarden bis konservative Beamte. Auch hier gab es Differenzen, aber die Zusammensetzung der  Blöcke wechselte andauernd. Es war wie ein Kaleidoskop: Nach jedem Schütteln entstand eine andere Zusammensetzen Als bei den Grünen SH der KB eintrat, war es damit zu Ende. Es entstanden feste Blöcke und vor allem beherrschten Strategie und Taktik das Denken, d. h. die Lebendigkeit und Kreativität verschwand.
  16. - Die genuin Grünen, die ökologisch und Natur orientierten Menschen, waren grundsätzlich nicht aggressiv, auch nicht auf Andersdenkende und Andershandelnde. Die traditionellen Linken waren immer revolutionär  und damit  aggressiv gestimmt. Dass die Rechte extrem aggressiv sein kann, wissen wir zumindest seit den Nazis.
  17. - Linke, die immer von der Notwendigkeit der Revolution her denken und träumen, haben viele Sympathisanten von der ökologischen Theorie um 1980 vertrieben, so Michael Emde und Peter Härtling. Die grüne Theorie ist inkompatibel mit  Gewalt. Die Anerkennung des Lebens schützt hoffentlich auch vor der eigenen Aggression. Die ökologische Bewegung war ursprünglich eine sanfte Bewegung. Änderungen wurden zuallererst von sich selbst verlangt. Da gab es keine Haßgegner, auch ihnen wurde zugestanden, dass sie falsch lagen, wie man es selbst früher gelegen hatte.  Nicht Menschen waren die Gegner, sondern gegenwärtige Praxis sollte geändert werden in Richtung ökologischer Lebensweise.
  18. Die orthodoxen K.-Gruppen, die um 1980 massiv in die Grünen eintraten, haben die Kreativität und Produktivität der Grünen dieser Zeit zerstört und damit objektiv die Arbeit des Kapitals übernommen. Ich vermute, dass die ökologische Bewegung, hätte sie sich damals entfaltet, ein großer politischer Faktor heute wäre. Jetzt haben sie „ihr“ Thema aus den Augen und Bewusstsein verloren, sie arbeiten nicht mehr an ihm.

  19. Zu Beginn der ökologischen Bewegung ab 1970 war man von der Beziehung zwischen individuellem Konsumverhalten und Erdzerstörung im Klaren. Heute ist  diese Einstellung einem Denktabu unterworfen und gilt Linken und Rechten als undemokratisch.

 

 

 

Zur weiteren Analyse:

 

  1. Wir haben 1970 die Grüne Liste gegründet, weil das Hauptproblem, die Zerstörung der Erde, von den anderen Parteien nicht zur Kenntnis genommen wurde – und das ist immer noch so.

  2. Die Auffassung, dass die Ökologie nicht eine Säule, sondern das Fundament der Grünen sei, wurde schon ziemlich früh erodiert.

  3. Bei den Grünen ist das Anderssein inzwischen ein Selbstwert. Die Alternative wäre: Alle Mitglieder werden allein von ihrem ökologischen Einsatz und Kompetenz bewertet.
  4. Meine hier vertretene Position  wäre um 1980 von jedem genuinen Grünen verstanden und unterstützt worden. Heute ist sie bestenfalls ein Minderheitsvotum
  5. Ich werde in Zukunft auf den Begriff „grün“ als politische Kategorie  verzichten, weil es mittlereweise mit bunt gleichgesetzt wird. Stattdessen werde ich nur noch von ökologisch  reden.
  6. Die Grünen sind inzwischen Hyper-Moralisten.
  7. Die Grünen positionieren sich als progressive Kulturpartei, nicht als ökologische.
  8. Die so genannten Fundis waren in der Anfangsphase der Grünen  reine Sozialisten, die so genannten Realos waren zumindest zu Beginn fundamentale Ökologisten, die allerdings das demokratische System nicht in Frage stellten.
  9. Der wirklich substantielle Gegner gegen den Kapitalismus ist die Politische Ökologie, nicht der Sozialismus a la Sowjetunion noch a la Nahles.
  10. Die Überheblichkeit der Moderne gegenüber der Tradition verschärfen die Grünen noch einmal. Da war die Kommune aus Berliner in Nordfriesland um 1978 anders gestrickt. Sie würdigte auch gute Positionen der Konservativen, sie wollten keinen Hiatus.
  11. Die Erde hört auf zu atmen, und die Grünen führen den Klassenkampf fort.
  12. Die Grünen sind eine Regenbogenpartei, in der Ökologie nur noch eine Farbe von vielen ist. Es gibt keine überwölbende Idee mehr. Andere Farben sind Sozialismus, Schwulenbewegung,   Demokratievertiefund, Modernisierungspartei usw.

