Kritik an den Unterhaltungsmedien

Stand: 16. 11. 19

Die  Kritik der Unterhaltungsmedien war bis November 2016 in die „Kritik des Autos“ integriert. Diese Zusammenfassung  war damit begründet, dass die Nutzung des Autos und Unterhaltungsmedien letztlich passive Tätigkeiten sind. Inzwischen halte ich eine Trennung trotz dieser Gemeinsamkeit für sinnvoll. Wenn sowohl Motor als auch Unterhaltungsmedien gleichzeitig thematisiert werden, findet man sie unter „Kritik des Autos“.


 

 

  1. Wird ein elektronisches Medium angemacht, entsteht sofort eine psychische Leere, denn alles wurde  geliefert.

  2. Dem Abgebildeten hat man als Bild das Leben genommen, ja das Innerste, ja die Seele.

  3. Auch Photos enthalten massiv Subjektivität wie die Wahrnehmung. Beide sind immer ein Gemisch aus Subjektivität und Objektivität.

  4. Die Differenz zwischen Realität und Welt wird immer geringer, weil das Bild Modell für die Umgestaltung der Erde geworden ist.

  5. Ich lese, obwohl ich ein Tablet habe, viel lieber in Büchern. Warum? Die angeblichen Vorteile werden für mich zu Nachteilen: a) ständiger  leichter Zugang zu anderen Informationsquellen lenkt mich von der eigentlichen Lektüre ab, b) jedes Buch ist für mich einzigartig, hat Individualität, ist mein Eigenes, c) im Reader verliert jedes Buch diese Einzigartigkeit, alle sind äußerlich gleich.

  6. Die Wahrnehmung von  Bildern und  Photos  gehört nicht primär zur Sinnlichkeit, weil sie real Abstraktionen sind. Deshalb hauptsächlich geistig.

  7. Bilder thematisieren nicht Raum und Zeit, sondern nur Dinge zu  einem unsichtbaren Zeitpunkt und an einem unsichtbaren Raumpunkt. Raum und Zeit  kann man nicht direkt wahrnehmen, sondern muss sie gedanklich erschließen.

  8. Bilder, Photos, Gemälde, also Objektivationen,  stellen ihre Inhalte  wie bei der Wahrnehmung immer nur aus/in der Außenperspektive dar, d. h. man steht immer davor. Das nennt man  dann objektiv.

  9. Ein Bild erschöpft sich nicht im Sichtbaren, denn Liebe, Geschichte, Potentialität, Zukunft, subjektiver Bezug usw. sind nicht sichtbar, sondern müssen erst mit Hilfe der Erinnerung und der Einbildungskraft aktiviert werden. Diese Differenz zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem wird ikonische Differenz genannt.

  10. Beim Bildersehen findet keine Wirklichkeitsbegegnung statt. In dem Wahrgenommenen  gibt es kein Leben. Das Leben ist vorher  getötet worden.

  11. Icon und Indizes haben Gemeinsamkeit mit der Realität, nicht das Symbol, hier ist die Gestaltung absolut kontingent.

  12. Maxime: Stört den Geist nicht durch digitalen Dauerbeschuss. Er braucht Zeit und Raum für sich selbst.

  13. Nachrichten, auch wenn sie z. B. „trumpkritisch“ sind, sind von der Form trumpistisch, weil oberflächlich und tendentiös.

  14. Mit lebendigen Menschen und Lebewesen entstehen in der Subjekt-Objekt-Einheit Wirklichkeiten, nicht mit Bilderfluten (allerdings mit intensiven Bildern).

  15. Bei zu vielen und zu schnellen Informationen löst der Geist das dadurch entstehende Problem durch Reduktion der Erkenntnisse bzw. Bedeutungen. Es wird nur noch das wahrgenommen, was zum minimalen Verständnis des Ganzen notwendig ist  - bevor man endgültig einschläft.

  16. Wer sagt, das Fernsehen sei schlecht, weil nichts Vernünftiges in ihm sei,  reflektiert die Sendungen, aber nicht das Medium Fernsehen.

  17. Beim Surfen im Internet bin ich  determiniert, aber nicht so stark wie beim ständigen Fernsehkonsum. Sinnvoll ist das Internet, wenn man auf etwas nicht kommt. Dann ist es eine Art Suchmaschine.

  18. Die Bilder in den Medien geben Wirklichkeit nur sehr grob wieder. Beim Autofahren fast gar nicht.

  19. Die Größe von Bildschirmen von Fernseher entspricht der Dummheit der Betrachter. Je größer, desto mehr Leere erzeugt es im Bewusstsein der Fernsehenden.

  20. Was außerhalb der eigenen Erfahrung für mich  medial nicht dargestellt ist, existiert für mich nicht.

  21. These: Irgendeine bloße Aussage, wirkt überwältigend, wenn sie allein von Bildern bzw. Filmen begründet wird. Bilder kann man fast nicht kritisieren.

  22. Digitaler Dauerbeschuss findet beim Fernsehen statt, wenn man nicht ausstellt.

  23. Unterhaltung lebt allein von der Spannung. Die normale Landschaft genügt nicht, da müssen Events eingebaut werden.

  24. Beim Autofahren ist  die Wirklichkeit fast wirkungslos. Beim Fernsehen ist sie  nicht vorhanden.

  25. Ikonische Differenz = ein Spiel zwischen Sichtbaren und Unsichtbaren. Bei Bilderfluten genügt  ein Minimum an Sichtbaren, um überhaupt Bedeutungen zu erkennen.

  26. Erst die menschliche Einbildungskraft  macht aus dem Zeichen ein Bild im Vollsinn. Wenn die EBK durch Bilderfluten geschwächt wird, entstehen schwache Bilder, wenn nicht sogar Zeichen.

  27. Habituell Fernsehende bedaure ich. Sie verzichten ohne Notwendigkeit primär auf ihren  Geist und sekundär auf ihren  Körper.

  28. Ständiger Medienkonsum ( =digitaler Dauerbeschuss) lässt keinen Raum für Reflexion und Kritik, sondern diese werden  blockiert durch ständig scheinbar neue Informationen.

  29. Das  Bild von Riemenschneiders trauernder Maria ist für mich eines der wenigen Bilder im Vollsinn und kein Zeichen oder Ornament. 

  30. Der Fernsehende löst das hohe „äußere’“ Geschwindigkeitsproblem durch Reduktion der Aufmerksamkeit auf das subjektiv Wichtigste, z. B. eine story grundsätzlich zu verstehen. Das emotionale Engagement ist  ein Aufflackern, das nicht viel Energie für Aufmerksamkeit schluckt.

  31. Substantielle Bilder, nicht Bilderfluten,  enthalten tiefe Wahrheiten, die man oft begrifflich nicht in dieser Tiefe erfasst. So für mich die trauernde Maria von Riemenschneider oder Synagoge/Ecclesia am Straßburger Münster. Bilderfluten verstellen das Bild.

  32. Ein Gesicht, eine Landschaft bekommt erst dann Wert, wenn sie lange und intensiv betrachtet wird.

  33. Wenn man den Fernseher anschaltet, wird man vom Inhalt in der Regel fort- und mitgerissen. Der Film ist hier unbarmherzig.

  34. Im Film, aber auch im Durchblättern von Illustrierten, gibt es nur ein Erkennen im Sinne von Identifikation, aber keinerlei Reflexion, schon allein, weil schlicht die Zeit fehlt.

  35. Edmund Husserl: Es gibt auch leere Wahrnehmungen. Tendenz: Je länger der Fernsehkonsum, desto leerer.

  36.  Es gilt, die Entbilderung von wirklich eindrucksvollen Bildern (Strauß, Handke) zu intensivieren und die digitalen Massenprodukte von Bildern zu meiden. Es geht  nicht gegen Bilder an sich, im Gegenteil, sondern gegen die digitalen Bilderfluten.

  37. Bilder erinnern ist weniger anstrengend als Begriffe inhaltlich reaktivieren. Wahrnehmungen und Erinnerungen sind bildhaft.

  38. Ein unbekannter Text gehört nicht zu meiner Mitte, aber er kann es mit Hilfe von Anstrengung werden, wenn er angeeignet ist.

  39. Der Bildbegriff ist das Grundkonzept der Philosophie Platons. Die Erscheinung des an sich Unsichtbaren (oder  Die Anwesenheit des an sich Unsichtbaren), nicht aber die Abbildung des gleichfalls Sichtbaren erweist sich als dessen einheitlicher Kern. Platons Bildbegriff formuliert nicht nur die Differenzierung der Wirklichkeit, sondern ebenso die Verbindung von Sinnlichem und Geistigem und folglich die Einheit der Wirklichkeit.

  40. Gefühle sind tendenziell heute nur noch dual:  Entweder „Ich mag es“ oder „Ich mag es nicht“. - These: Gefühle sind Ausdruck von Subjektivität.- Unterhaltungsmedien bedienen primär Gefühle wie die Werbung, Sachmedien dienen der Sachinformation,  Reflexionsmeiden „dienen“ der Tiefe des Wissens und deren Voraussetzungen.

  41. Der große Fehler: von inneren Bildern zu sprechen, denn Bilder sind immer äußerlich und gemessen an  lebendigen Wahrnehmungen Reduktionen (nur visuell, selektiv, ähnlich).

  42. Wenn es gilt, eine Situation gerade noch zu meistern oder gerade noch zu erkennen, dann  minimale Wahrnehmungen  und  Handlungen.

  43. Informationen müssen heute alle verbildert werden. Die dadurch entstehende Bilderflut verhindert die Wahrnehmung von substantiellen Bildern.

  44. Für einen (1) Film musste man früher zum Kino hin und zurücklaufen. Man konnte sich dazu viele Gedanken machen. Mein Nachbar sieht an einem Abend ca. zehn Filme. Die Folge: Das Problem des Palimpsest entsteht.  

  45. Stundenlang Fernsehen ist,  sein Leben während dieser Zeit  minimieren.

  46. Einen schwierigen Text verstehen, verlangt den ganzen Einsatz von  Geist, Seele und oft des Körpers (z. B. gegen Müdigkeit kämpfen.)
  47.  Es ist falsch, den Geist nicht allein zu lassen, sondern ständig mit objektivierten Informationen zu füttern. Offensichtlich genügen die natürlichen „Informationen“ aus der sozialen, natürlichen und kulturellen Umwelt nicht mehr.

  48. Bilderfluten minimieren die Wahrnehmung und das Denken.

  49. Zwei (ideologische)  Positionen zum übertriebenen Fernsehkonsum: a) Fernsehen ist eine Art von Bildungsinstitution, b) es dient zur Entspannung von der Arbeit. Einwand: wie das Autofahren ist Konsum von Unterhaltungsmedien keine Entspannung. Entspannung ist nur freies „mind-wandering“.

  50. Zehn Stunden am Tag täglich Fernsehen ist Ausdruck von geistiger und sozialer Armut.

  51. Bilder und Filme sind von der Form und Inhalt beide mechanisch.
  52. Auf Bildern und in Filmen sind die Dinge (an sich) Lichtjahre entfernt, aus dem Auto meilenweit, in der der Wirklichkeitsbegegnung Distanz, aber auch Nähe.

  53. Leere zieht Leere nach sich. Substantielles findet in der Leere  keinen Grund.

  54. Was interessiert bei Unterhaltungsfilmen? Hier geht es allein um emotionale Fragen wie „Wer ist der Mörder, wie macht er den Mord, wie wird er erwischt? Wo kann ich lachen? Wie lautet die Lösung?

  55. Wahrnehmungen von wirklicher Wirklichkeit  haben ein angemessenes Verhältnis von innen und außen ( von Subjekt und Objekt).

  56. Besteht zwischen Aggression und Fernsehsucht ein Zusammenhang. Die Verneinung einer real existentierenden Sucht ist ein Indikator für die Stärke dieser  Sucht.

  57. In der Rotbuche von uns gegenüber bildet ein Zweig visuell für mich einen Pferdekopf. Ist das die Idee bzw. reine Form des Pferdekopfes?

  58. Photographiert werden wird als Anerkennung und Wichtigkeit assoziiert – auch die entsprechenden Teile des Körpers.

  59. Die Bildsprache von Secret Escapes besteht im Kern immer aus zwei Motiven: a) Swimming pool mit möglichst bergigem Hintergrund und b) gedeckter Esstisch mit Weingläsern. So einfach ist diese Sprache.

  60. Medien sind a) ständig in der Wohnstube, in Läden, Kneipen, auf Straßen, Bussen  usw. ständig laufend präsent. und b) diese Medienerfahrungen modellieren die Wahrnehmung.

  61. These: Die medialen Menschen haben den Blick für das Weite verstärkt ( = allgemein und weniges), aber den  Blick für das Nahe ( = konkret und vieles) geschwächt. Auf jeden Fall hat der Blick seine Autonomie verloren, er ist geleitet von Werbung usw. Die Schönheit der unmittelbaren Umgebung entdecken, das bedarf der Autonomie.

  62. Natürlich gibt es  gute Filme wie Himmel über Berlin von Wim Wenders oder Paterson von Jim  Jamusch.

  63. Medien haben übrigens immer das letzte Wort. Man kann hier nur übernehmen oder ausschalten.

  64. Es ist ein kategorialer Unterschied zwischen einem Lernmedium und einem elektronischen Unterhaltungsmedium.

  65. Drei Zustände einer Landschaft: Landkarte – Photo/Filme – Wirklichkeit.

  66. Das Bild ist die erste Bedeutung, d. h. die Voraussetzung für das Entstehen von Bedeutungen. Die Einbildungskraft ist konstitutiv für die Bedeutung.

  67. Informationen aus  elektronischen  Medien sind sinnvoll für kurze Bestätigungen wie  Bahnauskünfte, Wortbedeutungen  usw.

  68. Das Gefährliche: Es gibt inzwischen Nachrichtenformen die formal „normal üblich“, aber vom Inhalt  faschistisch sind.

