Zeitdiagnosen und Alternativen

Stand: 18. 10. 17

 

Wo Menschen sind, gibt es keine Homogenität. Wenn man von Zeittendenzen spricht, sind es immer Tendenzen, nie alles beherrschende und durchdringende Prozesse. So sind auch die folgenden Äußerungen zur Subjektivität und Objektivität zu verstehen: Insbesondere seit der  Wiederaufbauzeit nach dem 2. Weltkrieg ist die objektivierende Haltung zur Welt und zu sich selbst dominant geworden. Nicht nur die Weltanschauung ist wissenschaftlich-objektiv geworden, sondern ebenfalls der Alltagsblick hat einen weitgehend objektiven Charakter angenommen.

Genau besehen ist die sogenannte objektive Welt eine von einflußreichen Subjekten über Generationen hinweg gemeinsam geteilte konstruierte Welt. Ein in diese Welt "neu" eingeführtes "individuelle Subjekt" erscheint diese konstruierte Welt als vollkommen unabhängig von ihm und anderen Subjekten, eben als falscher Schein objektiv.  Ich unterscheide also zwischen zwei fundamental verschiedenen Begriffen von Subjektivität, der individuellen und der kollektiven. Die Welt, die aus dem individuellen Subjekt herauswächst, ist nicht relevant, ist nicht Wahrheit, ist nicht bebauungsfähig und hat keinen weiterführenden Wert.  Aber das  nicht wegzudiskutierende Manko, dass der Mensch über keinen archimedischen Punkt für die Erkenntnisfundierung verfügt, die notwendige Voraussetzung für substanzielle, nicht nur methodische Objektivität wäre, hat zunehmend (wieder) dem Paradigma der Objektivität zu schaffen gemacht, so dass der erkenntnistheoretische Blick und mit ihm in Gefolge die Geisteswissenschaften  die individuelle Subjektivität wieder als ernstzunehmende Realität reflektiert. Von Roland Barthes mit der Härte Kirkegaards formuliert: "Lieber die Trugbilder der Subjektivität als der Schwindel der Objektivität. Lieber das IMAGINÄRE DES SUBJEKTS als seine Zensur" (Die Vorbereitung des Romans, Frankfurt am Main 2008, S. 30). Im Alltagsleben zeigt sich dieser Schwenk als Abwendung von einem Leben aus zweiter Hand, seien es Bilder oder Fertigprodukte. Die Eigenbewegung , wie in den  Notationen und Aphorismen vorliegender Homepage thematisiert, ist Teil dieser Gesamtbewegung. Hinzugefügt sei, dass dieser Schwenk kein absoluter ist und aus Gründen der Humanität es nicht sein darf, sondern nur als Korrektur der einseitigen Ausrichtung auf die Objektivität zu verstehen ist.

Viele  Aussagen haben deshalb den  Konsumismus,  d. h. den übersteigerten  Konsum zum Gegenstand, weil er sich nicht nur allein  gegen menschliche Möglichkeiten und Lebensqualität richtet, sondern auch  eine wesentliche Ursache und Motor der gegenwärtigen Umweltzerstörungen an verschiedenen Orten und Ebenen

Materielle Hauptursache der gegenwärtigen ökologischen, sozialen und individuellen Probleme ist der Motor, genauer: sein zunehmender Einsatz und Ersatz nahezu  aller Prozesse und  Tätig keiten. Der Motor ersetzt und verdrängt das Leben.  Da der Motor selbst wiederum ein bedingter ist,  bedarf es weiterer Analysen.
Nicht meine Diagnosen und Analysen sind radikal und extrem, sondern die von mir kritisierten Verhältnisse sind es.

Ich behaupte nicht mehr und nicht weniger als dass die Eigenbewegung mit Hand und Fuß  im Alltag die notwendige und einzig begehbare Alternative für unsere Gegenwart ist. Eine Alternative gegen die Dominanz der Motore. Meine Botschaft lautet deshalb: Schlagt eine andere Richtung ein. Das ist keine Installation eines neuen Paradieses, sondern ermöglicht ein Sein in der Wirklichkeit und Zukunft.

 

 

  1. Werbung und kritisches Bewusstsein oder Kapital und Ökologie verhalten sich wie Hase zu Igel.

  2. Das Leben ist zu wertvoll, um die Zeit totzuschlagen.

  3. Alles kommt darauf an, dass der reale  Prozess  des massiven Rückgangs der Eigenbewegung und die massive Erhöhung des Motoreneinsatzes das Hauptproblem der Gegenwart ist, das gelöst werden muss.  – anerkannt und Konsequenzen gezogen werden. Ob diese Analyse gefällt oder nicht, wir müssen uns für die Stärkung der Eigenbewegung und für Minimierung und Optimierung des Motoreneinsatzes entscheiden, wir haben hier keine Wahl.

  4. Die Impulse, die von der gegenwärtigen konkreten  Gesellschaft ausgehen, wirken  explizit oder implizit  zumeist für Wirtschaftswachstum und gegen Forderungen einer nachhaltige Ökologie

  5. „Das schmeckt regional“ Das ist deswegen auch ein gutes Motto, weil es das visuelle Gefängnis transzendiert.

  6. Es gehört nicht Mut dazu,  legale, aber  negative Trends in der Gesellschaft zu fördern, statt  sie zu kritisieren.

  7. In Realabstraktion ist kein Leben, deswegen kann man mit ihren „Produkten“ nicht kommunizieren.

  8. Dass ökologische Politik sozialverträglich sein muss, ist selbstverständlich und muss nicht extra genannt werden.

  9. Es gibt eine notwendige Zivilisation und eine Zivilisation mit vielem Überflüssigen, wie sie die Oberschicht schon immer „pflegte“.  

  10. Was die Mehrheit will, ist nicht immer vernünftig, insbesondere wenn das Kapital große Macht über die Bürger  hat, die eben nicht immer, wenn es so überhaupt etwas gibt, autonom sind. Das sieht man deutlich an der irrationalen Haltung gegenüber dem Auto. Aber dieser Aussage ist kein grundsätzliches Argument gegen Demokratie, zu der es keine Alternative gibt.
  11. Moderne arbeitet mit Eindrücken, nicht mit Studium (Husserl).

  12. Wirklich ist heute oft nur das, was in der Werbung und in den Medien thematisiert wird.

  13. Der Mensch hat die Naturwüchsigkeit überwunden. Die Natur leistet keinen nennenswerten Widerstand mehr. Selbst die Alpen könnten  platt gemacht  werden. Das thematisiert bereits Goethe in Faust II. Riesenbrücken, Städtebrei, immer dichter werdende Straßennetze, …sind Indikatoren dafür. Deshalb müssen wir auch die Interessen und Bedürfnisse der Natur realisieren.

  14. Wir haben kein Vertrauen mehr in die Natur. Was die Natur bietet, reicht oft vollkommen aus. Die Natur ermöglicht das Leben und macht es schön. Das verhält sich wie Schloss und Schüssel.  Aber die Natur macht es dem Menschen nicht bequem. Sie verlangt von ihm vieles.

  15. Den Fehler, zu Beginn der Atomnutzung nicht das Strahlenproblem des Abfalls zu bedenken, wiederholt sich nun bei  Klimawandel.

  16. Jedes Wirtschaftswachstum hat als Ursache die  Beschleunigung der Klimakatastrophe zur Folge.

  17. Die Hast, insbesondere die durch Medien erzeugte, be- und verhindert  strukturell-systematische Erkenntnisse.

  18. Immer wenn bei Produkten nicht die Qualität, sondern der Profit im Mittelpunkt steht, beginnt der Niedergang.

  19. Starke Vermutung: Ununterbrochener Informationsfluss ohne Wiederholung, „Pausen“ und Reflexion erzeugt im Bewusstsein nicht Fülle, sondern Leere. 

  20. Dieser Leserbrief ist aus meiner Sicht das Beste, was ich bisher geschrieben habe, obwohl er nicht von der FAZ veröffentlicht wurde: „Erst Wertediskussion, dann Verteilung. Ich gehe davon aus, dass die Kritik des WWF am gegenwärtigen globalen Ressourcenverbrauch, der im Kern Folge des Wirtschaftswachstums ist, stimmt. Wirtschaftsorientierte Rechte unterstützen diese Art des Wirtschaftens direkt, traditionelle Linke indirekt. Rechte begründen das mit der Autonomie der Konsumenten, Linke mit der gerechten Verteilung der produzierten Waren und Dienstleistungen. Konsum und das entsprechende Verhalten nicht zu kritisieren, ist das Gebot der Stunde. Dieses Gebot wird von traditionellen Linken bis hin zu Gewerkschaften ohne Einschränkungen ebenfalls befolgt, indem sie das bestehende Konsumangebot als unhinterfragbar sinnvoll akzeptieren. Die Position der Frankfurter Schule, um ein Beispiel zu nennen, ist hier obsolet, die Begriffe repressive Toleranz, Entfremdung, Wahrenästhetik und Eindimensionalität sind aus dem politischen   Vokabular verschwunden. Die nicht nur aus ökologischen Gründen notwendige Wertediskussion findet nicht statt. Stattdessen rückt einseitig die Frage nach der gerechten Verteilung des jeweiligen Mehrwerts in den gesellschaftlichen Diskurs. Diese Position wäre nur dann sinnvoll, wenn die Verteilung sich auf diejenigen Waren und Dienstleistungen beschränkt, die ohne zunehmenden Ressourcenverbrauch auskommt. Das aber setzt die Beantwortung der Wertefrage voraus. Eine Politik, die vom Primat der Ökologie ausgeht, steht sicherlich vor einer Aufgabe, die vielleicht als die schwierigste in der Menschheitsgeschichte einzustufen ist. Das impliziert auch Scheitern. Für diesen schwierigen Weg gibt es keine Alternative.“ 

  21. Meine Position: Es ist albern, Natur, Kultur und Zivilisation gegen einander auszuspielen. Alle drei Bereiche sind gleich wichtig und damit gleich wertvoll und für ein gelungenes Leben.

  22. Das Wort „Handy“ ist Ausdruck vorauseilenden Gehorsams.

  23. Zeitgemäßnur positiv zu sehen, ist die Folge  großer Denkfaulheit, die dann zur Dummheit wird.

  24. Die Erhaltung der Erde ist die Bedingung für alle anderen Prozesse, seien sie gut oder schlecht.
  25. Individualismus führt schnell zur Verpanzerung.

  26. Eine Jagd endet immer mit Töten. Das zur Aussage der AfD.

  27. Wenn nur das spät abends  getan wird, was ohne Fremdenergie realisiert werden kann, also Lesen  statt  Fernsehen, dann gäbe es viel weniger Nachteulen.

  28. Bequemlichkeit im Sinne von Vermeidung von schwerer Arbeit über einen längeren Zeitraum darf nicht dazu führen, in der Bequemlichkeit einen absoluten Wert zu sehen.

  29. Merkwürdig: im Kreuzfahrtschiff sind die Menschen zusammengepfercht, im Alltag individualisieren sie sich immer stärker.

  30. „Wie Menschen denken und leben, so bauen und wohnen sie.“ (Herder). Das stimmt. Man sehe sich die Autobahnen oder die Vorstädte an.

  31. Wer über Autonomie verfügt, ist relativ immun gegen die Konsumimpulse des Kapitals.

  32. Wir dürfen nicht die gesamte Natur als Rohstoff für menschliche Bedürfnisse nutzen, sondern wir müssen die menschlichen Bedürfnisse der Natur anpassen.
  33. Vernunft darf nicht auf Bequemlichkeit reduziert werden. Bequemlichkeit ist ein Zustand, den man nach einer Erschöpfung, nicht aus Faulheit braucht.
  34. Es geht um wirkliche (wirkende) und nicht um isolierte visuelle oder akustische Nähe.
  35. Die Herrschaft der Bequemlichkeit über das Fühlen, Denken und Handeln liegt im Interesse des Kapitalverwertungsinteresses. Gleiches gilt für Spaß und Sport.
  36. Ist ökoschädliches Verhalten eine individuelle Fehlentwicklung oder den Imperativen des Kapitals geschuldet?
  37. „Das Kapital ist zu einer neuen Transzendenz aufgestiegen“ (Han).
  38. Die entscheidende Frage der Gegenwart, die die Menschheit beantworten muss,  ist, Priorität des Motors oder des Lebens?
  39. Vernunft ist die Einsicht in die Notwendigkeit. Das gilt insbesondere in
  40. der ökologischen Krise.
  41. Zwei Strategien, seine Sucht zu ändern; a) von einem zum anderen Tag aufhören oder b) rausschleichen  über einen längeren Zeitraum.
  42. Ein Mittel gegen absolute Warenorientierung: Auch im Alltäglichen das Wunderbare sehen.
  43. Ein Bauer in unserer Nähe will einen alten Wald von ca. einen  Hektar roden, um seine Anbaufläche zu vergrößern. Kein Respekt vor der Natur, vor Tradition, vor Mitmenschen.
  44.  Das Problem ist, dass auch viele liebe Menschen ökologisch so unvernünftig handeln.
  45. Konsumorientierte Menschen führen ein ästhetisches Leben auf niedrigstem Niveau.
  46. Wenn jemand sich ausschließlich über Waren und Dienstleistungen reproduziert, ist er ein absoluter Konsument.
  47. Die strikte Trennung zwischen schlechten Managern und guten Autofahrern ist falsch, denn beide haben im Denken und Handeln mehr Gemeinsames als Trennendes. Gegebenenfalls  muss auch der Wähler kritisiert werden, sonst funktioniert nicht Demokratie.
  48. Der Clochard in Aix en Provence, der wie ein Bettler aussah, nahm mein Geld nicht an. Ein Modell!
  49. Billige Nahrungsangebote heißt auch: mehr Giftrückstände. Billigkeit geht immer auf Kosten von etwas.
  50. Spaß ist kein hinreichendes Argument, ein für die Umwelt schädliche Ware zu kaufen, seien es Wasserscooters, SUVs,  Wohnmobile usw.
  51. Die motorisierte Zivilisation ist von größter  Aggression, ohne dies explizit zu reflektieren.
  52. Trump denkt rein vom Kapital her.
  53. Wir brauchen eine Kultur des Lebens, die sich über die materielle Zivilisation erhebt.
  54. Die Ökologie muss in unserer Moral eine viel größere Rolle spielen.
  55. Wenn materielles Handeln der Mittelpunkt des Lebens ist, dann wird die Zukunft der Erde gefährdet, zumindest unter kapitalistischen Bedingungen.
  56. Man sollte entweder in der sinnlichen Welt oder in einer anspruchsvollen symbolischen Welt leben, aber nicht in einer banalen, denn das ist Lebensverlust.
  57. Sozialisten und Kommunisten, die nicht die Wertefrage stellen, sind politisch perspektivlos.
  58. Letztlich sind das einzige eigentliche „Objekt“ des Menschen andere Menschen.
  59. Es ist sinnvoll, in ökologischen Fragen orthodox zu sein.
  60. Der Mensch zerstört die Erde, indem er sie vollkommen zu seinen Zwecken umformt.
  61. Zwischen Mensch und Natur schiebt sich immer stärker die motorisierte Zivilisation.
  62. Der Preis für  zeitgemäßen Komfort ist zu groß und lohnt sich auch nicht.
  63. Ein Tunnel ist nichts anderes als ein neues Tal.
  64. Für Motorboote und Wasserscooters  müsste man Geschwindigkeitsbegrenzungen einführen. Wenn man nicht von der Identität von Mensch und Motor ausgeht, wird nicht der Mensch eingeschränkt,sondern der Motoreneinsatz.  
  65. Wir müssen die Natur respektieren, d. h. ihr die Rechte eines Subjekts zugesehen.
  66. Der Satz „Keine Straßen für Autos von Haustür zu Haustür“ müsste eigentlich eine Revolution auslösen.  
  67. Wir leben in einer durchgängig technischen Lebenswelt. Selbst Zelten, ursprünglich eine Gegenbewegung, ist durch und durch technologisch.
  68. Das Kapital und die Warenwelt trennen tendenziell Mensch von Menschen und Menschen vom der Natur, verbinden aber Mensch mit Waren und Technologien
  69. Hässlichkeit erscheint heute in oberflächlich hergestellter Schönheit.
  70. Das heutige Schönheitsideal ist ein Produkt der Erziehung durch das Kapital. (s. „Warenästhetik“ von Wolfgang Haug). Das ist Frankfurter Schule, von der man viel lernen kann.
  71. Der Gebrauchswert ist der eigentliche Wert. Die Produzenten des Tauschwertes versuchen mit Hilfe der Warenästhetik (s. Wolfgang Haug), erfolgreich die Konsumenten zu überzeugen, dass ihre Angeboten alle von hohem Gebrauchswert seien, was immer weniger stimmt. Diesem Trug sind Linke und Rechte gleichermaßen aufgesessen.
  72. These: Wer nur mit technischen Dingen und Bildern umgeht, wird gefühlskalt. Das nennt man Verdinglichung.
  73. Provokante These: Heutiger Reichtum ist real eine neue Art der Armut.
  74. In der industriellen Modere verlassen Dinge und Menschen ihre Mitte und gehen über in den Zustand der ständigen Bewegung.
  75. Wenn Moderne heißt, auf der Höhe des Warenbewusstseins zu sein, bin ich nicht modern.
  76. Ein Teil der Waren haben Gebrauchswert und sind unverzichtbar, ein anderer Teil belastet Besitzer und Umwelt. Der Begriff Gebrauchswert ist subjektiv und sollte so weit wie möglich tolerant interpretiert werden, aber nicht absolut.
  77. Ökologisches Denken und Handel verlangt, das Gute im Menschen zu aktivieren, weil diese Haltung  über die  unmittelbaren Bedürfnisse hinausgeht. Die ökologische Ethik muss gestärkt werden.
  78. Die materielle Zivilisation dient der Selbsterhaltung der Menschen, Kultur dem Können und dem geistigen Wachstum.
  79. Die Wirtschaft und die Wirtschaftswissenschaften versuchen primär die Bedürfnisse der Menschen so zu formen, dass die Bedürfnisse der Wirtschaft nach Wachstum und Profit befriedigt werden.
  80. Die größte Aufgabe der Gegenwart besteht darin, Ökologie und Ökonomie so zusammen zu denken, dass beide bestehen können.
  81. Unser Naturbegriff reicht vom homogenen Rasen bis zur Wildnis. Alles ist Natur – und diese Gleichsetzung  ist verhängnisvoll: Ein Rasen ist zwar besser als eine Betonfläche, aber gemessen an Wildnis ökologisch defizitär.
  82. Billigkeit ist inzwischen ein absolutes Argument, so bei Billigfliegern. Billigkeit wird nicht mehr kritisch hinterfragt. Sie gilt als naturwüchsig.
  83. Trump verabsolutiert die Energie als unhinterfragbaren Wert.
  84. Die Reflexion des Handelns hatte früher  zum Hauptgegenstand die Tugend. Das sollten wir revitalisieren.
  85. Jeder Mensch strebt nach Glück. Wir wissen aber nicht mehr, was es ist. Zumindest hat es keine Warenform.
  86. Der größte Sieg des Kapitalismus ist das Kritiktabu gegenüber Waren.
  87. Zum Erleben gehört immer ein körperlich, geistiges und seelisches Ich als Ganzheit.
  88. Ein akustisches Geschenk: Stille unterbrochen durch das Gekurre von Tauben
  89. Die Deutschen müssen nicht weniger arbeiten, aber weg von dem einzigen Ziel der Warenakkumulation kommen, also mehr Kunst, Bildung, Soziales, Qualität, ..
  90. Um Mitternacht  gehe ich noch einmal vor die Haustür, sehe in den großen Fernsehapparat meiner Nachbarin und höre in der Ferne ein Motorrad aufheulen – ansonsten Stille. So ist unnötiger Konsum erträglich.
  91. Nur das Optimum macht glücklich, nicht das Maximum und Minimum. Deshalb müssen wir das Optimum anstreben. Zur Bestimmung des Optimums bedarf es  oft der Reflexion.
  92. Aus Gründen des Wirtschaftswachstums wird die Erde zum Material für menschliche Zwecke. Sie hat keinen Selbstwert mehr.

  93. Alle politischen Theorien, die die Ökologie ausblenden, sind wertlos.

  94. Welche Bedingungen müssen vorhanden sein, um von echter Verantwortung zu sprechen?

  95. Der Niedergang des Subjekts vom erkenntnistheoretischen und ethischen Zentrum zum egoistischen warenorientierten Individualisten.

  96. Es gehört auch zur Lebensqualität, einem individuellen Schmetterling oder einer  Fliege das Leben zu retten.
  97. Die Rechnung der Erde an die Menschen: Seit dem 2. August 2017 haben wir Menschen alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren und nachhaltig zur Verfügung stellen kann.
    Die Biokapazität der Erde beträgt pro Jahr 1,7 Globale Hektar pro Person (gha). Jeder Mensch verbraucht im Schnitt allerdings 3,3 Globale Hektar pro Jahr. Dieser Verbrauch heißt auch ökologischer Fußabdruck.
    Nun sammeln wir mit jedem Tag ein größeres Defizit an, indem wir die schon lange bestehenden Ressourcenbestände abbauen und Kohlendioxid in der Atmosphäre ansammeln. Wir überschreiten (engl. Overshoot) den uns gegebenen Rahmen und greifen auf die Reserven der Erde zurück, welche über Millionen Jahre angelegt wurden. Dass diese Rechnung nicht ewig aufgehen wird, ist klar. (Quelle WWF).

  98. Es ist offensichtlich, wir leben nahezu ausschließlich in motorisierten  Welten, aber inzwischen wohnen die Motore auch in uns.

  99.  Den  Bequemlichkeitsanbietern sind die Folgen ihrer Angebote unwichtig, sie interessieren sich nur für den Gewinn.

  100. Die Hauptaufgabe der Gegenwart: Eine Kritik des Motors entwickeln und die daraus sich ergebenden Einsichten umsetzen. Die Nutzung von Motoren darf keine Selbstverständlichkeit mehr sein.

  101. Es gibt auf der Erde und im Kosmos keinen Raum mehr, der spurlos Dreck aufnimmt.

  102. Im Einkaufszentrum einzukaufen, ist einfacher als auf dem Wochenmarkt. Deswegen orientieren sich so viele zu den Einkaufzentren.

  103. Das konsequente Konsumdenken  hat keine Umwelt, in der Konsumkritik existieren könnte. Der Konsumbürger hat keinen Archimedischen Punkt.

  104. In der Wirtschaft, insbesondere in der kapitalistischen, sind gleichzeitig Momente der Freiheit und des Zwangs enthalten. Das macht ihre Kritik so schwierig.

  105. Heute findet nicht eine Umwertung aller Werte, sondern eine Verengung auf einen einen  einzigen  Wert statt, und der besteht aus  Waren und Dienstleistungen.

    Wenn eine Partei sich die Frage stellt, welches Thema sie nun aufgreifen soll, um von mehr Bürgern gewählt zu werden, hat ihr Existenzrecht als Partei verloren.  

  106. Wer nicht gelernt hat, die Konsumwelt explizit zu reflektieren und sich mit ihr nur mit einfachem Denken beschäftigt, verfällt ihr. Einfaches Denken will grundsätzlich alle Konsumangebote erwerben, was der Markt bietet.

  107. Vermutung: Bei Goethe hat Genuß fast die gegenteilige Bedeutung von heute. Goethe ging es um die  Intensität, mit allen Sinnen seine jeweilige Umgebung genießen. Deshalb war Zeichnen so wichtig für ihn. Genuß ist also bei ihm tiefer angelegt.

  108. Jedes Werk sollte selbstgeburtlich sein.

  109. Selbstverbesserung ist auch durch reflektierte Mäßigung möglich.

  110. Was nützen die schönsten Naherholungsräume, wenn die Menschen sie nicht betreten?

  111. Leben ist die tiefste und wichtigste Kategorie. Leben findet zur Hauptsache in der Gegenwart statt.

  112. Trump lebt informationstechnisch ausschließlich in der Medienwelt. Deswegen beherrscht er sie souverän. Es ist vollkommen egal, ob Positives oder Negatives von ihm berichtet wird, entscheidend ist, seine Präsens in den Medien.  Nicht, was er in Ohio sagt ist wichtig, sondern dass es in die Medien kommt. Dewegen provoziert er auch ständig. Alles das führt zu seiner Popularität. Das ist die neue Medien- Logik.

  113. Rechte erfordern immer auch Pflichten.

  114. Waren ist das Goldene Kalb.

  115. Nicht das Wesen der Waren zu erkennen, nicht Waren als Waren zu sehen, ist ein großer Irrtum.

  116. Ich tendiere zur Individualethik in der Lösungsfrage, auch aus Gründen der Demokratie. Lasse ich deswegen die Strukturen aus dem Blick? Nein, nicht bei der Analyse.

  117. Ein distinguierter Geschmack muss nicht rein subjektiv sein, sondern kann sinnvolle Normen objektiv spiegeln.

  118. Man kann alles das, was von den Fähigkeiten und Bedingugen möglich ist, grundsätzlich Wirklichkeit werden lassen. Aber es geht nicht darum, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, sondern nur das für einen Sinnvolle zu realisieren.Bestimmte Möglichkeiten möchte ich gar nicht wahrnehmen, wenn sie gute Wirklichkeit verhindern.

  119. Innerhalb bestimmter Grenzen ist „günstig“ für mich keine handlungsleitende Kategorie, d. h. ich verabsolutiere sie nicht.

  120. Selbsterhaltung läuft heute nur noch über Waren und Dienstleistungen.

  121. Ich denke, dass die Rede vom Motor bzw. von der konkreten Motornutzung  am ehesten handlungsverändernd wirken könnte.

  122. Durch den Abgasskandal fühlen sich alle Autofahrer als Opfer, hätten die Autohersteller nicht manipuliert, gäbe es keinen Klimawandel. Wäre dann  SUVs weniger gekauft worden?

  123. Wenn eine Art nicht gefährdet ist, sollte man trotzdem Individuen dieser Art schützen. Wenn eine Art gefährdet ist, muß Individuenschutz höchste Priorität haben.

  124. Vor zehn Jahren war der Klimawandel nur wissenschaftlich belegbar. Heute genügt bereits die eigene Wahrnehmung.

  125. Vom Glück zum eventkonformen Spaß.

  126. Das moderne Leben ist raumlos, unwirklich, leer.

  127. Viele Bürger haben aus ihren Leben inzwischen eine Konsumfestung gemacht, in die nur noch Konsumimpulse, aber nicht Kritik dringt.

  128. Der Konsumbürger erkennt nicht, dass Waren Waren sind.

  129. Die Transzendentalphilosophie ist vielleicht die Voraussetzung für die Realisation des Anthropozäns.

  130. Klassiker sind Klassiker, weil sie beleben. Das Auto und Unterhaltungsmedien  lähmen. Der lebendige  Mensch bedarf  geistiger Impulse.

  131. Macht Urlaub in naturnahen Gebieten.

  132. Mit den vorhandenen Möglichkeiten umzugehen bzw. nicht umzugehen,  ist die Kunst des Lebens. Aber auch neue sinnvolle Möglichkeiten schaffen.

  133. Moderne schafft ständig Neues, um die Möglichkeitsräume zu erweitern, so dass vor lauter Möglichkeiten die Wirklichkeit immer weiter in die Ferne rückt. Man bleibt im Möglichkeitsraum. Man muss sich zur Hauptsache mit den Möglichkeiten befassen, was Zeit und Energie erfordert.

  134. Das Buch von Hans Jonas „Das Prinzip Verantwortung“ ist aktueller denn je. Heute gibt es nur noch die Verantwortung für Wirtschaftwachstum.

  135. Jeder Kaufakt ist auch eine politische Entscheidung. Deshalb: Kauft in kleinen Läden, die Vielheit und Lebendigkeit einer Stadt ausmachen.

  136. Es geht nicht primär um die Erfüllung bzw. Nichterfüllung punktueller ökologischer Forderungen, sonder um das Gesamt der Ökologie als politische Kategorie.

  137. Die „richtige“ Abstraktionsebenen zu finden, so dass das Optimum ausgedrückt wird, ist die große Kunst. Man muss also aufpassen, dass nicht „Sachen“ in der Abstraktion verschwinden, obwohl ihr Unterschied, auch gerade in Gut und Böse, so wichtig ist.

  138. Der Wutbürger reagiert reflexartig, der Bürger reagiert reflexiv – und macht Verbesserungsvorschläge.

  139. Vielleicht kommt man der Erdzerstörung (ist heute ein passenderer Begriff als Umweltzerstörung) bei über die Ästhetik.

  140. Die shz-Redaktion macht den gleichen Fehler wie damals die DDR, als sie die Grünen nicht zuließen. Das macht die Redaktion mit den jetzigen Grünen light nicht, aber sie verbannt die ökologische Grundposition.

  141. Vieles gilt heute als zurückgeblieben oder unmodern, wenn es nicht technologisch voll aufgerüstet ist. - was gleichzeitig wirtschaftliche Stärke ist.

  142. Die Schönheit der Natur wird ihr genommen und in die Waren transportiert. Die Folge: Die Natur wird zum Müll. Der Wohnwagen steht auf der Müllhalde.

  143. Wir müssen die ungezügelte Produktivität der Natur in die Stadt reinlasssen – und zulassen.

  144. Ökologie ist natürlich nicht wirtschaftsfeindlich, wie sollte sie es überhaupt sein, sondern sie ist kritisch gegenüber dem jetzigen Wirtschaftswachstum. Übrigens muss es auch oder gerade in der Demokratie möglich sein, wirtschaftliche Strukturen ggf. ändern zu können.

  145. Bildung wird heute zu wenig normativ differenziert. So gehört Trash auch zur Bildung.

  146. Ein Argument gegen materielle Prognosen wie „Du stirbst in vierzehn Jahren.“

  147. Spaß kann man kaufen, Glück nicht.
  148. Wer nie oder selten mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, verkennt oft ihr Potential.

  149. Viele  Städte haben ihren Charakter verloren, weil sie keine Grenzen mehr haben (insbesondere durch Autostrukturen.

  150. Das Subjekt der Lebenswelt ist der lebendige Mensch, aber die Lebenswelt kann so abstrakt-technologisch sein, dass man sie nicht mehr als Lebenswelt bezeichnen kann. So eine Kuh in einer industriellen Melkfabrik.

  151. Lange Reisen machen nur dann Sinn, wenn man in die fremde Kultur auf eine Region begrenzt  lange eintaucht, um sie kennenzulernen.

  152. Der deutsche Idealismus erweitert das Subjekt zum Kosmos, d. h. zum Schöpfer und Sein des Kosmos – ja, er sei der Kosmos – und deswegen denkt er auch, er könne machen mit der Erde, was er will.

  153. Robert Habeck wird auch deswegen als Ökologe wahrgenommen,  weil er Umweltminister war. Hier hat er alles rausgeholt, was unter obwaltenden Bedingungen möglich war.

  154. Ein seit Jahrzehnten in Deutschland lebender Türke aus Izmir. „Früher war Izmir sehr schön, aber jetzt wird alles vollbetoniert, Bäume gibt es fast nicht mehr.

  155. Irgendwie bin ich im falschen Film: Links Hochausmobile, vorne ausschließliche Auto- und Konsumorientierung, rechts täglicher zehnstündiger Fernsehkonsum, aber alle sind nette Menschen.

  156. Die  gegenwärtig herrschenden Prinzipien wie bequem, weiter, schneller, größer, billiger wenden sich gegen deren Realisatoren.

  157. Jede sinnvolle Arbeit ist gleich wertvoll.

  158. Die Schönheit am Fluß Alster ist die  Natur und die motorenfreie Freizeit-Betätigungen.

  159. Es gibt  schlechte, aber auch vertretbare Objektophilie.

  160. Ein Zelt  stellt man möglichst in Naturnähe auf, einen  Wohnwagen problemlos auf einer Müllhalde.

  161. In Bezug auf Ökologie und Naturschutz bin ich im Interesse der Zukunft ein Extremist. Eine andere Position ist logisch vorhanden.

  162. Papst Franziskus ist einer der wenigen bekannten Christen, die sich für die Schöpfung Gottes noch einsetzen.

  163. Das Wort „Unkraut“ legitimiert  deren Vernichtung.

  164. Beerdigungungsangebote  im Internet sollen günstiger sein.  

  165. Politische Ökologie ist bezüglich der Natur  konservativ und behutsam

  166. Wenn die CDU von Stillstand spricht, meint sie primär, es werden zu wenige Autobahnen  gebaut. Aber es verhält sich gerade umgekehrt: Je größer und intensiver das Wirtschaftswachstum ist, desto mehr werden die Bürger im Sinne der Eigenbewegung still gestellt. Auto- und  Mediennutzung führt zu einer sitzenden Gesellschaft

  167.  „Kunst als Jubel der Materie“ könnnen wir fast nicht denken.

  168. Wer seine individuelle Freiheit aufgibt zu entscheiden, verliert sein Wesen als Mensch –so in der  NSDAP,  so „die Partei hat immer Recht“, so   „My home is my castle oder  so die absoluten Konsumenten.“

  169. Das Kapital hat die Ökologie weltweit besiegt.

  170. Wartende Menschen werden heute zumindest in der Außenperspektive als traurig wahrgenommen.

  171. Eine Situation nicht auszunutzen, wo man Geld und Gewinn machen kann, ist heute die größte Sünde.

  172. Marschierende Soldaten verkörpern für mich die Ästhetik des Bösen.

  173. Eigentum verpflichtet, so auch Fußwege über Privatbesitz zuzulassen. Man kann deren Einrichtung erst einmal zeitlich begrenzen.
  174. Der Wochenmarkt ist für mich die gute Alternative zu großen Einkaufszentrum.
  175.  Je möbilierter ein Garten ausgestattet ist, desto weniger halten sich deren  Besitzer in ihm auf.

  176. Sehnsuchtsorte werden durch die Werbung gemacht.

  177. Alles ist bei ihnen groß, ja übergroß: das Auto, das Wohnmobil, der Bildschirm des Fernsehers, ihre Flugreise. Da sie betagt sind, würde mich interessieren, ob sie auch schon für große Särge vorgesorgt haben. Konsequent wäre es.

  178. Ich höre ein Schifferklavier in unserer Straße. Welch ein Genuß in der akustisch  motorisierten Ein-tönigkeit.

  179. Doppelte Entfremdung: Die Lufthansa bietet 200 Fernsehserien auf ihren  Flügen an.

  180. Wespen im Wohnzimmer sollte man hinausgeleiten.

  181. In der Konsumwelt sich zurecht zu finden, bedarf  keiner erheblichen Anstrengungen und Fähigkeiten.  

  182. Wenn ein Mensch zur reinen Funktion wird, verliert er sein Menschsein. Da muss immer noch ein Plus von Menschlichkeit zur Funktion hinzukommen.

  183. Für die radikale Linke ist die Revolution absolut notwendig, und das erklärt auch ihr aggressives Image.

  184. Die größte Aufgabe, vor der die Menschheit heute steht, ist die Balastung der Erde zu reduzieren, indem wir die Eigenbewegung stärken und vermehren und de Fremdbewegung mit Motoren reduzieren.

  185. Die Selbsterhaltung ist unhinterfragbares  legitimes Lebensziel.
  186. Ein gezielt er Kauf kann auch eine notwendige Hilfe sein.

  187. Nur Schwierigkeiten, wenn sie nicht übermächtig sind, bringen uns weiter

  188. Maxime: Nur kaufen, was ein Mittel ist zum Wachsen: Buch, Fahrrad, ein Hund, Geschenk zur Wanderung, ….
  189. Gegen Globalisation, aber gleichzeitig  für Gleichheit als Kategorie der Gerechtigkeit zu sein, ist ein Widerspruch.
  190. Zum Altwerden gehört auch zu lernen, in  einem kleineren Radius zufrieden zu sein, d. h. in einem Kreis zu leben, den man selbst begehen kann. Auto und Fernsehen verhindern das.
  191. Das mittelalterliche Zunftwesen war eine gebändigte Wirtschaft. Sie könnte Vorbild sein.
  192. Ausbrechen ist heute nur noch als Einbrechen in die universale Konsumwelt möglich
  193. Spaß haben findet auf niedrigster emotionaler und kognitiver Tätigkeit statt. Aber er ist heute der zentrale Lebenssinn. Spaß ist genau so oberflächlich wie der Konsum.
  194. Der zentrale inhaltliche Bezugspunkt der Rationalität ist die Bequemlichkeit.
  195. Die Konsumwelt imitiert das Paradies, aber sie ist ein Fake.
  196. Das moderne Subjekt verliert seine Subjektivität, wenn es sich auf Billigkeit, Spaß und Spannung reduziert.
  197. Wirtschaftswachstum ist kein Selbstzweck, aber auch Arbeitsplätze nicht. Arbeitsplätze sind ein Motor für Wirtschaftswachstum. Lösung: Die Arbeit muss so verteilt werden, dass alle einen Arbeitsplatz finden in einer Wirtschaft, die der Selbsterhaltung der Menschen dient.
  198. Ein Kontakt ist grundsätzlich ein Geschenk.
  199. Merkmale, die Nähe zum Trumpianismus anzeigen: Aufheulende Motore als Fortschritt interpretieren, SUVs und große Limousinen fahren, Vielflieger ohne Notwendigkeit sind, mit eigenem PKW fahren, obwohl parallel öffentliche Verkehrsmittel fahren, die  motorisierte Zivilisation nicht hinterfragen. 

  200.  Nicht Artenschutz, sondern Individuenschutz ist die höhere Form des Naturschutzes.

  201. Wettbewerbsverzerrung: Onlinehandel hat rund um die Uhr einschließlich der Feiertage offen. Onlinehandel braucht weniger Personal, deswegen ist er billiger. Also zwei Gründe, ihn zu beschneiden.

  202. 90 Prozent der Opiate werden in einer bestimmten Region in Afghanistan hergestellt. Verbietet man das oder zerstört die Anbaugebiete, gäbe es dort eine riesige Menge von Arbeitslosen. Ist das ein absolutes Gegenargument?

  203. Das Kapital hat perfekt gelernt, mit technischen Innovationen Geld zu machen.

  204. Der Mensch befindet sich mit der Natur in einem Kriegszustand, wobei er allein eindeutig der Aggressor ist.

  205. In der universalisierten Konsumwelt gibt es kein Gut und Böse. In ihr gibt es nur einen (1) Wert – sie selbst.
  206. Seine Ablehnung des Pariser Klimaabkommens interpretiert Trump als Freiheit für die Energie jeglicher Art.
  207. Ist nicht die Aufstellung einer Harley Davidson vor dem Altar im Gottesdienst  die Modernisierung des Goldenen Kalbs?
  208. Ausbruch ist nur noch als Einbruch möglich. Warum? Die Konsumwelt ist eindimensional  und universal. Für sie gibt es keine Umwelt.
  209. Die innere Form des Kapitalismus ist Konsumismus.
  210. Wir müssen unsere Nahräume mit unseren Eigenbewegungen, nicht mit Autos füllen.
  211. Das Adjektiv „mobil“ enthält im Sprachgebrauch nur den Besitz eines Autos, nicht körperliche Beweglichkeit und auch nicht den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln.

  212. Ein Leben mit massiver Hilfe von  exogener Energie ist uneigentlich, letztlich kein menschliches Leben.

  213. Ein prinzipielles Streben nach dem jeweils Billigsten, wäre auch das Ende der Ethik.

  214. Heute muss jeder Kauf von einer Geschichte im Sinne von „Wie ich ihn billig erwarb“ begleitet sein. Das Gekaufte  als solches ist von sekundärer Bedeutung.

  215. Die Preise sind die modernen Strippen, an denen die Marionetten „Konsum“bürger“ hängen.

  216. In der Warenwelt trifft der Mensch zumeist  auf sein niederes Selbst.

  217. Der Konsument muss schlauer und listiger sein als das Kapital.

  218. Nur in der Eigenbewegung bin ich da. Im Auto oder vor dem Fernseher ist das Da eine Illusion.

  219. Das Leben wird durch verabsolutierten Konsum überdeckt (palliare = überdecken). Motore und Konsum schieben sich zwischen Mensch und Natur.

  220. Das Diktum „Unter dem Pflaster liegt der Strand“ modifiziere ich wie folgt „Unter dem überflüssigen Konsum liegt das Leben“. Befreit Euch!

  221. Konsum wütet im Gehirn vielleicht noch schlimmer als in der Realität.

  222. Erst verunmöglichen technisch-motorisierte Geräte in ihrer rasanten Ausdehnung praktisch Lebenserfahrungen, schaffen aber dann in der entstehenden Leere wieder Ersatzwelten im Schein oder als Fake.

  223. Der Ausdruck „nekrophile Gesellschaft“ (Erich Fromm) wird plausibel, wenn man ihr Ausmaß von Eigenbewegung, die ein Merkmal des Lebens ist, betrachtet,. Auf der vierspurigen Autobahn gibt es keine Eigenbewegung und damit kein Leben, sondern Nichtleben und das ist der Tod. Die Römer definierten Leben (Hannah Arendt) übrigens als inter homines esse (zwischen Menschen weilen). Die Tendenz der Gegenwart ist, von Events abgesehen, Menschen wenn immer möglich durch Dinge zu ersetzen.

  224. Die Moderne und die Globalisation bestehen nicht aus der universalen Herrschaft im Sinne von Hegels Geist, sondern das Allgemeine besteht aus den Produkten der Industrie, die das Anthropozän geschaffen hat.

  225. Argument gegen Trump und seine expliziten oder impliziten Unterstützer: Die Wirtschaft ist nicht höherwertig als die Existenz der Erde. Im Gegenteil, die Wirtschaft ist eine Teilmenge  der Erde.

  226. Ahornsamen werden für penible Mitbürger zu einem Problem auf ihrer  gefliesten Autoauffahrt. Aber das Problem sind Fliesen auf  Autoauffahrten. Nicht die Samen sind am falschen Ort, sondern die Fliesen

  227. Die Transformation der Gärten in Wohnzimmer = Verwohnzimmerung.

  228. Im Stillstand liegen heute oft  die eigentlichen Chancen.

  229. Die Wirtschaft dient allen  Menschen, andere Ziele sollte sie nicht haben.

  230. In so genannten blühenden Landschaften blüht es immer weniger.

  231. Eine Vermutung, die hoffentlich nicht stimmt: Zumindest die Mehrzahl der Deutschen ist auf der Handlungsebene  und in der Bereitschaft, auf der Konsumebene notwendige Veränderungen vorzunehmen, ökologisch gesehen Trumpianer.

  232. Tendenziell ist heute Spaß die tiefste Begründung für Handeln.

  233. Wenn man die Radikalität  meines Ansatzes verstehen will,  muss man vom Anthropozän sprechen. Wenn man von dessen Ursachen sprechen will, muss man vom Motorzän sprechen.

  234. Eine Spekulation zu Rad  und Fuß: Räder rollen gleichmäßig über eine plane Oberfläche. Deswegen ist mit ihnen kein Schreiten, kein Fort-Schritt verbunden. Füße schreiten bzw. überschreiten Hindernisse. Der eine Fuß ist dabei mit dem Boden verbunden, der andere mit dem „Himmel“, es gibt also eine  Differenz, die ständig wechselt. Deswegen sind aus meiner Sicht Räder nur beim Transport von Dingen legitim.

  235. Blühende Landschaften sind tendenziell tote Landschaften.

  236. Es gibt  nur eine einzige große Zukunftsaufgabe: Die Erhaltung der Erde, indem der Prozess der Bildung des Anthropozäns aufgehalten wird.

  237. Es gilt, das gegenwärtige falsche Bewusstsein in Frage zu stellen und zu problematisieren.

  238. Die jetzige Motorennutzung und die Zerstörung der Erde sind zwei Seiten derselben Medaille.

  239. Eine nekrophile Zivilisation kommt ohne Eigenbewegung aus.

  240. Ob Motoreneinsatz des Menschen sinnvoll ist, ist keine technische, sondern eine Frage der menschlichen Möglichkeiten und Ziele. Hier besteht kein Automatismus. Im Gegenteil.

  241. Viel  wäre gewonnen, wenn sportliche Betätigungen, die der sportlichen Fitness dienen,  für tägliche Aufgaben wie Einkaufen, zur Arbeit fahren Aufgaben genutzt werden würden.

  242. Anthropozän und Wirtschaftswachstum sind zwei Seiten derselben Medaille.

  243. Der Konsumbürger hat nur noch Wünsche in Form von Waren und Dienstleistungen. Aber das sind keine Visionen, sondern führen zu hochhausähnlich Wohnmobilen. Eine eigentliche Vision wäre, im nachhaltigen Einklang mit der Natur stehen, statt ein egoistisches Leben zu führen.

  244. Auto und Fernseher (Metapher für elektronisch geschaffene Bilder) schaffen Möglichkeitsräume, nicht Wirklichkeiten. Zwischen ihnen und Wirklichkeit besteht ein Hiatus. Möglichkeitsräume selbst verlangen nichts.
  245. Da die Wirtschaft unbestritten ein Selbstzweck ist, muss es auch der Konsum sein - und ist es auch.

  246. Investieren vs. Verteilen in Zeiten von Wirtschaftswachstum sind beide unökologische Varianten. Die erste direkt, der letzte indirekt. Aber in der Naturzerstörung  identisch.

  247. Was zusammengewachsen ist (concrescere = zusammenwachsen), ist konkret im eigentlichen Sinne. Zusammenwachsen ist oft wertvoller als Herstellen.

  248. Logik wird heute überwiegend von der Technik und den kapitalistisch vermittelten Bedürfnissen bestimmt. Hier herrscht eine andere Logik als beispielweise bei ökologisch orientierten Bürgern.

  249. Man muss die schwierige Aufgabe übernehmen, seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche noch einmal kritisch zu hinterfragen, ob es die eigenen, formal sind sie es ja, oder die fremden sind.

  250. Eine Kreuzfahrt machen ist kein Reisen im eigentlichen Sinne, weil die Menschen transportiert werden. Übrigens darf sich Kennenlernen keinesfalls nur aufs Sehen beschränken und Nomaden sind nicht kreuz und quer gezogen. Auch gibt es in der näheren und weiteren Umgebung so viele schöne Orte, dass Reisen nicht mit Fernreisen identisch werden muss.

  251. Handeln und Denken muss vernünftig im Sinne von Ökologie und Humanität sein. Denn die Vernunft muss inhaltlich bestimmt (Stimme!) werden.

  252. Wenn es gelänge, Unnötiges zu verhindern, wäre viel gewonnen. Das Kapital fördert das Unnötige.

  253. Verhaltenänderungen setzt die vorherige Übernahme alterntiver Werte voraus.

  254. Der gegenwärtige  Fortschritt besteht darin, sich von der realen Welt und den realen Menschen zu distanzieren und sie durch Bilder zu ersetzen. Über Bilder hat man absolute Macht, die Inhalte sind nicht widerständig, sie sind passive Objekte, mit denen man machen kann, was man will.

  255. Das Problem des  Ereignisses am Ballermann mit dem Wildpinkler ist nicht das Wildpinkeln, sondern die Reaktion auf das unrechte Tun.

  256. Die Resonanzfähigkeit stumpft ab, wenn zu häufig und intensiv in Anspruch genommen.

  257. Das Furchtbare an uns ist, dass wir Normalität nicht hinterfragen. Die Naziwelt war damals normal und die Autowelt ist es heute.

  258.  Französisch Politiker: „Deutschland ist wirtschaftlich zu stark.“ Ist man Darwin, lächelt man über diesen  Vorwurf, ist man Humanist, nimmt man ihn ernst.

  259. Fast jede Alltagsunterhaltung beweist: die reale Welt wird nur noch medial verstanden. Damit erübrigt sich die Frage nach dem Ding an sich, nach Wirklichkeit, die sich jetzt unendlich vermehren kann.

  260. Unsere Städte und Vorstädte haben nicht mehr die Idee eines geordneten Kosmos mit einem geistig-architektonischen Kern. Alles ist kontingent nach jeweiligen Funktionen angelegt.

  261. Im Paradies, so auch im Konsum- und Technikparadies, herrscht Fraglosigkeit.

  262. Nervig, dass fast alle effektiv und mit Begeisterung an der Zerstörung der Welt beteiligt sind wie die Deutschen um 1933 für den Nationalsozialismus.

  263. Warum wollen viele Bürger keine Löwenzähne in ihrem Rasen habe? Warum muss auch hier alles homogen sein?

  264. Ich bin auch nicht für Verbote, sondern für Aufklärung. Aber sie muss ernst sein und mit Nachdruck geführt werden. Nicht als Aussitzen.

  265. Ich  müsste eigentlich meinen einseitig konsumorientierten Nachbarn gegenüber dankbar sein, denn sie vermitteln mir Material über die gegenwärtige Realität, die ich nun reflektieren kann. Aber sie sind sehr nett und hilfsbereit. Aus ökologischer Perspektive  sind sie leider  Nachbarn Extremisten.

  266. Das Denken im Konsum kennt nur eine Ebene, die wie im Gefängnis  nicht verlassen werden kann, d. h. strukturell nicht hinterfragt werden kann.

  267. Ich will nicht Spaß als Lebensziel, sondern Schönheit und Sinn. Es gibt in der Welt genug zu tun wie Ökologie, Soziales, Bildung.

  268. Ich kenne Leute, für die zehn Stunden täglich Fernsehen oder ohne Ende Zigaretten rauchen die eigentliche Freiheit ist.Statt schlicht zuzugeben, dass sie süchtig sind.

  269. Wirtschaft dient den Bedürfnissen der Wirtschaft und der Selbsterhaltung der Wirtschaftenden. Kapitalismus ist Selbstzweck der Vermehrung.

  270. In diesem Frühling 2017 ist das Vogelgezwitscher sehr laut. Ist es bereits ein Hilferuf?

  271. Die Konsumwelt ist ein geschlossenes System, es gibt nichts außerhalb des Konsums.

  272. In immer mehr Gebieten gibt es kein soziales Leben mehr.

  273. Die zunehmende mediale Verfasstheit der Wirklichkeit ist nicht zu übersehen.

  274. Motorisierte Maschinen sind oft die Realisation von Wünschen und Träumen wie Ikarus und Heinzelmännchen.

  275. Nur Ökologie bedenkt das Ganze, nämlich Mensch und Natur.

  276. Eine so genannte Beschwerdestelle sollte man besser als Aufnahmestelle für Verbesserungsvorschläge nennen.

  277. Bildungspolitik  muss auch die Faktoren thematisieren, die Bildung be- und verhindern.

  278. Die Erdoberfläche ist überall schön, wenn Menschenwerk sie nicht verhässlicht hat.

  279. Zwei Söhne von  US-Präsident, Eric und Donald Trump Jr. schießen gern auf Großwild in Afrika. Kürzlich gingen schockierende Bilder durch die sozialen Medien, auf denen die beiden Brüder stolz mit ihren Trophäen posieren: auf einem Foto hält Eric einen toten Leoparden in den Armen, auf einem anderen zeigt Donald in einer Hand den blutigen Schwanz eines Elefanten und in der anderen das Messer, mit dem er ihn kurz zuvor abgeschnitten hatte. Trumps Söhne rechtfertigen ihren Freizeitspaß: Wo sie jagen, gäbe es zu viele Elefanten, die sonst sowieso nur verhungerten. Und mit ihrem Tun würden sie die Tiere vor dem Aussterben retten.

  280. Echter Naturschutz muss idealiter Individuenschutz sein, sonst wird er sehr schnell zynisch.
  281. Die Gegenüberstellung von Reichtum  und Armut ist ein häufig gehörtes politisches Argument, das aber den Armen nur dann helfen würde, wenn Reichtum sich auf  privaten Konsum und nicht auf den Besitz von Produktionsmitteln bezieht. Vergesellschaftung der Produktionsmittel würde nicht den Armen helfen.

  282. Alles wird zu Müll, letztlich  ohne die Möglichkeit eines Neuanfangs. Das ist das  brutale Gesetz der Natur ( = Entropie). Müll ist das Wesen unserer Zivilisation.

  283. Ein eisernes Gesetz zwischen Natur und Kultur i. w. S besteht ein Nullsummenspiel: Je mehr Technik, desto weniger Natur.

  284. Trump und seine Wähler und Sympathisanten verabsolutieren den Kapitalismus.

  285. Natürlich sind wir durch und durch Naturwesen, aber es gilt, – und darauf kommt alles an - möglichst viel innere Natur zu aktivieren und möglichst viel äußere Natur zu erfahren.

  286. Die Errungenschaft des Kapitals ist, ohne Befehle auszukommen und trotzdem alles zu erreichen, was er will. Davon muss die politische Ökologie lernen. 

  287. Das Kapital, nicht die Wirtschaft  zerstört die Lebenswelt und füllt die entstandene Leere mit Waren und Dienstleistungen auf. Gegenwehr: Mensch werde wesentlich!

  288. Anthropozän wird implizit unter Fortschritt subsumiert.

  289.  Im Erdzeitalter des Anthropozäns findet man Natur in Zivilisation, früher Zivilisation in der Natur.

  290.  Die Inhalte der Tradition und der Lebenswelt sind meistens höherwertig als die der Konsumindustrie.

  291. Das neue Restaurant auf der Zugspitze konnte trotz aller Hässlichkeit und Hybris nur gebaut werden weil es höheren Gewinn bringt.

  292. Die sich ständig vergrößernde Distanzen zwischen Wohnort, Arbeitsplatz, Einkaufszentren und Reiseziele liegen insbesondere im Interesse der Auto- und Ölindustrie.

  293. Die billigste Energie ist die eingesparte.

  294. Wenn die reale Welt keine Bedeutung mehr hat, wird sie durch Zeichen ersetzt.

  295. Es gibt kapitalistische hergestellte Waren und Dienstleistungen und nichtkapitalistische hergestellte Waren und Dienstleistungen. In den ersten geht es allein um Profit. Aber diese  Waren und Dienstleistungen sind „verkleidet“, in dem die Konsumenten  nicht mitbekommen, dass nicht sie, sondern das Kapital die eigentlichen Entscheider sind. Das funktioniert, weil das Kapital auch das Innere des Menschen, also ihre Bedürfnissen umgekrempelt hat

  296. Weil es keine Naherholungsräume mehr gibt bzw. nicht mehr aufgesucht werden, wird Reisen  Selbstverständlichkeit.

  297. Das Denkvermögen der Bürger wird nur noch in Anspruch genommen für das Herausfinden günstiger Preise und bequemer Wege.

  298. Wir müssen den ökonomischen Diskurs schwächen, damit der ökologische Diskurs mehr Durchsetzungschancen bekommt.

  299. Die sieben Todsünden,  als Analyseinstrument immer noch fruchtbar, entstehen nach der klassischen Theologie aus sieben schlechten Charaktereigenschaften: 1. Superbia Hochmut (Stolz, Eitelkeit, Übermut) 2. Avaritia, Geiz (Habgier)3. Luxuria Wollust (Ausschweifung, Genusssucht, Begehren)4. IraJähzorn (Wut, Rachsucht)5. Gula Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht)6. Invidia Neid (Eifersucht, Missgunst)7. Acedia Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Trägheit des Herzens).

  300. Das Leben ist zu wertvoll, um zu einer Funktion des Kapitals zu werden.

  301. Klimaschutz ist keine Ideologie, denn das Klima ist höchste Realität.

  302. Managergehälter werden wegen ihrer Höhe zu Recht kritisiert, aber über Fußballgehälter herrscht Schweigen, obwohl Fußball keine Funktion für die Gesellschaft hat.

  303. Vor lauter Möglichkeiten vergessen wir die Wirklichkeit, d. h. die festen Formen werden zu neuen Entwicklungen befreit – aber sind das immer bessere? Das ist die Frage. Verflüssigen von festen Formen ist wie alles ambivalent.

  304. Die konsumorientierten Bürger sind für mich  Konservative in der ausgeprägtesten Form: Sie wollen sich in ihren Konsumverhalten nicht einen Millimeter verändern.

  305. Die Lebenswelt hat Eigensinn, der nun häufig nicht mehr wahrgenommen und geschätzt wird.

  306. Ein Lob der Unbequemlichkeit und damit der Anstrengung, wenn sie sich in Grenzen halten. Das ist das gute Verhältnis von Eigenbewegung  und Fremdbewegung.

  307. Höchste Ideologie: die Unaufhaltsamkeit und Naturwüchsigkeit des sogenannten technischen Fortschritts.
  308. Die Kategorie der Billigkeit muss durch den ökologischen Fußabdruck ersetzt werden.
  309. Der Mensch will der Erde seine Normen und Werte aufzwingen. Er will sie formieren.
  310. Ich: „Ich kaufe nicht Online ein, weil ich damit helfe, dass die Innenstadt kaputt geht.“ Er: „Aber der Onlinehandel ist billiger.“ Als ob das ein finales Argument wäre.
  311. Das heutige Indoorleben, zu dem auch das Autofahren gehört, ist statistisch genommen sehr energieaufwendig.
  312. Trump verabsolutiert die Wirtschaft. Er beseitigt alles, was sie einschränkt. Das ist seine Logik, damit schmückt er sich. Ökologie und Soziales sind für ihn keine Ziele. Faktisch gibt es bereits viele   Trumpianer, aber das haben diese noch nicht erkannt.
  313. Armut ist auch, zehn Stunden täglich  vor dem Fernsehapparat zu sitzen, sich ohne ein großes Auto als ein Nichts zu bewerten oder reisen, reisen, reisen.
  314. Wir müssen unseren Blick auf uns selbst und auf die Welt poetisieren, aber auch nicht die Prosa vernachlässigen.
  315. Materie und auch die Natur sind so definiert, dass der Mensch unbegrenzt alles mit ihnen  machen kann.
  316. Dunkelheit vergrößert die Räume ins Unendliche. Künstliche Beleuchtung ist in ihrer Reichweite immer begrenzt.
  317. Man hat größere Chancen, Gutes zu tun, wenn man das Gegenteil der kapitalistischen Impulse macht. Aber ein Königsweg ist das natürlich auch nicht.
  318. Der Online-Handel hat die lebendige  Innenstadt ersetzt. Der „Laden“ ist ortslos, kann überall sein, muss nicht mehr als Laden erkennbar sein.
  319. Der notwendige Perspektiv- bzw. Paradigmawechsel von genitivus obiectivus zum genitivus obiectivus wäre eine notwendige Bedingung zur Rettung von Tieren und Pflanzen. Jedes Ding wird zu einem Subjekt.
  320. Durch das exzessive Indoorleben (dazu gehört auch das Auto) ist der Wunsch, den Urlaub in der Sonne zu verbringen, wohl zwangsläufig.
  321. Normalität ist abhängig vom Zeitgeist und seiner Bestimmer.
  322. Die ökologische Leitdifferenz zum Verständnis der Gegenwart lautet: Leben – Motor
  323. Der Kampf der Naturschutzvereinigungen, die ich unterstütze, verlangsamt unter bestehenden Bedingungen bestenfalls die Destruktion. Die nationalen Kapitale im Einklang mit dem größten Teil der Bevölkerung setzen sich durch. Davon muss man leider ausgehen. Anthropozän ist der Beleg.
  324. Viele kleine Geschäfte gaben und geben auf, weil es sich nicht mehr „rechnet im Sinne des Mehrs“. Die Verabsolutierung des Rechnens statt des Lebens muss überwunden werden.
  325. Woran baust Du schwerpunktmäßig? An Bildung, Soziales, Reisen,  Ehrenamtliches, Besitz vergrößern, Schönheit, Gesundheit Konsum, Selbsterhaltung, Hobby,  ..?
  326. Früher hing alles von Gott ab, heute alles von Wirtschaft und Motorentechnik, d. h. auch der Mensch ist nicht das Subjekt.

  327. Ein hiesiger FDP-Kandidat wirbt mit dem Slogan „Machen nicht verhindern“. Wenn damit nicht Straßenbau, sondern Naturschutzmaßmaßnahmen und nachhaltige Projekte gemeint sind, finde ich diesen Slogan sinnvoll.

  328. Nicht der Bürger, das Kapital entscheidet. Das Kapital versteckt sich hinter der angeblichen Autonomie der Bürger.

  329. Jeder Autofahrer wird die Umwidmung von Zuggleisen  begrüßen. Das ist ökologische Nischenpolitik.

  330. Die pathologische Rasenpflege ist der verzweifelte Versuch, dem Leben Sinn zu geben. Deswegen ist so verbreitet in bürgerlichen Kreisen.
  331. Viele meiner Nachbarn befinden sich in einem uneingeschränkten Konsumrausch und sind deswegen objektiv an der Zerstörung der Erde aktiv beteiligt.
  332. Am Flughafen sofort in einen Mietwagen zu steigen, ist das effektivste Mittel, ein Land nicht kennen zu lernen.
  333. Der physikalische Begriff „Entropie“ ist unverzichtbar für die Bewertung wirtschaftlicher Aktivitäten.
  334. Schulden haben nur noch symbolische Existenz. Das ist der Triumph des Subjektivismus oder Konstruktivismus.
  335. Bis zur Ökologie reicht das Denken vieler Mitmenschen nicht mehr.
  336. Bald wird es keine Berufe mehr geben, sondern nur noch technische Systeme, die die Arbeiten dieses Berufs mechanisch ausführen.
  337. Warten müssen kann man auch als eine Chance verstehen.
  338. Produktion und Konsumtion müssen ein systemimmanentes Nullsummenspiel bilden. Die Produktion muß konsumiert werden. Beide „sorgen“ für den Sieg über die Natur.
  339. Mainstream: Utopien werden heute nur noch wirtschaftlich gedacht. Wer davon abweicht, hat verloren.
  340. Fast alle Aktivitäten dienen heute direkt oder indirekt der Wirtschaft
  341. Maimonides vier Ziele Schönheit, Reichtum, Ruhm  und Bildung werden nun von der Bequemlichkeit überholt.

  342. Trump fördert die Wirtschaft direkt, Formalgrüne Linke wie JürgenTrittin indirekt, weil sie Gleichheit nach Maßgabe der Reichen wollen.

  343. Schönheit reduziert sich auf Warenästhetik.

  344. Reifen statt Herstellen ist manchmal sinnvoller.

  345. Die Reisedistanzen werden immer länger.

  346. Gegen den Konsumismus: Es war sinnvoll aus vielen Gründen, die Läden um 18 Uhr zu schließen. Warum nicht wieder einführen?

  347. In der medialen und motorisierten  Moderne gibt es tendenziell  nur noch körperlose Iche und  körperlose Dinge, d. h., es gibt keine Erfahrungen mehr  mit widerständiger Materie. Die geistigen Leistungen beschränken sich nur noch auf ein punktuelles  Ja oder Nein bzw.  auf ein „Mag ich“ oder auf  ein „Mag ich nicht“.  Mit anderen Worten: Die Welt wird zweidimensional bzw. flach, und der flache Mensch tumb.

  348. Der Begriff Anthropozän verfälscht den realen Prozess, denn nicht der Mensch, sondern der Motor ist das eigentliche Subjekt dieser Entwicklung. Man sollte deswegen vom Motorzän sprechen.

  349. Der fundamentale Begriff Entropie für die ökologische Theorie wurde  um 1980 auf den Parteitagen der Grünen entweder aus Dummheit oder aus strategischem Kalkül verlacht.

  350. Schönheit, die Glück erzeugt, entsteht oft, wenn man Wirklichkeit auf sich einwirken lässt.
  351. Die Natur muss den Preis für unseren Egoismus bezahlen.
  352. Nur Natur liefert Nachhaltigkeit. Die Natur schafft Gebrauchswerte, nicht Tauschwerte.
  353. Für den  Konsumbürger hat Natur bestenfalls noch ästhetischen, aber nicht existentiellen Wert.
  354. Computer und Programme haben kein Gewissen in ihren Abläufen. Sie  können sich auch  nicht reflektieren.
  355. Die Welt wird heute mit dem Begriff Anthropozän beschrieben, aber „Motorzän“ wäre präziser. Im Motorzän  gibt es immer weniger individuelle Freiheit. Seine Maxime lautet „Smart und völlig gewissenlos“.
  356. Mein Nachbar, der ein tüchtiger Handwerker ist,  produziert ständig Bequemlichkeit, der aber selbst durch sein Arbeiten das Gebot der Bequemlichkeit unterläuft. Seine Nachbarin ist  in der Bequemlichkeit angekommen. Sie sitzt nahezu den ganzen Tag, obwohl aus dieser Lebensweise viele ihrer Krankheiten entstehen.
  357. In der  motorisierten Welt hat der autonome Mensch keine Funktion. Aber um dem Leben eigene Bedeutung und Werte zu verschaffen, ist subjektive Erfahrung und Bewusstsein nötig. Die Menschen machen sich aber selbst zum Cyborg nach der Maxime „Ich will, was das System will.“ Aber wir können den Stecker, der in uns steckt, selbst herausziehen. Tun wir es!
  358. Wer auf Konsumebene sich prinzipiell für das Billigste entscheidet, ist strukturell ein Kapitalist.  
  359. Nur ökonomisch, nicht auch human und ökologisch zu denken, ist ein großer Verlust.
  360. Die  reale Welt wird zunehmend zu einer medialen. Damit erübrigt sich die Frage nach dem Ding an sich und  nach Wirklichkeit, die sich medial unendlich vermehren kann.

  361. In der medialen und motorisierten  Moderne gibt es  nur noch körperlose Iche, die keine Erfahrung mit (widerständiger) Materie haben, d. h. tumbe Menschen, die tendentiell nur  noch eine Funktion des Kapitals sind.

  362. Die Cloud ist eine Mystifizierung einfacher Vorgänge. Die Cloud wird ideologisch in Metaphysik transformiert.
  363. Naturschutzaktivitäten gelten bei Rechten  als diktatorisch, wenn sie den Menschen und die Wirtschaft einschränken.
  364. Es ist ein großes Geschenk, auf offene Menschen zu stoßen.
  365. Man muss schon abwägen zwischen Klimaverschlechterung und und Bequemlichkeit.
  366. Der konkrete Naturschutz schützt nicht die Natur als  Ganzes, sondern immer nur einen winzigen Teil der Natur. Naturschutz besteht also aus einer Summe kleiner „Schutze“. Deswegen haben es seine Kritiker so leicht so mit ihren Argumenten: „Wegen einiger Kröten  wird dieser Straßenbau verhindert.
  367. Schulden bewirken oft vorgezogene Umweltzerstörungen bzw. Umweltbelastungen.
  368. In einem kleinen Laden sage ich zu seiner Besitzerin: Schön, bei Ihnen einkaufen zu können." Sie: „Ich schließe am Monatsende.“

  369. Vorsicht: Die Versprechungen vieler Waren und Dienstleistungen sind Betrug am Sein und Dasein.

  370. Der Tauschwert wird zunehmend zu einer alles entscheidenden essentiellen Eigenschaft einer Ware oder Dienstleistung. Eine Eigenschaft, die mit einer materiellen durchaus vergleichbar ist.  

  371. Das aus meiner Ansicht Fatale des Klimawandels besteht darin, dass immer mehr Menschen die Folgen dieses Wandels nicht als existenziellen Verlust empfinden: Unterhaltungsmedien, Komfort und Bequemlichkeit, große Autos, Fernreisen, Einkaufszentren und Eventangebote bieten einen Ersatz, der als höherwertig bewertet wird als die profane Wirklichkeit.

  372. Die sich selbst als autonom definierenden Konsumenten denken fälschlicher Weise, sie seien  autopoietische Systeme.

  373. Vermutung: Ohne intensive Fremdenergie gäbe es wesentlich weniger Nachteulen.

  374. Die Dominanz des Veränderlichen im Bewusstsein ist der Triumph der Sinnlichkeit über das Denken. 
  375. Eine literarisch formulierte Alternative: „Walter Kappacher ist jemand, der denkt in einer ganz kleinen Welt, in einem kleinen Ausschnitt unserer Welt ist so viel zu entdecken, dass das eigentlich ausreicht für ein Werk und für ein Leben“ (aus einem Interview, das Frank Meyer mit dem Autoren führte). Und: „Die Sensation der Stille, der Furor der Langsamkeit, die Revolution der Ereignislosigkeit, all diese Momente, die ein Ich dazu zwingen, seiner selbst gewahr zu werden, verdichten sich zu einem Roman des Selbstversuchs einer Figur, zu so etwas wie einer Art geläuterter Existenz vorzudringen. Diese Prosa zeichnet etwas Zwingendes aus. Sie bringt den Leser dazu, das Tempo zurückzunehmen und sich eine spitzfindige Form der Genauigkeit anzueignen“ (aus einer Rezension von Anton Thuswaldner).Das spezifisch Kapitalistische ist  die Verabsolutierung des Profits, also nicht die Wirtschaft, sondern das Kapital beschwert das Leben der Bürger mit Unnützem. Anders gesagt: Ich verstehen unter Kapitalismus eine Form des Wirtschaftens, in der der Profit das alleinige Ziel des Wirtschaftens ist und nicht die Befriedigung realer Bedürfnisse der Menschen.
  376. ie Mathematik der Bequemlichkeit“ ist die Restrationalität des Konsumbürgers.
  377. Sinnvoll wären auch ein Lob der Dunkelheit und eine Kritik der Beleuchtung, die künstlich ist. 
  378. Wie viel Wahrheit ist den Konsumbürgern eigentlich zuzumuten?
  379. Heute findet eine Verengung des griechischen Glücksbegriffs (Epikur) auf Waren und Dienstleistungen statt.
  380. Die traditionelle Linke hat ihr kritisches Vermögen allein auf die Verteilungsfrage reduziert. Damit haben sie auch die Dialektik von Inhalt und Form festgestellt. Ich übrigens auch, weil ich die Form vernachlässige.
  381. Fortschritt findet nur in der mechanischen und Motorentechnik statt. Der Rest kommt und will nicht mit. Das ist fatal. Da ist, als ob nur ein Teil des Körpers des Kindes wächst.
  382. Der oft gehörte Bürokratismusvorwurf richtet sich primär gegen Natur- und Umweltschutz.
  383. Der Tauschwert verändert im Bewusstsein den Inhalt  der Waren.
  384. Vernunft ist die Einsicht in die Notwendigkeit, z. B. wenn der ökologische Fußtritt zu groß ist.
  385. Statt Events „normales Leben“ wie in der Innenstadt oder in dem viel besuchten Cafe. Das ist das pralle Leben mit Nachhaltigkeit.
  386. Im Bild erscheint Welt im Schein, ist aber nicht Wirklichkeit; im Auto erscheint die Welt real, aber drastisch reduziert.
  387. Preise sind heute bereits tendenziell höherwertig als die Waren. Ohne dieses Merkmal  wären sie oft nicht gekauft worden.
  388. Systemtheoretisch ist Ökologie weder im Kapitalismus noch im Sozialismus ein Code. Im Kapitalismus ist der Code Profit, im Sozialismus die gleichmäßige Verteilung. Beide Codes wirken für die Vergrößerung des Ökologischen Fußtritts. Die Politische Ökologie muss deshalb einen dritten Weg gehen und  von beiden Ansätzen das Gute integrieren.
  389.  Reichtum ist kein erstrebenswertes Ziel. Mir ist es ein Rätsel wie das ein Ziel sein kann. Es gibt ein materielles Optimum.
  390. Konsumorientierung, Autofixierung und intensive Nutzung von Unterhaltungsmedien bilden oft eine Einheit.
  391. Warum werden die Schäden durch den Konsum nicht öffentlich diskutiert?
  392. Über Preise werden die Menschen wie Marionetten an Strippen in ihrem Denken, Fühlen und Handeln bestimmt.
  393. Das Kapital vermittelt sich zur Hauptsache über die Gier und Bequemlichkeit. Reichtum wird nur warenförmig definiert und von den Konsumenten übernommen.
  394. Nur noch im Reisen wird dem Bedürfnis nach Metaphysik und Wahrheit nachgegangen - und oft verfehlt.
  395. Im Alltag lebt man  zunehmend in einem Reich (oft Gefängnis) der Zeichen.
  396. Das Denken in Preisen  zerstört Poesie.
  397. Wenn ich von der Herstellung und Verkauf von Waffen und überflüssigen Konsumgütern lebe, freue ich mich, wenn diese nachgefragt werden.
  398. Empfehlung: Eine „vorbereitete Umgebung“ (Maria Montessori) schaffen, die das vorhandene  Potential fördert und nicht behindert.
  399. Wer von Menschen geschaffene Prozesse als naturwüchsig interpretiert, verzichtet auf Freiheit – und übernimmt keine Verantwortung, obwohl er es müsste.
  400. Wichtig ist,  ein Organ bzw. Gespür für Sättigung zu haben.
  401. Grüne sind ökologisch gesehen ein welkendes Projekt. Dieser Prozess begann, als Themen wie Sozialismus, Minderheitenpolitik usw. als gleichwertig im Programm aufgenommen wurden.
  402. Ein Leben im Kapitalismus fördert das Indoor-Leben auf Kosten des Naturerlebens.  Übrigens gehört  Autofahren auch zum  Indoor-Leben.

  403. Die Bedürfnisse des Menschen können qualitativ  alle möglichen Werte und Unwerte annehmen und sind quantitativ  im Gegensatz zur Ökologie unbegrenzt. Aus diesem Gegensatz ergeben sich die entscheidenden Probleme der Gegenwart.

  404. Wenn man wie Trump die Realisation der vom Kapital erzeugten Bedürfnisse zum einzigen Ziel seiner Politik macht, ist diese Politik zweckrational.

    Sie ist die Logik des Kapitals. Das erklärt die  Faszination und weltweite Anhängerschaft dieser Politik.  

  405. Wenn erst einmal das Auto und Unterhaltungsmedien die Macht im Leben eines Menschen errungen haben, verliert er sein Wesen.

  406. Wo trifft man keine Hässlichkeit? In den Werbeprospekten.

  407. Zwischen Nachbarn gibt eine optimale Kommunikation, nicht zu lang und nicht zu kurz. Sie dient primär der gegenseitigen Anerkennung.  Sie  findet immer weniger statt, weil der Lebensalltag zunehmend durch Ausstattung und Medien individualisiert wird. Die Folge ist soziale Isolation.

  408. Wie kann man sein Leben allein für den Konsum funktionalisieren?

  409. Dinge i. w. S. haben Resonanz, aber die Menschen bemerken es nicht wie der Schlachter, wenn er das Tier tötet. Wir desensibilisieren unsere Fähigkeit zum Mitleid. Das habe ich zum ersten Mal im Winter an einem zugefrorenen See mitbekommen, in dem ein Reh ständig einsackte. Auf meine Bitte, ihm zu helfen, fuhr der Bus, in dem wir saßen, kommentarlos weiterfuhr. Nicht die Spur eines Versuchs.

  410. Bestimmte Formen der Konsums zerstören die Erde und müssten deswegen verboten werden. Auch wenn sie viele Arbeitsplätze schaffen. Selten ist das Böse so geschützt worden. Freiheit für die Zerstörung ist die Forderung der Gegenwart. Das Arbeitsplatz-Argument kommt so rüber, als ob es keine Alternative gäbe.

  411. Kontaktlosigkeit zur Außenwelt erzeugt auch Kontaktlosigkeit zu sich selbst, d. h. es gibt dann auch keine inneren Kontakte.

  412. Gegen die ständige Sucht nach Neuem.

  413. Es fehlen Unterscheidungskriterien zwischen Schein und Wirklichkeit. Das scheint mir das Einfallstor zur Auflösung des Natur- und Wirklichkeitsbegriffs zu sein, weil der Schein übermächtig wird, d. h. die dominierende zur Umwelt wird.

  414. Er arbeitet für die Bequemlichkeit, aber weil er arbeit, lebt er nicht bequem.

  415. Die Bestimmung der „Sieben Todsünden“ ist aktueller denn je. Warum ist hier die Kirche nicht offensiv?

  416. Wenn man kein Online-Käufer ist, hat man die Chance, Bekannte in einem Einkaufszentrum zu treffen, aber nur dort, nicht mehr auf der Straße.

  417. Dem Zufall mehr Chancen geben erhöht die Lebensqualität, so zu Fuß gehen  statt mit dem Auto zu fahren.

  418. These: Man ist gut beraten, eher das Gegenteil der Werbung zu folgen. Ist aber auch nicht die ideale Lösung.

  419. Nicht „Entdecke die Welt“, „Entdecke das Leben.“

  420. Die Aussage „Ich finde das langweilig“ ist formal akzeptabel, aber nicht „Das ist langweilig“ (als Indikativ).

  421. Der ökologische Fußtritt muss ein zarter, fast nicht sichtbarer sein.

  422. Wenn Argumente den Status von Naturwüchsigkeit erlangen, müssen Alarmglocken läuten.

  423. Werbung will nicht das Glück ihrer Leser, sondern ihren Profit.

  424. In meinem Denken ist das Böse partiell in die Waren gekrochen.

  425. Warum nicht private Wege auf Zeit und Widerruf für die Öffentlichkeit freigeben solange kein  Vandalismus herrscht?

  426. Es ist ein qualitativer Unterschied, ob ich über einen schönen Ort des Spazierens informiere oder wo ein Schnäppchen zu haben ist.

  427. Städte reduzieren sich auf Wohnungen, Straßen und Einkaufszentren.

  428. Wer die Definitionsmacht über Gut und Böse hat, hat die Macht – aber mit Abgründen.

  429. Wer auf Gerechtigkeit setzt, und das heißt heute materielle Gleichheit, heizt das Wirtschaftwachstum an.

  430. Es ist kein Zufall, dass Handwerker oft Pfennigfuchser sind und alles das als unbedeutsam erklären, was nicht berechenbar ist.

  431. Einige Warum-Fragen:Warum wehrt sich keine Stadt oder Dorf, wenn sie wegen der autogerechten Strukturen immer hässlicher werden? - Warum revoltiert nicht das ökologische Gewissen gegen ihre Träger? - Warum stehen keine Liegen oder Strandkörbe neben der Autobahn? - Warum wohnen Autoliebhaber nicht an vielbefahrenen Autostraßen? - Warum sitzen Menschen täglich bis zu zehn Stunden ununterbrochen vor dem Fernseher? Nach was sehnen sie sich? - Warum haben oft kleine Leute SUVs, Kleinbusse und große Limousinen?

  432. Für die zeitgemäßen Konsumorientierten spielen ökologische Notwendigkeiten keine Rolle, sie werden von ihnen überhaupt nicht registriert. Die SUVs, Kleinbusse, Limousinen sind Symbole für diese Haltung. Ihr Motto: Keine materiellen Grenzen akzeptieren.   

