Stand: 18. 8. 18

 

Wo Menschen sind, gibt es keine Homogenität. Wenn man von Zeittendenzen spricht, sind es immer Tendenzen, nie alles beherrschende und durchdringende Prozesse. So sind auch die folgenden Äußerungen zur Subjektivität und Objektivität zu verstehen: Insbesondere seit der  Wiederaufbauzeit nach dem 2. Weltkrieg ist die objektivierende Haltung zur Welt und zu sich selbst dominant geworden. Nicht nur die Weltanschauung ist wissenschaftlich-objektiv geworden, sondern ebenfalls der Alltagsblick hat einen weitgehend objektiven Charakter angenommen.

Genau besehen ist die sogenannte objektive Welt eine von einflußreichen Subjekten über Generationen hinweg gemeinsam geteilte konstruierte Welt. Ein in diese Welt "neu" eingeführtes "individuelle Subjekt" erscheint diese konstruierte Welt als vollkommen unabhängig von ihm und anderen Subjekten, eben als falscher Schein objektiv.  Ich unterscheide also zwischen zwei fundamental verschiedenen Begriffen von Subjektivität, der individuellen und der kollektiven. Die Welt, die aus dem individuellen Subjekt herauswächst, ist nicht relevant, ist nicht Wahrheit, ist nicht bebauungsfähig und hat keinen weiterführenden Wert.  Aber das  nicht wegzudiskutierende Manko, dass der Mensch über keinen archimedischen Punkt für die Erkenntnisfundierung verfügt, die notwendige Voraussetzung für substanzielle, nicht nur methodische Objektivität wäre, hat zunehmend (wieder) dem Paradigma der Objektivität zu schaffen gemacht, so dass der erkenntnistheoretische Blick und mit ihm in Gefolge die Geisteswissenschaften  die individuelle Subjektivität wieder als ernstzunehmende Realität reflektiert. Von Roland Barthes mit der Härte Kirkegaards formuliert: "Lieber die Trugbilder der Subjektivität als der Schwindel der Objektivität. Lieber das IMAGINÄRE DES SUBJEKTS als seine Zensur" (Die Vorbereitung des Romans, Frankfurt am Main 2008, S. 30). Im Alltagsleben zeigt sich dieser Schwenk als Abwendung von einem Leben aus zweiter Hand, seien es Bilder oder Fertigprodukte. Die Eigenbewegung , wie in den  Notationen und Aphorismen vorliegender Homepage thematisiert, ist Teil dieser Gesamtbewegung. Hinzugefügt sei, dass dieser Schwenk kein absoluter ist und aus Gründen der Humanität es nicht sein darf, sondern nur als Korrektur der einseitigen Ausrichtung auf die Objektivität zu verstehen ist.

Viele  Aussagen haben deshalb den  Konsumismus,  d. h. den übersteigerten  Konsum zum Gegenstand, weil er sich nicht nur allein  gegen menschliche Möglichkeiten und Lebensqualität richtet, sondern auch  eine wesentliche Ursache und Motor der gegenwärtigen Umweltzerstörungen an verschiedenen Orten und Ebenen

Materielle Hauptursache der gegenwärtigen ökologischen, sozialen und individuellen Probleme ist der Motor, genauer: sein zunehmender Einsatz und Ersatz nahezu  aller Prozesse und  Tätig keiten. Der Motor ersetzt und verdrängt das Leben.  Da der Motor selbst wiederum ein bedingter ist,  bedarf es weiterer Analysen.
Nicht meine Diagnosen und Analysen sind radikal und extrem, sondern die von mir kritisierten Verhältnisse sind es.
Ich behaupte nicht mehr und nicht weniger als dass die Eigenbewegung mit Hand und Fuß  im Alltag die notwendige und einzig begehbare Alternative für unsere Gegenwart ist. Eine Alternative gegen die Dominanz der Motore. Meine Botschaft lautet deshalb: Schlagt eine andere Richtung ein. Das ist keine Installation eines neuen Paradieses, sondern ermöglicht ein Sein in der Wirklichkeit und Zukunft.

 

  1. Es gibt guten, unverzichtbaren Individualismus und schlechten, abzulegenden Individualismus.  Schlechter, abzulegender Individualismus herrscht dann, wenn das Streben nach dem Guten, Wahren und Schönen keine Rolle mehr spielt, sondern nur  noch die Durchsetzung persönlicher Bedürfnisse dominiert. Individualismus ist dann schlecht, wenn er  keine Autonomie enthält. Der Konsumbürger nimmt seine Autonomie im Sinne des kategorischen Imperativs nicht in Anspruch, denkt es aber. In Bezug auf Freiheit im Sinne von Autonomie versagt der Konsumbürger absolut. Vielleicht müssen wir  Kant reaktivieren. Freiheit ist ein rationaler Begriff, Liebe ein gefühlsmäßiger. Beides ist wichtig und ergänzt sich.  

  2. Der entscheidende Begriff der politischen Ökologie ist Entropie.

  3. Auf dem Dorfplatz der autofreien Insel Porquerolles kann man viel lernen, so auch Pädagogisches  und Mobilitätstheroretisches.