  69. Ich habe vielleicht verstärkt die Fähigkeit zur Sachverhaltskombination, denke aber oft, dass die jeweilige Kombination höchste und einzige Realität darstellt. Das kann problematisch sein.

  70. Mehrstündiges Fernsehen ist wie unter einem Dauerbeschuss liegen, man kann sich nur Verpanzern.

  71. Im Wachzustand findet eine ununterbrochene kontinuierliche Wahrnehmung statt bis man müde ist und seine Augen schließt. Oder den Fernseher anmacht, der die Müdigkeit mit Hilfe von Elektrizität überwindet.

  72. Fernsehen = Mit einem Minimum an Eigenenergie ein Maximum an Täuschung erzeugen.

  73. Soziale Medien verhindern soziale Wirklichkeit.

  74. Es ist falsch, sein Bewusstsein ständig mit äußeren Bildern und Informationen flächendeckend zu isolieren. „Leere Pausen“ sind notwendig für die Entwicklung des Ichs, denn das Ich ist ein Prozess. Im Zug gibt es Pausen. Im Auto und vor den Medien ist ständige Außenaufmerksamkeit, wenn auch auf niedrigsten Niveau, unumgänglich. Das Potential der Pause wird nicht genutzt. Wichtige Reflexion wird vereitelt.

  75. Autos und Unterhaltungsmedien erzeugen Bequemlichkeit. Gegenposition „Per aspera ad astra“

  76. Auch laute Musik ist gekaufte Leistung, keine eigene.

  77. Eine Zeitung muss auch verkauft werden, es geht also nicht nur um Wahrheit.

  78. Wenn Bilder in Ganzheiten überführt werden, verlieren sie ihren Bildcharakter, wobei das Bild in Richtung Begriff sich verändert (aber kein absoluter Dualismus Bild – Begriff).

  79. Der Begriff hat keinen Zeitcharakter wegen seiner  konstanten Bedeutungen, so dass der permanente Strom des Bewusstseins zum Stoppen gebracht wird. Lesen von anspruchsvoll-existentiellen  Texten ist keine Flucht vor Wirklichkeit und Leben, sondern dient der Intensivierung von Wirklichkeits- und Lebenserfahrungen. Als Fazit: Aus einem visuellen Bild werden bildlose Begriffe mit Hilfe von Eigenenergie (metabolische Körperenergie).

  80. Nachrichten bringen nur Neues, sondern oft als Selbstzweck. Es finden selten Vertiefungen statt.

  81. Was erzwingt das ständige Starren auf Handys? Das absolut Neue, von dem man vorher keine Ahnung hatte? Die Befriedigung der grundsätzlich vorhandenen Neugierde? Weil dieses Starren dem Leben doch Sinn gibt?

  82. Komplexe Informationen aufnehmen ist Arbeit. Arbeit verlangt Energie. Bei elektronischen Unterhaltungsmedien kommt die Energie aus dem Motor, nicht als Kraft aus dem Zuschauer

  83.   Allein im Sessel ohne elektronische Unterhaltungsmedien  halten es zeitgemäße Menschen  nicht aus. Sie können oder wollen nicht  bei bei sich selbst sein.

  84. Vor dem Fernsehapparat verhindert der ununterbrochene Fluß der "Informationen" die Arbeit des Unbewussten, die vielleicht die entscheidende ist.

  85. Bilderfluten für die Dummen, Autos für die Faulen. „The Biblia pauperum ("Paupers' Bible") was a tradition of picture Bibles beginning probably with Ansgar, and a common printed block-book in the later Middle Ages to visualize the typological correspondences between the Old and New Testaments. Unlike a simple "illustrated Bible", where the pictures are subordinated to the text, these Bibles placed the illustration in the centre, with only a brief text or sometimes no text at all. Words spoken by the figures in the miniatures could be written on scrolls coming out of their mouths. To this extent one might see parallels with modern cartoon strips“ (Wikipedia).

  86. Heute hat mein Surfen in den Unterhaltungsmedien (BBC) mir zwei Stunden meines Lebens gestohlen.

  87. Ich sollte möglichst  immer dialektisch  argumentieren: Selbst bei täglichen zehnstündigen Fernsehkonsum geschieht Bildung in einer minimalen Dosis.

  88. Ich höre Nachrichten nicht um jeden Preis, denn sie stören Gedankengänge.

  89. Alle gucken in Handys, selbst Paare in einem Restaurant. Und keiner, auch nicht Politik, versucht das zu analysieren. Warum nicht?

  90. Bilder verdecken negative Momente wie z. b. die eines Autos, nämlich seinen Gestank, seine Gefahren, seine von ihm erzwungenen negativen Veränderungen. Diese vollkommene Verdeckung vermag das Wort nicht herzustellen.

  91. Elektronische Medien enteignen die Fähigkeiten des Gehirns und kommen damit seiner Faulheit  entgegen: Das Gehirn muss vor allem nicht mehr verbildlichen.

  92. „Hauptfehler der Medien“: Sie lassen keinen Raum für eigene Gedanken. Deswegen können sie kritikfrei herrschen.

  93. Die entscheidende Differenz von  Wiederholung oder ein  Handy anstellen: Wiederholung ist produktiv, Wahrnehmung von Bildern erfordert Minimum an Aufmerksamkeit.

  94. Die elektronischen Medien sind nun oft noch die einzigen Kommunikationspartner von zeitgemäßen Bürgern.

  95. Die Bilder der Medien sind für viele Menschen die einzige Quelle für Wahrheit und Wirklichkeit, nicht ihre eigenen Erfahrungen und  eigenes Denken (für die  in der Regel keine Zeit zur Verfügung steht).

  96. Nun gibt es kein Volk auf der Erde, das nur – insbesondere  bewusstseinsmäßig – an seinem Ort lebt. Die Heimaten sind durch die Medien zerstört. Sicherlich gibt es hier ein Optimum.

  97. Der visuelle Sinn nimmt nur die jeweilige Form des  Dinges  ohne Inhalt wahr, die anderen Sinne beziehen sich auf die Inhalte des Dinges. Aber selbst im optimalen Fall stehen wir immer nur vor den Dingen, d. h. zwischen uns und dem Ding ist immer ein nicht zu überwindender Hiatus.

  98. Bei Mediennutzung kann man schwer die Frage nach dem Sinn stellen.

  99. Die einzigen, die sich in der Wohnstube bewegen, sind die Uhr und der Fernseher.

  100. Medien brechen brutal in das Leben ein, aber die Opfer bemerken es nicht.

  101. Ein Fernsehapparat läuft nicht im Sinne einer Ortsveränderung, und auch die Zuschauer nicht, selbst wenn sie Sportsendungen sehen.

  102. Die Formen innerhalb  eines Bildes sind keine originale Formen, sondern künstliche Reproduktionen, um nicht zu sagen Konstruktionen.

  103. Digitalisierung schafft einen (absoluten) Hiatus zwischen Wirklichkeit und Bild. Die einzige  Verbindung besteht in Ja oder Nein, was  wenig  mit der Wirklichkeit zu tun hat.

  104. Was passier psychisch und physisch, wenn jemand über Jahrzehnte täglich zwischen acht und mehr Stunden ohne Unterbrechung  abends und nachts vor dem Fernseher sitzt?

  105. Visuelle Medien schaffen Oberflächen. Der Zuschauer reduziert die vielen gesehenen Menschen in den Serien auf Rollen und übernimmt diese. Er wird selbst zum Schauspieler.

  106. Unterhaltungsmedien und Autofahren verhindern eigenes Denken. Sie schalten das aktive Ich aus.

  107. Weil habituelle Nutzer von Unterhaltungssendungen wissen, wie man die entsprechenden Medien anstellt, meinen sie, sie beherrschen diese Medien, aber es ist genau ist umgekehrt, sie werden von ihnen beherrscht.

  108. Schriftliches öffnet zwangsweise das Innere, Bilderfluten schließen es in der Regel.

  109. Bilder bestehen nur aus Formen, die Inhalte erscheinen nicht im Bild. Die Formen kommen aus dem menschlichen Verstand, die Inhalte aus der Umwelt.

  110. Wahrnehmungen aus dem Auto sind allein visuell und stark reduziert, der eigene Körper, weil sitzend, ist konstitutiv nicht beteiligt.

  111. Wo man hineingeboren, ja geworfen wird, scheint man zu lieben. So erklärt sich vielleicht die Heimatliebe.

  112. Die Schönheit des Wohnzimmers und ihrer Bewohner verschwindet sofort, wenn in ihm ein Fernseher steht oder gar läuft.

  113. Handys liefern einfach strukturierte Informationen  wie „Die Hauptstadt von Venezuela?“, „Wann wurde Darwin geboren?“ Nicht für Fragen, die Reflexion verlangen und die mehrere Ebenen haben.

  114. „Narziss starrt aufs Handy“ (Überschrift eines Artikels in der FAZ).

  115. Ich halte den Begriff „Soziale Medien“ für irreführend, denn im Gebrauch vereinzeln sie. 

  116. Stundenlang Fernsehen ist keine Leistung und bringt keine Anerkennung durch andere und durch sich selbst hervor.

  117. Drei Wege, um zu Vorstellungen zu gelangen:  a) aus dem Nichts „herstellen“, b) Vorstellungen aus der mehrdimensionalen Wirklichkeit „herausschälen“, bestimmen und erlernen, c) fertige Bilde wie Photos wahrnehmen.

  118. Motore und Ikons ( = identisch mit dem deutschen äußeren Bild wie  Photos oder Gemälde) schaffen eine Ordnung für das Kapital. Symbole müssen Inneres voraussetzen. Ein Icon hat genau so wenig mit Realität zu tun wie ein Symbol, aber das Symbol „gibt das zu“. Das Symbol trainiert die Einbildungskraft und fördert sie dadurch, das Icon vernachlässig sie und fördert sie deswegen nicht.

  119. Soziale Medien sind Medien, die immer abstrakt sind, die eben nicht direkte face-to-face-Kommunikation sind.

  120. Ob die Inhalte in Medien immer stimmen, bin ich mir nicht sicher, aber mit Sicherheit spiegeln sie die Machtverhältnisse in der Gesellschaft.

  121. Im Theater geht der Vorhang auf, und die Vorstellung beginnt. Bei einem Bekannten wird der Vorhang zugezogen und der Fernseher angestellt.

  122. Der Fernseher entwertet  das Wohnzimmer.

  123. Welt wird in den Medien zu Abstraktionen, die im Kleide der Realität vermittelt werden.

  124. Fernsehen ist sozial gesehen Einzelhaft, von der Wirklichkeit gesehen Leere.

  125. Lesen vertieft sowohl den subjektiven als auch den objebjektiven Pol.

  126. Die räumlichen und zeitlichen Erweiterungen der gegenwärtigen  Möglichkeiten sind nicht Leistungen des jeweiligen Menschen, sondern die der elektrischen Motore und der motorisierten Mobilität. Ohne Motore würde der Mensch es nicht schaffen. Diese Leistungen entstehen ohne wesentlichen körperlichen und geistigen Einsatz, also ohne Muskeln und neuronaler Gehirntätigkeit. Ein Selbstexperiment: Stelle abends nach  zwei Stunden die elektronischen Medien aus und versuche, ohne diese Medien sich zu beschäftigen, z. B. Lesen. Du wirst schnell bemerken, dass eine lähmende Müdigkeit Dich ergreift und du nur noch ins Bett willst. Gleiches gilt für Ortsveränderungen mit dem Auto.

  127. Wie werden aus Vorstellungen (innere Bilder) Begriffe? Aus dem sinnlichen Begreifen Begriffe? Antwort: Über die Form, die wiederum mit Definitionsmerkmalen (-begriffen) ausgedrückt wird.

  128. Bilder bestehen aus reinen Formen (Verstand), sie haben keine Inhalte. Das ist die Funktion der Einbildungskraft, aus (inhaltlicher) Wirklichkeit visuelle Bilder zu machen. Bei Aristoteles bilden eidos/Form und hyle/Inhalt/Holz eine untrennbare Einheit, bei Platon wird aus eidos die unabhängige Idee. Hat  die bildhafte Form  nicht bereits Merkmale der Idee?

  129. Fernsehen ist sozial gesehen Einzelhaft, von der Wirklichkeit gesehen Leere.

  130. In visuellen Unterhaltungsmedien sind Graphiken qua Graphiken faszinierend, offensichtlich nicht zu toppen

  131. Die Wirklichkeit befriedigt nicht mehr, sie bedarf als Ersatz die Medienwelt und Events.

  132. Bilder und Filme sind kategorial keine Wirklichkeit, auch wenn man es denkt. 

  133. Gesetz: Je länger man Filme sich ansieht, desto weniger kann man sich von ihnen lösen, weil man nicht erkennt, dass Schein nie zur Wirklichkeit wird.

  134. Mediale Verfasstheit umfasst zumindest zweierlei: a) Ein Teil der Wirklichkeit besteht aus Medien einschließlich der Sendungen, b) die Wahrnehmungen sind nach Maßgabe der Sendungen geformt bzw. gestaltet.

  135. Im Mittelalter waren Zeichenbedeutung und Realität identisch, d. h. die jeweils herrschende Bedeutung wurde nicht infrage gestellt. Diesen Status haben inzwischen Nachrichten oder bestimmte Homepages.

  136. Bilder und Filme sind Schein, vermitteln Schein, also außer dem Visuellen keine Wirklichkeit, die immer auf alle Sinne wirkt. Deswegen ist Schein kategorial nicht die Wirklichkeit.

  137. Schein besteht aus Formen von Dingen  ohne Inhalt. Formen kann man nur visuell wahrnehmen, eventuell taktil „nachformen“, wenn man nicht Kant folgt, für den Formen ihren Ursprung im transzendentalen Subjekt haben.  Die anderen äußeren und innere Sinne werden nicht gereizt. Beim Wandern wirken alle Reize aus der Umwelt auf alle Sinne des Wandernden, aber nicht die ganze Wirkwelt wird bemerkt (Merkwelt), was objektive, aber subjektive Gründe (wie Ablenkung) haben kann.