  433. Konsumkritik in der vorliegende Form und Inhalt wird weder von den Rechten sowieso nicht, aber auch nicht von Linken thematisiert und kritisiert.

    - Wann gibt es Demos mit dem Motto „Wir wollen den billigerem Atomstrom“.

  434. Eine nachtaktive Lebensweise  ist sehr energieaufwendig.

  435. Die ökologischen Notwendigkeiten werden nun vollkommen zerrieben zwischen kapitalistischem Wirtschaftswachstum a la Trump und die Verteilungsforderungen der Linken, die den bestehenden Waren- und Dienstleistungskorb selbst nicht in Frage stellen.

  436. Im Kapitalismus hat die Wertefrage keinen systematischen Platz noch  Legitimation; der einzige Wert sind die Regeln des Kapitalismus.

  437. Es ist ein Riesenfehler, Mensch und Natur als Gegenpole zu interpretieren im Sinne: Der Mensch hat Vorrang.

  438. Die Grünen betreuen die Ökologie neben vielen anderen Themen. Bei Robert Habeck ist sie offensichtlich  Hauptthema.

  439. Tendenz: Technologische Strukturen und die Wirtschaft regulierten  die Kontakte zu sich selbst und zur Außenwelt.

  440. Das gegenwärtige Hauptproblem ist der individuelle und bedingt gesellschaftliche Reichtum, der Leben als Event inszeniert.

  441. „Small is beautiful“ ist auf materieller Ebene fast uneingeschränkt wahr. Small  ist der große Gegenbegriff zur gegenwärtig dominierenden Wachstumshaltung.

  442. Städte verlieren zusehends ihre Urbanität und werden deshalb immer homogener.

  443. Metaphysik oder Poesie gibt es heute fast nur noch als Event in Waren- und Dienstleistungsform.

  444. Konsumorientierte leben ein Leben ohne Metaphysik. Das ist schlechter Subjektivismus bzw. Individualismus.

  445. Gehen, Radfahren Wandern, Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln sind Wehren gegen diese Enteignung.

  446. Grundsätzlich gilt: Die Motoren ersetzen die Muskeln, die Medien ersetzen Wirklichkeit.

  447. Menschen, die  bezüglich Raum und Zeit ein begrenztes Leben führen, sind gar nicht so dumm, weil die Intensität ihres Lebens gesteigert wird.

  448. Entweder  sind Leute mit einem Auto, Online-Katalog, Fernseher, Buch oder Ehepartner verheiratet.

  449. Dass das Konstante schlechter sein soll als das ständig Neue, ist noch lange nicht ausgemacht.

  450. Die Gier wurde im Gegensatz zu den 7 Todsünden des Mittelalters mit dem Kapitalismus gesellschaftsfähig.

  451. Ist denn Berühmtwerden und Millionärwerden ein erstrebenswertes Ziel? Verwechselt man diesen Zustand nicht mit Glück oder Sinn?

  452. Ich favorisiere eine  lebendige Logik im Sinne von „Dem Zufall mehr Chancen einräumen“:

  453. Der eigentliche Skandal besteht darin, etwas zu tun, um die Zeit totzuschlagen.

  454. Werbung wirkt auf den Konsum, Konsum auf die Werbung.

  455. Wer die Wirtschaft wie Trump und viele Zeitgenossen verabsolutiert und nur noch in dem von ihr produzierten Konsumkosmos lebt, ist ein Barbar.

  456. Für die zeitgemäßen Konsumorientierten spielen ökologische Notwendigkeiten und Grenzen keine Rolle, sie werden überhaupt nicht registriert. Die SUVs, Kleinbusse, Limousinen sind Symbole für diese Haltung. Motto: Keine materiellen Grenzen akzeptieren.   

  457. "Wo endet logisch die Bequemlichkeit, wenn sie uneingeschränktes Ziel ist? Im Stillstand und das ist der Tod."

     Ist denn Berühmt- oder  Millionärwerden ein erstrebenswertes Ziel? Verwechselt man diesen Zustand nicht mit Wahrheit?

  458. Gebe Deinem Leben dem Zufall mehr Chancen, und es wird reicher. So gehe zu Fuß durch die Stadt, fahre mit öffentlichen Verkehrsmitteln, gehe ins Kino statt zu Hause vor dem Fernseher zu sitzen und kaufe in Läden ein.

  459. Geizig ist, wer anderen nichts abgeben will. Sparsam ist nicht geizig (Axel Capus).

  460. Kirchenglocken höre ich gerne: Sie erinnern einen daran, dass es etwas gibt, was außerhalb von uns liegt.

  461. Der zeitgemäße Mensch hält es  nicht mehr mit sich allein aus, auch nicht er in seiner unmittelbaren Umgebung. Es muss noch eine Addition (meistens medial) vorhanden sein.

  462. Handlungsmaxime des perfekten Konsumbürgers: „Lieber Haben als Brauchen“ (Graffitti an einem Bahnwaggon).

  463. Durch den Klimawandel schmilzt den Eisbären das Eis so schnell unter den Tatzen weg, dass ihnen keine Zeit bleibt, sich anzupassen. Weil sie nicht mehr genügend Nahrung finden, suchen sie sich ihre überlebenswichtige Nahrung in nahen Dörfern. Dort ist es dann jeweils nur eine Frage der Zeit, bis es zu unliebsamen Begegnungen mit Menschen kommt (WWF).

  464. Jede materielle Produktion i. w. S. geht auf Kosten der Natur. Alle Rohstoffe waren ursprünglich Natur. So wird bei der Erzgewinnung zu allererst die entsprechende Erdoberfläche denaturiert. Das ist immer ein Nullsummenspiel.

  465. Mein Neujahrswunsch: Ein nicht mit Schein erfülltes Jahr.

  466. Der ökologische  Zustand der Erde verlangt nicht, was man tun soll, sondern was man aus ökologischer Perspektive nicht tun soll. Zwischen beiden besteht ein großer Unterschied.

  467. Lebenswichtige Ermahnungen, die nicht zur Kenntnis genommen werden, zu wiederholen, ist sinnvoll.

  468. Die mediale Moderne macht die ontologische Differenz zwischen Schein und Realität deutlich – wenn sie denn überhaupt bemerkt wird.

  469. Gebildet ist heute derjenige, der weiß, wo der Einschaltknopf von Unterhaltungsmedien liegt, der Auto fahren kann, weiß, was billig ist und sich im Online-Handel auskennt.

  470. 4.0 = totaler Verzicht auf Menschen. Die Folge: Er wird enteignet.

  471. Bequemlichkeit ist das dominante  Ziel der Gegenwart,

  472. Im Urlaub, auf Festen und Events sucht der Mensch andere Menschen; in der Mobilität und in der Nachbarschaft meidet er andere Menschen. Höhepunkt der Entfremdung  ist hier der Online-Kauf.

  473. Ich  bin gegen die Schaffung gleicher Lebensbedingungen. Lebensbedingungen können sehr verschieden sein.  So die Schaffung einer Verkehrslandschaft für den motorisierten Individualverkehr. So die Realisation, dass jedes Haus mit dem Auto erreichbar sein muss.

  474. Wenn die Dinge keinen Selbstwert mehr haben, sondern nur noch Mittel und Instrumente sind, dann wird die Welt medial. Das ist die mediale Moderne.

  475. „Trashmenschen“ leben  oft ökologischer als Konsumbürger auf universalem SUV-Niveau.

    Gegenüber Dingen i. w. S. kennen wir keine Dankbarkeit, weil sie ja Sklaven von uns Menschen sind – meinen wir zumindest.

  476. Bis 1950 waren auch kleine Städte und größere Dörfer in ihren Strukturen autonom.

  477. Aus Werbung von Media Markt: „Hauptsache Ihr habt Spaß“. Das ist der neue Sinn des Lebens. Media Markt kennt die durch die Werbung verursachten dominierenden Bedürfnisse.

  478. Meidet nicht die Schwierigkeiten und Anstrengungen, sondern sucht sie auf, wenn sie euch weiterbringen.

  479. Zwischen Umweltpolitik und Sozialpolitik besteht auch ein negativer Zusammenhang, wenn die Sozialpolitik ökologische Politik verhindert.

  480. Die Ausblendung der ökologischen Schäden ist der Beweise, dass viele nicht mehr das Ganze bedenken.

  481. In der industriellen Moderne wird aus der  Natur, wenn sie gebraucht wird,  Rohstoff

  482. Grenzen werden grundsätzlich nicht mehr akzeptiert, weil sie nicht mehr als naturwüchsig wahrgenommen werden. Dass Grenzen, auch selbst gesetzte,  eine positive Funktion haben können, wird nicht mehr denkerisch zugelassen. Dass so gedacht wird, ist durch den Kapitalismus verursacht.

  483. Die Klugheit des Draußenbleibens ist nach wie vor äußerst sinnvoll.

  484. Das europäische Denken ist von Anfang an Produktionsdenken. Also keine Produktion zum Zwecke der Selbsterhaltung, sondern als Selbstzweck. In dieser Logik  ist Zeit immer Produktionszeit. Und alles dient letztlich der Bequemlichkeit und der Erweiterung der Reichweiten. Objektiv führt das zur Enteignung des Menschen. Selbst mein Bildungsstreben ist dieser Logik unterworfen. Diese Dynamik zu ändern, ist ökologische Aufgabe.

  485. Der Begriff „Sozialverträglichkeit“ löst sofort eine ökologische Vollbremsung aus.

  486. Ich wünsche mir für dieses  Jahr, dass der Wert des Lebens überall gestärkt wird, dass bei den zeitgemäßen Bürgern Widerstand entsteht, wenn Leben ohne Not durch Motore ersetzt wird.

  487. Oft informiere ich mich bei amzon, was ein bestimmtes Buch kostet, kaufe es aber selbstverständlich bei meinem Buchhändler in der Innenstadt. Ich bin also ein umgekehrter amazon-Kunde. Ein schlechtes Gewissen habe ich hier nicht.

  488. Wer Macht will, ist in seinem Inneren leer. Er braucht sie.

  489.  Woher bloß die Sehnsucht, Millionär zu werden? Als ob damit die existentiellen Probleme gelöst werden. Als ob unbegrenzt Geld zu haben, das große Glück, so eine Art Paradies sei. Das ist der denkbar größte Irrtum, der von den Menschen unreflektiert übernommen wird. Als ob ein müheloses Leben erstrebenswert sei. Glück kann man nicht kaufen. Das zu denken, ist platter Materialismus. Fazit: Dem großen Geld und der motorisierten Technik wird magische Kraft zugesprochen. Etwas anderes ist der Wunsch, materiell abgesichert zu sein
  490. Komfort ist kein absoluter Wert.
  491. Zum Erhalt  des gegenwärtigen materiellen Lebensstandard gibt es keine alternative Wirtschaftsweise zum Kapitalismus. Verzicht auf Globalisation heißt Reduzierung des materiellen Lebensstandards, aber nicht der Lebensqualität.
  492. Die Deutschen konnten oder wollten nach der „Niederlage“ im Jahre 1945 nicht darüber trauern, was sie an Schrecklichem angerichtet hatten, stattdessen ertränken sie diese Gedanken in Aktivitäten, sprich Wirtschaftswachstum.
  493. Zweit-, Dritt- und Viertwichtigstes nicht zu tut, weil das Wichtigste nicht volllbracht worden ist, ist das das Ende der Kultur und Ethik.
  494. Expansion ist oft Verbunden mit Nicht-Wissen.
  495. RTL, Bildzeitung usw. vermitteln  keine Kultur, müssen deshalb auch öffentlich  kritisiert werden. Diese Trashkultur hat inzwischen alle Schichten durchsetzt und ist dominierend geworden. Deren Kritik ist deshalb  keine Unterschichtenkritik.
  496. Man kann ein relatives autonomes Leben oder ein fremdbestimmtes Leben leben.
  497. Wer sich nicht der kapitalistischen Logik ergibt, fällt aus der Gegenwart heraus. Sein Denken ist nicht zeitgemäß. 
  498. Bei dem gegenwärtigen steigenden Energiebedarf sind neue  AKWs nicht aufzuhalten
  499. Für die Europapolitik muss Verschiedenheit grundsätzlich einen hohen Wert einnehmen. In bestimmten Situationen  höherwertig als der Wert Gleichheit.
  500. Von der Verteilungsfrage zur Wertefrage entspricht von der von Quantität zur Qualität.
  501. Schiere Größe als  schön zu empfinden, ist Mangel am Schönheitssinn.
  502. Zum Brexit: Müssen denn alle Verkehrsschilder gleich sein und überall nur eine (1) Sprache gesprochen werden oder die Qualität des Kaffees gleich sein? Der Brexit ist sinnvolle Opposition gegen die Globalisation, wenn damit gleichzeitig die Negation des gegenwärtigen Warenkorbs akzeptiert wird.
  503. Der Kreuzfahrtboom ist auch Ausdruck eines passiven Lebensstils.
  504. In vielen Städten wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und begrenzt um 1970 Parks i. w. S. errichtet, die jetzt zunehmend für Straßen und Nutzbauten „umgestaltet“ werden. These: Heute würden die Fußgängerstraßen nicht mehr errichtet.
  505. Da auch der moderne Mensch erst recht keinen inneren Spiegel hat, muss er die Frage, wer er nun sei, von Anderen beantworten lassen. Heute sind die Anderen Medien, technische Geräte, bestenfalls Dienstleistungen.
  506. Die Position der sich selbst als autonom definierenden Konsumenten kann man wie folgt beschreiben: Sie sehen sich als  ein autopoietisches System, das sein Materiel aus der inzwischen ruinierten Natur bezieht.

  507. Entweder man unterstützt das materielle Wirtschaftswachstum oder eben nicht. Hier gibt es eindeutig ein Enten-Eller.
  508. Das Kaufen selbst (an sich) wird zunehmend zu einem  Selbstzweck. Das wird nicht nur von der Wirtschaft, sondern auch vom Staat und Gesellschaft gefördert.
  509. Temperatures at the North Pole could be up to 20 degrees higher than average this Christmas Eve, in what scientists say is a record-breaking heatwave (BBC).
  510. „Überall begegnet uns die kultische Verehrung des Neuen, die oft mit dem Verlust von Gestern einhergeht“ (Marietta Piekenbrock FAZ, 21. 12.16).
  511. Man kann die Welt entweder mit Schönheit und Vernunft  oder mit Destruktion  und Irrationalität füllen.
  512. Krimis, teilweise auch Nachrichten, leben  von der versteckten Blutrünstigkeit vieler Menschen.
  513. Moderne denkt nur final, d. h. nur das Ziel interessiert. Der Satz „Der Weg ist das Ziel“ ist in dieser Perspektive vollkommen irrational und damit unverständlich.
  514. Je schwächer das innere Licht, desto mehr elektrisches Licht und Motore werden gebraucht.

  515.  Bewohner oder Bürger. Das entspricht Bourgeois und Citoyen.

  516.  Vier Möglichkeiten: „Ich fahre Auto, also bin ich“, „Ich sitze vor dem Fernseher, also bin Ich“ Oder „Ich lerne, also bin ich“, „Ich helfe, also bin ich“

  517. Ich möchte nicht wissen, wenn Atomstrom 20 Prozent billiger angeboten würde, wie viele Bürger sich für ihn entscheiden würden.

  518. Man muss ja den Slogan aus der SDS-Zeit „Macht kaputt, was Euch kaputt macht“ nicht wortwörtlich nehmen, aber sinnvoll und akzeptabel ist er in der Formulierung „Meidet, was Euch kaputt macht.“

  519. Inzwischen begehrt man fast nur noch die Hardware, nicht die Software, wenn für ihre Aneignung Arbeit verlangt wird.

  520. Ich bin ein umgekehrter Amazonnutzer: Ich informiere mich oft bei Amazon, kaufe aber vor Ort.

  521. Wer günstig zu seinem höchsten Prinzip macht, „entheimat“ sich.

  522. Innenstädte, wie in Flensburg das Duborg-Viertel, könnten autofrei enorm an Attraktiviät gewinnen. Die Straßen  wären wieder ein Ort des Treffens und für Kinder Spielort. Selbst Kinderwagen könnte man bei Sonnenschein vor die Tür stellen. Kleine Läden würden entstehen. Vielleicht an der Peripherie ein Parkhaus für  Autos der Einwohner errichten.
  523. Überschuldungen fördern zumindest das gegenwärtige Wirtschaftswachstum.
  524. Weil man Selbstbildung nicht mehr als Aufgabe sieht, sind uneigentliche Tätigkeiten wie Unterhaltungsmedien und Autofahren so unkritisiert. Im Zug kann man lernen.
  525. Gegen die Amazon-Welt mit Drohnen und geschlossenen Geschäften.
  526. Gleiche Lebensbedingungen müssen nicht erstrebenswert sein, im Gegenteil, denn sie erzeugen äußerlich und innerlich gleiche Menschen. Und das ist langweilig.
  527. Das Verhalten der Konsumorientierten wird über Preise determiniert bzw. gegängelt.
  528. „Es kann nicht sein, dass nur Autos und Elektrogeräte uns zu besseren Menschen machen. Es muss so sein, dass unser Theaterstücke, unsere Romane, Lieder, Fotografien, Gemälde, Zeichnungen, Gedichte, Ballette, Opern und alle anderen Kunstwerke außergewöhnlich vielfältig, unerwartet und lebendig sind. Wenn wir kein Geld haben, dann haben wir eben kein Geld – Kunst kann billig sein, ohne dass sie deshalb schlecht, giftig, hasserfüllt sein muss. Das ist eine notwendige und wichtige Wahrheit“ (die Schriftstellerin A. L. Kennedy aus ihrer Dankesrede für die Verleihung des Heinrich-Heine-Preises der Stadt Düsseldorf).
  529. Die Leugnung oder Verdrängung der ökologischen Situation läuft nicht über Fakten, sondern über Emotionen, ist also postfaktisch.

  530. Der Zwang, ständig Neues zu kaufen: Ein normales Fahrrad genügt nicht, es muss motorisiert und vernetzt sein. Das „Vernetzt“ oder „Motorisiert“ ist wichtiger als das Fahrrad.

  531. Ich kann eine Ferienunterkunft über ein Reiseportal buchen oder direkt über ein Gespräch bestellen. Im Gespräch höre ich  den Dialekt, der dort gesprochen wird. Das ist der entscheidende Unterschied.

  532. Mit dem Begriff Anthropozän sind sicherlich nicht Naturschutzgebiete gemeint, obwohl sie ja auch von Menschen errichtet werden.

  533. Dass die Vorstädte werden immer kälter werden, liegt zur Hauptsache darin begründet, dass es dort keine sozialen Orte wie kleine Läden, Kneipen usw. mehr gibt. Warum? Die Bürger sind keine Bürger mehr, sie fahren stattdessen in die großen Einkaufszentren, an die sich zunehmend auch Dienstleister wie Ärzte, Fachgeschäfte usw. angesiedelt haben. Für diesen Trend ist die vermeintliche Bequemlichkeit  die  entscheidende Ursache
  534. Handeln im Konsumbereich befindet sich subjektiv und objektiv außerhalb des Bereichs der Ethik. Der Konsum hat sich einen ethischen Freiraum geschaffen. Aber Handeln hat immer eine ethische Dimension, denn sie hat auch immer negative Auswirkungen, die es zu vermeiden gilt. Leben ist Handeln und damit Angewiesensein auf Ethik.
  535. Der gegenwärtige  Heimatdiskurs denkt nicht motorisierten Individualverkehr als entscheidende Ursache für das „Verschwinden“ von Heimat.
  536. Wer setzt sich heute noch dem natürlich kalten oder gar regnerischen  Wetter aus? Einige Radfahrer.
  537. Wenn ich um 1955 aus der Tür unserer Wohnung in einer Kleinstadt trat, hatte ich sofort Kontakt mit Nachbarn, und sie wechselten ein nettes Wort, zumindest einen Blick mit mir.  Heute steigt man ins Auto, fährt fünf Kilometer und trifft dort vielleicht ein bekanntes Gesicht. Und feiert das als großen Fortschritt.
  538. Knappheit ist ein subjektiver Begriff, sie ist die Basis und das Wesen der Wirtschaft. Alles Handeln beruht letztlich auf Knappheit. Jenseits der Knappheit funktioniert Ökonomie ansetzen. Hier liegt die Chance der politischen Ökologie.
  539. Die erkenntnistheoretische Transformation von der Substanz zur Funktion wird nun im Alltagsbewusstsein vollzogen: im Fernsehen ist alles symbolisch, d. h. irreal-unwirklich, im Auto ist die Umwelt eine drastisch reduziert visuelle. Nicht die Substanz, nicht die Wirklichkeit, sondern die Möglichkeiten interessieren.

  540.  Sich für „großen“  Sport aus der Zuschauerperspektive zu interessieren, ist aus mehreren Gründen Quatsch. Woher bloß dieses Interesse?
  541.  Das reine Vorantreiben der Digitalisierung lehne ich ab. Es muss von einer kritischen Reflexion begleitet werden, wo und wann sie eingesetzt werden darf. Digitalisierung ist immer mit dem Verlust von Wirklichkeit verbunden.
  542.  Es muss sich rechnen“. Diese Maxime ist höchste Entscheidungsinstanz, ob ein Projekt realisiert werden soll oder nicht.

  543.  In einem System leben heißt, dass die Bewohner dieses  Systems keine Umwelt haben, ihre  Umwelt liegt vollkommen im Dunkeln. Das gegenwärtig dominierende System wird alternativlos bestimmt durch das Prinzip Konsum. Wenn hier die Nutzer der Waren und Dienstleistungen diese  kritiklos gutheißen, also keine Metaüberlegungen anstellen, sind sie in der Falle. Das subjektive Gefühl und Rationalisierung sind kein absolutes Argument, die Werte dieses Systems einzuschätzen. Das wissen wir aus leidvoller Vergangenheit.  
  544.  Die direkte Anwesenheit einer bestimmten Menge von Leuten z. B. in der Stadt oder im Theater schafft automatisch Bedeutung.
  545.  Wenn man vom Ideal des Billigsten ausgehe, ist der Tag vollkommen mit entsprechenden Aktivitäten ausgefüllt.
  546. Wie soll ein Mensch, der jeden Tag zehn Stunden ununterbrochen vor dem Fernsehapparat sitzt ein sinnvoller Gesprächspartner sein? Ist diese Frage arrogant?
  547. In Bezug auf Nahrung wird die ökologische Wertefrage am ehesten gestellt.
  548.  Wilhelm Haufs „Kaltes Herz“ ein gutes Beispiel konservativer Kritik.
  549.  Wir können leer auf Dauer nicht ertragen, deswegen laufen ständig die Fernsehapparate und die Autos. Auf die Idee, Leere mit eigenen Inhalten zu füllen, kommen immer weniger Menschen.
  550.  Meine  wünschenswerte Zukunft: Die zukünftige Wirtschaft ist in quantitativer Hinsicht  statisch, in qualitativer  Hinsicht dynamisch.
  551.  Wenn jemand allein in den Unterhaltungsmedien und in der Konsumwelt lebt, nimmt er deren Eigenschaften an, so Egoismus, Anpassung, Passivität, zahlenorientiert.
  552. Die Vielfalt von Sendungen und Nachrichten in den Zeitungen sorgen strukturell für den Rückgang von Bildung.
  553. Die Moralisierung, aber auch die Entmoralisierung (= Verabsolutierung der Freiheit) haben beide begründete Grenzen.
  554. Wenn Leben Vernunft ist, dann ist intensive Motoren- und Unterhaltungsmediennutzung unvernünftig. Maxime: Nicht Ressourcenverbrauch steigern und beschleunigen, sondern verlangsamen. Je größer der Ressourcenverbrauch, desto größer die Emissionen.
  555. Man muss daran arbeiten, nicht generell feststellbar zu sein.
  556. Freiheit besteht darin, die jeweilige Determinierung zu wechseln, d. h. aus Determination A in Determinierung B zu wechseln. Mehr ist nicht drin. Fernsehen ist schlechter Determination, einen anspruchsvollen Text  lesen ist gute Determination. Es kommt alles darauf an, von dieser Wahl zu wissen. Tödlich ist, bestimmte Determinationen als naturwüchsig zu interpretieren.
  557. Eine gute Sucht ist die Sucht nach Lebendigem, nicht Lebendigkeit im Schein wie im Fernsehen oder beim Autofahren.  
  558.  Industrialisierung erweitert drastisch die Fremdbestimmung, weil der Mensch nun eine Funktion dieser Funktionen wird.
  559. Statt Wutbürger sind  denkende Mutbürger gefragt.
  560. Die Konzentration auf Komfort und Konsum erstickt deine Seele.

  561. Sich auf den Konsum zu konzentrieren führt aus Zeit- und Niveaugründen zur Verdummung.
  562. Vereinfachte  und bequeme Bedienung von Maschinen haben einen Preis: Die Nutzer werden ebenfalls vereinfacht und bequem
  563. Wir haben Geschenke, die wir oft nicht schätzen, weil man sie vielleicht nicht als sein Eigentum interpretieren kann. Ich denke da Demokratie, an Naherholungsgebiete und an öffentliche Verkehrsmittel.
  564. Der zeitgemäße Bürger ist immer zu Hause, sei es in einem statischen Wohnhaus oder in einem dynamischen Auto und Wohnwagen.
  565. Die typischen Neubaugebiete haben keinen Kern, wo man zusammenkommt. Mich interessieren nur  Orte, wo Menschen zusammengeführt und nicht  vereinzelt werden.
  566. Warum sollte ich den Wunsch haben, in der Elbphilharmonie zu wohnen? Nicht für geschenkt!
  567. Wirtschaftswachstum ist das entscheidende Merkmal kapitalistischen Wirtschaftens. Wirtschaftswachstum auch im Sozialismus ist im Kern kapitalistisches Wirtschaften. Deshalb ist der auf Wachstum fixierte Sozialismus nicht der Gegenbegriff von Kapitalismus.
  568. Mensch werde wesentlich – diese Maxime ist aktueller denn je.
  569. Unterhaltungsmedien entsprechen industriell hergestellte Fertiggerichte.
  570. Konsumorientierte Menschen verfügen über wenig Bildung, aber sie kommen im Konsumsystem bestens klar.
  571. Arbeitsplatzsicherung kann ein Totschlagargument sein“ (Helmut Neuber, Neumünster).
  572. Weil man nicht mehr zwischen Menschen  ist, wird die Welt zunehmend uninteressant (inter-esse).
  573. Unterhaltungsmedien und das Auto sind heute die realen Gleichmacher. Gleichmachen hier im negativen Sinn.
  574. Den Begriff Wachstum auf nichtnatürliche Prozesse anzuwenden, ist kategorial falsch.
  575. Menschen, die viel fernsehen, Auto fahren und verreisen sind in der Regel langweilig, weil sie nichts Eigenes haben.
  576. Je mehr Konsumgüter wir besitzen, desto ärmer wird die Umwelt und der soziale Zusammenhalt.
  577. Die Furie des Verschwindens hat offensichtlich  noch nicht Straßen- und Ortsnamen erfasst.
  578. Die Wirtschaft, wenn sie identisch mit der Gesellschaft wird,  ist von der Form totalitär-faschistisch.
  579. Der Kern der Politik Trumps ist eindeutig: Alles hat der Wirtschaft zu dienen. Auch wenn seine Entgleisungen diesen Kern  verdunkelt haben, haben  die meisten seiner Wähler diese Botschaft  begriffen. Trump ist der Präsident der Wirtschaft und Konsumorientierten, denn beide bilden eine untrennbare Einheit. Trumps Sieg ist der Sieg des nationalen Kapitals.

  580. Früher war jede Stadt und jedes Dorf  als Ganzheit wegen der Vielfalt und der vielen Einwohnern interessant, heute ist jede Stadt und jedes Dorf als Ganzes uninteressant, denn es fehlt Vielfalt und Menschen.  
  581.  Durch materielles Handeln wird die Natur in menschliche Bedürfnisse verwandelt. Deswegen gilt heute die Maxime: so wenig materiell  Handeln wie möglich.
  582. Ein Kaufmann ist idealiter  zu allererst ein „Kümmerer“, nämlich die Bedürfnisse seiner Kunden zu befriedigen.  Gewinn  steht nicht im Mittelpunkt
  583. Viele Bürger pflegen ein ökologiefreies Denken, Fühlen und Handeln.
  584. Die gegenwärtige Lebenswelt ist stark verengt  auf den Konsum.
  585. Die durch das Kapital verursachten negativen Auswirkungen werden zwar oft auch von den Betroffenen kritisiert, aber widerstandslos akzeptiert, da sie ja naturwüchsig seien.
  586. Das Kapital macht die Leute ver-rückt.
  587. Eine Aufgabe der politischen Ökologie: Normen lebbar machen.
  588.  Das Leben erfahren ist Aneignen; Erkennen ist,  das Leben auf den Begriff bringen.
  589. Sehen ist eine sehr schwache, schattenhafte Form der Aneignung.Das Sehen ist heute die dominierende Weltbegegnung, wenn sie nicht auf Zeichenebene stattfindet.
  590. Interessant sind nur dann Situation, wenn der Mensch aktiv in ihr (inter-esse) ist.
  591. Der Kern der Logik ist heute das Konzept  der Bequemlichkeit. Das Konzept der Bequemlichkeit beherrscht unser Denken. Bequemlichkeit ist der höchste Wert im Leben des zeitgemäßen Menschen. Man analysiere nur die Alltagsgespräche.
  592. Es gab eine notwendige Umerziehung, so die der Deutschen nach 1945, und eine schlechte, so die der Deutschen nach ca. 1960 zu Konsumbürgern, wobei diese Umerziehung nicht explizit geschah und als naturwüchsig angesehen wird.
  593. Die Schönheit des Lebens darf nicht auf Konsumgüter verengt werden: Konsum und Unterhaltung (Events). Dahinter nichts.
  594. Notwendige Umweltschutzmaßnahmen müssen realisiert werden, sie sind bei Eindeutigkeit kein Gegenstand demokratischer Entscheidungen. Wer bestimmt die Notwendigkeit? Das muss die Politik begründet leisten.
  595. Wir können die technisch-konsumorientierte Zivilisation nicht mehr kontingent denken.  
  596. These: Der Kern des Begriffs interessant bezieht sich auf Menschen, d. h.  man ist (esse)  zwischen Menschen.

  597. Erfolg hat heute einen höheren Wert als Wahrheit. Für viele Menschen ist Wahrheit überhaupt kein Thema mehr.
  598. Handeln aus Vernunft ist das Ziel, Verbote sind die ultima ratio.

  599. Es geht darum, dass jeder einzelne Mensch und die Weltgemeinschaft den Primat der Ökologie anerkennt und danach handelt.

    Wenn zwischen mir und Natur eine Glasscheibe vorhanden ist, sei sie eine Wohungs- oder Autoscheibe, bin ich nicht in der Natur. Dann ist die Wahrnehmung, nicht die Natur drastisch reduziert.

  600. Warum redet man nicht über die durch übermäßigen Konsum entstehenden Entfremdungen? Z. B. jeden Tag acht Stunden und mehr vor dem Fernseher zu räkeln.

  601. Schnelligkeit ermordet Raum.

  602. Nichtidentisches identisch zu machen, ist vielleicht der dominierende Trend der Neuzeit und Vergangenheit), aber nie so effizient wie in der Gegenwart
  603. Die Welt des zeitgemäßen Bürgers besteht nur noch aus Preisen und Events. Normale Schönheit und Glücksquellen werden nicht mehr zur Kenntnis genommen.
  604. Wie versteinert oder verängstigt müssen die Herzen derjenigen sein, die nicht gerne in öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Und das ist inzwischen die große Mehrheit. Nur im Urlaub sind sie etwas offener.
  605. Warum gibt es nicht das Bedürfnis Ich-befriedige-Bedürfnisse-und-bin-damit-zufrieden?
  606. Materielle Gleichheit durch Mehrproduktion herzustellen, wie das ja heute geschieht, ist ökologisch abzulehnen.

  607. Ich bin für bestimmte Verbote von Produkten, die ökologische schädlich sind und unnötig wie SUVs sind.

  608. In der politischen Ökologie gibt es absolute Werte ausgedrückt in der Belastbarkeit der Natur im Gegensatz zu Verteilungsfragen.

  609. Die Einsicht des Novalis, dass der Reichtum der Welt im Innern des Menschen liegt, ist heute nahezu obsolet. Auch Bildung ist primär ein Bauen am eigenen inneren Haus.

  610. Vorschlag: Auch im Konsumbereich das Subsidaritätsprinzip anwenden. So kaufe ich alle Bücher bei meinem Buchhändler in der Innenstadt, nur wenn es um antiquariarische Bücher geht, weiche ich auf andere Anbieter aus.

  611. Orientierung an Unterhaltungsmedien, Konsum  und Auto haben das gleiche psychische Fundament: Passivität,  bestehend aus Bequemlichkeit, Faulheit oder vielleicht auch Angst.

  612. Der emotionale Wert von Einfamilienhäusern stammt noch aus einer Zeit, wo der sie umgebende Garten noch existentieller Lieferant von Nahrung war und noch nicht zur Rasenmäherfron wurde.
  613. Je größer die Mobilität, desto kleiner die Chance, dass etwas entsteht.
  614. Die große notwendige Synthese: Erhalten und Verändern. Zwischen beiden gibt es ein Optimum.

  615. Unsere Kultur ist nicht weit entfernt von einer kannibalischen (ich denke an Schlachthäuser)
  616. Grundsätzlich sind Ortsveränderungen  ein positives menschliches Vermögen und Bedürfnis. Aber es ist mit Verlusten verbunden, wenn das Optimum verfehlt wird. Es müssen nicht immer häufige Fernreisen sein.
  617. Kein Mensch käme auf die Ideen, wenn er ein Photo betrachtet zu sagen „Ich sehe in die Ferne“. Deswegen  ist es pure Ideologie, einen Fernseher Fernseher zu nennen. Er müsste korrekt Nahapparat genannt werden.
  618. Die Lebensaufgabe eines jeden: Den externen Energiebedarf für nachvollziehbar Sinnvolles zu minimieren,  nicht für Spaß und Unterhaltung, auch nicht für Bequemlichkeit. Angemessener Energieverbrauch ist der Kern der Sittlichkeit. . Aber es gibt hier keine eindeutigen  Grenzen.
  619. Unterhaltungsmedien ersetzen das Leben der Zuschauenden.
  620. Die Mehrwertsverteiler (die traditionelle Linke) ist genauso ökologisch unverträglich wie die Vertreter und Befürworter einer  kapitalistisch verfassten Gesellschaft. Übrigens ist kapitalistisch Wirtschaften eine negative Teilmenge des Wirtschaftens und Konsumierens.
  621. Kleine und mittlere materielle Unterschiede im Einkommen müssen nicht zwangsläufig als ungerecht bewertet werden. Übrigens ist  absolute Gleichheit unmöglich, aber natürlich Gleichwertigkeit.
  622. Die Bedeutung des kapitalistischen Wirtschaftens wird heute maßlos überschätzt. Das Kapital reduziert Möglichkeiten der Selbstbegegnung  und der Weltbegegnungen.
  623. Die Menschen werden geistig kleiner und die  Waren immer mehr und größer.
  624. Nicht das ökologische Bewusstsein, das ja sehr verschieden ausfallen kann, ist entscheidend, sondern das ökologische Handeln.
  625. Viele Menschen denken, sie seien Ökologen, handeln aber nicht danach, bestenfalls in den Nischen, die das Kapital zulässt oder sogar fördert.
  626. Glasentsorgung, biologische Produkte kaufen usw. sind  lobenswert, genügen aber bei weitem nicht, was Not tut.
  627. Für die meisten Bürger ist die Konsumwelt die eigentliche Welt, dahinter gibt es nichts. Alle Bedürfnisse müssen in dieser Konsumwelt kompatibel sein.
  628. Ich bin für Verbote, wenn sie unnötigerweise die Natur und das Leben bedrohen. Aber besser wäre natürlich, wenn die Menschen von sich aus ökologisch, d. h. vernünftig handelten.
  629. Die ökologische Katastrophe, und das ist sie, beruht auf dem Handeln der großen Mehrheit der Bürger im Zusammenspiel mit dem Kapital.
  630. Insbesondere das Kapital, aber auch die Naturwissenschaften haben die Tendenz, alles Nichtidentische brutal auf Identität zu reduzieren.

  631. Auf Dinge und Gifte zu verzichten, ist kein Verbot, sondern Gewinn – das versteht jeder. Das gilt heute auch für viele Waren und Dienstleistungen.
  632. Das Viele, z. B. zu viele Informationen, macht entscheidungs- und lernunfähig. Es belastet.
  633. Ich bin immun gegen viele angeblich so wertvolle Warenangebote wie große Autos, Fernsehapparate, Fernreisen, Markenklamotten.

  634. „Wie sehr die Menschen, die sich zu Hunderttausenden auf einem kleinen Erdfleck angesammelt hatten, diese Erde, auf die sich drängten, zu verunstalten suchten, wie sehr sie sie mit Steinen zupflasterten, damit nicht aus ihr gedeihen konnte, wie sehr sie noch jeten, wie sehr sie alles mit Steinkohle und Petroleum verqualmten, sie sehr sie die Bäume stutzten und Tiere und Vögel samt und sonders verjagten – der Frühling war Frühling, selbst in der Stadt“ (Auferstehung v. Lew Tolstoi). 

  635. „Man erkennt den Spießbürger daran, dass er seinem normierten Leben eine Illusion von Würze zu geben versucht, in dem er die Kennzeichen randständiger Subkulturen usurpiert, diese als seine eigenen umdeutetet und sie entseelt, indem er sie industrieller Massenproduktion zuführt. Um sich selbst lebendig zu führen, hat der Spießbürger den Rockern das Motorrad und die Lederjacke gestohlen, den Hippies den VW-Bus und den Proletariern den Fußball … entwendet“ (Alex Capus, Das Leben ist gut, S. 216“).

  636. Marx bejaht ebenfalls die Zerstörungen durch das Kapital als Voraussetzung für den Sozialismus. Deswegen haben Linke kein Verständnis für Tradition und Konservatives.

  637. Die Geschichte einer Stadt ist heute eine Niedergangsgeschichte.

  638. Regionalismus schafft eher Naturnähe, auch Verantwortung für die Region.
  639. Auch heute ist das Falsche nicht absolut, denn überall gibt es noch ästhetische Nischen. Man muss nur die Hauptwege verlassen und dann suchen.
  640. Wer die Bedeutungen bestimmt, hat die Macht. Wir müssen auf der Konsumebene von den vielen Möglichkeiten lösen.  Reduzierung der Möglichkeiten insbesondere im Konsumbereich (wie Spielsachen, Reisen, Fernsehprogramme, Konsumangebote usw.). Hier gibt es Optima.
  641. Facebook ist real Kontaktlosigkeit zum Leben, Kontakte finden  nur auf Zeichen-Ebene.
  642. Die Welt wird im Bewusstsein zunehmend zu einer  Konsumwelt.
  643. Der Wirtschaftsteil der FAZ ist absolut ökologiefrei.
  644. Es geht nicht um die gerechte Verteilung des Mehrwerts, sondern zu bestimmen, was wertvoll ist oder eben nicht. Denn immer mehr Produkte und Dienstleistungen sind aus ökologischer und individueller Sicht wertlos, ja schädlich.
  645. Die  Konzentration auf Sinnvolles wäre ein wahrer Paradigmawechsel.
  646. Die traditionelle Linke lehnt  die Wertediskussion ab, auch deswegen, weil sie u. U. ihr eigenes Leben hinterfragen und Abschied von einer Lebenslüge nehmen müsste.

  647. Es gibt gute und schlechte Geräusche: Vogelstimmen und Motorenlärm.

  648. Minimale Vernunft: Zumindest im Urlaub kein Auto und Fernseher nutzen.

  649. Ich bin in der Flüchtlingspolitik absolut eins mit Angela Merkel, aber nicht in der Wirtschaftspolitik.

  650. „Unter den täuschenden Oberflächen brütet die Leere“.

  651. Sehen ist heute leider oft nahe am Nichts.

  652. Erkenntnistheoretischer Skeptizismus ist die Ideologie des Konsumismus: Gutes und Schlechtes sind nicht zu unterscheiden.

  653. Am Nordpol bilden sich Wasserlachen, höchste Zeit, nicht! zu handeln.

  654. Die Seinsvergessenheit und –verdrängung liegt im Interesse des Kapitals.

  655. Langsamkeit bzw. normalen Geschwindigkeit ist für viele Mitmenschen unerträglich.

  656. Wirkliche Bildung im Sinne von Wirken ist ein Mittel gegen Wirtschaftwachstum.

  657. Ich habe zwei Gegner: a) Strukturkonservative und b) Gleichheitsforderer, die nicht die Qualität bestimmen.

  658. Negative Utopie: Es gibt für die Nahrung nur eine (1) Grundsubstanz, die visuell und geschmacklich „geimpft“ wird, so entstehen Brot, Pudding oder Suppen.

  659. Das kann man verlangen: Begründungen für massives unökologisches Verhalten.

  660. Die gegenwärtigen dominierenden Bedürfnisse sind eindeutig von der Wirtschaft geschaffen worden.

  661. Vorbehaltlose Unterstützer des Wirtschaftswachstum sind ethiklos.

  662. Sich täuschen lassen = sich schuldig machen.

  663. Man traut sich nicht, man selbst zu sein.

  664. Meine Gedanken werden traurig, wenn ich aus dem Zugfenster die kleinen Dörfer und Wege sehe. Warum bin ich jetzt nicht dort?

  665. Vermutung: Wiesenbesucher in München haben kein Handy in der Hand.

  666. Eigenwahrnehmung und Frustrationstoleranz nehmen ständig ab.
  667. Entpolitisierung führt zu Verblödung.
  668. Die wissenschaftlich geprägte Moderne versucht mit aller Gewalt das Seiende vom Sein zu säubern.
  669. Wutbürger und Empörte werden schnell zu Faschisten. Etwas für falsch ansehen und ändern wollen bedarf nicht der Wut und Empörung.

  670. Früher war jedes Dorf und Stadt ein eigener, sich selbst genügender Kosmos.
  671. die täuschenden Oberflächen

  672. In Anbetracht der negativen Folgen des Anthropozäns ist unnötige Motorennutzung und Energieeinsatz purer Wahnsinn.
  673. Demokratie = die Form; Kapitalismus = die Inhalte. Kann man beide trennen?

  674. Soll die Gier nach bunten Bildern von der eigenen Hässlichkeit und Leere ablenken oder von der Schönheit der Welt?
  675. Das Problem sind die zeitgenössischen Durchschnittsbürger mit SUVs, Medienorientierung und Tickets für Fernreisen.
  676. Sei Stimme, kein Echo.“
  677. Das Konsumsystem ist so faszinierend, weil eindeutig und so leicht verständlich.

  678. Einfamilienhäuser sind der Tod der Urbanität. Sie sind ökologisch und sozial die schlechteste Lösung.

  679. Verdinglichung ist bei den Mehrwertverteilern kein Thema, im Gegenteil.
  680. Sie sind mit ihrem in Größe und Ausstattung villenartigen Wohnwagen momentan in Südeuropa, vielleicht auch in Nordafrika. Ich begrüße das nicht, denn sie fehlen unserer Stadt, zwar nicht der Innenstadt, dort habe ich sie noch nie gesehen, aber zumindest in den großen Einkaufszentren.
  681. Das Kapital ist ein größerer Gleichmacher  als der Sozialismus. Da helfen auch noch so viele Marken nicht.
  682. Subjektivität verengt sich im Kapital zu Egozentrismus und zu Egoismus
  683. Der Revolutionär der Gegenwart ist der wahre Konservative.
  684. Mit Virtuellem kann man nicht hantieren.
  685. Kreuzfahrten sind sozialer Dorfersatz, aber nahezu ohne Eigenbewegung.
  686. Wenn zwanzig Arme davon träumen, einen SUV zu besitzen, besteht kein qualitativer Unterschied (im Gegenteil) zu zwanzig Leuten, die einen SUV besitzen.
  687. Zeitgemäße Freiheitskämpfer sind objektiv Soldaten des Kapitals.
  688. Bequemlichkeit verhindert Aneignung von Teilen der Welt und von sich selbst. Deshalb gehe eine breite Treppe hinauf und benutze nicht den Aufzug.

  689. Gleichheit und Gerechtigkeit stehen in einem Spannungsverhältnis. Die Menschen sind nicht gleich, man kann sie auch nicht gleich machen, aber sie sind kategorisch ohne Einschränkungen gleichwertig.
  690. Die Alternative: Meine erste Überlegung beim Kauf richtet sich nicht auf den Preis, sondern wie ich  die Vielfalt der Geschäfte in unserer Innenstadt unterstützen kann.  Dabei  gehe ich davon aus, dass alteingesessene Geschäfte einen gerechten Preis im Sinne des Augustinus verlangen. Aber auch wenn der Preis im zumutbaren Bereich höher liegt, hält mich das nicht von meiner Strategie ab.
  691. Vor Jahren hörte man  häufig den Satz „Ich gehe einmal schnell in die Stadt“, der ist nun von denselben Leute ersetzt worden durch „Ich fahre schnell ins Einkaufszentrum“.

  692. Regionale Küche hat Implikationen und die Potenz zu einer politischen Kategorie.

  693. An der Mühle oberhalb von Dorf Tirol herrscht optische und akustische Schönheit. Es gibt also auch eine akustische Schönheit!

  694. Das Leben ist gut“ (Alex Capus), aber nicht dessen Ersetzungen in Form von Unterhaltungsmedien und motorisiertem Individualverkehr.

  695. Der erste Ausdruck der Idee ist nach Hegel die Kategorie des Lebens, d. h. die unmittelbare Gestalt der Vernunft selbst. Und  in der Gegenwart wird Leben durch überwiegend motorisierte Maschinen und künstliche Strukturen ersetzt.

  696. Ein konsumorientiertes Leben dient weder diesen Menschen noch der Erde.
  697. Bequemlichkeit ist etwas anderes als die Überwindung schwerer körperlicher Arbeit. Deshalb ist Bequemlichkeit kein Argument für Bequemlichkeit.
  698. Der Zustand des Seins hat im Gegensatz zum Haben natürliche Grenzen. Das gilt überhaupt für Konsum, für Bücher, für Frauen und Männer, …
  699. Der Zustand des Anthropozäns sollte zum Nachdenken zwingen.
  700. Der Wert der Region gilt nicht nur für die Nahrung, sondern auch als Lebensraum.
  701. Subsidarität versus Zentralismus.
  702. Aus dem Zuviel wird zwangsläufig Leere.
  703. Mit Leerem hantieren erzeugt leere Handelnde.
  704. Shoppen wird zunehmend Selbstzweck im Sinne von Haben (Erich Fromm).  
  705. Kommentar zu zwei Artikel im Spiegel: Die hervorragend recherchierte Titelgeschichte „Ära des Faultiers“ und die Position von Reinhold Leinfelder im Gespräch über das „Anthropozän“ müssen als eine Einheit gesehen werden. Warum? Motore ersetzen einerseits die lebendige Eigenbewegung, andererseits bilden sie die Hauptursache für das, was „die Menschheit  der Erde angetan hat.“ Lebendige und motorisierte Bewegungen haben dabei nur den Ortswechsel gemeinsam. Sport wiederum ist zwar ein Teil der Eigenbewegung, dient aber allein dem Menschen. Erst die Motoren ersetzende Eigenbewegung im Alltag hilft, Zukunft der Erde und der Menschheit im und jenseits des Anthropozäns zu ermöglichen.

  706. Ein Paradigmawechsel in der Werbung:  Ein „einfaches“ Schwarz-Weiß-Photo von einem Berghang mit folgendem Text „Man kann Berge auch als Natur mit all ihren schönen und schrecklichen Seiten akzeptieren und in ihnen das suchen und finden, woran es in der modernen Zivilisation mangelt: Ruhe, Klarheit, Einsamkeit und Besinnung“ wirbt für Tirol.

  707. Ein Einkaufszentrum ist keine Innenstadt.  

  708. Jeder Ort und jede Landschaft haben noch immer ihre Schönheiten. Man muss nur aufmerksam und geduldig suchen.

  709. Der Konsument ist der Souverän, aber er darf nicht die Verantwortung für die Folgen seiner Handlungen  vernachlässigen oder gar ausblenden.
  710. Die friedliche und wohltuende Ruhe wird von vielen Menschen als eine unerträgliche Last empfunden.
  711. Für immer mehr Bürger werden Glück und Werte warenförmig. Natur und  Ruhe sind dann keine Bedürfnisse mehr.
  712. Die Hersteller von Mitteln der Bequemlichkeit sind selbst oft nicht bequem.
  713. Jeder Ort, falls er sich nicht den Motoren ungeschützt ausgesetzt hat, ist ein Besonderer. Deswegen: Löst Euch von der Werbung, nehmt selbst wahr. Jeder Ort auf der Erde ist für seine Bewohner ein eigener, unvergleichlicher Ort. Heute lösen sich Orte im Bewusstsein zunehmend als Entitäten auf.
  714. Objektivität ist eine Täuschung, weil nicht erkannt  wird, dass Objektivität real Intersubjektivität ist. Diese Täuschung verdrängt zunehmend die Subjektivität.
  715. Das Denken als Konsument innerhalb des Konsumsystems als ist im Gegensatz zum Verstehen von Literatur, Wissenschaften  oder Lebensvorgängen ganz einfach. Das ist auch ein Grund für die  Dominanz des Denkens in Konsumkategorien.
  716. Nur noch als Nahrung und in der „reinen“  Sexualität“ kann Natur noch nicht durch Artifizielles ersetzt werden.

  717. Wo liegt der neuralgische Punkt, in dem Wirtschaft zum Kapitalismus wird? Antwort: Wenn Wirtschaft Selbstzweck wird, wenn Wirtschaft nicht nur der Befriedigung von (bestehenden und natürlichen) Bedürfnissen dient. Aber wie und wer entscheidet das?

  718. Ein Kugelschreiber bzw. Schreibgerät wünscht sich, nicht nur für Banalitäten, sondern auch für Anspruchvolles genutzt zu werden.

  719. Wir bemühen uns, den leisen Atem  der Zukunft   (Ulrich Grober) in Konkurrenz zum Kapitalismus ein Stück zu realisieren.

  720. „Nichts ist so schwierig wie der geordnete Rückzug aus einer unhaltbaren Lage“ (Clausewitz). Das gilt natürlich auch für die Realisation einer ökologischen Gesellschaft.
  721. Regnet es? Antwort: Ich habe den Wetterbericht noch nicht gehört bzw. gelesen.
  722. Das Problem: Die Macht der Gewohnheit, und sei sie noch so irrational,  ist mächtig„
  723. Nachtaktive Menschen leben fast nur in Symbolen.
  724. Man baut keine Plätze, sondern bestenfalls Straßenkreuzungen.
  725. Nun fordert auch die SPD Steuererleichterungen für die Mittelschicht, obwohl deren Schränke, Häuser und Grundstücke mit unnötigen Waren überquellen. Dazu kommen SUVs, Kleinbusse und/oder Großlimousinen, villenartige Wohnwagen, Sportboote. Von den zahlreichen Fernreise gar nicht zu reden.

  726. Es sind primär Motore, die die Welt, die Gesellschaften und jedes Individuum verändern. Es gibt  direkte und  indirekte Motorennutzung: Die indirekte bezieht sich auf Produkte und Dienstleistungen, die Motoreneinsatz benötigen. Die direkte Motorennutzung kann man leichter beeinflussen in Richtung Maximum oder Minimum.

  727. Zugespitzt: Das Objektive ist das Fremde. Aber das Fremde kann u. U. auch hilfreich sein.

  728. Wenn man viel verdient, wird das Leben hektischer, weil man es ja ausgegeben werden muss. Auch beim Verdienen gibt es ein Optimum. D. h. nehmt Abschied vom Maximum.

  729. Werte können auch  die Struktur eines Gefängnisses annehmen. 

  730. "Ohne Angst verschieden sein“ (Adorno).  Wäre das nicht eine Korrektur der Forderung nach absoluter Gleichheit?

  731. Erst Augenkontakt schafft soziale Wirklichkeit, die diesen Namen verdient.  

  732. Das allgemeine Wirtschaftswachstum hat eine Entsprechung in der Steigerung des individuellen Konsums. Diese Aussage finde ich bei meinen Nachbarn bestätigt.

  733. Wir oszillieren zwischen Überfülle und Leere. These: materielle Überfülle produziert Leere.

  734. Zeitgemäße, weil auf die Not der Zeit reagierend, Wirtschaftstheorie und –praxis darf die Wirtschaft nicht isoliert auf Wirtschaftswachstum hin verstehen, sondern muss sie im Zusammenhang von den anderen gesellschaftlichen Praxen (Benner) sehen und ausrichten. Sache und Begriff der Almende ist hier hilfreich, d. h. das  Empfangene  pfleglich behandeln.

  735. Viele Waren sind trojanische Pferde, die Unheil anrichten, aber freudig in die Stadt, d. h. ins eigene Leben, gezogen werden.

  736. Ich komme ja auch nicht auf die Idee, zu meinen oder zu sagen, ich kenne das Land XY,  bloß weil ich über es etwas gelesen habe. Gleiches gilt für Bilder und Fernsehen. Die Täuschung kommt zustande, weil das Sehen nicht differenziert wird in  Sehen von Bildern und Artefakten im Unterschied zu natürlichen Dingen i. w. Sinne. Bilder und Artefakte sind zweimal modifiziert worden, einmal in der Produktion, das andere Mal durch deren Rezeption.

  737. Die Lösung für die Stellung und Funktion des Konservativen: „Die Gegenwart ist aufgeladen mit guter und schlechter Vergangenheit. Was ist davon wünschenswerte für eine gute Zukunft? Mit dieser Entscheidung werden  dann Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft identisch, d. h. nicht durch einen Hiatus getrennt. Das bestehende Gute braucht in der Normalsituation zwar Unterstützung und Pflege, aber nicht Neuschaffung. Deswegen ist es falsch, den Blick und das Streben einseitig auf der Neue zu setzen
  738. Ulrich Grober stellt in seinem sehr lesenswerten  Buch „Der leise Atem der Zukunft“ die richtige Frage: „Weniger ist mehr. Doch worin besteht das „Mehr“, wenn wir den Mut zum „Weniger“, zur Selbstbeschränkung, tatsächlich aufbringen? Sind es die Augenblicke gesteigerter Lebendigkeit, die wir bewusst erleben und genießen, sobald wir uns von dem Diktat der „Immer mehr“ befreit haben? In welchen Momenten fühlst du dich lebendig? Das könnte eine Leitfrage sein auf der Suche nach mehr Nachhaltigkeit und mehr Lebensqualität.

  739. Heute herrscht der Konsum und bildet ein System. Von und in diesem System profitiert kein Mensch, auch nicht die Reichen: Große und teure Autos, Reisen nach Dubai, Kreuzfahrten, Premieren, Villen usw. sind kein Gewinn, sondern eher Verhinderung von Sinnhaftigkeit, Zufriedenheit, Abwesenheit von Spontaneität usw. Die traditionelle linke Kritik greift vorbei.
  740. Die Werte werden heute allein vom Subjekt bestimmt und stehen deshalb steht unter einem Kritiktabu.
  741. These: Kleinere Radien der Erfahrungen machen die Erfahrungen interessanter und gehaltvoller.
  742. Die Vermotorisierung der Alltagswelt scheint unaufhaltsam zu sein.

  743. Die Evolution wird jetzt allein von Menschen gesteuert. 
  744. Es ist schlicht eine Katastrophe, wenn ein Mensch seine gesamte Intelligenz und Energie in den Dienst des günstigsten Erwerbs von Waren und Dienstleistungen stellt.

  745. Die Tatsache des Staus zeigt die Notwendigkeit, auch ggf. philosophisch zu denken, d. h. seinen Standpunkt zu ver-rücken, zu springen, d. h. die Voraussetzungen neu setzen im Sinne von reset. Also nicht, um bei dem Beispiel Stau zu bleiben, reflexartig Straßenausbau zu verlangen, sondern sein Mobilitäsverhalten ändern.

  746. Warum wird in den Zeitungen nicht das zusammengebracht (synthetisiert), was kausal zusammengehört? Beispiel Wetter – Straßenbau – Bequemlichkeit.

  747. Frage an die Rasenfetischisten: Was hat das Gras Euch angetan?

  748. Lebendige Kommunikation und medial vermittelte Kommunikation unter dem Oberbegriff Kommunikation zusammenzufassen, bringt große Verluste.

  749. Ich will nicht das Böse als symbolische Verdoppelung konsumieren. Die Realität „genügt mir“.  
  750. Die negative Variante des Subjekts ist der Egoist, für den Natur nur Rohstoff für seine Bedürfnisbefriedigung ist.
  751. Ab einer bestimmten Menge werden die Glücksmöglichkeiten des Geldes maßlos überschätzt.

  752. These: Das Denken und  Fühlen in Möglichkeiten verätzt das Leben.

  753. Die repressive Toleranz garantiert, dass Waren und Dienstleistungen nicht kritisiert werden dürfen und diese Fähigkeit verlernt wird.

  754. Globalisierung heißt auch Homogenisierung. Deswegen auch Widerstände.

  755. Die Wertefrage entscheidet jeder Käufer durch seinen Kauf, inwieweit ökologische und soziale Folgen berücksichtigt werden.

  756. Die durch Medien vermittelten Normen haben nun ein ethisches Monopol.

  757. Die Zahl der Beziehungen zu Menschen und Dingen  hat zugenommen, aber ihre Intensität hat sich drastisch verringert.

  758. Ständiges Reisen ist oft eine Flucht vor der eigenen inneren Leere.
  759. Wir haben außerhalb der Warenwelt kein Bild und keinen Begriff von einem gelingenden Leben. Die angebotenen Lösungen wie Medien, Autos, Fernreisen, Klamotten usw. verschlechtern die Chancen.
  760. Weil bildorientiert, verzichtet so weit wie möglich  auf Originalbegegnung. Ja, Körperhaftes nervt sie bereits.

  761. Die Lösung der ökologischen Krise führt nicht automatisch zu mehr Verteilungsgerechtigkeit. Das gilt auch für das Umgekehrte.

  762. Die Inhalte der Träume bestehen heute auf so genannte hochwertige Waren und Dienstleistungen.
  763. Bedürfnisse und Handlungen müssen  ökologie- und sozialverträglich sein.

  764. Moderne ist ausgesprochen zielorientiert, aber mittelneutral, d. h. die Mittel haben keinen Eigenwert, sondern haben nur den Wert, dem Ziel zu dienen. Aber das gilt nicht absolut, so ist z. B. das Auto längst kein Mittel mehr.

  765. Wirtschaftswachstum verlangt ständige Vermehrung des Konsums.

  766. Aus kollektiv organisierten Handlungen entstehen Massenbewegungen industriellen Handelns“ (Sven Hillenkamp).

  767. Verletzlichkeit (Fragilität) zu vermeiden durch mehr Konsum ist ein Irrtum.

  768. Auf die Krankheit Wirtschaftswachstum sollten wir mit Lebendigem reagieren.

  769. Die Unterhaltungsmedien Fernsehen liefern das, was man will und sucht, aber in der abstrakten Existenzwelt nicht mehr bekommt.

  770. Erst nimmt man dem Menschen die Möglichkeit der Eigenbewegung, dann seine Subjektivität.

  771. Wenn Bequemlichkeit und Spaß zum Selbstzweck  werden,  setzt der körperliche und geistige Verfall ein.

  772. Die Krankheit Wirtschaftswachstum kann man strukturell mit der Krankheit Krebs vergleichen, denn beide kennen keine zeitliche Begrenzung bis zum Tode ihrer Träger.

  773. Es kann gar nicht oft genug wiederholt werden: Jeder Kaufakt ist eine politische Handlung mit Folgen, die der Handelnde bedenken  und ggf. verantworten muss.

  774. Immer größer und umfassender wird die körperlos virtuelle Welt. Parallel dazu nimmt die Eigenbewegung in Alltagswelten ab. Der zeitgemäße Bürger bewegt sich immer weniger. Er ist fast still gestellt. Er sitzt die meiste Zeit im Auto, vor dem Laptop und vor dem Fernsehapparat, wenn er nicht schläft.

  775. Bilder schaffen in der Regel Eindeutigkeit. Begriffe verflüssigen zwangsläufig das Denken, weil sie eine Konkretion suchen  oder eine entsprechende Operation vornehmen müssen. Das sind aktive Prozesse.

  776. Im Konsumleben herrscht unterwürfiges Denken, abgesichert durch die   (repressive) Toleranz.

  777. Welt besteht  aus Bedeutungen, d. h. Geist. Wenn geistige Leere herrscht, gibt es nichts zu verteilen. Das ist ein Argument gegen „reinen“  Mehrwertverteiler ohne eine Wertediskussion.

  778. Einfache Zugehörigkeit zu gewachsenen Einheiten ist ein menschliches Bedürfnis, aber nicht die Zugehörigkeit zu  Hyper-Identitäten. Konsequenz: Ich setze mich für meinen Heimatverein ein.

  779. Wenn Freiheit auf Konsumfreiheit reduziert wird, dann gibt es viel Freiheit.

  780. Die Zerstörung der Regenwälder Amazoniens hängt kausal mit unserem Konsum zusammen.

  781. Zeit wird beschleunigt, indem sie entleert wird.

  782. Die innere Freiheit ist das Kerngebiet der Autonomie.

  783. Wer im Juni 2016 nicht vor dem Fernsehapparat sitzt, um Fußball zu sehen, ist fast ein Revolutionär.

  784. Durch noch so viele Waren und Dienstleistungen, wenn sie äußerlich bleiben und nicht (aktiv) genutzt werden und im Stadium des Habens verbleiben, entsteht keine sinnvolle Veränderung und damit Glück. Kaufen ist bestenfalls eine Voraussetzung, die u. U. auch runterzieht.

  785. Wir machen die Erde so „rein“ bis alles Leben vernichtet ist.  Rein heißt homogenisieren, heißt  Reduktion auf eine Dimension. Rein ist nicht leer, sondern eine Dimension, die nicht eliminierbar ist.

  786. Verselbständigter Konsum ersetzt Bildung.

  787. Lob und Anerkennung bekommt heute derjenige, der die Natur verändert, also sie nicht so lässt, wie sie ist. Beispielhaft dafür ist der „gepflegte“ Rasen oder die neu gebaute Straße.

  788. Die Welt wird platt wie ein Bild.

  789. Die Freiheit der Wirtschaft (Liberalismus) bewirkt die Unfreiheit anderer gesellschaftlicher Felder. Es muss deshalb immer eine Balance of Power geben.

  790. Die Zahl der Möglichkeiten wächst ins Unermessliche auf Kosten der Begegnung mit Wirklichkeit.

  791. Ebenso wächst die Zahl der Wörter, die keine persönliche Ansprache haben.

  792. „Mein Traum ist, mit dem Wohnwagen um den Finnischen Meerbusen zu fahren“ (ein Linker, der noch nicht viel verstanden hat).

  793. Die Ästhetik des Kapitals „Alles ist erlaubt.“

  794. „Natürlich kenne ich nicht alle Wege in Flensburg. Für mich aber ist der Weg von der Beek am Sportplatz vorbei zur Ringstraße in Tarup im Sommer der schönste.  Das hängt auch damit zusammen, dass die Stadt hier sehr vorsichtig und „sparsam“ mit dem Mähen war. Die Anzahl der Pflanzen und  die Bäume in unterschiedlichsten Größen und Formen bilden ein Gesamtkunstwerk. Aber nicht nur das Auge, sondern auch die Nase kommt auf ihre Kosten. Die Gerüche sind so vielfältig und intensiv, wie ich sie nur noch aus der Kindheit erinnere.“ Beiträge wie dieser enthält über die Darstellung der Schönheit der Natur eine indirekte Kritik des Konsumismus. 
  795. Niedergang einer guten Idee: Das Zelten war ursprünglich  ein praktisches Plädoyer für das einfache Leben in der Natur. Heute ist es in Form von Wohnmobilen die Realisation von maximalem Komfort  auf vorgesehenen Plätzen. Die Wirtschaft sorgt dafür, dass ständig sogenannte Verbesserungen“ gekauft werden müssen.

  796. Inzwischen sind viele Bürger entweder autonom verrückt geworden  oder verrückt gemacht worden. Verrücken hier im Sinne von A nach B rücken, konkreter: von der Natur, vom Maß und Grenze, von erfüllter Erde, von Bildung in den grenzenlosen leeren Raum des Konsums rücken. Dieser Konsum bestimmt weitgehend dann den  Körper, Geist und Seele. Übrigens ist das die notwendige Konsequenz des globalen unbegrenzten Wirtschaftswachstums.  

  797. Essentialistische Reduktion heißt, der Mensch will sich selbst vergessen. Das realisiert er über exobitanten Konsum und über Ideologien. Er will nicht er selbst sein (in Anlehnung an Odo Marquardt Aussagen zum Existenzialismus).

  798. Heidegger hat mehr als tief gefehlt, aber auch tief gedacht, d. h. nicht allein seine Nazivergangenheit, die selbstverständlich thematisiert werden muss, sondern auch seine Subjekt- und Technikkritik darf nicht eliminiert werden, die meiner Meinung nach die auch die überzeugendste  Kritik gegen Marx und Moderne ist. Es geht in der Auseinandersetzung mit Heidegger nicht um ein Entweder-Oder, sondern um ein Sowohl-als-auch, um Kritik und Kritik der Kritik. Mit anderen Worten: Die Nazi-Vergangenheit Heideggers ist kein hinreichender Grund, sich nicht mit seiner Subjekt- und Technikphilosophie auseianderzusetzen. Pointiert: Marxisten und Technologen müssen um ihrer Lehre willen  Heideggers Philosophie ausblenden.

  799. Die Anhänger von totalitären Gesellschaften  und einseitiger Konsumorientierung verzichten „freiwillig“ auf ihre Freiheit.

  800. Ein konsumorientiertes Leben ist kognitiv und ethisch sehr simpel, ja  primitiv. Aus ökologischer Perspektive inakzeptabel.

  801. Wir leben in einem ästhetischen Zeitalter (im Sinne von Kirkegaard) bei gleichzeitigem Verschwinden der Schönheit.

  802. Ich weiß beim besten Willen  nicht, welche  Waren und Dienstleistungen mir fehlen. Ich sorge mich dagegen um Gesundheit,  soziale Beziehungen, Bildung, Menschlichkeit und eine zukunftsträchtige Ökologie.

  803. Menschen leben  immer in  Subjekt-Objekt-Beziehungen.  Objekte bilden den Außenpol. Auch im Gefängnis, im Auto und vor dem Fernsehapparat gibt es diesen Außenpol, aber dermaßen reduziert, dass Phantasiewelten entstehen bzw. entstehen müssen. Der Subjektpol kann verschiedene Intensitäten haben, der Objektpol verschiedene Qualitätsniveaus annehmen. Schwierige Texte, gute Gemälde und anspruchsvolle Photos sind auch Objekte, zwingen aber das Subjekt zur Intensität.  

  804. Die Werbung  trennt den Menschen von seinen Möglichkeiten.
  805. Die bayrische Umweltministerin zu den Flutschäden: Es habe sich bezeigt, dass der Klimawandel einschneidende Folgen habe. Für den Menschen seien die Grenzen der Beherrschbarkeit erreicht. (FAZ v. 8. 6. 16)

  806. Wer heute ernsthaft ökologische Positionen vertritt, gilt bei den Rechten als links und bei den Linken als rechts.

  807. Vermutung: Subjektives Denken, Fühlen und Handeln hat auch in den Betroffenen nicht nur keinen Eigenwert mehr, sondern wird, wenn bemerkt,  als überflüssig oder unbedeutend unterdrückt.

  808. Zu seiner Existenz muss man sich verhalten, wenn man diese Aufgabe nicht anderen Mächten überlässt. Es nicht zu tun, ist auch Aufgabe der möglichen Freiheit.

  809. Du musst deine Energie aus deiner Umgebung ziehen“ (Maxjenny Forslund, Designerin in Vesterbro).

  810. Inzwischen sind viele Menschen nicht nur eine Teilfunktion des Kapitals, sondern selbst zum Kapital mutiert. D. h., das Bewusstsein und das körperliche Verhalten entsprechen den kapitalistischen Imperativen.

  811. Tendenz: Statt sich selbst und andere Körper, die immer schwer sind, zu bewegen, bewegen wir lieber schwerelose  Bilder und Vorstellungen. D. h. die Bequemlichkeit ist stärker als der Streben  nach Wirklichkeit.
  812. Überflüssige Waren werden nicht nur begehrt, sondern auch einverseelt – und deswegen sind sie kritikresistent.
  813. Es gab nie ein Goldenes Zeitalter, aber bessere und schlechtere und ganz schlechte Zeiten.
  814. Die Wirtschaft und ihre Produkte nehmen Züge eines  undurchschaubaren Schicksals an.

  815. Das Ich nimmt nur noch wahr, was mit ihm geschieht. Er entscheidet im Mikrobereich, nach vollzogenen Knopfdruck nicht mehr. Das Ich schaltet sich selbst aus.
  816. Der gegenwärtige Kern der gesellschaftlichen Aktivitäten weltweit ist, Wirtschaftswachstum zu realisieren.
  817. Dass zwischen Rodungen im Amazonasgebiet und übersteigertem Konsum eine kausale, d. h. direkte Beziehung besteht, wird von den meisten Konsumenten  als Erkenntnis negiert.

  818. Je maschinenähnlicher Menschen im Denken, Fühlen und Handeln werden, desto effektiver und erfolgreicher sind sie in unserer Gesellschaft.

  819. Sich klein machen um seiner Freiheit willen.“ (Robert Walser). Das gilt heute insbesondere für den demonstrativen Konsum.

  820. Ein  gut besuchtes „altmodisches“ Cafe.  Es muss nicht immer modernisiert werden – im Gegenteil.
  821. Die Tendenz zum Anthropozän kann man auch fast an jedem Garten, an jeder Straße, an jeder Stadt und an jedes Land erkennen.

  822. Nur Leben kann wachsen, d. h. Lebewesen und die innere Natur des Menschen, was man traditionell als Bildung bezeichnet. Wirtschaftliches Wachstum ist also ein unsinniger Begriff.

  823. Die Gesellschaft wird zunehmend ein abstraktes System ohne Menschen.

  824. Fernseher ist ein ideologisches Wort, er müsste korrekterweise Nahseher heißen, dann die Ferne muss die Phantasie herstellen.

  825. Ein mechanisch-antimechanisches Modell der Persönlichkeitsentwicklung: Alle Lebewesen sind programmiert, so auch der Mensch, so auch Du und ich. Wird die Programmierung in der Kindheit überwiegend von den  Eltern geleistet, so tritt an deren Stelle heute insbesondere die Werbung in ihren verschiedensten Ausprägungen. Das können  aber auch staatliche, mediale, kirchliche, soziale und andere Instanzen sein. Wir werden, ob wir es wollen oder nicht wollen, unvermeidlich programmiert. Das geschieht naturwüchsig.

    Allerdings ist die Programmierung beim Menschen  nicht absolut. Bereits beim Kleinkind kann man mehr oder weniger Widerstand gegen das Programmierwerden feststellen. Mit zunehmendem Alter wächst  grundsätzlich die Fähigkeit, sich u. U. kritisch gegenüber den verschiedenen Programmierungsmächten und –inhalten zu verhalten: Es ist Aufgabe eines jeden Menschen, von Zeit zu Zeit  seine  Programmierung zu befragen, ob sie sich human-ökologischen Standards nähert oder diese mehr oder weniger aus den Augen verloren hat. Fazit: Wir wurden und werden ständig programmiert, aber wir können die Qualität unserer Programmierung beeinflussen. Aber auch hier gibt es keine letzten Sicherheiten, was aber kein Argument ist, sich nicht um sie zu bemühen.

  826. „Heute wird überhaupt viel zuviel gereist. Rudelweise brechen die Leute in fremde Landschaften ein, ohne Scheu, als seien sie die legitimen Besitzer.“ Wie würde wohl 2016 dieses Zitat von Robert Walser aus dem Jahre 1944 lauten? Übrigens Robert Walser zu lesen, ist ein Muß.

  827. Die Kernaufgabe ökologischer Politik ist einerseits die Förderung mobiler Alternativen Fuß, Rad und öffentliche Verkehrsmittel, andererseits die massive Zurückdrängung des motorisierten Individualverkehrs.  

  828. Der entscheidende Prozess der Neuzeit ist die Durchsetzung der absoluten Herrschaft des Menschen über die Natur. Das umfasst auch die Zurichtung des Geistes auf das Projekt der Umwandlung der geheimnisvollen Erde zum geheimnislosen geologisches Zeitalter  des Anthropozäns im Zeichen und der Legitimation des Subjekts. Die Folge: Der Erde wird zu einem Teil des Menschen – und damit vernichtet.Ernst Blochs gut gemeinte Analyse, dass die Natur der erweiterte Leib des Menschen sei, heißt maßlose Überforderung des Subjekts.

  829. Die weltweit vielen Initiativen gegen Zerstörungen jeglicher Art, von Pflanzen, Tieren, Lebensräumen, Traditionen usw. habe als letzte Ursachen die  Umformung der Erde in das Anthropozän. Aber diese gemeinsame Ursache wird nicht erkannt, zumindest nicht benannt. Käme es zu diesem Bewusstsein, wäre das ein kaum überwindbarer Faktor.

  830. „Der Agarhistoriker und Kulturanthropologe James C. Scott hat faktengesättigt herausgearbeitet, dass die massive Rektangularisierung der agrarischen und urbanen Lebensweisen keineswegs ein anthropologisches Faktum von apriorischer Valenz, sondern ein Produkt zentraler Herrschaftsverfahren moderner Politik. Im Rahmen einer modernen politisch-administrativ forcierten Neuordnung landwirtschaftlicher Flächen und urbaner Räume (hier wirken auch Verkehrssysteme) ökonomisch-technologisch getriebenen Planung setzt sich die Rektangularisierung der ländlichen und städtischen Lebenswelten überhaupt erst durch“(FAZ v. 10. 5.16).  

  831. Wenn nicht mehr das Wörtchen „genug“ benutzt wird, naht das Verhängnis.

  832. Topf- oder Kübelpflanzen im Freien erinnern mich  an Käfighaltung von Hühnern.

  833. Wir brauchen kurze Wege.

  834. Unterhaltungsmedien und Konsumorientierung fressen  Bildung und Kritikfähigkeit.

  835. Der Horizont des Konsumenten ist die Welt der Waren und Dienstleistungen, außerhalb dieser Welt gibt es keine Bedeutungen. Hier besteht die Welt allein aus einem Ich und Waren.

  836. Grundsätzlich hat der zeitgemäße Konsument nur drei Ansprüche: 1. Der Laden muß mit dem Auto erreichbar sein und 2. Es muss billig sein. 3. Das Angebot muss groß sein.

  837. Der zweite Beruf im Sinne von „rufen“ nach der Pensionierung ist Urlaubsmacher ohne Unterbrechung

  838. Wir müssen ein Kultur und eine Theorie des Genugs entwickeln. Im Rahmen des Wirtschaftswachstums, ein Merkmal des Kapitalismus, ist die Kategorie „genug“ ein Störfaktor.
  839. Der ständige Autofahrer und Flugreisende hat keine Heimat im alten Sinne, sondern nur eine  punktualisiert dynamisierte Welt.

  840. Die Entwicklung der Subjektivität braucht Zeit und Schutz vor zerstörenden Einwirkungen wie die von  Vergnügungsmedien.

  841. Alles, was man legal auf dem Markt erwerben kann, ist längst nicht immer legitim in humanistischer und/oder ökologischer Perspektive.

  842. TTIP zu verweigern scheint mir ein  ökologisches Muss zu sein, aber dazu gehört das Wissen, dass durch diese Ablehnung das Waren- und  Dienstleistungsangebot reduziert wird. Da hilft auch nicht der Verweis auf die sozialistische Formel der gerechten Verteilung des Mehrwerts, auch nicht die Vergesellschaftung der Produktionsmittel.

  843. Glück und Schönheit außerhalb der kapitalistischen Warenproduktion und Dienstleistungen ist möglich, aber nicht in Form von Autos, Fernreisen usw.

  844. Schlachter Jepsen engagiert sich stark in Flensburgs Innenstadt – aber längst nicht alle Flensburger honorieren das durch einen Einkauf seiner hervorragenden Produkte. Als ehemaliger Fleischergeselle weiß ich, wovon ich spreche.

  845. Einseitige Wirtschaftsförderer gehen davon aus, dass in einer  kapitalistisch verfassten Gesellschaft alles zum bestmöglichen geregelt wird. So einfach ist das.

  846. Ständiges und unbegrenztes Wirtschaftswachstum heißt, die Erde zerstören.

  847. „Den Kick, den ich erhielt, als ich während einer für mich hochwichtigen Prüfung schummelte, obwohl es keine Hilfe war, war ein irrationaler Impuls. Einen entsprechenden Kick haben wohl  Sprayer oder Fahrer in aufheulenden Autos oder vielleicht auch Leichtkriminelle. Obwohl ich das nachvollziehen kann, ist das keine Argument, dieses Verhalten zu akzeptieren. Diese repressive Toleranz, jedes Verhalten zu akzeptieren, auch wenn es noch so störend und destruktiv  ist, ist eine Haltung, die es sich sehr einfach macht.

  848. Der außengelenkte  Bürger versklavt sich selbst durch seinen Konsum von Unnötigem.
  849. Ich habe übrigens meine Neujahrswünsche wie folgt geändert: Ich wünsche Dir für das neue Jahr ein ökologisches Bewusstsein und  das Gelingen entsprechender Handlungen, erfüllte Beziehungen, ein sinnen- und sinnvolles Leben, Bildungszuwachs und Gesundheit.   
  850. „Natur erleben ist einfach“ (Motto der Landesgartenschau in Eutin 2016).

  851. Der absolute Kapitalismus ist das Ende der Humanität. Die Erhaltung dieser Struktur wird das alleinige Ziel aller Individuen und Kollektive.
  852. Wenn Differenzen verschwinden, wie es sich heute zu ereignen scheint, verschwindet auch die Differenz von Sein und Nichts, zwischen Virtuellem  und Realität),  dem Zulässigen und dem Unzulässigen, dem Göttlichen und Dämonischen. Vielleicht entsteht daraus die immer größer werdende, allgegenwärtige Trash-Zivilisation.