  13. Die populären Fernsehsendungen von Hoimar von Dithfurth sind  ein Beleg dafür, wie stark das ökologische Bewusstsein um 1980 war.

  14. Grüne sind ökologisch gesehen ein welkendes Projekt. Dieser Prozess begann, als Themen wie Sozialismus, Minderheitenpolitik usw. als gleichwertig im Programm aufgenommen wurden.
  15. Nico Paech vertritt fundamentale grüne Positionen, die für ein grünes  Programm heute ausreichen.

  16. Um 1980 nahezu alle kritischen Denker und Literaten in den Grünen oder sympathisierten mit ihnen. Böll, Dutschke, Bahro, Hager, selbst Uwe Barschel. Marxistische  Kritik war „grüne“ Politik ohne Ökologie.
  17. Um 1980 gab es viel Populärliteratur zur Naturbestimmung.
  18. Ich denke, Robert Habeck als Umweltminister in Schleswig-Holstein hat das  mögliche Ökologische durchgesetzt. Mehr war nicht drin.
  19. Der ökologische Niedergang der Grünen begann mit der Forderung nach der 35-Stunden-Arbeitswoche bei Beibehaltung des vollen Lohns und der Ablehnung des Begriffs der Entropie.
  20. Linke und Rechte sind beide unbegrenzten Einsatz von Motoren. Motore werden  undifferenziert als Fortschritt bewertet, obwohl sie  „Schritte“ (wortwörtlich) verhindern.
  21. Die Grünen sind idealiter keine linke Partei und erst recht keine rechte, sondern eine ökologische.
  22. Von der historischen Lebenspraxis lässt sich für die ökologische Praxis viel lernen.
  23. Um 1980 waren auch einige CDU-Leute wie Uwe Barschel und der Kreistagspräsident von Papenburg um 1980 ökologisch orientiert.
  24. Viele nichtökologische Angebote der Grünen finden auch meine Unterstützung, aber sie müssen von der Ökologie ableitbar sein bzw. nicht der Ökologie subsumiert werden.   
  25. Schwerpunktverteilung auf die bestehenden Parteien, wobie jedes Thema das Recht hat, eine Partei zu bilden: Soziales = SPD und Linke; Wirtschaft = CDU und FDP; Freiheitsrechte und sexuelle Rechtd = FDP; Ökologie = Grüne. Also kein Gemischwarenladen.
  26. Ich bin in dem Sinne ein linker Ökologe, dass alle notwendigen Änderungen von allen gleichmäßig getragen werden. Politische Ökologie ist sachlich konservativ, muss aber aus ethischen Gründen der Gleichheit links sein.

 

“Die wesentliche Aufgabe der Grünen

Die Grünen haben in der Saarland-Wahl enttäuschende vier Prozent erreicht. Ich erkläre mir dieses Ergebnis damit, dass sich die Grünen  nach ihrer Gründung ziemlich schnell  zu einem politischen Gemischtwarenladen entwickelt haben, der u. a. auch Ökologie anbietet. Aber  die Lösung der ökologischen Frage ist die entscheidende, vor der die Menschheit steht. Die  ökologische Verträglichkeit der produzierten Waren und Dienstleistungen muss im Mittelpunkt stehen und nicht die Verteilungsfrage. Allein das zu begründen und zu fördern, wäre eine Herkulesaufgabe für die Grünen“  (am 30. 3. 17 im shz. erschienen).

 

 

Leserbrief zu Jürgen Trittins Beitrag in der FAZ zu den Superreichen

„Die Forderung, jedem Bürger einen SUV zur Verfügung zu stellen, ist genauso verteilungsgerecht wie die Forderung nach einer gleichmäßigen Verteilung der materiellen Ressourcen im Zeitalter des Anthropozäns. Eine ökologische Wirtschaft ist aber mit Sicherheit die größte Aufgabe, vor der die Menschheit steht. Eine Aufgabe, die nicht wie Jürgen Trittin suggeriert als Nebenwiderspruch durch die Lösung des Hauptwiderspruchs, nämlich die Überwindung des Kapitalismus, sich dann von selbst löst. Typisch für diese Position ist, dass sie sich allein auf die Mehrwertdiskussion kapriziert und nicht mit der Wertediskussion der produzierten Waren und angebotenen Dienstleistungen beginnt. Diese notwendige Wertediskussion fände übrigens auch dann nicht statt, wenn man den viel zitierten 85 Superreichen die Produktionsmittel nähme und diese vergesellschaftete. Der private Konsum dieser Milliardäre ist normativ unakzeptabel, aber volkswirtschaftlich nicht folgenreich. Schwerwiegender könnte ihr Einfluss auf die nationale und internationale Wirtschaftspolitik sein. Das muss gegebenenfalls auch mit drastischen Mitteln verhindert werden.“