  138. Sind die Objekte der Sinneswahrnehmung zu weit entfernt wie ein entfernt liegender Gebirgszug, dann findet allein eine visuell reduzierte Wahrnehmung statt

  139. Bilderfluten verlangen wenig Einbildungskraft.

  140. Wenn man müde ist, sollte man die Müdigkeit nicht mit elektronischen Unterhaltungsmedien  überdecken.

  141. Digitalisierung führt zum Verlust von Erfahrungen von Wirklichkeit.

  142. Elektronische Medien lassen wenig Zeit zur Eigenbewegung zu.

  143. Bildergucker“ sind praktisch Analphabeten.

  144. Im Wohnzimmer ist oft allein der Fernseher in Bewegung.

  145. Medien schaffen immer Bedeutungen aller  Art und Niveaus.

  146. Beim Lesen schafft der Leser die inneren Vorstellungen.  Beim Bildbetrachten schafft die Bilder alllein der Bildproduzent, die der Nutzer nur noch einfach verinnerlichen muss. Übrigens ist der Begriff „inneres Bild“ sehr irreführend

  147. Was macht ein Gehirn, dass stundenlang mit fertigen Bildern gefüttert wird?

  148. Motore zerstören die Umwelt und alles, was daran hängt. Iconfluten wie Photos und Filme die Bewusstsein. Beide schaffen Faktes/Täuschun/Schlechtes.

  149. Beim Fernsehen ist sein  Werkzeugcharakter verdunkelt.

  150. Eine Definition ist formal auf beiden Seiten gleich, aber nicht inhaltlich (2 + 3 = 5). So auch das Bild, von der Form wahrscheinlich fast identisch mit der Referenz, inhaltlich absolut nicht. Meine Setzung: Der Inhalt ist wesentlicher als die Form. Nach Kant  ist die Form subjektiven  Ursprungs.

  151. Bilder und Filme sind nur Oberfläche, ihr Inneres hat absolut nichts mit ihrer Oberfläche gemeinsam. Sich hier mit dem Inneren des Photos zu beschäftigen, bringt also nichts. Wegen der gegenwärtigen Bilderfluten ist unser Bewusstsein zunehmend allein auf Oberflächen fokussiert, so dass unsere Wahrnehmungen von Dingen, insbesondere von lebendigen, fast nicht mehr das Innere, das oft interessanter und wichtiger ist, bedenken.

  152. Im Film sind keine aktuellen Bewegungen, sondern nur festgestellte, frühere Bewegungen. Bild bzw. Film  sind festgestellte ehemalige  Vorgänge oder Ereignisse.

  153. Das Schlimme an Unterhaltungsmedien besteht darin, dass sie gleichzeitig  jegliche Kritik an sie verhindern. Mit der Ware wird gleichzeitig ein Kritiktabu geliefert.

  154. Die Inhalte der Unterhaltungsmedien sind „Wirklichkeiten“ ohne Mensch. Die Erfahrungen beim Autofahren sind Wirklichkeiten ohne Mensch.

  155. Ein leeres Bewusstsein erträgt der Mensch nicht. Bei einer schwachen Einbildungskraft stellt der ältere Bürger den Fernseher, der jüngere das Handy an. Das Bewusstsein will und kann nicht leer sein. Grundsätzlich gibt es hier zwei Möglichkeiten a) mit Sürfen füllen oder Lesen anspruchsvoller Lektüre oder Eigenes erleben.

  156. Leben ohne Mitlebewesen ist reduziertes Leben. Das kann der Mensch nicht aushalten. Jetzt wird er vertröstet mit Fakes: Fernsehen findet ohne reale Mitlebewesen statt, was aber nicht erkannt wird: Das Bild eines Menschen ist nicht dieser Mensch.

  157. Warum ist Surfen i. w. S. für viele so faszinierend? Vermutung: man muss keine Entscheidungen treffen, alles wird „serviert“ und braucht  nur mit „gefällt“ oder „gefällt nicht“ bewertet werden. Sicherlich ist auch attraktiv, den Sender sofort zu wechseln.

  158. Massen-Photos“ haben den Informationswert von Eigennamen.

  159. Fernsehen und Autofahren vermitteln reine Form-Erfahrungen, keine sinnliche Welt- und Dingerfahrungen.

  160. Nicht zwei Stunden dasselbe Thema systematisch aufbereitet, ist gefragt, sondern viele Perspektiven, die je nach Interessenlage oberflächlich verfolgt werden.

  161. Was früher  die Schriftunkundigen waren, sind heute die Bild-Gucker. Für die Schriftunkundigen gab es die Biblia Pauperum, heute  die Unterhaltungsmedien.

  162. Digitalisierung ist sehr ambivalent. Vorsicht ist hier notwendig. Die Digitalisierung verbraucht direkt Energie/Materie und erzeugt indirekt „Hunger“ nach ihr. Digitalisierung ist u. U. punktuell eine Steigerung der Effektivität u. U.  auch Verringerung der ökologischen Belastung, aber im Kern Teil des gegenwärtigen Problems.

  163. Seit Jahren verlässt ein Verwandter täglich um 19 Uhr diese Welt, begibt sich in die Fiktionswelt und geht zwischen zwei und drei  Uhr morgens schlafen.

  164. Das Bewusstsein wird  zunehmend eine Funktion der Medien und weniger der Wirklichkeitserfahrung.

  165. Realität wird a) bildlich oder photographisch dargestellt, die von externen Malern oder Technologien hergestellt werden oder b) durch die Einbildungskraft, deren  Material wesentlich  aus Wahrnehmungen "hergestellt" wird. Das ist der entscheidende Unterschied.

  166. Das Bewusstsein und das Unterbewusstsein sind  zunehmend eine Funktion der Medien und weniger der Wirklichkeitserfahrung.

  167. Ich bin nicht gegen Bilder an sich, aber gegen Bilderfluten. Im Film sind auch Bilderfluten, aber sie haben die Funktion, eine Geschichte zu unterstützen und plausibel zu machen, die erzählt wird. Hier ist das Bild nicht Selbstwert oder repräsentiert Wirklichkeit, nein, es dient nur der Erzählung.

  168. Hypermoderne Kommunikationsmittel müssen nicht zwangsläufig anspruchsvolle Inhalte transportieren.

  169. In der FAZ kann man gut die Verabsolutierung der Wirtschaft verfolgen.

  170. Massive Nutzung von Unterhaltungsmedien fördert Demenz.

  171. Internet ist, außer Wikipedia, voller Werbung, was besonders schlimm ist zwischen Nachrichtensendungen, denn dann verwischt sich der Unterschied von Werbung und Nachricht.

  172. Durch das Internet erfahren ich  jeden Tag, wie viele ökologische Baustellen es gibt,

  173. Wahrnehmung ohne körperlich-geistigen Einsatz tendiert dazu, Schein zu werden. Aus dem Zugfenster zu sehen, ist die Wahrnehmung  mit Fernsehen gleich zu setzen.

  174. Das Fernsehen hat seine habituellen Zuschauer eisern im Griff.

  175. Die Dauer der Übertragung geht heute  fast gegen Null. Aber dadurch wird das Übertragene trotzdem nicht Wirklichkeit.

  176. Aus der Sicht eines  Sophisten funktioniert Fernsehen so falsch wie die Sprache.  Realität wird von beiden nicht nicht geschaffen.

  177. Drei Bewusstseinsinhalte a) leer (= unerträglich), b) gefüllt mit Trash aus anderen Quellen, c) gefüllt mit Bedeutungen aus eigenen und fremden Quellen.

  178. Photos können Vorstellungen beeinflussen, ja überlagern.

  179.  Wie ich draußen gerne Vogelstimmen höre, so drinnen Stimmen von Menschen, nicht so sehr aus Medien.

  180.  Vielen genügt bereits Flimmern als minimale Bedeutung. Flimmerkästen locken immer Aufmerksamkeiten auf sich. Flimmern ist die bedeutungsschwächste  Form der Information, die letzte Wahrnehmung vor dem Einschlafen.

  181.   Habituelle Mediennutzer vertrauen nicht mehr ihren eigenen, inneren, lebendigen Vorstellungen.

  182.  Nach der Lektüre schwieriger Texte muss immer eine Pause für eigenes  Denken vorhanden sein.

  183. Der Fernseher übt eine Diktatur in dem Sinne aus, dass er andere Gedanken als die gesendeten während des Sehens nicht zulässt.

  184. Alles Interesse auf Ergebnisse und Tabellenstand meines Lieblingsvereins haben nichts mit Fußballinteresse zu tun.

  185. Bei  Fotokopien gibt es keine Originale mehr.

  186. Zehn Stunden vor dem Fernsehapparat stellen  zehn Stunden das Potential der Individualität still.  

  187. Die Aussagen von habituellen Fernsehern können  Substanz haben, aber sie sind immer absolut im Modus der Wahrheit formuliert, also nie im  Konjunktiv.

  188. Zeichen (Wörter und Bilder) sind angebliche Verdoppelungen der Wirklichkeit, sind es aber nicht. Nur sinnliche Erfahrungen in Eigenbewegung sind die Basis für Wirklichkeit.

  189. Habituelles Fernsehen wird in der Endphase zum Flimmern, d. h. zu reinen Unterschieden.

  190. Ich halte schnelles Internet nicht für wichtig, denn wir haben schon genug „Wirklichkeitsersetzungssysteme“

  191. Die Beschreibung oder das Abbild ist nicht die Wirklichkeit.

  192. Wahrnehmungen aus dem Auto oder Zug sind keine, weil nicht ganzheitlich, d. h. ohne Subjekt

  193. Elektronische Unterhaltungssendungen und motorisierte Mobilität werden von Menschen entschieden und in Gang gesetzt, aber ausgeführt von Motoren.

  194. Stundenlang jeden Tag vor dem Fernseher zu sitzen, ist anstrengungslos.

  195. Realität ist immer eine Abstraktion, Wirklichkeit ist immer konkret.

  196. Das Problem: Wir haben nicht zu wenige, sondern zu viele Informationen. Genauer: In der Fülle ist es schwer zwischen wichtigen und banalen Informationen zu unterscheiden. Muss ich denn sofort wissen, wie das Spiel XY in der vierten Liga in Brasilien ausgegangen ist?

  197. Es geht primär beim habituellen Medienkonsum nur um die Signifikanten, nicht um Bedeutungen.

  198. Das Internet dient primär dem Einkauf, der oberflächliche Information  und darum,  Langeweile zu überbrücken.

  199. Man ist beim Fernsehen wohl nicht in der Lage, parallel zu denken. Die Karawane zieht ständig weiter.

  200. Elektronische Unterhaltungsmedien zu konsumieren ist die denkbar anstrengungsloseste Beschäftigung. Die Produkte des Sehsinns gelten als höchste Möglichkeit des Erkennens. Deshalb kommt der Sehsinn den elektronischen Medien so stark entgegen. Was man sieht, gilt als Realität, weniger Hören und die anderen Sinneseindrücke.

  201. Subjektiv wird der ständige Konsum von Unterhaltungssendungen in den elektronischen Medien als sinnvoll rationalisiert, objektiv ist es ein Totschlagen von Zeit, von Überbrückung von Langeweile

  202. Selbst Zeitungen sind wegen ihrer relativen Systematik und „Ganzheitlichkeit“ ihrer Beiträge  nicht mehr gefragt. Von Büchern ganz zu schweigen.

  203. Die räumliche Anschauung bezieht sich auf äußere dreidimensionale Realität, die innere Anschauung ist zeitlich und damit formlos.

  204. Die Herausbildung der jeweiligen Form ist eine intellktuelle Arbeit. Bilder, Filme übernehmen diese Arbeit und machen deswegen dumm. Das ist im Kern meine Theorie gegen Photos.

  205. In der sinnlichen Wahrnehmung steht man immer "davor", d. h. vor dem Objekt. Mit Hilfe des Denkens erfasse ich das Ding im Ganzen, aber eben nur abstrakt.

  206. Innere lebendige, veränderliche Vorstellungen bzw. Erinnerungen versus äußere, subjektlose tote Bilder.  In der Entstehung von Vorstellung besteht eine  Einheit von Subjekt und Objekt, bei Bildern nicht, denn die Einheit muss  erst im Nachhinein mit Mühen rudimentär hergestellt werden. Man kann das als eine nachträgliche Verlebendigung bezeichnen.

  207.  Das Leben ist mit lebendigen Vorstellungen gefüllt, Bilder mit toten Inhalten. Ähnlich Gedächtnis (Archiv) und Erinnerung

  208. Surfen in der Öffentlichkeit soll wohl Offenheit, Regsamkeit, Intelligenz signalisieren, sind aber das Gegenteil.

  209. Durch Medienreduzierung entsteht  Ruhe, Schönheit und Wertschätzung von Wirklichkeit.

  210. Subjektive Wahrnehmungen und objektive Blder sind Formen, die der Mensch für das Ganze nehmen muss. Folge: Die Formen werden überfrachtet.

  211.  Wie kommt dieser riesige Berg in den Alpen in meinen kleinen Kopf? Da mussTäuschung vorhanden sein.

  212. Elektronische Medien ersetzen zunehmend Papier.

  213. Der "Hersteller" von Bewegungen in Filmen ist ein Motor. Der Motor übernimmt auch einen Teil der Bewegungen des Auges.