  853. Ein großer Teil der Bevölkerung flieht aus der Wirklichkeit in die  Unterhaltungsmedien, ein anderer Teil entwertet ihre Umwelt  durch ständiges Autofahren. Einige Menschen machen beides. Noch nicht genug Bürger, schützen sich vor diesen Kontaktvernichtern.
  854. Die zeitgemäße Aufgabe: Die Schönheiten der Lebenswelt beschreiben und aufzusuchen, die in der Regel nicht spektakulär sind und von den kapitalistischenen „Alternativen“ verdeckt werden. Also die Schönheit von Gesundheit, von lieben Menschen, von eigenen Bewegungen, von Atmen, von Kinderaugen, von der gewachsenen Stadt, von Blumen …..
  855. Ich wehre mich, automatisch von der Einheit ökologischer und klassenkämpferischer Forderungen auszugehen. Die widersprechen teilweise einander.  

  856. Energiepolitik ohne neue Atomkraftwerke: Erstes, zweites und drittes Gebot: Der Stromverbrauch darf nicht weiter zunehmen.

  857. Wenn die Schaffung von materiellen und geistigen Infrastrukturen zur Erhöhung von Bequemlichkeit zum  Selbstzweck wird und nicht als  ein Mittel zur Verwirklichung höherer Ziele dient, müssen die Alarmglocken läuten.

  858. Menschliche Wirklichkeit, die im Modus der Eigenbewegung erfahrbar wird,  ist die einzige  Wirklichkeit, die diesen Namen verdient. Wirklichkeit als Kulisse werden von Fernreisen, Wirklichkeit als Bilder und Filme werden von Medien bedient, wobei Fernreisen eher von reicheren Schichten, Medienkonsum eher von ärmeren Schichten „bevorzugt“ werden müssen.  

  859. Weltreisen kann man heute in jedem Alter und in jedem Krankheitszustand unternehmen. Da gibt es keine Hindernisse. Sie sind kein Indikator für Fitness oder Wachheit.  

  860. Rasen (im Sinne von angelegter Fläche, aber auch von hoher Geschwindigkeit) ist eine Form der Herrschaft über die vielfältige Natur.

  861. Der übergroße Hang zur Ordnung ist eine Ursache für ökologische  Zerstörungen.

  862. Wer heute positiv von zeitgemäß spricht, glaubt an ständigen Fortschritt, der heute bestenfalls nur technisch sein kann, wenn man die ökologischen und humanen Folgen ausklammert.

  863. Aus ökologisch-humanistischer Sicht sind  fast alle Bürger  der Konsumgesellschaft Schuldige.

  864. Maxime: Nicht zurück zur Natur im Sinne auf die Bäume, wie Rousseau oft falsch verstanden wird, sondern hin zu einer ökologisch-humanistischen Lebensweise. Humanistisch heißt, die menschliche Wirklichkeit als Maßstab nehmen.

    Die Welt wird kälter, weil Motore zunehmend Leben ersetzen.

  865. Nur Leben vermag zu lieben.

  866. Es gibt ein Rede, die redet, um etwas anderes nicht zur Sprache kommen zu lassen. Vergnügungsmedien, Werbung usw. reden genau in dieser Absicht. Sie blockieren.

  867. Einige Sätze und Abschnitte aus dem scharfsinnig und scharf formulierten  Buch „Gehen“ von Tomas Espedal. Hier werden präzise gesellschaftliche Situationen beschrieben. Gehen beschränkt sich allerdings bei ihm primär  auf zweckfreies Gehen, nicht Gehen im Alltag:

    „Man hat Urlaub; transportiert das bequeme Wohnzimmer von Ort zu Ort und gibt so die eigentliche Reise auf; man verlässt nichts, kommt in nichts Neuem an.“

    „Die Luxusjachten, die Autos, die viel zu großen Häuser, sie alle wachsen, die Reichtümer wachsen, doch die Menschen, die sie bevölkern, werden kleiner, man sieht sie kaum noch, sie verschwinden in ihrem Eigentum. Es hat den Anschein, als investierte man seinen neuen Reichtum darin, sich von seiner Umgebung zu entfernen. Man erhebt sich über die anderen, isoliert sich von der Natur, schließt alles Unbekannte und Fremde aus, man überwindet die Reise und kauft sich frei von Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten – von all dem, was einem neue und unvorhersehbare Erfahrungen einbringen könnte. Man scheint sein Geld in eine völlig neue Form der Dummheit zu investieren. Wie viel Dummheit erträgt eine Gesellschaft?“

    „Wie sind reicher geworden und leben schlechter, das ist es. Alles sieht schlechter aus.“

    „Trotz unseres Reichtums leben wir ärmlich und erbärmlich, er hat uns auf neue Art, auf schlechtere Art arm gemacht. Wir sehen schlechter aus. Zu dick, zu träge, zu müde, unsere Muskeln sind zu schlecht, die Körper verfallen. Die Gesichter auch.“

    „Wir kleiden uns einheitlich und uniformiert, wir kleiden uns, wie wir wohnen, angepasst an einen schlechten Geschmack. Wir sehen zu viel fern, lesen zu viele Zeitungen und lassen uns von zu viel Dummheit beeinflussen.“

    „Wir verhöhnen die Schönheit. Wir zerstören die Natur, verwüsten die Landschaft. Wir quälen die Tiere und machen uns selbst alles kaputt.“

  868. Wir müssen die Frage nach dem tatsächlich Neuem stellen = die Umwälzung des Denkens (bm auch Wahrnehmens und Fühlens), die der Computer verkörpert (Martin Burckhardt).

  869. Man ist meistens gut beraten, den Imperativen der Werbung  nicht zu folgen.

  870. Reise für Entdecker” (aus einer Werbung für Kreuzfahrten) = Der Blick auf das  Eismeer im Bordrestaurant bei einem Menüessen.

  871. In dem Maße, in dem sich der Mensch ent-eignet, schafft er Platz für Konsum.

  872. Die Faktoren a) bis spät in die Nacht fernsehen, b) für jede Ortsveränderung das Auto nutzen und  c) standing shoppen gehen verstärken sich gegenseitig.

  873. Im Zeitalter der Motore braucht  man zum Existieren  keine Muskeln mehr.
  874.  Pragmatismus ohne Ideale  ist eine Maschine.

  875. Die Ambivalenz des Lichts: Es erhellt, blendet aber alles aus, was außerhalb ihm liegt. Das verabsolutiert die Aufklärung. Das Gegenteil kann allerdings auch verabsolutiert werden.
  876. Die implizite Botschaft der alternativen Energie: Wir können so weitermachen wie bisher.

  877. In jedem Kaufakt sind zumindest zwei unabhängige Dimensionen enthalten: eine individuelle und eine politische. Politisch, weil der Kaufakt immer Folgen auf Umwelt und Käufer haben. Das auszublenden, ist schlechte Abstraktion bzw. die herrschende Ideologie der Konsumwelt. Hier ist fundamental Subjektivismus wirksam.

  878. Ziel ist nicht, entweder sich für Animalität oder Humanität zu entscheiden, sondern beide in ein anständiges Verhältnis in seinem Leben zu bringen.

  879. In der ökologischen Programmatik bin ich Fundamentalist, in der Realisation dieser Programmatik   Realo.  Realo, da  demokratisch sich zeigenden Einwände nur mit demokratischen Mitteln überwunden werden dürfen. Hier geht Demokratie eindeutig vor Ökologie. Das verlangt keine Anpassung an die Mehrheitsentscheidungen und auch nicht, auf deren ständige Infragestellung zu verzichten, sondern deren uneingeschränkte Respektierung.

  880. Das Problem des technischen Zeitalters:  Technik kennt keinen Endzweck, der Zweck  ist gewissermaßen leer.

  881. „Das Seinsverständnis hat umgeschlagen. Im Kontrast zum auf der empirischen Anschauung basierenden Entwurf der Neuzeit, wonach das Sein der Dinge von der Anschauung untrennbar ist (Kant), ja sogar mit dem Wahrgenommensein identisch ist "Their esse is percipi" (Berkeley 1965, 62), gilt: jetzt: esse est computari. Die Welt ist alles, was digitalisierbar ist“( Raffael Capurro).

  882. Zeitgemäße haben tendenziell keine Bildung. Aber dafür technisch-instrumentelles Wissen. Sie sind damit sehr zufrieden, weil sie beide Formen verwechseln.

  883. Ein Normalleben ist heute ein Online-Leben. Aber ist das ein Leben?

  884. Wie  die asyrischen Herrscher die Sklaven erfanden, um diese zu Tausenden gleichgeschaltet auf das Ziel lenkten, einen Koloss zu ziehen,  so arbeiten fast alle Menschen der Erde heute objektiv auf das Ziel hin, die Erde zu zerstören.
  885. Das Leben selbst ist spektakulär, mehr ist nicht möglich. Das Leben ist nicht zu toppen.

  886. Bequemlickheit ist das Bedürfnis, Mühe aus dem Weg zu gehen, sich nicht zu  plagen. Aber hier gibt es ein Optimum. Das Verhältnis zwischen Plagen und Bequemlichkeit hat sich durch Motoreneinsatz verändert. Unnötige Bequemlichkeit führt heute  zu Umweltkatastrophen. 

  887. Vernunft ist nach  Hegel  die Einsicht in die Notwendigkeit. Im Kapitalismus ersetzt der Spaß zunehmend die Vernunft.

  888. Nach Dubai? Nicht für geschenkt! Was soll ich dort?

  889. Den Kapitalismus bejahen heißt, auf ökologische Ethik zu verzichten.  Im Gestell des Kapitalismus können problemlos niedere Bedürfnisse wie große Autos, Fernreisen, Unterhaltungsmedien usw. ausgelebt werden. Gegenposition ist die Theorie der eigenverantwortlichen Eigenbewegung.

  890. Preisdifferenzen sind  kein absoluter Wert.

  891. Einsatz für Ökologie und Sinn für Schönheit der Erde bedingen einander.

  892. Ein konsumorientiertes Leben ist ein äußerst primitives. Das Bedenken wird überflüssig, nur noch instrumentelles Denken herrscht allein vor. Der konsumorientierte Mensch ist schwer deformiert, kann aber diese Deformation nicht wahrnehmen.

  893. In der Auto- und in der Welt der Unterhaltungsmedien zu leben, ist kein Leben, sondern ein bequemes Existieren.

  894.  Nicht sagen, dass der  Urlaub  schön, sondern dass er  lebendig war, d. h. viel gelaufen, Schönes gesehen und gute Gespräche gehabt.

  895. Paradigmawechsel: Die Erde gehört grundsätzlich allen Lebewesen.
  896. Schlimm ist, dass unökologisches Verhalten nicht nur nicht bemerkt wird und wenn doch, dann als reine  Privatangelegenheit  bewertet  wird.
  897. Absolute, nicht relative Armut und maßloser Reichtum als Selbstzweck sind hässlich.

  898. Grundsätzlich sollte man Medien  nur als Arbeitsmedien nutzen.

  899. Die Auswirkungen z. B. von El Nino wirken bei uns nicht verhaltensändernd.

  900. Eine Frage, die sich selbst jeder stellen müsste: Hast Du in Deinem Handeln den Beitrag zur Umweltzerstörung verkleinert, vergrößert oder ist er gleich geblieben?

  901. Die Frage  nach ökologischer Verträglichkeit muss vor Bequemlichkeit, Größe, Schnelligkeit und  Billigkeit gestellt werden.

  902. Wenn Ungleichheit über Waren und Dienstleistungen definiert wird, bin ich wenig engagiert, nicht, wenn es um Armut geht. Ich denke nämlich, dass Reiche in diesem Sinne sehr entfremdet von der Welt und sich selbst sind.

  903.  Autofahren und der Medienkonsum von Unterhaltungssendungen sind der kleinste gemeinsame kulturelle  Nenner.

  904. Für jedes Tun, und sei es noch so blöde oder inhuman, finden die Handelnden eine Begründung.

  905. Sehnsuchtsorte hat es immer gegeben, sie beruhten meistens auf Erfahrungen, Oberschicht aber auch aus Literatur wie Italiensehnsucht im 18. Jh. Entfernteste Regionen dominieren heute.  Europäische oder gar deutsche Destinationen sind keine Sehnsuchtsorte mehr.  Sie sind von der Werbung vermittelt.

  906. Ich staune in zwei Richtungen: Nach „oben“ über die vielen gelungenen Leistungen, die selbstverständlich und ohne besonderen Glanz ablaufen wie Müllwerker, Postler, Bahnbeamte, Stadtwerker, Lehrer, … Nach „unten“ staune ich über die Gleichgültigkeit vieler Menschen gegenüber der zunehmenden Umweltzerstörungen: Die Autos werden immer größer, die Fernreisen immer länger, der Onlinehandel immer umfangreicher, der Einsatz von Motoren in allen Bereichen immer selbstverständlicher,  …

  907. These: Je mehr Medien- und Autonutzung, desto weniger Engagement für die Umwelt. Man lebt ja in der Medien- und Autowelten, die im alltäglichen Bewusstsein unabhängig von der realen Umwelt sind. Das outdoor-life ist so beliebt wegen der Medien, das Auto wegen der Bequemlichkeit und Weltferne.

  908. Soziale Verdichtungen (Situationen) gibt es nur noch als Events i. w. S., d. h. organisiert, alltäglich, nicht spontan.

  909. Erhaltung und Stärkung der Lebensenergie ist die Hauptaufgabe des Menschen.

  910. Wenn Vernunft Einsicht in die Notwendigkeit ist, wie Hegel behauptet, dann ist die Menschheit bezüglich der Erde unvernünftig

  911. Tendenziell haben wir heute wenig Bewusstsein von der Erde oder Teile der Erde als Fläche, sondern die Fläche reduziert sich im Bewusstsein auf punktuelle Inseln. Die Räume zwischen diesen Inseln sind verwundet oder gelten als uninteressant.

  912. Informationen sind keine Primärerfahrungen. Informationen sind symbolisch. Sie sind nicht Wirklichkeit. Die Welt wird auf Informationen reduziert.

  913. Die ökologische Hauptaufgabe der Gegenwart weltweit ist schlechthin: Die Nutzung von Motoren drastisch zurückfahren.
  914. In Fragen der Gerechtigkeit geht es überhaupt nicht um den Vergleich. Nicht die Ungleichheit, sondern die Armut ist ein Skandal. Wichtig ist nicht mehr oder weniger, sondern genug (Harry G. Frankfurt). Aus ökologischen Gründen ist diese Unterscheidung unverzichtbar.
  915. Fast alle Aktivitäten, die zur Zerstörung der Erde führen, sind legal und gelten als normal.

  916. Auf Auto und Fernseher zu verzichten, ist ein großer Schritt zur Selbstbefreiung.

  917. Wir zerstören die Erde für Ziele, die zumeist dem Menschen nicht dienen.
  918. Unbegrenztes Wirtschaftswachstum, unbegrenzter Konsum, ständige Fernreisen, unbegrenzter Motoreneinsatz, Entfesselter Fortschritt, die Gleichsetzung von absoluter mit relativer Armut, platter Materialismus, inszenierte Konsumräusche, die Antiquiertheit der Eigenbewegung sind „Bausteine“, die die Zerstörung der Erde in Gang halten und letztlich vollenden.
  919. Arbeitsplätze dürfen nicht hinterfragt werden, sie  sind heute das absolut Gute. Deshalb  können Arbeitsplätze  die Schnittmenge zwischen Wirtschaft und Gewerkschaften bilden.
  920. Wer täglich aus Langeweile den Fernsehapparat anstellt, knipst für diese Zeit sein Leben aus.  

  921. Bilder und Wörter, die ohne Not  Realität ersetzen, sind schlecht.

  922. Bildung ist ein probates Mittel gegen  die Zwänge der Konsumindustrie.
  923. „Die  Frage lautet nicht mehr, ob Maschinen menschenähnlich werden, sondern ob der Mensch maschinenähnlich wird“ (FAZ v. 20. 1. 16). Hier ist die Frage richtig gestellt und richtig beantwortet.
  924. These: Wer philosophisch einen platten Materialismus vertritt, gerät  fast zwangsläufig in die Konsumspirale.
  925.   „Der Mensch, das programmierbare Wesen“ (FAZ). Das war schon immer so, aber wohl noch nie so umfassend, so tief, so unbemerkt.
  926. Die Freizeitindustrie unterläuft das Wesen der Freizeit, weil sie determiniert. Freizeit wird somit zu Zwang, ohne dass diese Transformation von Freiheit zum Zwang von der Betroffenen erkannt wird.  
  927. Die Neuzeit wird von zwei Axiomen beherrscht, die ihre existentielle Unruhe und unablässiges Suchen erklären: a) der Satz vom zureichenden Grund und b) die Überzeugung, dass es immer eine Lösung gibt. Zudem wurde der Satz vom zureichenden Grund materiell verengt und damit Ursache vieler Fehlentwicklungen. Die  Überzeugung, dass es immer eine Lösung gibt, führt zu Täuschungen, die teilweise bewusst, wie die Abgasmanipulationen, herbeigeführt werden.

  928. Die Freiheit hat sich in den Bereich des Konsums zurückgezogen, ansonsten herrscht Anpassung. Die Freiheit, sich gegen die Imperative des Konsums zu stellen, ist bei vielen nicht vorhanden. Das ist auch eine Form des Extremismus.

  929. Filme lähmen zumindest auf der Objektebene die Einbildungskraft.

  930. Nur ein Mensch, wenn er über Subjektivität verfügt, hat die Freiheit, Gutes oder Böses zu tun. 
  931. Wir leben zunehmend in Symbolwelten. Symbole sind nicht die Wirklichkeit (materielle Signifikant ausgenommen). Symbole ersetzen Wirklichkeit.
  932. Kant fragt „Was soll ich tun?“, und  nicht, „Wozu habe ich Lust?“
  933. Zum Sinn: Subjektiver Sinn wird in den Naturwissenschaften durch kausale und objektive Erklärung ersetzt, d. h. das tätige Subjekt wird aus der Theorie ferngehalten.  Der Zeitgeist denkt in der Weise der Naturwissenschaften. Deswegen hat alles das schwer, Sinn zu beanspruchen, was schlecht oder gar nicht berechenbar ist.  Die Folge:  Der Sinn verliert seinen Sinn. Objektiven Sinn findet man übrigens nicht im Subjekt, sondern  in der Evolution des Menschen.

  934. Die meisten Nachteulen sind heute Fernseheulen.  

  935. Für den Komfort (fortis „stark“) opfern wir alles, uns und die Erde.  

  936. Der auf Konsum zugerichtete Mensch hat primär drei Umwelten: a) den Fernseher, b) das Auto und c) die Einkaufszentren.

  937. Ob es in Peking oder Dehli während des  Smogalarms  noch immer Menschen gibt, die die Beschränkung des Autos als unsinnige Willkür sehen? 

  938. Offline-Handel ist  mit lebendigen Begegnungen verbunden. Im Online-Handel verschwinden sie. Entdecke (wieder?) die Schönheit des Offline-Handels.

  939. Wenn aber die Wirtschaft nicht begrenzt wird, wird der Mensch entsubjektiviert und die Erde zur Wüste.  

  940. „50 000 Geschäfte in Innenstädten droht das Aus. Experten warnen vor Verödung durch Online-Handel“ (Flensburger Tageblatt, 31. 12. 15). Meine Frage: „Wie groß dazu ist Dein Anteil?“. 

  941. Was nichts kostet, kann in der  Logik der Warengesellschaft keinen  Wert haben.  Populär ausgedrückt: „Wo kein Moos, ist nichts los".

  942. Beim Fernsehen sieht man ins Innere des Apparates, nicht in die Welt, und man ist auch nicht bei sich.

  943. In meiner Kindheit  in der Nachkriegszeit war die bestehende Umwelt unser Spielplatz und die in ihr enthaltenden Gegenstände unsere Spielsachen. Ohne  Einbildungskraft lief  nichts.

  944. Nach einer neuen Studie (aus BBC-News) sind Krebserkranken zu 70 – 90 Prozent auf externe Faktoren (lifestyle und Umweltfaktoren)  zurückzuführen, 10 – 30 Prozent beruhen auf interne Dispositionen.

  945. Habituelles Autofahren, Fernsehen und Konsum in Einkaufszentren sind gleichzeitig Einübungen in kapitalistische Strukturen.

  946. Woraus speist sich die Begeisterung für Krimis? Gibt es nicht schon genug Morden in der Realität? 
  947. Eine Information ist keine Wirklichkeit, und Wahrnehmen ohne Eigenbewegung ist ebenfalls keine Wirklichkeit.

  948. Muss man aus Venezuela kommen, um zu folgender Einsicht zu gelangen? „Das  Zeitalter der kalten technischen Intelligenz fühlt sich nicht gut an.  Wir brauchen Wärme. Das ist die Lebensenergie - BIO!!!“ (Edyk).

  949. Alles, was das Kapital auf dem Markt an Lebensgestaltungen anbietet, ist mit Vorsicht aufzunehmen, kritisch zu beleuchten und ggf. abzulehnen.
  950. Ökonomisch zu denken  und zu verhalten ist so alt, seitdem es Menschen gibt. Aber  ökonomisches Denken und Handeln hat sich verselbständig und verabsolutiert und wird in Gebieten angewendet, wo es nichts zu suchen hat. In diesem Zusammenhang wird oft Not behauptet, wo keine ist, schon gar nicht die eigene.
  951. Allem Koma-Saufen, Koma-Gucken, Koma-Autofahren fehlt das menschliche Maß.
  952. Spiele haben sich von draußen nach innen verlagert. Draußenspiele dienen der Entwicklung von körperlichen, sozialen und geistigen Fähigkeiten und der Gesundheit, ohne Ernstfall zu sein.
  953. In der Innenstadt von Murnau herrscht das menschliche Maß.
  954. Ob Energie aus fossilen, atomaren oder ökologischen Quellen gewonnen wurde, sieht man ihr nicht an. Woher bekommt man diese Information?
  955. Elektrisch betriebene Transportmittel, heute die Bahn und Elektrobusse, sind, wenn sie nicht mit fossiler oder Atomenergie, sondern nur mit ökologischer, d. h. aus  Sonne, Wind und Wasser gewonnene Energie betrieben werden, die einzigen akzeptablen Verkehrsmittel zur Überwindung  größerer Distanzen. Allerdings hat auch die Gewinnung von Windenergie beträchtliche negative Einflüsse auf die Umwelt. Und Elektroautos unter diesen Bedingungen  belasten zwar nicht das Klima, sind aber wegen ihres großen Energie- und Raumbedarfs pro Person abzulehnen.  

  956. Nicht alles, was der Mensch herstellt, ist sinnvoll, im Gegenteil, oft schädlich. Das ist das strukturelle Problem der Mehrwerttheorie.

  957. Insbesondere Werbung, Autos und Unterhaltungsmedien täuschen. Alles das hat nichts mit Erleben und mit Liebe zu tun. Tiere und tobende Kinder leben. Leben und Erleben sind primär physiologisch und sekundär psychisch.
  958. Luxus korrumpiert.
  959. Was die Natur verspricht, ist eine Hilfe, was die Werbung verspricht, ist meistens Täuschung.
  960. Bequemlichkeit und Komfort erfordern Apparate, die a) die Umwelt belasten und b) „versorgt“ werden müssen.
  961. Medien entwirklichen. 
  962. Populistische Mehrwertkritiker fordern vielleicht bald: Jeder hat ein Anrecht auf einen SUV.

  963. Es ist richtig, den IS oder den Nationalsozialismus als das absolut Böse zu bewerten, aber es wäre falsch, nun als Kontrast unsere Gesellschaft in toto als ideal hinzustellen. Das Grundgesetz untersagt nicht, überflüssigen Konsum zu kritisieren.

  964. Der Kern aller gegenwärtigen Veränderungen: Menschliche Bewegungen werden von Motorenbewegungen ersetzt. Diese Transformation findet im privaten und öffentlichen Leben statt. Und fast alle machen an dieser Transformation mit größter Energie mit. Man muss diesen Prozess  aber dechiffrieren können,  denn er versteckt sich bzw. wird versteckt. Abgesichert wird das vom Wirtschaftswachstum. Das Ergebnis ist das Anthropozän.

  965. Reflexionsloses Wahrnehmen im sitzenden Zustand aus sicherer Warte ist ein  Minimum der Welterfassung, also nie  Aneignung. Das wäre ein Argument gegen viele Formen modernen Reisens. 

  966. Das Maß ist auch im Bereich der Sünde im weitesten Sinne verloren gegangen: Nicht nur Komasaufen, sondern auch Komagucken bis Koma-Autofahren sind keine Ausnahmen, sondern zunehmend gesellschaftlich akzeptiert.   

  967. Bäume kappen verstößt gegen deren Telos. Gekappte Bäume erwecken in mir Assoziationen zum Krieg.
  968. Asphaltflächen sind die absolute Negation der Natur. Asphaltflächen brauchen die Augen nicht mehr für Details, weil es dort keine gibt.
  969. Ein Leben ohne Eigenbewegung ist fast der normale Zustand, der alle Schichten der Gesellschaft ergriffen hat. Es ist keine Utopie, dass bald die Forderung nach diesem Zustand zu einem allgemeinen Rechtsanspruch in Verbindung des Anspruchs auf Auto und elektronischen Unterhaltungsmedien führt.
  970. Die Bewusstmachung der Maslowsche Bedürfnispyramide ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe, da die Mehrheit im Kapitalismus auf der untersten Ebene stehen bleibt und dazu überhaupt keine Alternativen denken kann.
  971. Das Kapital und die Motore stellen die Menschen innerlich und äußerlich fest. 

  972. Die motorisierte Zivilisation hat einen ständigen Zuwachs von  körperlicher und geistiger Bequemlichkeit erzeugt, die nicht mehr vertretbar ist.  
  973. Imperfekt ist die dominierende Kategorie zur Beschreibung der Wirklichkeit: Imperfekt ist die Natur, die Verhältnisse und der Mensch selbst. Alles das muss verbessert werden. Auch Bäume sind imperfekt: sie wachsen zu hoch, sie verhindern die Sonneneinstrahlung und werfen Laub ab. 

  974. Es ist nicht gut, alles aus einer einzigen Mitte heraus zu gestalten und zu bewerten. Aber gänzlich schlecht wäre es, überhaupt nicht mehr über eine Mitte zu verfügen. Der Verlust der Urbanität ist nichts anderes als der Verlust der Mitte einer Stadt. Der motorisierte Individualverkehr, Medienorientierung, Internetkäufe, Outlet-Zentren, Einkaufszentren auf der grünen Wiese  usw. machen jegliche Mitte funktionslos und damit obsolet.

  975. Fertige Spielsachen und Filme schaden der Einbildungskraft der Kinder. Intensives Spielen unter einem Tisch erfordert diese Kraft.

  976. Kinder und rauchende Erwachsene im Auto geht genau so wenig zusammen wie ein flimmernder Bildschirm und Kinder in demselben  Zimmer.

  977. Ich denke, dass der Einsatz für  die Erhaltung der Lebenskraft der Erde  den tiefsten Sinn eines Menschdaseins bildet. Das hilft uns und den Generationen, die nach mir kommen.  

  978. Warnung: Reduziert Schönheit und Erlebnisse nicht auf inszenierte Events.

  979. Der Zweck, die Lust, der Spaß legitimieren nicht jeden Krach wie aufheulende Motoräder und Motorboote, ohrenbetäubender Lärm der elektrischen Laubsauger, wummernde Autoradios.

  980. Ein Kreuzfahrtschiff ist eine zusammengepresste Kleinsstadt.

  981. Dubai ist heute Zwischenstation für entfernt liegende Urlaubsdestinationen. Spessart als Urlaubsziel stößt auf Unverständnis. Vorschlag für Spessarthotels „1+1“, d. h erst mit dem Flugzeug mit wenigen kurzen Zwischenstopps von Frankfurt einmal um die Erde fliegen und nach der Landung in Frankfurt mit Shuttles  in das Hotels gebracht werden, wo natürlich Leihautos zur Verfügung stehen.
  982. Sie reisen um die ganze Welt, finden aber nirgendwo war einen „echter Ort“ (in Anlehnung an Peter Handke).
  983. Dinge „existieren“ nur im Bewusstsein, wenn sie in Medien symbolisch vorhanden sind. Die Welt wird zu Informationen.
  984. Woher nehmen wir die Chuzpe zu meinen, die Erde verbessern zu müssen. 
  985. Sie fahren nur Auto innerhalb sicherer Gebiete. Flüchtlinge aus Syrien und anderen Gebieten kennen sie nur aus den Medien, real haben sie sie noch nicht gesehen, obwohl in unserer Stadt jeden Tag mehr als hundert am Bahnhof hier ankommen.
  986. Bildung ist heute Zerstreuung und Reisen.
  987. Einige Menschen haben sich aufgegeben, d. h. sie haben keinen Gestaltungswillen gegenüber sich selbst.
  988. Zeitgemäße Menschen  beanspruchen Definitionshoheit über alles.
  989. Nur das Veränderte, das Neue ist langfristig verkaufbar.
  990. Heute ist  die große Mehrheit außengeleitet im Sinne von David Riesman.
  991. Der moderne Spießer versucht, seine Lebenswelt so weit wie möglich zu motorisieren.
  992. Der inhaltliche Kern der Vernunft ist heute die Sorge um die Erde. 
  993. Warum geben  bereitwillig und schnell  so viele Menschen ihren Geist an den realen und virtuellen Toren der Konsumtempel ab?

  994. Sprache wahrhaftiger machen: Motore sind immer unweltschädlich, Radfahrer und Fußgänger sind umweltneutral und Renaturierungen wären umweltfreundlich.

  995. Neue Wohnsiedungen nehmen große Flächen ein, weil die Grundstücke sehr groß sind. Sie sind letztlich deswegen so groß, weil der motorisierte Individualverkehr so verdünnt wird, dass er nicht mehr massiv stört.

  996. Der Mensch ist eine Teilmenge der Erde, nicht die Erde selbst, sie gehört ihm nicht.

  997. Sinn ist ein Selbstzweck, Spaß nicht. Spaß ist ein sinnvolles Begleitphänomen bei sinnvoller Tätigkeit.   

  998. Für mich ist Wirklichkeit immer das Ergebnis einer aktiven Interaktion von Mensch und Umwelt. Die „gute“ Aktivität des Menschen besteht in seiner Eigenbewegung. Ist diese reduziert (z. B. beim  Transportiertwerden), schwächt sich entsprechend die jeweilige Wirklichkeit ab. Die sinnliche Wahrnehmung der Wirklichkeit akzeptiere ich nur, wenn sie in der Eigenbewegung gemacht wird, ansonsten lasse ich nur das Wort zu. Diese Position ist kompatibel mit dem auf der empirischen Anschauung basierenden Entwurf der Neuzeit, „wonach das Sein der Dinge von der Anschauung untrennbar ist (Kant), ja sogar mit dem Wahrgenommensein identisch ist "esse est percipi" (Berkeley 1965, 62), gilt: jetzt: esse est computari. Die Welt ist alles, was digitalisierbar ist“ (Rafael Capurro).  

  999. Alles, was man selbst tut und sich aneignet,  zählt – Gekauftes nur dann, wenn es ermöglicht, selbst produktiv  zu werden. 

  1000. Zivilisatorische Schäden in den Städten und auf dem Land sind mit Abstand die größten. Zerstörungen durch Straßenbau, Wohnsiedlungen, Industrieanlagen, Flughäfen usw. werden nur während des Baus als Zerstörung eingeschätzt. Nach Fertigstellung werden die Zerstörungen durch die Neubauten unerkennbar überdeckt und bekommen Normalcharakter. In der Erinnerung, falls überhaupt vorhanden, verlieren diese Zerstörungen ihren Schrecken. Auch hier wirkt die normative Kraft des Faktischen.

  1001. Für die Mehrheit der Bürger nicht nachvollziehbar: Ich bin reicher, weil ich keinen Fernseher und kein Auto habe.

  1002. Vom Dasein zum Im-Netz-Sein“ (Luciano Floridi). Da   mache ich nicht mit.

  1003. Freizeit heist auf arabisch “Leere Zeit”. Bedenkenswert.

  1004. In den Achtzigern des letzten Jahrhunderts gab es ein Kultbuch „Small is beautiful“. Heute ist „small“ out: die Autos, die Wohnmobile, die Bildschirme der Fernsehapparate werden immer größer. Ob auch die Sargindustrie bereits von diesem Trend ergriffen wird, wäre eine spannende Frage.

  1005. Wir dürfen unser Leben nicht einfach hingeben, sondern die Frage nach dem Sinn bzw. Nichtsinn stellen: Sinnvoll ist: Bildung, Selbsterhaltung, Offenheit, Kunst, gute Traditionen und Normen weitergeben.  Es ist erschreckend, dass viele Bürger und bestimmte Strömungen in der Wissenschaft nicht mehr über Unterscheidungskategorien  zwischen sinnvoller  Tätigkeit und „die Zeit verbringen“ verfügen.
  1006. Internet wird hauptsächlich zur Zerstreuung eingesetzt, nicht zur gezielten Information und Weiterbildung  - und das ist die Katastrophe.
  1007. Kinder brauchen zuallererst Kinder und nicht Medien.

  1008. Der Zeit-Raum der Erde wird vereinheitlicht, die Welt kennt keine individuellen Orte mehr. Man kann auch sagen, die Erde ist zu einem (1) Unort geworden.

  1009. Rasse ist die Hardware, Kultur/Bewusstsein/Geist die Software. Zwischen beiden besteht keine Dialektik, wie die Rassisten meinen. Das sind auch meine persönlichen Erfahrungen. Die „Hardware“ beeinflusst alle Rassen gleich.

  1010. Traditionelle Linke  stellt die Produkte und die Art und Weise der Produktion im Kapitalismus nicht in Frage, nur die Verteilungsfrage steht im Mittelpunkt. Aber warum soll quasi automatisch durch  gerechte Verteilung die Produktion ökologisch und human werden?

  1011. Zur Heimat und Heimatort haben viele kein intimes Verhältnis mehr. Intimität entsteht nur durch konkrete Erfahrungen im Modus der Eigenbewegung.

  1012. Habituelles Autofahren und Konsumieren  von Unterhaltungssendungen verlangen nur ein  begleitendes Ich, das zu einem Punkt zusammenschrumpft.  Punktuell, weil die Wahrnehmung nur auf wenige Merkmale des Wahrgenommenen, „idealiter“ nur auf ein visuelles Merkmal  beschränkt ist. Das erfordert nahezu keine Mühe und Konzentration. Denn der Motor der Fernsehgeräte übernimmt wesentliche Funktionen der Wahrnehmung und des Bewusstseins. Deshalb ist der Mensch in der Lage, stundenlang vor dem Fernseher ohne Anstrengung zu sitzen. Das erklärt die Popularität des Autos und der elektronischen Unterhaltungsmedien.

  1013. Werden impliziert Zerstören. Das ist ein überzeugender Einwand von bedenkenswertem konservativen Denken und Fühlen.
  1014. Die Prozesse werden zunehmend entmenschlicht, d. h. durch Motore ersetzt.

  1015. „Unterstreichen Sie Ihren Typ – mit der passenden Reise“ (aus einer Reisewerbung). So einfach ist das.
  1016. Außer Selbsterhaltung und Unterhaltung sind für viele Bürger die einzigen Werte.  
  1017. Mich interessieren keine Autos, Unterhaltungsmedien, Dubai und ähnliche Unorte.
  1018. Die Differenz zwischen Muße und Müßiggang ist im fortgeschrittenen Kapitalismus weitgehend eingeebnet, denn Müßiggang beschleunigt das Wirtschaftswachstum. Deshalb ist hier Kritik verpönt. Dieses Kritiktabu wird häufig auch von Linksliberalen mit der Begründung geteilt, dass  Triebe nicht unterdrückt werden dürfen.
  1019. „Ohne diese Krimis gehen wir nie ins Bett“ (Überschrift in der FAZ). Das ist doch eine kulturelle Bankrotterklärung.
  1020. Das Ideal der Gelassenheit tendiert zur Intransitivität. Intransitive  Verben haben kein direktes Objekt, die u. U. bearbeitet werden können.
  1021. „Unsere Böden stehen unter Druck“ durch schwere Landbearbeitungsmaschinen (Flensburger Tageblatt, 8. 9. 15). Hier kann man Böden als Metapher für die Erde verstehen.
  1022. Das Kapital ist heute der dominierende Wert, der selbst Dinge zu Werten machen kann.
  1023. Viele sind Streber im Sinne von Max Scheler: Sie haben kein positives Ziel, dem alle anderen Ziele nachgeordnet sind. Aber auch positive Ziele sind nicht automatisch gut.
  1024. Allgemeine Überzeugung: Wer in der Öffentlichkeit telefoniert, ist bedeutsam.
  1025. Das Leben darf und muss  (wie es die Wirtschaft in ihren Konsumangeboten oft fordert) nicht nur so hingebracht werden.
  1026. Unter den Bedingungen der Neuzeit gibt es kein Einhalten.
  1027. Es genügt nicht, die Welt zu verändern. Wir haben die Veränderung auch zu interpretieren  und damit zu bewerten.  D. h. Veränderungen sind nicht an sich, gewissermaßen naturwüchsig  gut.
  1028. Der eigentliche Skandal: Die Reduktion der Freizeit auf Einkauf, Unterhaltungsmedien, Reisen und Events.
  1029. Die ökologischen Probleme dürfe nicht nur auf energetische reduziert werden.
  1030. Die Zerstreuung maskiert sich als Ruhe.
  1031. Wir wohnen im Gehäuse der Mathematik, sie ist  inzwischen theoretisch und praktisch unsere Welt.
  1032. Erst ein vertrauensvoller Bezug ermöglicht einen Vollzug. Wo bildet der sich heute noch?
  1033. „Der vernetzte Haushalt“. Fortschritt? Oder weitere Förderung zur Bewegungslosigkeit?
  1034. De heutige Bewusstseinsindustrie formt nicht das Bewusstsein, sondern sorgt dafür, dass sich keine längerfristig geistigen Formen bilden. Das hat auch den Vorteil, dass  einheitliche Ideologien schwerer  entstehen können, sondern nur theorieloser, emotionaler Widerwillen.
  1035. Man unterscheidet oft nicht mehr zwischen sinnvollen und unsinnigen Tätigkeiten. Sinnvolle Tätigkeiten wären Erwerb von  Bildung, Naturschutz, soziale Dienste, für Selbsterhaltung sorgen, Kreativität fördern, statt sein Leben von fremden Mächten gestalten zu lassen.
  1036. Wir müssen die Fähigkeit zum reflektierten Bejahen und Verweigern  stärken, insbesondere müssen wir Bequemlichkeitsangebote kritisch bedenken und ggf. verweigern. So verweigern wir Autos, Fernsehapparate, Unterhaltungsmedien, Einkaufszentren, Internetkäufe, E-Bikes oder unnötigen Motoreneinsatz, d. h. wir realisieren partielle Verweigerung. Und vergrößern – so meinen wir – unsere Lebensqualität.
  1037. Unterhaltungsmedien füllen die selbst verursachte Leere.
  1038. Falls die Frage nach dem Original überhaupt noch von Interesse ist: „In Venedig gibt es auch Venedig.“
  1039. Methode sich gegen Irrationalismen (z. B. die Kaufsummen für gute Fußballspieler) zu entziehen ist, Einfach nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Zum  Spiel des kleinen Heimatvereins gehen. Im Prinzip ist das Spiel dort genau so interessant wie die so genannten Topspiele.
  1040. In unserem Viertel  laufen momentan spannende Wettkämpfe wie „Wer hat das größte Auto?“, „Wer besitzt den größten Fernseher?“, "Wer besitzt den lautesten Rasenmäher?", „Wer macht den längsten Urlaub?“,  „Wer liest die wenigsten Bücher?“.   
  1041. Heute ist  Fortschritt und Wohlstand: Erweiterung der Motorenwelt.

  1042. Wer sich prinzipiell immer nach dem Billigsten orientiert, wird sehr oft schuldig.

  1043. Gerechtigkeit nur als gerechte materielle Verteilung zu verstehen, führt zu einem verstärkten Wirtschaftswachstum.

  1044. Das Wort „Gesetz“ im sozialen Raum anzuwenden, ist die Ideologie der Naturwüchsigkeit.

  1045. Globalisierung  nur  rein wirtschaftlich zu denken, ist falsch.

  1046. Das Leben muss nicht nur hingebracht werden.

  1047. An der Cote d´Azur Urlaub an einem Ort machen. Das genügt doch.

  1048.  Der Bürger als Konsumbürger ist objektiv unfrei, hat sich aber  noch nie so frei gefühlt.

  1049. Es ist eine Pflicht „Das ist falsch“ zu sagen, wenn etwas wesentlich falsch läuft.

  1050. Heute vertritt offensichtlich nur noch Papst Franziskus die reine ökologische Position.

  1051. Ob eine Aktualität mehr ist als eine Aktualität, muss sich erst erweisen.

  1052. Wann treibe ich, wann werde ich getrieben? Meistens ein Gemenge. Der Unterschied des Treibens und des Getriebenseins  wird oft nicht im eigenen Handeln erkannt.

  1053. Subjektivismus und Erdzerstörung gehen strukturell zusammen.

  1054. Die Ruhe findet man nicht nur in seinem Innern, sondern auch in der Ordnung der Welt.

  1055. Die auf uns zugekommene gewachsene  Welt wird radikal und durch einen abstrakten  Zeit-Raum ersetzt, dem sich die Dinge und Lebewesen anpassen müssen.

  1056. „Schmücken Sie sich mit diesen Reisejuwelen.“  Dieser Werbeslogan zeigt, dass Reisen und Prestige sehr nahe zusammenrücken.  

  1057. Ein Beispiel zum Verhältnis Mensch und Natur: Unser Ahorn in unserem Garten ist die einzige ältere Pflanze in unserer  Umgebung, deren Wachstum nicht beschnitten wurde, d. h. er konnte frei sich entwickeln. Jetzt werden wir von einigen Nachbarn gedrängt, sie zumindest zu verkürzen. Seine Majestät ist kein Argument.

  1058. Jeder Ort ist inzwischen mehr oder weniger „erfolgreich“ zu einem Unort geworden. Ein Ort hat Individualität.

  1059. Die  Erfolge der Wissenschaften haben Erwartung geweckt, die sie nie erfüllen können. Das ist eine Verabsolutierung, die vielleicht nicht so sehr sie selbst behaupten,  sondern die an sie ständig herangetragen wird. Das ist die Tragik der Wissenschaften.
  1060. Die große Aufgabe der Gegenwart: ein Miteinander von Ökologie und Humanismus herzustellen.

  1061. Auch in der Volkswirtschaft gelten die Zwänge der Almende.

  1062. Zeitgeist: die Erwartung gewinnt über die Erfahrung, die Möglichkeit über die Wirklichkeit, die Unruhe über die Ruhe

  1063. Ein häufig gehörtes Urteil:  Um Umweltschutz bezahlen zu können, müsse Wirtschaftswachstum stattfinden. Das ist eine Verwechselung von Ursache und Wirkung

  1064. Der Mensch: Unruhe im Modus des Habens, Ruhe im Modus des Seins.

  1065. Kapitalismus und Sozialismus verhalten sich, als ob es keine Ökologie gäbe. Beide beuten objektiv die Erde aus, in der Regel bewusst, aber auch unbewusst.

  1066. Handyartige Medien entwerten die jeweilige. soziale, kulturelle und natürliche Umwelt.

  1067. Im Internet ist Lächeln überflüssig.

  1068. Die Differenz zwischen objektiver Wirkwelt und subjektiver Merkwelt wird immer größer.  Die Merkwelt wird heute vom Kapital und Motorentechnik bestimmt.

  1069. Falscher Individualismus und Erdzerstörung gehen strukturell zusammen.

  1070. Wir müssen das Gehäuse der unmittelbaren Erfahrung (heute Medienwelt) transparent  und so u. U. änderbar machen

  1071. Nach 1945 erschien die Zeitung zweimal in der Woche. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass sie jeden Tag erscheinen könnten. Über was sollten sie denn schreiben? Und jetzt?
  1072. Im Geld steckt  Herrschaft.
  1073. Am Strand beobachten ist viel interessanter als jede Fernsehsendung.

  1074. Fälschlicherweise wird die Merkwelt mit der Wirkwelt gleichgesetzt. Deswegen die Maxime: Stärke die Wahrnehmung für die jeweiligen Wirkwelt, in der du dich befindest.

  1075. These zur Selbstverabsolutierung des Menschen: Mit der Überwindung des nichtmenschlichen Schöpfungsgedankens haben wir das absolute Vertrauen zur Erde, Natur und Kosmos verloren. Nun erst besteht die Gefahr, dass sie kaputt geht.

  1076. Die Erdzerstörer lehnen die ökologischen Analysen ab und sind so wieder nolens volens Gläubige. Aber das ist Rationalisierung, kein Glaube.

  1077. Die Unruhe tobt sich heute  im Zappen aus und Autofahren aus, oft mit überhöhter Geschwindigkeit

  1078. Die Veränderungen der Gegenwart sind  gemessen an der Erdgeschichte und Evolution monströs.

  1079. Auch die Sprache leidet an der Konsumwelt.

  1080. Der undifferenzierte Kulturbegriff „Alles ist Kultur“ stärkt die Zerstreuungsgesellschaft bzw. deren wirtschaftlichen Interessenvertreter.

  1081. Die Universalisierung elektronischer Unterhaltungsmedien in der jetzigen Lebenswelt füllt Leerstellen aus, die früher ausgehalten werden mussten.

  1082. Wir müssen eine sensible Lebensweise entwickeln.

  1083. Das Kapitel spiegelt alle Prozesse in Preise und ermöglicht dadurch „rationale Verhältnisse“. Aber diese Preise sind Preise der Macht und frei von Ökologie.

  1084. Eine erhellende Formulierung:  Die großen strukturellen Veränderungen sind  Prozesse ohne Subjekte. Der Mensch verhält  sich tendenziell wie Materie. Er hat  hier keine Freiheit, aber auch keine Verantwortung, die auszuüben, oft nicht leicht ist.  

  1085. Die viel versprechende  ökologische Bewegung ist nach 1980 einerseits von der Wirtschaft, andererseits von zahlreichen Sonderpolitiken zermalmt worden.

  1086. Auf der Veranda in einer autofreien Wohnsiedlung: Das ist das pralle Leben, viel interessanter und ästhetischer als inszenierte Events.

  1087. Wir müssen die Schönheit im Normalen in den Mittelpunkt der Wahrnehmung stellen.

  1088. Symbole (Wörter und Bilder) haben in einer Naturlandschaft nichts zu suchen.

  1089. Die Zauberworte der Inaktivität: "Akteure", "Dialog", "Leitfaden", "Roadmap", "Handlungsfeld"...
    BLA BLA BLA BLA... Auf Deutsch: DIE WOLLEN NICHT!...(Frank ter Veld in autorfrei leben).

  1090. Den Unterschied zwischen Treiben und Getriebensein kennt man fast nicht und verwechselt ihn oft.

  1091. Das ständige Verändern ist das heutige Konservative.

  1092. Die Welt wird zu einem Medium.

  1093. Antike Klugheitslehren: Das gute Leben eröffnet uns die Vernunft. Der Weise wird das Leben nicht beschleunigen und umherirren, um möglichst viel zu erleben, er wird es verlangsamen, und für die Dinge des Lebens aufmerksam sein (Konersmann, R.: Die Welt der Unruhe,  S. 43).

  1094. Meine Sorge gilt dem Weiterleben des Lebens.

  1095. Das Neue am neuen Menschen besteht darin, dass er eine Funktion des technisch-wirtschaftlichen „Fortschritts“ ist.

  1096. Was, wenn die drastische Klimaverschlechterung reale Zeichen für die Katastrophe sind – und keiner die notwendigen Konsequenzen zieht?

  1097. Warum werden Normen so selten hinterfragt, warum nehmen sie so schnell den Charakter von Naturwüchsigkeit an? Um effektiver zu arbeiten, aus Denkfaulheit, aus Zeitmangel, aus…..?

  1098. Wenn elektronische Medien zur Primärwelt werden, wird die Beziehung Medien-Mensch entscheidend. Die Welt besteht nun primär aus Symbolen, die sich zu einem autonomen System verabsolutiert haben. Deswegen muss man nicht mehr in die wirkliche Welt eintauchen. Selbst die Waren erreichen fast wie ein Symbol den Verbraucher.

  1099. Wir müssen mehr in Kategorien der Almende denken und handeln.

  1100. Die Erde bzw. die Natur wird zu einer Funktion der menschlichen Bedürfnisse. Bedürfnisse sind grundsätzlich grenzenlos.

  1101. Heute dominiert die Logik des Neuen. Deswegen werden  alles Seiende, alles  Wissen und alle  Werte potenziell obsolet.

  1102. Wir sind alle rolling stones, wobei das Kapital die Bahn des Rollens bestimmt.

  1103. Nicht die Dinge verhalten sich wie Quecksilber, sondern wir selbst: Unser Verhalten stößt die Dinge ab, zumindest ziehen sie sich von uns zurück.

  1104. Das Zwangsregime der Aktualität setzt sich durch, weil keine Reflexion und Kritik stattfindet.

  1105.  Die    meisten und entscheidenden Normen schafft das Wirtschaft-Motoren-System.

  1106. Man hat Verantwortung gegen sich selbst, aber auch gegenüber seiner natürlichen, sozialen und kulturellen Umwelt – soweit die Kräfte reichen.
  1107. Es gibt auch eine negative Ansteckung auch durch Problemfilme und Problembücher.
  1108. Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Civilisation in einer neue Barbarei aus (Nietzsche).
  1109. Im Plattdeutschen ist teilweise eine Welt ent- und erhalten, die noch nicht zu stark von kapitalistischen Bedürfnissen durchdrungen ist wie die Restgesellschaft.
  1110. Es ist ein Fehler gegen sich selbst und der Umwelt, die Produktionslogik im Privatleben umstandslos anzuwenden.
  1111. Das Kapital bestimmt heute, welcher Gegenstand oder Situation ein Wert ist.
  1112. Medien üben heute einen Sog aus, meistens einen stärkeren als die Wirklichkeit. Warum? Die Wahrnehmung der Wirklichkeit erfordert grundsätzlich Anstrengung, von den Medien dagegen wird man passiv eingesogen. Das war ein Grund, warum  Platon gegen Bilder war.
  1113. Medien schaffen Parallelgesellschaften im Schein.
  1114. Die Unterhaltungsmedien und der motorisierte Individualverkehr vermitteln keine Heimat, also auch nicht die Medien, denn das ist one-way-communication.

  1115. Warum nicht hier Heidegger folgen? Vom Subjekt zum Hüter des Seins.

  1116. In unserem Viertel gibt es nur angelegte Natur.

  1117. Es gibt keine plausible Begründung für ständiges Wirtschaftwachstum.

  1118. Werde, wer du bist, nicht, wer du nach dem Willen der Werbung sein sollst. Das ist die Delegation des Selbstseins an die absolute Macht.  

  1119. Modernisierte Einstellung zum  Naturschutz „Ich bin immer für Natur- und Umweltschutz, nur darf er mich nicht einschränken = Freiheit als Bedingung für Zerstörung.

  1120. Vita contemplativa ist ein Privileg Das wäre auch ein ökologisches Prinzip, das hier eine Art von Voyeurismus wäre.

  1121. In der Situation des Konsums verhält sich der Bürger autonom, in der Sphäre der Ethik verantwortungslos.
  1122. Großer Radius lässt die Suppe verdünnen.

  1123. Alles spricht dafür, dass die Lösung der ökologischen Problematik global, national und individuell die Hauptaufgabe ist. Alle anderen Probleme sind dagegen sekundär, nur nicht, wenn Menschenleben  in Lebensgefahr sind.

  1124. „Jeder, wie er will“ ist u. U. eine falsche Maxime, wenn  Opfer unterschlagen werden. Denn: Fast jede Ware hat auch negative Auswirkungen auf ihre Umwelt.

  1125. Ein Nullsummenspiel: Die Autos, die Fernsehschirme, die Zahl der Fernsehprogramm, der Zahl der Urlaubstags werden immer größer, die Denk- und Kritikfähigkeit immer geringer.

  1126. Pascals berühmtes Bild aus dem 136. Fragment, von der Unmöglichkeit, ruhig in einem Zimmer zu bleiben,  hat sich durch die der Anwesenheit von Vergnügungsmedien genau umgekehrt.  

  1127. Die permanente Zerstreuung zerstört den Zusammenhang von Handlungen und Zielen

  1128. Das Überflüssige (luxoria), was schadet, darf nicht verherrlicht werden.

  1129. Der moderne Spießer ist der warenorientierte.

  1130. Der Mensch hat sich verirrt und ist von seinem wahren Ort abgekommen (Pascal). Der Blick in die Geschichte zeigt, dass dies möglich ist. Warum also auch nicht heute?

  1131. Die Wirklichkeit hat ein Verlangen von sich aus – darauf müssen wir hören. 

  1132. Aus ökologischer Sicht ist heute das meiste Tun der Menschen destruktiv – also nicht eine Fortsetzung göttlicher Schöpfung. Er sollte aber ein Mitspieler, nicht Gegenspieler  sein.  

  1133. In kleinen Läden hat die Spontaneität größere Entfaltungsmöglichkeiten als in Einkaufszentren Die Nazis favorisierten nur große Veranstaltungen, denn dort wird aus strukturellen  Gründen wenig gedacht.

  1134. In Revolutionen sind die meisten Beteiligten Objekte und nicht Subjekte.  

  1135. Mit der Veränderlichkeit ist unweigerlich die Frage nach der Erhaltung verbunden – sonst wäre ein Roulettespiel.

  1136. Um 1950 gab es bei uns Mappen unter dem Namen „Wissen ist Macht“. Welch eine Perversion des Wissens. 

  1137. Es ist falsch, in allen Staaten und Regionen die  gleiche materielle  Ausstattung zu fordern, wie er heute in den so genannten fortgeschrittenen Ländern realisiert ist. Einen Standard, den ich bereits aus ökologischen Gründen ablehne. Warum nicht in jeder Region einen bestimmten  Akzent setzen wie Ökologie, Kultur, Tradition, Sozialismus, Motorismus oder  puren Kapitalismus? 

  1138. Zur Würde gehört auch, sich möglichst selbst zu erhalten.

  1139. Niedergang einer Kultur: Nutz- und Ziergarten – Rasen – Mosaikgarten aus Steinen – Asphalt.

  1140. Vermutung: Die große Nachfrage nach Krimis, schrecklichen Schicksalen und Krankheiten sind Formen einer sekundären Bearbeitung, d. h.  ohne real involviert zu sein.

  1141. Zukünftige Nachhaltigkeit kann ohne Wertediskussion nicht gelingen.
  1142. Wenn wir verdinglicht werden, merken wir es nicht, weil wir, wenn auch im Sparmodus,  immer noch lebendig sind.

  1143. Der blinde Konsument wird getrieben und treibt gleichzeitig. Der Konsument muss sich  selbst aufklären, was sinnvoll ist oder eben nicht.

  1144. Ziele nehmen  immer stärker einen transitorischen Charakter an.

  1145. Vermutung: Die Moderne entgrenzt ständig (auch im sexuellen Bereich), bis keine Grenzen mehr vorhanden sind. Aber das wäre  das Ende jeglicher Kultur. Alles wird zu einer universellen Substanz.

  1146. Zeitlich unbegrenztes  Wirtschaftswachstum  ist  auf Dauer gestellter und falsch verstandener  Keynesianismus.

  1147. Mauern einreißen ist einfacher, als Mauern aufbauen. Gleiches gilt für Grenzen ziehen und Destruktionen.

  1148. Eine ideologiefreier Analyse würde zeigen, dass die  gegenwärtig dominierenden Prinzipien,  Maximen und Werte  nicht primär und allein von Menschen gesetzt werden, sondern ihren Ursprung in der Logik der Motore und ihren Potentialen  haben. Der Mensch denkt aber, auch hier sei er autonom: Schnelligkeit, Beschleunigung, Gleichmäßigkeit, große Dimensionen, aber auch Billigkeit und selbst Gleichheit, Takt Homogenität, Eindeutigkeit, Algorithmisierung, Problemlosigkeit, Bequemlichkeit,  ständiger „Fortschritt“, Wirtschaftsvermehrung  bis  Anschlussfähigkeit wären  in diesem Ausmaße ohne Motoreneinsatz nicht realisierbar gewesen. Selbst der Motorenlärm wird, wie sie sich bei Formel-1-Rennen ausdrückt, zunehmend als Ausdruck der Freiheit interpretiert. Die Dominanz der Motore erklärt auch, dass die genuin menschlichen Gegenbegriffe wie  Schönheit, Liebe, Leben, Wachstum, genuine Kultur und  Eigenbewegung es in unserer Gesellschaft so schwer haben und sich langsam verabschieden.

    Zugespitzt: Die Motore schaffen zunehmend die Bedürfnisse der Menschen.

  1149. Griechenlands  Blase, die durch kreditfinanzierten so genannten Wohlstand entstand,  platzt gegenwärtig. Strukturell unterscheiden sich die so genannten reichen Länder von Griechenland, auch ihre Wirtschaft funktioniert nur noch mit Hilfe riesiger Kredite. Auch diese Blasen werden platzen. Gründe: die Wirtschaft sorgt für falsches Bewusstsein, der konsumorientierte Bürger für den notwendigen politischen Druck. Die Zukunftsperspektive ist dunkel: Unsere Gesellschaft ist nur flexibel, wenn es um die Umsetzung von „Mehr“ an materiellen Gütern und Dienstleistungen geht, für ein „Weniger“ ist sie vollkommen ungeeignet und lässt sich kategorisch  nicht auf entsprechende Veränderungen ein. Veränderungen, die teilweise schmerzhaft sein werden, teilweise aber auch Gewinn an Lebensqualität mit sich bringen werden. Die Nazis wollten übrigens ihre Blase durch Kriegsgewinne und Ausplünderung eines Teils ihrer Bevölkerung (Juden) beseitigen.
  1150. Wenn die Bevölkerung eines Staates sich für den Sozialismus oder Kommunismus entscheidet, ist das ihre Entscheidung, aber die Wirtschaft muss auf eigenen Beinen stehen.
  1151. Die erste Blase, die platzt, ist die griechische, später werden  auch die „reichen“ Ländern folgen, denn auch ihre Wirtschaft ist kreditfinanziert.
  1152. Die Werbung schafft das falsche Bewusstsein für sogenanntes Wirtschaftswachstum, „Staatsinteressen“, Konsumenten  und Linke sorgen für den politischen Druck.
  1153. Umweltschutz, Naturschutz, Nachhaltigkeit zu fordern, ohne eine Wertediskussion mit materiellen Konsequenzen, sind unredlich,  chancenlos und  widersprüchlich.
  1154. Demokratie ist der höchste Wert: Alle öffentlichen Entscheidungen, auch die ökologischsten,  müssen demokratisch legitimiert sein. Denn es gibt keinen Gedanken, der nicht falsch sein könnte.
  1155. Massiver Motoreneinsatz dient nicht den Nutzern, macht die Erdoberfläche zu einer industriellen Mobilitätszivilisation und ist entscheidende Ursache für die drastische Erderwärmung.
  1156.  Der Kern zeitgemäßer Bildung, zumindest Kommunikationsfähigkeit,  besteht aus dem Wissen von Preisen und den Preis-Leistungsverhältnissen.
  1157. Die Griechen, insbesondere die „Klagefrauen“ sollten nicht primär die anderen Europäer, sondern ihre Politik, ihre Gewerkschaften und letztlich wohl auch sich selbst kritisieren.
  1158. Die vier Phasen eines Teils der Erdoberfläche: Natur – Nutzgarten – Rasengarten – Asphalt.
  1159. Ein Nachbar im Originalton: „Die Klimakatastrophe berührt mich überhaupt nicht, meinetwegen kann es jeden Tag regnen. Denn: Ich habe ein Dach über dem Kopf, ein großes Auto, Unterhaltungsmedien und die Einkaufszentren sind auch überdacht. Wenn ich dann einmal in Echt Sonne erleben will, flieg ich nach Thailand oder auf die Kanaren. Das Klagen ist vollkommen überflüssig, es geht uns doch so gut.“
  1160. Auch wenn der Klimawandel  momentan unvermeidbar ist, ist das lange noch kein Grund, nichts zu tun.
  1161.  Wir sollten unsere Städte verdichten und nicht weiter „verbreien“.
  1162. Zu einer Stadt gehört eine Innenstadt.
  1163. Gärten werden ständig bearbeitet, genossen werden sie nur noch, wenn  Besuch kommt.
  1164. Ziele haben nur transitorischen Charakter, keine bleibende Qualität.
  1165. Die wirkliche Welt (und sei sie noch interessant) wird geringer geschätzt als  mögliche Welten.

  1166. Sich nur noch im Urlaub als lebendig zu fühlen, ist ein Armutszeugnis für das alltägliche Leben. Was für ein schrecklicher Dualismus von Alltag  und Freizeit.

  1167.  Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen ist offensichtlich nicht mehr interessant.

  1168.  Sie haben keine Zeitungen mehr. Vermutung: Bestimmte Artikel in Zeitungen stören ihre eindimensionale Konsumwelt. Neue Medien ermöglichen, sich von jeglichen Störungen dieser Art sich frei zu halten. Deswegen müssen sie ihr Weltbild nicht mehr in Frage stellen.

  1169. Die Menschen werde wie Dinge gesehen und behandelt, deswegen ist Dank überflüssig.
  1170.  Wenn Welt allein kausal interpretiert wird, ist die Weltherrschaft möglich.
  1171. Fremde müssen zu Bekannten und Nachbarn werden.
  1172. Nur noch Events werden als wertvoll erachtet und wahrgenommen
  1173. Deregulation ist ein anderer Name für Normenlosigkeit.  
  1174. Der zukunftsermöglichende Weg: Weg von der motorisierten Zivilisation zur Kultur der Eigenbewegung. Es geht um einen vernünftigen Einsatz.

  1175. Auch wenn der Klimawandel  momentan unvermeidbar ist, ist das lange noch kein Grund, nichts zu tun.

  1176. Die grundsätzliche Entscheidung, immer sich für das relativ Billigste zu entscheiden, entlastet von jeglicher ethischen Kompetenz und Handeln.

  1177. enn man Wirklichkeit definiert als die Einheit der Begegnung von einem sich bewegenden Menschen und einer natürlichen Umwelt, dann hat der moderne Mensch nur noch wenige Wirklichkeitsbegegnungen. 

  1178. Die gesamte Erde wird für Motore  „bewegungskompatibel“ gemacht, so dass jeder Mensch, jeder Rohstoff und jede Ware zu jeder Zeit jeden Punkt der Erde mit einem minimalen Zeit- und Geldaufwand erreichen kann. Das hat allerdings zur Folge, dass die Qualität der Punkte drastisch sinkt. Mit anderen Worten: Der Erde gehen interessante Qualitäten aus. Und: „Wer reist im Flug, der wird nicht klug“ (Sprichwort).

  1179. Im Sonnenschein sind alle naturnahen Landschaften schön, nicht nur Mallorca oder Saint Tropez, wie uns die Werbung weismachen will. Von  diesen Klischees muss man sich nicht einengen lassen.

  1180. Heute ist das Unspektakuläre bzw.  das Nichtbesondere das Besondere.

  1181. Wie viel Motoreneinsatz wollen wir wann und wo und wann und wo nicht? Das ist die alles entscheidende Frage der Gegenwart, die als Frage nicht einmal zugelassen und deshalb weithin massiv verdrängt wird.

  1182. Wenn es stimmt, dass man für menschliches Handeln keine Naturwüchsigkeit in Anspruch nehmen kann, es aber trotz besseren Wissens tut, dann ist das eine  Entlastung für jegliche moralische Verantwortung in diesem Handlungsfeld. So kann man z. B. unökologisch handeln, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Gleiches gilt für das Un-Argument Bequemlichkeit. Das Argument der Naturwüchsigkeit („man kann daran nichts ändern“)  ist eine Rationalisierung bzw. Kaschierung von ethischem Versagen.

  1183. Das im Film „Matrix“ entwickelte Szenario müsste doch gerade den Widerstand stärken und nicht die Resignation fördern.

  1184. „Das Glück erfordert, dass wir verstehen,  Bedürfnisse einzuschränken, die uns betäuben, um so ansprechbar zu bleiben für die vielen Möglichkeiten, die das Leben bietet (aus dem Lehrschreiben „Laudato si“ von Papst Franziskus).

  1185. Wir gehören zu den wenigen Menschen in unserer Umgebung, die konkret etwas gegen den Klimawandel tun, so haben wir kein Auto und machen keine Flugreisen. Aber wir werden genau so unter den Folgen leiden wie die anderen.

  1186.  Es gibt keine plausible Erklärung für ständiges Wirtschaftwachstum.

  1187.  Die Bilderfluten der Unterhaltungsmedien lähmen die Einbildungskraft ihrer Nutzer. Die gesamte Bewusstseinsoberfläche wird von den Bilderfluten der Unterhaltungsmedien übermalt, so dass das Ich nicht mehr in der Lage ist, an andere Bewusstseinsinhalte zu kommen bzw. zu entwickeln.

  1188.  Anthropozän und Entropie sind zwei parallele Prozesse.

  1189. Heute ist der Zustand des rasenden Stillstandes (Virilio) die Normalität.

  1190. Wir müssen erkennen, dass der so genannte Fortschritt oft Stillstand bzw. Sitzen heißt. Der ständige Zwang zum Verändern   ist der modernisierte Konservativismus.
  1191. Wertediskussion zielt auf eine andere (materielle) Zivilisation. Obwohl verschieden, besteht zwischen Kultur (Akzent auf immateriell) und Zivilisation (Akzent mehr auf materielle Selbsterhaltung) eine Wechselbeziehung.
  1192.  Zwischen konsequenten Billigkäufern und Kapitalisten besteht kein qualitativer Unterschied. Beide sind gnadenlos in ihren Entscheidungen, alle Ethik ist in den Käufen spurlos getilgt.

  1193. Zwischen Lebendigem und künstlich Hergestelltem besteht ein Hiatus, ein unüberbrückbarer Graben.

  1194.  Der konsumorientierte Mensch meidet Tiefen und  Höhen.

  1195.  Die Welt wird zu einem leeren Medium.

  1196. Freiräume sind heute Leerräume, die von Unterhaltungsmedien und Autowelten gefüllt sind.
  1197. Die Funktionslogik der Technik ist zur universellen Vernunft geworden.

  1198. Das Auto hat den Einkaufskorb ersetzt. 

  1199. Die materiellen Voraussetzungen (von Flugzeugen bis Autobahnen) für die Realisierung vieler freiheitliche“  Bedürfnisse  des zeitgemäßen Menschen zerstören, zumindest reduzieren stark die Objekte dieser Bedürfnisse.

  1200. „Nur wo sich der Mensch am Menschen stößt und reibt, entzündet sich Witz und Scharfsinn,

    nur wo sich der Mensch am Menschen sonnt und wärmt, entsteht Gefühl und Phantasie,

    nur wo der Mensch zum Menschen spricht, nur in der Rede, einem gemeinsamen Akt, entsteht

    die Vernunft“ (wenn ich mich recht erinnere aus dem Afrikanischen, bm).  

  1201. Überflüssig ist: die technisch-motorisierte Hochausstattung im Privaten. Im Privaten muss das Leben Vorrang haben.

  1202. Wirklichkeitsreduzierung durch Abstraktion wie  mit dem Flugzeug über Rumänien fliegen und Wirklichkeitszerstörung durch Täuschung über Bildmedien.
  1203. Wir müssen nicht die Welt verändern, sondern sie eher durch Nichthandeln erhalten.
  1204. „Wer sich selbst zur Maschine macht, darf sich nicht wundern, wenn Maschinen ihn zum Narren halten“ (Marco Wehr).

  1205. Das Natürliche hat keine normative Kraft mehr.
  1206. Allein zeitgemäß zu sein, ist eine Beschränkung, die Dummheit erzeugt.
  1207. Zur Verhäßlichung der Welt: Asphaltierte Flächen, so auch Autostraßen, sind an sich hässlich. Pflasterung hebt die Hässlichkeit u. U. auf.  

  1208. „Mein Reichtum macht mich arm.“ Dieses Diktum von Ovid gilt zumindest für überflüssigen Konsum.

  1209. „Wehe dem, der seinen Körper trainiert, aber nicht sein Herz“. Zum Körper gehören Kleidung bis hin zu Äußerem wie Waren und Autos. Für Körper könnte man auch unmittelbar Äußeres i. w. S. sagen.
  1210. Vorsicht! Wenn etwas als trendy bezeichnet wird, liegt die Gefahr der Fremdbestimmung nahe.
  1211. Zeitgemäße Freiheit versteht sich nur noch als Konsumfreiheit.
  1212. Die Dinge sind uns nicht fremd, aber sie werden es als Waren.
  1213. Der zeitgemäße Mensch will alles zu jeder Zeit und an jedem Ort machen können. Räumliche und zeitliche Grenzen nerven ihn.

  1214. Auch das Bürgertum hat sich kulturell in Fernreisen, Autos, spezifische behaglich Fernsehsendungen bar jeglicher struktureller Kritik eingerichtet. 
  1215. Ist jemand nur konservativ oder nur zeitgemäß, entsteht Borniertheit.
  1216. Unsere Orchidee ist schön, obwohl sie  mit wenig Wasser mit der Abluft aus Kochtöpfen auskommt. Diese Haltung muss man heute als revolutionär einstufen.
  1217. Wir haben es weit gebracht in der Analyse materieller Prozesse, dagegen können wir die existentielle Freiheit des Menschen  kaum mehr denken.
  1218. In der Landtagswahl in Bremen 2015 hat die  Unterschicht überproportional nicht gewählt. Das Standardargument der Linken, dass sei die zwingende Folge ihrer ökonomischen Lage, stimmt nur teilweise.
  1219. Der zeitgemäße Mensch verhält sich zunehmend wie eine Maschine, denkt aber, er sei absolut frei. Anders gesagt: Das cartesianische Subjekt übernimmt mehr und mehr die Logik der Maschine bzw. des Motors.
  1220. Das Reisen ist Selbstzweck geworden.
  1221. Die existentiellen Bedürfnisse werden heute im Schein durch Waren befriedigt. Als ob man Lebenssinn kaufen könnte.
  1222. Besser Thomas Manns Devise, sich nach rechts zu begeben, wenn die große Mehrheit nach links strebt und umgekehrt. Das ist zwar auch keine Sicherheit für richtige Entscheidungen – liegt mir aber näher.
  1223. Fortschritt im Sinne von Fortschreiten ist in meiner Straße nicht einmal in Spuren vorhanden.
  1224. Small is beautiful = Anerkennung des Menschen als Maßstab.
  1225. Fast alle Neuerungen sind ökologisch Verschlechterungen.
  1226. Man kann die Ökonomisierung des Großsports umgehen, indem man nur zu Kreisligaspielen geht.
  1227. In Diskussionen über falsche Entwicklungen hört man oft das „Argument“ „Wir können das Rad nicht mehr zurückdrehen“. In der Regel kann man aber ein Rad, das sich vorwärtsdreht, auch wieder zurückdrehen.
  1228. Die Mehrzahl der gegenwärtigen handlungsleitentenden Prinzipien wie Billigkeit, Schnelligkeit, Größe, Bequemlichkeit usw. sind negativ für Mensch und Umwelt.
  1229. Keine Mensch in einer demokratischen Gesellschaft ist gezwungen, bei Amazon zu bestellen, auf der grünen Wiese im Einkaufszentralen zu kaufen, auf Handys zu starren oder  ein Sport Utility Vehicle (SUV)  zu fahren
  1230. Alles Lebensverhindernde wie Autos, Wirtschaftswachstum, Autostraßennetze, Industrieviertel, Suburbs, Fernsehschirme usw. wird immer größer.
  1231. Es wäre doch interessant zu untersuchen, welche Korrelationen zwischen den drei passiven Verhaltensformen Rauchern, Unterhaltungsmedienkonsumen und habituellen Autofahren bestehen
  1232. Ein monadischer Individualist galt im alten Griechenland als ein Idiot. Der Idiot der Gegenwart ist der totale Konsummensch.
  1233. Die Welt müsse nicht „verändert“, sondern „verschont“ werden, sagt Odo Marquard. Das gilt mit Sicherheit für die Natur, und das hätte wiederum zwingend große Veränderungen für die  industrielle Zivilisation zur Folge.
  1234. Es funktioniert nicht: Erst reisen, dann Bildung. Es ist gerade umgekehrt, erst Bildung und dann reisen – zumindest tendenziell.
  1235. Wichtige Einsicht der Psychologie und Medienkunde: Wahrnehmungen stehen im Austausch mit der Umwelt, Vorstellungen sind von der Umwelt isoliert, Bilder sind von äußeren und inneren Umwelt isoliert.

  1236. Alles Lebensverhindernde wie Autos, Wirtschaftswachstum, Autostraßennetze, Industrieregionen, Suburbs, Fernsehschirme usw. wird immer größer.
  1237. Untersuchen, welche Korrelationen zwischen Rauchern, Unterhaltungsmedienkonsumenten und habituellen Autofahrern, also drei passive Verhaltensformen, bestehen
  1238. Ein monadischer Individualist galt im alten Griechenland als ein Idiot. Das gilt heute für den blinden Konsumenten.
  1239. Die Verabsolutierung des Preis-Leistungs-Verhältnisses lehne ich ab, weil sie von der konkreten Situation abstrahiert, d. h. ethische Überlegungen sind vollkommen überflüssig, ja störend.  
  1240. Konsumverzicht ist heute ein Verstoß gegen die herrschende Norm. Er wird nicht rechtlich, aber im gesellschaftlichen Diskurs geahndet.

  1241. Wir schätzen nicht mehr die Natur an sich, sondern wollen sie beherrschen und ausbeuten. Ihre Bedeutung  als Quelle der Heilung, auch als normative Quelle, hat sei den 80iger Jahren stark nachgelassen.

  1242. Verabsolutierte Modernität wird heute auf technische reduziert. Diese ist eindimensional.

  1243. Zeitgemäß denken und handeln ist eine ungeheure Abstraktion von Zeit, Raum  und Ganzem. Das impliziert auch Abstraktionen vom Leben und das sind meistens  Medien- und Autowelten.

  1244. Moderne will Notwendigkeiten überwinden.

  1245. Es fehlt uns an Bezügen zu Lebewesen.

  1246. Unterhaltungsmedien rundum verhindern Nach-Denken, Nachklingen, Nachspüren.

  1247.  „Städte, in denen man laufen oder Rad fahren kann, sind einfach Städte mit deutlich höherer Lebensqualität“ (Architekt Norman Foster). Ich frage mich, warum das immer noch nicht alle begreifen bzw. erspüren.

  1248. Auch die Gewerkschaften stabilisieren das Wirtschaftswachstum.

  1249. Wenn ein Politiker heute konkret die Aufgabe Sparen angeht, ist er verloren. Sparen ist  im Kapitalismus eine Provokation. 

  1250. Grundirrtum der Gegenwart: Mit Techniken (von Auto bis Drogen) die existentiellen Probleme des Lebens  meistern zu können.

  1251. Erst wenn äußere Realität durch Aktivität angeeignet wird, entsteht innere Realität – diese entsteht also nicht durch Bilder und Transportiertwerden. 

  1252. Es gibt keine Alternative. Wirklich nicht? Eine gemeinsam geteilte Vision von Nachhaltigkeit, Naturverbundenheit und Konvivialität ist tief in unserem kulturellen Erbe angelegt. Heute wächst und blüht sie in unzähligen Hotspots eines ergrünenden Europa. Wir wären gut beraten, die Idee von „sustainability" in die Mitte eines neuen europäischen Narrativs zu heben und als unsere „soft power" zu kommunizieren.  Das 21. Jahrhundert ist und bleibt eine Epoche der „Erdpolitik" (Ulrich Grober). 

  1253. Wer gesundes und gelingendes Leben anstrebt, muss sich teilweise gegen die Konsumimperative erfolgreich wenden.

  1254.  Deutsche Urlauber fördern in den Urlaubsländern durch ihr Kaufverhalten die Strukturen a la USA oder Deutschland.

  1255.  Ausschließlich Orientierung am Konsum und Unterhaltungsmedien führen zur Stärkung der Langeweile.

  1256.  Jedes Handeln muss befragt werden: Schadet dieses Handeln der Umwelt  – oder nicht?

  1257.  Jetzt ist leider unsere nächste  Einkaufsmöglichkeit ein Großmarkt  und damit nolens volens unser Kaufmann. Das ist ein struktureller Zwang zum unökologischen Handeln.

  1258. Gnothi seauton (Erkenne dich selbst) ist heute kein individuelles Anliegen mehr, d. h. auch,  sich über sich selbst wundern, u. U. auch kritisieren.  Das verhindert die Warenwelt.

  1259.  Wir müssen das ökologisch Notwendige tun und das ökologisch Schädliche unterlassen, um danach allzeit in Ruhe zu leben.

  1260. Wir müssen mehr vergleichend  urteilen: Vogelgesang ist angenehmer als Motorenlärm.
  1261. Geldmittel, die  ausgegeben werden sollen,  müssen erst erwirtschaftet werden.
  1262. Es gilt, Zeit zum Denken und damit zum Einhalten zu haben.
  1263. Das Bewusstsein ist eine Theaterbühne. Wehe, wenn die Bühne leer ist, aber keine Angst, die Unterhaltungsindustrie füllt natürlich gegen Geld die leere Bühne schnell wieder.
  1264. Der Grundirrtum: Eine lange Phase der nichtnotwendigen Bequemlichkeit zu haben, um danach umso intensiver zu erleben. Erleben und Bequemlichkeit auf Halde zu lagern sind inkompatibel.
  1265. Wie sollen Großeltern ihre Enkel verwöhnen, wenn die Eltern es bereits über alle Maßen tun? 
  1266. Die Frage nach dem guten Leben kann man nur komparativ und oft mehrdimensional, nicht absolut beantworten.
  1267. Wesentliches wird auch heute gesagt und geschrieben, aber es verschwindet oder ertrinkt im Meer der Trivialitäten und Nebensächlichkeiten.  

  1268. Der Produzent von Bequemlichkeit ist selbst nicht bequem.

  1269. Wissen in der heutigen Form ist oft eine Verengung des Bewusstseins auf Herrschaft (Heidegger) im Sinne von „Wissen ist Macht“.

