Weichenstellung der Grünen um 1980 und Kritik traditioneller linker Politik

 

Stand: 16. 8. 19

(Die Systenatik und der Pflegezustand muss verbessert werden.

 

A. Meine Position

B. Grüne Liste NF1978

C. Die Grünen um 1980ö

D. Marxismus und Ökologie (Theorie)

E  Die gegenwärtigen Grünen aus meiner Sicht

F. Leserbriefe

 

A.  Meine Position:

 

B. Grüne Liste NF 1978 und Landtagswahl Schleswig-Holstein 1983:

C. Die Grünen um 1980

D. Marxismus und Ökologie (Theorie)

 

E. Die  gegenwärtigen Grünen aus meiner Sicht

 

 

F. Leserbriefe:

1. „Ein Weckruf, nicht ein Nachruf

Als einer der Gründer der Grünen Listen von 1978 und Spitzenkandidat der Grünen in der Landtagswahl 1983 in Schleswig-Holstein vertrete ich heute wie damals die Position, dass die Grünen idealiter keine linke Partei und erst recht keine rechte, sondern ein ökologische sind: Nur die ökologische Theorie stellt systematisch und zentral das letztlich alles zerstörende Wirtschaftwachstum und damit den Tauschwert infrage. Die wirtschaftsorientierte Rechte unterstützt dagegen Wirtschaftswachstum direkt, die traditionelle indirekt. Rechte begründen das mit der Autonomie der Konsumenten, Linke mit dem Erreichen einer gerechten Verteilung der produzierten Waren und Dienstleistungen unabhängig von ihrem Gebrauchswert. Ich frage mich, ob der SPIEGEL hier nicht ökologisch mit rechts verwechselt“ (erschien im Spiegel)

2.    “Die wesentliche Aufgabe der Grünen

Die Grünen haben in der Saarland-Wahl enttäuschende vier Prozent erreicht. Ich erkläre mir dieses Ergebnis damit, dass sich die Grünen  nach ihrer Gründung ziemlich schnell  zu einem politischen Gemischtwarenladen entwickelt haben, der u. a. auch Ökologie anbietet. Aber  die Lösung der ökologischen Frage ist die entscheidende, vor der die Menschheit steht. Die  ökologische Verträglichkeit der produzierten Waren und Dienstleistungen muss im Mittelpunkt stehen und nicht die Verteilungsfrage. Allein das zu begründen und zu fördern, wäre eine Herkulesaufgabe für die Grünen“  (am 30. 3. 17 im shz. erschienen).

3.    Leserbrief zu Jürgen Trittins Beitrag in der FAZ zu den Superreichen

„Die Forderung, jedem Bürger einen SUV zur Verfügung zu stellen, ist genauso verteilungsgerecht wie die Forderung nach einer gleichmäßigen Verteilung der materiellen Ressourcen im Zeitalter des Anthropozäns. Eine ökologische Wirtschaft ist aber mit Sicherheit die größte Aufgabe, vor der die Menschheit steht. Eine Aufgabe, die nicht wie Jürgen Trittin suggeriert als Nebenwiderspruch durch die Lösung des Hauptwiderspruchs, nämlich die Überwindung des Kapitalismus, sich dann von selbst löst. Typisch für diese Position ist, dass sie sich allein auf die Mehrwertdiskussion kapriziert und nicht mit der Wertediskussion der produzierten Waren und angebotenen Dienstleistungen beginnt. Diese notwendige Wertediskussion fände übrigens auch dann nicht statt, wenn man den viel zitierten 85 Superreichen die Produktionsmittel nähme und diese vergesellschaftete. Der private Konsum dieser Milliardäre ist normativ unakzeptabel, aber volkswirtschaftlich nicht folgenreich. Schwerwiegender könnte ihr Einfluss auf die nationale und internationale Wirtschaftspolitik sein. Das muss gegebenenfalls auch mit drastischen Mitteln verhindert werden“ (erschien nicht in der FAZ).

4. “Verfehlt

„Mir graut vor einer rechtsradikalen Sammlungsbewegung, aber auch eine linke  macht keinen  Sinn. Notwendig ist eine ökologisch orientierte Sammlungsbewegung, die die Sackgasse des Wirtschaftswachstums verlässt und den gegenwärtig dominierenden individuellen und kollektiven Konsum probematisiert. Also wieder anknüpfen an eine  grüne Bewegung, wie sie zwischen 1975 bis 1980 weltweit  den  öffentlichen Diskurs bestimmte. Ich saß übrigens auf einer der grünen Gründungsveranstaltungen neben Rudi Dutschke, wo es darum ging, traditionellen linken Vorstellungen in den Grünen keinen Raum zu lassen, was damals aber scheiterte.“

 

5.    Ein privater Brief  an Robert Habeck: Lieber Robert, Du hast – soweit ich es beurteilen kann – auch deswegen eine hervorragende Arbeit geleistet, weil Du das, was ökologisch unter diesen Bedingungen möglich war, herausgeholt hast. In der Öffentlichkeit giltst Du als ein ehrlicher Umweltschützer und Ökologe. Ein großes Verdienst. Ich halte es für einen Fehler, wenn Du die Grünen nun als eine links-liberale Partei verstehst.  Nein, die Grünen sind eine ökologische Partei, keine linke, keine liberale und erst recht keine rechte.  Das haben wir als Grüne Liste angestrebt und das ist nach wie vor unsere große Aufgabe. Jetzt erscheint das Prädikat ökologisch und grün nicht mehr. Das ist der Verlust des Kernes – denkt Boje.

„Zwei einfache Wahrheiten
So einfach und trotzdem wahr die Einsicht von Greta Thunberg ist, so einfach und trotzdem wahr  ist die Lösung: Einzusehen, dass der Motor der Hauptverursacher des Klimawandels ist. Der Motor ermöglicht erst das grenzenlose Wirtschaftswachstum, das sich gleichzeitig gegen Natur und Mensch richtet. Notwendig ist eine Kritik des Motors statt seiner vorbehaltlosen Bejahung. Auf eine Formel gebracht: Erfolgreicher Klimaschutz kann nur eine Kritik des Motors sein“ (für Die Zeit).

 

 

"Was ist grüne Politik?
Die Zeit stellt eine gute Frage "Wie grün sind die Grünen?", die sofort die Anschlußfrage "Was ist grüne Politik?" auslöst. Meine Antwort: einerseits Motorenkritik, andererseits die Stärkung der Eigenbewegung. In diesem Sinne war die ökologische Bewegung zwischen 1970 und 1980 nicht nur in Deutschland eindeutig grün. Ab 1980 gelang es den K-Gruppen innerhalb der Grünen, diesen Ansatz massiv aufzuweichen, um den Kern, die marxistische Theorie, nicht infrage zu stellen. Wohlgemerkt, es geht um Motorenkritik, nicht um Technikkritik, denn das Tier ist durch die Fähigkeit, sich technisch zu entwickeln, zum Menschen (homo faber) geworden. Erst durch den massiven Einsatz von Motoren entstand der Klimawandel, letztlich die Realisierung des Anthropozäns. Natürlich gibt es auch gute Gründe für den Einsatz von Motoren in bestimmten Situationen, aber - so muss die Zukunft ermöglichende Maxime lauten: So wenig Motoreneinsatz wie möglich" (für Die Zeit).