  214.  Symbolische Darstellungen sind nicht die Wirklichkeit, aber sie fördern das Denken und das Wissen.

  215. Materielle Wirklichkeit ist offen für verschiedene Blicke: oberflächliche, selektive, naturwissenschaftlich-empirisch e, poetische, metaphysische, religiöse, …

  216. Elektronische Unterhaltungsmedien suggerieren Neuigkeiten ohne Ende.

  217. Laufende Bilder verhindern Verweilen und damit Vertiefung.

  218. Ein Bild oder Film ansehen und die Wahrnehmung von wirklicher Wirklichkeit ist von der Wahrnehmung her gesehen die gleiche Leistung, aber zwischen den Bildinhalten und Referenzen liegt ein Hiatus, also absolut nichts Gemeinsames.

  219. Warum lieben so viele Bürger Horrorsendungen im Fernsehen?

  220. Die Kopfhörergeneration hat ihre Subjektivität aufgegeben.

  221. Beim Fernsehen (laufende Bilder)  kann man irgendwie nicht wegsehen, höchstens den Sender wechseln.

  222. Er sitzt  jeden Tag von 18 Uhr bis 3 Uhr morgens vor dem Fernseher, ist aber überzeugt, kritsch mit Medien umgehen zu können.

  223. Je größer der Bildschirm, desto kleiner das reale Subjekt.

  224. Begriffe, nicht Bilder, haben Bezug zu einem  gegliederten Ganzen.

  225. In den Medien sind nur Zeichen vorhanden. Deren Bedeutungen müssen die Nutzer aus sich hinzufügen, das kann sehr intensiv oder oberflächlich sein. These: Je mehr Zeichen, desto weniger und überwiegend oberflächliche Bedeutungen werden erzeugt.

  226. Viele unterschiedliche Begriffe, die nicht verdaut, d. h. in einen Oberbegriff eingeordnet werden, blockieren das Gehirn und damit das Lernen.

  227. Die Wohnzimmer von Vielsehern werden ab 18 Uhr zu einer Gruft mit Fernseher.

  228. Nachrichten an sich scheinen für viele Menschen ein Lebensbedürfnis zu sein. Es genügt ihnen, in ihnen zu sein, sie nicht verstehen  zu müssen.

  229. Ich bin mehrfach gefragt worden, ob ich diese Homepage nicht modernisieren wolle, also mit Fotos, Bildern, mit verschiedenen Schrifttypen usw. Dazu bin ich technisch nicht in der Lage, will es aber auch nicht. Ich will allein die kritische Aufmerksamkeit auf die geäußerten Gedanken lenken.

  230. Täglicher mehrstündiger Fernsehkonsum heißt zumindest für diese Zeit, auf eigenes Denken zu verzichten. Beim Lesen dringt Eigenes durch.

  231. Flimmerkästen locken immer Aufmerksamkeiten auf sich.

  232. Die universelle Präsens der elektronischen Medien, die immer auch digital prozessieren, devaluieren die Wirklichkeit.

  233. Bildmedien reißen den Nutzer aus der Wirklichkeit, vertiefen diese nicht wie bei anspruchsvoller Lektüre.
    Digitalisierte Prozesse ersetzen lebendige Fähigkeiten. Selbst Gehen gilt bei den Befürwortern als monoton.

  234. Digitalisierung dient der Realisierung von externen Algorithmen.

  235. Wie haben Schriftlosigkeit  und Bildlosigkeit auf die Menschen  gewirkt und wie wirken sie  jetzt in ihrem inflationären Vorhandensein? Jeder müsste sich aus Eigeninteresse  dazu Gedanken machen.  Wie kann man bloß so viel kostbare Zeit seines Lebens vergeuden?

  236. Fernsehen = Kasperletheater für Erwachsene ohne jegliche Anstrengung, aber hier bestimmt der Zuschauer das Ende allein, die denn die Vorstellung läuft ohne Ende und ohne Pausen rund um die Uhr.

  237. Wir leben in einer Kultur des (oberflächlichen) Sehens.

  238. Beim Lesen sind Denkpausen grundsätzlich zu jeder Zeit möglich. Die Fernseh-Karawane zieht hier nicht weiter.

  239. Bei elektronischen Medien drängen sich ständig  Werbung und eingeblendeten Infos als Anschlüsse auf,  die oft nicht gewollt sind und Denken verhindern.

  240. Es macht einen Unterschied, ob man Photos ansehen muss, wo man schon war oder noch nicht war.

  241. Wir haben ständig Fußball gespielt, die Motivation war intrinsisch, wir wollten nur spielen. Eine symbolische Verdoppelung, z. B. in der Zeitung, fand nicht statt. Die Gefahr ist, dass die symbolische Verdoppelung wichtiger wird als das Original.

  242.  L., ein halbes Jahr alt, besucht uns mit den Eltern. In ihrem Blick ist das Wissen vieler Generationen und Kulturen. Faszinierend. Ihre Mutter will mir andauernd Bilder von ihr zeigen, ich will aber diesen lebendigen Blick.

  243.  Bei laufenden Bildern ist wenig Zeit für  Wahrnehmungen und für das Erinnern ( = den Inhalt einer Wahrnehmung im Bewusstsein halten). Laufende Bilder ansehen erzwingt Schwundformen der Wahrnehmung und Abwesenheit von selbständigen  Denken,  wenn der Film nicht einen bestimmen Denkschritt zum Thema hat. Beim lückenlosen Fernsehkonsum haben die Gedanken und die Wahrnehmungen keine Zeit, sich ins Innere zu begeben.

  244.  Wer den Fernseher anmacht, macht das Denken arbeitslos.

  245. Habituelles Fernsehen ist Ausdruck von grenzenloser Faulheit.

  246. Stundenlanges Fernsehen ist ständiges Überschreiben von Vorherigem ad infinitum. Das ist ein ständiger  Palimpsest.

  247. Sich berieseln lassen, heißt intellektuell wird nur ein Minimum an Anstrengung verlangt, vermittelt aber das Gefühl, Sinnvolles zu leisten. Ein Nichts  hält der Mensch  nicht aus.

  248. Bildliche Erinnerungen haben scharfe Grenzen, die man eigentlich nicht überschreiten darf. Begriffliche Erinnerungen strahlen über die Grenzen des Begriffs aus.

  249. Offensichtlich ist es faszinierend, wenn Bilder in elektrischen Medien aus dem Nichts plötzlich erscheinen, anders als bei Photos in Büchern. Photos und Buchstaben sind im Buch schon „immer“ da, zumindest im phänomenologischen Bewusstsein, in elektronische Medien erscheinen sie geheimnisvoll aus dem Nowhere.

  250. Digitalisierung reduziert die direkte Kommunikation zwischen Menschen. Also statt Mensch mit Mensch, nun  Mensch >Digitalisiertes< Mensch.

  251. Alles muss heute schneller gehen, um somit länger vor Unterhaltungsmedien sitzen zu können.

  252. Das zeitgemäße Ich verwendet viel Zeit für programmiertes Sehen, auch Zeit für orientiertes Denken, aber keine Zeit  für Denken auf Metaebene.

  253. Zehn Stunden Fernsehen lässt höchstens Zeit für kurze Urteile wie schlecht, spannend, langweilig, gute gemacht, …..aber es findet keine Verbindung mit seinem Ich und Bewusstsein statt.

  254. Digitale Bildung fördert  instrumentelles Wissen. Je mehr digitales Wissen, desto potentiell mehr Informationen, desto weniger Bildung

  255. Die Bildung des zeitgemäßen Menschen ist eine potentielle, aber real defizitär.

  256. Digitale Kommunikation und Telefonieren ist keine  face-to-face-Kommunikation. Die Ursache für ihre Verbreitung liegt in der dominierenden abstrakten Kommunikation. Sie ist kein Ersatz. Das Bedürfnis nach immer mehr elektronischen Unterhaltungsmedien ist umgekehrt proportional zu der weniger werdenden face-to-face-Kommuniktion.

  257. Weil lebendige Mensch-Mensch-Begegnungen immer  geringer werden, werden Bilder immer populärer, so dass Bilder schon oft als interessanter eingestuft werden als die Wirklichkeit.
  258. Leute, die  jeden Tag zehn Stunden vor dem Fernseher sitzen, müssten eigentlich ertrinken oder sie erschaffen um sich eine  unüberwindbare Mauer.

  259. Die Medien sagen sicherlich nicht immer die Wahrheit, aber die Wahrheit als absolute  Richtschnur darf nie aus den Augen verloren gehen

  260. Elektronische Medien verursachen   stark die Bewegungen von Zeichen, insbesondere von Bildern. Deshalb bleibt keine Zeit für Pausen und damit wortwörtlich für innere Bildung, dem Sich-Bilden. Anders gesagt: Stehende Bilder und „stehende“ Buchstaben in elektrischen Medien sind ein Widerspruch in sich. Hier muss sich doch eigentliches alles ohne Pause bewegen. Sie kennen keine Pausen und damit Zeit zum Bedenken. Deswegen machen sie dumm.

  261. In der medialen Kommunikation gibt es zwar oft ein formales Du, aber kein lebendiges.

  262. Landkarten erinnere ich besser als Google Maps.

  263. Faszination. Man will sofort wissen, wie etwas ausgeht.

  264. Elektronische  Medien habe strukturell kein Argument für Stillstand bzw. Pausen.

  265. Offensichtlich ist es faszinierend, wenn Bilder in elektrischen Medien aus dem Nichts plötzlich erscheinen. Anders als bei Photos in Büchern. Photos und Buchstaben sind im Buch schon „immer“ da, zumindest im phänomenologischen Bewusstsein, in elektronische Medien erscheinen sie aus dem Nowhere geheimnisvoll = ein Prozess.

  266. Digitalisierung reduziert die direkte Kommunikation zwischen Menschen. Also statt M >< M  M>Digitalisiertes<Mensch.

  267. Alles muss heute schneller gehen, um somit länger vor dem Fernseher sitzen zu können.

  268. Das zeitgemäße Ich verwendet viel Zeit für programmiertes Sehen, auch Zeit für orientiertes Denken, aber keine für das Denken auf Metaebene.

  269. Zehn Stunden Fernsehen lässt höchstens Zeit für kurze Urteile wie schlecht, spannend, langweilig, gute gemacht, …..aber es findet keine Verbindung mit seinem Ich und Bewusstsein statt.

  270. Digitale Bildung = instrumentelles Wissen. Je mehr digitales Wissen, desto potentiell mehr Informationen, desto weniger Bildung

  271. Die Bildung des zeitgemäßen Menschen ist eine potentielle, real defizitär.

  272. Digitale Kommunikation und Telefonieren ist stark reduzierte face-to-face-Kommunikation. Die Ursache für ihre Verbreitung liegt in der stark reduzierten face-to-face-Kommunikation. Sie sind kein Ersatz. Das Bedürfnis nach immer mehr elektronischen Unterhaltungsmedien ist umgekehrt proportional zu den weniger werdenden face-to-face-Kommuniktionen.

  273. Wer zehn Stunden ohne Unterbrechung vor dem Fernseher sitzt, hat zehn Stunden nichts Eigenes im Bewusstsein. Das ist auch eine existentielle Form der Armut. Das ist ein Abschied vom Leben und Wirklichkeit.

  274. Medien entwerten Wirklichkeit. Medien sind auch Motore. Sie ersetzen menschliche Fähigkeiten, die durch Nichteinsatz versiegen bzw. verlernt werden.

  275. Eine junge Familie besucht uns mit ihrem sechs Monate alten Baby, das ganz entzückend ist. Die junge Mutter drängt uns während des Besuchs auf ihrem Handy Photos von der Kleinen anzuschauen. Ich finde die Realität viel interessanter. Ich weiß dagegen, dass Wahrnehmungen von Wirklichkeit viele länger in der Seele „leben“ als entsprechende Photos.

  276. Die mediale und im Auto erfahrene Realität ist fiktiv.

  277. Wie ein Bauernkind im Mittelalter nur seinen Hof kennt, so ein Medienmensch nur die Zeichenwelt der Medien, d. h. er lebt in Zeichen (Wörter und Bilder, die per definitionem nicht sinnliche Wirklichkeit sind).

  278.   Fernsehen und Unterhaltungsmedien verhindern, dass man allein schon aus Zeitgründen sein Denkvermögen verbessert. Auch verdörrt die Einbildungskraft.

  279. Trump hat Twitter zu einem legitimen politischen Medium gemacht, dem effektivsten.

  280. Beim Film gibt es keinen Raum und Zeit für Reflexionen.

  281. Internet ist eine ökonomische Möglichkeit für kleine alternative Manufakturen.

  282. Fernsehgruft = Platons Höhle

  283. Fernseher anstellen ist die einfachste Form einer Tätigkeit

  284. Kommunikation mit lebendigen Menschen ist anstrengender als mit Zeichen (Wörtern und Bildern).

  285. Bilder und Filme sind Betrug, was man in einer Analyse der Sinnestätigkeiten belegen kann. In ihnen ist keinerlei Leben

  286. Unterhaltungsmedien ersetzen Lebensstätte. Unterhaltungsmedien ersetzen das Leben

  287. Eine Information ist nicht die Sache, sondern etwas anderes.

  288. Die Kinder im Restaurant hatten einen ungarischen Würfel statt Knopfdruckgeräte. Das ist die Differenz. Knopfdruckspiele und Unterhaltungsmedien machen dumm.

  289. Es gilt, die erste Wirklichkeit so weit wie möglich wirken zulassen und nicht durch die zweite, die zur Hauptsache aus Bildern besteht,  ohne Not zu ersetzen. Nur auf den Knopf zu drücken ist zu wenig.

  290. Medien schaffen eine zweite Welt, die ganz anders ist als die bestehende, aber von Menschen geschaffen.

  291. Physisch versus digital.

  292. Das Internet hat lenkende Kraft. Siehe Wahl von Trump und Amazon.

  293. Bei einem Vielseher  bricht nur noch Besuch den Fernsehkonsum.

  294. Informationen in Bildern verklausuliert wahnehmen ist noch keine Aneignung, ist verlorene Zeit für die Aneignung von Information. Informationen sind erst Voraussetzungen fürAneignung.