  1270. Wenn die innere Leere groß ist, kann man sie nicht beseitigen, indem man sie mit Waren füllt.
  1271. Der Mensch braucht heute nur noch irgendeinen Knopf  zu drücken, und es entstehen gewaltige Veränderungen, z. B. ein Flugzeug oder Auto zu starten. Mehr Aktivität wird nach dem Knopfdruck nicht mehr von ihm verlangt.

  1272. Ich bin fassungslos, wie schnell man den Schatz einer lebendigen gewachsenen Innenstadt so widerstandslos auf dem Altar der Bequemlichkeit opfert. Man erkennt nicht, dass Anstrengung weiter bringt.

    Wirtschaftswachstum zu fordern,  ist Ausdruck von Strukturkonservativismus.

  1273. Für die Naturwissenschaft ist die Frage nach dem Ding durch Messen, für den Konsumenten durch den Preis beantwortet.

  1274. Eine globale Zeitdiagnose der Gegenwart  ohne eine systematische und umfassende Kritik der Motoren verfehlt zwangsläufig ihr Ziel. Motore gelten als ein nichthinterfragbares und unkritisierbares Geschenk wie weiland das Trojanische Pferd.  Sie sind das wirksamste Tabu im gegenwärtigen Denken.

  1275. „Alles Unglück in der Welt kommt daher, daß man nicht versteht, ruhig in einem Zimmer zu sein“ meinte Blaise Pacal (1623-1662). Heute hat sich das Bedürfnis umgekehrt: Der Mensch hält es in der Öffentlichkeit nicht mehr aus. Die Unterhaltungsmedien im Zimmer liefern eine Wirklichkeit, die in ihrer Faszination durch nichts übertroffen werden kann.

  1276. Waren füllen  unser Bewusstsein vollkommen aus, so dass Begegnungen mit Lebewesen sich verringern und unsere Liebe zum Leben immer schwächer wird.

  1277. Die zunehmende Unsichtbarkeit der Städter und Dorfbewohner.

  1278. Die Faszination  von Waren liegt zunehmend in der Oberfläche.

  1279.  „Big is beautiful“ ist heute dominierend und nicht „Small is beautiful“.
  1280. Die Gravitation fördert die sitzende und liegende Lebensweise, während das Leben den aufrechten Gang fordert und liebt. Motoreneinsatz heißt, sich der Gravitation zu unterwerfen. Leben heißt, sich der Gravitation nicht zu beugen.
  1281. Platons Höhlengleichnis muss nicht strukturell, aber inhaltlich neu bestimmt werden: Nicht die Dinge, sondern die Dinge im Schein, wenn sie Wirklichkeit vortäuschen, sind abzulehnen. Genauer: Wenn der Schein nicht als Schein erkennbar ist.
  1282. Viele der gegenwärtigen materiellen Werte sind nicht die meinigen.
  1283. Mich faszinieren große Bauten nicht.
  1284. Mobilität besteht für mich aus Eigenbewegung (Fuß und Rad) und öffentlichen Verkehrsmitteln, u. U. auch aus Taxen. 
  1285. Für die meisten Bürger muß das Zuhause extrem langweilig sein, denn entweder fliehen sie ständig im Auto oder schalten sofort den Fernseher an.

  1286. Der Konsumbürger ist verwahrlost, er ist eine Funktion und Spielball des Konsums.
  1287. Hauptwiderspruch: Wirtschaftswachstum einerseits fordern und fördern und ökologische Zerstörungen andererseits ablehnen.  
  1288. Kaufen hat immer eine strukturelle Dimension:
  1289. Knopf zu drücken

     Internetkäufe und Einkaufszentren auf der grünen Wiese zerstören Innenstädte.
  1290. Wenn Reformen a la Harz das Ziel haben, langfristig Wirtschaftswachstum zu stabilisieren und eventuell später zu beschleunigen, lehne ich sie ab.
  1291. Der Begriff Hochkultur ist kein ideologischer, sondern spiegelt die Tatsache, dass es objektive Niveauunterschiede gibt.
  1292. Wahrnehmung im Zeitalter der Unterhaltungsmedien: minimale kognitive Aufmerksamkeit und schubweise emotionale Aufgeregtheit, die oft schnell wieder verebbt.

  1293. Süchte wie die  nach Zigaretten, Alkohol, Rauschgifte,  Fernsehen, Glücksspiel, Konsum oder ständigem Einsatz von Motoren sind nicht immer  destruktiv-zerstörerisch, sondern können auch konstruktiv-produktiv sein wie Engagement, Arbeitssucht, Helfersyndrom usw.
  1294. Warum muss bloß alles größer werden, so die Autos, die Fernsehschirme, die Reiseentfernungen, die Läden, die Einkaufszentren? Die Vergrößerung der Dummheit ist übrigens die notwendige Folge der vorangehenden Vergrößerungen.
  1295. Es ist schon paradox, einerseits vergrößern  wir ständig die Umweltbelastungen, andererseits laufen parallel einige kleine Aktivitäten auf Zeit, diese zu reduzieren.
  1296. Wir erkennen nicht bzw. blenden es aus, wenn die rechte Hand Gutes, und die linke Hand Schlechtes tut.
  1297. Idiot bezeichnet heute  abschätzig Menschen, die real oder scheinbar  nicht im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind. Angemessener wäre es, dieses Wort auf diejenigen anzuwenden, die allein ihre Bedürfnisse zum Maßstab ihres Handelns erheben. Das gibt auch das griechische Wort „idios“ her in der Bedeutung von eigen und privat,  privat enthält wiederum die Bedeutung von berauben und absondern. Verallgemeinert: Der Privatmensch beraubt die Umwelt – und vielleicht auch sich selbst.
  1298. Viele Bürger schaffen sich ein warenfetischistisch verfasstes Privatgefängnis.
  1299. Die Forderung nach gleichem Lohn für Männer und Frauen  unterstütze ich, wenn die Lösung heißt: Die Männer schrauben ihre Löhne so weit zurück, bis die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männer erreicht ist. Aber diese Lösung denken nicht einmal traditionelle Linke.  
  1300. Es ist eine Ideologie zu meinen, dass der Wert in dem Wort „Mehrwert“ immer ein wünschenswerter Wert sei. Wir brauchen eine Wertediskussion und danach erst die Mehrwertdiskussion, d. h. die Verteilung der Werte.
  1301. Wenn ich preisliche Günstigkeit zum einzigen Entscheidungskriterium für mein Kaufverhalten mache, dann muss ich mich nicht wundern und schimpfen, wenn andere „Entscheider“ mit dem gleichen Prinzip mich eines Tages als preislich ungünstig einordnen und mich entlassen.
  1302. Ökonomie als Selbstzweck schafft normative und humane Leere.
  1303.  Ein Ausdruck der Oberflächenkultur ist, vom Aussehen besessen zu sein.

  1304. Generationsgerechtigkeit ist heute kein Argument
  1305. Die Bürger werden zu Marktsubjekten reduziert und verformt.
  1306. Die Idee der Politik oder gar der Kunst als Gegenmacht hat keine Träger mehr.
  1307. Die Menschen werden zu Libido-Bündel abgerichtet mit einer kognitiven Kompetenz, die sich allein auf Preise beschränkt.
  1308. Sozialstaat und Sensationsindustrie bilden die letzten Horizonte (Sloterdijk), d. h. der Konsumstaat wird nicht mehr hinterfragt.
  1309. Es ist meiner Ansicht nicht sinnvoll, Süchte undifferenziert zu verurteilen,  weil man sie nicht von Engagement, Besessenheit, Produktivität usw. plausibel trennen kann. Sinnvoll ist nur, zwischen weiterbringenden und hindernden Süchten zu unterscheiden. Mit anderen Worten: Bringt diese Sucht weiter oder nicht?
  1310. Ein Geist, der nicht zwanghaft zeitgemäß ist, hat  Freiräume für Alternativen.
  1311. Von Seltenheit geht wie von der Bequemlichkeit seit Menschengedenken eine große Faszination aus.
  1312. Ausetzen kann auch sinnvoll sein, weil sich neue Strukturen zeigen.
  1313. Zur Reflexion gehört Distanz. Auf etwas warten zu müssen und  Langeweile sind Situationen, in denen Reflexion möglich werden. Autofahren und ständiger  Konsum in Unterhaltungsmedien bieten keine Räume für Reflexion. Es gibt also Gefängnismauern, die aus Informationen bestehen. Kurz: Reflexion erfordert Auszeit von allgegenwärtiger Unterhaltung.
  1314. Die Philosophie, das Sachwissen und Primärerfahrungen werden zunehmend von dem Wissen um Preise für Waren und Dienstleistungen ersetzt.
  1315. Das zeitgemäße Bewusstsein wird zum Preisbewusstsein,  Gefühle auf angenehme reduziert. Das können paradoxerweise auch mörderische Filme sein.
  1316. Oberflächen, auch die eigene,  in ansprechender Weise zu gestalten, reicht nicht aus.
  1317. Die gegenwärtige Kultur hat den Akzent auf Entlastung, nicht auf Stiftung. Stiften ist übrigens anstrengend.
  1318. Wir entwickeln ein ortloses und immaterielles Ich, dessen Wahrnehmungen in ein schwarzes Nowhere unwiederbringlich versinken. Wir haben der Form, nicht dem  Inhalt nach, ein cartesianisches Ich, das von seinem Leib, seinen Gefühlen und seinen Lebensvollzügen abgekapselt ist. Das ist die Folge unseres Lebens in der Auto- und Unterhaltungsmedienwelt.
  1319. Wirklichkeit wird zunehmend von virtuellen und inszenierten Welten ersetzt.
  1320. Kommunikation im Internet ist meistens eine Schwundform der realen Interaktion.
  1321. Die Abnahme der Fähigkeit zur Kontemplation, zur geistigen Produktivität (eine SMS gehört nicht dazu) und zur intellektuellen Ordnung ist Fakt, keine Kulturkritik. Das bemerke ich tendenziell auch an mir selbst.

    Gleichzeitigkeit ist die einzige Freiheit, über die der Mensch nicht verfügt, d. h. zur gleichen Zeit in A und B zu sein. Medien erzeugen allerdings diese Illusion. Das ist falsches Bewusstsein.

  1322. Das Nebeneinander von falsch und richtig ist ein Merkmal der Gegenwart. Aber Vorsicht, hier gibt es ein optimales Verhältnis.
  1323. Das zeitgemäße Individuum ist keines, denn es bemerkt nicht (falsches Bewusstsein), dass er durch und durch die dominierende Gesellschaft ist. Besonders resistent für diese Einsicht sind Gefühle.
  1324. Ein Zugabteil ist ein sozialer Lebensraum, das mit einer Person besetzte Auto ist es nicht.
  1325. Im Internet der Dinge, wo die Dinge miteinander kommunizieren, werden die Menschen (außer zur Programmierung) überflüssig.
  1326. Der Mensch kann nicht im Globalen wohnen. Ein Wohnzimmer, in dem ständig Unterhaltungsmedien laufen, ist keins.
  1327. Wer im  Konsum ertrinkt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
  1328. Bilder machen weder physisch noch geistig satt.
  1329. Man muß ein Phänomen in der sinnlichen Erfahrung, aber auch im Geist so stark wie möglich machen. Also  Grauregionen meiden.

    In der Markwirtschaft herrscht Leere, wenn man  die Leere  selbst nicht als Norm interpretiert. 

    Die Welt im Autositz oder Fernsehsessel an sich vorbeiziehen lassen, ist keine Begegnung, sondern nur ein Vorbeihuschen.

  1330. Nur durch die Anstrengung des Begriffs oder anderer „Gnadenmittel“ kann man sich dominierenden gesellschaftlichen Zwängen entziehen.

  1331. Tendenziell kann man nur noch äußerst kompetent die Preise für Waren und Dienstleistungen berechnen und in Beziehung setzen, alle anderen Fähigkeiten verkümmern in der Regel.
  1332. Der  Mensch ist das Schicksal der Tiere und Pflanzen.
  1333. Erst wenn eine aktive Tätigkeit  zur inneren Realität geworden ist, kann man von einer Aneignung sprechen.

  1334. Es ist ein großes demokratisches Missverständnis zu meinen, das eigene Handeln für das Gute sei vernachlässigenswert, weil es gemessen am Ganzen so klein sei.  

  1335. Trotz (oder gerade wegen) der riesigen Informationsmengen ist der Mensch weltarm wie nie zuvor, denn die Informationen ersetzen zunehmend Realerfahrungen.  Die Leere ist die Norm der Gegenwart.

  1336. Ökonomismus drückt sich in der Herrschaft strikter Rechenhaftigkeit in den Bewusstseinen aus. Der rechnerische Vorteil ist das alleinige Kriterium für alle Entscheidungen.

  1337. Ziel des Lebens muss sein: Nach dem Höheren, nicht nach dem Mehr zu streben.  

  1338. Im Zeitalter des verabsolutierten Konsums ist es sinnvoll, sich des Diktums von Angelus Silesius zu erinnern: „Mensch, werde wesentlich!“ 

  1339. Wir müssen die Frage nach dem Gebrauchswert stellen, die je nach Mensch und Situation unterschiedlich ausfällt.

  1340. Meine Warenkritik dient allein dem Zweck, ein gelingendes Leben zu ermöglichen bzw. die Chance für ein gelingendes Leben zu erhöhen.  

  1341. In Dualismen statt dichotom zu denken, führt immer zu Widersprüchen, weil das ausgeklammert wird, was doch letztlich wirkt.
  1342. Wenn Linke  Austerität, also das Vermeiden neuer Schulden, anprangern, argumentieren sie nicht ökologisch.  

  1343. Wir leben in einem Meer des Sekundären, d. h. im Indirekten, nicht im Direkten.  

  1344. Nach großem Widerstand wurde das universelle Recht auf Rauchen in jedem Raum reduziert, Gleiches müsste doch auch beim motorisierten Individualverkehr möglich sein.
  1345. Das Kapitalverwertungsbestreben arbeitet nicht selten wie die Logik der Mafia: Kaufe erst einmal mein Produkt, über das Bezahlen reden wir später. Das funktioniert bei Individuen wie bei Kollektiven.
  1346. Das Diktum Hegels, dass der Mensch durch Arbeit zum Menschen wird, trifft heute weitgehend auf Unverständnis. Der Wert der Arbeit hängt allein von seinem  finanziellen Gegenwert ab. Das erklärt auch, dass jede Arbeitszeitverkürzung als Fortschritt interpretiert wird.
  1347. Die Verweildauer der Dinge wird immer kürzer und damit flüchtiger, blasser, unschärfer – und das letztlich auch wir selbst.
  1348. Dubai, die Autostadt Wolfsburg, Las Vegas sind alles Kulissenstätte, in die ich nicht einmal umsonst eingeladen werden  möchte.

  1349. Ich habe das „Glück“ drei Menschen zu kennen, die ihr Leben jeweils dem Auto, dem Fernsehen oder  dem Konsum  gewidmet haben.  Auch wenn  keiner endgültig beweisen  kann, was ein gelungenes Leben sei, ist der Aufweis, was ein verfehltes Leben sei,  plausibler vermittelbar.

  1350. Ein entscheidender Unterschied: Einkauf vermittelt durch Verkäuferinnen oder on-line-Kauf.

  1351. Knöpfe, Hebel, Tasten usw.  trennen von der realen  Welt.

  1352. Heute werden Wirklichkeiten verstärkt und überwiegend zu Möglichkeiten (s. Robert Musil). Vermutung: Auto und Medien sind näher am Möglichkeitsraum.  

  1353. „Das ist zu teuer“ könnte ein Argument sein, aber „Das ist billiger, deswegen nehme ich es auf jeden Fall“ verabsolutiert, ist eine Katastrophe.   

  1354. Die Bedeutungen werden in der Medien- und Beschleunigungsgesellschaft immer flüchtiger.  

  1355. Bei Süchten muss man fragen, was man durch sie bekommt? Bei Alkohol-, Fernseh- und Autosucht mit Sicherheit von eigenen Verletzungen abgesehen nichts.

  1356. Die Natur ist ein hoher, nicht zur Disposition stehender Wert.  Wenn die Naturanteile einer Landschaft groß sind,  ist jede Landschaft schön.

  1357. Wir können das Rad der Geschichte vielleicht nicht zurückdrehen, aber bestimmt die Richtung beeinflussen.

  1358. Selbstbegrenzung im Materiellen muss die Maxime der Gegenwart lauten.

  1359. Sie waren im Urlaub in Dubai, wir im Schwarzwald.  

  1360. Konsum ist heute  der  einzige  unhinterfragbare Wert – zumindest wird das ständig gesagt, und immer mehr Menschen übernehmen im Danken und Handeln diesen Standpunkt.

  1361. Im Auto werden die Wahrnehmungen der  Wirklichkeit außerhalb des Autos drastisch reduziert,  bei Bildern und Filmen ist die  dargestellte Wirklichkeit gar nicht erst vorhanden. Im ersten Fall werden die Menschen, im zweiten Fall die Objekte der Welt reduziert. Im Auto sind die Fahrenden, vor den Bildschirmen sind die Schauenden bewegungslos.

  1362. „Wo wurde diese Szene gedreht? 3 tolle Reiseziele“ (aus einer Werbung eines Reiseunternehmens).  Blöder geht es wohl nicht.

  1363. Wir müssen werden, was wir sind“ so keine Funktion des Kapitalverwertungsprozesses

  1364. „Das ist kein Thriller. Nach den Morden ringt Dänemark um Fassung“ (FAZ v. 16. 2. 15). Ich frage mich nicht zum ersten Mal, in welchem Verhältnis die obligatorische Sonntags-Thriller zu die Real-Thrillern stehen.

  1365. Ich bin dagegen, dass Erspartes arbeiten soll (aus einer Werbung), abgesehen davon, dass es gar nicht arbeitet, sondern ein Mittel zur Spekulation ist. Erspartes sollte nur für Notfälle liegen.
  1366. Als sie hört, dass wir im Schwarzwald Urlaub machen, bemerkt sie: „Wir machen nur noch Fernreisen“.
  1367. Ein virtuelles Leben ist kein Leben.
  1368. Auf den Konstruktivismus  baut das kapitalistische vermittelte Konsumbewusstsein des „everything goes“.
  1369. Müsste ich mich nur nicht jeden Tag stundenlang dem Bombardement von laserähnlichen Strahlen aus großflächigen Fernsehschirmen aussetzen.
  1370. Der Konsumbürger will und kann nicht das Ganze sehen oder gar versuchen, es zu ändern.
  1371. Das Neue soll das Alte nicht unterbuttern“ (aus einer Seglerzeitschrift), aber das Umgekehrte gilt natürlich auch. Die Natur und das Leben sind das Älteste. Aber im Alten ist immer bereits Neues enthalten und im Neuen Altes.

  1372. Vereinzelte Menschen lassen sich besser beherrschen. Deshalb bauten übrigens die Nazis Autobahnen. Nur zu Events, die dem Kapital dienen, werden sie zusammengefasst.
  1373. Ich werbe bei meinen Enkeln mit dem Slogan „Bei uns gibt es kein Auto und keinen Fernseher, aber dafür läuft machmal ein Reh durch unseren Garten.“ Bis jetzt mit bescheidenem Erfolg, aber der wird größer, da bin ich mir ganz sicher.
  1374. Erkenntnistheoretisch ist es wohl unmöglich, letztlich Wirklichkeit zu bestimmen. Trotzdem muss im Interesse der Menschen und der Erde sie ständig gesucht werden, denn „Everything goes“ wäre das Ende der Humanität.
  1375. Gehen, Rad- und Bahnfahrten müssen Teil des Lebensstils werden.
  1376. Ökonomie als Selbstzweck  schafft eine normative Leere, die nur sich selbst ausspart.  
  1377. Bis vor   zehn Jahren hatten wir einen gut sortierten Lebensmittelmarkt, dann wurde in dem benachbarten Stadtteil von uns ein riesiges Einkaufszentrum gebaut mit der Folge, dass unser Markt aufgab. Jetzt zeigt sich, dass das riesige Einkaufszentrum gar nicht so riesig ist, denn nun strömen die Autos in Einkaufszentren, die offensichtlich noch größer sind. Aber genau weiß ich es nicht, denn ich war noch nie da.  

  1378. Eine Maxime, die nicht absolut gilt: Ständiges Streben nach Bequemlichkeit, die nicht durch vorhergehenden Anstrengungen legitimiert ist, ist inakzeptabel. Bequemlichkeit als Selbstzweck intensiv pflegen, ist Negierung von Fähigkeiten, ja von Leben.

  1379. Anpassungsfähigkeit ist ambivalent, machmal sinnvoll, manchmal schrecklich
  1380. Dem kapitalistischen Liberalismus ist es verboten, Menschen direkt zum Konsum zu zwingen. Das ist gegenüber anderen totalitären Systemen das gute Moment an ihm.
  1381. Ich bleibe dabei: Es gibt Niveauunterschiede: Klassische Musik ist höherwertig als Fußballkunst, philosophische Texte höherwertig als die Texte in Boulevard-Zeitungen, echte Liebe höherwertig als ein Porno.
  1382. Als politischer Ökologe der ersten Stunde unterstütze ich nicht  automatisch linke Positionen. Dafür ist die Zeit einfach zu knapp.
  1383. Es gibt  nicht nur eine schuldlose und schuldhafte Armenfalle, sondern auch eine unmoralische Reichenfalle.
  1384. Mensch und Maschine rücken enger zusammen“ (Der klassische Computer verschwindet, FAZ v. 7. 2. 15). Müsste nicht der umgekehrte Vorgang stattfinden?   „Die Zukunft findet im virtuellen Raum statt“ (Digitale Strategien“ FAZ v. 7. 2. 15) Ist das nicht eine Zukunft ohne Leben?

  1385. Es ist legitim, ja notwendig, das Verhalten der Menschen zu beeinflussen, um ihr Leben länger, gesünder und besser zu machen  (Thaler/Sunstein). Zumindest Angebote machen und Kritik üben..
  1386. In einer Anzeige „Wenn Nähe zu einem Fremdwort wird“ würde ich präzisieren in „Wenn Nähe von Lebewesen zum Fremdwort wird“.
  1387. Das BSP ist nur mit Einschränkungen ein Maßstab für Lebensqualität.
  1388. Lu Xuns Modernität erweist sich gerade darin, dass er die Leiden beschreibt, die die Moderne mit sich bringt. 

  1389. Subjekte gibt es nur noch als Marksubjekte.  
  1390. Der Blogger Andrew Sullivan meint, er müsse l nun aufhören, bevor ihn der Burnout erschüttere. Und er sei gesättigt vom digitalen Leben und wolle in die „echte Welt“ zurückkehren: mehr Zeit für mit seiner Familie verbringen; mal wieder ein schweres Buch in aller Ruhe lesen und in seinen eigenen Gedanken umherwandeln“ (in der FAZ). 

  1391. „Die Unzeitgemäßen befinden sich häufig auf der Höhe der Zeit“ (Frank Vonessen).

  1392. Es gibt Gefängnismauern für das Denken, die aus überflüssigen Informationen entstehen.

  1393. Langeweile aushalten zu können,  ist vielleicht das effektivste Mittel gegen Unterhaltungsmedien.

     Ziel des Lebens muss das Streben nach Höherem, nicht nach Mehr sein (Qualität statt Quantität).  

  1394. Viele Menschen beklagen sich über die Abstraktion und  Kälte in der gegenwärtigen Gesellschaft, real aber unterstützen sie  diese Tendenz. Meine  Maxime „Ignoriert das, was euch kaputt macht“ stößt auf  Unverständnis.   

  1395. Lauf nicht in die Falle der Bequemlichkeitsangebote, die heute weit weniger nötig sind als früher. 

  1396. Leben oder Technik: Das ist die große Entscheidung, vor der wir gegenwärtig stehen.
  1397. Ein geometrisierter Steingarten  ist die unmittelbare Vorstufe des asphaltierten „Gartens“.
  1398. „Geld schläft nicht“. Diese Schlaflosigkeit ist der Motor der meisten individuellen und gesellschaftlichen Veränderungen.

  1399. „Wir Menschen wissen immer mehr“ sagt mein Bekannter voller Zuversicht. Aber das gilt aus humanistischer Sicht nur für den schmalen Bereich materieller Prozesse. Die bedrängenden  metaphysischen Fragen des Menschen nach Gott, Freiheit und Unsterblichkeit  bleiben von diesem Fortschritt vollkommen unberührt. Selbst diese Fragen allein zu stellen, wird zunehmend als irrational im öffentlichen Diskurs verworfen bzw. für diese Frage fehlt die Zeit.

  1400. Das Tier ist weltarm, aber der zeitgemäße Mensch ebenfalls, wenn man die mediale Welt und die aus motorisierten Fahrzeugen gemachten Erfahrungen nicht zur Welt rechnet.
  1401. Ich definiere Kapitalismus nicht über die Verteilung, sondern ich betrachte die Ausbeutung durch herunterziehenden  Konsum (Andre Gorz) als sein entscheidendes Merkmal.
  1402. Naturerlebnisse werden auf  Wellness  reduziert.
  1403. „Für die Menschheit ist es drei vor zwölf, wenn sie ihrem eigenen Untergang entgehen will“ (Bulletin of Atomic Scientists). Wer wirtschaftspolitische Maßnahmen vorschlägt, die diese Gefahr vergrößern, muß zu dieser Aussage Stellung beziehen. Tut er es nicht, macht er sich schuldig.

  1404. Nur relatives Glück ist bestenfalls möglich, wenn man sich ein Stück von den Konsumimperativen befreit hat.

  1405. Normen, wenn internalisiert, nehmen im Denken der Handelnden den Charakter von selbst bestimmten Normen an. Deswegen können heterogene Imperative schwer durchschaut werden. Internalisierte Normen sind für die sie Ausführenden immer vernünftig, sinnvoll und vertretbar.  

  1406. “Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen” (Blaise Pascal). Betrachtet man das Auto auch als ein Zimmer, ist dieses „Unglück“ dank elektronischer Unterhaltungsmedien und Motoren beseitigt.  

  1407. Die häufige Nutzung von Unterhaltungsmedien dient der Flucht vor sich selbst und vor der Arbeit, zu der auch die  Anstrengung des (kritischen) Begriffs gehört.

  1408. Ich bin inzwischen  davon überzeugt, dass wir nicht mehr ständig überlegen sollten, unser körperliches und geistiges Leben bequemer und einfacher zu machen, sondern aus Egoismus und Verantwortung gegenüber der Schöpfung schwerer.

  1409. Zeitgemäßes Leben: Entweder läuft ihr Auto oder ihr Fernseher. Tertium non datur.

  1410. Alle Menschen sind gleichwertig, aber nicht alle ihre Taten einschließlich ihres Sozialverhaltens.

  1411. Mindestens neunzig Prozent der Bürger argumentiert bezüglich der angeblich großen Vorteile von Motoren, Einkaufzentren und Internetkäufen  gleich.

  1412. Bis ca. 1970 war jede gewachsene Klein- und Mittelstadt vom Konsum und Sozialen her ein geschlossener Kosmos, in dem man alle seine Bedürfnisse befriedigen konnte.

  1413. Kapitalismus ist für mich eine besondere Art und Weise der Rationalität:  Der Profit in Zahlen ausgedrückt wird verabsolutiert, von ihm aus werden alle Entscheidungen gefällt. Andere Dimensionen wie Ökologie, Ästhetik, Soziales, Tradition spielen keine Rollen, werden nicht berücksichtigt – nur wenn sie dem Kapitalverwertungsinteresse  dienen.

  1414. Also ob große Distanzen mit Autos und/oder Flugzeugen  im Urlaub zurückzulegen, das Moment des Abenteuers vergrößern und intensivieren würden. Deswegen: Mit dem Flugzeug nach Australien fliegen verlangt weniger geistiger und körperlicher Anstrengungen als mit der U-Bahn quer durch Hamburg zu fahren.

  1415. Die Bezeichnung der gegenwärtigen Gesellschaft mit „motorisierter Zivilisation“ scheint mir momentan sehr treffend zu sein.

  1416. Ich bin Mitglied in mehreren Naturschutzvereinen, deren  Mitgliederzeitschriften höchst ästhetische Photos von Tieren, Pflanzen und Naturlandschaften mit der Absicht  enthalten, den Wert von Natur zu erkennen und zu begründen.  Inzwischen kommen mir Zweifel, ob diese Ausrichtung den Zielen des Naturschutzes dient, denn: So schön wie auf den Photos erscheint die Natur dem Menschen nur selten, wenn überhaupt. Entsteht deswegen nicht bewusst, aber unterschwellig Frustration? Und: Ist die Schönheit dieser Photos nicht nur eine bestimmte, d. h. daneben gibt es noch viele andere?

  1417. Das Diktum „Die Welt verändern, macht gute Laune“ von Harald Welzer präzisiere ich „Die Welt im Erdzeitalter des Anthropozäns verändern,  ist eine Veränderung der Veränderung, die gute Laune macht. Diese Veränderung betrifft auch das eigene Verhalten, so sich  von schlechten Gewohnheiten zu befreien, was, wenn es gelingt, ebenfalls gute Laune macht.

  1418. Der Einsatz von Medien ist grundsätzlich nur dann sinnvoll, wenn es kognitiven und nicht emotionalen Zielen dient.

  1419.  Das kapitalistische-technische System ist so mächtig, weil alle an es glauben, es als naturwüchsig betrachten gegen das man nichts machen kann.

  1420. Auch nach der „großen Umverteilung“ bleibt das kapitalistische System ein kapitalistisches.

  1421. Maxime: Nur dann motorisierte Technik einsetzen, wenn der Einsatz von Körper, Hand und Fuß nicht mehr möglich oder zumutbar ist.
  1422. Konkret: Das Auto stehen lassen, wenn man das Ziel auch zu Fuß oder mit dem Rad erreichen kann.

  1423. Achtet auf eure kleinen und kleinsten Handlungen und Nichthandlungen. Sie sind alle wichtig für das Ganze. In der Regel können wir sowieso nur kleine Handlungen verrichten.
  1424. Wenn die Natur beschädigt wird, werden wir es ob unserer eigenen  Natur auch.
  1425. Der heutige Fortschritt transformiert sich in ein passives Fort-Fahren.
  1426. Gegenwärtiger Medienkonsum und Warenorientierung verhindern gesellschaftskritische  Ganzheiten zu bilden. Die jeweilige Ganzheit bestimmt die Erkenntnis.  

  1427. Dass die Methode den Inhalt  beeinflusst, ist in der Wissenschaft unbestritten, allerdings nicht in der Tourismusbranche und der überwiegenden Mehrheit der Urlauber. So beschädigt das Auto einschließlich seiner notwendigen Infrastrukturen den Ferienort. Diese Beziehung lässt sich nicht auflösen, aber die negativen Folgen lassen sich verkleinern indem man z. B. mit öffentlichen Verkehrsmittel  in diese Gebiete fährt und dort eben nicht in einen Leihwagen umsteigt.

  1428. Treffendste Bezeichnung: warenproduzierende Industriegesellschaft.

  1429. Ausgefallene, oft teure Waren, werden im Namen des Individualismus gekauft.

  1430. Große und größte Entfernungen sind offensichtlich ein Entscheidungsfaktor für Urlaubsziele.

  1431. Wir transformieren Natur in Realabstraktionen.

  1432. Viele unserer Niederlagen sind Folgen  unserer Siege (Ulrich Beck).

  1433. Die Wirtschaft bedrängt, ja terrorisiert  die Bewusstseine. Man sehe nur in eine normale Zeitung oder in seinen Briefkasten, um das bestätigt zu finden.

  1434. Es ist unökologisch und Verzicht auf Nachhaltigkeit,  wenn nicht mehr repariert wird.

  1435. Die wirtschaftliche Logik verlangt eine (1) Sprache, allein wegen der Eindeutigkeit. Deswegen habe es kleine Sprachen (wie Friesich und Plattdeusch) und Dialekte so schwer.

  1436. Früher war die Natur  übermächtig gegenüber dem Menschen, heute ist es umgekehrt.

  1437. Autofahrer und habituelle Fernsehzuschauer „erleben“ viel, aber nicht sich selbst.  

  1438. Da Waren in der Regel immer viel mehr versprechen als sie einlösen, ensteht eine Suchtverhalten nach ihnen, das aber nie befriedigt wird. Das ist auch der Grund, dass die „Dosen“ immer stärker werden: Reisen  um den halben Erdball, Autos mit immer größer werdenden Volumina, Actionfilme mit immer stärkeren Szenen,  Veranstaltungen mit immer größer werdenden Zuschauerzahlen. Verallgemeinert: immer mehr,  entfernter, größer, luxuriöser,  teuerer, bequemer, schneller, ausgefallener usw., d. h. immer weiter von sinn- und sinnlichen natürlichen Bedürfnissen entfernt. 

  1439. Gleiche Lebensbedingungen in Stadt und auf dem Land geschaffen zu haben, ist gerade eine Ursache für die Entleerung der Landschaften. Unter Gleichheitsbedingungen ist das Land immer ein schlechtes Abbild der Stadt. Zwischen beiden sollte aber ein kategorialer Unterschied bestehen.

  1440.  Gekauftes ist legal und hat die Tendenz auch legitim zu wirken.

  1441. Wer würde nicht gern den Sozialstaat ausbauen und der Welt helfen. Aber das muss bezahlt werden, aber nicht auf Kosten der zukünftigen Generationen und der Natur.

  1442. War ihr Wirtschaft nennt, nenne ich Umweltzerstörung. Was jetzt stattfindet ist nicht Wirtschaften, um Bedürfnisse zu befriedigen, sondern Wirtschaft ist ein alles erfassender Selbstzweck geworden. Es geht nicht mehr um Reproduktion, um materielle Selbsterhaltung, sondern um Bequemlichkeit, um Grenzenlosigkeit, um Herrschaft, …..

  1443. Ökologische Politik muss kritisch gegenüber linken Positionen sein, gegen rechte nationale und völkische Positionen sowieso. Linke Positionen sind nicht automatisch ökologische. Diese Linken haben die politische Ökologie schon um 1980 von einem zukunftseröffnenden Weg abgebracht.

  1444. Seid vorsichtig und kritisch gegen alle Formen der behaupteten Ähnlichkeit.  

  1445. Die Haltung der Zweckfreiheit, Kritikfähigkeit im Sinne der Frankfurter Schule, Tradition, Liebe zur Natur, ökologisches Denken, ein sinnliches Leben führen. Das sind erfolgsversprechenden  Widerstände gegen das entfesselte Kapital und die motorisierte Technik.

  1446. Sind alle gesellschaftlichen und kulturellen Zuordnungen eines Menschen getilgt, so ist er nackt und vogelfrei (wie ein Schlachtschwein). Tendenziell scheint mir das der Fall beim Autofahren und habituellen Konsum von Unterhaltungsmeiden zu sein.  

  1447. Das Problem: Hinter Kafkas Gesellschaft im Prozess ist eine Logik wirksam, die die Betroffenen nicht erkennen. Gleiches gilt für die wirtschaftlichen Imperative. Aber man ahnt es. 

  1448. Elektronische Medien ermöglichen ständige Präsens und ersetzen weitgehend die Wahrnehmung von wirklicher Wirklichkeit. Die mediale Wirklichkeit besteht aus Bildern, Graphiken und wenigen Wörtern, also aus Symbolen.

  1449. Merkwürdig (oder nicht): Wirkliche Wirklichkeit wahrnehmen müsste doch interessanter sein als die Wahrnehmung von Signifikanten in Form von Bilderfluten. Man hält das Medium Auto und die elektronischen Unterhaltungsmedien für interessanter als die „wirkliche Wirklichkeit“. Wirklichkeit wird auf Symbole reduziert, sie sind nur immanent kritisierbar.

  1450. Konsumenten sind ständig fordernde Menschen. Sie   werden durch die Einverseelung von  überflüssigen Waren produziert. Sie wollen  stets knappe Güter erwerben wie einige kleine Kinder.

  1451. Die moderne Lebensweise vernichtet langfristig jeden Ansatz von Heimat – auch von Privatheit, die diese Bezeichnung verdient.  

  1452. Auf Handys und Tablets zu starren, ist die Vorstufe („oder Endstufe?) der Wahrnehmung von Realität.

  1453. Innere Bilder haben gegen äußeren, fest gestellten Abbildungen einen Überschuss.

  1454. These: die wirtschaftlich gegenwärtige Quantität der Produktion von Waren und Dienstleistungen ist nur möglich in der gegenwärtigen Form (einschließlich der problematischen Qualitäten) der Produktion und gesellschaftlichen Verfasstheit. Diese Quantität zu behalten, aber die Produktion zu humanisieren oder ökologisieren, ist unmöglich bzw. Ausfluss von Ideologie.

  1455. Die Imperative der Waren einschließlich der Werbung werden von den Konsumenten nicht als Imperative erkannt. (übrigens gibt es sinnvoll und nicht sinnvolle Imperative).

  1456. Gemessen an Rousseaus Vorstellung von Abhärtung haben sich die Massen - wie vor 1789 der Adel in Frankreich - verpimpelt.

  1457. Hält man sich in der Welt der Bilder auf gibt es kein Ankommen, sondern ein stetiges „Weiter“.

  1458. Verteilungsgerechtigkeit ist nicht an sich gut, denn es kommt immer auf das an, was gerecht verteilt wird.

  1459. „Urban Retail. Die neue Begeisterung für den unanhängigen Einzelhandel. Das Erlebnis und die Nähe zum Menschen zählen wieder“ (das Magazin der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden). Übrigens ist es stabilisierend, wenn ein fragiler Trend einen Namen bekommt, so dass über ihn kommuniziert werden kann.

  1460. Das Verfallsdatum für alle Beziehungen, einschließlich zwischen Menschen, wird immer kürzer.

  1461. Alle, die die Nähe von  Menschen nicht suchen, fehlen natürlich den Menschen, die die Nähe suchen.

  1462. Wir haben wohl nur noch ein (1) „Fenster“ nach außen, und da sehen wir nur auf Wirtschaft.

  1463. Die Wirtschaft ist der immer größer werdende Kern des Menschen, der sich schließlich zum Ganzen entwickelt. Tradition, Metaphysik, Bildung, Eigenbewegung, Konzentration auf Sinnlich-Konkretes usw. haben keinen Raum und Funktion mehr.

  1464. Die gegenwärtige Veränderungswut scheint nur noch vor Ortsnamen zurückzuschrecken.

  1465. Je mehr Konsum, desto größer der Müll.

  1466. Die Politik ist nur dann schlecht,wenn sie sich als Realisator der technischen Entwicklungen und Erfüller aller Konsumwünsche versteht.

  1467. Um Silvester hätte ich gerne die Sprache der Tiere gekonnt, um sie vor dem Geknaller zu schützen.

  1468. In der Zeit des Einkaufens, Autofahrens und Fernsehens sind tiefere und systematische Gedankengänge fast nicht möglich. 

  1469. Die Rede von Hybriden ist eher Rationalisierung und Verharmlosung des Tatbestandes, dass der Mensch nicht mehr Herr seiner selbst ist. Das kann mit Freud neben der  kosmologischen, biologischen und psychologischen  als die körperlich-geistige Kränkung   bezeichnet werden.

  1470. Die unerträgliche Leichtigkeit des motorisierten Seins bzw. des Transportiertwerdens. Das reicht vom Auto bis zum Fernseher. Das gilt auch für „leichte“ Gedanken. Leichtigkeit ist Uneigentlichkeit. Die Schwere der Dinge macht  gerade ihren  Wert aus. Das ahnen Menschen, lassen sich aber von der Werbung für die  Leichtigkeit entscheiden.

  1471. Der moderne Mensch (statistisch gesehen) meidet Menschen, die er nicht kennt, er fährt (wortwörtlich) ihnen aus dem Weg. Zufälle  werden hier so weit wie möglichst beseitigt.   

  1472. Wir produzieren Effekte, die wir, wenn sie negativ sind, ausblenden, so dass wir für sie keine Verantwortung übernehmen.

  1473. Wenn man der Natur das Lebendige nimmt, ist sie keine Natur mehr. Das Lebendige trennt Natur von bearbeiteter Natur bis hin zu reinen Artefakten.  

  1474. Eine Metapher: Das Fassungsvermögen der Mägen (materiell und geistig) steht in keinem Verhältnis zu dem real Gekauften.

  1475. Idealiter soll immer und überall Helligkeit herrschen. Das Licht i. w. S. ist die Lösung für alle Probleme. Das ist aber die große Ideologie der Neuzeit. Nur die Natur des Menschen, wenn er schlafen will, lehnt sich dagegen auf. Die Gegenposition findet man in den  „Hymnen an die Nacht“ von Novalis.  Kann es nicht sein, dass ein beleuchteter Gegenstand mehr verdeckt als aufdeckt?

  1476. Die Diagnose, was mit dem Begriff Anthropozän beschrieben wird, stimmt. Anthropozän ist der Begriff, der die Folgen  der terroristischen Schreckensherrschaft des Menschen über die Natur umfassend und angemessen beschreibt.

  1477.  „The medium ist the message“ (Marshal McLuhan) heißt: Mich interessieren letztlich nicht wirklich die Inhalte des Mediums, sondern ich liebe das Medium an sich. Hauptsache: Es geschieht dort etwas. Gleiches gilt für Autos.

  1478. Es ist ein entscheidender Unterschied, ob man etwas  aus  Bequemlichkeit unterlässt oder bestimmte Arbeiten nicht verrichtet, um Wichtigeres zu tun.

  1479. Wirtschaftswachstum führt zur fortlaufenden Naturzerstörung.
  1480. Wir müssen die Welt des Lebendigen so weit wie möglich in Ruhe lassen (Otfried Höffe).
  1481. Kooperation ist oft einträglicher als Kampf. Das gilt letztlich auch für die Mensch-Natur-Beziehung, die heute primär der  Kampf des Menschen gegen die Natur ist, auch wenn es unter Menschen nicht so genannt wird.
  1482.  Die Macht des Menschen über die Natur wächst in den letzten Jahrzehnten exponentiell.
  1483. Aristoteles: Lebewesen sind Naturdinge, die das Prinzip der Bewegung oder Stillstandes in sich tragen. Ein Autofahrer bewegt sich nicht, sondern er wird  bewegt bzw. transportiert. Ein  Autofahrer  als Autofahrer ist  so gesehen kein Lebewesen, sondern ein Artefakt, das von anderen Artefakten (motorisierte Maschinen, die die Aufgabe von Lebewesen übernommen haben)  bewegt wird.
  1484.  Wer Benzin tankt, traut sich nicht, um Widersprüche zu vermeiden,  die Wirtschaft ernsthaft zu kritisieren, sondern kritisiert  nur noch sich selbst – und verstummt deswegen.

  1485. Meine Vernunft ist nicht die der Waren. 

  1486. Wenn der Triebüberschuss des Menschen für Prestige, Waren oder gar aggressive Akte verwendet wird, müssen die Alarmglocken läuten. 

  1487. Ein minimaler Widerstandsakt: Ich hatte die Telefonnummer meines Sohnes im Kopf, dann entdecke ich den großen Vorteil des Speicherns von Nummern – und vergesse prompt die Nummer. Mit dem Rest von klarem Denken habe ich die Speicherung aufhoben, musste deshalb die Nummer neu lernen, aber jetzt ist sie wieder in meinem Kopf. 

  1488. Anthropozän = ökologische Zerstörung der Erde.  

  1489. Geht es um Überleben (Reproduktion)  oder Gutleben? Die Waren produzierende und Dienstleistungen erbringende Wirtschaft definiert gegenwärtig fast monopolartig  das Gute.

  1490. Auch wenn man zwischen Angeboten eines Systems wählen kann, herrscht dieses System über die Auswählenden.

  1491. Wirtschaftliches Wachstum kennt keine Grenze. Deswegen ist dieses Wachstum zumindest kein natürliches. Der Begriff „Wachstum“ täuscht in diesem Zusammenhang.

  1492. Bereits mit dem künstlichen Licht findet eine Verfälschung der Wirklichkeit statt. Das ist vielleicht der Grundirrtum der Aufklärung, dass das Licht zwangsläufig Wirklichkeit und Wahrheit ermöglicht.

  1493. "All meaning melt into air“. Dieser Prozess wird ungeheuer beschleunigt durch Kapitalverwertungsinteressen und die Entwicklung motorisierter Technologien.

  1494. Die Schönheit ist keine Ware, die man kaufen kann, sondern  eine Wahrheit, die man wahrnehmen muß.

  1495. Warnung: Eigene Werke müssen nicht immer gut sein, sie können auch versklaven.

  1496. Nie ist gut und schlecht gleichmäßig (homogen) verteilt, deswegen gibt es immer einerseits einen Grund zum Klagen, andererseits einen Grund zum Neid.

  1497. Natur ist uns fremd geworden, weil wir tendenziell vollkommen unnatürlich leben.

  1498. Bilder haben eine absolute Macht über das Denken. Deswegen müssen wir den Alltag teilweise entbildlichen. Diese Aussage  richtet sich nicht gegen das Bild an sich.

  1499. Auch im Sozialen und Individuellen  wirken Kräfte der Tektonik, die man an sich nicht beeinflussen,  aber auf ihre Folge vernünftig reagieren kann.

  1500. Alle gekauften Waren entstehen  aus Naturdingen und werden nach Gebrauch zu Müll.

  1501. Eine junge hübsche New Yorkerin „Wir sind alle austauschbar geworden.“ Warum? Individualität entsteht wesentlich in der face-to-face-Kommunikation.

  1502. Einer Erklärung für ein Fehlverhalten muss noch lange keine Entschuldigung sein.

  1503. Werbung für schöne Orte ist auch eine  Ursache für ihre Beeinträchtigungen bis zur Zerstörung. Deswegen muss man im Urlaub den materiellen Eingriff seines Besuches minimalisieren.

  1504. Auch in der technologischen Welt will immer noch jeder Mensch ein persönliches Nest haben, das nicht produziert wurde oder virtuell ist.

  1505. Auch auf der Müllhalde der Waren findet eine Art Leben statt,  wenn auch von den Möglichkeiten her stark reduziert.

  1506. Es gilt, die jeweils entscheidenden Prozesse einer Epoche zu bestimmen und, falls sie gut sind, zu fördern bzw. zu hemmen, wenn sie schlecht sind.

  1507. Gegen die unnötige Homogenisierung von Naturflächen wie bei überflüssigen  Autostraßen, Hausauffahrten, „Steingärten“, so genannten Parkplätzen, …

  1508. Events basieren auf starke Emotionalisierung wie Lichtdome, lschrille Musik, Effekten, pure Größe, Überraschungen. ..

  1509. Wilhelminischer Militarismus in Preußen und „Aufrüstung“ mit Autos, Medien und Waren sind gar nicht so weit auseinander. Sie haben viel Gemeinsames. 

  1510. Eine große Aufgabe: Dauer und Gegenwart, Ewigkeit und Aktualität zu einer sinnvollen Einheit bringen. 

  1511. „Luxus haben, ohne die Dinge besitzen zu müssen“ vermindert auf jeden Fall die ökologische Belastung, ist aber nicht die „große“ Lösung.

  1512. Momentan entsteht eine neue, aus der Wirtschaft kommende Sprache, die das wirtschaftliche System noch „nachhaltiger“ stabilisiert.  

  1513. Man kann  Bilder nur mit sprachlichen Mitteln jenseits des Bildes interpretieren. Verfügt man nicht über diese Sprache, wird man gegenüber diesen Bildern wehrlos. 

  1514. Eine unsachliche Gleichsetzung: Den Markt von Palermo  mit vielen Menschen und den Blumenmarkt in Alkmaar ohne Menschen. 

  1515. Wir wissen vielleicht nicht, was Gesundheit ist, aber wir wissen, was Krankheit ist. 

  1516. Der Staat unterstützt massiv die  Wirtschaft und drängt stark die Bemühungen zurück, die die Umwandlung der Natur in Technik verhindern wollen. 

  1517. Das Christentum im Mittelalter begrenzte die Wirtschaft. Das war nicht verkehrt.  

  1518. Alles kommt darauf an, wie man den Begriff Reichtum inhaltlich füllt. 

  1519. Die ökonomische Umkodierung der Psyche ist nahezu abgeschlossen.

  1520. Die Auffassung, dass der freie Markt Ausdruck von Naturgesetzen sei, ist eine Ideologie in reinster Form. Wegen dieser Ideologie hat es übrigens die ökologische und soziale Kritik so schwer.

  1521. Weil die Natur nur noch Rohstoff für die Menschen ist, gesteht man ihr keinen Selbstwert zu. Einen Wert hat sie nur solange, solange sie das Wirtschaften nicht beeinträchtigt.

  1522. Preise sind Ausfluss von Machtverhältnissen,  wobei die Natur kein relevanter Faktor ist.  

  1523. Der Staat, gedrängt von den Konsumbürgern, konzentriert sich auf die Stärkung der Wirtschaft.   

  1524. Die Beziehung zwischen Symbol und Gemeintem (Referenz) wird immer eingeschränkter und fragiler. Das Symbol emanzipiert sich von der Wirklichkeit, die dadurch entwertet wird, weil das Symbol nun das Bestimmende ist und zur „wirklichen Wirklichkeit mutiert.

  1525. Die invisible hands sorgen dafür, dass angeblich aus Schlechtem Gutes wird (private vices – public benefits. Aber im Grunde genommen sind das nur zwei verschiedene wertende Blicke auf dasselbe Phänomen: Was das System Ökonomie gut findet, ist aus der Sicht des ökologischen Systems schlecht.  

  1526. Eine echte Frage: Warum lehnen sich die Menschen gegen die Unterhaltungsmedien, gegen Autos  und gegen das Warengefängnis nicht auf?  

  1527. Der „ideale“ Konsument kommt ebenso wenig wie ein Weltfußballer oder Naturschützer .auf die Idee, Selbstkritik zu üben. 

  1528. Traditionelle Linke kritisieren nicht die Produkte, die Dienstleistungen und deren Folgen. Darin stimmen sie mit den Rechten überein.  

  1529. Konsumwünsche kommen scheinbar aus dem Innern. Selbst wenn das stimmen würde, müssen sie deswegen lange noch nicht gut sein.  

  1530. Die Natur ist nur Objekt, sie hat kein Eigenrecht, sie wird durch Tausende großer und kleiner Einschränkungen eingeengt und schließlich ausgerottet. 

  1531. Die Wirtschaft und der Natur stehen in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis. Wirtschaft ist heute der Stoffwechsel mit der Natur in Richtung Anthropozän.  

  1532. Dass Bedeutungen sich ständig verflüchtigen, ist teilweise wegen des individuellen und kollektiven Vergessens natürlich, aber zur Hauptsache der technischen Entwicklung und dem sprunghaften Kapital geschuldet. 