  295. Stundenlang Fernsehen über sich ergehen lassen ist vom Aneignungsertrag vergleichbar mit einem zugeschlagenen Buch auf dem Nachttisch.

  296. Der moderne Mensch kennt tendenziell nur ein Entweder-Oder.

  297. Konsumorientierte Menschen können und wollen nicht offen sein.

  298. Aus Fernsehgeräten kommt keine Gefahr, selbst nicht von Kriegsfilmen.

  299. Unterhaltungsmedien ersetzen das Leben.

  300. Eine Information ist nicht die Sache, sondern etwas anderes.

  301. Wie ein Schwein nur seinen Schweinekoben kennt, so ein Bauernsohn nur seinen Hof, so ein Medienmensch nur seine Zeichenwelt, d. h. er lebt in Zeichen (Wörter und Bilder, die per definitionem nicht sinnliche Wirklichkeit sind). Wann lebe ich am Tage in dieser sinnlichen Welt. Wann direkt oder indirekt in Erinnerung oder Phantasie?

  302.  Im Restaurant haben zwei Kinder einen ungarischer Würfel  statt Knopfdruckgeräte. Das ist die Differenz. Knopfdruckspiele und Unterhaltungsmedien machen dumm.

  303. Es gilt, die erste Wirklichkeit so weit wie möglich wirken zu lassen und nicht durch die zweite, die zur Hauptsache aus Bildern besteht,  ohne Not zu erseten.

  304. Signifikante können im Internet blitzschnell  ihren Ort, Grund und Form ändern.

  305. Medienmenschen reagieren, wenn überhaupt,  nur auf Medien..

  306. Was nimmt der Fernsehapparat bzw. die Filmkamera dem Zuschauer ab? Sowohl die Abstraktion von der konkreten Situation als auch die Abbildung aller Bewegungen im Film.  Die Kamera ersetzt die geistigen und körperlichen Bewegungen, so dass der Zuschauer  ständig im Sessel bewegungslos sitzen bleiben kann. Die Kamera im Film übernimmt meine Fähigkeit zum Gehen in die oder in der Welt und  die Fabrikation der Objekte. Das erzeugt  Faulheit, die nicht als Faulheit wahrgenommen wird – oft im Gegenteil als Bildungsarbeit.  Fazit: Wir sind nicht der Motor. Beim Motoreneinsatz sind nicht wir. Das ist die große Lüge bzw. das falsche Bewusstsein der Gegenwart.

  307. Was Gewaltbilder wohl mit den Seelen machen? Offensichtlich wird Gewalt, wenn sie  subjektiv als gerechtfertigt gilt, unterstützt.

  308. Der Verlust der Natur wird von der Mehrheit akzeptiert, denn wir haben die Natur  ja im Bild.

  309. Internet vermittelt eine reine Symbolwelt.

  310. Medien verhindern lebendige Kommunikation.

  311. Gibt es denn keine Sendung, die die Dauerfernsehenden von ihrer Fixierung erlöst?

  312. Physische und psychische Selbstheilkräfte basieren auf  elementare Eigenbewegung.

  313. Leben ist Eigenbewegung.

  314. Autonome Eigenbewegung ist Freiheit, Transportiertwerden ist Determination wie im Gefängnis.

  315. Gebt die Gabe der Eigenbewegung nicht ohne Not auf.

  316. Der  Fernseher kommuniziert  mit uns, wir nicht mit ihm. Das nennt man einen Monolog.

  317. Weil in der modernisierten Gruft Bilder flimmern, erkennt man nicht als Gruft. Die farbigen Blitzgewitter aus dem Fernseher wwerden als  Bilder interpretiert.

  318. Die Fensterrollos gehen runter und das  Kasperletheater kann bis weit in die Nacht beginnen, jeden Tag.

  319. Bei täglichem achtstündigen Fernsehkonsum muss der Menschen Verpanzerungen bilden.

  320. Die Google-Suchmaschine ist in der Lage, auch ein falsch eingegebenes Suchwort, wenn es in etwa richtig ist,  zu finden. Das ist eine Hilfe

  321. Twitter lässt schnell den Stil außer Kraft setzen, aber gerade Umwege schützen den Stil.

  322. Allen Bildern und Filmen ist das Leben genommen, sie enthalten keine Inhalte, nur noch Formen. Filme  laufen mechanisch ab.

  323. Es findet eine doppelte Täuschung statt, wenn im Auto visuelle Unerhaltungsmedien spielen.

  324. Manchmal sind die inneren Bilder stärker als die aktuelle Wahrnehmung.

  325. Nicht Sehen von Originalen, aber erst recht nicht Sehen vom Schein von Originalen ist  Erfahrung. Sehen ist körperlose Erfahrung.

  326. Medien entwerten die Einmaligkeit und den Wert der Dinge.

  327. Während der Bild- und Filmbetrachtung kann man fast nicht alternativ denken bzw. kritisieren.

  328. Es ist bereits für mich schwer, ohne Fremdeindrücke Wachheit auszuhalten, also einfach zu dösen, gewissermaßen das Bewusstsein leer laufen zu lassen. Das ist genau die Stelle, die Unterhaltungsmedien, Tabletts, Handys usw. ausfüllen.

  329. Was ist, wenn man ganz allein bei sich ist? Weder äußere Einflüssen noch verinnerlichte Medien wirken. Als leer wird ein solches Bewusstsein empfunden, wenn die eigenen Gedanken und Bilder  nicht mehr genügen, wenn man sich selbst nicht mehr traut.  

  330. Nur Leute, die ständig fernsehen, könnten berechtig sagen „Das habe ich (nicht) auf meinem Bildschirm

  331. Unterhaltungsmedien drängen die Wirklichkeit aus der wirklichen  Welt.

  332. Ernst Cassirer hat keine kritische Theorie für „schlechte“ Zeichen oder für Zeichenüberflutung

  333. Ohrenschmaus statt Bilderrausch.

  334. Stundenlanges Fernsehen ist eine modernisierte Gruft, an deren Wände ewig gleichen Bildsequenen ablaufen. Aber das merken, die „Bewohner“ nicht.

  335. Wer den Fernseher habituell anstellt, fällt in den Modus der Uneigentlichkeit, Faulheit, Bequemlichkeit, Dummheit

  336. Ständige Informationszufuhr ohne Aneignung machen unzufrieden und dumm

  337. Skip“ ist das wichtigste Zeichen im Internet, „off“ der wichtigste Knopf an Unterhaltungsmedien, um Autonomie zu ermöglichen.

  338. Dauerfernsehende sind in dieser Zeit Verstorbene.

  339. Während des Fernsehens hat die Einbildungskraft keine Funktion.

  340. Unterhaltungsmedien verhindern systematische und tiefe Reflexion.

  341. Fernsehen schafft  Leere, die nicht als Leere erkannt wird.

  342. Optische Wahrnehmungen sind keine Erlebnisse.

  343. Im Offline, also in der Realität, muss man die Elemente erkennen und in eine Ordnung bringen, im Online übernehmen das die elektronischen Medien.

  344. Vom Fernseher wird man nie persönlich direkt  in Frage gestellt, weil keine direkte Kommunikation stattfindet.  Das ist stressfrei und anstrengungslos.

  345. Stundenlanges Fernsehen lässt keine Informationen entstehen, da keine Zeit zur Formung da ist.

  346. Ein Fernseher ist kein sozialer Ersatz, denn schon eher Tiere oder sogar Pflanzen. Objektophilie merkt diesen Unterschied nicht.

  347. Ein Film ist wie ein Gegenstand eine Abstraktion (Hegel). Das Ganze ist die wirkliche Wirklichkeit.

  348. Aus dem Fernsehen kommen Salven von Farbblitzen. Das sieht man gut, wenn halbdurchlässige Rollos runtergezogen sind. Eigentlich müssten die Zuschauer sich erschrocken abwenden. Aber die Bilder verhindern diese Einsicht.

  349. Funktionieren Spiegelneuronen auch durch Medien? Ich vermute nicht, weil keine evolutionäre Basis.

  350. Warum ändert sich ständig die Bildeinstellung? Um Spannung zu erzeugen?

  351. Ein Sekundenzeiger läuft so schnell, dass man meint, eine kontinuierliche Bewegung zu sehen. Gibt es überhaupt Kontinua?  Nach Leibniz Natura non lipset.

  352. Ein Journalist muss nach besten Wissen und Gewissen das Wahre suchen, nicht die Meinung der Leser.  Dass die Wahrheit in der Mehrheit ruhe, ist Ausfluss eines demokratischen Missverständnisses.

  353. Beim Fernsehen, Medienkonsum, Autofahren, Lesen sieht  man grundsätzlich gerade aus,  nicht links, rechts oder nach oben. Diese Reduzierung hat sicherlich auch negative Folgen auf das Denken,

  354. Wer fernsieht, stellt keine Sinnfragen. Dazu ist keine Zeit.

  355. Tablet-News sind anstrengungslos konsumierbar und befriedigen immer, weil man aussuchen kann.

  356. Zwichen zwei Stunden telefonieren und stundenlangen Fernsehen, liegen drei Minuten im Aktivitätsmodus.

  357. Unsere Zivilisation hat nicht zu wenig, sondern viel zu viele Informationen. Das macht dumm.

  358. Bei den sozialen Medien muss man sich emotional keinerlei Zwänge auferlegen. Und das ist das Problem. Hier wird Unteres gesellschaftsfähig.

  359. Bildungswissen besteht aus der Gewinnung neuer oder Vertiefung bestehender Perspektiven.

  360. Im Buch oder Zeitung erscheint keine Werbung aus dem Nowhere.

  361. Unsere Zeitung wird insbesondere durch die Werbung, aber auch versteckt im Redaktionsteil,  tendenziell zu einer Autozeitung.

  362. Internet entgrenzt, mühelos kann man wechseln.

  363. Konzentrationsfördernd für den  Fernsehkonsum wäre: Zeitliche Begrenzung.

  364. Bei der Verkörperung eines Zeichens gehört der Zustand des Leibes bereits zur Materialität des Zeichens.

  365. Filme schaffen ständig fließende Bilderströme, so dass keine Zeit ist, diese zu bedenken. Begriffe sind auf Zeit still gestellt. Rein sinnliche Eindrücke ohne Begriffsbegleitung schaffen keine Erkenntnis, Wissen oder Information. Je mehr substantielle Begriffe die sinnlichen Eindrücke beleiten, desto informativer die Sendung.

  366. Ein Bild hat ein materielles Fundament, was absolut nichts mit dem Gemeinten zu tun hat.

  367. Man muss zwischen direkter und  indirekter Kommunikation  unterscheiden. Die direkte Kommunikation ist identisch mit der face-to-face-Kommunikation, die indirekte ist über technische Medien (von Zeitung über das Internet bis zu den Unterhaltungsmedien) vermittelt. Das Zeitzeichen der Gegenwart ist die  Dominanz der indirekten über die direkte Kommunikation.

  368. Ich war gestern Abend  extrem müde, aber auf meinem Tablett wäre ich noch in der Lage gewesen,  über Stunden in ihm nahezu bewusstlos herumzustöbern. Es ist für mich eindeutig: Die elektrische Energie in den Medien nimmt große Teile der inneren und äußeren Arbeit ab wie die Konstruktion des Bildes und die Abwicklung der Bilder im Film.

  369. In jeder Sendung oder Situation, sei es Fußball, Krimi usw. steckt immer ein Minimum an Sinn, mit dem man sich logisch beschäftigen kann.  Alle Handlungen machen für den Handelnden Sinn.

  370. In der öffentlichen Diskussion bringt kein Beitrag den unauflösbaren Zusammenhang zwischen  Eigenbewegung mit Umweltschutz, sondern nur mit Gesundheit. Das ist Ausdruck eines schlechten Individualismus.

  371. Medieninhalte sind haben keinen realen Ort. Deswegen wird die Suppe der eigenen Erfahrungen  dünner.

  372. Die gleichzeitige Mischung von wichtigen Informationen wie Politik und  Wissenschaft,  aber auch Trash i. w. S.  macht das Internet so gefährlich, weil man so leicht abgelenkt wird. Alle Informationen werden gleichwertig. Das war früher bei Zeitungen nicht so klar.

  373. Bei der Verkörperung (sowohl der  Zeichenkörper als auch der Leib des Zeichennutzers) eines Zeichens gehört der Zustand des Leibes bereits zur Materialität des Zeichens.

  374. Beim Fernsehen, Medienkonsum, Autofahren, Lesen guckt man nur noch eine bestimmte Entfernung gerade aus, nicht links, rechts oder nach oben. Diese einseitige Reduzierung hat sicherlich auch negative Folgen auf das Denken.

  375. Wer fernsieht, stellt keine Sinnfragen.

  376. Tablet-News sind anstrengungslos und befriedigen immer, weil man aussuchen kann, wo einem gerade nach dürstet.

  377. Zwei Stunden telefonieren, dann  für acht Stunden den Fernseher anmachen, dazwischen liegen drei Minuten. Wenn das kein timing ist!

  378. Unsere Zivilisation hat nicht zu wenig, sondern  zu viele Informationen. Das macht dumm.

  379. Bei den sozialen Medien muss man sich emotional keinerlei Zwänge auferlegen. Und das ist das Problem. Hier wird Unteres gesellschaftsfähig.

  380. Bildungswissen besteht aus der Gewinnung neuer Perspektiven oder Vertiefung bestehender.

  381. Im Buch oder Zeitung erscheint keine unangeforderte Werbung.

  382. Unsere  Tageszeitung wird durch massive Werbung tendenziell zu einer Autozeitung.

  383. Internet entgrenzt, mühelos kann man die Programme wechseln. Konzentrationsfördernd wäre die  Begrenzung auf wenige Programme.

  384. Elektronisch Unterhaltungsmedien sind technisch perfekt. Sie haben die angeblich  imperfekt erzählten Geschichten von Verwandten  verdrängt.

  385. Bilder bestehen  nur aus Oberfläche, nicht aus Inhalten. Die Wirklichkeit wird durch Schein ersetzt.

  386. Was ist es, was die elektronischen Medien so interessant machen, dass sie ohne Widerstand im Bewusstsein vieler Menschen die Wirklichkeit ersetzen? Eine Erklärung: Elektronische Medien übernehmen fast alle Bewegungen, die sonst der Betrachter selbst ausüben müsste. Die Bilder des Films dagegen sind „fertige Wahrnehmungen“,  eine Arbeit, die andere verrichten. Die  Arbeit der Einbildungskraft besteht darin, aus dem komplexen Ganzen der Wirklichkeit, eine subjektive, hoch reduktive Vorstellung herzustellen.

  387. In der heutigen Realität gibt es keine Spannung. Das leistet heute das Bewusstsein mit Hilfe der Unterhaltungsmedien.

  388. Zwischen Fernseher und Zuschauer besteht ein energetisches Gemeinsames. Ich vermute 90 Prozent liefert der Fernseher, 10 Prozent der Zuschauer.

  389. Das medientheoretische Apriori besagt, dass auch wir selbst Medien sind,. Das erklärt vielleicht auch, , warum es die technischen Medien so leicht haben, uns zu erobern.

  390. Nur wenn Buchstaben gelesen werden, nur wenn Bücher aufgeschlagen werden, sind sie lebendig.

  391. Images sind immer deskriptiv und normativ. Die Zuschauer bemerken in der Regel  das Normativ nicht.

  392. Im Internet surfen ist genau so geistlos wie täglich  vor den Fernseher zu sitzen.

  393. Im Film  lief  nur der Kameramann, während die Zuschauer im Sessel oder Sofa sitzen.

  394. Sie telefoniert stundenlang. Arbeitet sie für die Telefon-Fürsorge? Wie kann man sein Leben nur so banalisieren?

  395. Gute anspruchsvolle Literatur zwingt zum langsamen Lesen. Jedes Wort, jeder Satz will verstanden sein und genossen werden.

  396. Exzessiver Konsum von Unterhaltungssendungen  sind Ausdruck einer Flucht vor Problemen oder vor der eigenen Leere.

  397. Unterhaltungsmedien machen das Bewusstseinnoch leerer als es schon sowie ist.

  398. Die Sendungen der elektronischen Medien sind flüchtig. Medien sind das Gegenteil von Natur, Leben, Menschen, Wirklichkeit. Unterhaltungsmedien sind Entwicklungshemmer bzw. Zeitdiebe.

  399. Unterhaltungsmedien sind Entwicklungshemmer und Zeitstehler.

  400. Die Wahrnehmung ist höchst selektiv. Die Vorstellung (das innere Bild) ist nicht die vollständige Wirklichkeit. Realität ist abstrahierte Wirklichkeit.

  401. Kann man das Farbfernsehen nicht als bunte Leere interpretieren?

  402. Es ist offensichtlich das Bedürfnis eines jeden Menschen, sein Bewusstsein mit Inhalten zu füllen. Das reicht von wichtigen (Philosophie) bis blödsinnigen Inhalten. Der entscheidende Unterschied ist der Aktivitätsgrad. Lesen im Sinne von Weinlese ist harte Arbeit. Zählt hier nicht mehr der Bildungsbegriff, gibt es hier keine rationale Entscheidung mehr.

  403. Beim Filme ansehen und Autofahren gibt es für die Nutzer keine Notwendigkeit zur Eigenbewegung.

  404. Lesen isoliert zwar auch von der Umwelt, aber ermöglicht später vertiefte Erfahrungen und Erlebnisse

  405. Es findet momentan eine umfassende Mediatisierung der Gesellschaft statt, durch die endgültig Wirklichkeit ihre Bedeutung verliert.

  406. Im Film wird andauernd der Standpunkt gewechselt, den wir in der Wahrnehmung folgen, ohne einen einzigen Schritt zu gehen. Nicht Du, sondern der Film arbeitet.

  407. Genau besehen sind Bilder und Filme Fakes.

  408. Adressaten in Medien sind allgemein, nicht konkret und spezifisch

  409. Sie sitzen täglich abends bis zu zehn Stunden vor dem Fernseher. Sind sie an einem Medienforschungsprojekt angeschlossen und bekommt dafür Geld?

  410. Wer täglich zehn Stunden fernsieht, muss zur Hauptsache ausblenden.

  411. Man kann die Formen der Wahrnehmung einteilen in isolierte (Bilder, Filme, Zeichnungen, die mehr oder weniger große visuelle Ähnlichkeit mit der originalen Form haben) und untrennbar mit dem Inhalt verbundene Formen von realen Dingen, die wir mit allen Sinnen wahrnehmen. Auch vor den realen Dingen stehen wir immer nur „davor“, aber immer sind sie mit Sicherheit mit einem bestimmten Inhalt verbunden, während wir beim Bild mit Sicherheit davon ausgehen müssen, dass dahinter kein realer  Inhalt steht. Der reale Inhalt gibt noch zusätzliche sinnliche Impulse, die die isolierte Form nicht geben kann.

  412. Aus den Wahrnehmungen von lebenden Dingen, von Artefakten und von äußeren Bildern entstehen innere Vorstellungen. Innere Vorstellungen vermitteln nur deren Form. Zu meinen, diese seien reale Ganzheiten, ist eine existentielle Täuschung. Zu meinen, äußere Bilder und Filme seien existentielle Ganzheiten, ist eine doppelte Täuschung, denn Bilder sind von Anbeginn Täuschung: Ein Bild ist bestemfalls die Form einer Form.

  413. Das Bild ist festgestellt und damit tot. Das Wort bzw. Begriff ist dynamisch mit den Inhalten des Bewusstseins verknüpft und damit lebendig.

  414. Gut ist, dass Zeitungen nicht einseitig sind, sondern den Leser zwingen, auch Gegenpositionen zur Kenntnis zunehmen, was ihn oft ärgert. Im Internet kann man für Einseitigkeit sorgen.

  415. Zu viele Informationen verhindern Bildung. Grenzen schaffen Lebensqualität. Hier gibt es ein Optimum.

  416. Schwierige Texte lesen führt zur Konzentration oder Müdigkeit, oberflächliche Bild- und Filmbetrachtung  zur Verminderung der Konzentration.

  417. Bilder haben kein Dasein.

  418. Unterhaltungsmedien schaffen akustische und visuelle Unterforderung, die oft nicht verstanden werden kann, weil sie  keinen oder wenig Sinn enthält.

  419. Offline versteht man oft viel besser“ (FAZ). Online zestreut die Aufmerksamkeit, statt sie zu konzentrieren. Es besteht die Gefahr, vom eigentlichen Thema ständig abzugleiten.

  420. Die  ideale Lösung: Die Programmvielfalt kann bestehen bleiben, aber die Programmzeit sollte auf alllen Sendern zur gleichen Zeit auf drei Stunden beschränkt werden.

  421. Bildmedien fördern nicht die Intelligenz.

  422. Im Fernsehen gibt es keine Kritik des Fernsehens, deswegen kann diese nicht entstehen, selbst wenn man täglich zehn Stunden vor dem Fernsehapparat sitzt.

  423. Nur das Wort durchdringt die Oberflächen von Vorstellungen und Bildern.  

  424. Sie kennt zwar keine Nachbarn, aber dafür viele Fernsehstars. Er kennt in seiner   Stadt nur die zwei großen Einkaufszentren am Stadtrand und die Autostraßen, die direkt dorthin führen.

  425. Medien ersetzen eigene Erfahrungen und  verhindern Eigenes.

  426. Nur innere Vorstellungen von lebendigen Prozessen wirken, weil sie doppelt lebendig sind, innerlich und äußerlich. Es besteht ein kategorialer Unterschied zwischen der  Wahrnehmung von Wirklichem und Abbildungen.

  427. Wer jeden Tag zehn Stunden vor dem Fernseher sitzt, muss  amerikanisch denken und fühlen.

  428. Ist Wirklichkeit nur eine Frage der Medien? Für Mediensüchtige  entsteht erst Wirklichkeit, wenn es im Fernsehen erscheint. Aber im Fernsehen ist Wirklichkeit nur in homöopathischen Größen, wenn überhaupt, vorhanden.

  429. Fernsehen und Medien sind grenzenlos – und das ist ein Problem.

  430. Es finden ständig Palimpseste (Überschreibungen) statt.

  431. Wir leben immer mehr in einer Welt der Zeichen.

  432.  Nach der Lektüre von Zimmer mit Aussicht hat der Regisseur dieses Buch in Bilder mit Hilfe seiner Einbildungskraft umgesetzt und den Film gedreht. Die Filmbesucher können das nicht, sondern sie können nur die Bilder des Regisseurs rekonstruieren. Die in dieser Aussage enthaltendende  Kritik bezieht sich nur auf das Stillstellen der Einbildungskraft, nicht auf eventuelle Folgen der Bilder auf Emotionen und Kognitionen.

  433. Photographien haben nur die Funktion, Erinnerungen der Beteiligten wieder zu beleben. Aber keinerlei kognitive Kenntnisse für Menschen, die nicht das Photo aufgenommen haben oder abgebildet sind. Fotos repräsentieren nicht primär, sondern bestätigen, dass man „da“ war.

  434. Wörter (Begriffe) bilden mit dem Gehirn viel eher eine dynamische Synthese als Bilder, die irgendwie fremd im Gehirn bleiben, zumindest sind sie dort nicht veränderbar.

  435. Eine Ursache zunehmender Gewalt liegt in den Medien (auch in ihrer Art der Erzeugung von Passivität), aber natürlich auch in den Inhalten von Krimis, Photos und Filme von Zerstörungen, Gruselfilmen.

  436. Das Internet ist der kurze Weg,  Emotionen zum Ausdruck zu bringen.

  437. Viele Medien erschweren, ja verhindern Bildung. Der Bildungsprozess verläuft linear, wobei auch Breite linear dargestellt werden muss – und das ist ein Problem.

  438. Die Differenz reflektieren: Ich sehe einen Gegenstand oder Ich fühle einen Gegenstand.

  439. Ein Segen: Um ca. 23 Uhr brach heute  das Stromnetz zusammen. Das ist für die ständigen Fernsehenden die Wiedergewinnung der Dunkelheit und Wirklichkeit.

  440. Fernsehen und Unterhaltungsmedien machen dumm, weil  alle Sendung isolierte Darstellungen von etwas sind und keine Vertiefung stattfindet, d. h. kein spiralförmiges Curriculum liegt vor

  441. Zukunft der Medien: jeder nutzt sie, jeder kann sie durch eigene Beiträge mitgestalten – und manipulieren.

  442. Bilderfluten negieren den Wert der einzelnen Bilder. Für Reflexion ist keine Zeit. Wirklich sehen und reflektieren sind zwei getrennte Vorgänge, die nicht gleichzeitig durchgeführt werden können

  443. Was nicht bedacht wird: elektronische Medien nehmen dem Bewusstsein beim Betrachten von  Filmen viel Arbeit ab. Das ist der Unterschied, wenn ich real einen Hund laufen sehe und dann die gleiche Situation im Film.

  444. Natürlich ist auch jede visuelle Wahrnehmung eine Abstraktion, aber eine subjektive.

  445. Im Zug und im Auto nimmt man die Landschaft nicht wahr, aber man kann wie Heidegger während der Zugfahrt darüber sinnen.

  446. Sollen die  großen Photos in der FAZ die Grenzen des Photos transzendieren? 

  447. Bilder sind zuallererst unveränderliche Oberfläche; Begriffe müssen dynamisch sein, weil sie sich mit innere Gedanken sich verbinden müssen.

  448. Weiterbringendes Wissen ist  immer Wesenswissen bzw. Ideenwissen.  ,

  449. Vielleicht muss Demokratie inhumane und blödsinnige Aussagen in den Medien ignorieren. Aber wie lange und wer entscheidet das?

  450. Auf der Veranda der autofreien Siedlung kann man unbemerkt viele Kinder ohne Eltern spielen sehen. Das ist interessanter als Fernsehen.

  451. Was im Gehirn ist, ist bereits verkörpert.

  452. Das Ganze können wir nur mit Hilfe von Zeichen ausdrücken.

  453. „Sie mögen es bunt“. Das hängt wahrscheinlich mit dem Fernsehkonsum zusammen.

  454. In den Unterhaltungsmedien ist viel zu viel inhaltliche und technische Bewegung.

  455. Medien beschädigen die Vernunft. Auch hier gilt „The medium ist the message.“ (McLuhan).

  456. Schwierige Texte lesen löst Kraft, nicht Müdigkeit aus.

  457. Wer jeden Abend acht und mehr Stunden vor dem Fernsehapparat sitzt, ist faktisch Amerikaner auf Trashniveau. Er würde auch amerikanisch sprechen, gäbe es keine Synchronisation.

  458. Man kann Wirklichkeit wie ein Bild inszenieren.

  459. Bilder und inszenierte Wirklichkeiten verengen drastisch den Raum für kritisches Bedenken. Bilder nehmen Gedanken nicht nur gefangen, sondern nehmen ihnen auch ihre Lebendigkeit, während das Wort ständig lebt.

  460. „Der Krieg der Gegenwart braucht keine Literatur mehr, braucht keine hochgestimmten Heldengesänge, keine von Schriftstellern mit Feuereifer gehaltenen partriotischen Reden. All das ist sei dem Spätsomer 1914 ein für allemal vorbei. Heute und in Zukunft braucht der Krieg (und nicht nur dort,  BM) Photographien, er braucht Filme – aber schnell“ (Marcel Beyer, FAZ 12. 7.18).