  1533. Die Rationalität wird geschwächt, wenn gemeinsame (direkte) Kommunikation und Interaktionen weniger werden.  

  1534. Autobahnen sind  übrigens ein Teil der Waren.

  1535. „Pakete statt Fußgängerzone“ und „Untergang im Mississippi-Delta: Kanäle, wohin das Auge reicht – sie stammen von der Ölindustrie, um dort Pipelines zu verlegen.“  Diese zwei Überschriften zu Artikeln und Fotos aus einer (1!) Ausgabe einer  Tageszeitung müssten eigentlich genug Anlass sein, die Ersetzung der Eigenbewegung durch motorisierte Maschinen kritisch zu überdenken. 
  1536. Die Orte verschwinden im Mississippi-Delta: Ein Betroffener kennt die verheerenden Schäden im Delta: "Aber kann man deswegen eine ganze Industrie zum Feind erklären? Ich tanke auch Benzin."
  1537. Wie für die Römer neben dem Brot die Spiele lebenswichtig waren, so heute  Unterhaltungsmedien und Autos.
  1538. Der Verbrauch von Materie und Energie darf nicht von der Quantität, sondern allein von dem Kriterium notwendig oder unnötig bestimmt werden.
  1539. Wie will die gegenwärtig lebende Generation, wenn sie es müsste, den zukünftigen Generationen,  die Zerstörung der Erde einschließlich die des Klimas erklären? Erklären ginge auch nur, denn entschuldigen kann man das nicht.
  1540. Die invisible hands machen zumindest aus ökologischer Perspektive nichts Gutes: privates Schlechtes bleibt auch verallgemeinert schlecht.
  1541. „The crudest deception“ in unserer Gegenwart: Wir sehen nicht mehr das Schöne, nicht das Lebendige, nicht die Liebe wegen der Blindheit, die durch Warenorientierung entstanden ist.
  1542. Es gibt auch eine pathologische Form des Indivudalismus.
  1543. Bildung ist nicht nur ein Bürgerrecht, sondern auch eine Bürgerpflicht (Ortfried Höffe). Bildung ermöglicht Emanzipation in vielfacher Hinsicht. Man kann die Welt bilden (gestalten, formen). und/oder sich selbst bilden. „Le style c'est l'homme“ gilt für äußerliches Verhalten und für die innere Bildung. Immer besteht die Gefahr des Verbildens. 
  1544. Meine Präferenzliste der Mobilität: am liebsten zu Fuß, dann kommt das Rad gefolgt von der Bahn, am Schluss fahren  Busse. In meiner Liste gibt es kein Auto (von Taxen abgesehen), kein Flugzeug und kein Kreuzfahrtschiff.
  1545. Alternative „Macht nicht immer  mit“.
  1546. Wir haben die normativen Systeme Natur und Bildung weitgehend durch motorisierte Technik und Warenbesitz ersetzt. Aus meiner Sicht eher ein Rück- als Fortschritt.
  1547. Konsumbürger haben keine inhaltliche Vorstellung, was Bildung sein könnte. Sie können deswegen nicht zwischen Bildung und Trash unterscheiden. Alles, was der Markt bietet, gilt ihnen als Kultur.
  1548. Wir wollen nicht leiden, und müssen es nach der Ideologie des technischen Fortschritts und den  Versprechungen der Warenangebote  auch nicht. Beide verhindern kritisch zu denken, dass gerade durch sie viel unnötiges Leid verursacht wird. 
  1549. Verabsolutierung des Nutzens beseitigt tendenziell Ästhetik und Ethik. So wird beispielsweise der autogerechte Umbau von Städten beschleunigt, der Abwesenheit von Ästhetik und Ethik erzeugt.
  1550. Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr diagnostische Philosophie.
  1551. Die intellektuelle Aufgabe besteht darin, die dominierende Hintergrundideologie der Gegenwart zu finden und zu benennen.
  1552. Die Verbindung zwischen Symbolen  und  dargestellter Realität wird immer schwächer. Die Gewinner dieses Prozesses sind eindeutig die Symbole.
  1553. Wir sind nicht wahre Kosmopoliten, sondern Waren-Kosmopoliten.
  1554. Konsumbürger sind eine Funktion des Kapitals, wissen das aber nicht, weil sie diese Beziehunge nicht reflektieren.
  1555. Wer im  Mainstream des  Warenkonsums liegt, ist Ursache für viele gravierende Übel.
  1556. Der Konsumbürger wird zu einem modernen Odysseus, der in der Welt umherirrt und nur einen Wunsch hat, nach Hause zu kommen (nach Joseph Vogl) – aber der moderne Mensch schafft das nicht mehr. Das ist Unterschied zu Homers Odysseus.  
  1557. „Die Veränderung der Welt ist nur herbeizuführen, wenn sich jeder Einzelne verändert“ (Reinhard Messmer).
  1558. Unsere Welt ist bereits  eine Medienwelt mit einer immer kleiner werdenden Insel von Realerfahrungen.
  1559. Die Konsumimperative sind dem Konsumbürger nicht äußerlich. Die Grundüberzeugung lautet: „Was ich will, ist gut und dient dem Ganzen in Form von Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum.“ Sein Verhalten entspricht scheinbar Naturgesetzen. Das ökologische Falsche dient den Funktionen der heutigen Wirtschaft und Gesellschaft.
  1560. Die Marktzwänge machen ein traditionelles Gewissen nicht nur überflüssig, sondern schädlich. Deswegen wird hier Verantwortung überflüssig, denn der Markt - so das Denken - richtet es optimal.
  1561. Arbeitsplätze zu kritisieren, bilden das absolute Tabu der Gegenwart – auch wenn die Welt durch unnötige Arbeit zugrunde geht.
  1562. Phantasiefilme  sind bei den Menschen gefragt, die ihre eigene Phantasie durch extremen Medienkonsum (oder durch eine falsche Erziehung oder eine falsche Erkenntnistheorie) abgetötet haben.
  1563. Die jeweilige Umwelt kann ermöglichen oder verhindern, das Innere des Menschen kann Gutes oder Schlechtes in Gang setzen.
  1564. Das gegenwärtige Projekt der vollständigen Naturbeherrschung, wenn das überhaupt möglich ist, erfordert wahnsinnig große Anstrengungen und Zerstörungen.
  1565. Das Leben in Zahlen ausgedrückt kann partiell  richtig sein, ist aber nie umfassend wahr.
  1566. In allen Entscheidungen, selbst im Naturschutz, ist der Nutzen des Menschen immer das letztgültige Argument – auch wenn es um Lapalien  geht.
  1567. Es gibt ein Reich der Zwecke und ein Reich der Zweckfreiheit. Letzteres wird immer kleiner und unscheinbarer.  
  1568. Wir glauben nicht mehr an den gerechten Preis, in dem sich Arbeit und ökologische Belastungen spiegeln. Heute ist der billigste Preis automatisch der beste und gerechte.
  1569. Ökologisch gesehen leben wir in einem  gewissenlosen Zeitalter. Das ist für mich total unverständlich.
  1570. Wir müssen eine Kultur der Dankbarkeit entwickeln und stärken.
  1571. Vertrauen kann  immer auch  Blasen erzeugen.
  1572. In Analogie zur  seltenen Lichtallergie gibt es heute viele Menschen mit einer Stille- und Dunkelheitsallergie.
  1573. Die globale Durchsetzung der Eigenbewegung im Alltag ist ein schwieriger, aber der einzige Weg.
  1574. Es gilt, zwischen Eigenbewegung und Motoreneinsatz ein akzeptables Gleichgewicht, das immer individuell und  dynamisch ist, zu finden. 
  1575. Rückbau ist eine Handlung, die heute fast  keine Chance hat.
  1576. Ökologie ist der technische Ausdruck für  Liebe und Verantwortung gegenüber der Natur.
  1577. Wirtschaftswachstum kennt keine Ethik außerhalb des wirtschaftlichen Systems.
  1578. Der Konsumbürger beschränkt sich darauf, den Markt aufmerksam zu beobachten und auf für ihn günstige bzw. ungünstige Situationen zu bestimmen. . Der damit entstehende Strebenszusammenhang ist berechenbar. Der Konsumbürger sortiert die Welt  nicht nach gut oder schlecht, sondern nach Gewinn oder Verlust bzw.  nach Schäppchen oder Abzocke (in Anlehnung Joseph Vogl „Das Gespenst des Kapitalismus“).
  1579. Wer seinen Neigungen und Interessen folgt, verharrt in seinen Neigungen und Interessen – und sieht von der restlichen Welt ab. Das ist eine anspruchslose und lokal beschränkte Rationalität. Aber nach der liberalen Theorie wirkt sich das alles zum Guten aus, weil diese Rationalität sich nicht infrage stellt, weil sie strukturell dazu nicht in der Lage ist (in Anlehnung Joseph Vogl „Das Gespenst des Kapitalismus“).
  1580. Ständig fordernde Menschen  werden durch die Einverseelung von  überflüssigen Waren produziert.
  1581. Die Inhalte sind entscheidend. Auf dieser Ebene müssen  Medien in  Unterhaltungsmedien und Wissensmedien unterschieden werden. Ansonsten sollte das Leben in der Lebenswirklichkeit stattfinden. Undifferenzierte Medienkritik an sich verfehlt ihr kritisches Ziel. Gleiches gilt ebenfalls für Technikkritik.
  1582. Wir produzieren Effekte, die, wenn sie negativ sind, kategorisch ausgeblendet, so dass wir für sie keine Verantwortung übernommen werden muss. Das kann man praktisch und theoretisch deutlich an der Autonutzung festmachen.
  1583. Die bürgerliche Gesellschaft ist eindimensional wirtschaftlich ausgerichtet. Sie baut sich um den Menschen herum und macht ihn zu einem Konsumbürger.
  1584. In den hier vorliegenden  Beiträgen  reduziere ich   alle Handlungen in aktive und passive von verschiedenen Intensitätsgraden. Es gibt aber keine absolut passiven Handlungen, denn das wäre der Tod. Aktive Handlungen sind eine Abstraktion, denn sie sind immer mit Momenten der Ruhe durchsetzt. Aber aktive Handlungen sind im Gegensatz zu passiven Handlungen immer mit körperlichen und geistigen Anstrengungen verbunden.  Zu den passiven Handlungen  gehören Autofahren und der Konsum von Unterhaltungsmedien. Eigenbewegung und Lesen von anspruchsvoller Literatur gehören zu den aktiven Handlungen. 
  1585. Die Überzeugung  des Kapitalismus (Bernard Mandeville, Bienenfabel), dass aus schlechtem individuellen Handeln positive Strukturen entstehen wie Wirtschaftswachstum,  ist grundsätzlich falsch, weil Wirtschaftswachstum eine einseitige Abstraktion ist (ein Idealtypus, der ganzheitlich eben nicht ideal ist)  und die negativen Aspekte wie Klimawandel ausblendet. Gleiches gilt für Schulden.
  1586. Die gegenwärtige Bedrohung des globalen Ökosystem und die Zerstörung von ökologischen Teilsystemen ist ein Beleg dafür, dass die „invisible hands“ des Herrn Adam Smith es nicht gut mit der Erde und damit auch nicht mit uns meinen. Aber auch das behauptete rationale Handeln der früheren Sowjetunion und des heutigen Chinas ist zumindest ökologisch gesehen nicht weniger misslungen.
  1587. Systemgefangene können oft innerhalb ihres Systems Hervorragendes leisten.
  1588. Die Zeit rast nicht, sondern die Dinge werden sehr  schnell vom Menschen verändert.
  1589. Der ideale Konsument ist ein Mensch ohne Werte. Er ist kritiklos offen für alles. Er ist übrigens auch nicht konservativ. 
  1590. Rechnen ist die Voraussetzung für Berechnungen  und damit für  Herrschaft.
  1591. Die heutigen Spielsachen entsprechen den Fertiggerichten und Fertigprodukten. Sie sind eben fertig und deshalb langfristig langweilig. 
  1592. Das Streben nach Legitimität wie alles Streben anstrengend und riskant.
  1593. Pragmatik ist nicht zwangsläufig ethisch.
  1594. Weil die Errichtung einer inneren, beruflichen und sozialen Architektur so anstrengend und schwierig ist, weicht die Mehrheit in den Konsum aus.
  1595. Verabsolutiertes Konsumbewusstsein ist Selbstentfremdung.
  1596. Das naturwissenschaftlich-mathematische Denken hat, sicherlich ungewollt, das Konsumdenken und das rechnenden Denken gefördert.
  1597. Paradigmawechsel: In „Discover America. Sieht Amerika mit anderen Augen“  (eine Werbezeitung für touristische Ziele in den USA) findet man keine Autos, keine Motorboote, keine technologischen Events, sondern Menschen in der Natur und Historie.
  1598. „Willkommen im Land (Deutschland) des digitalen Stillstands“ (FAZ). Hat das nicht auch Vorteile?
  1599. Das Streikrecht ist eine große, politisch gesehen eine heilige Errungenschaft. Deshalb sollte man sehr genau bedenken, wenn er legitim ist.
  1600. Ästhetik im Sinne von aisthesis (sinnliche Wahrnehmung) prägt unerbittlich, wenn kritische Reflexionen diese nicht durchbrechen.  Fahnen, Photos, Architektur,  Werbung, Bildmedien wären solche „Prägewelten“.
  1601. Der zeitgemäße, auf der Höhe des technischen Angebots stehende Bürger ist ökologisch gesehen der wohl „bedeutendste“ Verursacher.
  1602. Das Rätsel: Was auf abstrakt-allgemeiner Ebene eindeutig als falsch und schädlich anerkannt wird, wird im eigenen konkreten Handeln als Problem verdrängt oder wegrationalisiert.
  1603. Konsumorientierte Bürger verhalten sich, handeln aber nicht. 
  1604. Das Leben, nicht die Inhalte der Medien oder die Wahrnehmungen aus motorisierten Fahrzeugen „geben“ Erfahrungen.
  1605. Entscheidend sind die Praktiken, die unter dem Gewebe von Bedeutungen und Worten liegen.
  1606. Legitimität gilt für den Bereich des Handelns in persönlicher Verantwortung. Viele Bürger haben keinen Zugang zu dieser Dimension, wollen ihn wohl auch gar nicht.
  1607. Die gegenwärtige Verabsolutierung des Konsums ist schlechter Idealismus bzw. schlechte Realabstraktion.
  1608. Erst wenn man Erkenntnis  mathematisch definiert hat, wird die Naturwissenschaft sicher und wahr.
  1609. Hauptverursacher der ökologischen Gefahren und Zerstörungen ist in Deutschland nicht die Unterschicht und auch nicht – allein aus zahlenmäßigen Gründen die Oberschicht, sondern die breite Mittelschicht, die zwar gesetzestreu,  also legal ökologisch denkt und handelt,  aber innerhalb des legalen Rahmens sehr oft unökologisch agiert. 
  1610. Wer sich keine reiche Innenwelt aufbaut oder „besitzt“, hat, wenn keine Unterhaltungsmedien oder Events da sind, ständig Langeweile.
  1611. Der konsumorientierte Individualist kümmert sich nicht um Legitimität, sondern beachtet nur das, was legal ist. Motto: Was nicht explizit verboten ist, kann ich tun.
  1612. Wie können Menschen nur sich ständig mit „Fremdbildern“ abfüllen lassen, statt eigene innere Bilder zu entwerfen?
  1613. Kreuzfahrtschiffe sind pure Events und Abwesenheit von Eigenbewegung.
  1614. Nichtnotwendiger Energieverbrauch unterstützt objektiv den IS-Terror, da dieser sich wesentlich durch den Ölverkauf auf den Weltmärkten finanziert.
  1615. Lebewesen müssen sich immer an eine materielle und geistige Situation anpassen. Alles kommt darauf an, diese Situationen  qualitativ zu suchen oder zu gestalten.
  1616. Die große Mehrheit der Bürger denkt  heute nur noch systemimmanent. Ihre Kritikfähigkeit  ist deswegen allein auf die Leistungen des Systems konzentriert, so,  wenn sie meinen,  nicht genug bekommen. Das System selbst ist für sie unkritisierbar.
  1617. Statt Liebe zu Menschen und Mitlebewesen  dominiert die Liebe zu Waren (Objektophilie).
  1618. Sinnvolle Unterscheidung: verantwortungspflichtes Handeln versus  quasi-natürliches Konsumverhalten.
  1619. Die Wertediskussion, nicht die Mehrwertdiskussion ist äußerst unpopulär. Ich vermute, weil wohl jeder in diese Diskussion kritisierbar ist und damit Selbstkritik angesagt wäre. Auch wenn die  Frage, wer über die Inhalte entscheidet, sehr schwer zu beantworten ist, ist das kein hinreichender Grund, dies nicht massiv zu diskutieren.
  1620. Die Zeit rast nicht, sondern die Dinge werden zu schnell und oft unnötig  verändert.
  1621. Wenn die Gewerkschaften Karstadt Misswirtschaft vorwerfen, so glaube ich, dass das ein Fehlurteil ist. Der wahre Grund liegt bei den Konsumenten in Form von Internetkäufen und „Innenstadtphobie“.
  1622. Heutige Werbung hat die Struktur von  Filmmusik: Nur die Ohrwürmer werden gesendet.
  1623. Wenn Naturwissenschaftler nicht wahrhaben wollen, dass die Naturwissenschaft nur eine (1)  Möglichkeit des Stellens ist, dann sind sie borniert.
  1624. „Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen“ Diese Einsicht ist weitgehend verschüttet.
  1625. Postulat bzw. Orientierung: Rettet die kleinen Einheiten gegen die großen Strukturen.
  1626. Den Ausdruck „Die tote Stadt“ (Erich Wolfgang Korngold) kann man auch auf den jetzigen Zustand der Städte anwenden.
  1627. Wohl wissend, dass zwischen Gesellschaft und Werten eine dialektische Beziehung besteht, muss beim gegenwärtigen Stand der Produktion zuallerst über die Werte diskutiert und entschieden werden, und erst dann über den Mehrwert in der Gesellschaft. 
  1628. Nudge (Anstoß), ein libertärer Paternalismus, ist legitim und sinnvoll, um das Verhalten der Menschen zu beeinflussen, um ihr Leben länger, gesünder und besser zu machen, d. h. den Menschen an ihren eigenen Maßstab zu messen und zu verbessern. Das ist keine Anordnung, sondern ein Anstoß, eine notwendige Korrektur der indirekten Moral des Konsumsystems.
  1629. Sozialstaat und Sensationsindustrie bilden die letzten Horizonte (Sloterdijk).
  1630. Leider ist mir  die gegenwärtige Sucht nach digitalen Stimulanzen auch nicht vollständig fremd. Aber ich arbeite an diesem Problem.
  1631. Die Bürger sind zu Marktsubjekten reduziert. 
  1632. Arbeit und Mobilität sind Realabstraktion, aber von höchst realer Wirksamkeit. 
  1633. Die kalte Moderne ermüdet den Menschen.
  1634. In der gegenwärtigen Situation muss zuallererst  eine  Wertekritik,  nicht eine Mehrwertkritik einsetzen. Denn traditionelle Mehrwertkritik kann Wertekritik nicht angemesssen durchführen. Aber worin läge der Fortschritt, wenn irrationaler Konsum gleichmäßig verteilt würde?
  1635. Das ästhetische Stadium menschlicher Existenz nach Kierkegaard: „Der  Mensch lebt ganz in der Unmittelbarkeit der sinnlichen Empfindung. Er existiert gänzlich unreflektiert, ohne über selbst im Klaren zu sein.“ Grundsätzlich ist das heute immer noch der Fall, aber die sinnlichen erfahrenen Gegenstände sind andere geworden:  Unwirkliche Gegenstände in den Medien und reale Gegenstände in flüchtigen Ausblicken aus motorisierten Fahrzeugen. Die Wirklichkeit verflüchtet sich. Ein Gang durch die Stadt hat mehr sinnliche  Erfahrungen von Welt als ein Flug nach den Philippinen, ein Fußballspiel auf der Dorfwiese mehr als ein Spiel in der Arena.
  1636. Der hemmungslose  Individualismus ist die notwendige Bedingung für unverantwortlichen Konsum. Er vermag zwar legal zu handeln, aber nicht legitim zu denken.
  1637. Der Unzeitgemäße befindet sich häufig auf der Höhe der Zeit, die notwendig ist.
  1638. Die Erde ist uns längst vertrauter als die Region, allerdings auf verschiedenen Ebenen der Konkretion und Abstraktion. 
  1639. Wir bräuchten mehr lesende Stubenhocker und weniger nach  Billigangeboten hinterher hechelnde Autofahrer. 
  1640. Unökologisches Verhalten geht durch alle Schichten, allerdings in verschiedenen Formen.
  1641. Der  Ökonomismus unterwirft alle Lebensbereiche wirtschaftlichen Werten.
  1642. In Flensburg nennen sich zwei Eßlokale „Hand im Glück“ und „Königsberg“. Ist das eine Tendenz weg von vorwiegend englischen Allerweltsnamen?
  1643. Ein weitere Schritt zur Digitalisierung: Die Uhr simuliert den Sonnenlauf, die Digitaluhr zählt nur noch (Jürgen Mittelstraß).
  1644. Die technisch-  und konsumorientierten  Bürger sind die nicht notwendigen Dummen dieser Erde.
  1645. Die Erde ist nicht eo ipso ein Rohstoff für Veränderungen.
  1646. Nur die  autogerechte Stadt wirkt  bei Regen so ungeheuer trostlos.
  1647. Moderne Menschen können sich nur noch als „Verbesserer“  der materiellen Welt denken.
  1648. Ästhetische Urteile kann man heute überall als eine Serviceleistung kaufen.
  1649. Ein Rasen ist meistens langweilig, eine Asphaltfläche ist es immer.
  1650. Das empirische Ich löst sich in ein virtuelles Ich auf.
  1651. Wenn die Seele unbeschädigt ist, will die Sinnlichkeit Schönheit wahrnehmen. Aber dieses Sehnen wird immer häufiger ignoriert oder durch Fakes befriedigt. 
  1652.  Mediale oder über motorisierte Mobilität erfahrene (wortwörtlich) Wirklichkeiten sind sinnlich äußerst stark reduziert. 
  1653. Der zeitgenössische Bürger denkt zwar, aber tendenziell nur  pragmatisch-funktional überwiegend in ökonomischen Bereichen, so dass Selbst- und Weltreflexion nicht mehr stattfinden. 
  1654. Selbstreduzierung und Selbstzerstörung zu lieben, ist masochistisch und muss  Gegenstand philosophisch -psychologischer Reflexionen auch in ökologischer Absicht sein. Denn auf der Bewusstseinsebene besteht oft die denkbar größte Differenz  zwischen subjektiven Wollen und objektiver Zerstörung. Die Einsicht in diese Tatsache wird verdrängt und nicht zugelassen, zumindest nicht in der öffentlichen Diskussion.  Beispielsweise bedroht und vernichtet das Auto Klima, Städte, Landschaften, Kommunikation  …… und die Fahrer selbst, die diese Prozesse in Gang setzen. Es  beschädigt und zerstört freudvoll fremdes und eigenes Leben. Die Vermittlung dieser Gegensätze geschieht über Ästhetik (von Design bis Werbung) und über Macht in Form von Geschwindigkeit,  Beschleunigung, Größe.
  1655. „Gestalten vertreibt das Gefühl, bloß zu vegetieren“ (Thomae). Es geht um eine vita activa und eine vita contemplative, aber nicht um eine vita passiva. Auf Knöpfe zu drücken, ist das absolute Minimum der Gestaltung.
  1656. Im Reich der Begriffe kann der Mensch abstrahieren, im Reich der Dinge reduzieren. Ausgangspunkt der vollen Wirklichkeit ist die Natur und das Leben. Wir existieren in einer arg reduzierten Welt.
  1657. An der table d´hote gab es keine einsamen Esser. Wir bräuchten mehr von diesen Einrichtungen.  
  1658. Die Idiotie der Gleichzeitigkeit (Enzensberger), d. h. ich kann mit dem Internet symbolisch-ikonisch zu diesem realen Zeitpunkt  an vielen Orten und Zeiten  sein.  Das beschleunigt massiv die Entwertung der Wirklichkeit.
  1659. Eine Grenze kann Konzentration ermöglichen, aber auch ein Gefängnis bilden. Hier muss man sehr achtsam sein.
  1660. Zeithorizonte, Selektionsregeln und Rollenvorgaben werden von den Medien geliefert und von den Menschen übernommen. Früher waren das Gespräche und realen Vorbilder.
  1661. Oft entstehen Bedürfnisse in und nach ihrem sprachlichen oder bildlichen Ausdruck. Davon weiß die Werbung.
  1662. Zwischen determinierender Bindung  und grenzenloser Freiheit liegt ein Optimum, die Pole sind für den endlichen Menschen schrecklich.
  1663. Ich denke, man sollte an dem Club seiner Region hängen. Das ist ein Zeichen für Wirklichkeitsorientierung.
  1664. Wie kann man bloß so verschwenderisch mit Energie trotz der massiven Probleme bei  ihrer Herstellung und ihres Outputs umgehen?
  1665. Die Bedürfnisse sind zunehmend nur noch ein Reflex auf die  überbordenden Angebote.
  1666. Den Menschen als Mängelwesen zu interpretieren (Arnold Gehlen), löst zwangsläufig den Ruf nach  Technik  bzw. Motoren aus. Wer ist schon gerne ein Mängelwesen, wenn er es scheinbar ändern kann? 
  1667. Die technische Medialisierung hat zur Folge, dass Kommunikation nicht mehr in Cafes, auf den Straßen und Plätzen, mit Nachbarn und  in der Familie stattfindet. Selbst an den Kassen der Einkaufszentren herrscht Sprachlosigkeit.
  1668. Die Gefahr: Die Wirklichkeit schrumpft im Bewusstsein zu einem reinen Daß. Nur noch das Daß, die reine Vorhandenheit von etwas,  wird wahrgenommen, danach nichts mehr.
  1669. Die Wirtschaft schränkt  die Realisation von Vernünftigem  ein – nicht umgekehrt.
  1670. Die Dunkelheit der Außenwelt wird nicht durch Bilder und Filme erhellt.
  1671. Aktualität ist nicht unbedingt Gegenwart.
  1672. Eine zeitlich lückenlose „Bespielung“ lässt keine Zeit für Reflexion.
  1673. „Nicht die Dummheit, sondern der Verstand muß demokratisiert werden“ (Jürgen Mittelstraß).
  1674. In der Internetgesellschaft herrscht die Abstraktion: Raum und Zeit, die großen Organsationsformen menschlicher Lebensweise, aber auch die Kategorien des Lebens und der Natur verlieren im Alltag an Bedeutung.
  1675. Ein Preisvorteil, und sei er noch so gering, ist für viele Konsumenten ein absolutes Entscheidungskriterium, egal wie hoch der dafür notwendige Aufwand auch sei.
  1676. Für den  Begriff „Ferne“ gibt es heute keine Erfahrungen mehr. Das Naherholungsgebiet liegt im Bewusstsein ferner als Bali.
  1677. Nun kann alles unbegrenzt reproduziert werden, da alles auch in  Zahlenkolonnen ausgedrückt werden kann.
  1678.  Messdaten sagen nichts Wichtiges über das Gemessene aus. Sie sind richtig, aber nicht wahr. Richtig wird heute oft mit wahr gleichgesetzt.
  1679. Dass ein Blinder ein Seher sein könnte, wie die Griechen es denken konnten, ist den modernen konsumorientierten Zeitgenossen unmöglich zu denken.
  1680. Es geht nicht um unser Gehirn, sondern um unser Leben.
  1681. Anthropozän ist ein anderer Begriff für den Grad der Zerstörung der Erde  durch menschliche Aktivitäten.
  1682. Sie fahren von einem Event zum anderen und meinen, nun in der Wirklichkeit zu sein.
  1683. Informationsfluten verhindern, wichtige Informationen zu verarbeiten.
  1684. Der undifferenzierte Wunsch nach schneller Verfügbarkeit von allem, ist auch eine Quelle für Uneigentlichkeit.
  1685. Die Werbung der Auto-, Zigaretten-, Mode-, Nahrungsmittelindustrie hat ein Monopol außerhalb der schulischen Erziehung. Wer sich dagegen wendet - wie der Oberbürgermeister von Tübingen  - ist ein Despot. Die Freiheit der Waren darf  nicht eingeschränkt werden.
  1686. Der Sinn für Schönheit ist den meisten Stadtbewohnern abhanden gekommen, denn sonst würden sie nicht in die Einkaufszentren fahren.
  1687. Nicht: Wie kann ich den Zeitaufwand verkürzen? Sondern: Wie kann ich es gut und richtig machen?
  1688. Das Umherstreifen der Seele dekonzentriert diese (Cassiodor). Heute vornehmlich durch TV und Zeitungen. Aber es gibt keine absolute Konzentration –und das ist vielleicht gut so.  
  1689. Ein Leben in Medien und Auto ist für viele Menschen die volle Erfüllung.
  1690. Auf die Aussage, dass man keinen Fernseher und Auto habe, lautet oft die Gegenposition Wie langweilig muss das sein!“. Aber verhält es sich nicht genau umgekehrt?
  1691. Im materiellen Leben ist das Endliche das uns Zukommende.  
  1692. Wirtschaftswachstum zu fordern heißt, die Erde wie eine Zitrone noch weiter auszuquetschen.
  1693. Der Wille muss aus einer geordneten Seele kommen, die auch um Grenzen weiß.
  1694. Geglückter Pluralismus setzt gegenseitige Toleranz voraus.
  1695. Auch in der Politik gibt es Overprotection, die ihren „Kindern“ nichts zumutet.
  1696. Motorisierte Fortbewegungsmittel  und Unterhaltungsmedien ermöglichen eine vita passiva, nicht eine vita activa oder vita contemplativa. Vita contemplativa ist übrigens aktiv, während vita activa nicht kontemplativ sein muss.
  1697. „How green was my valley“  (ein Film von John Ford, der 1941 gedreht wurde). Passt dieses „was“ nicht auf viele Landschaften und Städte?
  1698. Gäbe es bei den Hausgrundstücken nicht die scharfen Grenzziehungen mit Zäunen, könnte man gut Bienen halten.
  1699. Viele  Menschen können nicht sehen, aber sie bemerken es nicht. Sie sehen nichts und meinen deshalb, sie müssten die Welt erst erschaffen. Vieles spricht dafür, dass ein  Nihilist  ein Blinder ist.
  1700. Weil wir von nahezu allen Prozessen und Handlungen ihren jeweiligen  Zeitverbrauch als die wichtigste Eigenschaft bewerten, gelingt vieles nicht. Beim Lesen von schwierigen Texten wird einem das besonders klar. Übrigens ist die Bestimmung eines Prozesses durch die Zeit höchste Abstraktion.
  1701. Wer sich heute  gegen die universelle Welt- und Menschenveränderung stellt, muss schon ziemlich stark sein.
  1702. Fremd-Gestelltes erscheint als Selbstbestimmung. Als Konsument ist der Mensch gestellt, aber er bemerkt das Gestelltsein nicht und hält sich für frei, unbeeinflusst, autonom.
  1703. Ausschließliches Leben im Konsum und in den Unterhaltungsmedien ist ein leeres Leben. 
  1704. Die Konzentration auf die Zeit und ihre abstrakte Anwendung und Verabsolutierung ist eine wesentlich Ursache vieler Zerstörungen in der Welt und im Menschen. Diese Einsicht geht auf  Jacob Burckhardt zurück.
  1705. Heute sind oft fleißige Menschen, die durch ihr Tun ständig ihre Umwelt verändern, die  große Umweltzerstörer. Das ist sicherlich legal, aber nicht legitim. Die Alternative, ihr Tun auf Bildung und Soziales zu verlagern, leuchtet ihnen nicht ein.
  1706. Die Faszination der Preise: Wenn ein Preisvorteil vorliegt, fahren selbst t  Professoren fahren lange Strecken,  um z. B. Benzin billiger zu bekommen.
  1707. Aus der Sicht einer verabolutierten Logik des Preises, sind nichtpreisliche Argumente wie Mitleid, Gerechtigkeit, Ästhetik usw. irrational.
  1708. Der  Mensch besetzt nicht mehr eine ökologische Nische, sondern nun die gesamte Erde. Der Begriff Anthropozän  beschreibt die Folgen.
  1709. Natur kann und darf nicht auf res extensa reduziert werden.
  1710. Der Käufer von Waren i. w. S. bekommt nicht nur die gewünschte Ware, sondern gleichzeitig unaufgefordert, unentgeltlich und in der Regel unbemerkt die Rationalisierung und die emotionale Bejahung für diesen Kauf, und sei er noch so schädlich  und blödsinnig. Das erklärt auch die Unfähigkeit, in diesem Zusammenhang kritische Einwände zur Kenntnis zu nehmen und die Stereotypie der Argumente für diesen Kauf, egal wer sie äußert. 
  1711. Die Ästhetik zieht sich immer mehr in Scheinformen oder wenn real, auf  immer kleiner werdende Inseln zurück. So ist bei uns das italienische Restaurant ins Gewerbegebiet gezogen, nicht zuletzt aus dem Grund, dass dort  genügend Autoparkplätze zur Verfügung stehen. 
  1712. Objekte Subjekte sein  lassen.
  1713. Ständig in Fernsehwelten leben entfremdet von der Welt und sich selbst.
  1714. Krach zerstört Schönheit.
  1715. Wahre Modernität  ist vielleicht die Kritik der Moderne.
  1716. Der heutige Sprachgebrauch  ist auch ein Spiegel der Dominanz der Wirtschaft. So ist vielleicht die Ersetzung des Wortes Einkaufen durch  Shopping sinnvoll, denn in Shopping wird das Einkaufen zum Selbstzweck.  
  1717. Die Struktur sind immer die Anderen.
  1718. Gute Gedanken kommen, können oft nicht erzwungen werden.
  1719. Eine hoffnungsvolle Hauptüberschrift in einer Werbezeitung: „Werden Sie wieder poetisch!“
  1720. „Weniger ist das neue Mehr“ (FAZ).   
  1721. Die meisten Bürger können sich substantielle Verbesserungen nur als technologische und als Vergrößerung des Warenkorbs vorstellen.
  1722. Das Paar ist total am konsumorientierten Mainstream angepasst  und versucht gleichzeitig sprachlich zu vermitteln, dass sie autonom seien.
  1723. „Wir versklaven uns zunehmend durch unsere eigenen Werke“ (Bloch), die wir stellen und die uns stellen.
  1724. „Sie haben und sind Bildschirm“, d. h. sie leben ständig in Oberflächen.
  1725. Wahrnehmungen aus fahrenden Autos und Zügen sind „bildschirmnah“. Die Verweildauer der einzelnen „Bilder“ ist äußerst knapp, und sie sind unscharf.
  1726. Bildung, nicht äußerer Reichtum und/oder Reisen geben Würde.
  1727. Wir müssen den Akzent auf Begriffe, nicht auf Wahrnehmung und Bilder legen. Das geht in Richtung Plato.
  1728. Anstelle des substantiellen Begriffs tritt die Chiffre (Zahl). Das ist eine schlechte Abstraktion.
  1729. Kleine Schritte können u. U.  entscheidende Wirkungen entfalten.
  1730. Jeder denkt, sein Lebensstil sei gerade der richtige.
  1731. Heidegger und Hegel/Marx ermöglichen noch am „besten“, die gegenwärtige Gesellschaft und das individuelle Denken und Handeln zu verstehen. Allerdings ist die Einheit dieser drei Denker wohl erst noch eine herzustellende.
  1732. Die Entwicklung der Technik ist bei Marx die entscheidende Veränderung in der Gesellschaft, aber er analysiert und kritisiert sie nicht an sich, sondern bejaht sie letztlich kritiklos. Diese notwendige Kritik leistet  Heidegger.
  1733. Wenn ein Mensch nur von seinen Repräsentationen, d. h. seinen inneren Bildern und nicht von seinen Reflexionen redet, wird es langweilig.
  1734. Marx und seine geistigen Nachfolge stellten Hegel vom Kopf auf die Füße. Dieses Programm hatte durchaus Sinn, aber nicht in seiner verabsolutierten Form, weil dadurch die Dialektik von  Materie und Geist zugunsten der Materie außen Kraft gesetzt wurde. In Analogie dazu begann mit der Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jh. das große Projekt der Moderne, das Leben durch Motore zu ersetzen. Auch das hatte durchaus Sinn, aber hier zeigen sich nicht zu akzeptierende Auswüchse: Das Anthropozän wäre ohne Motore nicht möglich. Zusatz: Der motorisierte Individualverkehr stellt umgekehrt die Füße wiederum in den Kopf, nämlich als dumpfes Wahrnehmen. Auch diese Entwicklung gilt es einzudämmen.
  1735. Das Anthropozän wäre ohne den weltweiten massiven Motoreneinsatz nie möglich gewesen.
  1736. Nazis waren (auch) Eventspezialisten.
  1737. Vermutung: Gerade die Mitglieder der heutigen Mitte der Gesellschaft sind die größten Energieverschwender.
  1738. „Im Internet gelten dieselben Regeln wie im analogen Leben“ (Thomas de Maiziére). Wie kommt er nur darauf, die analogen und digitalen Systeme mit „Leben“ zu bezeichnen? 
  1739. Warum lässt sich der zeitgemäße Mensch nur so schnell von den Füßen holen?
  1740. Heute müssen die Angebote einer Stadt nicht mehr angenommen werden. Auswege: a) Angebote in anderen Städten wahrnehmen, b) Medien liefern die ganze Welt als Schein.
  1741. Wer heute Qualität erzeugt und nicht große Werbung dafür betreiben kann, geht in der Regel schnell bankrott.
  1742. Dinge werden gestellt, aber auch der „Steller“ wird gestellt, was er in der Regel nicht wahrhaben will.
  1743. Bayern München hat die entscheidenden Siege nicht auf dem Fußballfeld, sondern auf dem Spielermarkt gewonnen.
  1744. Herrschaft will die Beherrschten berechnen können.
  1745. Der Mensch in seinem Größenwahn denkt, er habe die motorisierte Technik im Griff, aber real stellt die Technik ihn, nicht er sie.
  1746. Wir müssen  Montessoris Prinzip der vorbereiteten Umgebung ständig im Auge haben. Nicht die Devise der 68iger „Macht kaputt, was euch kaputt macht“, sondern "Lasst nicht das in eure Lebenswelt kommen, was euch kaputt macht."
  1747. Im Erlebnis verabsolutiert sich das Subjekt, so dass alles zum Erlebnis werden kann. Das nutzt die Werbung aus.
  1748. Ein weiter Technikbegriff  liegt der Philosophie zugrunde: „Die Philosophie der Technik“, sondern „Die Technik der Philosophie“.
  1749. Der wahre Übermensch ist heute derjenige, der sich materiell selbst begrenzt.
  1750. Nur im Seienden zu sein, d. h. das Sein auszublenden, schafft Eindimensionalität auf höchstem Niveau.
  1751. Die (Natur-)Wissenschaft ist nihilistisch. Die Konsumwelt, die Warenwelt ebenfalls.
  1752. Der angemessene Kreis des Möglichen (Heidegger) wird erst jetzt unangemessen von Motoren überschritten und damit gesprengt.
  1753. Auch meine Familie muss auf den Preis achten, verabsolutieren ihn aber nicht. Zusätzlich Dimensionen, die die Entscheidung beeinflussen sind: Geschäfte in der Innenstadt (die uns sehr wichtig sind, Fußerreichbarkeit, faire Preise, ästhetische Ausstattung, Mitleid…
  1754. Man muss genau zwischen Kritisiertem und Träger unterscheiden. Der Träger umfasst  mehr als der Kritisierte.
  1755. Ein Bekannter nach einer neuen Beziehung: Die Umformung eines konsumresistenten und an intellektuellen Sachverhalten Interessierten, zu einem zweckrationalen Konsumenten.
  1756. Eine Dimension des Glücks ist auch, in einem lebendigen Kreis von Menschen mit verschiedenen Bekanntheitsgraden zu leben.  Denn: Mitlebewesen sind die ideale Umgebung, nicht „Mit-Totes“.
  1757. So sozial isoliert wie es die Bewohner eines vom Dorf weit entfernten Bauernhofes im 18. Jahrhundert waren, so ist es heute jeder, egal, wo er wohnt, selbst in einem Hochhaus.
  1758. Maxime: So viel Wirklichkeitserfahrung  und Reflexionswissen wie möglich, so wenig Bilder und mit Motoren erfahrene Realität.
  1759. Drei „Idealtypen" von Umweltbelaster: a) extreme Konsumenten, b) konservative Macher, c) aus strukturellen Zwangslagen.
  1760. Die Kraft liegt in der Einfachheit. Deswegen  so wenig Zivilisation wie möglich.
  1761. Der Begriff „Armut“ orientiert sich zu stark am Warenkorb.
  1762. Schönheit  überlebt heute nur, wenn sie wirtschaftlichen Interessen nicht im Wege steht.
  1763. Das kannte ich nicht mehr:  die würzige Luft im Hinterland Südfrankreichs.
  1764. Die Abstraktheit der Unterhaltungsmedien besteht darin, dass sie keine Gestalt, keine Grenzen und auch kein Steigen kennt.
  1765. Ein aktueller Revolutionär: Ein Einheimischer reitet auf seinem Pferd in einem kleinen Städtchen in Südfrankreich  zum Einkaufen durch Automassen - und das in großer Selbstverständlichkeit.
  1766. „Die Notlosigkeit ist die höchste und verborgene Not, die erst aus der fernsten Ferne erst nötigt. Die Not-losigkeit besteht darin zu meinen, dass man das Wirkliche und die Wirklichkeit im Griff habe“ (Heidegger).
  1767. Es gibt eine äußere Uniformierung, aber auch eine innere, die oft als solche nicht bemerkt wird.
  1768. „Wir müssen über die Unverletztlichkeit des Möglichen wachen“ (Heidegger).
  1769.  „It´s not a hotel, it´s a place“. Und das stimmte. 
  1770. Die Ziel-logiskeit ist die Vollendung des Willenwesens, das sich in Kants Begriff der praktischen Vernunft als reiner Wille angekündigt hat (Heidegger). D. h.  der reine Wille und seine Gesetze sind ganz formal. Er ist sich selbst der einzige Inhalt. Dem entspricht übrigens das unbegrenzte Wirtschaftswachstum.
  1771. Wenn es so weitergeht, gibt es bald  nur noch Zeichen und Bilder.
  1772. Zehn Menschen  an einem Tisch in Avignon. Alle haben ein Handy in der Hand und zeigen es sich gegenseitig. Hier zeigt sich die Entwertung des einzelnen Menschen als Quelle von Gesprächen.
  1773. Wenn ein E-Mobilitätsmarkt E-Segways anbietet, die die Menschen von den Füßen holen, haben die Ausrichter von dem Emanzipationspotential der alternativen Energien nichts begriffen. Sie haben nichts begriffen von den  erfrischenden, heilenden, identitätsfördernden Wirkungen der Eigenbewegung, sei es durch Gehen  oder Radfahren. Eigenbewegung eliminiert nicht das körperliche und geistige Subjekt. 
  1774. Das Natürliche hat keine normative Kraft mehr.
  1775. Wir brauchen teilweise eine andere Zivilisation und ein verändertes Bewusstsein.
  1776. Der Mensch hat auf Erden die Aufgabe, sich und seine Umwelt zu erhalten und gegebenenfalls  zu verbessern.
  1777. Dinge werden gestellt, aber auch die „Steller“ werden  gestellt.
  1778. Heutige Ethik: Ein Maximum an Waren und Dienstleistungen für ein Minimum an Geld.
  1779. Die Welt wird flach (das Denken, die Dominanz der Bilder (Flachbildschirm!).
  1780. Die Warenwelt ist eine Welt, in der die Natur nicht wirkt, weil sie ausgeschlossen ist.
  1781. Einen Gegenstand über Rechnen zu bestimmen ist richtig, aber dieses Rechnen gewinnt nicht sein Wesen.
  1782. Ein Leben in der rechnenden Warenwelt mag richtig sein, es ist aber nicht wahr.
  1783. Die Ersetzung der Wirklichkeit durch Medieninhalte: Letztlich wird dieser Tausch (eine Täuschung) nicht wirklich bemerkt oder zu Ende gedacht.
  1784. Das Denken in Gleichungen produziert Falsches. 
  1785. Es gibt eine innere Uniformierung, die sehr verbreitet ist.
  1786. Der Fernsehapparat im Urlaubszimmer entwertet Region und Urlaub. 
  1787. Wir müssen auch Platz für  Möglichkeiten schaffen. 
  1788. Pigmente machen keinen existentiellen Unterschied zwischen Menschen. 
  1789. Starke Warenabhängigkeit ist auch eine Art Disziplinlosigkeit.
  1790. Je einseitiger ein Subjekt neurophysiologisch definiert wird, desto leerer wird es.
  1791.  Mein aktiver Nachbar: „Man muss sich einbringen“.
  1792. Eine andere Zivilisation hätte mehr Vorteile als Nachteile, auch für das individuelle Leben.
  1793. Nach den geltenden Kriterien würde das Paradies bestenfalls zwei Sterne bekommen. 
  1794. Tiere und Kinder sind auf Sinnlichkeit, d. h. auf Wahrnehmung und Bilder aus. Zumindest im Alter muss sollte die repraesentatio durch die reflexio ersetzt werden, d. h. Wort statt Bild.
  1795. Man muss sehr kritisch gegenüber großen Versprechungen der Werbung sein.
  1796. Heute ist ein Erlebnis ein Wert an sich, egal ob das Erlebte wertvoll ist oder nicht, ob man gewachsen ist oder nicht.
  1797. Die Theorie der Eigenbewegung ist ein notwendiger Sprung aus der Dominanz der motorisierten Zivilisation. Aus ökologischen, aber auch aus humanen Gründen müssen wir den gegenwärtigen Zivilisationsentwurf mit der einseitig wirtschaftlichen Orientierung verlassen. Und es gilt: Neues zu beginnen, um Überflüssiges oder gar Schädliches hinter sich zu lassen, gehört zur Humanität.
  1798. Alles wird heute tendentiell durch den Gewinn gestellt.
  1799. Die Dynamisierung der Dinge in unserer Umwelt durch motorisierte  Fahrzeuge und Medien ist massiv. Eine Dynamisierung, der wir teilweise nicht entgehen können. Was bewirkt sie  für unsere Psyche?
  1800. Der moderne Mensch ist ständig auf der Suche, er vermag nicht mehr zu verweilen. Vielleicht ist ja gerade im Verweilen die Chance des Findens. 
  1801. Heilige Berge besteigt man nicht, sondern umrundet sie.
  1802. Wir müssen  Hirte, Pfleger und Heger, nicht Verwüster und Grenzenloser sein.
  1803. Die heutige Angst vor der Ehe ist auch Ausdruck der allgemeinen Krisis der Bindung. 
  1804.  Eine intakte Landschaft ist ein Heilmittel für die Seele.
  1805. Südfrankreich ist eine spirituelle Landschaft. Das gilt allerdings nicht für die Küstenstraße, da herrscht ästhetisch, akustisch und olfaktorisch die Hölle.
  1806. Schäden von Menschen prophylaktisch abzuwenden, ist vernünftig und keine Überregulierung. Verallgemeinert: Grenzen ziehen ist nicht grundsätzlich falsch.  Je größer das Zerstörungspotential objektiv ist, desto mehr muss reguliert werden.
  1807. Die Selbstimmunisierung der Warenwelt gegen Kritik.
  1808. Aber Wirtschaften humanisiert grundsätzlich „Pacta sunt servanda“.
  1809. In der Einfachheit liegt die Kraft, auch entsteht Kraft durch sie.
  1810. Alles (Mensch, Kultur und Natur) wird potentiell zur Funktion für das Wirtschaftswachstum.
  1811. Im Internetkauf wird alles Soziale eliminiert, nur  Waren finden Zugang ins Bewusstsein.
  1812. In der heutigen Gesellschaft herrscht die Extrapolation vor, während  Kreativität sich in marginalen Bereichen austobt (= kleine Kreativität): Mit dem Auto eine Abkürzung finden, seinen Hund Don Camillo nennen, in Badehosen durch die Stadt flanieren, ein seltenes Parfüm benutzen usw.
  1813. Philosophie, die ihren Namen verdient,  ist eine Wissensform, die von der Warengesellschaft zunehmend marginalisiert wird.
  1814. Warum sind Wirtschaftswachstum und ständig vermehrter Motoreneinsatz offensichtlich nicht zu stoppen? Wir sind doch sonst äußerst flexibel. Deswegen die individuelle und kollektive Aufgabe  "From Ego-System to Eco-System Economies" (Otto Scharmer und Katrin Kaufer).
  1815. Antizyklisches Verhalten: Wenn es einem Geschäft schlecht geht, kaufe ich dort ein – manchmal auch etwas, was ich vielleicht gar nicht unbedingt bräuchte.
  1816. Lasse ab vom Reichtum, und suche  statt dessen nach dem, was atmet (Das Gilgamesch-Epos, 11, 25). Das ist aktueller denn je: Das Lebendiges ist der eigentliche Wert.
  1817. In den  Besitz von unendlich vermehrbaren Dingen, die nicht weiterbringen,  über eine bestimmte Grenze zu kommen,  gehört in die Kategorie der schlechten Unendlichkeit. Bildung, Liebe, Kunst gehören nicht dazu.
  1818.  Überall findet die Zerstörung von Tradition und Lebendigem.
  1819. Der Preis kennt keine Moral, fühlt sich nicht verantwortlich für  schädliche Folgen.
  1820. Die Schwarze Spinne Jeremias Gotthelf ist eine Metapher für Hybris, eine Warnung vor  Grenzenlosigkeit, vor Zahlen, die Hegel als schlechte Unendlichkeit bezeichnet.
  1821. Es gibt im Medienkonsum und Autofahren Aktivitäten, aber das sind Pseudo-Aktivitäten.
  1822. Wenn die Bundesrepublik massiv den Netzausbau vorantreiben will, muß sie zumindest parallel ein starkes Programm für die Zurückdrängung des Internetgebrauchs auflegen.
  1823. Weil Quantität als Ganzes (z. b. Wirtschaftswachstum) keine Grenzen „nach oben“ hat, sollte  Größe an sich keine positiven Konnotationen mehr haben. Als Ganzes ist Größe buchstäblich unberechenbar. Es wird zum Riesenhaften. Jede Vergrößerung wird an sich als Gewinn betrachtet. Und nicht bedacht wird, dass  die Vergrößerung eines Faktors nur auf Kosten anderer Faktoren „funktioniert“. Heute ist das Quantitative zu einer  Qualität geworden. 
  1824.  Leere im Leben breitet sich aus, wenn man das Leben auf Waren und Events in realer oder medial  inszenierter Form reduziert. 
  1825. Welch ein Unsinn, den Wert einer Sache mit dem Tauschwert, der sich ja ständig mehr oder weniger  verändert, gleichzusetzen. 
  1826. Maxime: Nur so viel Haben realisieren, wie wir es in unser Sein umwandeln können. 
  1827. Wegen    intensivem Medienkonsums haben wir keine Zeit mehr für das Wesentliche. 
  1828. In der Naturwissenschaft wird Denken nur als messend-rechnendes akzeptiert. Die Schwundform dieser Schwundform  ist das Denken in Preisen von Waren. Dieses Denken kann sich nur dann durchsetzen, wenn diese digitalisierte und technisierte  Welt als höherwertig bewertet wird als das Leben und als die „wirkliche Wirklichkeit“.
  1829. Es gilt, unsere Wahrnehmung von den Bildern der Werbung i. w. S. zu befreien. 
  1830. Ein Leben in Unterhaltungsmedien und motorisierten Fortbewegungsmitteln ist ein Leben im Sparmodus
  1831. Eindeutigkeit wird gewalttätig realisiert und geschützt.
  1832. Der umfassende Zugang zu Medien be- und verhindert die Polarisation der Aufmerksamkeit (Maria Montessori), d. h. die Vertiefung  in eine Sache.
  1833. Versteht heute überhaupt noch jemand den Satz von Martin Heidegger "Das Gesetz der Erde ist Genügsamkeit"?
  1834. Regeln sind sind sinnvoll, sie dürfen nur nicht ontologisiert werden.
  1835. "Die Bereitschaft, im Alltag konkret etwas für den Klimaschutz zu tun, sinke, stellt das Umweltministerium fest. Wie mag das erst werden, trügen die Hauptlast der Einsprungen einmal nicht mehr Energiewirtschaft und Industrie, sondern Autofahrer, Hausbesitzer, Mieter, Flugreisende?" (FAZ v. 29. 7. 14).
  1836. Die starke Nutzung vom Auto und elektronischen  Medien ist eine körperliche und geistige Unterforderung.
  1837. Von der Anwesenheit (wahrnehmbar mit allen Sinnen und Intuition) über die Ideen Platons zu visuellen Erscheinungen bzw. Anschaubarkeit. Diese Entwicklung erklärt auch die Faszination von Bildern und Filmen. Und istübrigens auch mit Verlusten verbunden. 
  1838. Der Wasserstrahl läuft mindestens eine Minute lang ohne Unterbrechung, damit ich kurz ihm zweimal mit der Handmuschel Wasser entnehme, um den Mund auszuspülen. Welch eine Verschwendung.
  1839. Der Weg muss gegebenenfalls  nach Situation unterbrochen, ja beendet werden können. Nicht sklavisch folgen wie die Zieleingabe in einen Navigator.
  1840. Ein Dorf oder eine Kleinstadt war zumindest bis kurz nach dem Krieg materiell, geistig, emotional  und sozial  relativ selbständig, lebte aus sich selbst heraus. 
  1841. Jedes Ding und jeder Prozess hat einen Anfang und ein Ende. Dazwischen ist das Zwischen, das wohl der wichtigste Teil des Ganzen ist. Über Techniken  sind wir in der Lage, oft  Zwischen von Dingen und Prozessen zu verkürzen. Hier ist Vorsicht angesagt.
  1842. Die Lebenswelt ist zwar auch immer eine mehr oder weniger große Abstraktion, aber nach der „wirklichen Wirklichkeit als Ganzes“ die konkreteste. Das macht ihren einzigartigen Wert aus.
  1843. Grundsätzlich gilt: Je mehr Freiheit und Autonomie den Tieren und Pflanzen in der Natur gelassen wird, desto schöner werden sie. So schänkt der heutige Garten  die Natur zu stark ein.
  1844. Die motorisierte Zivilisation, die auf Waren fixiert ist und das Leben nicht mehr schätzt,  kann man sinnvoll mit der Bedürfnispyramide von Maslow kritisieren.
  1845. Schöne, neue, bequeme Welt: Der Internet-Kaufakt besteht aus einem Klick, jeglicher soziale Kontakt ist ausgeschlossen.
  1846. Sie kennt nur kalifornische Sonnenuntergänge aus dem Fernsehen, nicht die von Wanne-Eickel, wo sie wohnt.  Ein Objekt direkt wahrnehmen oder ein Bild von diesem Objekt sehen sind kategorial verschieden. Es genügt nicht, ein schönes Mädchen auf dem Bild zu sehen, nein, sie muss schon anwesend sein.
  1847. Es gibt zumindest noch eine „große Erzählung“  (Lyotard), die aber nicht explizit erzählt wird: das Ziel der totalen motorisierten Zivilisation.
  1848. Motorisierte Zivilisation ist der „Motor“ des Wirtschaftswachstums.
  1849. Ich bin besonders allergisch gegen demonstrativen Reichtum.
  1850. Ein Garten ist kein Wohnzimmer.
  1851. Fußballsport heute: Millionen Fernsehzuschauer ohne Eigenbewegung und ohne selbst erzeugte Emotionen sehen 22 Männern mit schweißtreibender Eigenbewegung zu (Anmerkungen einer klugen Frau, deren Namen zu nennen ich nicht autorisiert bin).
  1852. Wir haben Ameisen im Wohnzimmer. Alle raten  mir, Vernichtungsmittel einzusetzen. Aber ich denke, dass in Deutschland genug getötet worden ist.
  1853. Für jede Aussage ist eine Theorie des guten Lebens als Grund unverzichtbar.
  1854. Die Eigenbewegung wird immer weniger, die Bewegungen in der motorisierten Zivilisation  immer stärker und umfassender.
  1855. Fußballweltmeisterschaft 2014 blendet die Destruktionen der Welt aus.
  1856. Die Dinge sind uns nicht fremd, aber wie werden uns fremd gemacht.
  1857. Der  Substanzbegriff von Descartes und Newton  beherrscht unser heutiges Denken.
  1858. Nationalismus definiert sich heute weitgehend über Fußball. Was wird man darüber in hundert Jahren dazu  sagen?
  1859. Je größer der Erfahrungsradius ist, desto dürftiger die Inhalte.
  1860. Der dumme Traum, ohne jegliche Anstrenungen Distanzen zu überwinden, ist genau besehen ein Albtraum – zumindest für mich.
  1861. Blick aus dem Fenster in der Innenstadt einer Kleinstadt morgens um 9 Uhr: Auch hier nur noch wenige Menschen auf der Straße.
  1862. Zeitgemäßes Leben kennt nur noch Ziele, Wege lösen sich real und im Bewusstsein gegen Null auf.
  1863. Wer in der Natur leben will und sie aufsucht, sollte auf das Auto verzichten.
  1864. Es wäre schön, wenn auch kleine Flüsse wie die Krückau oder die Kinzing wieder eine entscheidende Bedeutung hätten.
  1865. In Oberbayern ist eine relativ starke  Trennung von Natur und Kultur gewahrt. Das gilt auch für die Osterseen. Sie dürfen nur per Rad oder zu Fuß betreten werden.
  1866. Fußballbewusstsein zieht Kräfte von der Wirklichkeit ab. Substantielle Lektüre intensiviert sie. Diese Lektüre ist dann ein Werkzeug, Erfahrungen und Erkenntnisse mit der Wirklichkeit zu verbinden, die dann intensiver werden.
  1867. Wir leben alle in unterschiedlichen Bewusstseins-Gefängnissen, die allerdings sehr verschieden sein können. Alles kommt auf diesen Unterschied an.
  1868. Die Anzahl der Dinge in der Begegnung und die Intensität ihres  Erlebens sind oft umgekehrt proportional.
  1869. Wir leben in einer motorisierten Zivilisation. Die ändert sich erst, wenn der Motoreneinsatz kein Selbstwert mehr ist, sondern auf das notwendige Minimum sich beschränkt. 
  1870. Menschen wollten (Pyramiden) und wollen (Facebook) Spuren hinterlassen. So gesehen entspricht das Internet menschlichen Bedürfnissen. Aber Diktaturen aller Art haben andere Interessen.
  1871. Nur noch wenige Menschen sind aktiv,  die meisten von ihnen haben sich der motorisierten Fremdherrschaft unterstellt, indem sie z. b. bespielt werden. Sie denken aber, sie seien aktiv.
  1872. Der Mensch hat oft nur noch die Funktion, die Ergebnisse der Maschinen i. w. S.  (einschließlich der Störungen, aber auch die werden oft mechanisch gelöst) zur Kenntnis zu nehmen und sie per Knopfdruck zu beenden oder sie „laufen“ zu lassen - Und vor allem sich nach deren Ergebnissen ihr Verhalten auszurichten.
  1873. Es geht zur Hauptsache um nachhaltige Schönheit.
  1874. Nur als Suchende sind wir - allerdings nicht nach den Billigsten und Bequemsten. 
  1875. Die Mechanisierung ist durch alle Sinne in das Innerste der Seele vorgedrungen (S. Giedion).
  1876. Das Auge gewöhnt sich an die zweidimensionale Darstellung. Das Hinzufügen von Ton und Farbe zielt auf eine (scheinbar) größere Realität.
  1877. Mechanische Bewegungen ersetzen menschliche Tätigkeiten.
  1878. Jeder sollte sich die Frage stellen: Wo ist für mich die Grenze der Mechanisierung? 
  1879. Das Kapital bestimmt nicht nur das Bewusstsein der Kapitalisten, sondern ebenso das der Nichtkapitalisten.
  1880. Die globale Reisewut ist umsonst, sie findet erst recht nicht die Wirklichkeit.
  1881. Sinnliche Erfahrungen müssen vom Umfang begrenzt werden, um Tiefe zu erzeugen.
  1882. Welche intensive Beziehung hat eine Hummel zu der Blüte, die sie besucht.
  1883. Geometrisierter Garten führen  schnell zum Steingarten. Das ist die Logik der Gartengeometrie.
  1884. Schnell fahren macht Sinnlichkeit überflüssig. Es entsteht eine „struktuelle Sinnlichkeit (= contradiction in adiecto).
  1885. Kapital und Technik stellen, d. h. sie nehmen Freiheitsgrade.
  1886. Natur ist heute im Alltag kein normativer Begriff mehr. Das Normative wird in den Menschen bzw. in den technischen Fortschritt eingelagert.
  1887. Wir müssen mehr Hirte  (Heidegger),  weniger Produzent sein.
  1888. Es muss vernünftig sein, das sowieso, aber „lebendig“ auch. 
  1889. Waren, die nichts von einem verlangen, bringen nicht weiter.
  1890. Nur noch in den Medien hervorgehobenen Landschaften und Gebäude werden beachtet.
  1891. Wir sind als Medienkonsumenten  sinnlich nicht mehr in der wirklichen Welt, sondern nur in Fiktionen bzw. in Virtualitäten, die kategorisch und ontologisch etwas andere sind als die Wirklichkeit.
  1892. Wenn wir aus „inneren Bildern“ äußere machen, kann schnell etwas anderes entstehen.
  1893. Das humane und ökologische Potential der Gegenwart wird verspielt.
  1894. Zeitgemäßes Denken konzentriert sich auf den Erwerb von Konsumgütern, danach versiegt es vollständig. So ist kein Raum mehr zum Bedenken der negativen Folgen auf Mensch und Umwelt.
  1895. Wann wird sich endlich der erste deutsche Ferienort oder gar Ferienregion entscheiden, nur Gäste aufzunehmen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln ankommen.
  1896. Viele Waren wie Autos und Medien erweisen sich oft im Nachhinein als Danaergeschenke, d. h. als ein Geschenk, das körperliche Gesundheit und geistige Weiterentwicklung verhindert.
  1897. Im Zeitalter der medialen Kommunikation macht ein Exil keinen Sinn mehr.
  1898. Zeitgemäße Menschen können  nur technisch, aber nicht existenziell fragen.
  1899. Sinnliche Eindrücke  müssen wir  begrenzen (Reiseradius, Bilderkonsum), geistige Aktivitäten entgrenzen.
  1900. Zwischen dem Ich des Menschen und der natürlichen, sozialen und kulturellen Umwelt schieben sich immer mehr Technik und Medien.
  1901. Fast alle meine Nachbarn verhalten sich nahezu vollkommen marktkonform (Habermas). Nur wenn der Markt tendenziell total das Bewusstsein ausfüllt, ist er unmenschlich.
  1902. Die heute entscheidende Baustelle ist nicht noch mehr Konsum in Form von Großbildschirmen, elektronischen Medien, Autos, Motorräder und durchorganisierten Fernreisen mit Schiff und Flugzeug, sondern an der inneren Baustelle, die an Bildung, Liebesfähigkeit, Ethik arbeitet.
  1903. Jedes Handeln ist dekonstruktiv. Deswegen gilt es, jedes Mal zu bilanzieren:   Landmaschinen und Züge  machen Krach. Das akzeptiere ich problemlos. Motorräder und Motorrassenmäher machen Krach. Das akzeptiere ich nicht. Es entsteht also die Frage nach dem Sinn.
  1904. Lieber mit einem „mundgerechten“ Blechlöffel als mit einem zu großen Silberlöffel essen. 
  1905.  Er sitzt jeden Abend bin weit in die Nacht sechs und mehr Stunden regungslos vor dem Fernsehapparat. Während dieser Zeit braucht sie nicht einmal eine Seite umblättern, nur die denkbar geringste Konzentration ist gefordert. Ist das nicht eine moderne Form der Armut?
  1906. Es ist heute revolutionär,  sich von der Fixierung auf Preise zu lösen und stattdessen auf den gerechten Preis (Augustinus) zu setzen.
  1907. An einem schönen Sommertag: Mich treibt es in den Garten, um zu genießen, sie treibt es in den Garten, um den Rasenmäher anzuwerfen.
  1908. Vita activa versus vita contemplativa? Nein! Vita activa und  vita contemplativa gemeinsam gegen vita passiva.
  1909. Wirklichkeit wirkt immer, sei sie förderlich oder hinderlich. Aber der Geist schweift oft außerhalb der bestehenden Wirklichkeit.
  1910. Die Menschheit befindet sich nun in der Zeit-Kultur, nachdem sie den Raum über Homogenisierung „unräumlich“ gemacht hat.
  1911. Der Mensch will sich nicht mehr anpassen, auch nicht an die Natur. Das löst er, indem er die Natur so verändert, dass sie nur seinen Bedürfnissen dient, also kein Eigenwert und Eigenleben mehr hat.
  1912. Anthropozän = die gegenwärtige Umwandlung der gesamten  Erdoberfläche und Erdkruste nach menschlichen Bedürfnissen.
  1913. Die reale Liebe zur Natur ist nicht mehr vorhanden. Keiner will die Wahrheit, dass Wirtschaftswachstum zwangsläufig die Zerstörung der Natur zu Folge hat. 
  1914. Die meisten Waren und Dienstleistungen dienen der Unterforderung, nicht der Förderung von Fähigkeiten.
  1915. Inflation des Öko-Begriffs: Bald gibt es wahrscheinlich Öko-AKWs.
  1916. Rekonstruktionen sind angemessen, wenn sie  human und begründet  sind  und dem Schönheitssinn genügen. In diesem Zusammenhang hat der Begriff des Zeitgemäßen  nichts zu suchen.
  1917. „…. ich kann Menschen nicht ernst nehmen, die immer nur in ihrer  Komfortzone   bleiben“ (Sandra Nasic).
  1918. Die Herrschaft des Prinzips der Billigkeit verhindert von vornherein ökologische Alternativen.
  1919. Zwischen professionellem Fußballbetrieb und Autokonzernen bestehen gemeinsame Interessen und deswegen enge Beziehungen.
  1920.  Wer viel Auto fährt  und ständig Unterhaltungsmedien in Anspruch nimmt, ist nicht in der Welt, sondern in Konstruktionen.
  1921. Der Besitz von vielen Konsumgütern geht oft überein mit philosophischer Armut i. w. S.
  1922. Die Proportionen der Arbeit im Außenbereich und psychischen Binnenbereich stimmen nicht. Nun muß auf der inneren Baustelle gearbeitet werden.
  1923. Er betritt seinen Garten nur, wenn Besuch da ist, und wenn er wöchendlich den Rasen mäht.
  1924. Kindergeburtstage in Freizeitparks hat mehr passive als aktive Momente.  
  1925. Einschränkungen am Sonntag sind Ausdruck der Regulierungswut: keine Motorrasenmäher anwerfen, Läden sind geschlossen usw. Welch eine Einschränkung der Freiheit und Reduzierung der Lebensqualität.
  1926. Wir zerstören das Leben in unserer Umwelt und der Erde. Beispiele sind die Wohnzimmer-Gärten oder die geometrischen Steingärten. Damit zerstören wir aber auch unser eigenes Leben, denn Leben bedarf anderer Leben.
  1927. Sie besitzen die modernsten Medien, die es auf dem Markt gibt und meinen, sie seien deswegen zwangsläufig gebildet. Welch ein dummer, unbegründeter Stolz, denn Bildung beginnt erst, wenn deren Inhalte, meistens mit Mühen, angeeignet worden sind. Mit anderen Worten: Eine anspruchsvolle Bibliothek sagt noch nichts über die Bildungsstand ihres Besitzers  aus.
  1928. Gegenüber großen überindividuellen Prozessen verhalten wir uns irgendwie passiv, wollen sie nicht ändern, weil sie wegen ihrer Größe als schier unbeeinflussbar angesehen werden. Das ist eine undemokratische Sicht.
  1929. Das bereits Erlebte und Gedachte sind Parameter, die den Menschen zu einem Individuum machen. Gleiches Leben und  gleiche  Lebensbedingungen entindividualisieren.
  1930. Aufheulende Motorräder, ständig laufende Motorrasenmäher, pfeilschnelle Motorboote, die Hälfte aller Autofahrten unter vier Kilometer, Brötchenholen bei Sonnenschein vom naheliegenden Bäcker. Wo liegt eingentlich das Energieproblem?
  1931. Das Internet reißt die Mauer zwischen Privatebereich und öffentlichen Raum ein.
  1932. Individuelle Konsumsteigerung bzw. kollektives Wirtschaftswachstum und Erderwärmung bilden zwangsweise eine Einheit.
  1933. Konkurrierender Nationalismus ist eine Quelle von ständigem Wirtschaftswachstum.
  1934. Landschaften, die mit dem Auto  oder Zug durchfahren  oder im Fernsehen gezeigt werden, leisten keinerlei Widerstand. Und die Fahrenden und Sehenden wachsen nicht.
  1935. Wir leben emotional und zunehmend in der Bildung auf dem Niveau von Hausschweinen (Konrad Lorenz), deren Welt vollkommen  inszeniert ist. Die Frage ist, wer die Lebenswelt des modernen Menschen inszeniert. 
  1936.  Macht euch  die Erde untertan mit Planierraupe, Bulldozer, Löffelbagger & Co“ (aus FAZ „KILROY WAS HERE“).
  1937. Das Wesen des Materialismus verbirgt sich im Wesen der Technik. Aber: Materie hat weit mehr Qualitäten als die auf Gesetze fixierte Naturwissenschaft behauptet. 
  1938. Die Nutzung des Autos und der Unterhaltungsmedien ist deshalb so beliebt, weil in diesen Tätigkeiten der Anschein von Sinn entsteht.
  1939. Technik (homo faber) unterscheidet den Menschen vom Tier. Die Ausdehnung der Technik auf Motore war logisch zwingend, muß jetzt aber teilweise über die Vernunft zurückgenommen werden. 
  1940. Nicht unter den Plastersteinen,  sondern auch  und neben den industriellen Strukturen findet man noch Natur und Leben. 
  1941. Die grüne Idee hat drei „Gegner“, die sie von ihrer ökologischen Kernaufgabe ablenken bzw. aufhalten: a) die kapitalistisch verfasste Wirtschaft, b) die Forderung nach materieller Gleichheit auf hohem materiellen Niveau,  und  c) die Durchsetzung von Grenzenlosigkeit.
  1942. Kunde und Verkäufer als personale Beziehung lösen sich zunehmend zugunsten der Relation Kunde-Ware auf (von Einkaufsmärkten bis hin zum Internetkauf.  Durch diese Trennung – so meine These – konzentriert sich die Aufmerksamkeit das soziale Potentials des Kunden vollkommen auf die Ware mit der Folge: Die Bedeutung der Ware erhöht sich um ein weiteres.
  1943.  In den Medien werden ökologische Zerstörungen nur tropfenweise veröffentlich und damit im Bewusstsein verdrängt.
  1944. Überwiegende Nutzung von Unterhaltungsmedien ist das effektivste Mittel gegen kritische  Reflexion.
  1945. Früher kamen die entscheidenden Normen von der Religion, in einigen Fällen auch aus der Philosophie, dann in Deutschland von autoritären Systemen  und heute von dem Technik-Konsum-Komplex. Verlangt ist aber Selbstbestimmung (autos – nomos).
  1946. Die nun von der Post installierten Paketpostkasten sind ein weiterer Sargnagel für unsere Innenstädte.
  1947. Nur noch Bewegungen und Ausdehnung der Körper zählen in der Naturwissenschaft und zunehmend im Bewusstsein der Konsumenten. Das erklärt die reale Dominanz der Bewegungen und demn Hang nach Größe (Ausdehnung).
  1948. Der Konsument reproduziert sich allein in der Sphäre des Konsums. Er kennt nichts anderes als die Konsumwelt und lässt nichts anderes gelten. 
  1949. Der Druck, der von der Gleichheitsforderung auf hohem materiellen Niveau ausgeht, belastet, aber sie nicht nur allein,  in höchstem Ausmaße die Ökologie und damit die zukünftigen Generationen.
    Ein geometrischer Steingarten hat nichts mit Im-Grünen-Wohnen zu tun
  1950. .Mit höchster ethisch unbegründeter Selbstverständlichkeit beseitigen wir den Widerstand von Dingen, aber deren Widerstand steht für Selbsterhaltung.
  1951.  Die Thematik Ungleichheit hat die Thematik Ökologie in der öffentlichen Diskussion stark zurückgedrängt.
  1952. "Wir sind von unserem eigenen Werk versklavt" (E. Bloch) – und bemerken es nicht, weil für den Menschen Selbstversklavung eine Unmöglichkeit ist.
  1953.  Ich kenne viele nichtberufstätige Menschen, die nur noch für ein Leben in inszenierten Events leben.
  1954. Der gegenwärtige Gebrauch des Internets fördert  den Konsum massiv.
  1955. Die Medien, insbesondere die Unterhaltungsmedien,  bestätigen die Grundaussage des Konstruktivismus: Die Welt ist eine Konstruktion. 
  1956. Nicht der wahre, aber der real existierende Konservative ist heute der ausschließlich konsumorientierte Mensch.
  1957. Wenn die Kritik der Gegenwart nicht bis auf die Ebene des Einsatzes von Motoren im Allgemeinen und des  motorenbetriebenen Individualverkehr im Besonderen vordringt, verpasst sie die wesentlichen Strukturen der Gegenwart.
  1958. Das Kapital stellt alles auf Gewinn, Technik auf Effizienz und Bequemlichkeit. 
  1959. Ich unterscheide zwischen überflüssigen Konsum und lebenserhaltende Mittel. 
  1960. Der Liberalismus ist aus und während des Frühkapitalismus  entstanden. Ihm ging es nicht um politische Freiheit wie im GG, sondern um Freiheit für die Warenströme. Heute ist es die Freiheit des Konsums.
  1961. Überzogene körperliche  Bequemlichkeit führt zu Krankheiten, überzogene geistige Bequemlichkeit hat  Verblödung zur Folge.
  1962. Zwei Arten der Veränderung: Das Werden in der Natur und die Geschwindigkeit der motoisierten Technik. Vergeßt das Werden nicht. 
  1963. Der Seinsblick befreit die Natur vom alleinigen Rohstoff-Blick.
  1964. Die zeitgenössische Menschheit,zumindest in den Industrieländern, hat in ihrem Selbstverständnis,  die Natur  überwunden: Die Natur ist kein Hindernis mehr für die Realisierung aller möglicher Pläne, und aus ihnen sind keine sinnvollen normativen Aussagen mehr ableitbar.
  1965. „Wir machen Afrika kaputt. Stammfehden, Religionskriege, Bandenkriminalität?“ nein, sagt der Politologe Werner Ruf „Handfeste wirtschaftliche Interessen stehen hin den blutigen Auseinandersetzungen, wie jetzt in der Zentralafrikanischen Republik. Die Interessen französischer, aber auch deutscher Konzerne“ (Chrismon, 04.2014).
  1966. „Wenn ein Kind auf einer blühenden Wiese steht und sagt `Mir ist langweilig´, dann haben wir ein Maß an Entfremdung erreicht, das wirklich erschreckend ist“ (John von Düffel).
  1967. Unter den enggestrickten Autostraßennetzen, Fabrikansiedlungen und Vorstädten  liegt die Schönheit der Landschaft.
  1968. Bildung hat sich verengt auf Anleitungswissen von technischen Apparaten und kaufmännischem Wissen.
  1969. Ich plädiere für ein naturnahes Leben so weit wie möglich: Im Winter Schlittschuh laufen, im Sommer draußen baden – und nicht umgekehrt. 
  1970. Elektronischer Medienkonsum ist genau so passiv wie Alkoholkonsum, denn  der aktive Teil ist die Energie im Fernsehapparat und im Alkohol. 
  1971. Für Linke,  Rechte, aber auch für viele Grüne ist Ökologie eine Teilmenge der Politik, nicht die notwendige Voraussetzung für jegliches Leben. 
  1972. Haben  Fußgänger und Radfahrer nicht ein Recht auf eine relativ emissionsfreie Luft
  1973. Wir müssen mit der Zeit gehen“. Das sagten viele Deutsche auch ab 1934, obwohl einige von ihnen sogar  kritisch gegen die Nazis eingestellt waren. 
  1974. Wenn alles zu Waren und  zu Tauschwerten  wird, vernichtet der Mensch seine Umwelt, seine Heimat, seine soziale Umwelt und schließlich sich selbst.
  1975. Wir müssen die Hohlheit und Sinnlogigkeit vieler Waren transparent machen. Sie versprechen oft etwas, was gar nicht erstrebenswert ist bzw.  nie eingehalten werden kann.
  1976. Wer physisch und psychisch gesund bleiben will, muss konsumkritisch denken und handeln.
  1977. Es ist ethisch inakzeptabel, eigene Verbrechen, ja Fehler mit den Verbrechen und Fehlern anderer Individuen und Kollektive zu relativieren und zu entschuldigen. So die Verbrechen der Deutschen während der Nazizeit. Die Taten der anderen zu „bewerten“,  ist ein anderes Thema.  
  1978. Jahrmärkte waren in meiner Kindheit ein absolutes Highlight im Jahr. Heute haben sie massiv an Interesse und Faszination verloren. Ist das bereits ein Ausdruck der Macht der Virtualität über die Wirklichkeit?
  1979. Natur wird zu  Rohstoff ontologisiert.
  1980. Wenn Reisen nur „sieht“, d. h. auf reine Sinnlichkeit hinausläuft, und der Reisende das Gesehene nicht bedenkt bzw. in bisher Gedachtes einarbeitet, bringt nichts.  
  1981. "Wenn wir wollen, dass sich etwas ändernt, müssen wir alle etwas dafür tun" (Yorck Wollatz, Bio-Landwirt).
  1982. Die konsequent alleinige Bestimmung aller Dinge auf Preise  reduziert das Denken des Käufers beträchtlich: Er braucht nur noch nach dem Merkmal des Billigsten zu suchen. 
  1983. Die sehr gut verdienende Familie muss auch deswegen ein sehr, sehr Auto haben, um auch schwere Getränkekisten kaufen zu können, zumal der Getränkelieferant in ihrer Straße pro Kasten 60 Cent teurer ist.
  1984. Je „inndooriger“ das Leben (Wohnung, Areitspatz, Einkaufszentrum,. Auto) wird, desto mehr wird umgekehrt propottional mit Outdoor geworben.
  1985. Landschaften werden ständig beraubt, man nimmt ihnen ihr Leben und Schönheit. Sie werden zu etwas Leblosem gemacht.
  1986. Zwischen Ökologie und Ökonomie findet keine Vermittlung statt:  Ökonomie berücksichtigt weitgehend  nicht  Belange der  Ökologie, die Ökologie wiederum muss sich mit den Nischen begnügen, die ihnen von der Ökonomie gelassen wird.  Die Menschheit, gegenwärtig noch Profiteure der Ökonomie, wird auf Dauer, ob sie will oder nicht will, Teil der verlierenden Ökologie sein. Das ist der Grund- und Hauptwiderspruch der Gesellschaft, dessen Lösung  auch in der Gegenwart nicht ernsthaft und effektiv  versucht, sondern ständig verschärft wird.
  1987. Die Wirtschaft wächst nicht, sondern vergrößert sich bzw. wird vergrößert. Wachsen ist eine biologische Kategorie mit wesenhaften Grenzen, die die Wirtschaft eben nicht hat.
  1988. Die Forderung, auf die Diskussion um den Verzicht zu verzichten,  ist letztlich eine antirationale Position.
  1989. Daß eine ökologische Politik, die diesen Namen verdient, eine Riesenaufgabe ist, die auch Schuld auf sich laden würde, ist unzweifelhaft. Aber aus meiner Sicht gibt es keine Alternative zu ihr. Wichtig: Die notwendigen Veränderungen müssen vorher eingesehen werden. Das ist übrigens die Aufgabe meiner Homepage.
  1990. Die technologische Gewissheit bzw. Ideologie:  Es gibt kein Problem, auch kein durch Technik selbst geschaffenes, das nicht mit Hilfe von Technik gelöst werden könnte.
  1991. Der Slogan der antiautoriäten Bewegung "Unter dem Pflaster liegt der Strand“ wäre heute: „Unter dem Asphalt liegen Landschaften, Baufundamente und Gräber“ und  „In den Rohren fließt  der Bach“.
  1992. Kognition und Emotion sind zwei unterschiedliche psychische Systeme. So kann höchste Emotion fast ohne Kognition auskommen. Das erklärt z. B. die Faszination für Krimis: ohne geistigen Aufwand emotional auf Hochtouren zu kommen.

  1993. Das Subjekt braucht Macht, weil es eine Fiktion ist. 
  1994. Die Bdürfniserfüllung des Menschen besteht  nicht nur  aus Konsumtion.
  1995. „Die digitale Denkart reduziert unsere Welt auf messbare Objekte, und das ökonomische Kalkül verpasst jedem dieser Objekte ein Preisschild“ (Ranga Yogeshwar in der FAZ v. 18. 3. 14). 
  1996. Für die Entfremdung vom Leben haben die Entfremdeten keinen Begriff.
  1997. There are  outward and inward journeys. Aber um letztere zu erfahren, bedarf es der Muße. 
  1998. "To let go of what wants to die in oneself and letting come what is waiting to be born"(Schwarmer/Kaufer).  
  1999. Faktisch zerstören wir ständig Natur, geben aber vor, sie zu lieben.
  2000. Im Warentausch gibt es kein eigentliches Miteinander. Jeder ist auf sich selbst konzentriert. Miteinander ist hier Schein. Aber  heute nicht mal mehr Schein, denn nun sind im Warentausch  vermittelnde Menschen eliminiert, Menschen sind nicht mehr „in“. Man bewegt sich nicht mehr zu den Waren, sondern sie werden von motorisierten Maschinen gebracht.
  2001. In dieser Straße dominiert uneingeschränkt eine unreflektierte, erstarrte,   konservierende und konservierte  Konsumideologie des Individualismus. 
  2002. Defizite Westeuropas nach Viktor Jerofejew: einseitiges Streben nach Komfort, Bedürfnisbefriedigung, Sicherheit auf Kosten metaphysischer Sinnfragen, was das europäische Menschen flach und fad macht.
  2003. My and our time is now.
  2004. "The blind spot of our time is that we take mainstream economic thought for granted, as if it were a natural law” Und: “the most important variable: the quality of awareness of the participants in a system” (Scharmer/Kaufer). Das richtet sich gegen folgende Position: „Bereits im Pakt mit Mephisto diktiert Faust das moderne Gesetz der permanenten Revolution, die in keinem Augenblick zur Ruhe kommen, nie ans Ziel gelangen darf und keine Grenze kennt“ (Jaeger, Michael: Fausts Kolonie, S. 27). 
  2005. Warum wollen wir eigentlich, dass alle Prozesse schneller ablaufen  sollen. Ist denn das immer ein Gewinn?
  2006. Der Einsatz von Fernbussen  ist eine Maßnahme, Menschen von der Schiene auf die Straße zu bringen. Das ist ein Sieg der ökologischen Unvernunft.
  2007. "We cannot solve problems with the same kind of thinking that created them" (Albert Einstein).
  2008. „What´s dying is an old civilization and a mindset of maximum „me“ – maximal material consumption, bigger is better, and special-interest-group-driven-decision-making that has led us into a state or organized irresponsibility, collective creating results that nobody wants.” Aus "Leading from the the Emerging Future. From Ego-System to Eco-System Economies" (2013) von Otto Scharmer (Senior Lecturer at the Massachusette Insitute of Technology) und Katrin Kaufer (ebenfalls am MIT).
  2009. Das allmähliche Verschwinden des „Sich“ aus der Sprache hat gesellschaftliche Gründe.
  2010. Atomkraftwerke werden die Fesseln der Zukunft sein.
  2011. Internetkauf – ein Beitrag zur Ent-lebendigung des Lebens.
  2012. Ein guter Weg ist nicht spektakulär, denn Spektakuläres frisst das Einfache auf.
  2013. Heimat sind zuallererst emotionale Beziehungen. Beim Autofahren und Fernsehen entsteht keine Heimat. 
  2014.  Kultivierte Natur ist immer ein Gemisch aus Natur und Natur. Reine Natur gibt es nicht und auch nicht reine Kultur mehr  heute.
  2015. "Wir sind schwerhörig für die Sprache der Natur und für das Einfache. Uns fällt nur noch der Lärm der Apparate, die wir fast für die Stimme Gottes halten, ins Ohr"(Martin Heidegger).
  2016. Früher war jedes Dorf und jede Stadt im Bewusstsein ihrer Bewohner interessant, autonom ein  Mittelpunkt. Und das waren konkrete Menschen, Häuser, Landschaften mit Namen (wie in meiner Biographie „Lieth“). Heute liegt der sinnliche Mittelpunkt in den Unterhaltungsmedien. 
  2017. Meine Modernität besteht darin, nicht  modern im Sinne des Warenangebots zu sein.
  2018. Äußere Einsamkeit auf Zeit ist die Bedingung für den Zugang zur inneren Welt.
  2019. Heimatschutz ist Zurückdrängung des motorisierten Individualverkehrs.
  2020. Im Urlaub leben wir wie Nietzsche: Viel laufen und Ideen niederschreiben. In Sils Maria ist das „Einen-Körper-Haben“ keine Bürde, sondern ein Lebensmittel.
  2021. Wann fangen die Städte endlich an, in ihren Mauern in Analogie zu rauchfreien Zonen autofreie Zonen einzurichten?
  2022. Jedes Ding hat unaufhebbar einen bestimmten Zeitpunkt und eine bestimmte Raumstelle. Da tendenziell alle Dinge und Situationen warenförmig werden, wird der Preis eines jeden Dinges in naher Zukunft neben Raum und Zeit die dritte Anschauungsform werden.
  2023. Homogene Strukturen vermindern kreative Möglichkeiten.
  2024. Tendenz: Wir bewegen  uns rasant in Richtung Navigator-Zivilisation. 
  2025. Dubai ist für viele offensichtlich das Modell für Gestaltung der  Zukunft unseres Planeten.
  2026. Die Partei der Grünen ist eine inhaltsindifferente  „Protestaufsammelpartei“
  2027. Die politische Rechte konzentriert sich auf Wirtschaftswachstum, die politsche  Linke  auf die formale und materielle Gleichheit der Menschen, nicht der Tiere und Pflanzen. Meine Folgerung: Die grüne Bewegung darf sich nicht  vom Primat der Ökologie lösen. 
  2028. Nahezu aller sind für Schutz der Natur. Er  darf allerdings nicht konkret werden. Der Einsatz für bestimmte Tiere  und Pflanzen, auch wenn es sich um die letzen Exemplare ihrer Art handelt, gilt inzwischen letztlich als menschenfeindlich. 
  2029. In öffentlichen Räumen, d. h. gemeinsam geteilten Räumen mit Fremden und Bekannten, gibt es zumindest potentiell Überraschungen.  Wer für Überraschungen noch offen ist, bevorzugt öffentliche Verkehrsmittel. 
  2030.  These: Um 1900 war der Grad der Mobilität optimal und ästhetisch sowie ökologisch vertretbar.
  2031. Unsere soziale Umwelt verändert sich zunehmend zu einer  ohne erkennbare Menschen, d. h. das  soziale Umfeld mit wahrnehmbaren Mitmenschen schrumpft. Das war in der Straße meiner Kindheit anders und besser.
  2032. Die massenhafte Nutzung des Autos hat die frühere Landflucht nun zu einer Stadtflucht in die umliegenden Siedlungen  werden lassen. Der frühere Vorteil der Stadt, fußläufigen  Zugang zu Infrastrukturen zu haben, die die Bedürfnisse des Alltags abdeckten, hat sich in Nichts aufgelöst.
  2033. Aus den infrastrukturfreien Städten und Dörfern kann man nur wegfahren, um einzukaufen oder Freizeiten, sprich Events, zu absolvieren. Die einzige vollkommen verbliebene  Infrastruktur in der Stadt ist die Verkehrsstruktur, die Städte unwirtlich macht,  während die Funktionen Wohnen und Produktion zunehmend außerhalb der Städte ihren Platz finden.  
  2034. Wenn die ökologische Bewegung die  Forderung nach bezahlbarer Energie ohne die Frage nach dem Wofür generell akzeptiert, ja unterstützt, wäre das in Hinsicht auf die notwendigen ökologischen Veränderungen  ihr Ende. Genauer: Bezahlbare Energie ist nur dann diskussionswürdig , wenn es um die Abdeckung lebenswichtiger elementarer Bedürfnisse geht. Dazu gehört nicht das Auto, Unterhaltungsmedien, Fernreisen usw.  Muss denn die Forderung nach bezahlbarer Energie  auch für Formel-1-Rennen gelten?
  2035. Je größer die Bildschirme, je bunter und  schneller die Bildschnitte und länger die Aufenthaltsdauer, desto „kleiner“, hilfloser, ausgelieferter werden die vor ihnen sitzenden Menschen, d. h. sie fühlen und denken nicht mehr eigenständig, sondern sie verzichten auf ihre eigene Einbildungskraft,  konsumieren deshalb ohnmächtig die Inszenierungen Fremder. Sie sind dann nicht mehr nur eine Funktion des Apparates und seiner Sendungen, sondern weniger, denn, da  ihre Subjektivität suspendiert ist, nehmen sie tendenziell nicht mehr die kognitiven Inhalte und Strukturen wahr,  sondern werden nur noch von emotional aufgeladenen Situationen  verstärkt durch akustische Mittel überwältigt. Exemplarisch steht dafür der Krimi.
  2036. Technik hat eine neue Qualität geschaffen, die es bisher nicht gab: Mit „Hilfe“ der Technik ist der Mensch in der Lage, die Erde auf einen Schlag oder langsam zu zerstören.  
  2037. Vollendung lässt das Wesen des zu Vollendeten bestehen, verändert es nicht bis zur Unkenntlichkeit. Vollendung ist Verbesserung.
  2038. Sie fahren in den Wintersport, aber nicht in der Schweiz oder in die Rocky Mountains, sondern – und das ist der besondere Kick - nach Dubai. Mein Einwand: "Akzeptiert es doch endlich! In Norddeutschland wachsen keine Bananen", wird als nicht zeitgemäß belächelt. 
  2039. Zeitgemäße Treue: die unterwürfige Treue zum Geld und zur Technik
  2040.  Es gibt Kräfte in der Natur und im Menschen, die einer „zweiten“ Formung bedürfen. Aber da gilt es, Maß zu halten, d. h.  den Dingen und den Menschen nicht ihr Wesen zu nehmen. Das wird oft nicht mehr beachtet.
  2041. Das Interesse an nicht-warenförmigen Dingen nimmt rapide ab.
  2042. Technikbegeisterte bleiben in  der Technik stehen, d. h. für sie ist Technik kein Mittel - so z. B. um diese Technik im Idealfall zu kritisieren.
  2043. „Mit der Zeit gehen“  ist keine Aufforderung zum Denken, sondern zum Mitmachen, um was es sich auch immer handelt.
  2044. Noch gibt es etwa 460 Einkaufszentren in Deutschland. Die größte Herausforderung dürfte der stark wachsende Handel über das Internet werden (FAZ v. 31. 1. 14) .
  2045. Ich lese keine Bücher und auch  keine Zeitungen mehr, sondern nur noch Angebote und Preislisten“ (ein Nachbar).
  2046. Die heute dominierende Form der Armut ist nicht Mangel, sondern Überfülle von Waren -  zumindest in der Mittelschicht, aber auch in Teilen der Unterschicht.
  2047. Plädoyer für die Zeit: Sicherlich ist für bestimmte Betriebe und Personen ein  Glasfaser-Anschluss eine lebenswichtige Infrastruktur, aber  bestimmt nicht für jeden Bürger eine Notwendigkeit. Hinter dieser Forderung liegt  eine tiefer liegende psychische Struktur: Wir haben keine Geduld mehr. Alle Wünsche und Bedürfnisse müssen in kürzester Zeit befriedigt werden. Allgemein gesagt: Der Zeitaufwand für jegliches Handeln wird auf das technisch mögliche Minimum  beschränkt. Heinrich Heine sprach von der Ermordung des Raumes durch die Eisenbahn, jetzt ist die Ermordung der Zeit dran.
  2048. Der Logos der gegenwärtigen Weltauffassung ist auf  Beziehung und Bedeutung der Dinge reduziert, d. h.die Dinge selbst haben keinen Eigenwert. 
  2049. Man tut meiner Auffassung nach gut daran (wie in Frankreich)  zwischen politischer Arbeit und privater Sphäre dann streng zu unterscheiden, wenn die politische Arbeit nicht unter dem Privaten leidet.

  2050. Der Begriff „Wirtschaftswachstum" ist unpassend“ weil er kein Maß, keine Begrenzung, wie es in der Natur herrscht, kennt.
  2051. Peter Seegers Frage „Where have all the flowers gone“? ergänze ich  mit der Frage  “Warum geben sich nun die Menschen mit Bildern von Blumen zufrieden?“.
  2052. Der Mensch ist das einzige Wesen, das seine Umwelt substanziell mehr oder weniger stark verändert (= wirtschaften). Teilweise muß er es, weil er kein Instinktwesen ist, teilweise ist dieses Ändern zum Selbstzweck geworden.
  2053. Die Forderung nach bezahlbarer Energie ist eine ideologische Grundlage für die Zerstörung der Erde, so auch ein Argument für neue Atomkraftwerke. 
  2054. Unsere Gesellschaft wird zunehmend eine sitzende. Auch wenn man im Auto oder Flugzeug ist, bewegt man sich nicht selbst, sondern das Auto bzw. Flugzeug bewegt sich. Es bleibt nur noch wenig Eigenbewegung übrig. Am Ende dieser Logik steht unerkannt das Ideal des Todes, nämlich die totale Unbeweglichkeit.
  2055. Es gibt (leider) auch eine nachhaltige Zerstörung so durch den Bau von Autobahnen oder durch die Einrichtung von  Diktaturen in unterschiedlichen Formen. 
  2056. Es gibt Stressoren, die schaden, aber auch solche, die  die körperliche Widerstandsfähigkeit, Gesundheit  und geistig-seelisches  Wachstum fördern. Es ist falsch,  alle Stressoren auszuschalten. Eine Haltung, die gegenwärtig weitgehend das individuelle und kollektive Denken und Handeln beherrscht.  Deswegen die paradoxe Aussage: Ein streßfreies Leben ist purer Streß.
  2057. Standartisierte Objekte kann man problemlos einsetzen und austauschen“ (Rainer Prüß). Ds kann auch einem Menschen passieren.
  2058. Was Platon von der Dingwelt sagt, dass sie nur Schein sei (Höhlengleichnis), gilt natürlich erst recht - und müsste für jeden offensichtlich sein - für die gegenwärtige mediale Welt. 
  2059. Der zeitgemäße Mensch verliert zunehmend den Sinn für den (kostenlosen) Reichtum  der Natur und Lebewesen. 
  2060. Ich bin für bestimmte Rekonstruktionen, weil sie a) eine Spur zum Früheren hinterlassen, b) die Welt vielfältiger machen  und c)   früher überwiegend das menschliche Maß dominierte.  Die weltweit sich ausbreitenden Konglomerate von Hochhäusern und Wolkenkratzern  gefallen mir nicht. Übrigens: Ich bin absolut kein Freund von feudalen Gesellschaften.
  2061. Wichtig: Selbsterziehung in Zeiten repressiver Bedingungen und Normen.
  2062. Ich befürchte, dass die „letzte Welt“ nur noch aus Zeichen bestehen wird. Zeichen haben zwar immer auch eine materielle Dimension, insofern immer auch Wirklichkeit, aber die Wirklichkeit des Zeichens hat keinen  Selbstzweck, sondern verweist immer auf etwas anderes als sie selbst. Zeichen in dem hier gemeinten Sinn umfassen Wörter, Bilder, Hinweisschilder usw.,  nicht Dinge, die sowohl Eigenwert  als auch Hinweisfunktion haben wie eine Burg, die Macht demonstriert, aber gleichzeitig Schutz bietet. Aber Gott sei Dank kann man Zeichen nicht essen, so dass Hoffnung besteht. 
  2063. Man sucht Begegnungen mit Menschen, aber es bleibt bei der Begegnung mit Autos und Unterhaltungsmedien.
  2064. Inzwischen sind alle Städte autogerecht, d. h. den Städten sind im Nachhinein Autostrukturen implantiert  worden. Das genügt offensichtlich nicht. An den Stadträndern entstehen inzwischen stadtähnliche Retortengebilde, die vom Auto her gedacht und entworfen werden. Das sind riesige, nur mit dem Auto erreichbare Einkaufszentren, an die sich zunehmend auch  Dienstleistungsunternehmen ansiedeln. Da machen wir nicht mit!
  2065. Wer für Bildung plädiert, gerät schnell in den Verdacht, ein antidemokratische Momente zu vertreten. 
  2066.  Eine Satellitenschüssel ist  so eine Art Brennglas, das  Seelen zerfrisst.
  2067. Wer vernünftigerweise  dem Slogan „Aus der Region“ folgt, muss auch die Einkaufsquellen in der Nähe  nutzen, d. h. nicht erst mit dem Auto durch die Gegend fahren.
  2068. Abräumer! Warte, warte nur ein Weilchen, dann wirst auch Du abgeräumt.
  2069. "Der Denkmalschutz hat gesiegt: Hinter der geretteten Fassade die dem Komfort zuliebe entkernten Jahrhunderte" (Kilroy was here, FAZ)
  2070. Wer grundsätzlich den Weg der Bequemlichkeit geht, genauer: fährt, verzichtet auf  sein körperliches, geistiges und seelisches Wachstum.
  2071. Bildung und Politik dürfen nicht automatisch vom Prinzip der Anpassung bestimmt werden.
  2072. Die Geheimnisse werden zwar nicht weniger, man meint es nur, und deshalb wird für viele der Alltag  langweiliger und der Konsum von Unterhaltung nimmt zu. 
  2073. Zeitgemäße Bildung verzichtet problemlos auf Bildung, ja brüstet sich mit diesem Verzicht. 
  2074. „Du wirst größte Glücksgefühle habe, wenn Du entscheidest, mit für Dich Ungünstigem aufzuhören“ (ein Student). Das gilt generell, so auch für destruktiven Konsum.
  2075. Weil wir immer mehr mit Maschinen statt mit Menschen interagieren, verlieren wir auch zunehmend das Bedürfnis und die Fähigkeit, Dank zu sagen.
  2076. Mit der Freiheit gehen strenge moralische Gebote einher (Taleb).  Das gilt nicht nur für die soziale, sondern auch für die ökologische Dimension des Handelns.
  2077. Bisher strebte ein großer Teil der Menschheit danach, aus Blei Gold zu machen, d. h. aus einem minderwertigeren Ausgangsmaterial Wertvolleres zu schaffen. Aber vielleicht zeigt sich, dass das Gold weniger wert ist als das Blei. Dieses Urteil  auf Ökologie gewendet: Die Natur ist letztlich mehr wert als das vom Menschen Erschaffene.  Es gilt also, aus Gold Blei zu machen.
  2078. Das Konzept des Wirtschaftswachstums ist unverantwortlich,  weil extremistisch.
  2079. Auch wenn es stimmt, dass an Stammtischen auch abzulehnende Gedanken geäußert werden, ist es falsch, den Stammtisch so stark negativ zu konnotieren. Stammtische bilden ein Stück Öffentlichkeit, die wir heute so stark vermissen: Öffentlichkeit im direkten Gespräch.
  2080. Dubai ist  eine Pseudostadt (Nassim Nicholas Taleb). 
  2081. Einkaufszentren auf der grünen Wiese haben zumindest die Tendenz, zu parallelen Retortenstädte zu werden.
  2082. Zu einer geordneten Hinterlassenschaft gehört nicht nur der wirtschaftliche, sondern auch der ökologische Bereich.
  2083. Das Leben, seine Lebendigkeit muss gefördert werden ist. Momentan geschieht das Gegenteil. Wir stellen uns das Leben zu sehr nach dem Modell eines  Motors vor – und verpassen es dadurch, ja beschädigen es. 
  2084.  Ich brauche keinen Fernseher. Im Bus oder Zug habe ich genug Zeit, lebendige Gesichter in aller Ruhe zu betrachten  – natürlich unauffällig. 
  2085. Entfernungen werden zunehmend mit größter Selbstverständlichkeit in Zeiteinheiten angegeben, die ein Auto braucht
  2086. Ein Geschenk: Ich habe mir zu Weihnachten  kein Auto, keine Unterhaltungsmedien und auch keine Gutscheine für Fernreisen gewünscht -und Gott sei Dank auch nicht bekommen. 
  2087. Anforderungen auf dem denkbar tiefsten  körperlichen und geistigen Niveau zu senken, ist offensichtlich die herrschende Maxime unserer Epoche – Ausnahmen werden sofort als besondere Leistungen vermarktet.
  2088. Der konsum- und technikorientierte Mensch hat keine Praxis im eigentlichen Sinne. Eine konsumorientierte Existenzweise ist ein sacrificium intellectus und ein Opfer des eigenen Körpers mit seinen Bewegungen.
  2089. Einkaufszentren mit Namen wie Citti-Park enthalten zumeist eine doppelte Lüge: zum einen liegen  diese Einkaufszentren nicht in der Innenstadt, sondern an der Stadtperipherie, zum anderen haben sie keinerlei Ähnlichkeit mit einem Park – im Gegenteil.
  2090. Landschaften werden objektiv und subjektiv zu Transiträumen, die mit motorisierten Fahrzeugen ohne Genuß der jeweiligen Umwelt  durchquert werden: Aus einem dreidimensionalen Weg wird eine eindimensionale Strecke.
  2091. Unterhaltungsmedien vermitteln das prall verdichtete Leben im Schein, die Nutzer selbst minimalisieren dabei ihr eigenes Leben. 
  2092. Die Spaltung des Subjekts in der Gegenwart: Auf der einen Seite fühlt sich der Bürger als Subjekt, das in relativer Autonomie entscheidet, faktisch gibt er aber zunehmend seine Subjektivität körperlich  an Motore und geistig an Unterhaltungsmedien ab. Verharrt dabei, weil er ein Teil dieser objektiven Mächte selbst „angestellt“ hat, im Irrtum, Herr der Motore und Unterhaltungsmedien zu sein. Er ist dann ein Objekt.
  2093. Bildung verkommt zum kognitiven Herrschaftswissen und emotionalen Trash. Trash bedient die Faulheit. 
  2094. Die Logik der Warenwelt ist eine sehr einfache, die von allen Menschen schnell begriffen wird: Preise verstehen, Preise vergleichen und Preise in Beziehung zu Waren und Dienstleistungen setzen. Einfach auch, weil eindeutig.
  2095. Die Tendenz der Neuzeit: Alles Nichtidentische auf reine Identität zu reduzieren. Die Identität besteht aus einer einzigen Dimension, die verschiedene Werte annehmen kann - so z. B. Preise.
  2096. Wenn man den Schein der Warenwelt als Schein bestimmt, stößt man häufig auf  massiven Widerstand.
  2097. Es ist eine Katastrophe, wenn Teile der Welt oder die Welt als Ganzes zu einem System wird.
  2098. Wir haben heute keine Zeit zum Grübeln. Wer will überhaupt noch grübeln?