  461. Erklärung für den Konsum von gruseligen Krimis und entsprechenden Filmen wie Tatort: Das ausschließliche Leben in der oberflächlichen  Konsumwelt ist reizlos. Der Konsument spürt sich nicht mehr selbst. Gruseln oder Ritzen schaffen, sich selbst zu spüren

  462. „Die Person habe ich nicht mehr auf meinem Bildschirm“ statt „An sie kann ich mich nicht mehr erinnern“. Das ist zumindest die sprachliche Ersetzung des Lebens durch Technik.

  463. Eine Photographie ist eine Abstraktion. Dagegen muss das Gehirn in der  Wahrnehmung von realen Prozessen diese Abstraktion erst leisten, um zu erkennen. Beispiel: Ich stehe vor dem Schrank und  finde eine bestimmte Salbe nicht. Auf einem Photo würde ich dieselbe  Salbe sofort und anstrengungslos erkennen. Warum? Das Photo hat für mich diese Abstraktionsarbeit geleistet,  und das erfordert Anstrengung und fördert die geistigen Fähigkeiten. Beim Wort  dagegen  wird vom Bewusstsein die Arbeit gefordert, einen abstrakten Begriff wie „Hund“  mit der Vorstellung eines konkreten Hundes in Verbindung zu bringen. Das leistet die Einbildungskraft, die verkümmert, wenn das Gehirn nur noch mit Bildern konfrontiert wird.

  464. Ein Römer konnte tausendmal ins Kolosseum  gehen, um Morde zu sehen, aber er kam nicht schlauer raus. Heute sind es Unterhaltungsmedien wie Tatort, die nun dem Nervenkitzel dienen und dem guten Gefühl Ich bin nicht dabei. Gleiches gilt für das Autofahren, denn Autofahren scheint auch immer ein gewisses Spannungszustand zu sein.

  465. Ich kenne inzwischen genug Fernsehfußballzuschauer, die noch nie einen Ball vor ihren Füßen gehabt haben. Das war 1954 anders.

  466. Dieses massive Bombardement mit bunten Bildern hat es in der Evolution nie gegeben. Im Theater vielleicht für drei Stunden.

  467. Zum Internet: Alle Zeichen der Welt werden bald in Sekundenschnelle jedem zur Verfügung stehen. Aber all die Zeichen sind keine Wirklichkeit, sie verweisen nur auf diese. Das Materielle der Zeichen hat nichts Gemeinsames mit der Wirklichkeit, sondern es verweist nur auf diese.

  468. „The medium ist the message“ (Mcluhan). Auf dieser Ebene kritisiere ich das Fernsehen und seinen Konsum, nicht primär auf Programmebene.

  469. Wörter (Begriffe) bilden mit dem Gehirn viel eher dynamische Synthesen als Bilder, die irgendwie fremd im Gehirn bleiben, zumindest sind sie dort nicht veränderbar.

  470. Äußere Bilder, egal ob analog oder digital produziert, sind tot.

  471. Das äußere Bild ist unveränderlich starr, die Wahrnehmung und die Vorstellung (also innere „Bilder“, die aber keine sind) sind dynamisch, also veränderlich.

  472. Analoge und digitale Verfahren schaffen auf der Erscheinungsebene identische Phänomene.

  473. Der Fernseher läuft und läuft, aber die vor ihm sitzenden Menschen nicht.

  474. Das Bild, obwohl im Sehen scheinbar konkret, ist eine riesige Reduktion, nämlich „entlebendigt“.

  475. Warum nicht elektronische Abschaltvorrichtung an Fernseher anbringen, die nach dreistündigem  Fernsehkonsum den Apparat automatisch abschalten?

  476. Äußere Bilder  im Bewusstsein beherrschen es. Es findet keine Relativierung statt. Äußere Bilder beherrschen das Bewusstsein, machen es unfrei, auch starr.  

  477. Das Internet ist dem Denken nicht freundlich gesinnt. Theoretisch ja, aber nicht in der konkreten Praxis, denn es verhindert (in sich) die Konzentration der Nutzer. Das Internet ist der Gegner der Konzentration. Das Internet verhindert instives systematisches Denken. Es erzeugt nur den Schein der Konzentration,  ist real aber ein ständiges Fliehen.

  478. In den elektrischen Medien sind wiederum viele Medien enthalten, z. B. hundert Sender, im Buch ist es in der Regel nur ein (1) „Sender“.

  479. Bilderfluten negieren den Wert von einzelnen Bildern.

  480. Das inwendige Offensein zur Welt ist fruchtbar. Moderne Reisende und habituelle Fernseher haben nur „außerwendige“ Offenheit und das ist letztlich Reduktion.

  481. Lesen, Bilder und Filme  erhöhen die Anzahl der Symbole und reduzieren Referenzerlebnisse.

  482.  Obwohl beim Schreiben nur der Subjektpol aktiviert wird,  ist es produktives Leben.

  483.  Die Unvertretbarkeit wahrer Empfindungen ist eine existentielle Einsicht.

  484. Auto und Fernsehen lassen prinzipiell wenig Raum für Reflexion.

  485. Wer jeden Tag abends stundenlang den Fernseher anstellt, muss im Kopf sehr leer sein, aber die Rechnung geht nicht auf: Das Gehirn wird nicht gefüllt, sondern eher entleert.

  486. Die Bilderfluten, die das Gehirn  der Zuschauer bei stundenlangem Fernsehen belasten, sind unnatürlich. Das Gehirn  hat gerade noch Zeit, einige markante Inhalte zu identifizieren, aber nur in der kürzesten Zeit, denn gleich danach folgt die nächste Bilderflut..

  487. Ein Palimpsest übertüncht wie das ständige Fernsehen Erinnerungen. Beim Fernsehen hat die Erinnerung fast keine Chance, die jeweilige Sendung zu durchbrechen.

  488. Bei täglichem mehrstündigen Fernsehkonsum muss das Gehirn in den Sparmodus umschalten, um mit der Bilderflut klar zu komen. Hauptaufgabe des Gehirns ist dann Verdrängung, was ja eine Art der Selektion ist.

  489. Natürlich kann ein einzelnes gutes Bild  besser sein als die Vorstellung durch die entsprechende Einbildungskraft. Ich bin also gegen Bilderfluten mit scheinbaren, konstruierten Höhepunkten wie Sport, Krimis usw.

  490. Die elektronischen Medien bilden ein Gefängnis, was die Nutzer  aber nicht als Gefängnis erkennen – im Gegenteil. Es ist ein unsichtbares, gläsernes Gefängnis.

  491. Die Wirklichkeit im Film und im Theater. Das ist die Differenz.

  492. Ein Bild ist eine Reduktion des Visuellen und  eine Abstraktion  von allen anderen Sinneswahrnehmungen.

  493. Wenn ich die Wahl habe zwischen einem Buch und  Tablet, ist meine Entscheidung immer für das Buch.

  494. Medien vermitteln kein Leben, sind kein Leben, sondern nur Leben als Schein. Die große Frage ist, wie viel Realität enthält der Schein?

  495.  Bilder und mein Leben einschließlich meines Bewusstseins sind sich fremd. Im Wort, auch wenn es nicht direkt mit mir zu tun hat, ist doch in meinem Bewusstsein verwurzelt.

  496. Negatives Merkmal der elektronischen Medien ist ihre prinzipielle Grenzenlosigkeit.

  497. Für mich unverständlich: Im Urlaub den Fernseher anzumachen.

  498. Von außerhalb gesehen sendet ein laufender Fernseher nur Blinklichter aus, aber ist das nicht  sein wahres Wesen?

  499. Der Sinn in der Tiefe von Wörtern entspricht Glockengeläut (Dehmel). Das schafft eine andere Klarheit und Deutlichkeit. Wörter  wollen in die Tiefe, Bilder meistens in die Breite. Das entspricht vertikal versus horizontal.

  500. Medialisierung  schafft wirkliche Wirklichkeit durch Ersetzung ab. Zeichen verweisen zwar auf Wirklichkeit, sind es aber nicht. Heute sind die Zeichen tendenziell die Wirklichkeit.

  501. Zeichen ersetzen die Wirklichkeit. Autos reduzieren  drastisch die Wirklichkeitserfahrung  und die Eigenbewegung.

  502. Immer werden nur Geschichten erzählt. Geschichtenlosigkeit ist nicht ertragbar. Das erklärt auch die Faszination der Unterhaltungsmedien.

  503. Ob etwas analog oder digital hergestellt wurde, ist von den negativen Auswirkungen gleich schlecht. Aber durch die digitale Herstellung ist alles sehr schnell überall in unbegrenzter Menge vorhanden.

  504. Elektronische Medien leeren in der Regel das Gehirn, füllen es nicht. Das Gehirn kann die Fülle der Bilder nicht aufnehmen, resigniert deswegen und daraus entstehten Kraftlosigkeit und Leere.

  505. Auch ein Photo ist nicht objektiv, weil es an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist. Aber es geriert sich als objektiv. In der Malerei erkennt man gut den qualitativen Wert der Vielheit der Subjekte.

  506. Virtuelles hat keine Ausdehnung, keine Masse und damit kein Gewicht

  507. In elektronischen Medien kann ich den Text oder die Bilder im Bruchteil einer Sekunde ohne eigene innere und äußere Anstrengungen durch andere vertauschen. Das ist ihre Faszination.

  508. Fernsehen: Man meint, in der Welt zu sein, ist es aber nicht, sondern nur in einer virtuellen. Virtualität ist selbst immateriell.

  509. Ein großer Unterschied: äußere Bilder mit Rahmen  vs. innere Vorstellungen ohne Rahmen.

  510. Die Wirklichkeit hat sich in Richtung Medienwelt verändert.

  511. Medialisierung schafft Wirklichkeit ab und ersetzt sie durch Zeichen.  Zeichen verweiseun auf Wirklichkeit. Heute sind die Zeichen bereits für viele die Wirklichkeit. Eine Folge davon ist das Überflüssigwerden der Eigenbewegung: Man geht nicht in die Wirklichkeit, sondern die Wirklichkeit in Form von Zeichen kommt zu einem.

  512. Reale Menschen haben Schicksale, Filmmenschen nicht, denn sie sind idealisierte Abstraktionen.

  513. Im Film bewegen sich die Gegenstände nicht selbst, sondern werden von Elektrizität bewegt. Das ist keine lebendige Bewegung, also eine Täuschung. Da die Erdbewegung die primäre ist, ist Eigenbewegung eine Bewegung in der Bewegung, also eine Sekundärbewegung. Die Eigenbewegung abstrahiert von der Erdbewegung. Die Fremdbewegung von der Eigenbewegung und Erdbewegung.

  514. Elektronische Medien leeren in der Regel das Gehirn, füllen es nicht

  515. Ein Fernseher bleibt schwer „stehen“, ein Lesevorgang schon eher. Beim Lesen hat man also mehr Freiheit als beim Fernsehen. Man hat Zeit zum Bedenken und sollte diese in Anspruch nehmen.

  516. In Bilderfluten wird die Einbildungskraft überflüssig

  517. Ein Photo einer Person oder eines Dinges dokumentiert zur Hauptsache ihr Daß, d. h. sie existiert(e).

  518. Mitbekommen, dass der Filmheld überlebt, ist reine Daß-Erkenntnis. Selten Was- und Wie-Erkenntnisse

  519. Der PC ist attraktiver als Wirklichkeit, denn er transzendiert diese über die sinnlich erfahrene Wirklichkeit hinaus.  Der PC ist im Schein über Zeichen potentiell mit der ganzen Welt verbunden.

  520.  Schein und Wirklichkeit haben auch etwas Gemeinsames.

  521. Bilder und Filme ansehen, ist in der Regel keine Aneignung von Erkenntnissen.

  522. Schon drin? Eine apriorische Theorie: wer im Bewusstsein nicht über viele Bedeutungen verfügt,

  523. Zwei Lebensweisen: a) vita activa, zu der auch die vita contemplative gehört und b) vita passiva, wozu ich den Konsum von Unterhaltungssendungen zähle.

  524. Elektronischer Medienkonsum hat kein Äquivalent  der Welt, die Bedeutung haben oder Fragen auslösen oder Veränderungswillen in Gang setzen. Deswegen werden alle Hoffnungen auf die noch vor dem Einstellen unbekannten Bilder gelegt. Man hofft, dass das Gehirn jetzt aufgefüllt wird. Das mit bedeutsamen Weltdingen gefüllte Gehirn hat eben zuallererst Weltfragen.

  525. PC hat für mich drei Funktionen nach Wichtigkeit geordnet: a) Schreibmaschine, b) Informationsmedium, c) selten Unterhaltungsmedium

  526. Wenn Energie die Arbeit des Gehirns verrichtet, entsteht Passivität, das auf Fernsehen und Autofahren angewiesen ist. Aber Energie vergrößert den Informationsbereich, aber diese müssen erst mit Eigenkraft angeeignet werden.

  527. Fernsehen ist im habituellen Gebrauch maximale Unterforderung im Gegensatz zu anspruchsvollen Texten.

  528. Bilder an sich sind grundsätzlich begriffslos, also erkenntnismäßig leer

  529. Auto und Fernsehen haben denkbar schlechteste Wirkwelt und meistens eine schlechte Merkwelt.

  530. Ein (äußeres, objektives) Bild hat (fast) nichts mir dem Dargestellten gemeinsam. Die Bedeutungen entstehen erst aus „Resten“ , die bereits als Erinnerungen und Erfahrung im Gehirn vorhanden sind.

  531. Vorstellungen, obwohl lebendig, sind begrenzt - im Gegensatz zum Begriff, der im Alltag von einer Sinnmitte aktiviert wird.

  532. Die Attraktivität des Internets besteht darin, ständig zu  Informationen in Raum und Zeit zu gelangen.

  533. Sie fährt zu ihren Verwandten in den Bayrischen Wald und sieht dort jeden Tag stundenlang dieselben Serien, die sie seit nun Jahrzehnten jeden Tag zu Hause sieht.

  534. Auf dem Bildschirm ist nichts, was es darstellt. Das so genannte Bild besteht nur aus dem, was der Zuschauer in seinem Gehirn aktivieren kann, falls Zeit vorhanden ist. Ist im Gehirn viel an Erinnerungen und Erfahrungen, kann es relativ viel aktivieren. Aber, wenn wenig, bemerkt der Zuschauer diese  Dürftigkeit nicht.

  535. Das Wort (der Begriff) hat eine allgemeine Bedeutung, das Bild ein konkrete Bedeutung.

  536. Vermutung: Das Leben bildet ein Kontinuum (= analog). Das Bild ist tot, weil digital generiert besteht es  aus separaten Elementen. Man bemerkt nicht diesen Unterschied, aber er wirkt, weil das Kontinuum zerstört wurde. Durch die Schaffung von diskreten Elementen gehen viele Informationen, die an dieser Stelle des Kontinuums sich befinden, verloren.

  537. Nie innere Vorstellungen und Wahrnehmungen mit äußeren Bildern gleichsetzen, denn das ist der Unterschied zwischen Leben und Tod.

  538. In der Nachkriegszeit war die lebendige Kleinstadt unser Fernseher – und wir haben nichts vermisst.

  539. Geist ist geformte Kraft, elektronische Medien senden geformte Energie.

  540. Ob ein bestimmtes Buch auf dem Tisch liegt oder ein Tablet, macht einen großen Unterschied. Erst wenn man abstrahiert, verschwindet dieser.

  541. Kindheit  in zwei Welten: in der realen Welt und in der Medienwelt. Hoffentlich bemerkt es diesen Unterschied.

  542. Die Wirkwelt ist entscheidend für die Bewertung von Wirklichkeit und Medien.

  543. Die Dominanz der Merkwelt über die Wirkwelt im Schein öffnet breit das Tor für Ideologien im Sinne von falschem Bewusstsein wie Nazis, IS und Konsumwelt.

  544. Die sinnliche Wirkwelt ist konkret, die geistige Merkwelt ist offen für gut und schlecht.

  545. Ein Wildnis-Garten wirkt, egal ob man es bemerkt oder nicht. Die Merkwelt wirkt immer, aber man bemerkt oft nicht ihre Wirkungen.

  546. Es gibt eine natürliche, soziale und kulturelle Umwelt, die immer wirkt, aber nur teilweise bemerkt bzw. gedeutet wird. Es gibt gute und schlechte „Kuchen“.

  547. Bilder  sind Symbole, die  sinnlich wahrgenommen werden und dann, gespeist aus Erinnerungen und Phantasie, Täuschungen auslösen, die nicht aus dem Dargestellten bestehen.

  548. Die Erinnerung ist ein Zwitter, real und nichtreal.

  549. Der Vertreter (Beruf) von heute ist digital und analog zugleich (FAZ).

  550. Gut und wahr sind Medien nur dann, wo sie den Nutzern Freiheit lassen. Die Freiheit, autonom zu sein, so auch nicht Einschalten.

  551.  Beim Fernsehen ist nicht der Zuschauer der Aktive, sondern die Energie des Fernsehers.

  552. Aber immer erscheint eine räumliche, zeitliche oder grundsätzliche Erkenntnisgrenze, das Ding an sich ist uns nicht zugänglich.

  553. Begriffslose Stille kann  sehr wertvoll sein.

  554. Unterhaltungsmedien verhindern  reale Unterhaltungen.

  555. Ich vermag nicht, den Anteil von elektrischer Energie beim Wahrnehmen und  Lernen wie beim Fernsehen zu bstimmen. Aber ich kenne Menschen, die jeden Abend zehn Stunden in einem Stück vor dem Fernseher sitzen, aber nicht in der Lage sind, eine halte Stunde einen anspruchsvollen Text lesend zu verstehen. Daraus schließe ich, dass ca. neunzig Prozent der wesentlichen Aufnahmearbeit vom Fernseher, nicht von den Zuschauern geleistet werden.

  556. Wenn Bewegungen motorisiert sind, sterben die inneren bzw. werden überflüssig.

  557. Warum ertrinken die Vielseher eigentlich nicht in den Bilderfluten?

  558. Informationsaufnahme ohne eine möglichst reflektierte Stellungsnahme ist keine.

  559. Bilder, Filme, Fernsehen haben  keine Freiheit. Sie verändern sich nie in Freiheit.

  560. Autos und  elektronische Unterhaltungsmedien sind Kontaktvernichter. Aber der Kontakt wird nicht erst im Kontakt, sondern bereits vorher im Kopf vernichtet.

  561. Im Verstehen der Schrift ist viel Eignes nötig, so dass die Bedeutungen der Schrift relativ lebendig werden. Bei den Bilderfluten passiert das fast nicht.

  562. Jeden Tag dösen vor den Fernsehapparaten stundenlang leere Iche. Wer stundenlang vor dem Fernsehapparat sitzt, muss dösen. Aber es ist ein Unterschied, ob ich gelenkt vor dem Fernsehapparat döse oder medienfrei vor mich hindöse und meinen Gedanken im freien Lauf schweifen lasse.

  563. Wichtig ist die Unterscheidung der Medien in Informationsmedien und Unterhaltungsmedien. Ich sehe den entscheidenden Unterschied in dem Motiv der jeweiligen Nutzung: Wenn ein Medium angestellt wird, um an eine bestimmte Information zu kommen, ist es ein Informationsmedium, wenn man es anstellt nach der Devise  Mal gucken, was „drin“ ist, dann ist es ein Unterhaltungsmedium.

  564. Gerade in der Natur entwertet das Internet deren Einzigartigkeit. Übrigens auch Motore.

  565. Die sprachliche vollzogene Umkehr von Klassik zu Trash: In NDR-Kultur kommentiert die Sprecherin nach einem Stück von Antonín Dvořák: „Diese Musik ist fast filmreif“, d. h. noch nicht ganz, aber die Richtung Filmmusik stimmt.

  566. Auf dem Bildschirm gibt es außer dem Bildschirm keine Wirklichkeit.

  567. Dualismus: äußere objektive Bilder und innere subjektiver Vorstellungen. Es ist falsch, auch letztere als Bild zu bezeichnen.

  568. Wie beim Autofahren wird beim Fernsehen die Hauptarbeit von externer Energie geleistet.

  569. Wirklichkeitsersetzungen durch Bilder und Autos zwingen fast zur sitzenden Lebensweise.

  570. Elektronische Medien und Fernsehapparat kennen keine Müdigkeit.

  571. Hier wird der Unterschied von Wirkwelt und Merkwelt wichtig. Die Wirkwelt ist relativ konstant, die Merkwelt kann rasend schnell sich ändern

  572. Die Differenz zwischen künstlich-medialer und wirklicher Wirklichkeit ist lebensentscheidend.
  573. Bilder verbergen ebensoviel wie sie zeigen: Claritas versus Obscuritas. Aber in phänomenologischer Sicht sind alle Wahrnehmungen und Erkenntnisse Schein, nicht Sein im Bewusstsein.

  574. Bilder zeigen nicht das Leben. Zwischen beiden besteht ein Hiatus.

  575. Ich sitze mit einem jungen netten Mann acht Stunden in der Bahn zusammen. In den ersten zwei Stunden hat er ein Kriegspiel laufen, dann sechs Stunden lang einen Wildwestfilm mit viel Schießerei. Was mag in seiner Seele vorgehen?. Gegen elektronische Medien ist man im Gebrauch offensichtlich relativ wehrlos.

  576. Der Zugang zu wertvollen Texten über elektronische Medien wie Gutenberg und Wikipedia ist ein großer Fortschritt in der Menschheitsgeschichte.

  577. Die Moderne verabsolutiert die visuelle Wahrnehmung.

  578. Auf dem Bild sieht man real Formen und Farben, die nicht aus dem Dargestellten kommen. Aber trotzdem kommen die die „Veränderungen“ auf dem Photo kausal von äußeren Objekten, aber diese sind  nur visuell. Ihr Anteil am Gesamteindruck ist wohl  relativ klein.

  579. Die Optik erzeugt Schein, der stimmt, aber der Schein ist nicht die Wirklichkeit, in ihm ist das Leben eliminiert. Der Schein ist etwas Totes. Der Schein ist körper- und materielos, also nur „schlechter“ Geist.

  580. Erinnerung, Träume, Denken, Wahrnehmungen usw. sind innerer Schein, der wertvoll ist, weil er mit Körper und Geist eine Einheit bildet. Er ist lebendig. Bilder sind grundstätzlich, außer Kunst,  nicht wertvoll, wenn sie  die lebendige Wahrnehmung ersetzen.

  581. Je medienorientierter, desto mehr „fabrizierte“ Ganzheiten.

  582. Der moderne Mensch hält es nicht lange bei sich allein aus, deswegen der ständige Medienkonsum.

  583. Viele Photos von Kindern werden heute nach dem Modell von trashigen Commedyserien gemacht: Je mehr Faxe, desto besser. Nicht das Wesen und die  Seele indirekt sichtbar zu machen, ist das Ziel.

  584. Er raucht jeden Tag 70 Zigaretten und sie sitzt jeden bis zu zehn Stunden ohne Unterbrechung vor dem Fernseher. Beide sind krank.

  585. Den Unterschied zwischen Eigen- und Fremdbewegung begreift man, wenn man eine Donaufahrt mit dem Schiff oder mit dem Rad an der Donau macht. Das Mehr der primären Erfahrungen wären Wärme, Gerüche, Naturlaute, die subjektive Verarbeitung der Sinnesreize und die Empfindungen in den Muskeltätigkeiten.

  586. Fernsehkritik ist auch Bildkritik.

  587. Die Zeichendinge sind sehr einfach, außer Minuskeln.

  588. Bilder „entinhaltichen“, d. h. die Wahrnehmung  von Bildern zeigt nur ihre Form aus einer (1) Perspektive. Die Form ist längst nicht das Ganze. Formen  täuschen, wenn man meint, sie würden das Ganze vermitteln. Man nähert sich dem Ganzen, wenn man auch die anderen Sinnesorgane handelnd mit dem Gegenstand eingehen lässt, also Streicheln, Hochheben, Riechen, Schmecken usw. Entscheidend ist erst der Umgang mit lebendigen  „Dingen“, möglichst mit allen Sinnen in langen Zeitabständen, also direkte Objektbegegnung. Das impliziert auch massive Eigenbewegung, denn über die muskuläre Tätigkeit kommen entscheidende „Informationen“.

  589. Sehen zur Dingerkennung erfordert ein Minimum an Anstrengung.

  590. Beim Lesen, insbesondere von Romanen (fiction) muss man ständig die Einbildungskraft mobilisieren und damit seine Subjektivität. Ohne Einbildungskraft sieht der Mensch ausgezerrt aus

  591. Der in der Medienwelt lebende Mensch ist ohne wirkliche Wirklichkeit.

  592. Im Internet verliert man leicht die Kontrolle über sein Lernen.

  593. Ein Argument für den Erker im Engadinhaus: „Der Erker  statt facebook“

  594. Das Leben verlagert sich zunehmend in Medien, insbesondere, wenn man das Auto auch als ein Medium betrachtet.

  595. Ein relativ bildloses Leben stärkt die Einbildungskraft.  

  596. Ein Leserbrief von N. Richter)

    „Wir haben in der Oberstufe gelernt, was man unter der „Gretchenfrage“ zu verstehen habe: Die Namensträgerin fragt Faust im ersten Teil: „Wie hältst du’s, Heinrich, mit der Religion?“ Künftige um ihr Wohl bangende Bräute werden mögliche Partnerschaften vielleicht an die Antwort auf die Frage knüpfen: „Wie hältst du’s, Max, mit der Digitalisierung?“ Es bildet sich ein neues Sozialverhalten heraus, nämlich solches, das der „Selfierei“ eine Absage erteilen wird, das wird die Minderheit sein, und solches, das sie weiterbetreibt mit allen damit verbundenen Konsequenzen. Eine verschwindend kleine Elite wird unüberschaubaren Massen an digitalen Frohnaturen gegenüberstehen, die ihr Leben, ohne es zu ahnen, einem ungeahnten digitalen Nirwana opfern mit den entsprechenden Folgen: Verlust an Realitätssinn und, damit verbunden, Verlust an Beziehungsfähigkeit, wie sie sich bei entfesseltem Narzissmus bereits weit verbreitet hat. Zwischenmenschlichkeit verträgt nur ein eingegrenztes Maß an Ich. Deshalb ist Ihre Frage „Wann werden wir den Punkt erreichen, an dem wir die Lust an der Digitalisierung verlieren?“ bereits eine der Gretchenfragen Ihrer Generation“ ( Norbert Richter, Henstedt-Ulzburg, in Hamburger Abendblatt)

    Meine Ergänzung:

    „Die Gretchenfrage beantwortet

    Dank an Norbert Richter für seinen Leserbrief „Digitales Nirwana“ (v. 9. 7). Man muss aber meiner Ansicht nach die kritische Analyse der Gegenwart von der Ebene der Digitalisierung auf die Ebene der exzessiven Motorennutzung erweitern, um das Ausmaß der Zerstörungen in der Lebenswelt angemessen zu beschreiben. Erst dann erkennt man nämlich, warum den sonntäglichen Tatort anzuschauen oder jede Distanz mit dem Auto zurückzulegen, für viele Bürger ein Muß ist. Offensichtlich spürt man sich nur noch im Gruseln und im schnellen Fahren. Eigenbewegung, Naturerfahrungen,  Schönheiten im Nahbereich, soziale Begegnungen, Kultur und Liebe sind aber die Alternativen, die das Leben bietet, die aber zunehmend verschmäht werden“ (für das Hamburger Abendblatt, nicht erschienen).

     

 

Es geht weiter im Archiv "Kritik der Unterhaltungsmedien"