  2099. Stolz (in allen Formen) auf das, was gekauft ist (= Warenidentität) oder nur mit einem Knopfdruck funktioniert (Bequemlichkeitsideologie) – teile ich nicht, ja nervt mich. Dieser Stolz ist unbegründet, denn  Stolz. wenn er denn sein muss,  bezieht sich immer auf eigene Leistungen.  Davon zu unterscheiden ist, wenn man sich über etwas freut, oder es genießt. Das ist eine Art des Beschenktwerdens. Stolz will soziale Anerkennung, dagegen  freut man sich über die Sache um ihrer selbst.  
  2100. Zur groben Orientierung: Bilder = Maximum an leerem Schein, Auto = Minimum an Realität, Gehen = Maximum an Realität, Lesen = Maximum an benötigter Einbildungskraft. 
  2101. „Gute“ Kontinuitäten sichtbar werden zu lassen, ist sinn- und wertvoll - und ethisch gegenüber der Vergangenheit. 
  2102. Die Jahreszeiten verlieren im Bewusstsein und Handeln an Bedeutung. Das liegt auch daran, dass sie im Zuge des Klimawandels ihre Kraft verlieren, aber der Hauptgrund liegt darin, dass der Mensch  aufgrund technologischer Veränderungen sich zunehmend von ihnen unabhängig macht. Insbesondere das Einkaufszentrum, das überdachte Stadium und das Auto sind Ausdruck und Ermöglichung dieser „Emanzipation“ vom Wetter.
  2103. Es gibt heute fast keine „kurzen Strecken“ mehr, weil z. B. Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe nicht mehr vorhanden sind.  Eine  strukturelle  Entwicklung,  die ich durch meine  Kaufentscheidungen  versuche, gegenzusteuern.
  2104. Albert Camus, der nicht nur Schriftsteller, sondern auch Philosoph war, leistet meiner Ansicht nach  für das Verstehen und für Lösungen der Gegenwart substantielle Orientierungshilfe.
    Ziel: Sich auf das Wesentliche konzentrieren. Das muss nichts Spekulatives sein. Das kann sein: einen Brief endlich zu beantworten, eine Entschuldigung auszusprechen, ggf. zu lächeln, einen Baum von der schweren Schneelast befreien, einer alten Frau beim Besteigen des Zuges behilflich sein, ....
  2105. Durch exzessives Autofahren und Nutzung von Unterhaltungsmedien besteht der unbemerkte existentielle Lernzuwachs  darin zu meinen, dass man mit minimaler Eigentätigkeit große Effekte erreichen kann, aber diese Effekte sind flüchtig und Schein. Dieser Irrtum erzeugt Bequemlichkeit, Lebensabkehr und (relative)  Dummheit.
  2106. Der zeitgemäße Mensch stellt seine angeborene und durch Lernen ausdifferenzierte Körperkraft still und ersetzt sie durch Motore. Das erklärt seine Abhängigkeit von externer Energie. Wenn dieser Zusammenhang durchschaut wird und zu entsprechenden Änderungen führt, werden viele Bedürfnisse überflüssig. 
  2107. Insbesondere der Verzicht auf Eigenbewegung  im Alltag  erklärt die gegenwärtigen Strukturen, den ungeheuren Rohstoffbedarf, den Klimawandel, die Isolation und Entfremdung von Natur, Kultur und sich selbst.
  2108. „Die äußere Freiheit der Vielen lebt aus der inneren Freiheit des Einzelnen“ (Theodor Heuß).
  2109. Gehen bzw. Autofahren bestimmt die Qualität des Denkens. Wenn das Denken strukturelle Ähnlichkeit mit dem Autofahren hat, führt das zur Stärkung des Autos und zur Schwächung des Gehens und Denkens Wenn das Denken strukturelle Ähnlichkeit mit dem Gehen hat (Thomas Bernhard), führt das zur Stärkung des Gehens und des Denkens.
  2110. Habituelles Fernsehen, Autofahren und Vielreiserei sind Ausdruck von Mangel an Schaffenspotential und Leere. Diese Menschen sind nicht mehr in der Lage, Funken aus dem Alltag zu schlagen. 
  2111. Vermutung: Folgende Begriffe haben eine unterirdisch versteckte gemeinsame Quelle und bilden damit einen Zusammenhang. Diese Begriffe haben aber im Bewusstsein der Bevölkerung eine isolierte Existenz: Auto, Einkaufszentren, Verschwinden einer lebendigen Öffentlichkeit, Klimawandel, egoistischer Individualismus, sitzende (Un-)Lebensweise,  abstrakte Gesellschaft, Warenorientierung. Bequemlichkeit.
  2112. Ich muss streng zwischen Unterhaltungsmedien und Arbeitsmedien unterscheiden. Nur letztere ermöglichen den Erwerb von  substantiellen Informationen und die Möglichkeit des Sich-Ausdrückens. 
  2113. Fußballsport war um 1950 in der Kleinstadt Elmshorn und im Dorf  Averlak konkret. Der Nachbar war der bekannte Linksaußen, die Tochter des Torwarts wahr sehr hübsch, mein Klassenlehrer war regelmäßiger Besucher der Spiele. Und heute? Die Spieler meines Lieblingsvereins kenne ich nur noch aus den Medien.
  2114. Der Begriff „organisch“ bezieht sich auf totes und lebendiges Leben. Aber gerade dieser Unterschied ist heute wichtiger denn je. Diese Differenz ist wichtiger als der Oberbegriff "organisch".
  2115. Zu meinem ökologischen Engagement: Fundamentalistisch ist meine Auffassung, dass eine ökologische  Wende notwendig ist, um die Existenz nachfolgender Generationen zu sichern. Unsicher und deshalb undogmatisch bin ich über die Wege und Mittel, dieses Ziel zu erreichen. Auch bin ich mir darüber im Klaren, dass die Realisation einer ökologischen Wende neben Gewinnen auch mit Verlusten und Opfern verbunden sein werden.  Ich denke also nicht in undialektisch- paradiesischen Kategorien.
  2116. Parallel zur zunehmenden industriellen Produktion findet eine Industralisierung im Erwerb von Wirtschaftsgütern, d. h. der innerhalb der Konsumption statt. Zwischenglieder dieser Entwicklung sind Discounter, Einkaufzentren und Outlet-Center, vorläufiger Endpunkt scheint hier der Online-Kauf zu sein, d. h. ein Kauf ohne vermittelnde Menschen.
  2117. Das größte Einkaufszentrum in unserer Stadt hat den Namen „Citti-Park“. Dieser Name enthält  eine zweifache Lüge: zum einen ist es nicht in der Innenstadt, sondern an der äußersten Peripherie der Stadt angesiedelt, zum anderen hat es keinerlei Elemente eines Parks, d. h. keine Grünflächen, Strauch- und Baumgruppen. Die Flächen sind ausnahmslos versiegelt.
  2118. Was in der Bibel das Goldene Kalb ist, ist die Großlimousine auf der Autoausstellung, die für die leere, aber glitzernde Konsumwelt steht. 
  2119. Philosophischer Materialismus fördert (unbeabsichtigt) die ausschließliche Hinwendung zum materiellen Konsum. 
  2120. Modernisierung ist oft mit Zerstörung verbunden, so die der  Natur durch Straßenbau.
  2121. „Gleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land“ ist das Trojanische Pferd für ein Leben auf rein technischer Basis sowie gleicher Bedingungen für den Erwerb von Waren  und der damit verbundenen Naturzerstörung und Entfremdung.
  2122. Den Fokus allein auf Gleichheit legen, verpasst das Leben. Wenn die Gleichheit sogar von der materiellen auf die geistige Gleichheit erweitert wird, wird Gleichheit totalitär im politischen Sinn. 
  2123. Gegen die Verabsolutierung des Eigenwillens. Er muss von Fall zu Fall auf Sinn hin überprüft werden.
  2124. Unter dem Pflaster liegt der Strand“, d. h. für mich, unter der Zivilisation liegt die Natur.
  2125. Da wir immer weniger  reale Erfahrungen haben, ist es für uns sehr schwer,  Bedeutungen  zu bewerten. Uns fehlt dann ein Maßstab.
  2126. Camus und Jabè entwerfen in den fünfziger Jahren in Paris eine Ästhetik der Einfachheit, die sich aus der Vorstellungswelt der Wüste entwickelt. Seine Eigenschaften – Besitzlosigkeit, Anspruchslosigkeit, Armut, Beweglichkeit, Offenheit, Freiheit (aus „Camus. Das Ideal der Einfachheit“ v. Iris Radisch).

  2127. Utopie und Analyse:  „Einfach, griechisch, maßvoll, naturschön, tolerant, bescheiden, mediterran, der menschlichen Natur und dem Glauben an das Leben verpflichtet. Ihr steht das moderne Europa gegenüber, dem Albert Camus beispielhaft in Frankreich begegnet ist – maßlos, hybrid, städtisch, fortschrittlich, zerstörerisch, diktatorisch, hässlich, naturfern, terroristisch, nordeuropäisch, imperialistisch“ (Albert Camus).
  2128. Der Schweizer Greenpeace-Aktivitst Marco Weber, der seit dem 24. Sept. 13 in Haft sitzt, begründet die Aktion wie folgt:  „Weil wir sehen, dass die Existenzgrundlage unserer Zukunft mit unserem jetzigen Handeln verknüpft ist.“ Mit „Handeln“ kann nur die Ausbeutung der Erde gemeint sein, die sich zwingend aus  jetzigen Durchschnittsbedürfnissen jedes einzelnen Bürgers in den Industrieländern ergibt.  Das ist die Hauptaufgabe, die unsere Zeit lösen muss, alles andere sind Nebenaufgaben. 
  2129. „Die Abneigung der Deutschen gegen Politik und Parteien wird nur noch übertroffen von ihrem Glauben an den Staat. Die Sympathie für die große Koalition ist Ausdruck einer konsensorientierten und zutiefst unpolitischen. Lebenshaltung“ (Uwe Volkmann). Und -  füge ich hinzu -  einer vollkommen  konsumorientierten Orientierung.
  2130. Entweder wir ändern unsere materielle Lebensweise oder wir unterstützen Gaspron in den Ölbohrungen in der Arktis. Ein Drittes gibt es nicht.
  2131. Der festgestellte Mensch in der feststellenden Gesellschaft. Das änderte man nur durch Eigenbewegung. 
  2132. Man muss scharf zwischen Technikkritik und Motorenkritik unterscheiden. Auf diesen Unterschied kommt alles an, denn  Technik  und Humanität gehen grundsätzlich zusammen. 
  2133. Oft folgen wir algorithmisierten Zwängen, an deren Ende Entfremdung steht.
  2134. Durch das Auto und die Einkaufszentren  werden die negativen Folgen des Klimawandels fast nicht mehr bemerkt und dringen  deshalb nur schwer  ins Bewusstsein.
  2135. Fragt ein zehnjähriges Mädchen ihre gleichaltrige Freundin: „Spielst du noch oder shoppst du schon? Gehört diese Frage bereits zur Normalkommunikation?
  2136. Shoppen gehen ohne eine Vorstellung zu haben,  ist zumindest aus ökologischer Perspektive verwerflich.
  2137. Kapitalismus ist auch ein ethisches System.
  2138. Was ist Dubai gegen das Föhrer Vorland oder gegen den Ferchensee bei Mittenwald? Nichts!
  2139. Mit dem Klima darf man nicht russisch Roulette spielen, zumal in der Revolvertrommel wahrscheinlich zumindest vier  scharfe Patronen enthalten sind. 
  2140. Der auf Materie reduzierte Blick erzeugt Seinsvergessenheit
  2141. Wirtschaften zerstört unaufhaltbar die Erde und ihre Schönheit. Deswegen müssen wir es minimieren. Deswegen die Zumutung: Wir müssen uns gegen uns selbst empören, weil unsere Bedürfnisse die Erde zerstören. Das wäre eine selbstreflexive Empörung.
  2142. Die materielle Produktion und die Dienstleistungen haben die Aufgabe, dem Menschen Freiheit zu ermöglichen und nicht Knechtschaft zu schaffen.
  2143. Einen Zusammenhang zwischen dem Ausbau von  Autobahnen und zunehmender Klimaverschlechterung zu sehen, ist für fast alle Bürger und Politiker genau so absurd, wie der zwischen meiner Geburtstagsfeier  
    und dem Ausgang eines Fußballländerspiels.
  2144. Armut ist nicht immer Elend. Ich habe keine Autos und keine Fernsehapparate, damit gehöre ich formal zu den Armen, aber mir geht es deswegen nicht schlecht. Im Gegenteil, ich bin reich (ein Gedanke, der auf Albert Camus zurückgeht).
  2145. Wo keine Seele, da keine Schönheit: im ästhetischen Vermögen wird der Stoff beseelt.
  2146. Die schöpferische Einbildungskraft wird zunehmend  von gesellschaftlichen Mächten normiert. Bei Filmen und Fotos (Fernsehen) gestaltet man nicht, sondern übernimmt Fremdproduktionen.
  2147. Ich bin gegen die maßlose Nutzung von Autos und Unterhaltungsmedien, weil sie keine Anforderungen an ihre Nutzer stellen und damit keine Erweiterung, sondern nur Verstümmelung zur Folge haben. 

  2148. Viele ökologisch motivierte Proteste  werden als reine Proteste diffamiert und abgelehnt. Das erklärt sich daraus, dass die Sinnlosigkeit der Bedürfnisse, die die jeweiligen Projekte auslösen, nicht thematisiert wird. 

  2149. Bei problematisierenden Aussagen benutze ich ausschließlich den Begriff  zeitgemäß, nicht den  der Modernität. Also: Zeitgemäßheit   reduziert den Menschen auf reine Wahrnehmung und Genussempfinden. Zeitgemäßheit äußert sich im Denken, Fühlen und Handeln, das wiederum von den Prinzipien Bequemlichkeit, Schnelligkeit, Billigkeit, Grenzenlosigkeit und purer Größe abgeleitet ist.

  2150. Die Welt wird zunehmend symbolisch (Zeichen und Bilder) vermittelt, nicht real wahrgenommen. Das geschieht weitgehend ohne Anstrengung des Wahrnehmenden.

  2151. Der Autofahrer oder der oberflächliche Medienkonsument ist  faktisch ein Voyeur, d. h. er beobachtet aus der nichtteilnehmenden Perspektive und befindet sich somit nicht  in lebendigen Situationen. Hier liegt eine radikale Subjekt-Objekt-Trennung vor. Natürlich lebt  der Beobachter in dieser lebensrestriktiven Rolle ebenfalls. Deswegen nenne ich die nichtteilnehmende Perspektive sekundäres Leben, das beobachtete faktisch stattfindende Leben das primäre Leben. Teilnehmende und nichtteilnehmende Perspektiven sind die zwei Pole, dazwischen liegen unendlich viele Mischverhältnisse. Wenn ich im Auto eine schöne Frau erblicke und sie mich auch ansieht oder ich einen Autounfall habe, bin ich plötzlich wieder im primären Leben.

  2152. Die Emanzipation von der Natur ist gleichzeitig immer ein Stück Selbstentfremdung von der eigenen Natur. Hier muss man genau unterscheiden zwischen notwendiger und destruktiver Selbstentfremdung. Das thematisiert das Doppelwesen des Menschen. 
  2153. Wir müssen uns im privaten Bereich, aber nicht nur dort, entscheiden: Wollen wir noch mehr Algorithmen oder mehr Leben?
  2154. Der Begriff Modernität wird heute fast ausschließlich  technisch-ökonomisch definiert. Welch` ein Affront gegen die Moderne.
  2155. Aus den Gärten wird zunehmend ein Wohnzimmer mit versteinerten Teppichen– fehlt nur noch der regenresistente Fernseher. 
  2156. „…and a thousand nameless beauties of nature inspire the soul with secret transports;…”(George Berkeley (1685-1753).  Wie  weit muss  man heute fahren, um das  zu  erleben?
  2157. Mensch, werde wesentlich, nicht warenförmig
  2158. Die Bedürfnispyramide von Maslow kann helfen, die Eindimensionalität der Warenwelt zu erkennen und ggf. zu überwinden.
  2159. Wahrscheinlich kann jemand vollkommen in der materiellen Konsumwelt ohne die Anerkennung und Berücksichtigung anderer Werte existieren – aber zu welchem Preis!
  2160. Grundsätzlich gilt: Heute haben wir nicht zu wenig, sondern zu viel Bequemlichkeit. Wer das nicht glaubt, lese Hegels 

    Kapitel über Herrschaft  und Knechtschaft in der Phänomenologie des Geistes , wo er auch auf die zwangsläufig negativen  Folgen der Bequemlichkeit hinweist.

  2161. Niedrige Preise und das Auto machen jedes Dorf und jede Innenstadt frei von Geschäften.
  2162. Citti-Park nennt sich das größte, allein auf Autos ausgerichtete  Einkaufszentrum am Rande einer kleinen Großstadt. Dieser Name ist aber keine Anmaßung, denn dieses Einkaufzentrum hat die Funktionen der Innenstadt ersetzt. Allerdings ist er alles andere als ein Park. 
  2163. Meine Vermutung: Die Inflation des Begriffs Nachhaltigkeit ist eine Strategie derjenigen Kräfte, die diesen Begriff im Kern ablehnen. Vielleicht werden sie eines Tages offenbaren: „Unser Bemühen besteht darin, die Erde nachhaltig unbewohnbar zu machen.“
  2164. Den Bau von Atomkraftwerken nach Tschernobyl und Fukushima als Maßnahme zum Klimaschutz zu begründen heißt Kohlendioxid durch Radiaktivität zusetezen, also  den Teufel mit dem Belzbub austreiben oder zwischen Pest und Cholera bzw. zwischen Scylla und Charybdis zu wählen. 
  2165. Nich bezahlbare Energie, aber der Erhalt von Arbeitsplätzen ist das echte  ethische Problem, vor dem die politische Ökologie steht.
  2166. Es genügt nicht, gegen den Neu- und  Ausbau von Flughäfen zu sein, sondern diese Opposition muss ganzheitlich, d. h. mit bestimmten gesellschaftlichen und individuellen Fehlentwicklungen begründet werden. So muss z. b. die Wurzeln und die  direkten und indirekten Folgen der Vielfliegerei frei gelegt werden. Werden die ökologischen Forderungen  isoliert gefordert, werden sie schnell als Willkür gebrandmarkt oder lächerlich gemacht. Vielflieger müssen ihr Tun begründen: billig und Lust sind keine hinreichenden Begründungen. Wenn die Begründungen nicht überzeugend notwendig sind, muss u. U. Verzicht gefordert und geleistet werden. Gleiches gilt für alle Tätigkeiten, die massiv ökologische Schäden anrichten.
  2167. „Energie muss bezahlbar sein“ ist  genau das falsche Signal, um die notwendigen ökologischen Änderungen nicht nur nicht herbeizuführen, sondern die negativen Auswirkungen zu fördern: Das Klimawandel wird nicht aufgehalten. Die Option Atomenergie als billige und unbegrenzte Alternative wird wieder sinnvoll. Der von allen Parteien geforderte Ausbau von Infrastrukturen für den energieintensiven Individualverkehr auf Kosten von Landschaft und Lebensqualität geht ungebremst und unhinterfragt weiter. Wirtschaftswachstum als Selbstzweck beherrscht ungebrochen das Denken und Handeln. Energie wird in vielen Bereichen schlicht verschwendet.  Die Folge:  Der gegenwärtige individuelle und kollektive Energieverbrauch und zukünftige Steigerungsraten werden zementiert - business as usual.  
  2168. "Alles, was wir tun, ist, die Natur zu zerstören und damit uns selbst" (Sir David Attenborough anläßlich des Erhalts des Prix Europa).
  2169. Und: Hoher Energieverbrauch in einer  Gesellschaft lässt diese immer abstrakter werden, d. h. immer mehr motorisierte Bewegungen ersetzen menschliche Bewegungen (, die ich Eigenbewegung nenne), so dass immer mehr Kommunikationsprozesse und Interaktionen zwischen Mensch und Maschinen stattfinden mit der Folge, dass reale Mitmenschen aus dem Blick verschwinden. Dieser Verlust an mitmenschlichen Erfahrungen wird übrigens von den Medien massiv als Schein kompensiert. 
  2170. Biologisches Wachstum wird durch Gene „geregelt“ und durch Pflege gefördert, während  wirtschaftliches Wachstum  vollkommen „frei“ ist. Letzteres sollte man deswegen nicht mit Wachstum bezeichnen, sondern eher mit „wirtschaftlicher Vergrößererung“.
    Wäre wirtschaftliches Wachstum biologisches, also ein Wachstum nach dem Modell lebendiger Organism und Systeme,  dann hätten wir keine ökologischen Probleme. 
  2171. Vermutung: Die Hauptzerstörer der Umwelt sind die Mittel- und Gutverdienenden, wenn - und ist inzwischen bei den meisten der Fall, ihr Handlungsinteresse primär auf materiellen Konsum i. w. S. gerichtet ist.
  2172. Die Uhr bestimmt die Zeit, nicht die Zeit die Uhr.
  2173. "Die Energiewende hat Eon und RWE als attraktive Anlageobjekte schwer beschädtigt" (FAZ). Selbst das ist offensichtlich ein Argument gegen die Energiewende.
  2174. In einer Zeit, wo Glück vermeintlich eine Ware ist, die man kaufen kann wird, ist Analyse die Voraussetzung für die Synthese.
  2175. "Vieles, was wir unter Alltagsgesprächen oder in der Rubrik Einkaufs- und Kochtipps abspeichern, sind in Wahrheit politische Themen" ((FAZ v. 23. 10. 13).
  2176.  Manche Autoren wie der Brite Sir Richard Layard beklagen die Vernachlässigung des Glücks als Ziel der Politik, während immer utopischere Wachstumsziele als alternativlos beschworen werden" (FAZ v. 23. 10. 13).
  2177. Die Wirtschaft zerstört Hochkultur mit allen Mitteln, weil sie primär eine geistige Leistung ist, die man nicht kaufen kann. Auch Linksintellektuellen machen aus einem falsch verstandenen Demokratieverständnis dieses Spiel mit. 
  2178. Muß das Adjektiv unzeitgemäß ein Negativum sein? Mit Sicherheit nicht zu Zeiten der Nazis in Deutschland. 
  2179. "Der geforderte gute Umweltzustand kann nur erreicht werden, wenn wir die menschlichen Eingriffe deutlich regulieren und reduzieren." Diese Aussage des Meerschutz-Experten Kim Dethloff  gilt grundsätzlich.
  2180. In unserer Gesellschaft sehe ich (wortwörtlich) wesentlich mehr Probleme des Zuviels als des Zuwenigs. Beispiele: Fernsehkonsum, Autofahren, Kinderzimmer, Überangebote, Markenkleidung, Fernreisen ohne Bewusstsein, Energiebedarf, Bewegungsmangel. Das Zuviel hat eine subjektive Seite (körperliche und psychische Gesundheit) und eine objektive Seite (Erdzerstörung). Dieses Zuviel wird weder von der Linken (wegen der Gleichheit) noch von der Rechten (wegen des  Wirtschaftswachstums) kritisiert. Dieses Zuviel zu thematisieren und zu problematisieren wäre die historisch wichtige und  genuine Aufgabe der Grünen, denn das Zuviel entsteht durch maßloses Wirtschaften und Konsumieren mit den unheilvollen Auswirkungen auf die Umwelten der Erde.
    Die hier skizzierte Position speist sich insbesondere aus Texten von Herbert Marcuse (Der Eindimensionale Mensch, Kritik der  Repressiven Toleranz), Erich Fromm (Haben und Sein), Ernst Friedrich Schumacher (Small is beautiful)  und Adorno (Minima Moralia).  Geht aber auch auf  Thoreau und Rousseau zurück. Glücklicher Weise gibt es auch ein große Zahl zeitgenössischer  Autoren, die an dieser Position arbeiten. So z. B. der französische Philosoph und Praktiker Pierre Rabhi.
  2181. Wenn die Strukturen übermächtig werden, muss die Entscheidungskraft  der einzelnen Bürger gestärkt werden. So wie in der jüngsten Geschichte individuelle  Dänen und  Bulgaren Juden halfen.
  2182. Die Umwelt und letztlich die Erde werden nicht primär durch widerrechtliche  Handlungen und daraus entstehende Folgen, sondern durch Produkte und Handlungen zerstört, die nicht im Widerspruch zu  bestehenden Gesetzen stehen, also durch „Normalhandlungen“, die den Alltag ausfüllen. 
  2183. Es dauert bis umweltschädliche Produkte und Verhaltensweisen, wenn überhaupt, verboten werden. Bis zu ihrem Verbot, ist ihr Erwerb und Nutzung legal, aber nicht legitim. Diese Zeit der legalen Zerstörung kann man mit Hilfe des Unterschieds von Legalität und Legitimität „überbrücken“. Diesen Unterschied gilt es offensiv in den gesellschaftlichen Diskurs einzuführen und damit die Bürger auch ethisch  zu stärken. 
  2184. Ich kenne inzwischen viele Menschen, unabhängig von Schicht und Bildung, deren Denken, Gefühle und Handeln fast ausschließlich von der Suche nach der preislich  günstigsten Möglichkeit  des Konsums und nach Sinnerfüllung durch Unterhaltungsmedien bestimmt wird. Das hat längst die Dimension der Selbsterhaltung überschritten. 
  2185. These: Die Prophezeiungen von Rachel Carsons „Silent Spring“ und die Aktionen gegen das Baumsterben in den Achtzigern sind deshalb nicht eingetreten, weil erst nach den Protesten  dagegen etwas getan wurde. Es war also kein blinder Alarm.
  2186. Fortschritt? „The automated Japanese restaurant without waiters” oder  “New glasses translate as you read” (BBC).
  2187. Sie müssen neben ihren Beruf auch noch so eine Art Zwischenhändler sein. Der Paketdienst kommt täglich mehrmals.
  2188. „Ich lese keine Blogs, ich liebe das Leben“ (Zaz, die übrigens keinen Fernseher hat.).
  2189. Frage: Warum heißt Strom, der nicht aus AKWs, sondern z. B. aus Kohlekraftwerken stammt, Ökostrom
  2190. Der Ausdruck „zeitgemäß“ ist die generelle Kapitulation gegenüber jedem technischen Gerät, das auf den Markt kommt.  
  2191. Über die psychische Kategorie der Bequemlichkeit schafft sich der Mensch selbst ab.
  2192. Statt von repressiver oder  befreiender Toleranz, spreche ich lieber von  reflexiver Toleranz, weil in bestimmten Situation Toleranz auch falsch sein kann, nämlich dann, wenn man sich bei Unrecht wegduckt, tolerant ist gegen Willkür oder nicht die negativen Aspekte von Waren, Handlungen, Situationen bedenkt.  Reflexiv heißt hier einhalten und noch einmal überprüfen. Diese Haltung sollten zumindest wir aus der Geschichte gelernt haben.
  2193. Ethik verengt  sich heute auf rationale Kaufentscheidungen.
  2194. Natürlich kann jemand in dieser materiellen Konsumwelt ohne die Anerkennung und Berücksichtigung eines Seins existieren, aber zu welchem Preis!
  2195. Nestroy blieb es laut Karl Kraus erspart, die respektlose Intelligenz zu erleben, die da weiß, dass die Technik wichtiger sei als die Schönheit.
  2196. Gerechtigkeit gilt nicht nur zwischen Menschen, sondern gegenüber allen Lebewesen.
  2197. „Die aussterbenden Bäume, Löcher im Himmelsgewölbe, die heillos werdende Luft und die vergifteten Wasser der Erde, alles erleichterte es, deutlicher als frühere Generationen die Lage zu sehen, den Aufstieg der eigenen Art aus dem Tierreich zu beklagen ob der Möglichkeit, den Planeten aus den Angeln zu sprengen. Der Erdenkloß brauchte, um weiterhin leben zu wollen, viel zärtliche Demut, ein gerüttelt Maß wahnsinniger Zuneigung für seine arme absterbende Welt“ (Sarah Kirsch, Allerlei – Rauh, S. 99).
  2198. Bildung kann man nicht kaufen und auch nicht geschenkt  bekommen. Bildung kann man weder  implantieren noch über Tabletten erzeugen.  Nur die Bedingungen des Erwerbs in Form von Medien, Zeit, Einrichtungen usw. Danach  hören die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Hilfe auf. Im Kern kann  allein das lernende Subjekt den zumeist anstrengenden Prozess der Bildungsaneignung  übernehmen.  Diese Seite wird in der öffentlichen Diskussion zumeist unterschlagen.
  2199. Zwischen vita activa und vita contemplativa gibt es leider noch eine vita passiva, ein  uneigentliches, weil gekauftes Leben. Diese vita passiva verdrängt zunehmend die beiden erst genannten Lebensformen.
  2200. Nestroy blieb es laut Karl Kraus erspart, die respektlose Intelligenz zu erleben, die da weiß, dass die Technik wichtiger sei als die Schönheit.
  2201. Das Internet ist nicht das Reich der Freiheit, der Fortschritt in der Bildbearbeitung lässt den Schönheitssinn abstumpfen und der schöpferische Mensch muss einsam leben (Jonathan Franzen).
  2202. Nach Aussagen der Hirnforscher setzt Abwechslung körpereigene Stoffe frei, die Menschen glücklich machen. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen, aber es genügt nicht, einen anderen Fernsehsender einzuschalten oder eine andere Autobahn zu befahren.
  2203. In vielen Städten veröden die Innenstädte, während die Einkaufszentren an den Stadträndern ständig größer werden. So groß, dass es in nicht ferner Zukunft notwendig wird, die Rathäuser, Verwaltungen und  Dienstleistungen  dorthin zu verlegen.
  2204. Heimat ist immer  konkret, während Volk und Nation  mehr oder weniger abstrakte Konstruktionen sind. Deswegen hat Heimat für jeden oft einen anderen Horizont, andere Strukturen und andere Inhalte.
  2205. Die objektiv Wissenschaftssprache und ihre heutigen Transformationen in Schwundformen der Alltagssprache  macht uns zu Fremden. Diese Sprache lenkt uns von uns weg, macht das Subjektive und Seelische fast inexistent. Mit den Worten Hölderlins :  „Wir haben die Sprache in der Fremde verloren“. Die  Fremde ist heute die  Konsum-Medienwelt, die von Preisen und Kosten dominiert wird.
  2206. Wir müssen endlich im Horizont des Klimawandels individuell und kollektiv die Frage stellen "Was wird gebraucht, was nicht?"
  2207. Das Kapital ist ein unerbittlicher Vollstrecker.
  2208. Es gibt einen  reflektierten Konservativismus, der für bestimmte Bereiche angebracht  is,  und einen dummen Konservatismus, der inakzeptabel ist.
  2209. Ich grüße eine Frau auf dem Spazierweg. Sie guckt mich einen Augenblick verdutzt an und sagt, dass seit Jahren kein Fremder sie mehr freundlich gegrüßt hätte. Ich sehe darin ein Merkmal der Zeit: Wenn man so weit gekommen ist, Menschen nicht als Menschen, sondern diese als Dinge zu sehen, dann verschwindet das spezifisch Menschliche, nämlich Wärme,  aus Kommunikation und Interaktion. Dingen dankt man nicht.
  2210. In der Zivilisationskritik des beginnenden zwangzigsten Jahrhunderts galt bei vielen Denkern die Stadt als Ort vollkommener Entfremdung. Dem war nicht so. Zwar fehlte der Stadt Natur, aber nicht Leben, allerdings „nur“ menschliches Leben: Menschen trafen  auf Menschen. Im Zeitalter der elektronischen Medien und des Individualverkehrs finden zunehmend Treffen zwischen Menschen und Dingen statt. Die Beziehung verdinglichen auf dem einen Pol. Die Stadt im klasischen Sinne hat offensichtlich keine Zukunft. 
  2211. „Die CDU sei die Partei der ökonomischen Vernunft“ (FAZ), wohl wahr, aber eben oft nicht der ökologischen Vernunft.

  2212. Wenn man früher einsam war, konnte man zumindest in  eine der vielen Eckkneipen oder in ein Dorfgasthaus gehen. Dort traf man immer auf Menschen. Heute bleibt man zu Hause und setzt sich vor den Fernseher oder fährt mit dem Auto umher.

  2213. Modern sein heißt nicht, immer die neuesten Waren zu haben, sondern die Fähigkeit zu entwickeln, auswählen zu können.

  2214. Mehrheiten entscheiden in der Demokratie, aber die Mehrheitsentscheidung ist nicht immer die wahre oder richtige. Der Diskurs muss dann weitergehen.

  2215. Warum wird der Motor nicht als ein großer Problemverursacher diskutiert? Eine Vermutung: Mensch und Motor gehen tendenziell ununterscheidbar in einer Symbiose auf.  Motoren führen  nicht nur zunehmend äußere menschliche Tätigkeiten aus, sondern auch innere Prozesse werden durch Motore angetrieben. Wenn das Herz als Motor des Lebens bezeichnet wird (so in FAZ v. 19. 9. 13), ergibt sich aus dieser Gleichsetzung fast zwingend ein Kritiktabu gegenüber Motoren, denn ein Herz kritisiert man nicht. 
  2216. Das Hauptthema der Grünen im Wahlkampf 2013 war Gerechtigkeit, das Kernthema Ökologie wurde vernachlässigt. Aber selbst die vernachlässigte Energiepolitik deckt bei weitem nicht die Position der politischen Ökologie ab. Viele Grüne haben nicht die Potenz der Politischen Ökologie, um überhaupt Zukunft und Humanität zu ermöglichen erkannt bzw. zum Zentrum ihre politischen Aussagen gemacht.  
  2217. Politische Ökologie ist nicht rückwärtsgewandt, sie fühlt sich der Modernität verpflichtet, aber sie will eine andere Modernität:  So eine andere Verkehrspolitik, Förderung der Eigenbewegung, kritische Medienbejahung,  Regionalismus, aber keinen Nationalismus, global denken, lokal handeln, Unterstützung von lebensfördernden  Traditionen, Kritik von unnötigen Motoreneinsatz, Schutz der Natur und des Lebens. 
  2218. Es geht um einen  gesunden Lebensstil, der kein  Existieren im Konsum ist.
  2219. Gegen die Dominanz der Events muß man ein kulturelles Immunsystem entwickeln.
  2220. Wir verdinglichen zunehmend das Leben. 
  2221. Die Gefahr der Vereinfachung besteht in der Übervereinfachung (so auch Überbequemlichkeit usw.).
  2222. Wir bedürfen der Mnemosyne, der  Erinnerung und der Erfahrungen, wenn wir befreit und befeiend  denken und urteilen wollen.
  2223. Individuelle und kollektive Opposition, wenn notwendig, aber kein Selbstzweck.
  2224. Was bei den Römern Brot und Spiele bedeuteten, sind heute Benzin und Unterhaltungsmedien.
  2225. Devise: Nicht verbieten und vorschreiben, sondern in aller Deutlichkeit die Widersprüche und Idiotien der Gegenwart benennen. 
  2226. Im Alltag übernehmen zunehmend  Motore menschliche Bewegungen, entsprechend  intensiv werden sportliche Leistungen zelebriert, sei es als aktiver Sportler oder als passive Mediensportler.
  2227. Es ist schon erstaunlich: die Biologie, die Lehre vom Leben und die Naturwissenschaften überhaupt haben wenig oder nichts mit dem Leben an sich zu tun. Sie haben primär nur das tote  Leben zum Thema. Sie richten es so her, dass empirisch-positivistische Methoden angewendet werden können.  Auch  die reine Beobachtung gelangt nicht ans Leben, da sie immer nur äußerlich ist.  Übrigens geht es nie um das individuelle Tier oder Pflanze, sondern immer um die Art oder um höhere Abstraktionen.
  2228. Das unterstützenswerte Anliegen, autonom zu sein und selbst Verantwortung  für sein Leben  zu übernehmen, kann man als konservativ bezeichnen. Allerdings bezieht sich diese Selbstverpflichtung bei Konservativen nur auf das Bezahlenkönnen. Wenn etwas bezahlt ist, ist Autonomie kein Thema  mehr. So wird problem- und widerstandslos die Eigenbewegung zugunsten motorenbetriebener Fortbewegung aufgegeben. Noch schlimmer: Der Verlust der hier stattfindenden Autonomie wird nicht einmal bemerkt, ja als Fortschritt interpretiert. 
  2229. Ich erweitere den Begriff der Autonomie, indem ich ihn auch auf  körperliche und geistige  Fähigkeiten beziehe, die jenseits von pragmatischen Zielen liegen und existenziellen Sinn und Bedeutung haben.   
  2230. Der aufrechte Gang ist in der Gegenwart weder wortwörtlich noch als Metapher für geistige Autonomie ein Thema. 
  2231. Immer weniger erkennen wir uns in  eigenen Taten wieder: auf den Knopf des Fernsehers oder auf das Gaspedal drücken, Wischen und „Touchen“ sind keine Werke. Das zu denken, ist der von der Werbung und dem rationalisierenden Gewissen geförderter Irrtum.  Selbstbewusstsein hat die Bedeutung a) seiner selbst und b) von Ich-Stärke. Das Anschauen von eigenen Werken stärkt das Selbstbewusstsein im Sinne der Ich-Stärke.
  2232. „Wir haben die Sprache in der Fremde verloren“(Hölderlin). Die  Fremde ist heute die  Konsum-Medienwelt.
  2233. Erfahrene Heimat ist konkret.  Deswegen hat Heimat für jeden oft einen anderen Horizont, andere Strukturen und andere Inhalte.  Volk und Nation dagegen sind abstrakte Konstruktionen. Heimat  entsteht nur durch Originalerfahrungen, ansonsten sind es Ideologien.
  2234. Der Preis ist nicht das Ding.
  2235. Unsere Zeit mag nicht philosophisch, sondern nur noch pragmatisch denken. Sie denkt eindimensional.
  2236. Für die moderne Philosophie und Wissenschaft ist  die Abstraktion, besonders als mathematische, die eigentliche Wahrheit. Das Konkrete  und die eigene Anschauung haben nicht den Status der Wahrheit, sie gelten als „subjektiv“.  Auch die moderne Existenzweise wird immer abstrakter und damit nach dieser Auffassung wahrer. Eigenbewegung, Originalbegegnungen, Augenblicke, direkte Gespräche verlieren zunehmend an Wert und Bedeutung. 
  2237. Die in der Originalbegegnung gemachten Wahrnehmungen und Anschauunngen sind  primär. Stehende und laufende Bilder sind objektivierte Anschauungen bzw.sekundäre Anschauungen. Wir leben zunehmend in einer Bilderwelt.
  2238. Wir müssen das Dorf neu definieren. Nicht die Landschaften und die Dörfer müssen sich in ihrem Wesen ändern, sondern die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen, die dort leben wollen.
  2239. Beim „normalen“ Fernsehen, Illustrierte durchblättern, Autofahren, Shopping usw. reduziert sich der Mensch bzw. Fähigkeiten auf ein Minimum. Körperlich ist er fast bewegungslos und sein geistigen Tätigkeiten beschränken sich  auf die Aktivierung von Gewohnheitsmustern, wobe die die  Wahrnehmungen  allein dem Kurzzeitgedächtnis zugeführt werden.
  2240. Nachhaltigkeit ist untrennbar verknüpft mit „intergenerationeller Gerechtigkeit“.
  2241. Vieles bleibt im Alltagsbewusstsein unbemerkt, weil zu ihrer Erkenntnis es der Distanz und der Zeit bedarf.  Distanz gibt es aber immer weniger. Langeweile, als Auslöser von kritischen  Reflexionen, wird sofort durch Medieneinsatz bekämpft.
  2242. „The Blues Accordin' to Lightnin' Hopkins“ in Youtube gibt das wieder, was Menschen einander geben können. Das mag eine Idealisierung  und vielleicht auch eine einseitige Fokussierung sein, aber es ist ein Gegenbeispiel für die zunehmende Entmenschlichung (wortwörtlich!) gesellschaftlicher Prozesse – denke ich.
  2243. Horizonte werden durch sinnliche Erfahrungen, durch  geistige Erkenntnisse oder durch Phantasien gebildet. Natürlich wird grundsätzlich durch ein autofreies Leben der sinnliche Erfahrungshorizont kleiner, aber dafür sicherlich auch komplexer und intensiver. Auch denke ich, dass die Möglichkeiten der geistigen Horizonterweiterung sich wesentlich vergrößern. Immerhin ist Kant nie über fünfunddreißig Kilometer über Königsberg hinaus gekommen.
  2244. In die existentielle Langeweile stößt die Bewusstseinsindustrie. Nur wenige können sich  ihr entziehen. Sie zu kritisieren gilt als altmodisch, rückwärtsgewandt, reaktionär.
  2245. Wer behauptet,er sei Naturliebhaber, weil er mindestens einmal in der Woche seinen Rasen mit einem Motorasenmäher traktiert, muss noch einmal über den Begriff Naturliebhaber nachdenken.
  2246. Genau besehen ist jedes Leben eindimensional, deswegen kommt alles auf den Unterschied an.
  2247. Im gegenwärtigen Alltagsdenken dominiert eindeutig die Logik des Kapitals und der Waren.  Es gilt, dagegen die Logik des Lebens zu stärken.
  2248. Technische Lösungen als Antwort auf Probleme sind in, Verhaltensänderungen als Antwort auf Probleme sind out.
  2249. Wer bestimmte Waren kritisiert, kritisiert automatisch die Käufer dieser Waren – und das kommt nie gut an.
  2250. Arbeit ist Arbeit, auch wenn es keine Lohnarbeit ist.
  2251. Vermutung: Nicht der Mensch, sondern die von ihm hergestellten Dinge üben zunehmend die Herrschaft über ihn aus. Wenn man das nicht will, muss man auf bestimmte Dinge verzichten. 
  2252. Das Konzept des autonomen, selbstmächtigen Subjekts  ist auch nicht als gedachtes Konstrukt mehr haltbar. Um diesen Zustand zu erreichen, muss neu begonnen werden - nämlich mit Eigenbewegung.
  2253. Wenn ein Ding als Ware erworben wurde und im Bewusstsein eine Ware bleibt, verliert es seine spezifische Dingcharakteristik. 
  2254. Moderner Liberalismus: Freiheit für die Waren, auch wenn die Menschen faktisch dadurch unfrei werden.
  2255. Im Kapitalismus (hier nur beschreibend gemeint) werden immer mehr Dinge real, aber noch mehr im Bewusstsein zu Waren: Die Dingwelt wird zu einer Warenwelt. Nur noch selten  haben Dinge und Menschen gemeinsam die Kraft, Dinge als Dinge wirken zu lassen, so als ein zustimmendes  Lächeln, als ein austauschendes  Gespräch, als eine helfende Hand eines Fremden im Zug beim Aussteigen, als ein formvollendetes Möbelstück, als eine hüpfende Amsel, als ein Blick in eine intakte Naturlandschaft, als das Spüren der bejahenden Körperkraft beim Gehen. Meine gesamten theoretischen und praktischen Bemühungen bestehen darin, mich und Mitmenschen dazu zu bringen, die dominierende Erscheinungsform der Dinge als  Waren und die  damit einhergehenden Verluste  zu erkennen und zumindest in Teilen rückgängig zu machen.
  2256. Wir bestimmen Dinge, aber Dinge bestimmen auch uns. Der jeweilige Bestimmungsgrad kann je nach Situation sehr verschieden sein: Während der Autofahrt bestimmt das Ding „Auto“ weitgehend den Prozeß. Beim Wandern bestimmt nach der Zielentscheidung das Ding „Weg“ auf Makroebene  den Ablauf, im Mikrobereich der Wanderer. Grundsätzlich gilt es einzusehen, dass die Dinge um uns weit mächtiger sind als wir denken. Unser Leben ist be-dingt.
  2257. Die Existenz der jetzt noch bestehende Natur hängt allein vom Willen der Menschen ab. Wir müssen uns deshalb mehr den Naturdingen anpassen, nicht so sehr den neu auf den Markt kommenden Artefakten.
  2258. Wir müssen uns selbst in die Frage stellen, d. h. oft uns selbst als ein Teil des Problems sehen.
  2259. Über Doping will man ohne Anstrengung Erfolge haben, die man selbst nicht realisieren will oder kann. Gesellschaftlich akzeptierte, ja geförderte Formen des Dopings  gehören der Zukunft:  Medikamente,  Wellness, expansiver Motoreneinsatz gehen in diese Richtung. Wir leben bereits in einer Doping-Gesellschaft. Vielleicht ist der Sport sogar der  dopingfreieste gesellschaftliche Bereich. 
  2260. Es gibt sinnvolle und nichtsinnvolle Forderungen nach Veränderungen. Heute werden nur die Veränderungen akzeptiert, die bestehende Wünsche  verstärken. 
  2261. Hinter unserer Siedlung läuft ein naturnaher  Bach mit einem ruhigen Spazierweg. Bewohner der anliegenden Straße habe ich dort noch nie gesehen, es sei denn, sie haben einen Hund. Warum ist das so? Ich  vermute, dass hängt damit zusammen, dass für diesen Weg keine Werbung  gemacht wird., so dass er schlicht in ihrem Bewusstsein nicht vorhanden ist. 
  2262. Ein Plädoyer für Grenzen: Das   grundsätzliche Aufgeben jeglicher Grenzen und damit  Dualismen wäre das Ende der Kultur und der Menschen - wohl wissend, dass Grenzen immer eine geistige Setzung sind. 
  2263. Die geistige Hauptbeschäftigung des zeitgemäßen Konsumbürgers – und das sind inzwischen die meisten Bürger – besteht im Herausfinden von Preisen und  diese zu vergleichen, um das billigste Angebot zu bestimmen. Dieses Bestimmen läuft quasi automatisch ab, ist also keine wirkliche Entscheidung mit einer Unsicherheitsdimension, erfordert kein Denken. 
  2264. Das Dasein grundiert zumindest als Möglichkeit in Freiheit, die durch innere und äußere Bedingungen vereitelt werden kann. Diese Aussage  richtet sich gegen Auffassung, gesellschaftliche Prozesse als naturwüchsig zu nehmen und zwangsweise Anpassung zu fordern.
  2265. „Mach nicht den Fehler und leb zu lang. Oder du müsstest ertragen, dass die Welt, die du liebst, mein Kind, sich von dir abdreht …“ (Erhard Kästner). Ist das die einzige Möglichkeit? Widerstand, eine andere?   
  2266. Hegels Kunsttheorie besagt u. a., dass ein bestimmter Kunststil (z. B. Barock)  nur solange en voque ist, bis alle Möglichkeiten dieses Stils durchbuchstabiert wurden. Danach wird zwangsweise ein neuer Still, der auf anderen Prinzipien beruht, gefunden  und  durchsetzt. Das gilt mit ziemlicher Sicherheit für alle Erfahrungsgebiete. So vermute ich, dass das Zeitalter der Warenwelt für immer mehr Menschen seine Möglichkeiten ausgeschöpft hat, so dass hier nichts substantiell Neues mehr erscheinen kann. Das gilt auch für Reise, denn „man“ kennt inzwischen die ganze Welt, zumindest die großen Flughäfen. Welcher „Stil“ bricht nun an? Eigenbewegung? Reise ins Innere? Hin zum sozialen Engagement?
  2267. Die unaufhaltbare Entwicklung von E-Bikes führt letztlich zu einer unbemerkten  Umwandlung vom Fahrrad zum Motorrad. E-Bikes und oft Motorennutzung  funktionieren nach der Weise von Dopingmittel: man bemerkt nicht bzw. will nicht bemerken, dass Eigenenergie durch Fremdenergie ersetzt wird. 
  2268. Zeitgemäßes Leben: Wenn sein oder ihr Auto  vor der Tür steht,  ist  er oder sie   mit Sicherheit  zu Hause. Wenn der Fernseher nicht läuft, sind beide mit Sicherheit nicht zu Hause.
  2269. Ich finde den Begriff Warenwelt informativer als den der Konsumwelt, denn in dem Begriff  Warenwelt ist schon Entfremdung implizite enthalten.
  2270. Es gibt ein Computerspiel, bei dem man eine bewaldete Landschaft allmählich bebaut, indem man Straßen über das Land zieht und Areale erschließt für Wohnsiedlungen, Geschäftsviertel und Schwerindustrie. Dann wachsen ganz von allein Gebäude und Fabriken aus dem Boden, wie es im Wald die Pilze tun, und in die Häuser ziehen nach und nach Menschen ein, die prompt nach einer besseren Infrastruktur verlangen. Und jedes Mal, wenn man einen der Wünsche erfüllt hat, kommen drei neue hinzu, bis irgendwann alle Flächen bebaut sind und alle Häuser bis in den Himmel reichen (aus einem Artikel in der FAZ zu einer Ausstellung von Robert Adams´ Fotografien).  Aber das ist nicht nur nur ein Spiel, sondern universelle Realität.
  2271. Die traditionelle Mehrwertkritik marxscher Prägung erklärt nicht mehr viel. Deswegen brauchen wir eine Wertekritik. Meine Frage ist, ob das einer neuen Theorie bedarf, oder kann man sie auch von Marx ableiten.
  2272. Der Konsummensch leidet an den Folgen des eigenen Tuns, ist aber im Gefängnis der Vorstellung vom „Normalen“ und angeblicher Alternativlosigkeit gefangen (Galow-Bergemann).
  2273. Das verdrängte hochexplosive Zerstörungsmaterial im Alltagshandeln.
  2274. Das menschliche Maß als Begrenzung, aber  auch als Ziel des Denkens und Tuns, ist offensichtlich aus unserem Bewusstseinshorizont verschwunden. 
  2275. Weil wir nicht wissen, was Leben ist, verpassen wir es so oft.
  2276. Ökologische Politik ist im Kern Motorenkritik, um einen  verträglichen Einsatzes im Interesse des Menschen und der Natur zu ermöglichen.  Die Grünen müassen aufpassen, dieses Ziel nicht gänzlich aus den Augen zu verlieren.
  2277. Die Schönheit einer Kultur verschiedener Herkünfte. 
  2278. Der Mensch ist weltbildend. Aber was bildet er? Das ist eine wichtige, vielleicht die wichtigste Frage.
  2279. Fernsehen ist  je nach Größe des Bildschirms real Nahsehen
  2280. Das Unverfügbare wird dem modernen Menschen schnell zu einem Nichts.
  2281. In der atomisiert-abstrakten Kommunikation  bleibt der sichtbare Konsum die einzige Möglichkeit, sich visuell dazustellen wie über Autos und Kleidung. Diese Seh-Haltung wird durch den Fernsehkonsum gesteigert.
  2282. Nach dem erfolgreichen Geschäft der Selbsterhaltung entsteht nach Schopenhauer Langeweile, die nicht durch ständigen Warenkonsum beseitigt wird. 
  2283. Wahrscheinlich lässt sich nur  durch (philosophische) Reflexion das Konsum-Gefängnis überwinden.
  2284. Es lauert die Gefahr, dass der philosophische Materialismus zum konsumptiven Matrialismus verkommt. 
  2285. Ich weiß auch nicht mit Sicherheit, wie man für sich sinnvoll mit dem Existenzproblem umgehen soll, aber ich bin sicher, dass ständiger materieller Konsum als Lebensmittelpunkt und Lebensziel keine Lösung ist.  
  2286. Der Begriff Fortschritt verengt sich auf ökonomisch-technologischen. Der Grad der Motorisierung und Mediatisierung nimmt ständig zu, während das geistig-seelische Wachstum der Bürger und der Bereich anspruchsvoller Kultur  entsprechend rasant zurückgeht.
  2287. These: Wenn ein Land, eine Region oder auch ein kleiner Privatbesitz keinen Bereich der Wildnis mehr hat, tritt Verarmung ein. Wildnis hier als Reales,  aber auch als Metapher für offene Zukunft, für das Unbezwungene, für gedachte und ungedachte Möglichkeiten, für Chaos genommen.
  2288. Auch in der digitalen Ausspähaffäre zeigt sich die Theorie der Eigenbewegung als umfassende, erklärende und greifende  Alternative. 
  2289. Der Mensch mit seinen Fähigkeiten  ist durch den universellen Einsatz von Motoren in eine Art künstliches Koma versetzt worden. Die Motoren enteigenen den Menschen von seinen Fähigkeiten. 
  2290. Ich will keine intelligenten Objekte, sondern ich will meine Intelligenz fördern. 
  2291. Lösung: Den Einsatz von Motoren selektiv gezielt  zurückschrauben, um Zukunft zu ermöglichen.
  2292. Der Unterschied zwischen Lemmingen und Menschen? Die Lemminge stürzen sich wahrscheinlich ohne Bewusstsein in den Abgrund, die Menschen voller Bewusstsein. Die Menschheit kann nicht für in Anspruch nehmen „Denn sie wissen nicht, was sie tun“.
  2293. "Kommerzialisierung geschieht nicht gegen die Wünsche der Bürger; sie wollen es so" (Evgeny Morozov).
  2294. Dem vom Warenkonsum konditionierte Mensch ist es nicht möglich, sich eine Welt jenseits der Konsumwelt auch nur vorzustellen.
  2295. Wenn ich Brot im Internet  bestelle, bin ich ein elektronisch gespeichertes Datum, wenn ich es  im Bäckerladen kaufe, bin ich es  nicht.
  2296. Die Nachfrage nach Energie nimmt weltweit ständig zu. Traditionelle und neue Technologien der Energiegewinnung quetschen die Erde wie wir eine Zitronenscheibe bis auf den letzten aus. Wann beginnen wir, unsere auf Motoren begründete Lebensweise zu ändern?
  2297. Der unkritische Einsatz von Motoren in jeder Situation verursacht insbesondere das ökologische Problem. Motoreneinsatz ist auf allen Ebenen das Tabuthema der Gegenwart schlechthin und bildet eine absolute Grenze der Kritik, die  von allen Parteien und Einrichtungen  ohne jegliche Einschränkungen  beachtet wird.
  2298. Immer mehr Menschen werden weltweit höchst effizient dazu gebracht, eigene Fähigkeiten an Motoren aller Art abzugeben. Das geschieht ohne Ausbildungsprozesse und ohne jeglichen Zwang.  
  2299. Glücklich die Stadt, deren Bürger ausschließlich  in den Geschäften ihrer Stadt kaufen.
  2300. Das Streben nach der  Verabsolutierung des Zustandes der Wellness ist der Abschied von menschlichen Möglichkeiten und von jeglicher  Kultur.
  2301. Die vorzeitige Versteifung der Körpers und Stilllegung des kritischen Geistes durch drastische Einschränkungen von körperlichen und geistigen Bewegungen wird durch sportlich-grelles Outfit, schnelle Autos, mechanisch-laute Musik undFernreisen kaschiert.
  2302. Das Streben nach der  Verabsolutierung des Zustandes der Wellness ist der Abschied von menschlichen Möglichkeiten und von jeglicher  Kultur.
  2303. Wird das Argument „Erhaltung von Arbeitsplätzen“ ein absolutes, sterben Natur, Kultur, Ethik, Schönheit und die Möglichkeit  eines guten Lebens
  2304. Um zu durchschauen, dass der Navigator dumm macht, muß man über kritische Intelligenz verfügen.
  2305. Der zeitgemäße Konsumbürger ist eindimensional, d. h. alle seine Gedanken und Werte sind aus der Konsumwelt. Das kann u. U.  sehr  komplex und deswegen spezifisch anspruchsvoll sein.
  2306. Im Rasenfetischismus sind noch Spuren faschistischen Denkens und Fühlens enthalten.
  2307. Zur Ausspähung: Wenn ich Brot im Internet bestelle, wird diese Handlung mein Datum,. wenn ich es anonym im Bäckerladen kaufe nicht
  2308. Die Einbildungskraft, die in jeder Wahrnehmung lauert, wird a) in unserer von der instrumentellen Vernunft beherrschten Vernunft ständig unterdrückt und b) durch die Medien der Unterhaltungsindustrie überflüssig gemacht.
  2309. Ich will mich nicht über technische Geräte  und Waren definieren.
  2310. "Uns fehlt die Kultur des Glücks" (Swetlana Alexijewitsch).
  2311. Anzeichen? „Allerdings bemerke ich neuerdings, dass die Glamour-Mode abflaut. Den Erfolgreichen reichen der Mercedes und die Villa nicht mehr, sie interessieren sich für Politik, sogar für die moralisierenden Sechziger, die sie früher verachtet haben“ (Swetlana Alexijewitsch, Friedenspreis 2013).
  2312. Nach drei Wochen Abwesenheit kann man sagen, unser Garten sei  unverletzt.
  2313. Das Unverfügbare wird dem konsumorientierten  Menschen schnell zu einem Nichts.
  2314. Auf Macht folgt immer Ohnmacht.
  2315. "Die Wirtschaft ist der Prozess zunehmender Verschuldung unter dem Anschein der Vermehrung des Reichtums und im Glauben daran" (Friedhelm Schneider).
  2316. Ich bin sprachlich und sachlich  immun gegenüber Superlativen. Worin liegt denn ihr Wert? 
  2317. Im Radio höre ich die Pastorale, auf einem anderen Sender wird gerade das Formel-1-Rennen übertragen. Da behauptet  noch einer, es gäbe keine Hochkultur.
  2318. Fortschritt mit gegenwärtig vorherrschenden  Inhalten ist der Name für das "Wegfahren", nicht  Weggang aus dem Leben.
  2319. Vielleicht muss man den Badeurlaub als Inbegriff des gelungenen Sommerurlaubs kritisch hinterfragen.
  2320. Ich akzeptiere und unterstütze im Bereich  der motorisierten Mobilität öffentliche Verkehrsmittel, weil sie weniger umweltbelastend sind und  soziale Erfahrungen ermöglichen. 
  2321. Aufgabe der Bildung: dem Lernenden Flügel zu verschaffen (Wilhelm Lehmann). Das Motto: Du kannst mehr, als du denkst. (B. Maaßen).
  2322. Das Unverfügbare wird dem modernen Menschen schnell zu einem Nichts.
  2323. In der Gegenwart sterben nicht nur pflanzliche und tiereisch Arten in nicht bisher gekannter Geschwindigkeit aus, sondern auch wichtige Formen der sozialen Begegnung.
  2324. Kino im Kopf: Du musst schon Deinen eigenen Film drehen, wenn auch nicht im Studio, zumindest doch  in Deinem Kopf. Alles andere ist Leben aus zweiter Hand, wenn überhaupt.
  2325. Die Schönheit und die Stille kommen zunehmend unter die motorisierten Räder.
  2326. Die „wirkliche Wirklichkeit“ ist das Ziel meiner Bemühunge, aber auch sie ist  kein Paradies,und sie ist sehr schwer zu bestimmen. Mehr Klarheit entsteht im Vergleich.
  2327. Die grundlegende und bestimmende Struktur der gegenwärtigen Gesellschaft, ihre Motorisierung, und die daraus sich ergebenden zerstörerischen Folgen dürfen nicht in den herrschenden Medien diagnostiziert und benannt werden. Ihr Argument, dass sei zu abstrakt.
  2328. Der Konsumbürger ist der heutige allgemein anerkannte ethische Typus.
  2329. In der Eigenbewegung bin ich ein autonomer Einzelner, im  Auto Teil einer technologischen Struktur.
  2330. Nach Odo Marquard sind bei Aristoteles die Begriffe praktisch und politisch identisch. Das denke ich auch. 
  2331. Gedacht wird nur noch innerhalb der Konsumwelt. 
  2332. Ich brauche keine Großstadien, auch keine Events, kein Auto und schon längst kein SUV. Diese Liste lässt sich problemlos verlängern.
  2333. Bundesbildungsmisterin  Johanna Wanka: "Die Frage ist nicht, ob wir wirtschaftliches Wachstum brauchen. Sondern wie dieses Wachstum aussehen muss. Wachstum ist ja kein Selbstzweck. Immer höher, immer schneller, immer weiter - einfach nur das Bruttosozialprodukt steigern - das reicht nicht. Das wissen wir, seitdem der Club of Rome vor 40 Jahren seinen berühmten Bericht von den "Grenzen des Wachstums" vorgelegt hat. Längst ist klar: Wachstum muss auch ökologische, kulturelle und soziale Aspekte umfassen. Es muss im Einklang stehen mit Umwelt und Gesellschaft. Wir brauchen eine gerechte Wirtschaftsordnung, die es allen Menschen ermöglicht, an Entwicklung und Wohlstand teilzuhaben, eine Wirtschaftsordnung, die nicht auf Kosten der künftigen Generationen geht. Kurzum: Wir brauchen ein Wachstum, das nachhaltig ist." Sicherlich gute Formulierungen, aber sie verlassen nicht das Ideen-Gefängnis des Wachstums.
  2334. Vermehrten wirtschaftlichen Output als Wachstum zu bezeichnen, ist ideologisch, denn für biologisches Wachstum sind Grenzen konstituierend.  
  2335. Es ist sinnvoll,  aus pragmatischen Gründen unter gegebenen Bedingungen  ökologische Nischenpolitik zu betreiben, aber diese Nischen als naturwüchsig zu internalisieren, ist unverantwortlich.
  2336. Dinge haben für zeitgemäße Menschen nur Sinn, insofern sie für sie nützlich sind. Dingen wird kein Eigensinn und Selbstzweck zugestanden. 
  2337. Warum kann der Mensch keinen Flecken auf Erden mehr sich selbst überlassen?
  2338. Die Kategorie des Lebens ist häufig eine Entscheidungshilfe. Das Phänomen Leben ist sehr schwer, wenn nicht unmöglich auf den Begriff zu bringen. Aber wir fühlen sehr genau, ob eine Situation lebendig ist oder nicht. Bewege ich mich selbst, bin ich im prallen Leben.
  2339. Ein Appell an die kleineren Parteien: In Bezug auf das Auto haben die großen Parteien und die großen  Zeitungsverlage  sich offensichtlich auf die Losung „Ja zum Fahrrad, aber keine Kritik des Autos und Individualverkehrs“ (hier genitivus obiectivus, denn faktisch herrscht der genitivus subiectivus) geeinigt.  Dass aber in der Verkehrspolitik eine Alternative sicht- und wirksam wird, zeigt z. B. ein Blick in die Homepage von „autofrei leben“. Wir müssen unsere Stadt menschengerecht, nicht autogerecht machen. Habt Mut und übernehmt diese Forderung.  
  2340. Eigenbewegung findet in der Lebenswelt, Fremdbewegung in der motorisierten Technikwelt statt.
  2341. Heute ist ein autonomes Leben  ohne Widerstand gegen bestimmte Konsumimperative nicht möglich.
  2342. Entwicklung in die richtige Richtung: Wohnhäuser dürfen nicht an Straßen stehen.
  2343. Ein eigenes Leben zu führen ohne Widerstand gegen die Konsumimpulse, ist nicht möglich.
  2344. Autobahnen und Hochgeschwindigkeitstrassen, von Flugzeugen ganz zu schweigen, machen aus  kulturellen  Landschaften Transiträume. Transiträume entstehen real durch entsprechende "Umbauten", aber auch im Bewusstsein. So  die 

    Landschaften zwischen Nordsee und Bayern, zwischen Paris und Mittelmeer – fast menschen- und geschichtslos im kollektiven Bewusstsein.

  2345. Aber es bilden sich Widersprüche, wenn man hochtechnische Infrastrukturen und andererseits traditionelle Siedlungen und Landschaften zugleich haben will.
  2346. Das Leben des Menschen besteht darin,  die  innen und außen wirksame Schwerkraft zu überwinden. Das, was bei dieser Überwindung im Überwinder entsteht, macht ihn aus. Durch Nichtstun und Bequemlichkeit entsteht nahezu nichts.
  2347. Die treffendste Bezeichnung für die Gegenwart: Wir leben in einem  motorisierten Zeitalter.
  2348. Wenn du nicht selbst für dich entscheidest, tun es andere Menschen oder Mächte.
  2349. Offensichtlich ist unser Garten ein Rückzugsgebiet für Mauwürfe, denn kein Tag vergeht,  ohne dass in unserem Garten neue Hügel entstehen. Zwar bin ich  kein Maulwurfliebhaber, aber es käme mir nie in den Sinn, sie zu vergrämen, denn wohin sollten sie?  Gleiches gilt für Kinder, Singvögel und eben Krähen. Verallgemeinert; Die Natur hat ein Anrecht zum Leben, auch wenn es dem Menschen nicht immer in den Kram passt. Wenn eingegriffen wird, müssen es dafür wirklich schwerwiegende Gründe geben.

  2350. Ein Leserbrief zu der Forderung nach Events:  Im Flensburger Hafen müssen  nicht – übrigens auch nicht in der Innenstadt – inszenierte Veranstaltungen stattfinden, damit „im Hafen überhaupt etwas los“ ist, sondern das Leben im  Hafen selbst ist interessant, in ihm ist immer „etwas los“. Aber man muss dafür schon einen Blick haben, der nicht der Blick der Eventkultur, des Spektakulären, der Gigantomanie, des Einmaligen, des Außergewöhnlichen,  des Scheins ist. Nein, es gilt die Schönheit des Alltags und  des „Normalen“,  zu sehen und ggf. neu zu entdecken: der Zusammenklang der Segelschiffe, die Fassaden der Häuser, die ruhig dahin ziehenden Schwäne, die begeisterten Kinder auf dem Spielplatz, die Cafebesucher, die genussvoll  ihre Getränke schlürfen, die zwei hübschen Joggerinnen, der stolze Jagdhund, der melancholische Blick eines alten Menschen, die Spaziergänger. Kurz: Ich meine: Das ist Leben pur.  Wesentlicheres  gibt es nicht. Das ist die Haupt-Sache.
  2351. Immer mehr Landschaften nehmen den Charakter von Transiträumen an. Autobahnen und breite Autostraßen erzeugen zwangsläufig diese Atmosphäre: Man muss weiterfahren, hier ist nicht das Ziel.
  2352. Wir quetschen die Erde auf der Suche nach Energiereserven wie eine Zitrone bis auf den letzten Tropfen aus, was bei  vernünftigem  Gebrauch, wozu auch Nichtgebrauch zählt,  gar nicht notwendig wäre.  
  2353. Drei bedenkenswerte Aussagen zum Lebensschutz (gefunden bei WWF): „Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz“ (Franz von Assisi). „Das Mitgefühl mit allen Geschöpfen ist es, was Menschen erst wirklich zum Menschen macht“ (Albert Schweitzer). „Alle lebenden Kreaturen haben die gleiche Seele, auch wenn ihr Körper verschieden sind“ (Hippokrates).  
  2354. Wer in Deutschland geboren ist bzw. dauerhaft wohnt und in der deutschen Kultur lebt, ist ohne Wenn und Aber Deutscher. Wenn er seine Herkunftskultur beherrscht, desto  besser.
  2355. Der Palimpsest ist die Wahrheit und deshalb eine politische Kategorie: Nationalstaaten beschreiben ihre  Entstehung  immer von einem Ursprung aus, sei es ein Geschlecht, eine Rasse, eine Sprache oder die Schöpfung einer transzendenten Instanz. Dadurch entstehen Einheit und tendenziell auch Reinheit – höchst explosive  Fiktionen, die jederzeit in Gewalt umschlagen können. Die Gegenposition wäre,  Geschichte in Analogie eines Palimpsets zu interpretieren und anzunehmen: Ein Palimpsest enthält auf derselben Manuskriptseite mehrere, sich überlagernde  Texte, die heute mit Hilfe der Fluoreszenzfotografie wieder lesbar gemacht werden können.
  2356. Buch und Film „Der große Gatsby" zeigen  die Ambivalenz der Konsumwelt als kurzzeitigen Glanz, der fasziniert,  und als  langandauerende Leere, die enttäuscht und zerstört.
  2357. Meine Position: Wer in historischen Stadtteilen neu baut, muss auf radikale Innovationen, die keine Beziehung zur gebauten Umwelt haben, verzichten. Entsprechende Sünden beginnen bereits mit preußischer Herrschaftsarchitektur in den unterworfenen Ländern bis  in die Neuzeit mit  Brutalo-Architektur.
  2358. Tom Szaky, Gründer des Abfallverwerters Terrra Cycle: "Entscheidend  ist die Macht der Konsumenten. Würden sie auf Mehrweggüter drängen,  würden sich auch die Konzerne darauf einstellen."
  2359. Die vollkommene Transformation der Eigenbewegung in Fremdbewegung ist der materielle Kern und das Ziel des gegenwärtig dominierenden konsumorientierten Lebens.
  2360. Die dominierenden, aber als solche nicht erkannten Süchte  der Gegenwart sind elektronischen Unterhaltungsmedien und das Auto bzw. Motorrad.  Süchte, die Leben reduzieren bis verhindern.  Wirklich nervig und dümmlich ist, wenn diese Süchte als Lebensqualität verkauft werden.
  2361. Die Systemtheorie wird durch Newton physikalisch gegründet,  durch Marx gesellschaftlich begründet und durch die Dominanz der Fremdbewegung  stabilisiert. Deswegen hat es die Eigenbewegung so schwer, ernst genommen zu werden. Problematisch wird  die Systemtheorie dann, wenn sie zur Erklärung  aller Phänomene und Prozesse verabsolutiert wird.
  2362. Wenn wir Kants Vernunftbegriff im individuellen und kollektiven  Denken und Handeln außer Kraft setzen, haben wir den reinen Kapitalismus und/oder die reine Technokratie (grch. kratein = herrschen). 
  2363. In dieser Homepage wird ein Politikbegriff entfaltet, der, im Gegensatz zu der herrschenden Politikauffassung,  auf einem  anderen Fundament steht. Eine Grundlage, die materielle, geistige und soziale Nachhaltigkeit ermöglicht. 
  2364. Die unmenschlichen Produktionsbedingungen und die niedrigen Löhne wie in der Textilindustrie in  Bangladesh haben meiner Ansicht drei Quellen: die erbarmungslose Jagd der Konsumenten nach den billigsten Produkten in den Abnehmerländern, das Gewinnstreben der jeweiligen Textilmarken und der dortigen Unternehmer. In diesem Zusammenhang bin ich der Meinung, dass die Forderungen nach ständigen Gehalts- und Lohnerhöhungen in den Abnehmerländern den Druck auf die Textilindustrie in Bangladesh erhöhen. Wir müssen stattdessen unterstützen, dass dort Mindestlöhne ausgezahlt werden, was auch heißt, dass wir bereit sind, höhere, d. h. gerechte Preise für diese Textilien  zu bezahlen. 
  2365. Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ (Adorno). Der Unkritische sieht darin kein Problem und richtet sich problemlos im falschen Leben ein.
  2366. Trotz der Ausweitung der Gewinnung von alternativen Energien hat sich  in Deutschland der Kohlendioxidausstoß um zwei Prozent erhöht. Das wundert mich nicht bei der obwaltenden Motorensucht.
  2367. Offensichtlich ist keine politische Instanz den Mut, die große Anzahl von  einzelnen Mosaiksteinen, die Zerstörung anzeigen, zu einem Gesamtbild zusammenzufügen.
  2368. Lebewesen sind in der Lage, aktiv sich den Kräften der Gravitation zu widersetzen. Leben ist  Überwindung der Gravitation.  Elektronische Unterhaltungsmedien und motorenbetriebene Fortbewegung sind ein Einknicken gegenüber der Gravitation, also Annäherung an den Tod. Der aufrechte Gang ohne Notwendigkeit fällt offensichtlich vielen Menschen so schwer, so dass sich  zunehmend immer mehr für eine sitzende und liegende Lebensweise entscheiden.
  2369. Eine trashige Lebensweise ist,  sich faul im Konsum einzurichten. Trash ist also keineswegs eine  Erscheinung, die aussschließlich in der Unterschicht zu Hause ist.
  2370. Trotz der Entwicklung von Alternativenergien ist in Deutschland der Kohlendioxidausstoß um zwei Prozent gestiegen. Deshalb müssen wir an die Motore, an ihre strukturellen Ursachen sowie an die Denke ihrer Nutzer herankommen.
  2371. "Ich bin einer, der seine Koffer selbst trägt. Ich brauche keinen Türsteher, der mir die Tür aufmacht. Ich will kein Herr-Knecht-Verhältnis" (ein Mensch).
  2372. Menschliche Beziehungen finden zunehmend ohne Menschen statt, sie werden  entmenschlicht
  2373. Der Politiker muss ggf. den Bürger kritisieren, der Kaufmann darf es  nicht, obwohl es auch manchmal sinnvoll wäre.
  2374. .Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 1. bis 5. Mai 2013 in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“ – übersetzt in meine Muttersprache „Soveel as du bruukst. Das ist aus meiner Sicht die  entscheidende Frage für die Zukunft der Erde und allem, was auf ihr ist.  
  2375. Offensichtlich gibt es ein neues Betätigungsfeld: Die  Gärten werden "verwohnzimmert".
  2376. Eine allgemeine Tendenz? Das Modell „Leben ohne Leben“ fasziniert immer weniger.
  2377. Der lange Aufenthalt in elektrischen Unterhaltungsmedien und die prinzipielle Nutzung  des Autos machen unnötig dick.
  2378. Dinge stehen immer in Zusammenhängen und wirken verändernd aufeinander. Das muss man ernst nehmen. Wie wirken technische Geräte, Natur, lebendige Menschen auf Dauer? Wie viele Kontakte mit anderen Menschen, Lebewesen und Menschen braucht der Mensch, um ein gutes Leben zu führen?
  2379. Wenn der  Konsument „funktioniert" kann er  nicht gleichzeitig kritisch reflektieren
  2380. Heute lösen alle schwierigen Fragen  den Hinweis aus, im Internat nachzusehen, denn dort stände alles. Internet ist die moderne Offenbarungsquelle, was früher Bildung und noch früher die Bibel war. Internet ist in dieser Auffassung problemlos und einfach.
  2381. Sozialismus und Kapitalismus sind zwei feindliche Brüder. Brüder, weil sie sich in Bezug auf die rücksichtslose Ausbeutung der Natur  gleichen. 
  2382.  Meine Befürchtung: Die Grünen haben die Position verlassen, die auch im Interesse der Menschheit liegt, dass die Erhaltung der Natur die unverzichtbare Grundlage für alle Forderungen und Entscheidungen sein muss. Sie übernehmen die sozialen Forderungen von der Sozialdemokratie und der Linken ohne Reflexion  und Berücksichtigung möglicher negativer ökologischer Folgen.
  2383. Die Sentenz Adornos „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“  darf  nicht dazu führen, einerseits Kritik sein zu lassen, da man ja selbt aus strukturellen Gründen  fehler- und widerspruchsfrei ist,  andererseits  auf das Bemühen zu verzichten, ein richtiges Leben soweit wie möglich zu verwirklichen. 
  2384. „Wir brauchen Geld zum Leben, aber wir sollten nicht für Geld leben…. Wir Menschen haben die Weisheit verloren, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das intelligenteste Wesen, das je den Planeten bevölkert hat, zerstört nun sein einziges Zuhause. Immer geht es nur um Geld. Klüger wäre es zu fragen, wie eine heutige Entscheidung das Leben meiner Kinder, Enkel und Großenkel beeinträchtigen könnte (Jane Goodall, Schimpansenforscherin).
  2385. Bildung = Nachhaltigkeit
  2386. Der Mensch darf im Alltag nicht mehr den Reichtum der Welt zur Kenntnis nehmen und  nach einer Phase der entsprechenden  Konditionierung  kann er es auch nicht mehr. Er muss nur einem Ziel, dem Konsum,  dienen, alles andere muss aus dem Bewusstsein verdrängt werden. Das ist ein abstraktes Leben. Ein Soldat hat ein anderes als der Fabrikarbeiter, der Autofahrer ein anderes als der Fernsehende, der Sportler ein anderes als der Wanderer. 

  2387. Jedes Individuum und jedes Kollektiv steht vor der Entscheidung: entweder am Gesamt, am Maximum  der technisch-warenförmigen Zivilisation teilzunehmen und einen weniger materiell-energetischen orientierten Lebensstil zu wählen.

  2388. Unser militärisches System hat zwei Funktionen: a) potentiell verteidigt es unser demokratisches System, b) es  sorgt aber auch dafür, das der Ressourcenfluß für unsere Wirtschaft nicht unterbrochen wird.

  2389. Mehr Sein als Schein: „Wir wollen nichts Besonderes – wir wollen nur gut sein.“ Ein Lehrer einer zumindest nach der Zahl der Neuanmeldungen erfolgreichen Schule. 

  2390. „Der virtuelle Raum ist keine Garantie für Partizipation“ (FAZ v. 26. 4. 13).

  2391. Maxime: In die Natur so wenig wie möglich eingreifen. Jede Pflanze und jedes Tier sollte ihr oder sein telos möglichst verwirklichen können. Gerade, wenn man die Zukunft des Menschen im Blick hat, sollte man diese Maxime berücksichtigen. Hier ist ein Entweder-Oder vollkommen fehl am Platze.

  2392. „Wir bekommen nur „Fakten“ aus Finanz und Wirtschaft vorgesetzt, deshalb brauchen wir Kulturexperten“ (aus einem Leserbrief).

  2393. Zu Großbauten: „Nur wenn es uns gelingt, eine angemessene Formensprache zu finden und modische Allüren sowie leeren Formalismen zu meiden, kann neue Identität entstehen“ (Sabine Frommel in der FAZ). Ich denke, dass das in nur ganz wenigen Ausnahmen  gelingen kann: Wir brauchen  Formen, die das menschliche Maß berücksichtigen.

  2394. Der fundamentale  Glaubenssatz  der Gegenwart: Es gibt keine Alternativen zum industriell vermittelten Warenkonsum. Man kann ihn bestensfalls nur anders verteilen. 
  2395. Waren dienen entweder der Selbsterhaltung und dem geistigen Wachstum oder sie beuten den Käufer aus. Im letzten Fall sind sie Danaergeschenke, da ihr destruktives Potenzial nicht bemerkt wird.
  2396. Sich uneingeschränkt der Bequemlichkeit  unterwerfen hat zur Folge die   Aufgabe der Selbsterhaltung und das Ende der Kultur.
  2397. Der Mensch darf im Alltag nicht mehr den Reichtum der Welt zu Kenntnis nehmen, nach einer Phase der Konditionierung  kann er es auch nicht mehr. Er hat nur einem Ziel zu dienen, alles andere muss aus dem Bewusstsein verdrängt werden. Das ist ein abstraktes Leben. Ein Soldat hat ein anderes als der Fabrikarbeiter, der Autofahrer ein anderes als der Fernsehende, der Sportler ein anderes als der Wanderer.  
  2398. Der Weg im umfassenden Sinne und die körperlich-geistige Eigenbewegung als untrennbare Einheit  sind das Ziel. Der Weg in dem hier verstandenen Sinn  umfasst u. a. seine Materialität, die Bauten, die Pflanzen und Tiere am seinen Rändern, sein Geschichte und die Menschen, die ihn begehen.
  2399. Bücher über die Natur, z. b. Bestimmungsbücher und Bildbände über die heimische Natur, verkaufen sich nur noch schlecht.  Dafür „gehen“ Krimis hervorragend. Warum eigentlich?
  2400. Unterhaltungsmedien sind kategorial etwas anderes als Gespräche oder lebendige Unterhaltungen.
  2401. Wir lassen Plfanzen und Tiere nur noch dann ihr Eigenes, wenn wir sie überhaupt nicht mehr wahrnehmen.
  2402. Wir transformieren die Erde nach einem technisch-geometrischen Ideal. Diese Transformation bedarf riesiger Energiemengen  und erzeugt riesige Mengen Abfall, so dass dadurch das angestrebte Ziel der Transformation verhindert wird. 
  2403. Entscheidend ist, dass Nachhaltigkeit auf der Ebene des Konsums realisiert wird. 
  2404. Ich habe kein Auto, keinen Fernseher, leiste mir keine Flugreisen, bin ich deswegen arm? Ich empfinde mich jedenfalls nicht als arm
  2405. Das Verb „erfahren“ ist problematisch, weil es suggeriert, durch Autofahren zu Welt- und Eigenerkenntnissen zu gelangen, was eben nicht der Fall ist: Das Versprechen der Technik, ohne Eigenbewegung Welt zu erkennen, erweist sich als fundamentaler Irrtum. Deshalb müsste man  von Er-gehungen statt von Er-fahrungen sprechen, wenn wirkliche Erkenntnisse und  nicht banale Kenntnisse gemeint sind. Unter dieses „Verbot“ fällt nicht das Radfahren, weil hier die Eigenbewegung konstitutiv ist. Das paradoxe Fazit: Das Fahren mit dem Auto verhindert Erfahrungen.
  2406. Naturerleben  i. w. S. und der Wahrheit verpflichtender Geist laufen aufeinander zu.
  2407. Schnelligkeit (Zeit) ist heute für Autofahrer höherwertig als Distanz (Raum). Also nicht die Frage nach dem kürzesten Weg, sondern nach dem schnellsten. Die Qualität des Weges spielt keine Rolle mehr.
  2408. Ein Leben, das allein im Konsum besteht,  ist ein ein Leben im Sparmodus.
  2409. Die öffentliche Hand wird zunehmdend durch  die Kosten für die Instandsetzung der vielen realisierten Bauprojekte belastet.
  2410. Eine Einsicht bei fremdbestimmter Gartenarbeit: Die Ordnung des zeitgenössischen Bürgers ist nicht die der Natur.
  2411. In einer technischen Umwelt lernt man nicht Empathie.
  2412. Cross-over vernichtet Identitäten, u.  U. wird durch diese Vernichtung von zwei Idenitäten eine (1) neue geschaffen.
  2413. Fast alle Kollektive und Individuen arbeiten auf globaler Ebene an der Transformation einer Lebenswelt in eine technische Zivilisation, wo nur noch Nischen für das Leben u. U. gelassen werden. Auch wenn jemand nicht arbeitet, aber Sozialhilfe erhält, arbeitet er objektiv mit an diesem „Projekt“. 
  2414. Mario  Vargas Llosa: "Alles Boulevard. Wer seine Kultur verliert, verliert sich selbst".  
  2415. Eine Merkwürdigkeit, die nicht in meine Theorie passt: Er, ein Frührentner, sitzt jeden Abend ab 20 Uhr bis in die  frühen Morgenstunden  vor dem Fernsehapparat. Aber im Gespräch wiederholt er nicht die Inhalte der Sendungen, wie ich befürchtete, sondern redet so, als ob er meine Homepage gelesen und übernommen hätte. Da hört man Sätze  wie „Fernsehen ist nicht die Wirklichkeit“. In seiner Rede ist viel Eigenes.  Er wird  offensichtlich  nicht vom Fernsehen beeinflusst. Das Fernsehen verletzt  ihn nicht, er ist in dieser Beziehung unverwundbar.
  2416. Wenn jemand auf dem Lande wohnen will, aber in der Stadt arbeitet, muss er Anschluß an öffentlichen Verkehrsmitteln haben.
  2417. Die  Faszination und die Macht des Fernsehens und Autos entstehen  dadurch, dass inszenierte und reale Welten ohne körperliche und geistige Anstrengungen an den Augen des Betrachters oder Fahrers vorbeiziehen.
  2418. Nie vergessen: Jedes einzelne Lebewesen, sei es eine Ameise, ein Vogel, ein Hund oder ein Mensch  trägt  zum Wunder der Lebenswelt bei.
  2419. Wenn ich von  Verboten spreche, meine ich immer sinnvolle Verbote, meine nicht das Verbot an sich, sondern den jeweiligen Sinn eines  Verbotes. Ich meine übrigens, dass die bestehenden Verbote überwiegend sinnvoll sind, glaube aber nicht, dass alle Tätigkeiten sinnvoll sind, insbesondere diejenigen, die eine ökologische Dimension haben.

  2420. Es gilt,  nach "guten" Mischungsverhältnissen zu streben, nicht nach wie auch immer gearteter Reinheit. Reinheit durchzusetzen ist immer brachial. Das heißt aber nicht, die schwierige Suche nach dem jeweils guten Mischungsverhältnis aufzugeben, denn das wäre das Ende einer Kultur, die diesen Namen verdient. 
  2421. Sie hat in der Innenstadt noch nie eingekauft, ich noch nie in den am Rand der Stadt liegenden Einkaufszentren.
  2422. Es gibt einen abzulehnenden Konservativismus, der individuelle und/oder kollektive Privilegion aufrechterhalten will (was z. b. von Kayserling für die Baltendeutschen beschreibt) und einen gut nachvollziehbaren Konservatismus, der bedauert, das etwas verschwindet, wovon prinzipiell alle profitieren wie das Plattdeutsche, eine schöne Landschaft, usw.
  2423. Eine gute Idee darf nicht andere gute Ideen kaputt machen. Wenn das passiert, wird aus der guten eine schlechte Idee. So der Marxismus oder auch der Ökologismus, wenn sie  alle Kultur nach ihrem Modell neu gestalten wollen.
  2424. Die Vorsilbe „on“ in dem Wort "Online"  suggeriert im heutigen Sprachgebrauch Leben – aber das Gegenteil ist der Fall. Man sollte, wenn es schon ein Anglizismus sein muss von „on-life“ sprechen, wenn man off-line ist.
  2425. Wenn Eltern ihre Kinder für jede Handlung mit einem Geschenk belohnen, ist das sicherlich auch ein Ausfluß von Liebe, aber es führt zum Verschwinden von intrinsischer Motivation, d. h. von der Beschäftigung mit Themen um ihrer selbst willen. 
  2426. Früher war die Natur der Grund der Welt, heute sind es zivilisatorische Artefakte.
  2427. In der industriellen Zivilisation finden parallel eine massive horizontale und eine vertikale Reduktion statt. Die horizontale Reduktion ist eine reale Entleerung der Landschaft und Städte, so, wenn zunehmend Naturflächen asphaltiert werden. Die vertikale Reduktion ist eine geistige, so wenn entweder Dinge und Strukturen in Realität in minimalen Zeitphasen oder als Bilder wahrgenommen werden. 
  2428. Menschenleere Straßen sind ein Charakteristikum einer Auto- und Medienzivilisation.
  2429. Die erwartungsvoll gestimmte Schönheit, einen öffentlichen Raum zu betreten, sei es eine Straße, ein Platz, ein Bus, ein Zugwaggon, eine Hotelhalle oder  ein Theatersaal, ist ein schönes, ja beglückendes Erlebnis. Zum Wesen des öffentlichen Raums gehören Menschen, die sich dort aufhalten. Von Fußgängerbereichen abgesehen tritt man auf den Straßen fast  keine Menschen mehr. Deswegen ist ihr Betreten kein Erlebnis, sondern eine olfaktorische und visuelle Zumutung. 
  2430. Öffentlichkeit mit  Anwesenden nimmt ständig ab.
  2431. Jede Werbrung ist Erziehung.
  2432. Der Mensch ist körperlich real fast  ein Punkt und gleichzeitig geistig potentiell fast das Ganze.  Das Ganze allerdings nur, wenn er es will. Das Ganze bezeichnet  man traditionell als Bildung.
  2433. Der ausschließlich auf Konsum ausgerichtete Mensch ist ein absoluter (wortwörtlich) Egoist.
  2434. Zumindest für das Lesen schwieriger Texte gilt das Gebot der Entschleunigung.
  2435. Dass die Natur kreativ ist, belegt hinlänglich die Evolution. Der Mensch engt sie allerdings zunehmend ein, so dass sie zunehmend diese Fähigkeit verliert – zum unabsehbaren Schaden des Menschen.
  2436. Viele Werke des Menschen dienen ihm nicht, sondern versklaven ihn eher (in Anlehnung an Ernst Bloch). Der Individualverkehr fährt in diese Richtung. 
  2437. Wir müssen im Interesse unserer Einbildungskraft die Bilderflut zurückdrängen.
  2438. Zur Lebensqualität eines Wohngebiets gehören Geschäfte zur Befriedigung des Grundbedarfs. 
  2439. Life-Sendungen! Welch eine Beleidigung des Lebens.
  2440. Das Problem von insolventen Staaten: Zuerst werden effiziente und nachhaltige, aber relativ unmoderne Strukturen zerstört, die dann durch modern-globalisierte, aber wesentlich teurere  ersetzt werden. Da man nicht umkehren kann oder will, entsteht finanzpolitisch gesehen Irrationalismen. 
  2441. Das gegenwärtige wirtschaftliche Wachstum speist sich nicht aus relativ unproblematischen Entnahmen von nachwachsender Natur und der Nutzung menschlicher Arbeitskraft  und –kunst, sondern primär aus der konsequenten Umwandlung von Natur, Tradition und menschlichen Fähigkeiten zu Waren, die letztendlich zu Müll werden.
  2442. These: Wer Indvidualist  sein will, ist keiner.
  2443. Besser als vollkommene Meidung der Innenstadt: In einer Anzeige wirbt eine Modekette mit dem Slogan „Einfach im Internet bei uns bestellen und in unserer Filiale abholen“. Bleibt die Filiale bestehen, wäre das ein zumutbarer Kompromiss.
  2444. Es muß nicht jeden Tag wie in der Werbung Sonnenschein herrschen.
  2445. Komisch: Diejenigen, die sich konsequent am Billigsten orientieren, landen am Schluß beim Teuersten: Luxuslimousine, Fünf-Sterne-Urlaube, ...
  2446. Befürchtung: Vom Baum der Erkenntnis zu essen, hat heute nicht die negative Folge, aus dem Paradies vertrieben zu werden, sondern in der Informationsflut zu ertrinken.
  2447. Wir akzeptieren das natürliche  Leben nicht so, wie es ist. Wir empfinden es als Makel und wollen es deshalb ersetzen. 
  2448. Je trüber das Wetter wird, desto greller die Bilder aller Art.
  2449. Um aufzufallen, müssen heute die Signifikanten sich bewegen und möglichst groß sein.
  2450. Geiz ist nicht geil, sondern oft Egoismus  mit dem Preis der Ausbeutung.
  2451. Wir leben in einer „Erdbeeren-im-November-Zivilisation“ und. in einer „29,95 Euro-Zivilisation".
  2452. Haupthindernis für  notwendigen Wandel ist der Irrtum der Naturwüchsigkeit von gesellschaftlichen Prozessen und technischen Entwicklungen.  Die normative Kraft des Faktischen (Jellinek) muss jeweils hinterfragt und ggf. aufgelöst werden.
  2453. Die Hinwendung zu ikonischen Illusionen ist, zumindest im gegenwärtigen Ausmaße, eine Beschädigung des Lebens.
  2454. Noch ein Beispiel, dass es mit dem Fortschritt vorangeht:  Eine  Videobrille ist auf den Markt gekommen, mit deren Hilfe man mehrere Stunden lang im Sitzen oder Laufen runtergeladene Filme und  Ähnliches sich ansehen kann. Welche Perspektiven eröffnen sich damit! Laufe ich durch eine unwirtliche Gegend, errettet mich diese Brille. Oder ich bin an einem langweiligen Gespräch beteiligt, setze ich sie ebenfalls auf  und keiner bemerkt meine mentale Abwesenheit.
  2455. Die Forderung, auf Land und in Städten gleiche Lebensbedingungen zu schaffen, hat das Land  zum Verlierer gemacht, denn die Kriterien sind nicht „landtypisch“, sondern der Stadt angemessen. Deren Gleichsetzung hat zur täglichen Landflucht, zur  Aufgabe von typisch ländlichen Gesellungsformen und zur Zerstörung der Landschaft geführt. Das Auto war und ist Vehikel   dieser Transformation.
  2456. Da zweifele noch jemand an dem gegenwärtigen Fortschritt: Die Autos und die Fernsehschirme werden immer größer, die Informationen nehmen ständig zu, e-books ersetzen Bücher, Erdbeeren das ganze Jahr durch, problemlos eine Woche Ferien auf der anderen Seite des Erdballs. 
  2457. Der zeitgemäße Mensch  isoliert sich  immer mehr von natürlich-lebendigen Umwelten.
  2458. Dass der Mensch die Erde substantiell verändert, ist unbestritten. Sehr ungewöhnlich ist der Gedanke, dass diese Veränderungen bis in das Sein hineinreichen. Dazu die These: Die praktischen Erfolge der Naturwissenschaften sind nicht allein der Kenntnisse der angeblich objektiven Naturgesetze geschuldet, sondern die „Erfolge“ sind auch das Ergebnis gewaltsamer Eingriffe in das Sein, die es  in Richtung Beschädigung verändern.
  2459. Wir zerstören unsere Lebenswelt und rekonstruieren sie aus finanz-strategischen Motiven in kleinen Bereichen: Feriendorf in den Alpen, Outlet-Centers, Disney-Parks und Fun-Parks wie Legoland, auch Fußgängerstraßen, die nur aus finanziellen Gründen überleben.

  2460. Noch  schlimmer wird es, wenn man gezwungen wird, an den Süchten  anderer teilnehmen zu müssen, z. B. täglich  acht Stunden Fernsehen im Krankenhaus.  
  2461. Nur ein Teil des  gegenwärtigen Wirtschaftens  befriedigt echte Bedürfnisse, der andere Teil  der Produktion hat den Selbstzweck, sich als Wirtschaft zu erhalten. 
  2462. Die jetzige Zivilisation ist nur eine Realisation von vielen Möglichen. Alternativen sind also vorhanden. Ihre gegenwärtige Form ist nicht naturwüchsig. 
  2463. Immer mehr Menschen erkranken an Krebs. Liegt die Hauptursache doch nicht auch in unserer Zivilisation begründet?
  2464. Gegen Großereignisse sprechen nicht allein ökologische Gründe, sondern auch personale: Die Besucher werden in ihrer Persönlichkeit funktionalisiert, reduziert, eindimensionalisiert. Nazis forcierten alles Große, so auch Großevents. Ich ziehe kleine Strukturen vor, wo jede Begegnung individuelle Spielräume hat. 
  2465. Eine neue Siedlung im Wald oder am Berghang sind Wunden. Aber wer sieht sie noch?
  2466. Die Dinge und Prozesse in der Warenwelt sind eindeutig, sie werden als absolut sicheres Wissen verstanden. In dieser Sicherheit liegt auch ihre Attraktivität – aber welch erbärmliches Wissen angesichts des menschlichen Potentials. 
  2467. Eine Milliarde Menschen reisen. Sie kommen mit Autos, Zügen, Bussen und Flugzeugen. Die Orte, die sie besuchen, ersticken unter ihren Ansturm.
  2468. Immer weniger Menschen streben nach dem Licht der Wahrheit, sondern konzentrieren sich allein auf Waren. Das ist auf jeden Fall weniger anstrengend. Oder liegt die Wahrheit etwa doch in den Waren?
  2469. Wir leben in einer kapitalistisch verfassten Demokratie. Kapitalismus enthält Fremdbestimmung, Süchte und Zerstörung, aber auch materiellen Gewinn, Möglichkeiten  und Freiheit. 
  2470. Als Nichtsüchtige sind wir in vielen Bereichen gezwungen, an den Auswirkungen von  Süchten teilzunehmen.
  2471. Die örtliche Trennung unserer  ursprünglich einheitlichen Lebenswelt in Einkaufszentren, Eventorte, Wohnungen,  Arbeitsplätze, Schulen, Gesundheitsdienste usw. hat erst nun rational gewordene Autoabhängigkeit verursacht. „Inseln“ die nicht mehr zu Fuß und nur schwer mit dem Rad vermittelbar sind. Das Leben wird abstrakt und damit reduziert.
  2472. Die Garagen sind  inzwischen  für die neuen Automodelle  ebenso zu klein wie die Papiertonnen für die Karton- und  Papiermassen aus den Internetkäufen.
  2473. Wirtschaftliche Blasen bzw. Schulden sind materiell gesehen  ein Nichts, während die aus ihnen folgenden materiellen Objektiviationen wie Häuser, Fabriken  und Waren und der aus ihnen folgenden ökologischen Zerstörungen höchst real sind.
  2474. Die Eventkarawane zieht nach kurzem Aufenthaltsort zum nächsten Event weiter. Welches Motiv steht für diese „Unruhe“ dahinter?
  2475. Die Lebenswelt wird zu Räumen reduziert: Wohnung, Büro und Auto(raum). Ein Draußen gibt es nicht mehr.
  2476. Die gegenwärtige Sorge um die Benzinpreise  galt früher den Brotpreisen.  Vielleicht objektives Merkmal von verschiedenen Relevanzen. 
  2477. Waren begehrt man. Hat man sie, stirbt das Begehren, lodert aber kurz danach wieder auf, weil sie ihr Versprechungen  nicht halten. Beim „Erwerb“ von Lebewesen findet diese Erschöpfung in der Regel nicht statt.
  2478. Immer mehr Menschen erkennen, dass im Internet alle  Informationen stehen, so dass es unnötig ist, es zu verlassen.
  2479. Recht verstandener Humanismus ist immer auch ökologisch grundiert und will Schönheit bewahren bzw. schaffen.
  2480. Die entscheidende Differenz zwischen Realerfahrung und Medienerfahrung an einem Beispiel: Die vor mir stehende Kuh und das Symbol „Kuh“ lösen in meinem Bewusstsein dieselbe Bedeutung aus, aber beide Wahrnehmungen wirken sehr unterschiedlich auf mich: Das Symbol wirkt nur visuell, die reale Kuh wirkt ganzheitlich auf mich, so dass potentiell alle meine Sinne aktiviert werden. Fazit: Das Bild ersetzt nicht die Wirklichkeit.
  2481. Entertainment ist für viele Menschen die Maxime gelungener Lebensgestaltung.
  2482. "Keine Erfindung der zivilen Technikgeschichte hat mehr Unheil angerichtet als das Automobil" (Spiegel, 5/13). Damit sind sicherlich nur die direkten Schäden gemeint. Aus meiner Sicht sind die indirekten Schäden ungleich höher.
  2483. Es gibt keine Sachzwänge, auch keine technischen, denn alles ist vom Menschen gemacht. Aber es gibt Naturzwänge.
  2484. Strompreiserhöhungen sind angesichts der Energieverschwendung  ein richtiges Signal. Hier ist noch viel Luft für Einsparungen. Ist nicht genug Luft vorhanden,  muß individuell unterstützt werden.
  2485. Die erblindete oder ermüdete Subjektivität  ist vielleicht viel schlimmer als die Blindheit der Augen.
  2486. Die Rückkehr des Regionalen im Bereich des Verbrauchs von Nahrungsmitteln ist eine gute Entwicklung und ein hoffnungsvolles Zeichen für entsprechend andere Prozesse.
  2487. Jenseits der Rationalität im Jahre 2013: Das 2,7-Tonnen-Auto hat die größten Zuwachsraten, Fliegen ist billiger als Auto zu fahren, die Garage abreißen für das größere Auto, man kauft doppelt so viel Kleidung wie vor zehn Jahren (Harald Welzer).
  2488. In der  Kontroverse „Individueller oder struktureller Ansatz, um die Gegenwart zu verstehen“ hat sich der Diskurs der Gegenwart mehrheitlich für den strukturellen Ansatz entschieden. Obwohl ich für ein Sowohl-als-Auch favorisiere, thematisiere ich stärker den individuellen Ansatz, weil er im öffentlichen Diskurs vernachlässigt wird.
  2489. Die Hässlichkeit Österreichs (Tarek Leitner) ist nicht nur auf dieses Land beschränkt, sondern hat  inzwischen die ganzen Erde, von kleinen geschützten Gebieten abgesehen, befallen.  Dieser Befall ist nicht nur von Bankern verursacht, sondern das Resultat von Milliarden  kleiner und großer Handlungen der Bürger. 
  2490. Die Kommunikation von Kindern   grundsätzlich mit  Kinderlärm gleichzusetzen  ist durch und durch falsch. Natürlich können Kinder auch lärmen, aber das ist eine Ausnahmesituation vergleichbar mit der, wenn Erwachsenen laut sind.
  2491. Maxime: Weniger konsumieren, mehr leben.
  2492. Vermutung: Die Forderung nach gleichen Lebensbedingungen in Stadt und Land ist die Bedingung für die Abschaffung des Landes. 
  2493.  Positive oder negative Rezeptionen sind aus meiner Sicht  notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für Wahrheit. Die Gefahr der Gegenwart besteht darin, dass die Rezeption verabsolutiert wird.
  2494. „Es geht um ganzheitliches Verstehen: Die einseitige, geschichtslose und oft vehement vorgetragene Kritik von Deutschen an der Politik Israels kann ich mir  nur damit erklären, dass hier implizit und unbewusst aufgezeigt werden soll, dass die Juden letztlich nicht besser seien  als die Deutschen. D. h. nicht zu akzeptieren, dass der Holocaust das größte Verbrechen in der bisherigen Menschheitsgeschichte ist, und nicht zu thematisieren und zu diskutieren, dass damit ein unlösbarer Zusammenhang zu Israel geschaffen wurde. Ein Zusammenhang, den gerade wir Deutschen nicht ausblenden dürfen.“
  2495. Zunehmend werden Wohnungen  zu Dachsbauten ohne Türen, aber mit Fernseh- und Internetanschluß.
  2496. Ich habe bei einigen Vornamen den Verdacht,  dass sie, weil sie keine Bedeutung mehr haben,  durch Zufallsmaschinen generiert wurden, wobei jeder Buchstabe die gleiche Chance hatte. Einen Vornamen mit fünf Buchstaben heißt dann: fünfmal die Zufallsmaschine in Gang setzen – und der Name ist gefunden.
  2497. Das alles beherrschende Programm auf globaler Ebene ist eine spezifische Art und Weise der Weltverbesserung, die nur die  Vermehrung von  materiellen Waren unabhängig von den ökologischen und humanen Bedingungen zum Ziel hat. Das ist die Transformation der Natur und des Menschen in Waren. 
  2498. Viele  Menschen verhalten sich systemgerecht wie Heuschrecken: Jede individuelle Heuschrecke meint, ihren  „Job“ machen zu müssen und ist nach Vollendung ihrer Arbeit zufrieden mit sich und der Welt.
  2499. In Duisburg wird eine Radtour angeboten mit dem Titel „Auf der Spur von Kommissar Schimanski“. Das ist ein  Sieg des Fernsehens bzw. der Fiktion über die (wirkliche)Wirklichkeit. 
  2500. „Ich möchte die Welt ein bisschen verbessern. Ich werden um die Welt fliegen, um Gutes für unsere Umwelt zu tun“ (Leonardo DiCaprio). Wer entdeckt den Widerspruch?
  2501. "Der Mensch im Unterschied zu anderen Geschöpfen vermag den Blick gegen den Himmel zu erheben – und erschreckt nicht wie ein  Hund" (Ovid). Der zeitgenössische "Bürger" blickt auf Autos, auf materielle Waren, auf Bildschirme, alles Dinge, die keinen Blick nach oben verlangen.
  2502. Verantwortliches  Denken geht es primär um die Wahrheit der Aussagen, nicht primär um deren Rezeption. Steht eine gelingende Rezeption gleich zu Beginn des Denkens im Mittelpunkt, wird das Denkprodukt zu einer Ware. Eine Ware will verkauft werden. Eine erfolgreiche Rezeption ist wichtig, darf aber nicht die Aussagen begrenzen.
  2503. Je größer der Radius eines Existenzkreises ist, desto dünner wird das darin geführte Leben.
  2504. Lange hat unsere Umgebung uns etwas erzählt. Nun will die Umgebung uns nichts mehr sagen, abgesehen von Reklameaufforderungen. Ansonsten sagt sie, dass sie uns nichts sagen will (Tarek Leitner).
  2505. Unsere Umwelt ist zu einer eindimensionalen Konsumwelt geworden. Alles andere hat dort keinen Platz mehr.
  2506. „Ohne eine gewissen Schönheit kann das Leben der Menschen nicht lange bestehen“ (Thomas von Aquino).
  2507. Welch einen Stellenwert  hatte unsere Nachbarin Oma Elly in unserer Familie. Gibt es so eine Begegnung noch häufig?
  2508. Konsumorientierung kann ein Erziehungsziel sein, wenn vielleicht auch nicht eingestanden.
  2509. "Mut zur Schönheit ist Umweltschutz im engsten Sinn" (Tarek Leitner).  
  2510. Verabsolutierung des Konsumglücks – welch eine Bescheidenheit gegenüber den Möglichkeiten des Lebens.
  2511. Das Kapital und die Technik sind grenzen- und normenlos.
  2512. Eine Umwelt muss funktionieren. Ob sie schön ist, spielt keine Rolle mehr. In jeder Stadt kann man die Wahrheit dieses Satzes sehen. So muss eine Verbindung zwischen zwei Orten   schnellst möglich überbrückbar sein, egal wie hoch der ästhetische Preis ist. Funktionsfähigkeit ist der Prüfstein für alles Neue.
  2513. Das Argument der Wirtschaftlichkeit, oft mit dem Hinweis auf Arbeitsplätze gekoppelt, gilt heute absolut.
  2514. Steigung der Wirtschaftsleistung wird affirmativ als Wachstum bezeichnet.
  2515. Wann beginnt der öffentliche Diskurs, Radfahren und Gehen als Ausdruck unzumutbare Armut zu bestimmen?
  2516. Traditionelle Linke und Wirtschaft arbeiten objektiv zusammen, indem sie  mit verschiedenen Begründungen und aus unterschiedlichen Motiven den Konsum  quantitativ ins Unermeßliche steigern wollen und entsprechend fördern.
  2517. Köpfe, in denen entweder Leere  oder Abstraktionen in verschiedenen Ausformungen vorhanden herrschen, brauchen im Alltag keine differenzierte Umwelt. Das erklärt, warum die Besitzer dieser Köpfe gerne Auto fahren, in durchrationalisierten Zentren ihre Einkäufe tätigen und neuerdings möglichst auf Internetkäufe umschwenken.  
  2518. Wer heute auf Verzicht verzichtet, verzichtet auf Zukunft bzw. stabilisiert die Fremd- und Selbstzerstörung. Verzichtsmodelle und Erfolgsmodelle gehören zusammen. Ich muß erst auf falsche Bedürfnisse verzichten und die dann durch sinnen- und sinnhafte Bedürfnisse  ersetzen.
  2519. Warum sind  eigentlich  Wort und  Begriff „Weltverbesserer“ belegt? Implizit ist damit ausgedrückt: Die Welt kann man nicht verbessern, das tun zu wollen, ist reine Donquichotterie. Die Werke der Weltverschlechterer sind bekannter als die der Weltverbesserer. Warum eigentlich?
  2520. Wer den menschlichen Anteil an der Verursachung des gegenwärtigen Klimawandels kategorisch abstreitet, also ein Klimawandel-Leugner ist,  macht es sich auf jeden Fall leicht: Er kann ohne Reflexion weitermachen wie bisher. 
  2521. Prinz Charles: Ich will nicht eines Tages von meinem Enkel mit der Frage konfrontiert werden: „Warum hast Du nichts dagegen getan“. Wir müssen alles unternehmen, um den nachkommenden Generationen mehr zu hinterlassen als ein vergiftetes Geschenk.
  2522. „Das Streben nach Glück wird alberner Weise von den Menschen allein als Streben nach Genuss interpretiert“ (Ernst Bloch).
  2523. Nicht die Natur und  soziale Geborgenheit ist für viele Bürger die Heimat, sondern die Welt der Waren.
  2524. Die zunehmende Schwächung der  Vorstellungskraft durch Bilderfluten ist offensichtlich unaufhaltsam.
  2525. Ich bin in unmittelbarer Nähe von drei Formen der Sucht, der Fernseh-, der Kauf- und der Autosucht in jeweils idealtypischer  Ausprägung umgeben. Diese drei Süchte haben in mir wiederum eine „sekundäre Sucht" hervorgerufen,  die genannten drei Süchte zu analysieren, zu durchschauen und zu kritisieren. 
  2526. Die Mengen an Spielzeug in den Kinderzimmern sind äußerst problematisch, aber erst gefährlich ist die Haltung des Zappens, die sie hervorrufen: Hervorgerufen durch die  zwangsläufig kurze Zeitdauer, die das Kind sich dem einzelnen Spielzeug widmet kann. Die so entstehende kurze „Aufenthaltsdauer“ bei den Dingen kann man mit der  des Zappens beim Fernsehen vergleichen. 
  2527. Zappen ist die dominierende Beziehung zur Welt, also nicht nur zu Fernsehprogrammen, sondern zu allen lebenden und toten Dingen, zumal die symbolische Welt und der Zugang zu ihr eine Größenordnung erreicht hat, die ideal für das Zappen ist. 
  2528. Die meisten Naturkatastrophen sind heute von Menschen verursacht. 
  2529. These: Wenn es allen Verursachern  von schlechtem Wetter verboten wäre, sich über dieses zu beklagen, gäbe es keine Kritik des Wetters. 
  2530. Kritik muss nicht prinzipiell negativ sein, wenn man von der Grundbedeutung der Unterscheidung ausgeht.
  2531. Die etscheidend wichtigste Frage der Gegenwart, die jeder beantworten und nicht aussitzen muss: Wollen wir den Akzent unserer Anstrengungen  auf Leben oder motorisierte Technik legen?
  2532. Immer mehr Menschen  sind offensichtlich vollkommen wehrlos gegenüber allen Imperativen des Konsums. Dieses Phänomen ist unabhängig von Bildung, Herkommen, politischer Einstellung, Alter und Geschlecht. 
  2533. Gesellschaftskritik allein auf Mehrwertkritik zu beschränken und auf Wertekritik zu verzichten, ist selbst kritikwürdig.
  2534. Bloch will neue Weisheitslehre, nun aber nicht monadisch auf die Einzelseele zugespitzt, sondern verantwortend für die neue Mehrheit  der Erniedrigten und Beleidigten und (meine Ergänzung) für den Erhalt der  Natur. 
  2535. Nur als suchend, beginnen wir zu sein (Ernst Bloch). Dieser Satz gilt allerdings nicht, wenn sich  Suchen  auf das Finden von günstigsten Preisen beschränkt.
  2536. Hatte der sowjetische Biologe  Lyssenko doch Recht, wenn er behauptete, dass Eigenschaften von Organismen nicht durch Gene sondern nur durch Umweltbedingungen bestimmt würden?  Es gibt neuerdings vermehrte Hinweise daraus, dass der rechte Fuß von habituellen Autofahrern die Form in Richtung Gaspedal  und die Augenform habitueller TV-Konsumenten in Richtung Viereck sich verändern würden.
  2537. Die immaterielle wirtschaftliche Finanzblase erlaubt es, jeden individuellen und kollektiven Wunsch wie im Schlaraffenland  problemlos zu realisieren. Der wirtschftliche und ökologische Preis wird  oft viel später eingefordert,  die  Einforderung kommt aber unerbittlich. 
  2538. Die Kritik des Wirtschaftwachstums als Selbstzweck und damit die tendenzielle ausschließliche Ausrichtung auf Konsum geschieht momentan aus zwei Perspektiven: aus der der  Ökologie und aus der des Humanum.  Die Perspektive  Gerechtigkeit bzw. Mitleid kritisiert nicht das Wirtschaftswachstum.  Jede Perspektive führt zu unterschiedlichen Einstellungen und Folgerungen. Diese Einteilung bedarf Spezifizierungen, die in den vorliegenden Notaten behandelt wurden und weiter verfolgt werden müssen.
  2539. Menschen ertrinken heute selten in Gewässern, aber häufig  konkret und symbolisch im Konsum. 
  2540. Wieso bezeichnet man reine Wirtschaftsparteien eigentlich als konservativ? Gerade  wachsende Wirtschaften haben neben dem Krieg das  größte Veränderungspotential. Dass sie ständig und allein nur das Ziel des Wirtschaftswachstums verfolgen, ist doch kein hinreichender Grund, sie mit dem Prädikat konservativ auszustatten.
  2541. Zeitgemäßes Leben zeitgemäß verstanden ist mit hohem Energie-Materie-Verbrauch (EMV) gekoppelt. 
  2542. Ob reich oder arm oder dazwischen: Alle müssen  je nach Ausgangslage Energie sparen. Extensiven Energieverbrauch damit zu begründen, man bezahle dafür und habe das Geld redlich verdient, ist keine hinreichende ethische Begründung, sondern zumindest objektiv zynisch.
  2543. Die real erfahrene Wirklichkeit wird zunehmend als langweilig empfunden. Die Wirklichkeit ist nur noch ein Wunsch, der, wenn er sich realisiert, sehr schnell an Attraktivität verliert. Natürlich ist ein Leichtes, den Begriff der Wirklichkeit zu destruieren, aber wir das sollten das mehreren Gründen nicht machen.
  2544. Es muss unterschieden werden zwischen Gefahren, die von der Natur (bis hin zum Tod) und Gefahren, die von den Werken der Menschen ausgehen.  
  2545. Die Einheit der Gegensätze ermöglicht die Entwicklung des Lebens (Hegel). Vielleicht ist aber die Einebnung von Gegensätzen das dominierende Streben der Gegenwart. Das betrifft Gutes und Schlechtes: Tod, Anstrengung, Krankheit, Armut, Hohes und Tiefes in der Landschaft, räumliche und zeitliche Grenzen. Das geschieht real und symbolisch.
  2546. Kaufakte als politische Akte aufzufassen heißt, nicht das Diktat des Billigsten aufzurichten, sondern sich nach gerechten Preisen richten. Das heißt auch nicht, auf einen angemessenen Gegenwert zu verzichten. Verallgemeinert:  Die Kriterien Preis und Leistungs beim Kauf müssen  durch ein drittes ergänzt werden: „Welche positiven oder negativen Effekte bewirkt mein Kauf?“
  2547. „Krawall ist keine (politische, bm) Strategie“ (FAZ). Oder doch in einer Eventgesellschaft?
  2548. Die menschliche Natur zur Grundlage des Politischen  machen (Hobbes, Rousseau), davon ist heute keine Rede mehr. Heute nimmt die technische Entwicklung deren Platz ein. Die Palmen in Dubai als Restnatur erinnern noch schwach an Natur.  
  2549. Eine Sucht kann man  relativ leicht austrocknen, indem man das Suchtmittel aus seiner Umgebung entfernt: den Fernsehapparat, das Auto, die Schokolade, die Zigaretten usw.
  2550. Fortschritt und "Fortfahrt": Kinobesuch 1970: Wir gehen von zu Hause los und  sind nach einer viertel Stunde am Kino. Kinofahrt 2012: Wir fahren direkt auf die Autobahn und sind in zehn Minuten am Kino, das direkt an der Autobahn liegt. Dort sind genug Parkplätze und nebenan befindet sich ein Schnellimbiss.
  2551. Ein Discounter wirbt in einer einseitigen Werbung in einer Tageszeitung für den großen „Feuerwerksverkauf“. Die Preise bewegen sich zwischen 3.99 und 59.99 Euro. Wer kauft sie? Nur Reiche?
  2552. Wegen der Fülle und Schnelligkeit von Eindrücken im modernen Leben ist die sinnliche Wahrnehmung pro  Element minimalisiert.
  2553. Der Preis ist keine substantielle Eigenschaft einer Ware. Substantiell haben beide nichts gemeinsam. Es sind zwei Reiche. Inzwischen ist das Hauptaugenmerk auf den Preis gerichtet.
  2554. Weihnachten 2012: „Mission Bescherung: Ihre allerletzte Chance - der Preis ist heiß!“
  2555. Der aus meiner Sicht entscheidende Unterschied in der gesellschaftlichen Entwicklung liegt im technischen Bereich. Es geht nicht um Technikeinsatz  oder nicht, sondern um eine  Technik, die mit metabolischer Energie oder mit exogener Energie (Ivan Illich) bzw. mit Eigenenergie oder Fremdenergie bzw. mit lebendiger Energie oder isolierter/gespeicherter/abstrakter Energie „arbeitet“. Mit Eigenenergie ist der Mensch substantiell beteiligt, mit Fremdenergie wird er substantiell ausgeschaltet. Eine konkretes Beispiel: Fahrrad oder Auto.
  2556. Unser Geist wird algorithmisiert. D. h. alle Gedanken, die nicht zum jeweils aufgerufenen Algorithmus passen, müssen idealiter ausgeblendet werden. Man muß wie eine bestimmte Maschine denken und handeln. Wenn man so will, ist der Ablauf einer Maschine ein Denken und das ist ein  Algorithmus. Der Nachteil: Die real bestehenden Freiheitsmöglichkeiten nicht mehr genutzt. und damit realiter die Möglichkeit einer Fremdbestimmung erhöht. 
  2557. Die  Ver-event-ierung der Alpen heißt:  Natürliche Schönheit genügt nicht mehr. 
  2558. Wie kann man nur seine ganze Intelligenz freiwiliig auf Preise einengen? Diese Verengung hat nahezu alle Bürger des Landes erreicht. 
  2559. Dubai hat New York als Modell für die Moderne ersetzt. 
  2560. Dubai ist die genaue Entgegensetzung von Natur. Die Natur besteht dort nur noch symbolisch oder als Ornament.
  2561. "Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Kaufsucht. Kaufsucht sei eine Gier - wie die nach Alkolhol oder Essen (Sieglinde Zimmer-Fiene). 
  2562. "Nehmen kleine Kinder keinen Blickkontakt zu anderen Menschen auf, kann dahinter eine austistische Störung stecken"  (DGKJP). In der Alltagswelt werden Blickkontakte zunehmend weniger. Es gibt bereits Menschen, die tagelang keinen Blickkontakt haben. Welche Folgen hat das? 
  2563. Zumindest eine Wirtschaft, die nur mit Schulden funktioniert und  auf sie baut, ist ökologisch zerstörerisch, nämlich mehr Fabriken, mehr materielle Waren, mehr Müll. Diese Blase funktioniert nur mit Schulden. Aber die ökologische Wende erfordert große Umstellungen. Die große Frage ist in diesem Zusammenhang: Ab wo und ab wann sind menschliche Bedürfnisse aus ökologischen Gründen legitim? So gesehen beginnt bereits das ökologische Problem mit der Menschwerdung des Affen.
  2564. Einseitige Warenorientierung = reduzierter Materialismus. Materialismus = reduzierte Welterfassung. 
  2565.  Einkaufszentren sind immer Retortenanlagen und haben auch nach Jahren des Betriebs diesen Charakterzug nicht abgelegt und werden es auch nicht in Zukunft tun. 
  2566. "Die Energiewende ist dringend nötig. Sie funktioniert aber nur, wenn wir die Wende in unserem Konsum und unserem Anspruchsdenken schaffen. Das ende des fossilen Zeitalters wird uns vor noch größeren Aufgaben und Veränderungen stellen. Wir dürfen nicht schon am Beginn scheitern"  (Heiko Urbanzyk in einem Leserbrief in FAZ v. 17. 12. 12).
  2567. Maxime: Auch Drittwichtiges nicht unterlassen, wie den Wasserhahn kleiner stellen.
  2568. Eine Vermutung: Bestenfalls ein Drittel der angebotenen Waren und Dienstleistungen sind notwendig und dienen dem Leben, der Rest zieht runter.
  2569. Die Maslowsche Bedürfnispyramide (Physiologische Bedürfnisse > Sicherheitsbedürfnisse > Soziale Bedürfnisse > Individualbedürfnisse > Selbstverwirklichung) ist fast außer Kraft gesetzt. Wir sind auf der untersten Ebene der physiologischen Bedürfnisbefriedigung und der durch Werbung vermittelten Bedürfnisse stecken geblieben. Um sich aus dieser scheinbar naturwüchsigen Eindimensionalität ein Stück zu befreien, wäre es vielleicht ratsam, in jedem Haushalt und in jedem öffentlichen Gebäude eine Tafel mit den verschiedenen Bedürfnisebenen sichtbar aufzustellen.
  2570. Immer gibt es einen expliziten oder impliziten Theorierahmen. Den gilt es zu dechiffrieren und zu bewerten. 
  2571. Die Aussage „Hauptsache ist, dass ich weiß, wo die Informationen  stehen“, hat keine Ahnung, wie Bildung entsteht. Nur internalisiertes Wissen „arbeitet“, nur so wird aus Informationen eine  „subjektiv-lebendige“ Welt. 
  2572. Angepasste Existenz ist kein gutes Leben. 
  2573. Maxime: Die Menschen an ihren eigenen humanen Potentialen  messen und diese so gewonnenen Werte zur Basis der Politik machen.
  2574. Die Mittel zur Steigerung und Sicherung der Lebensqualität müssen aus dem Leben selbst und nicht aus dem aktuellen Warenkorb abgeleitet werden. Umweltschädigende Dinge, die den Menschen nicht weiterbringen, gehören nicht zur Lebensqualität.
  2575. Der ausschließlich konsumoriente Bürger (Ist er überhaupt ein solcher?) ist gefangen in einem selbst geschaffenen Gefängnis der Alternativlosigkeit
  2576. Zeutgemäße sind von Oberflächen besessen. Sich in Oberflächen einzurichten,  ist viel bequemer, als in Tiefen zu schürfen. Zudem sind Oberflächen eindeutig und lassen sich mühelos messen, so dass sie scheinbar Sicherheit geben. 
  2577. Der Mensch wird tendenziell zum Libido-Bündel abgerichtet.
  2578. Sozialstaat und Eventerlebnisse bilden die letzten Horizonte, wobei der Sozialstaat nicht nur Notwendiges, sondern  zunehmend auch Events finanziert. 
  2579. Der Ökonomismus ist Ökonomie als Selbstzweck, die inzwischen zu einer weit verbreiteten Geisteshaltung mutiert ist. Sie verlangt für sich und allen anderen strikte Rechenhaftigkeit, wobei alle immateriellen Gegenpositionen außer Acht gelassen werden. Übrigens wie in den Naturwissenschaften, was vielleicht erklärt, dass viele naturwissenschaftlich ausgerichtete Menschen die gleichen Verengungen an den Tag legen. Man kann das auch als die materialistische Verkürzung des Blicks bzw. als materialistische Kurzsichtigkeit bezeichnen. 
  2580. Eine fast vergessene Wahrheit: „Das Original ist getreuer als das Abbild“ (Franz Grillparzer).
  2581. Wir können global kommunizieren und reisen, aber wir können nicht im Globalen wohnen (Rüdiger Safranski). Deswegen verzichten immer mehr Menschen auf das Wohnen im eigentlichen Sinne, d. h. sie sind  an keinem Ort zuhause.
  2582. Nicht nur Neurophysiologen verdinglichen das Bewusstsein.  
  2583. Entropie ist der alles ergreifende Prozess, die   unterschiedliche Wärmeunterschiede  durch Angleichung zum Verschwinden bringt. Die gegenwärtige Kultur ist einer massiven Zunahme von Entropie unterworfen: Alle kulturellen Leistungen gelten als gleich, seien es Texte,  Artefakte oder klimatische Prozesse. So auch die Differenz von Natur und Kultur.  Es gibt, von kleinen Gegenwehren abgesehen,  keine einflussreiche Kraft der „Erhöhung“, der Bestimmung von Kultur oder gar Hochkultur. Das erfordert Kraft und Ausdauer.
  2584. Unzeitgemäße ahnen oder wissen es oft besser, aber nicht immer, was ihre jeweilige Zeit braucht bzw. nicht braucht. Schon deswegen, weil Unzeitgemäße über Differenzwissen verfügen.
  2585. Der konsumorientierte Mensch weicht zunehmend seinem eigenen und fremden  Leben aus. Er feiert jede Ersetzung des Lebens als Fortschritt.
  2586. „Verzichtsdebatte ist notwendig.  Prof. Latifs Einsatz für den Klimaschutz kann gar nicht hoch genug
    gewürdigt werden. Wenn er allerdings in der Diskussion mit Robert Habeck  fordert, Erfolgsmodelle im Klimaschutz zu entwickeln, die uns „von einer Verzichtsdebatte wegbringen“, widerspreche ich. Denn beides bedingt einander: Um Zukunft zu ermöglichen, muss vorher verzichtet werden. Das nicht zu akzeptieren,  heißt, sich vom Lustprinzip überwältigen zu
    lassen. Das Realitätsprinzip dagegen erfordert Entscheidungen darüber, auf was  verzichtet werden kann. Ein Beispiel: Verzicht auf die Autonutzung bei jeder kleinsten Ortsveränderung. Unverzichtbar dagegen sind  Gehen, Radfahren und die Inanspruchnahme öffentlicher Verkehrsmittel“ (ein Leserbrief).
  2587. "Ich versuche auch, eine Sprache - denn ich glaube, daran fehlt es - zu entwickeln, die Verzicht positiv konnotiert. Die Leute sind so infiltriert von dieser auf Wachstum ausgerichteten Ideologie, dass ihnen das größte Übel zu sein scheint, irgendwas nicht zu haben, nicht zu dürfen - dabei dürfen sie pausenlos irgendwas nicht: Zeit haben, spazieren gehen, schlafen, spielen, trödeln, träumen, singen, lachen, unerreichbar sein" (aus einem persönlichen Brief).
  2588. "Das Eindämmen des Klimawandels ist ein schwieriges Problem. Jemand muss heute Schmerzen ertragen und Opfer bringen für etwas, von dem ein anderer erst viel später profitiert. Demokratische Systeme sind offensichtlich unfähig, die Menschen zu solchem Verhalten zu mobilisieren" ( Dennis Meadows). Wenn dem so ist, was man nie mit Sicherheit sagen kann, bleibt immerhin das trotzige  Lutherwort: Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen."
  2589. Internetkäufe verhindern massiv Begegnungen mit lebendigen Menschen und zerstören soziale  Strukturen.
  2590. Verzicht ist häufig die notwendige Bedingung für Gewinn. Der Begriff Verzicht darf nicht tabuiert werden.
  2591. Gegen den Nationalismus: Es ist unnormal, nur die Sprache diesseits der Grenze zu sprechen, normal ist, sowohl die Sprache  diesseits  als auch jene jenseits der Grenze aktiv zu beherrschen.
  2592. In meinen Formulierungen sind leider auch  unlebendige  Dualismen  vorhanden, die Übergänge und Zwischenlösungen ausblenden. Das kann ich  nur damit entschuldigen, dass diese polemischen Zuspitzungen einen Grundkonflikt deutlich  machen sollen, und  Zeit und Raum für die Darstellung von Zwischenlösungen fehlen.
  2593. Fernsehen ist kein Leben aus zweiter Hand, sondern etwas, das aus einer Maschine kommt.
  2594. "Wir können die Probleme der heutigen Zeit nicht mit derselben Denkart lösen, die jene Probleme hervorgebracht hat" (Albert Einstein zit. n. Mojib Latif). Das zeigt, dass die Lösung nicht allein eine technische sein kann, sondern  die Bemühungen viel tiefer gehen müssen.
  2595. Grundsätzlich auf den Verzicht zu verzichten, wäre das Ende aller Kultur. Die Fähigkeit zur Selektion ist eine Kulturleistung.
  2596. Wenn das Bewusstsein allein zeitgemäß ist, kann man nicht alternative denken. Das zu können, ist aber ein Wert an sich, auch wenn noch lange nicht ausgemacht ist, ob die Alternative besser ist. 
  2597. Der normative Gehalt der Moderne wird entscheidend von der Wirtschaft bestimmt.
  2598. Wir dürfen uns aus der oft berechtigten Angst, falsch zu liegen, nicht vor der Aufgabe der Sinnvermittlung drücken. Aber wir müssen ständig die Möglichkeit der Fallibilität mitbedenken. 
  2599. Erblindete Subjektivität hat nur noch die Selbsterhaltung in Warenform zum Gegenstand und damit kein Organ mehr für das Gute, Schöne und Wahre. 
  2600. Jetzt die  Klimadebatte und -schutz zu beenden, heißt Aufschiebung mit gleichzeitiger Verschlimmerung für nachkommende Generationen. 
  2601. Wenn das Wirtschaftswachstum sich ändert, muß sich notwendigerweise der Lebensstil auch ändern. Das nicht machen zu wollen, ist infantil.
  2602. Die Lenkungswirkung von Preisen ist je nach Waren- und Dienstleistungsangebot entweder neurotisch hoch oder  nicht nachvollziehbar gering.
  2603. Graeme Maxton, a fellow of the international think-tank, The Club of Rome, told the BBC's Asia Business Report that the world "had become obsessed with growth".
  2604. Wer allein Aktuelles und Zeitgemäßes gelten lässt  und  nicht reflektiert, welche Einstellungen und Konzepte Informationen aktuell und zeitgemäß  machen, wird von seiner Zeit determiniert. Dass das höchst gefährlich ist, belegt die Geschichte hinreichend. 
  2605. Konsumorientierter Materialismus ist die drastische Schwundform des philosophischen Materialismus.
  2606. Zwei entgegengesetzte Tendenzen: Die aktive Teilnahme wird immer geringer, die Beobachterperspektive ohne Erkenntnisinteresse und Veränderungswille nimmt zunehmend mehr Zeit ein.
  2607. Die Erde gab es bereits vor der Menschheit, aber  nun hat der Mensch die Ausgestaltung der Evolution selbst in die Hand genommen (Anthropozän). Das ist der Weg von der Metaphysik zum Subjektivismus. Erst erkennt der Mensch die Welt, dann baut er sie mit Hilfe der Technik nach seinen eigenen Bedürfnissen um. Das Ziel ist  die Ersetzung von natürlichen Prozessen durch künstlich-technische. Warum? Letztere beherrscht (Herrscher!) der Mensch vollkommen, dadurch ist er nur bei sich, es gibt nicht das Fremde und nicht das Andere. 
  2608. Konsumorientierter Materialismus ist  die drastische  Schwundform des philosophischen Materialismus. 
  2609.  Was hast du für den Klimaschutz getan? Wie sieht deine Energiebilanz aus? Reduktion, Konstanz oder Steigerung?
  2610. Wenn ich eine Funktion des jeweiligen Warenkorbs bin, wird zwangsläufig mein Energie- und Materiebedarf pro Zeiteinheit steigen. 
  2611. Wir leben in einer Demokratie, wofür ich  sehr dankbar bin. Jeder Bürger hat seine Rechte, aber auch Pflichten – und zu den Pflichten gehören ökologisch notwendige Normen, die es einzuhalten gilt. Es wäre hier falsch, die individuelle Verantwortung auszublenden und nur strukturell zu argumentieren. 
  2612. Wenn Transzendenz  als nicht existent genommen wird, ist die Bedingung für die Ersetzung der natürlichen Erdoberfläche in eine künstliche geschaffen, was real aber deren Zerstörung heißt. 
  2613. Ob bewusst oder unbewusst, ob gewollt oder ungewollt, Tatsache ist, wir schaffen wie eine neue Erde, die aber immer schlechter "funktioniert". 
  2614. Die Bedürfnisse des Menschen als Rahmen zu sehen, genügt nicht, zumal sie gar keinen Rahmen bilden.
  2615. Nach Robert Redford  wandelte sich  Los Angeles nach seiner Kindheit im grünen Westen der Stadt zu einer „Riesenmaschine aus Häusern, Beton und Asphalt“.  Das ist übrigens kein individueller Prozess, sondern ein universaler. Und: Los Angeles ist überall. 
  2616. "Die Weltbank warnt in einem  neuen Bericht vor den Folgen der Klimaveränderungen für die Entwicklungsländer." Oder muss man selbst  die Weltbank zu den "Panikmachern" zählen?
  2617. Grundsätzlich haben sich  alle Politikfelder und individuellen Bedürfnisse  dem Primat der Ökologie unterzuordnen, d. h. sie dürfen ihre genuinen Ansprüche nicht über ihr Maß ausdehnen. Das ist aus meiner Sicht auch das „Wahrheitsproblem“ der Grünen, die die Ökologie nicht zu ihrem Zentralanliegen und –konzept gemacht haben. Viele ihrer Forderungen fehlt der ökologische „Rahmen“. 
  2618. Wir müssen eine lebenswerte Welt schaffen, aber Lebensqualität darf nicht  einseitig mit Konsum gleichgesetzt werden. So wird in unserer eindimensionalen Warengesellschaft letztlich aus jeder Sozialhilfe kaufbare Ware, die wiederum das Wirtschaftswachstum fördert, was wiederum Materie und Energie verbraucht und die Umwelt belastet.
  2619. Griechenland, das Europa ihr Fundament gegeben hat,  muss nicht von den Türken oder von anderen Nationen lernen, aber die Griechen  müssen einsehen, so denke ich momentan,  dass globales Wirtschaften und global bestimmter  Konsum eine unaufhebbare Einheit bilden. Will man aus guten Gründen nicht so wirtschaften, ändert sich auch zwangsläufig Qualität und Quantität des Konsums. Man kann nur beide Bereiche ändern.
  2620. Anpassung ist grundsätzlich sinnvoll und unvermeidbar, aber sie muss immer kritisch begleitet werden, so dass man sie gegebenenfalls abbricht und sich ihrer entzieht.
  2621. Gegenwärtiger Freiheitswille artikuliert sich überwiegend gegen die Einschränkung oder Verbot von schädlichen Produktionen nach dem Motto „Freiheit für alles, was auf dem Markt ist
  2622. Aus einer Rezension der ZEIT zu Jared Diamonds: Das Vermächtnis: "Diamond hat stets mit dem ökologischen Hintergedanken geforscht, ob sich durch seine Studien die Lernfähigkeit der ressourcenverschlingenden Amerikaner befördern lasse: die Fähigkeit, zu verstehen, dass der amerikanische Lebensstil selbstzerstörerisch ist, mit irreversiblen Folgen."
  2623. Tendenz:  Aus der Fülle der Elemente und Beziehungen innerhalb eines Systems wird zunehmend ein (1) bestimmtes Element oder eine Beziehung  verabsolutiert, so  allein das Ergebnis eines Spiels, während alle anderen Aspekte wie Schönheit, Kampf, Glück, Begeisterung der Zuschauer usw. aus dem Blick verschwinden.  Ich frage mich, ob nicht die gleiche Abstraktion  in der Bewertung der Gesamtwirtschaft vorliegt, wenn eine Zahl wie ihre Wachstumsquote verabsolutiert wird,  und Aspekte wie genügendes Angebot und dessen Qualität, Zufriedenheit der Konsumenten und Produzenten,  gerechte Preise,  ökologische Verträglichkeit unberücksichtigt bleiben.
  2624. Es gibt auch ein Kinderrecht auf weniger Konsum. 
  2625. Es gibt ein Optimum von Konsum, zu wenig schwächt die Lebenskraft, zu viel macht blöde.
  2626. Der globale Ökonomismus, so gut er es auch meint und teilweise ist, muss gebändigt werden. Das ist die denkbar schwerste Aufgabe, vor die die Menschheit steht. Die Alternative ist vielleicht ein human-ökologischer Konservativismus.
  2627. Widersprüche: Gleichzeitig den Konsum der Gegenwart für sich zu verlangen, aber in der Produktion traditionell sich zu verhalten. Oder: Man geht  zu dem billigsten Friseur der Stadt und gleichzeitig beklagt man sich, dass die Friseure durch Niedriglohn ausgebeutet werden. Das kann man für alle Kaufakte verallgemeinern.
  2628. Das Problem sind nicht die Zahlen an sich,  sondern ihre zunehmende Verabsolutierung, so dass sie für die Dinge selbst gehalten werden. Die Zahlen fressen die Dinge. 
  2629. Das Entscheidende am Ökonomismus  ist die von ihm erzeugte mentale Einstellung: die Verabsolutierung der Kosten-Nutzen-Beziehung. So verschwinden alle anderen Werte wie Religion,  Tradition, Ästhetik,  Spontaneität, Rituale,...., wenn sie materiell sich nicht rechnen.
  2630. Das dominierende Subjekt in den gesellschaftlichen Prozessen ist nicht der individuelle Bürger, sondern die autonome Bewusstseinsindustrie. Ein  Beleg für diese Behauptung wäre die hohen Einschaltquoten für bestimmte Fernsehsendungen,  die  Zeit, die täglich  vor den Medien verbracht werden oder die  Präsenz von Werbung im realen Alltag.
  2631. Ein Lob dem Widerstand und den Schwierigkeiten. Ihnen aus Gründen der Bequemlichkeit aus dem Wege zu gehen, macht dumm. Das reicht vom Navigator über Unterhaltungsmedien bis hin zur Nutzung für auch die kleinsten Distanzen. 
  2632. Wer für Wirtschaftswachstum ist, kann aus  strukturellen Gründen,  wer nationalistische und/oder rassistische Gedanken hat, kann aus ethischen Gründen nicht konservativ sein. Übrigens ist die CDU mehrheitlich nicht konservativ, sondern primär eine Wirtschaftsförderungspartei, die Traditionen  nur dann leben lässt, wenn sie nicht für die Wirtschaft hinderlich sind. 
  2633.  Die Elbharmonie ist Ausdruck des Zeitgeistes, so spektakulär wie irgendmöglich zu sein. Das Spektakuläre ist zu einem Basiswert geworden. 
  2634. Das Zerstörungspotential, das die Erde vernichtet kann, wird immer größer. Extrapoliert man den gegenwärtigen Stoffwechsel  von Natur in „Kultur“, dann spricht fast alles für die Zerstörung der Erdoberfläche, die Leben zulässt. Da muß schon ein deus ex machina helfend eingreifen. Einzige realistische  Lösung: den Stoffwechsel verlangsamen in Richtung Nachhaltigkeit, d. h. vom linearen Wachstum zur zirkulären Produktion kommen. Die gegenwärtigen Produktionsflächen und –anlagen müssen genügen. Das ist rationale Überlegung und keine Panikmache.
  2635. Ausschließlich konsumoriente Menschen haben einen  Tunnelblick, der nur den Blick auf  Waren ermöglicht. Sie haben deshalb keine Möglichkeiten,  außerhalb der Warenwelt zu sehen und zu denken. Denken und Handeln beschränkt sich  auf die Selektion des jeweils günstigsten Angebots. Die Fähigkeit, in Alternativen zu denken, ist verlernt bzw. Alternativen werden gekauft, also  nicht selbst entwickelt. Ein Überschreiten oder eine Negation dieser Warenwelt steht  gänzlich außerhalb des Möglichen.
  2636. „Wie der Staat eine Konstitution haben muss, so der einzelne Mensch für sich selber eine: Die Symphonien und ihre Tendenz zur Eigenwilligkeit“ (Beethoven). Das entspricht  in der Erkenntnis der  Einheit von Phänomen und Begriff. Mir scheint das im Zeitalter der wahllosen Reizüberflutung von existentieller Bedeutsamkeit zu sein. Aber die individuelle Konstitution darf nicht eine bloße Übernahme sein, das lehrt uns die Geschichte und die Zeitanalyse,  sondern ist größte und schwierigste Aufgabe, vor die ein Mensch gestellt ist.
  2637. Theodor W. Adorno hat das Hören von schönen Stellen der Musik als das unangemessene Verhalten von Dilettanten attackiert, die aus großen Sätzen von komplexer Architektur Melodien „herausklauben und, anstatt deren Impuls zu folgen und weiterzugehen, infantil nach ihrer starren Wiederholung verlangen“.  Das ist der Grund, warum ich  keine Filmmusik in Klassiksendern, Auto-, Bus- und Flugzeugfahrten direkt zum Ziel, Bahnen zu Bergspitzen und Zusammenfassungen aller Art nicht leiden mag.  Und ein zusätzlicher Gedanke: Jede Liebe beginnt sicherlich mit „schönen Stellen“, aber wenn sie sich nicht in Richtung Ganzheit entwickelt, wird sie scheitern.
  2638. Die zeitgemäße Lebensweise  lässt Muskeln und den kinästhetischen Sinn verkümmern.  Das ist ein wesentlicher Verlust, der von der Mehrheit der Zeitgenossen nicht bemerkt wird.
  2639. Trotz elektronischen Readern, Online-Zeitungen und -Büchern, bin ich nach wie vor der Meinung, dass die Haptik eines Buches durch nichts auf dieser Welt zu ersetzen ist. Mir scheint überdies die Lebensdauer eines gedruckten Bandes jener von digitalen Geräten um Längen voraus. In Zeiten der Kurzlebigkeit ein echtes Qualitätskriterium und Argument für das physikalisch greifbare Buch" (René P. Moor | Freischaffender Fussgänger).
  2640. Selbsterhaltung und Selbstbestimmung sind zwei wichtige Aufgabe, vor die der Mensch gestellt ist. Selbstbestimmung auf Kaufverhalten zu reduzieren ist zu wenig. 
  2641. Im von Medien dominierten Existieren gibt es keine Selbsterfahrung, auch, weil dazu keine Zeit ist.
  2642. "Die Mehrzahl der 18- bis 25-jährigen Deutschen weist mindestens einen der Risikofaktoren Übergewicht, Rauchen oder Bewegungsmangel auf. Häufig seien 50- bis 60-Jährige fitter als diese jungen Männer" (aus einer Studie der Deutschen Sporthochschule Köln).
  2643. Aus meiner Perspektive kann man gegenwärtig drei politische Hauptpositionen ausmachen: a) die konservativen Wirtschaftswachstumsförderer b) die Umverteiler und c) die Eigenbeweger.
  2644. Von den Seehunden lernen: Sie sind in der Lage, beim Tauschen ihre Ohren zu schließen. In Analogie sollte wir die unserigen und unsere Augen gegen die Flut von Werbungen und Trashkultur verschließen oder aus dem Wege gehen. 
  2645. Oft wird schlechtes Verhalten von Menschen als tierisch bezeichnet. Damit tut man den Tieren Unrecht.
  2646. Immer mehr Menschen wohnen in Städten, aber sie sind keine Städter, d. h. sie sind im Alltag  keine Bürger dieser Stadt.
  2647. Im Internet werden  alle Befehle sofort  realisiert. Das wird verallgemeinert.  Deswegen hat man hat  keine Geduld mehr gegenüber zeitverbrauchenden Prozessen, und man flüchtet in Unterhaltungsmedien, die Zeit fressen, ohne dass der Konsument es bemerkt. 
  2648. Die Fähigkeit zur Selektion ist eine Kulturfähigkeit, ja, eine Überlebensnotwendigkeit, die notwendiger ist als je zuvor.
  2649. Da  „konservative“ Linke allein auf  Mehrwertkritik, und nicht auf Wertekritik setzen, kritisieren sie nicht den „Kuchen“ (das, was produziert wird), sondern nur dessen Verteilung und bedingt und halbherzig dessen Herstellung.  Das erklärt nicht nur die Kritiklosigkeit vieler Linken gegenüber der  Technik und den gegenwärtigen  Waren, sondern sogar deren Bejahung. Wegen dieser Verengung stützen übrigens diese Linken objektiv auch die Interessen des Kapitals am nationalen und globalen Wachstum: Allen ihr  Auto.
  2650. Die Voraussetzung für Dingerfahrung ist Bildung, die Voraussetzung für Bildung ist Dingerfahrung. Beide Erfahrungen brauchen ihre Zeit und stehen in einem wohl proportionierten Verhältnis, das dynamisch ist.
  2651. Es geht gegenwärtig  primär nicht um die Verteilung des Kuchens, sondern um dessen Beschaffenheit.
  2652. Freiheit ist auch immer auch Freiheit von etwas. Diese Möglichkeit können wir in der eindimensionalen Warenwelt  nicht mehr denken.
  2653. Lebensqualität ist auf jeweilige Warenangebot  verengt. Dadurch entsteht ein Gefängnis
  2654. In der Innenstadt  bekommt man schon längst  nicht mehr alles Lebensnotwendige. 
  2655. Physiologische Grundlage meiner Gesellschaftskritik: Erfahrungen  und Erkenntnisse haben drei Quellen (nicht zwei, wie Kant meinte):  Raumerfahrungen (Präsenzerfahrungen) speisen sich aus  muskulären und kinästhetischen Tätigkeiten, sinnliche Erfahrungen aus den Sinnesorganen, geistige Erkenntnisse aus dem Verstand. Die Raumerfahrungen sind die ersten, die  Neugeborene machen. Sie sind das Fundament aller weiteren Erfahrungen und Erkenntnisse und müssen ständig (auch im Alter) „aufgefrischt“ werden. Tendenziell werden in der motorisierten Gesellschaft (Industriegesellschaft)  Raumerfahrungen nicht mehr gemacht, die sinnlichen Erfahrungen beschränken sich auf mediale und die geistigen Erkenntnisse auf pragmatische.
  2656. Die Mehrwertkritik muß durch  eine Wertekritik erweitert oder gar ersetzt werden.
  2657. Der Marktwirtschaft fehlt eine Orientierung und Besinnung auf substantivistische Vorstellungen vom Guten. Als einziger und legitimer Wertegenerator wird in der Markttheorie das isolierte Individuum anerkannt. Aber auch dem Tausch liegt eine Moral zugrunde: die Verfasstheit als eine Vertragsbeziehung zwischen freien und gleichen Individuen. Diese Moral gilt es aufzuheben.
  2658. Gewachsene Schönheit bzw. formvoll Gewachsenensein gilt es so weit wie möglich zu respektieren.
  2659. Der dominierende Prozess der Gegenwart: Der Vermotorisierung des Lebens.
  2660. Beim Begrifffsrealismus geht es um die Realität von Begriffen bzw. Ideen (objektiver Idealismus), deren Existenz nicht wissenschaftlich beweisbar  sind. Beim falschen Bewusstsein dagegen, geht es um die angebliche Realität der begrifflich definierten Elemente, die von allem Besonderen abstrahieren; deswegen sind  Kollektivurteile. die allein auf einen (abstrakten) Begriff beruhen, grundsätzlich zu meiden.
  2661. "Begriffe ermatten", so die Entwicklung vom Ende des vorigen Jahrhunderts dominierenden Ökologie zur gegenwärtigen Nachhaltigkeit, die in Zukunft von dem Begriff der Eigenbewegung abgelöst werden wird.  Der inhaltliche Kern ist aber identisch - meine zumindest ich. 
  2662. Im PC und in Büchern  sind nur Signifikanten, im Gehirn müssen aufeinanderbezogene Signifikanten und Signifikate vorhanden sein.  Das ist der Unterschied zwischen Medium und menschlichem Geist.
  2663. Die Bismarck galt  als unsinkbar, die Erde gilt als unzerstörbar.
  2664. Berlusconis  Aussage, dass Italien  unregierbar sei,  muss an sich politisch nicht negativ sein, so wenn sich die Bürger und Kollektive vernünftig selbst regieren.
  2665. Industrie und Sport stehen in einem komplementären Verhältnis. Eine von der Industrie bestimmte Lebensweise lässt Eigenbewegungen nur noch als Sport zu, der zudem zunehmend mehr Ausgaben verlangt. 
  2666. Auch Flüsse haben Schönheit und Würde, die durch Uferstraßen und anderen einengenden Bauten massiv beeinträchtigt wird. Ein Gegenbeispiel ist die Oos in Baden-Baden.
  2667. Eine Forderung: Generationsgerechtigkeit bestimmt die aktuelle soziale Gerechtigkeit.
  2668. Moderne will alles kontrollieren, um zu herrschen und beherrschen.
  2669. Verhexung durch Sprache: die Vermehrung der Wirtschaft mit dem organischen Begriff des Wachstums gleichzusetzen. Gleiches gilt für Autoabstellplätze, wenn sie  als Parkplätze  bezeichnet werden. 
  2670. Entscheidend sind die  Gedanken in einer sprachlichen Aussage oder in einem Text. Die Nationalsprache, in der die Gedanken ausgedrückt werden, spielt eine untergeordnete Rolle und wird meistens sehr überschätzt. Denn was ist ein schlechter Gedanke wert, auch wenn er in meiner Sprache ausgedrückt wird? Nichts!
  2671. Die Lösung des bisher ungelösten und sich zuspitzenden Konflikts zwischen Ökologie und Wirtschaft ist die Hauptaufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Das muss allen voll und ganz bewusst werden.
  2672. Zur Zeit der Grünen Liste, ab 1975 bis ca. 1985,  ging es uns nicht um Parteipolitik, sondern zuallererst um  Entwurf, Praxis und Durchsetzung eines alternativen Lebensstils. Die Realisierung dieses  Ziels halte ich nach wie vor für notwendig und sinnvoll.
  2673. Eine Gegenpostion: Von 1945 bis ca. 1955 war Wirtschaftswachstum (quantitativ verstanden) in Deutschland sinnvoll und auch in diesem Umfange ökologisch vertretbar.
  2674. Bildung hat ein stark qualitatives Moment der Steigerung, der Konsum ein stark quantitatives Moment des Mehr. Anders ausgedrückt: Bildung zielt auf Höheres, Konsum auf bloße Vermehrung.
  2675. Städte gewönnen erheblich an Lebensqualität, wenn sie sich von Privatautos befreiten. Viele der montonen Vororte könnten dann problemlos zurückgebaut werden. 
  2676. Ein Dilemma von vielen dieser Art: Unsere Terasse ist von den Autoabgasen mit einer schmierigen Dreckschicht überzogen, die ich nicht per Hand entfernen kann. Nehme ich den Hochdruckreiniger, verbrauche ich Strom. 
  2677. Schnelle Erreichbarkeit eines Ortes durch viele Menschen impliziert unweigerlich zumindest eine Teilzerstörung.
  2678. Selektieren und Sichverweigern sind grundsätzliche Kulturfähigkeiten.
  2679. "Seeing is believing". Deshalb bedürfen  Wahrnehmungen, Bilder und Filme immer einer  begrifflich kritischen Begleitugng. Diese Begleitung nenne ich Bildung.
  2680. Hat es je ein Zeitalter gegeben, dass so selbstbezogen  war wie das unserige?
  2681. Überall der gleiche Film: „Gewerbegebiete, Infrastrukturmaßnahmen und Baugebiete verdrängen in Schleswig-Holstein täglich landwirtschaftliche Nutzflächen  in einer Größe von 13 Fußballfeldern.“ Und: „Knapp die Hälfte aller Affenarten ist vom Aussterben bedroht. Die Zerstörung ihres Lebensraums, illegaler Handel und die Jagd auf Affenfleisch stellen die größten Gefahren dar“ (Flensburger Tageblatt v. 16. 10. 12).
  2682. Die Demokratie wird massiv von der Technokratie eingeschränkt und ausgehöhlt.
  2683. Was nützt es, wenn alles kostenlos ins Netz gestellt wird – und keiner liest es?
  2684. Moderne Zivilisation trennt und isoliert. 
  2685. Mit dem Verschwinden der realen Welt verschwindet das Subjekt
  2686. Einseitige Konsumorientierung verursacht Verblendung und narkotisiert.  
  2687. Etwas umsonst zu bekommen, heißt immer auch, dass man selbst leer ausgeht.
  2688. Coincidentia oppositorum: Alles und Nichts: Wer alles hat, hat nichts.
  2689. An die Stelle der weggezogenen bzw. zerstörten Dinge rückt die Abstraktion nach. 
  2690. Die Dinge können in unserem modernen Bewusstsein nur das, was ihnen die Naturwissenschaft „erlaubt“. Andere Verhaltensweise ignorieren wir, z. B. ihren Schmerz. Deshalb  ist es für den modernen Menschen befremdlich, den Dingen Eigenrechte zuzugestehen. Die Dinge der Natur dürfen nur für sich sein, solange sie nicht unsere Begierden auslösen oder uns nicht stören. Aber wenn  wir die Dinge beherrschen, zerstören wir sie – und letztlich auch uns selbst.
  2691. Fetischismus ist aus meiner Sicht grundsätzlich ein positiver Begriff, wenn er angemessen universalisiert wird, d. h. er darf kein Kitsch sein. In den Fetisch werden Kräfte projiziert, die helfen sollen. Also genau das, was Natur und Leben leisten.
  2692. Gefahr, dass das Nationale das Regionale zerstört, weil das Umfassende und Allgemeine nicht gut das Besondere erträgt, sondern  es homogenisiert.
  2693. Rein wirtschaftliches Denken ist unmoralisch. So ist jeder Kaufaktt ein politisch-moralischer Akt. Diese politsche und/oder moralische Dimension muss in die Entscheidung mit einfließen.
  2694. Die Welt wird zwar grauer, aber dafür werden die Bilder immer bunter und größer.
  2695. Grundwiderspruch in der modernen Zivilisation: Ständig vermehrter Einsatz von motorenangetriebener Technik verlangt  mehr Energie bei ständiger  Zurückdrängung der Eigenbewegung.  
  2696. Landschaften  verändern  nicht ihr  Gesicht, sondern werden „entlandschaftet“  durch moderne Industriebauten und Vergrößerung des Autostraßennetztes.
  2697. Moderne eliminiert Subjektivität und Transzendenz.  
  2698. Objektivität wird mit hohen Verlusten bezahlt. Sie liegt jenseits subjektiver Sinngebung.
  2699. Es entstehen Pathologien, wenn die Differenz zwischen real und virtuell eingeebnet wird. Dazu äußert sich unkritisch  Dieter Kempf, Präsident der Bitkom: "Die Trennung zwischen viruteller und realer Welt existiert für viele Kinder überhaupt nicht - sie leben in einer digital-analogen Realität."
  2700. Die Schwundform des Tauschaktes: Zwischen Verkäufer und Käufer gibt es keinen keinen persönlichen Kontakt.
  2701. Wenn die Bürgersteige einer Stadt nicht mehr begangen werden, liegt der Schluß nahe, dass ihr die Bürger abhanden gekommen sind.
  2702. Hans Kollhoffs (Architekt) Attacke gegen die funktionalistische Moderne: „ Ein Bekenntnis zur Stadt finde man heute eher in südamerikanischen Slums. Bevor hierzulande alles unter Shopping Centern verschwunden sei, müsse man handeln, und das heiße: Architekten von den alten Innenstädten fernhalten“ (FAZ, 24. 9. 12).
  2703. Ein  Befürworter der funktionalistischen Moderne: “Wo ich wohne, habe ich Liedl und Aldi, eine Bank, das Gewerbegebiet ist in der Nähe  und zur Autobahn ist es auch nicht weit. Was will ich mehr?.“
  2704. Natürliche oder hergestellte Dinge bestimmen unser Leben, sie helfen oder schaden uns. Da wir Menschen über Freiheit verfügen, können wir oft (nicht immer!) entscheiden, ob wir uns einem bestimmten Ding aussetzen oder nicht. Aber wir dürfen die Dinge auch nicht versklaven.  Das alles zu bedenken, ist eine wesentliche Aufgabe, die Bejahung, aber auch Kritik verlangt.  
  2705. Gegen Einseitigkeit, wenn sie nicht stimmt: Beide, Gläubiger (aktuell Banken) und Schuldner (Individuen und Kollektive),  müssen sich ethisch  verhalten. 
  2706. „Warum sich das Leben  unnötig schwer machen?“ sagt ein  Bekannter kopfschüttelnd, als er hört, dass wir beim Wandern das Gepäck selbst tragen wollen, statt einen Gepäckdienst in Anspruch zu nehmen. Diese Gleichsetzung und Verallgemeinerung für alle Tätigkeiten ist  ein Beispiel für den existenziellen Fehler, die  Differenz von Eigenbewegung und Fremdbewegung  einzuebnen. Denn  erst in der zumutbaren Eigenbewegung wird der Mensch zum Menschen.
  2707. Je künstlicher die Welt wird, desto mehr gute und schlechte Möglichkeiten entstehen. Letztere verlangen nach mehr inneren und ggf. äußeren  Normen.
  2708. Ein Lob der Grenze. Ohne sie gäbe es nur einen Einheitsbrei. Aber es muss immer bedacht werden, dass das Jenseits der Grenze nicht schlecht, sondern anders ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen.
  2709. Freiheit bewirkt  die Grenzen und Unwägbarkeiten der Sprache, denn die nicht zu bändigende Freiheit  gehört zum Leben und damit zur Sprache. Eliminiert man die Freiheit, entsteht zwar Sicherheit, aber zum Preis der Erstarrung.  Die herkömmliche Naturwissenschaft und Technik lassen keine Freiheit zu. Das ist sinnvoll, wird aber inakzeptabel, wenn die Existenz der Freiheit grundsätzlich abstritten wird. 

  2710. Durch intensives Betrachten eines oder weniger Bilder entsteht Deutlichkeit, bei intensivem Bedenken von Wörtern Wahrheit.

  2711. Ich denke, dass das Foto keine Abbildung, sondern primär ein bedeutungsloses Zeichen ist, das erst vom Betrachter mit Bedeutungen aufgeladen werden muss. Trotzdem stimmt es, dass von fotografischen Bildern  eine einzigartige visuelle Kraft ausgeht (James Elkins).  Es gilt,  den Reichtum einer jeden einzelnen Fotografie  zu wecken, d. h.  die visuelle Aufmerksamkeit  zu stärken (eventuell sogar mit Hilfe einer  Lupe) und nicht in der und durch die Bilderflut  zu schwächen.
  2712. Sollte  nicht die absolute Armut Gegenstand der Sorge sein? Die heute breit diskutierte relative Armut wäre, wenn die Lösung für alle im  oberen Konsumbereich gefunden würde, ökologisch höchst problematisch werden. 
  2713. Nach Augustinus hat Gott  nicht nur die Dinge geschaffen, sondern den Menschen Hinweise gegeben, wie mit ihnen umzugehen sei. Dieses Wissen existiert in uns - aber je nach Situation in unterschiedlichen Intensitäten.
  2714. Die unheimlichsten Verluste sind die, die nicht mehr gefühlt werden (Erhard Kästner).
  2715. Die wirkliche Wirklichkeit wankt wie ein angezählter Boxer, alles deutet auf eine Niederlage hin.
  2716. Das Bewusstsein wird gewissermaßen zu einem Film, unabhängig vom eigenen Körper und von der äußeren Welt. Das Bewusstsein vertritt hier eine nominalistische Erkenntnisposition, d. h. über die Welt jenseits des Bewusstseins lässt sich nichts mit Sicherheit aussagen und wird deswegen für das Bewusstsein uninteressant. Das Außen liegt in dieser Beschreibung zwischen Bewusstsein und den Körpern, dem eigenen und den fremden.
  2717. Das Internet ist nahezu ein universales Buch, das auf Signifikantenebene fast alle Fragen in Sekundenschnelle beantwortet. Das ist sicherlich ein großer Wert. Aber genau dieser Wert wird oft zum Nachteil, denn wenn ich  einen Text schreibe, tauchen viele Fragen in meinem Bewusstsein auf, die absolut nichts mit meiner Aufgabe zu tun haben. Sie lösen  wohl eine Art von Ersatzhandlung aus  oder sind schlicht eine Flucht von der eigentlichen Arbeit. Wie auch immer, sie  unterbrechen  meinen lebendigen Gedankengang und zerstören  ihn meistens auf Dauer. Ich komme nur sehr schwer wieder in die Spur. Ist das nur mein Problem? 
  2718. Zeitgemäß: Auf die Frage, wie das Wetter sei, antwortet er "Ich habe noch nicht ins Internet geschaut.".
  2719. Noch ein Minderheitsvotum? „Ich brauche keine Kultur, keine Bildung und erst recht nicht Umweltschutz, sondern ich brauche etwas zum Beißen, ein vernünftiges Dach über den Kopf, einen Fernsehapparat und billigen Sprit für mein Auto und Motorrad.“
  2720. "Immer mehr Menschen verlassen sich auf digitale Helfer, weil diese ihnen geistige Arbeit abnehmen - ähnlich wie Rolltreppen, Fahrstühle und Autos uns körperliche Arbeit abnehmen. Die Auswirkungen mangelnder körperlicher Betätigung auf Muskulatur, Herz und Kreislauf sind bekannt. Das es sich mit unserem Geist ähnlich verhält, hat sich noch nicht rumgesprochen " (Manfred Spitzer).  
  2721. Wer die neuesten Waren erworben hat, die der Markt anbietet, ist heute modern
  2722. Der Alltag wird zunehmend entmenschlicht. Das ist wortwörtlich zu nehmen. Die Zahl spontaner Begegnungen mit Menschen nimmt repide ab.
  2723. Nicht nur Waren, dem Geld und schließlich dem Kapital werden  Eigenschaften zugeschrieben, die diese in Wahrheit nicht haben, was Marx unter den Begriff Fetischismus abhandelt, sondern das gilt zunehmend auch für Bilder.
  2724. Symbole ersetzen zunehmend Dinge – aber  wir bemerken den Wechsel nicht und meinen, noch immer ungefährdet in der Dingwelt zu sein.
  2725. Eine für den Menschen ungewöhnliche Perspektive „Was Sachen mit uns machen“ (Roger-Pol- Doit). Dieses "Machen" kann hilfreich sein (z. B. ein Stuhl) oder einschränken (z. B. ein Auto).
  2726. Die Materie ist uns eine sehr fremde Mutter.
  2727. Auch in moralischer Hinsicht ist Kritik im Sinne von krinein (unterscheiden)  unverzichtbar.
  2728. Der moderne Blick entkleidet Dinge und Menschen  von Sinn und Zeit. Deswegen haben es Beziehungen auf Dauer immer schwieriger.
  2729. „Es gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen“ (Heidegger).
  2730. Gewinnstreben ist akzeptabel, ja notwendig, wenn sinnvolle Produkte hergestellt werden. Inakzeptabel ist abstraktes Gewinnstreben an sich, wenn der Gewinn ohne die Berücksichtigung des Was und Wie angestrebt wird. 
  2731. Wirtschaftswachstum erzwingt unumgänglich Herrschaft über die Natur, weil die Natur zu Rohstoffen für Waren wird.
    Wenn gesagt wird, man fange Wale zu wissenschaftlichen Zwecken, ist das eine Lüge. Denn, was soll daran wissenschaftlich sein? Höchstens das Wissen um das Töten und um den Gewinn. 
  2732. Ich denke, dass  das Wetter in unserem Alltagsbewusstsein, nicht aus der Perspektive seines Wandels, einen zu großen Platz  einnimmt.  Ist das schon den geschönten Bildern in den Medien geschuldet?
  2733. Vielleicht ist der einfache italienische  Stil eine Reaktion auf die Fülle der Dinge.  
  2734. Wenn  Welt mit Medium gleichgesetzt wird, wird es für die Welt gefährlich.
  2735. Die modernen technischen und organischen Strukturen verhindern stetige Begegnungen und Beziehungen
  2736. Grundsätzlich gilt: Ein Knopfdruck  schaltet ein Gerät ein (on) und den Menschen aus  (off). Oder: Wer etwas einschaltet, schaltet sich gleichzeitig selbst aus. 
  2737. Wenn schon Zeichenwelt, dann sollte sie substanziell sein und Niveau haben - und nur zeitlich begrenzt aufgesucht werden.
  2738. Unser Zeitalter will einerseits Freiheit von  Sinn, andererseits ist sie ständig auf der Suche nach Sinn. 
  2739. Heute besteht wenig Interesse an substanziellen Analysen, sondern das  Interesse hat sich auf Darstellungen von  Gefühlen im weitesten Sinne verlagert. 
  2740. Ausgewähltes und das Nichtausgewählte in den Medien verhalten sich  wie  das Aktuelle und das Virtuelle. Beide verändern ihre Modalität durch einen einfachen Tastendruck
  2741. Das kleine Restaurant in Sète hat seit Jahren  elf Tische,  obwohl es ständig  voll besetzt ist. Wäre das nicht ein Modell für die Zukunft, als eine neue Logik des Wirtschaftens?
  2742. Natürlich kann man sich auf Inhaltsebene mit wenigen Wörter und Strukturen sehr befriedigend unterhalten, weil die Beziehungsebene stimmt. Aber genügt das auf Dauer?
  2743. Ein  Londoner  ist in der ersten Woche der Olympiade 2012 nach Spanien geflüchtet, hat aber von dort im Fernsehen  intensiv die Spiele verfolgt. War er wirklich weg?
  2744. Selbst Macht und Werte sind nach Baudrillard heute Simulacra
  2745. Ein Trick, um den Realitätseindruck in den Medien zu stärken: Ein Teil wird explizit als Simulacrum ausgewiesen, so bekommt der Rest (scheinbaren) Realitätscharakter. Der Fernseher im Auto. 
  2746. Theoriearbeit ist immer begriffsgesteuert. Fernsehen zerstört die Begriffe, macht sie fließend und damit unbrauchbar. 
  2747. Was bleibt von der „wirklichen Wirklichkeit“ noch übrig?
  2748. Heute ist die ökologische Thematik wichtiger als soziale Differenzen an sich  ohne inhaltliche Bestimmung.
    Autrefois  und aujourd´hui auf einer Fotografie von einer Straße am  Kanal von Sète: einmal mit Menschen, einmal mit Autos. 
  2749. Die Verluste sind gegenwärtig gewaltig, aber in der Vergangenheit waren sie ebenfalls gewaltig (man denke in Deutschland nur an die Herrschaft des Nationalsozialismus).
  2750. Weil Bilder in der Regel täuschen, halte ich es für legitim und praktisch,  sie in bestimmten Situationen nicht zur Kenntnis zu nehmen.  
  2751. Fernsehen: Die zentralperspektivische Anordnung ist gesprengt, alle schauen allen zu  Der televisionäre Raum hat keine lineare Perspektive und auch keine Tiefe mehr, alles wird zur zirkulierenden Information.
  2752. Eine Stadt braucht Gesichter und Wörter, also lebendige Menschen und Geschichten.
  2753. Vielleicht ist der Mensch so gestrickt: Diktaturen bis ihn beherrschenden Techniken wie Auto und Fernsehen liebt er, ja vergöttert sie oder er lehnt sie ab. Tertium non datur.
  2754. Man sollte wirtschaftliche Kategorien auch in Energie und Materie, d. h, umgewandelte  Natur,  übersetzen.
  2755. Am Hindukusch wird nicht unsere Freiheit, sondern unser aufwendig materielles Konsumsystem verteidigt.
  2756. Ein Bildschirm ist ein Bildschirm ist ein Bildschirm – und kein Fenster zur Welt.
  2757. Der Mensch und die Erde sind reich. Das erkennt man erst, wenn man sich vom Begriff des ökonomischen Reichtums löst. 
  2758. Naturwissenschaft macht aus Natur mechanisch interpretierte Materie. Naturwissenschaftliches Denken macht  ebenfalls aus  Gesellschaft und Menschen, aus Lebendigem Totes. 
  2759. Ich kritisiere nur die Verhältnisse, die ohne Notwendigkeit Zukunft verhindern, Schönheit zerstören und Menschlichkeit reduzieren. Dahinter oder davor steht eine absolute Bejahung des Lebens.
  2760. Vita activa ist nicht: auf einen Knopf drücken oder auf ein Gaspedal treten.
  2761. Immer mehr Bereiche der Natur werden zu Plagen: Seehunde, Graureiher, bestimmte Kräuter, Wölfe, Schnecken, Birkensamen, .... - am besten, wir beseitigen die Natur und ersetzen sie durch pflegeleichte Strukturen.
  2762. "Virtueller Kontakt über elektronische Medien verringert den Bedarf an tatsächlichem Kontakt" (Michael Sivak).
  2763. Weil potenziell alles zugänglich ist, wird praktisch immer weniger aufgesucht. 
  2764. Die wirkliche Welt wird zu virtuellen Welten, wenn man diese Welten überhaupt noch sinnvoll mit Welt bezeichnen  kann bzw. sollte. 
  2765. Wenn man Dinge objektiviert, zwingt man ihnen menschliche Formen auf, die von menschlichen  Interessen gesteuert sind. Also erst Trennung, dann die Einheit.
  2766. Wir müssen unsere natürlichen Kräfte nutzen und anwenden, sonst verkümmern sie!
  2767. Wenn der Sinn der Dinge übergangen wird, verkümmern sie zum Bestand, d. h. sie bestehen nur für uns.
  2768. Weil potenziell alles zugänglich ist, wird praktisch immer weniger aufgesucht.
  2769. Die wirkliche Welt wird zu virtuellen Welten, wenn man diese Welten überhaupt noch sinnvoll mit Welt bezeichnen  kann bzw. sollte. 
  2770. Offensichtlich besteht der einzige wirkliche Sinn des Handelns in der Gegenwart, Wirtschaft und Technik zu stärken.
  2771. Wenn man nicht in der Wahrheit der Sachen steht, ist man auch nicht wahrhaftig in sich selbst.
  2772. Werte verengen und reduzieren sich zunehmend auf wirtschaftliche, ein Leben ohne Auto und TV ist für viele nicht mehr denkbar und sinnvoll.  Andere Werte wie Bildung, Schönheit, Augenblicke, Stille, Landschaft, Kirschen am Baum,  Begegnungen, Gestalten, Naherholungsgebiete, Sonnenschein, Öffentlichkeit, Gehen und Radfahren verlieren zunehmend an Bedeutung.
  2773. Die Alternative Mensch oder Natur ist grundsätzlich falsch, weil die  prinzipielle Entscheidung für den Menschen letztlich eine gegen den Menschen ist.
  2774. Nils Schmid, stellvertretender Ministerpräsident und Finanzminister von Baden-Württemberg, hat Recht, wenn er das Land mit dem Begriff „semi-urbaneVerflechtungsräume“ beschreibt, auch wenn „67 Prozent aller Baden-Württemberger angeben, in ländlichen Räumen zu leben“ (FAZ v. 1. 7. 12). Aber es zu fragen ist, ob die Gesellschaft diesen Trend unterstützen und beschleunigen  oder einen neuen Ansatz suchen sollte. Denn das Land entleert sich, das kulurelle Leben kommt zum Erliegen, Schulen werden zusammengelegt, Gaststätten verschwinden,  zentrale Versorgungseinrichtungen verlangen die Überwindung großer Distanzen, die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe verringert sich bei gleichzeitiger Vergrößerung der Betriebsgrößen, kurz: Das Leben auf  dem Lande findet zunehmend nicht mehr auf dem Lande, sondern in isolierten Wohneinheiten mit Garten  statt. Natürlich gibt es immer hin und wieder lobenswerte Anstrengungen, die den Reichtum des Landlebens  erhalten wollen, aber es sind Ausnahmen, oft von kurzer Dauer.  Fernseher und Auto sind die materiellen Bedingungen für diesen Wandel: Der Fernseher zerstört das Land im Bewusstsein, das Auto real. Ein optimal ausgebautes Straßennetz wirkt auf dem Lande wie ein Staubsauger, nur das dieses Netz  nicht Schmutz, sondern Leben aus ihm  herauszieht. Das Land ist deswegen gut beraten,  das um- und verschlingende Straßennetz nicht weiter zu vergrößern, sondern zurückzubauen. Es muss sich auf seine unzweifelhaften Stärken besinnen, die von anderer Qualität sind als die Lebensbedingungen  in der Stadt. Nur so hat das Land Zukunft.
  2775. Zumindest im Alltag stellt kein Mensch ernstlich  die Frage, wohin diese technische und wirtschaftliche Reise hingeht,  und ob sie überhaupt sinnvoll ist. 
  2776. Nach einer Heidegger-Lektüre: Wir sind Kinder des Seins, nicht der Technik. Im Sein wohnt der Mensch, in der Technik funktioniert er.
  2777. These: Wenn man von Fragen wie  „Wo ist es am billigsten?“ oder  „Wie hat mein Verein gespielt?“ oder "Wann beginnt der Fernsehkrimi?" absieht,  leben wir im Zeitalter der existenziellen Fraglosigkeit.
  2778. Spannungen aufzubauen und diese dann platzen lassen, mag ja ein Kunstwerk sein, aber es  führt inhaltlich nicht weiter.
  2779. Die Zeit ist der Feind eines  zeitgemäßen Lebens. Aber erst in der Zeit entstehen sinnhafte Beziehungen. Prozesse müssen so schnell wie möglich ablaufen, d. h. ein Minimum von Zeit in Anspruch nehmen: Flugreisen, Internetkäufe, Arbeits- und Lernprozesse sind dafür Beispiele. Beschleunigung ist hier ein Wert an sich. Auch Dinge sind diesem Zeitdruck ausgesetzt, „leben“ sie zu lange, veralten sie und werden damit wertlos. Von diesem Prozess sind mittlerweile selbst historische Stadtkerne betroffen.
  2780. Die Wirtschaft sieht in der Erde eine Art Zitrone, die mit großem Erfolg immer weiter ausgequetscht werden muss. Aber  die essentiellen matereilellen Bedürfnisse sind grundsätzlich  gesättigt. Deswegen muss  die Wirtschaft neu gedacht und realisiert werden.
  2781. Wer schützt das Verbot vor der aggressiven Macht der Waren? 
  2782. Bilder überwältigen, Wörter fördern das Denken, weil Eigenes verlangt wird. 
  2783. Internet ist auch eine universale Bibliothek, wo man umstandslos an alle schriftlichen und verbildlichen Informationen herankommt und ein unversales Warenhaus, in dem man alle Waren der Welt umstandlos erwerben kann. Der existentielle Preis ist der Verlust an konkreten sozialen und eigenen Erfahrungen, d. h. die Welt des „Dazwischen“, verschwindet.
  2784. Es wäre genauer und weniger ideologieanfällig, wenn das neue Erdzeitalter nicht mit "Anthropozen", sondern mit „Motorzen“ bezeichnet werden würde. Warum? Der „Motor“ (im Sinne von Antrieb) der entscheidenden Veränderungen auf globaler Ebene ist der Motor: Vom Klimawandel  über autogerechte Städte bis hin zu panoramatischen Reisen (Schivelbusch) und entsprechender Modifizierung der Wahrnehmung. Wesentlicher Impuls für diese Entwicklung ist die Ersetzung der Eigenbewegung durch Motore:  Motorbewegung und Eigenbewegung bilden ein Nullsummenspiel.  Alternativenergien vermindern zwar das Problem,  lösen es aber nicht.  Die Verluste für die Eigenbewegung blieben bestehen, die Industrialisierung der Landschaft würde fortschreiten.  Der Begriff Anthropozen ist äußerst problematisch, weil er implizit die bisherige Menschheit mit der Schuld (als Folge derErbsünde) belastet, die Schöpfung in ein Menschenwerk mit entsprechenden Gefahren und Zerstörungen umgewandelt zu haben. Nein, es geht nur um die mit der Industrialisierung beginnende Periode ab 1800 und damit im Kern  um die Erfindung und den zunehmend unbegrenzten Einsatz von Motoren. Deswegen ist es sinnvoller, den beschreibenden den beschreibenden Begriff  Motorzen (Motorzän, Motorozen oder Motorozän) zu verwenden. 
  2785. Draußen ist ein guter Ort (Richard Ford). 
  2786. Eine hoch  aktuelle Frage „Wie soll man mit Verlusten leben?“.
  2787. Vielleicht bedenkenswerte Worte einer Rentnerin: "Ich halte Abstand zu unserer kühlen, modernen, technischen Welt."
  2788. Der Enkel bekommt zum Schulabschluss ein neues Auto, seine Großmutter zum Geburtstag ein  iPad. Nach einhelliger Meinung der Familie beginnt für beide ein neues Zeitalter. Das stimmt. Aber es fragt sich nur, von welcher Qualität.
  2789. Die intensive Beschäftigung mit Philosophie und Literatur vermag aus dem Gefängnis der konsumorientierten Zeitgemäßheit zu befreien.
  2790. Der Mensch soll als sterblicher Gast der Erde diese bewohnen und sie schonen (Heidegger).
  2791. Es herrscht ein ständiges Flüchten: Einkaufen  in weit  entfernten Einkaufszentren und Outlets, Theater in Italien, Geburtstag auf Mallorca, und die virtuelle  Flucht  in Fernsehsendungen. Was wäre eigentlich die Flucht vor der Flucht?
  2792. Die Achtung vor dem Leben, nicht nur vor dem menschlichen,  ist ein unhinterfragbarer  Wert.
  2793. Ich unterscheide kategorial zwischen Realität und Wirklichkeit.  Die Realität ist die objektive Welt.  Die Wirklichkeit ist die Welt, die auf den Menschen wirkt, was mehr oder weniger von ihm bemerkt und erkannt wird oder unbemerkt von ihm.  Das macht den  einzigartigen Wert aus. In der Wirklichkeit sind Mensch und Umwelt eine Einheit.  Die Wirklichkeit ist also eine Teilmenge der Realität. Dem Schein, die virtuelle Welt ordne ich der Realität zu, denn diese Welt des Scheins wirkt  nur sehr eingeschränkt im Visuellen. In der Literatur spricht man von einer  Realität ersten Grades, das wäre in meinem Begriffskosmos die Wirklichkeit. Aber auch innerhalb der Wirklichkeit gibt es natürliche noch Gradunterschiede.
  2794. Die Fremdbewegung hat natürlich Momente der Wirklichkeit, aber sie wirkt nur minimal auf den Menschen, abgesehen vom Fahrzeug und möglichen Mitfahrern. Wirklichkeit entsteht aus der Realität, indem der Mensch sich der Realität aussetzt, z. B. in ihr handelt. Fremdbewegung ist schwerpunkt- und wesensmäßig Realität, keine Wirklichkeit.   
  2795. Der Techniker kennt nur die Kategorie des Funktionierens, aber tendentiell nicht die der Verantwortung. Technisches Denken gewinnt in der Gesellschaft zunehmend an Macht. 
  2796. Es gilt, intensiver die landschaftlichen Schönheiten  der Nähe zu entdecken. So haben wir gestern uns einen bisher unbekannten Fahrradweg genossen. Das ist auch eine Möglichkeit der Reichtumsvermehrung.
  2797. Lässt sich nicht abstreiten: Techniker kommen ohne Philosophie aus, aber Philosophen nicht ohne Technik - at least in the short run. 
  2798. Wasser und Sand sind für Kinder ideale Spielmaterialien, weil sie amorph sind und damit maximale  Gestaltungsmöglichkeiten bieten.
  2799. Wenn ich die die Systemtheorie Luhmanns und die Selbstinterpretation Luhmanns nehme, dass sind Kommunikation (auch dessen Inhalte) und Auto zwei verschiedene Systeme, wobei der Auto nur willensloser Träger dieser Ideen ist. Deswegen hoffe ich stark, dass die in mir sich entwickelten Gedanken und nicht meine Eitelkeit nach außen drängen. 
  2800. "Wir sollten sowieso wieder mehr aus der Region heraus leben. So können wir uns die Quellen der Genüsse bewahren und beginnen, uns zu befreien aus der Übermacht jener weltweiten Konzerne, die sonst bald ganz über uns verfügen werden" (Marlies Jensen in einem Leserbrief ). 
  2801. Es geht mir primär nicht um Weltverbesserung, sondern primär um Welterhaltung einschließlich der Erhaltung der condition humaine.
  2802. Politische Ökologen vertreten Positionen, die von der Sache her für sie keinen direkten Gewinn bringen.
  2803. Langeweile mit Konsum  zu beseitigen heißt, den Konsum stärken. 
  2804. Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Autofahrten, Fernsehunterhaltung, Dinge.
  2805. "Apokalypse now: Vor fünfzig Jahren war das Nigerdelta eine idyllische Flußlandschaft, heute hat die Förderung der Ölvorkommen die Gegend ruiniert" (FAZ v. 17. 7. 12). Ruiniert für unsere Motorenwelt.  
  2806. Ökologie ist  umfassender als (menschliche) Gesellschaft, denn selbst eine absolut gerechte Gesellschaft würde nicht die Zerstörung des Ökosystems Erde überdauern.
  2807. „Baby-Leiche unter Lastwagen versteckt“ (Artikelüberschrift in einer Tageszeitung) direkt darüber ein großes Farbfoto mit Models am Strand. Dazu zwei Fragen: Wie geht das Gehirn damit um, und wie hält es das eigentlich aus?
  2808. Eine ältere Frai: "Ich kenne nicht viel, aber ich habe sehr viel gesehen."
  2809. Es ist hammerartig: Der alles dominierende Normengenerator  der Gegenwart ist die Warenwelt, und gerade diese Warenwelt ist einem Kritiktabu unterworfen.
  2810. Die gegenwärtig dominierende Kritik gilt Bedingungen, die verhindern, dass man nicht mehr  Waren und Dienstleistungen  bekommt.
  2811. Lernen ist deswegen intensives Leben, weil das Erlernte Teil dieses Lebens wird. 
  2812. Ein metaphysikfreier Blick auf eine schöne Frau ist ein Verbrechen. 
  2813.  In dem Maße, in dem sich der Mensch ent-eignet, wird er allgemein.
  2814. Zeitgemäßen Menschen kommen zunehmend die Mittelpunkte abhanden: das Internet keinen Mittelpunkt, die Städte verlieren ihren Mittelpunkt,  in sozialen Netzen verblassen die Mittelpunkte, …Das gilt übrigens auch für selbst gesetze Mittelpunkte. 
  2815. Die Piraten erinnerten mich zumindest in ihrer Anfangszeit an den ADAC mit ihrer verabsolutierten Forderung „Freie Fahrt für freie Bürger“. Auch die Forderung „Freiheit für das Internet“ reduziert den Freiheitsbegriff auf eine bestimmte Technologie.
  2816. Beziehungen werden tendentiell frei von der Anwesenheit physischer Menschen. 
  2817. Die Wirtschaft  ist das eigentliche Subjekt der Veränderungen, nicht die Konsumenten  oder die Natur.
  2818. Der Energie-Materie-Verbrauch ist eine absolute Grenze.
  2819. Der offene Markt, auf dem  jeder  gegen Geld alles erwerben kann, führt bei Knappheit und großer Nachfrage zu astronomischen Preisen und zu vielfältigen Störungen.
  2820. Fluchten (wie Shopping, Autofahren, Fernsehen) werden nicht als Fluchten erkannt.
  2821. Einschaltquoten sagen nicht über den Wert einer Sendung. Nazis hatten Ende der Dreißiger hohe „Einschaltquoten“.
  2822. In deiner Umgebung gibt es viele interessante Ziele: Du musst nicht immer ins Auto steigen oder den Fernseher anmachen, oft genügt es auch, wenn du in dich selbst schaust, auch dort gibt es viel zu entdecken. 
  2823. Dinge verlangsamen, Symbole beschleunigen  Prozesse.
  2824. Nicht als Unmöglichkeit betrachten: Der Genuss des freiwilligen Nichthabens.
  2825. Die unheimlichsten Verluste sind die, die nicht mehr gefühlt werden.  Im Gold (als Metapher für materiellen Reichtum) wohnt das Verrückte (E. Kästner).
  2826. Der Physiker Brian P. Schmidt sagt, Realität sei, was gemessen werden kann. Hätte er doch gesagt, Realität ist für uns Physiker das, was wir messen können.
  2827. Wer im Banalen lebt, wird vom Banalen beherrscht.
  2828. Vielleicht ist es schon zu spät, die Frage von Michael Sandel in „What Money Can´t Buy“ zu stellen, ob wir eine market economy oder eine market society haben wollen, denn  letztere hat sich bereits fast vollständig durchgesetzt. Eine Marktwirtschaft ist ein Instrument, Produktion und Konsumtion rational zu gestalten, während in einer „Marktgesellschaft“ alle gesellschaftlichen Beziehungen und Hervorbringungen wirtschaftlich über- und geformt sind und von dort her vorrangig bewertet und realisiert werden. Ich plädiere für die Marktwirtschaft, wohl wissend, dass diese nicht das Ausmaß an Waren und Dienstleistungen hervorbringt wie eine wirtschaftlich durchrationalisierte Gesellschaft. Wenn aber die Felder Erziehung, Religion, Politik, Ethik und Kunst  zu einer Funktion der Wirtschaft werden, sind die außerwirtschaftlichen Verluste für Mensch und Umwelt riesig und nicht zu verantworten.  
  2829. Ein moralische Problem: Verschwendung dient der Wirtschaft.
  2830. „Ökonomie ohne Ökologie:  Der öffentliche Diskurs nähert sich unaufhaltsam  dem defizitären Analysezustand und der Agenda wirtschaftlichen Handelns  vor der Zeit von 1970, die problemlos von einer Wirtschaft ohne Ökologie ausging. So werden bedingungslos wieder  Milliarden  für Konjunkturprogramme gefordert und  Konsumieren an sich zu einem Wert erhoben, ohne ein Wort über deren ökologische Folgen zu verlieren. Das Konzept,  durch Staatsverschuldung zukünftiges Wirtschaftswachstum in Gang zu bringen, erfreut sich einer  Renaissance, statt es im Papierkorb der überholten Theorien zu belassen. Die Gestaltung der Zukunft bedarf nicht einfacher Wiederholungen, sondern vieler kreativer Anstrengungen“ (ein Leserbrief).
  2831. "Handy-Plage: Die Aussage des Landeselternbeirats Stefan Hirt, dass ein  Handy-Verbot an Schulen schwachsinnig sei und nicht in unsere Gesellschaft passe, passt  selbst haargenau in den dominierenden Zeitgeist: Uneingeschränkte  Freiheit für die produzierten Waren – und seien sie noch so schädlich“ (ein Leserbrief).
  2832. Wer ästhetisch leben will, muss  auch  ökologisch leben.
  2833. Die heute dominierende Beziehung des Menschen zur Welt ist das der Ausbeutung. Aber das heißt auch, der Mensch isst sein Haus. Das ist der irrationale  Egoismus der Gattung Mensch. Eine gewisse Tendenz dazu hat es allerdings allein aus Selbsterhaltungsgründen schon immer gegeben. Aber immer gab es Grenzen. 
  2834. Der Begriff des Wachstums ist  in der Biologie an eine bestimmte Gestalt gebunden und zeitlich begrenzt. Ihn metaphorisch in anderen Bereichen zu verwenden, verpasst sein Wesen. So ist beispielsweise das Wirtschaftswachstum im zeitgenössischen Sprachgebrauch inhaltlich gestalt-  und zeitlos, also das Gegenteil vom biologischen Wachstum. Man sollte stattdessen angemessener von Wirtschaftsvermehrung sprechen, was zugegebenermaßen etwas sperrig klingt.
  2835. Zwei Phasen der intensiven Landschaftszerstörung: Erste Phase: Die Umformung von Straßen in Autostraßen und Erweiterung dieses Netzes. Zweite Phase: Industrialisierung der Landschaft (Industrie-, Wind- und Sonnenanlagen) und die breiartige Ausdehnung der Siedlungen in die Landschaft.
    Es gibt im Bewusstsein bald keine realen Orte mehr,  die nicht massiv durch Medien ins Bewusstsein verankert worden sind.
  2836. Die Erstellung einer Fernsehproduktion verlangt viel und großes Können, aber nicht deren Konsumtion. Das wird oft verwechwselt.
  2837. Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind. Das gilt für viele Dinge.
  2838. Ein lebensfördernder Tipp: Trennt Euch von den Sachen, die Euch kaputt machen.
  2839. Aus der ökologischer Krise ist unter der Hand Finanzkrise geworden. Oder: Ökologische Krise und Finanzkrise sind tendenziell zwei Seiten derselben Medaille.
  2840. Ein Teil unserer Werke einschließlich ihrer falschen Nutzung verursacht unsere Leiden, aber die werden verdrängt: Autos, Fernsehapparate, Motorrasenmäher, Motorboote, Motorräder,  Zigaretten, Fast Food, ….
  2841. In dem Maße, in dem sich der Mensch ent-eignet, wird er allgemein (hier aber nicht in gutem Sinne). 
  2842. Die Gesellschaften organisieren ihre Praxis immer riskanter, so z. B. bei der Rohstoffgewinnung.
  2843. Wirtschaftsvergrößerung (ideologisch Wirtschaftswachstum genannt) heißt auch, dass viele neue, vollkommen überflüssige Bedürfnisse aus dem Boden gestampft – und befolgt werden.
  2844. Es gibt keine Ferne mehr. Weiter als Australien geht nicht: das Ende der Fahnenstange ist erreicht.
  2845. Die Handlung des Zählens kennt kein Ende, so auch nicht wirtschaftliches Handeln. Deswegen ist es falsch, ja Ideologie, für die Vergrößerung des wirtschaftlichen Bereichs den Begriff „Wirtschaftswachstum“ zu verwenden. „Wirtschaftsvergrößerung“ wäre dazu vielleicht ein alternativer Ausdruck.
  2846. Im Verb "lesen" steckt das aktive Moment des Aufhebens (Kartoffellese, Weinlese), und diese Aktivität hinterlässt grundsätzlich tiefere  Spuren als einfaches Sehen. Der Zusatz „fern“ im Wort "fernsehen" deutet auf Unschärfe  und Unberührtsein: was zeitlich und räumlich fern ist, berührt einen wenig oder gar nicht.
  2847. Die eigentümliche Beziehung des Menschen zu einer bedeutungsvollen Ordnung besteht darin, dass er sich selbst mit ihr in Übereinstimmung bringen will. Ordnungen scheinen existenziell überlebenswichtig für den Menschen zu sein. Gerade deswegen ist es ein absolutes Gebot, die jeweils übernommene Ordnung auf Sinn und Moral  zu überprüfen. Das haben wir immer noch nicht gelernt. 
  2848. In der  materiellen Welt gibt es nur mechanische Bewegungen. In der Gegenwart verdrängen mechanische Bewegungen zunehmend die lebendigen. Deswegen spricht Erich Fromm mit Recht von einer nekrophilen Kultur.
  2849. Im Alltag gibt es viele Möglichkeiten, ohne großen materiellen Aufwand vollkommenes Glück zu erfahren: im Juni Erdbeeren mit Schlagsahne, sie lächelt Dich an, mit dem Rad bei Sonnenschein durch die Landschaft fahren, du wirst für deine Arbeit gelobt, jemandem helfen, … Wir haben die Fähigkeit und den Willen  verloren, die Schönheiten des realen alltäglichen Lebens aufzusuchen, wahrzunehmen und zu genießen. 
  2850. Nicht die menschliche Logik, nicht seine Bedürfnisse, sondern die Logik der technischen Entwicklung bestimmt mehr und mehr das menschliche Fühlen, Wollen  und Denken.  
  2851. Zur  Phänomenologie einer lebendigen Innenstadt gehören: Spazieren gehende Mütter mit Kinderwagen, spielende Kinder auf der Straße, Menschen im Gespräch, Menschen auf Bänken sitzend, . ...
  2852. Eine lebendige Innenstadt hat viele Läden, in denen auch die Bedürfnisse des Alltags gedeckt werden können.
  2853. Der Widerstand gegen die Einsicht, dass der Klimawandel von Menschen verursacht ist, beruht selten auf Fakteneinsicht, sondern auf dem Wissen, zumindest Ahnung, dass man bei Anerkennung der Ursachen  seine Lebenspraxis ändern muss.
  2854. Hundert Milliarden Euro als Stützung für die spanischen Banken, so dass diese wieder Kredite gewähren können, so dass mehr investiert wird und damit Arbeitsplätze geschaffen werden – so die offizielle Begründung. Aber  – und das ist aus meiner Sicht das zentrale, ungelöste Problem, das nicht reflektiert wird – belastet ein Teil der neuen Investitionen das Ökosystem Erde. Es geht um das Verhältnis von  Arbeitsplätzen und Erdschutz, einer Aufgabe, der wir uns stellen müssen.
  2855. Die technische Entwicklung treibt die Menschen in den Irrtum, dass es für sie keine Grenzen gäbe.
  2856. Den  Beweis, dass es  einen von Menschen verursachten Klimawandel nicht gibt, müssten doch eigentlich die Leugner erbringen. Das Argument "Das hat es schon immer gegeben" reicht nicht aus.
  2857. Der Park in Versailles und heutige Gärten kennen  keinen Wildwuchs,  nichts ist zufällig, sondern nur absolute Bestimmung durch den Willen und Stimme des Herrschers. 
  2858. Wann fangen wir also endlich an, die unaufhebbare reale Einheit und Gleichwertigkeit von Ökologie und Ökonomie auf Mikro- und auf Makroebene sowie beim privaten und  öffentlichen Handeln zu erkennen und anzuerkennen.
  2859. Das Adjektiv „zeitgemäß“ bezieht sich heute allein darauf, auf der Höhe der technischen Entwicklung zu sein. Bildung, Reflexions- und Kritikfähigkeit, soziales Engagement oder Fähigkeit zum Mitleiden gehören nicht zur Zeitgemäßheit.
  2860. Vielleicht besteht  zwischen  gegenwärtigen ökonomische und ökologischer Krise ein innerer Zusammenhang.  
  2861. Welche Ereignisse müssen eigentlich eintreten, damit diejenigen Menschen, die immer noch davon überzeugt sind, dass der Klimawandel allein natürliche Ursachen habe,   diese Überzeugung in Frage stellen? Wenn im Juli bei uns massiv Schnee fällt oder wenn die Pole endgültig geschmolzen sind oder erst, wenn die Erde für uns Menschen unbewohnbargeworden ist?
  2862. Nach Ansicht von Forschern könnten Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Umweltzerstörung möglicherweise noch in diesem Jahrhundert das Ökosystem unwiderruflich kollabieren lassen. Es könne plötzlich kippen und nicht, wie allgemein angenommen, über Jahrhunderte hinweg langsam zusammenbrechen, warnten sie in einer vom Fachmagazin Nature veröffentlichten Studie. Ohne Gegenmaßnahmen könnte der "kritische Punkt" schon bald erreicht sein, mahnten sie im Vorfeld der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung Ende Juni in Rio de Janeiro (aus ZEIT-ONLINE)
  2863. Ich lehne den Begriff Wachstum für wirtschaftliche Prozesse ab, weil Wachstum ein organischer Prozess mit räumlichen und zeitlichen Grenzen ist, während das sogenannte Wirtschaftswachstum grundsätzlich keinerlei Grenzen kennt, es ist maßlos, was die alten Griechen mit Hybris bezeichneten.
  2864. Die Unterhaltungsindustrie erfüllt hervorragend die Aufgabe, die Zeit ihres Klientel , scheinbar sinnvoll sinnlos über die Runden zu bringen. Diese Täuschung nicht zu erkennen, ist meine Vorwurf an Instituion und Klientel -  statt paradox zu sagen: Mir ist danach, meine Zeit mit Leere auszufüllen.
  2865.     „…., und die Rosen nebst dem Jasmin wuchern in göttlicher Unordnung…(Gottfried Keller). Ordnung ist ambivalent, hilfreich, aber sie kann auch der Herrschaft dienen.
  2866. Die ungeheure Ausweitung technologischer Rationalität bei gleichzeitiger Restriktion der sinngebunden Vernunft ist das tragische Kennzeichen unserer Zeit (ähnlich Alfred Treml). Der Sinn zumindest im Alltagshandeln wird letztlich und überwiegend von den Waren hergestellt. Andere Sinnkonzepte überleben in  Sonntagsreden.
  2867. Drei große Einkaufszentren an den Außenrändern Flensburgs ruinieren deren Innenstadt.  Zu allen drei kommt man nur mit dem Auto hin. Alle drei sind abgrundtief hässlich,  Gesamtkunstwerke der Häßlichkeit.  Und trotzdem haben sie quasi ein Monopol des Einkaufens. Warum? Es ist die Melange von Billigkeit, Bequemlichkeit und Abwesenheit von Ästhetik.
  2868. Warenorientierung und die ausschließliche Nutzung motorenbetriebener Technik schaffen ausgelaugte Gehirne. 
  2869. Das Bewusstsein muss erst so zugerichtet werden, dass es über Waren steuerbar wird. Die Bewusstseinsindustrie parallelisiert Bewusstsein mit industrieller Produktion und Logik.
  2870. Ein bestimmtes technisches Objekt (z. B. Auto) erzeugt sofort Anschlußbedürfnisse  (z. B. Navigator).
  2871. Die entscheidende Funktion der Massenmedien,  insbesondere des Fernsehens, ist nicht Informationsvermittlung, sondern Erziehung zum Konsum.
  2872. Heute werden nicht mehr die Körper direkt diszipliniert,  sondern indirekt über das Anwendungswissen von technischen Waren.
  2873. Wir müssen endlich die Frage nach der Qualität der Waren  und den Dienstleistungen stellen sowie ihre  eventuell schädlichen Folgen  für die Umwelt bedenken.  
  2874. Es gibt heute keine Langeweile mehr, denn es gibt immer einen Knopf, auf den man drücken kann, so dass etwas geschieht. So wird aus der Langeweile vielleicht letztlich Überdruss oder Aggression.
  2875. Ich gehe aus Prinzip nur in die jeweils kleinsten Läden, wohl wissend, dass  Prinzipien auch nicht absolut gelten sollen.
  2876. Ein falsches Bewusstsein, wie immer es auch entstanden sein mag, ist auch deswegen gefährlich,  weil jedes Bewusstsein immer bestrebt ist, die bestehende Wirklichkeit seinen Werten und Strukturen anzugleichen. 
  2877. Moderne Überheblichkeit und Dummheit: Platon und Kant seien Provinzler, weil sie New York nicht gesehen hätten.
  2878. Ein metaphysikfreier Blick auf eine schöne Frau ( bzw. auf Schönes) ist ein Verbrechen. 
  2879. In den meisten Fernsehsendungen spiegelt sich die Konsumwelt, aber idealisiert: Das Auto ist noch größer, das Haus noch luxuriöser, die Kleidung noch moderner, ….
  2880. Wenn man müde ist, verschwimmen schnell die Wörter, Bilder auch, aber erst viel später. Deswegen verbringen Menschen Nächte vor dem Fernseher, aber nicht in Büchern.
  2881. Der Begriff Wirtschaftswachstum ist ein Euphemismus, denn Wachstum ist ein biologisches Phänomen mit  zeitlichen Beschränkungen  und Grenzen der Ausdehnung. Statt von Wirtschaftswachstum sollte man eher von Warenvermehrung im weitesten Sinne sprechen. Warenvermehrung ist übrigens gleichzeitig mit einer Schrumpfung der Natur, Bildung und Kritikfähigkeit im Basisbereich gekoppelt.  
  2882. Impressionen: Auf der Wiese eines Reiterhofes weiden vielen Pferde; auf der Wiese vor dem Ostseebad stehen viele Autos: Leben und Technik, welch ein Unterschied. 
  2883. Was vergessen wird: Lebensqualität erschöpft sich nicht  in Waren, die man besitzt, Lebensqualität besteht auch  auch in immateriellen Gütern wie kulturelle Angebote, Kommunikations-und Interaktionsmöglichkeiten und Gemeineigentum wie Parks, naturnahe Flüsse und Seen, Spielplätzen, verkehrsberuhigte Straßen.
  2884. Je weniger ein Gehirn mit Begriffen, Theorien und eigenen Bildern ausgefüllt ist, desto greller,  bunter und „schneller“  müssen die Filme in den Medien sein. Im Zuschauer finden nur noch emotionale Erregungen stat: Für Reflexionen, gar kritische, ist keine Zeit und kein Raum.   
  2885. „Der (körperlich, bm) still gestellte Mensch findet im Kopf keine Ruhe“ (Titel eines Artikels  zu John Cheever in der FAZ v. 26. 5. 12.). Das erklärt den übergroßen Medien- und Konsumsucht in der Gegenwart: Das ständige Kreisen um ein Nichts. 
  2886. Warum lieben Menschen Surrogate und nicht die Originale? Wegen ihrer leichten Erreichbarkeit?
  2887. Wer Hochkultur liebt und verteidigt, macht sich verdächtig.  Wer keine Bild-Zeitung liest und keinen Fernseher hat,  scheint   antidemokratische Tendenzen in sich zu bergen.
  2888. Bin ich überhaupt noch normal? Fahre kein Auto und verbringe die Abende nicht vor dem Fernsehapparat.
  2889. Die drei irdischen Paradiese: Shopping-Center, vor dem Fernsehapparat, im Auto.
  2890. Eine Sucht ist ein Weg, letztendlich das Glück zu finden, aber er führt immer weiter von ihm weg.
  2891. Das Problem: Immer weniger regiert  der volonté génerale, sondern nur noch der volonté de tous, der partikuläre Wille der Individuen oder Interessengruppen oder die Medien. D. h. der Wille ist nicht über die gesamtgesellschaftliche Diskussion mit ihren unterschiedlichen Interessen, vermittelt. Ein Beleg dafür  ist das Verschwinden realer Öffentlichkeiten.
  2892. Heute muss  alles der Wirtschaft dienen, was sie schafft, gilt  immer als  wertvoll, d. h. ein Wert, ein Gut,  so dass selbst schlechte Produkte  aus wirtschaftlicher Sicht zu guten werden.  Das Dilemma wirtschaftlichen Denkens besteht darin, dass es nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden kann.
  2893. Der zeitgemäße Mensch ist ein Homo oeconomicus,  er  lebt „idealiter“  ohne Kultur und Sozialbeziehungen.
  2894. In der Gegenwart entsteht ein Riß durch die Welt. Was früher das Primäre,  nämlich die Natur, die Wirklichkeit, eigene Erfahrungen usw. waren,  ist heute  das Sekundäre. Aus diesen  alten Selbstverständlichkeiten wird nun das Sekundäre zum eigentlich  Unverständlichen bzw. Uninteressanten. Verständliche  und primäre Welt sind nun die Zeichen, Symbole, Bilder, Surrogate, Virtualität. Natürlich besteht zwischen diesen skizzierten zwei  Welten Kontinuitäten, aber die Tendenz ist eindeutig. In  einem anderen  Bild:  Hintergrund und  Vordergrund  haben  getauscht.
  2895. Die real bestehende Schizophrenie: Die rechte, wachstumsorientierte  Hand kümmert sich nicht um das, was die linke, ökologisch orientierte  Hand aufbaut bzw. verhindert. Die rechte Hand ist wesentlich effektiver als die linke.
  2896. Mein Schlechtes liebe ich nicht an mir und auch nicht bei anderen. Das Gute liebe ich bei mir und bei anderen.  Das  zu gut und böse.
  2897. Als kritischer Bürger müsste man eigentlich täglich sieben Leserbriefe schreiben, fünfmal mit Protestplakaten unsinnige Events begleiten, wöchentlich einem  neuen Vereinen beitreten  und sich ständig über schädliche Produkte schlau machen. Machte man das, würde man gänzlich die Schönheiten, die es auch gibt, verpassen. 
  2898. Versiegelung der Landschaft: Die Natur kommt zum Stehen, ihre Bewegungen übernehmen Motore.
  2899. Wir sollten vielleicht unaufgeregt einen  griechischen Sonderweg als autonomes, selbstbestimmtes Experiment betrachten, das aufzeigt, ob an den kapitalismuskritischen  Theorien Wahres ist, was stimmt und was falsch ist.
  2900. Wir müssen unseren materiellen Unterbau, die Zivilisation, ein Stück umbauen mit weniger Energie-Materie-Verbrauch  und weniger Landschaftszerstörung. Das heißt ein Stück Abschied nehmen von Bequemlichkeit, Billigkeit, Schnelligkeit und  Übergrößen.
  2901. Nicht alles, was Arbeitsplätze schafft, ist gut und akzeptabel. Arbeitsplätze sind kein Selbstzweck.
  2902. Wahnsinn ist zumeist ein kollektives Phänomen.
  2903. Elefanten brauchen Platz (WWF) - das gilt auch für andere Lebewesen.
  2904. Mich interessiert an der Philosophie stark die therapeutischen Möglichkeiten, Fehlentwicklungen zu korrigiere und eventuell zu verhindern.
  2905. Der Kern Bildung besteht heute aus Wissen von Elementen und Strukturen der Warenwelt und  Anwendungswissen von technischen Geräten.
  2906. Mit der ökologischen Bewegung wird der Begriff der Natur massiv aufgewertet.  Aus der trägen und damit grenzenlos  formbaren Materie wird nun Natur mit spezifischen Eigenschaften mit jeweils begrenztem Vorkommen - von der das Leben der Menschen  existenziell in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft abhängt. Mit dem „Rückbau“ der Materie in Natur  kann der  Mensch, sein Handeln und seine Produkte grundsätzlich nicht mehr von der Natur getrennt gesehen werden, so auch nicht die Trennung Wirtschaft und Natur.  Der in der Praxis immer noch höchst lebendige cartesianische Dualismus von autonomer res cogitans und subjektloser res extensa hat im ökologischen Denken und Handeln keinen sinnvollen Ort. Das wäre das hier vertretene Dogma. Dieser Ansatz bildet das Fundament für den  „grünen“ Weg als Alternative zu linken und rechten Wachstumsforderungen, die genau besehen letztlich immer von materiell-energetischer  Art sind. Nur innerhalb ökologischer Prinzipien und Rahmenbedingungen kann und muss die soziale Frage gestellt werden. 
  2907. Ich vermute, dass die weiter sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich innerhalb und zwischen den Gesellschaften primär ein politisch-ethisches und erst  sekundär ein ökolgisches Problen darstellt. In Bildern: Stellt man sich den jährlichen Verbrauch an Rohstoffen und Energien einer Gesellschaft als einen Berg vor und sieht sich den Anteil an, den die zu Recht kritisierten Eliten verbrauchen, dann wird sich zeigen, dass deren Anteil real relativ klein ist. Dazu ein anderes Gedankenspiel: Würden der Reichtum der Reichen vergesellschaftet, würde der Verbrauch an Rohstoffen und Energien nicht signifikant fallen. Es handelt sich um zwei verschiedene Problembereiche, die zwei verschiedene Lösungen erfordern. 
  2908. Die große Verdrängung der Gegenwart besteht darin, dass der Konsument denkt, sein Kaufverhalten hätte keine Folgen auf Gesellschaft und Umwelt.
  2909. Ökonomie ohne Ökologie: Der öffentliche Diskurs nähert sich unaufhaltsam  dem defizitären Analysezustand und der Agenda wirtschaftlichen Handelns  vor der Zeit von 1970, die problemlos von einer Wirtschaft ohne Ökologie ausging. So werden bedingungslos wieder  Milliarden  für Konjunkturprogramme gefordert und  Konsumieren an sich zu einem Wert erhoben, ohne ein Wort über deren ökologische Folgen zu verlieren. Das Konzept,  durch Staatsverschuldung zukünftiges Wirtschaftswachstum in Gang zu bringen, erfreut sich einer  Renaissance, statt es im Papierkorb der überholten Theorien zu belassen. Die Gestaltung der Zukunft bedarf nicht einfacher Wiederholungen, sondern vieler kreativer Anstrengungen. Das verstehe ich unter Gestalten. 
  2910. Menschen verschwinden zunehmend aus der Lebenswelt. Die Lebenswelt wird  in eine Technikwelt transformiert.
  2911. Wir müssen wieder den Satz „Das genügt“ in unsere Sprache hineinbringen.
  2912. An die Grünen: Wenn Ihr Euch bestimmten populistischen, aber unbegründeten Forderungen anschließt, gewinnt Ihr vielleicht Wahlen, verliert aber die Wahrheit.
  2913. Für die meisten Menschen ist der Bildschirm des Fernsehapparates  ihre eigentliche Heimat geworden. Von da aus betreten sie fremdes Land: ihr Haus, ihre Familie, ihre Stadt usw.
  2914. Wir spüren nicht mehr intensiv die Jahreszeiten  weil wir zunehmend in künstlich-technischen Welten leben.  
  2915. Nicht nur der Körperumfang der Konsumbürger, sondern auch ihre  materielle Aura wird immer breiter.
  2916. Die Bewusstseine werden zunehmend identisch mit den Inhalten und der Art und Weise der Darstellung in den Medien. Wie soll man in diesem Bereich Aufklärung betreiben?
  2917. Der Markt, wo ausgetauscht wird, war schon immer das zentrale soziale Medium. Der Trend geht darin, die Markbeziehungen von direkten Sozialbeziehungen zu „reinigen“, d. h. zwischen Produzenten und Konsumenten entstehen keine direkten Beziehungen - so beim Internetkauf = ein Markt ohne Menschen. 
  2918. „Gierige Eliten haben das Land ausgeplündert“ ist  eine Teilwahrheit und nicht einmal eine große. Die implizite Botschaft von den Gewerkschaften und  populistischen Linken: Schafft die Eliten ab und ihr könnt so weiter machen wie bisher: Schulden machen und vertärkte Ausplünderung der Erde.
  2919. Die städtische Zivilisation  ist universal geworden (auch das Dorf  ist Stadt). Die Arbeitsteilung im großen Ausmaße hat ihren Ursprung in der Stadt. Sie  ist produktiver und damit mächtiger. Deshalb hat sich diese Form weltweit durchgesetzt.
  2920. Komplexitätsreduzierung ist in der Regel gewalttätig.
  2921. Wer ein Indoor- und ein Autoleben führt, hat bzw. kennt keine Heimat.
  2922. Conincidentia oppositorum wäre auch: Wohlstandsvermüllung und Armut.
  2923. Wieviel Determinationen bestimmen Dein Leben, die Dich nicht weiterbringen?
  2924. Der Begriff  Chrematistik (s. Wikipedia und Sedlάček, Ökonomie von Gut und Böse) wurde von Aristoteles geprägt, der zwischen Ökonomik (Hausverwaltutngskunst) und Chrematistik (Kunst des Gelderwerbs) unterscheidet. Ökonomik steht für die natürliche Erwerbskunst und  Chrematistik für die widernatürliche Erwerbskunst, die rücksichtslose Anhäufung von Reichtum um seiner selbst willen. Heute ist die gesamte Volkswirtschaft und individuelles Haushalten Chrematistik. 
  2925. Vernunft setzt die Ziele. Diese Setzung  passiert häufig viel zu schnell, habitualisiert, automatisiert, d. h. ohne jegliche Reflexion. Während dem Verstand, der instrumentellen Vernunft, sehr viel Zeit und Aufwand zugestanden wird, das ein vorgegebenes Ziel optimal zu realisieren. Um der Zukunft willen, muss die Vernunft gestärkt werden.
  2926. Externe Energie und Geld gehen  empirisch zusammen, zwischen metabolischer Energie und Geld muss aber kein Zusammenhang bestehen. 
  2927. Wenn man das einseitige Streben nach materiellem Besitz ablehnt, lehnt man lange noch nicht Materie ab. Das sind zwei verschiedene Kategorien. Ablehnung von Besitz und Waren heißt nicht Ablehnung der Welt und ihren Dingen. 
  2928. Wenn man das einseitige Streben nach materiellem Besitz ablehnt, lehnt man lange noch nicht Materie ab. Das sind zwei verschiedene Kategorien. Ablehnung von Besitz und Waren heißt nicht Ablehnung der Welt und ihren Dingen.
  2929. Lebenskunst oder Das Leben ist schön: An einem Sonntagmorgen steigt  ein jüngeres Paar in den relativ leeren Zug, und findet  einen Sitzplatz mit Tisch. Dort decken sie an: Brötchen und alles was dazugehört, auch Servietten – und zum Schluss eine Flasche Sekt. Essend  und trinkend, leise lachend und erzählend verbringen sie genussreich die zweistündige Fahrt. 
  2930. "Menschen machen Medien machen Menschen" (eine Formulierung aus dem Onlinemagazin "Iley", die auch formal interessant ist). Das  Gefahrenpotenzial der Medien, die meiner Ansicht nach in großen Teilen der Bevölkerung durch falschen Gebrauch bereits Realität gewordne ist, besteht darin, dass „wirkliche Wirklichkeit“ radikal entwertet wird, und die Selbstwahrnehmung immer fragiler und konstruierter wird. 
  2931. Es liegt ein falsches Verständnis von Demokratie vor, wenn man meint, dass ein bestimmtes Verhalten der  Mehrheit der Bürger nicht kritisiert werden dürfe. In eine Demokratie entscheidet die Mehrheit,  was aber nicht automatisch heißt, die jeweilige Entscheidung sei die beste oder gar die wahre und grundsätzlich nicht revisionsbedürftig.
  2932. Natur und  Rohstoff sind zwei verschiedene Blicke, Ausdrücke und Motive auf  Identisches. 
  2933. „Die Piraten träumen von einem virtuellen Universum“ (FAZ), die Grünen waren zumindest ursprünglich an die Natur gebunden, die CDU an die Tradition und die SPD an (materielle) Gleichheit. Jede dieser Parteien sollte nicht von ihrem Schwerpunkt abgehen, was auch heißt, Inhalte, die sich nicht aus  diesem Schwerpunkt ableiten lassen, von den anderen Parteien ggf. zu „leihen“.
  2934. Wenn man das einseitige Streben nach materiellem Besitz ablehnt, lehnt man lange noch nicht die Dinge der Welt ab:  Warenaskese ist keine Abwendung von Natur und Leib – im Gegenteil.
  2935. Das Verhalten der Bürger nähert sich immer mehr dem idealen  Verhalten des homo oeconomicus. Damit wird der Bürger immer berechen- und manipulierbarer. Er wird eindimensional.
  2936. Vermutung: Jedes befriedigte Bedürfnis von Waren erweitert die Zahl dieser  Bedürfnisse in Form von Anschlußbedürfnissen Das ist ein Faß ohne Boden.
  2937. Ökologisches Handeln ist primär nicht symbolisch, sondern reflektiertes Handeln, insbesondere überlegte Kaufakte. Diese Art von Widerstand ist  nicht zeitaufwendig und nicht spektakulär, aber mit Sicherheit wirksam.
  2938. Die explizite  Pflege der Seele als Bildung, Charaktererziehung, Fähigkeit zum Mitleiden,  Vervollkommung, gar  Veredlung u. ä. ist heute (fast) kein Thema mehr.
  2939. Sich gegen die (Natur-)Wissenschaft an sich zu wenden, wäre dumm - aber Widerstrand ist angesagt, wenn ihre Setzungen verbsolutiert werden.
  2940. Eliminiert diejenigen Waren im Alltag, die Euch kaputt machen.
  2941. Ich will von  etwas Wirklichem reden, aber gleichzeitig muss ich es negieren, weil ich es prinzipiell nicht erreiche, nicht angemessen ausdrücken kann. Das ist die Paradoxie der Erkenntnis : Es gibt keine reine Positivität, aber auch keine reine Negativität, denn es ist immer eine bestimmte Negativität und in „bestimmt“ steckt Positives. Die Ausblendung der Negativität, aber auch der Positivität führt oft zu Destruktionen.
  2942. Mein Eindruck: Das Anliegen der Piratenpartei besteht im Kern darin, sich  für die unbeschränkte Freiheit der Waren einzusetzten.
  2943. Ich bin nicht gegen den Kapitalismus in der gebändigten Form, sondern gegen das, was er heute aus den Menschen macht: eine Funktion  von Preisen auf Kosten von, um die am stärksten beschädigen Felder  zu nennen,  Ökologie, Bildung, Soziabilität, Öffentlichkeit und Ästhetik. Das nenne ich eine grundsätzlich selbstverschuldete, sekundäre Ausbeutung. 
  2944. „Wir haben einen Mangel an Besinnung, nicht an Vergügungsveranstaltungen“ (Ralf Stegner). Vielleicht sollte man die Feiertage als Tage der  Besinnung deklarieren, in denen die Menschen ganz auf sich selbst geworfen sind. In diesen Tagen hätten nach dem Vorbild des Sabbats Autos, Medien, Maschinen aller Art keinen Platz. Der Unterschied wäre aber, dass es keine Instanz gäbe, die die Inhalte der  Besinnung vorschreibt.  
  2945. Zeitgemäßes  Leben nähert sich dem Verhalten von  Elektronen, die auf vorgeschriebenen Bahnen isoliert, berührungslos und einsam ihre Runden drehen. Das ist das Gegenteil von Konvivenz.
  2946. Vom Verschwinden der Häuser (Natur, Landschaften, Dörfer, Städte usw) in die Bilder.
  2947. Wachstum muss begrenzt sein, schon in Hinblick auf zukünftige Generationen. Warum wird jede bestehende und erkannte Ressource  gleich ausgebeutet? Warum kann sie nicht zur  Bevorratung dienen?
  2948. Dinosaurier faszinieren, weil wir aus ihrem Schicksal unsere Zukunft ablesen können. Nicht zuletzt durch unsere Werke sind wir ebenfalls Dinosaurier.
  2949. Ökologische Politik wird substantiell und systematisch auch heute nicht von rechten oder linken  Positionen abgedeckt. Deswegen kann man originär grüne Positionen mit Recht jenseits von Rechts und Links einordnen. Die Grünen sind gut beraten, wenn sie sich auf ihr originär eigenes Thema, der Politischen Ökologie  besinnen und und diese mit allen schwierigen Konsequenzen mutig vertreten. Tun sie es nicht, haben sie ihre Existenzberechtigung verloren. 
  2950. Aus einer Anzeige der Bild-Zeitung in der FAZ vom 2. 4. 12: „Bildungsbürger glaubten früher aus Imagegründen Bild nicht lesen zu können. Heute lesen alle Bild – ohne Imageschaden“ (Dietmar Hopp). Aber – und das wäre mein Kommentar – mit Selbstbeschädigung in Form von ästhetischen und ethischen Deformationen. Alle anderen Begründungen sind aus meiner Perspektive  Rationalisierungen.
  2951. Selbst die Schauspielerin Kate Winslet, die mit dem Filmepos „Titanic“ zum Weltstar wurde, bezeichnet den Titelsong von Celine Dion „My Heart Will Go“ als scheußliche Schnulze. Im Hörsender „NDR Kultur“ muss ich neuerdings täglich mehrmals  Schnulzen dieser Art   ertragen, wenn es mir nicht gelingt, das Radio rechtzeitig auszuschalten.
  2952. Eine  CDU-Landtagsabgeordnete will mit guten Argumenten die Bildung stärken, aber konsequent thematisiert sie nicht die Faktoren, die Bildung verhindern. Gleiches lässt sich beispielsweise vom Denkmalschutz sagen.
  2953. Der tschechische Ökonom Tomáš Sedláček stellt die mathematisch-analytische, scheinbar wertfreie Betrachtungsweise der modernen Volkswirtschaftslehre infrage und mahnt an, dass jede einzelne, noch so trivial erscheinende Kaufentscheidung letztlich eine moralische Entscheidung ist. Der Gier nach Wachstum (privat wie in der Volkswirtschaft) stellt er entgegen: «Unser Weltbild krankt daran, dass wir das Paradies immer nur in der Zukunft sehen»  (aus Wikipedia zu seiner Person).
  2954. Ein wesentliches Ziel der Moderne: Den menschlichen Körper so umzugestalten, dass er mit den  gleichen Fähigkeiten ausgestattet wird wie der Geist. Der Geist will den Körper vergeistigen, d. h. genau so schnell und flexibel machen wie er, der Geist selbst ist, ja diesen „verkörperten Geist“ noch zu verbessern. Dieses Projekt wird über Motore realisiert. Das verlangt nicht nur die Entwicklung und Universalisierung der Motorentechnik, sondern auch die Umgestaltung der Erde in eine Ermöglichungsbedingung für diese Technik.
  2955. Die große Transformation in der Gegenwart: Aus gegebener Natur wird Materie gemacht. 
  2956. Natur wird mit Vorliebe  auf feststellenden und bannenden  Bildern oder Filmen er-sessen.
  2957. Faktisch haben wir uns von den Jahreszeiten und damit von der Natur emanzipiert. Nur noch in den Bewusstseinen spuken sie herum.
  2958. Irdische Schönheit ist eine Gnade auf Zeit.
  2959. Du bist, was du liest – ein Aufruf zur Medienhygiene. Wenn du nur Bilder siehst, bist du ein zur Reflexion unfähiger Mensch.
  2960. Inszenierte Bilder und Filme sind beliebt wie Fertiggerichte und Autofahren. Warum? Die Hauptarbeit wird von anderen Menschen und Kräften geleistet.
  2961. Der zeitgenössische Konsument reproduziert sich allein in der Sphäre des Konsums. Diese Sphäre ist für ihn das eigentliche Reich der Freiheit. 
  2962. Reichtum wirkt immer unanständig, wenn er universal und unmotiviert sich zeigt, wenn alles von  Haus, Kleidung, Auto, Fernsehapparat, Reiseziele usw. von Reichtum  zeugen soll.
  2963. Der Begriff Online wird heute nicht so sehr technisch, sondern primär ontologisch verstanden: Wer Online ist, ist mit dem Leben verbunden. 
  2964. Die Signifikanten vermehren sich ständig und „schwimmen“ heute umher. Sie haben keinen festen Platz mehr, z. B. in Büchern und über die Eingänge von Läden. Die Signifikanten dominieren inzwischen in Form von Wörtern und Bilder über die angebotenen Inhalte.
  2965. Sich am Markt zu orientieren“ muß nicht immer in Richtung Trash und Niveausenkung sein. Marktförmige Bedürfnisse wie ökologisch orientierte Urlaubsorte,  anspruchsvolle Bücher, gute Nahrung usw. führen nicht dahin.
  2966. Primat haben die Forderungen nach Billigkeit, Schnelligkeit und Bequemlichkeit. Erst nach Erfüllung diese Forderungen stellt man die Frage nach Qualität.
  2967. Die Agenda der Moderne: Transformation der Natur in Waren.
  2968. Das Motto des NDR Kultur „Hören und Genießen“ ist falsch, weil klassische Musik mehr verlangt als Genießen. 
  2969. Die Natur generiert Wirkungen, Stimmungen, Atmosphären, Bedinungen, Kräft, die für Lebewesen und damit auch für den Menschen unverzichtbar sind.
  2970. Die Not der Erde verlangt Rechtfertigtung, nicht alleinigen Genuß des Lebens.
  2971. Die zunehmende Umwandlung von Natur in Kultur seit Beginn des 19. Jahrhunderts findet ihren Niederschlag im Begriff „Anthropozän“. Dieser in diesem Ausmaße unbekannte Transformationsprozess ist das Ergebnis menschlichen Handelns, das seine Durchschlagskraft erst durch den Einsatz von motorenbetriebenen Maschinen erlangt hat.
  2972. Wir müssen den mittelalterlichen Streit zwischen Nominalisten und Begriffsrealisten neu aufrollen, allerdings nicht aus erkenntnistheoretischen, sondern aus praktischen Gründen. Das Neue und Gefährliche besteht darin, dass die Menschheit zunehmend abstrakte Einsichten als "konkrete Abstraktionen realisieren kann ( = ein Paradoxon, da die Realisation immer bereits konkret ist). Die neue Frage lautet also: Welche "konkrete Abstraktionen" wollen wir, welche  nicht ,- und wir müssen ihnen ihren naturwüchsigen, "begriffsrealistischen" Status nehmen.
  2973. Grüne Hymne: "Wir wolln es nicht verschweigen
    in dieser Schweigezeit.
    Das Grün bricht aus den Zweigen,
    wir wolln das allen zeigen,
    dann wissen sie Bescheid" (Axel Pioch).
  2974. Nach Newton sind Körper träge (inert). Das passt gut in die Argumentation antidemokratischer und technologisch orientierter Kräfte.
  2975. Vermutung: Es macht fast keinen Sinn, viele der Informationen in den Massenmedien  im Detail zu wissen.
  2976. In Einkaufszentren und im Autoverkehr hat  Stil im Sinn von Buffons „Le style c'est l'homme“ keinerlei Sinn, sondern hier zählt nur  funktionales Verhalten.
  2977. Ich will nicht zurück, dafür gibt es geschichtlich keine Veranlassung, sondern ich will bestimmte Dinge und bestimmte Dinge will ich nicht. Ich versuche, l kritisch sein im Sinne von krinein "scheiden, entscheiden, urteilen". Das deckt sich übrigens nicht mit konservativ und progressiv.
  2978. Die Abstraktion, genauer die Schöpfer der Abstraktion erkennen nicht an, dass im Prozess der Abstraktion  Opfer entstehen. D. h. die  mörderische Zurichtung der Dinge im Abstraktionsprozesses wird verdrängt.
  2979. "Wir sind so konform, niemand denkt mehr nach. Wir saugen ständig alle lauter Zeug auf, wir sind darauf trainiert, Konsumenten zu sein, und wir konsumieren alle viel zu viel" (die Modedesignerin Vivienne Westwood).
  2980. Die kurze Geschichte des  Niedergangs des Einkaufens: Man kaufte jahrhundertelang die Waren in seiner Straße oder in der Innenstadt und trug sie in der Einkaufstasche oder Korb nach Hause. Erste Reduktion: Man fuhr  ab den Achtzigern mit dem Auto ins Einkaufszentrum und c) Endform: Man bestellt seit 2000 im Internet und der Paketdienst bringt die Ware. Die Leserin oder der Leser möge nun überlegen, worin die Reduktion besteht.
  2981. Individuen und Gesellschaften können Gründe, aber auch Abgründe legen.
  2982. "Addiction ist a function of easy reward" (Stephan Toulmin). Diese Definition könnte ein Kriterium für Zeit- und  Selbstanalyse sein.
  2983. Dass Metaphysik und Transzendenz missbraucht wurden, werden und werden werden ist kein hinreichender Grund,  sie kategorisch aus dem Kosmos des Möglichen auszuschließen.
  2984. Erfolge oder Niederlagen haben als Ursache Strukturen oder individuelle Anstrengungen – zumeist auch im Zusammenspiel oder Gegenspiel von beiden.  Der vergangene  Diskurs akzentuierte zu stark den individuellen Pol, der gegenwärtige Diskurs zu schnell den strukturellen Pol. 
  2985. Wie können Menschen  ohne Natur leben, sondern  nur noch in Räumen  eine Raum-Existenz haben? Dazu gehört auch der Innenraum eines Autos.
  2986. Werbung und viele Unterhaltungssendungen im Fernsehen sind ein Feldzug gegen die Wirklichkeit.
  2987. „Vollgas im Leerlauf“ ist eine Metapher für die heutigen Aktivitäten, die weitgehend zum Selbstzweck geworden sind. Das Kapital ist ein äußerst scheues Wild, bei Gefahr läuft es weg. 
  2988. Ist eigentlich bisher untersucht worden, ob Alzheimer oder Demenz nicht Zivilisationskrankheiten sind, zumindest zivilisatorische Prozesse diese Krankheiten fördern?o viele Morde im Fernsehen Trivialliteratur?
  2989. Das Extreme ist heute offensichtlich ein verkaufsförderndes Merkmal, seien es Autos, Bildschirme, Reisen, Preise, Medieninhalte. 
  2990. Was passiert eigentlich mit einem Menschen, der keine körperliche und geistige Eigenbewegung in nennenswerten Ausmaße vollzieht, der hauptsächlich ein Leben vor dem Fernseher und im Auto verbringt?
  2991. Das Lächeln, das Du aussendest, bekommt Du zurück“ – vorausgesetzt Dein Gegenüber ist ein Mensch oder ein Tier, nicht aber ein  unbeseeltes Ding.
  2992. Trotz oder gerade wegen der allgegenwärtigen Bilderflut gibt es real keinen  Blick auf ein Anderswo und Anderswie.
  2993. Rudolf Steiner verbindet Brüderlichkeit mit  Wirtschaft, Gleichheit mit Recht und Freiheit mit  Kunst. Daniel Bell modifiziert das  in linke Wirtschaft, liberale Politik, konservative Kultur. Meine Modifikation, die auch eine Verengung ist,  wäre: ökologische Wirtschaft, liberale Politik, starker Akzent auf Kultur.
  2994. Der zeitgemäße Mensch findet Bilder zunehmend attraktiver als Wirklichkeiten.
  2995. Eine Nation, die in der Selbstbeschreibung ihr Anderes ausblendet, lügt. Das gilt für jede Gruppe und für jeden Menschen.
  2996. „Interessenpolitik“ ist für mich ein widersprüchlicher Begriff, weil Politik von polis herkommend immer das Ganze für die Entscheidung im Blick hat.
  2997. Alles sehen, nichts begreifen“ (Gerhard Richter). Ein bedenkenswertes Wort gegen Theoriefeindlichkeit.
  2998. Regionalismus und Globalisation sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander.  Beide müssen, recht verstanden,  im Handeln und Denken gleichwertig  berücksichtigt werden. Wird das eine oder das andere verabsolutiert, entsteht Enge. Es gibt also auch eine globale Enge. 
  2999.  Das "How to do it" hat das "Should I do it" verdrängt.
  3000. Geschwindigkeit ist heute einer der dominanten Werte, egal in welchem Bereich.
  3001. Nicht Werbung an sich ist problematisch, sondern ein Bewußtsein, das die Idealisierung nicht erkennt.
    Die Maschine und die Fabrik bilden das Modell für ein rationales  Leben.
  3002. Wohin soll die Reise der Moderne gehen? Nachvollziehbar rational wäre: in der Gegenwart bestehen zu können, auch wenn die Inhalte noch so sinnlos sind.
  3003. Der moderne Mensch ist materiell derart autonom, dass er auf dieser Ebene nicht  durch das Verhalten anderer  Menschen relativiert wird. 
  3004. Unsere not-wendende Aufgabe: To create an alternative modernism
  3005. Meine These: nearly all sorts of cultural und political movements are part of one process:  Die Transformation der Eigenbewegung in Fremdbewegung. 
  3006. Der zeitgemäße Bürger ist tendenziell ein  eindimensionaler Mensch.
  3007. Meine Kapitalismuskritik betrifft zentral deren  technische Dimension
  3008. The modern fear of freedom, the freedom of choice is the knowledge of good and evil. Einerseits ist der Möglichkeitsraum von Entscheidungen ungemein größer geworden, andererseits die Fremdbestimmung durch die Warenindustrie ebenfalls. Vielleicht ist das eine Ursache für die einseitige Orientierung an Waren. 
  3009. Immer weniger Leute verstehen den Satz, dass Internetkäufe die Innenstadt schwächen, ja abtöten und das in naher Zukunft selbst die Einkaufszentren auf der grünen Wiese betroffen sein werden.
  3010. History is like foreign travel. It broadens the mind, but it does not deepen it (Descartes). Das gilt auch für Medienkonsum. Man  bleibt allein an der Oberfläche.  Beide Bewegungen zusammen machen nur Sinn.
  3011. Eine Vermutung: Die Zuneigung, ja Liebe zu Waren liegt primär nicht in den Waren selbst, sondern in dem Stolz, sie zu besitzen, über sie verfügen und sie beherrschen zu können.  Zumindest "nach der ersten Liebe"  tritt dieser Zustand schnell ein.
  3012. Die stark vermehrten Paketdienste sind ehemalige  lebendige  Innenstädte. 
  3013. Das monadische Modell menschlichen Lebens stimmt schon traurig, aber eine Monadologie ohne Gott ist schlicht grauenhaft.  
  3014. Monadologie ist  nicht nur ein Denkmodell, sondern wird zunehmend gesellschaftliche Realität. 
  3015. Aus den konkreten Prozessen des Erwerbs von Waren und Dienstleistungen verschwinden zunehmend reale Interaktionen zwischen Menschen: Produzent – Verteiler – Erwerber werden zu fensterlosen Monaden. Momentan  verschwinden die Innenstädte, demnächst die Einkaufzentren auf grüner Wiese.  
  3016. Nach der Erstellung von Brasilia  um 1963 wurde dieses Vorhaben als die Vereinzelung fördernde Retortenstadt stark kritisiert.  Heute ist das Kritisierte überall Normalität.
  3017. "The importance of communication and dialogue  have taken on a new specific weight und urgency in modern times, because subjectivity and inwardness have  become at once richer und more intensely developed, and more lonely and entrapped, than they ever were before" (Marshall Berman, All that is solid melts into air).
  3018. Kapitalismus und Technizismus brauchen und schaffen isolierte Menschen, damit Sehnsüchte und Wünsche entstehen, die dann in Form von Waren im Schein und und technischen Appperaturen als Lebensprothesen befriedigt werden. 
  3019. "Es gilt das erlebte Wort" (Titel eines Zeitungsartikels).
  3020. Das Kriterium „zeitgemäß“ als absoluten  Wertmaßstab zu nehmen, zeugt von Dummheit gegenüber der Klug- und Weisheit vergangener Generationen und von totaler Anpassung an den Zeitgeist.
  3021. Ein Plakat mit einem ästhetisch gestalteten  Obst- und Gemüsestand und einer hübschen Verkäuferin dient der FDP als Argument für Wachstum.  Einwand: Im materiellen Bereich ist stetiges Wachstum schädlich, im immateriellen Bereich wie Bildung und Soziales immer gut. 
  3022. Wenn eine  Volkswirtschaft, z. B. die griechische, das rat-race des globalen Wirtschaftswachstums nicht mitmachen will, ist das gut nachvollziehbar.  Aber diese Gesellschaften  dürfen dann nicht Bedürfnisse entwickeln, die nur über den globalen  Markt befriedigt werden können,  und sie müssen dafür sorgen, entweder durch Kaufboykotte oder Einfuhrverbote. dass die globalen Produkte nicht ihre eigene Wirtschaft kaputt machen.
  3023. Siedlungsbrei ist weder Stadt noch Land. Siedlungsbrei is nowhere or everywhere.
  3024. Lionel Trilling coined a phrase in 1968: “Modernism in the streets.” Und Marshall Berman, aus dessen klugem Buch "All that is solid melts into Air" ich diese Information entnommen habe, fügt 1981 hinzu "The open way leads to the public square". Ich befürchte, im Jahre 2012 sind diese alltäglichen  Face-to-face-Öffentlichkeiten auf "normalen" Straßen und Plätzen nahezu verschwunden. 
  3025. Je früher  eine Gesellschaft den notwendigen Wandel zur Nachhaltigkeit vollzieht, desto weniger schmerzhaft wird er werden.  
  3026. Wenn Systeme sich vollkommen öffnen, verlieren sie zwangsläufig ihre Individualität und Identität. Das ist der Preis. Die Kunst eines Systems besteht darin, Offenheit und Identität in Balance zu halten, ohne dass es Opfer gibt.
  3027. Einerseits fliegt  die große Mehrheit der Menschen  oder fährt habituell mit dem Auto, andererseits will keiner  in Einflugschneisen oder an viel befahrenen Autostraßen wohnen. Moralisch wäre, diesen Widerspruch nach der einen oder der anderen Seite aufzulösen, d. h. die Belastungen klaglos  zu akzeptieren oder eben auf Flugzeug und Auto zu verzichten. Tertium non datur.
  3028. Mit den Kreuzfahrtschiffen reist man, ohne sich eigentlich zu bewegen. Kreuzfahrtschiffe sind eine technische Rekonstruktion der Welt auf kleinstem Raum. Warum sind Kreuzfahrten so populär?  Momentan lösen sich massiv spontane Face-to-face-Öffentlichkeiten auf. Intakte Innenstädte gehören zumindest in Klein- und Mittelstädten der Vergangenheit an. Öffentlichkeit besteht nur noch aus inszenierten,  zeitlich auf Stunden begrenzte Veranstaltungen, die in der Regel Eintritt kosten. Aber selbst die inszenierten Veranstaltungen werden als Mediumereignis viel häufiger frequentiert als die Veranstaltung selbst. Ich vermute, dass  Kreuzfahrtschiffe die offensichtlich nicht zu Tode bringende Sehnsucht nach spontaner lebendiger Kommunikation in größerem Rahmen  befriedigt. Die Sehnsucht nach konkreter Nähe ist dem Menschen wohl doch nicht abzugewöhnen. 
  3029. Wenn ich in einen Zug oder Bus  steige, betrete ich eine Art Festsaal, zumindest einen sozialen Raum, wenn ich in ein Auto einsteige, eine Art Gefängnis. Das Auto ist gleichermaßen ein Fluchtmittel und Fluchtort in die soziale Isolation. Im Auto versteckt man sich. Würde das erkannt, wäre schon viel gewonnen.
  3030. Man muss zwischen  subjektiven und objektiven Argumenten für oder gegen etwas unterscheiden. Das sind zwei vollkommen verschiedene Dimensionen. Nehmen wir beispielsweise das Auto. Die objektive Situation ist für mich klar. Zum Subjektiven: Wenn jemand meint, es sei ein Gewinn für ihn, wenn er jeden größeren Ortswechsel mit dem Auto zurücklegt, ist er im Irrtum, denn er übersieht die Verluste für sich und die Belastungen für die Umwelt. Dass trotzdem Genuss entstehen kann, ist eben das Paradoxon von Süchten: "Ich rauche gern" entspricht "Ich fahre gern Auto". Süchte schaffen immer Befriedung und immunisieren gegenüber den angerichteten Schäden. Ist man in einer  Sucht, die objektiv nicht nur sich selbst, sondern auch massiv die Umwelt schadet, sollte man eine selbstkritische Reflexion beginnen.
  3031. Tourismus in seiner heutigen Form ist heute eine feindliche Kriegsmacht, die ein Land oder eine Region überfällt und sie nach ihrem Ziel verändert. „Die Befreiung von der industriellen Welt hat sich selbst als Industrie etabliert, die Reise aus der Warenwelt ist ihrerseits zur Ware geworden“ (Hans Magnus Enzensberger).  „Indem der Reisende das findet, was er sucht, zerstört er es“ (Adrian Stokar).  Der Umfang der Zerstörungen würde  drastisch zurückgehen, wenn man in Urlaubsgebieten auf das Auto und auf Zeitwohnungen verzichtete. Noch besser wäre es, materiell so wenig wie möglich mitzunehmen -, wenn auch nicht ganz so konsequent, wie es Marie-Antoinette vor ihrer Hochzeit erging, als sie in Straßburg vollkommen neu eingekleidet wurde. 
  3032. These: Berlusconi und auch bereits Hitler waren Strategen der Bilder, Monti, Merkel und Heuß der Begriffe.
  3033. Gegen ein Oberflächendasein: Der Mensch nimmt sich keine Zeit und Freiräume, Subjekt zu werden. Wir müssen beide Ansätze, Fremd- und Selbstbestimmung,  verbinden und in eine Balance bringen.
  3034. "Eins nach dem anderen. Gehirn ist auf Monotasking ausgelegt". Das wäre doch ein sinnvolles Kriterium zur Überprüfung von Lebenspraxen.
  3035. Aus meiner Sicht der Widerspruch schlechthin "Digital Life".
  3036. Immer häufiger wird  in den Diskussionen nicht zwischen subjektiven und objektiven Argumenten unterschieden. Die Tendenz geht sogar dahin, subjektive Argumente als hinreichend für oder gegen eine Sache zu nehmen. Das ist ethischer Niedergang.
  3037. In Nigeria finden Anfang 2012 große Protestmärsche statt, nicht wegen der gleichzeitig stattfindende Vertreibung von Christen aus dem Süden, nicht wegen Brot oder irgendwelcher Ideale, sondern wegen der steigenden Benzinpreise. Das ist ein Vorgang, der inzwischen in jedem Land der Welt droht, wo die Eigenbewegung durch Fremdbewegung, wo Nahstrukturen durch Fernstrukturen  ersetzt wurden.