  4. Das Hauptproblem: Wirtschaftswachstum und ökologische Notwendigkeiten stehen unverbunden nebeneinander.

  5. Erwärmung beschleunigen die Wasserkreisläufe

  6. Gebrauch und Herstellung von Waren verbrauchen Energie.

  7. Zentralismus ist zumindest ökologisch  kein Fortschritt. Die Lösung „Global denken und lokal handeln“

  8. Die Primäraufgabe ist, die ökologische Gefahr abzuwenden, die anderen Werte sind sekundär wichtig.

  9. Hatte Jacob Burckhardt Grund, so zivilisationskritisch zu sein? Er sah bereits die mechanisch gesellschaftliche Organisation (wie das Militär), die  Herrschaft der Uhr,  die geistige Nullität des Radikalismus.

  10. Der absolute Konsument reproduziert sich allein in der Sphäre des Konsums. Er ist nur dort bestellbar (ansprechbar). Dem Subjekt erscheint diese Form der Reproduktion als Freiheit. Er ist aber gestellt, wenn er feststellbar ist. Wodurch entsteht diese Fehlhaltung? Angeboren, Opposition, Schicksal,..?

  11. Bedeutungen entscheiden über Existenz und Nichtexistenz.

  12. Es gilt, die Welt  bei den meisten Problemen nicht materiell zu verändern, sondern geistig zu differenzieren

  13. Eine von religiösen Prämissen abgeleitet Politik  kann sehr gefährlich für das Kapital werden.

  14. Ein Mensch, der täglich zehn Stunden vor dem Fernsehapparat  sitzt und nur minimal aktiv ist, muss eine große innere Leere haben.

  15. Einem intelligenten Konsumbürger erzählte ich von meiner Sicht, dass zwischen einem wachen Hund und einem Menschen  kein so großer Unterschied bestände. Sein Kommentar: „Laß das bloß keinen hören.“ Vermutung: Er  definiert den Menschen allein über sein technisches Können.

  16. „Freiheit ist ein Vermögen, das sich nur aus lebenden Wesen herausbilden kann“ (Thomas Khurana). Die Motorenfans, sei es das Auto oder die Unterhaltungsmedien, beten das Tote an, umgeben sich mit Totem. Das ist Objektphilie

  17. Die Vita activa, die auch die vita contemplativa  umfasst, ist das Humane.

  18. Armut und Reichtum ausschließlich nach Waren und Dienstleistungen zu definieren, verfehlt das Leben und das Glück.

  19. Die kapitalistische Moderne ist in Teilen sehr ästhetisch. Wolfgang Haug thematisiert das unter Warenästhetik.

  20. Unnötiger Müll dient der Kapitalvernichtung. Auch Moden, Kriege, künstliche Veralterung, Strukturwandel, Revolutionen, Unfälle mit Totalschäden. Mit der Theorie der Kapitalvernichtung scheint mir Marx plausibel und stringent zu sein. Siehe auch W. Hauffs Das kalte Herz.

  21. Marx hat Recht: Das Kapital bekommt ständig neue Nahrung durch materielle Bedürfniserweiterung und Zerstörungen, die meistens vergrößert ersetzt werden. Aber der Sozialismus ist auch keine Alternative, weil er auch die realen und angeblichen Bedürfnisse verabsolutiert.

  22. Wir brauchen ökologische Politik als neuen Nomos (Carl Schmitt) für die Erde.

  23. Heute bekommt man überwiegend Pakete und selten Briefe.

  24. Moderne Dualismen: die Brutalen und die Sensiblen, die Konstruktivisten und die Dekonstruktivisten, die Naturzerstörer und die Naturerhalter, die Macher und die Bedenker, …

  25. Wenn die Opfer auch Täter sind, findet Selbstkritik nur sehr schwer statt.

  26. Wenn Schlechtes getan wird, versuchen die Verursacher eine Identität mit der  Natur herzustellen.

  27. Ökologische Vernunft ist vernünftiger als die Vernunft der Preise.

  28. Wirtschaftswachstum und Kapitalismus haben dieselbe Quelle.

  29. Der Nomos der Erde ist nach Schmitt das (hoffentlich gute ) Gesetz. Der Nomos der Erde ist für die Konsumbürger die Befriedigung seiner  Bedürfnisse, die vom Kapital ins Maßlose gesteigert werden.

  30. Der Klimawandel ist nicht naturwüchsig, kann deshalb durch ökologisches Verhalten aufgehalten werden.

  31. Heute kann man die Menschheit in den Industrieländern in ökologische Denkende  und in der Warenwelt Befindliche aufteilen.

  32. Werte sind abstrakt, also Formen, die über Inhalte gelegt werden und diese erst indirekt zu Werten machen.

  33. Im Kapitalismus ist Wirtschaften Selbstweck.

  34. Mondfinsternis ist noch das letzte Naturereignis, was der breiten Masse interessiert. Hat Eventcharakter. Ich interessiere mich nicht sehr, weil es als Beweis für absolute Kausalität gilt, die vielleicht gar nicht existiert.

  35. Modernisierung = kompatibel machen für die Bedürfnisse des Kapitals und damit Zerstörung der traditionellen Lebenswelt, die hauptsächlich auf Eigenbewegung beruhte.

  36. Mit Kant muss man den blinden Konsumismus kritisieren: „Break the surface“.

  37. Zerrissenheit im Bewusstsein hat es immer gegeben, aber durch den großen bildorientierten Medienkonsum hat sich diese Entwicklung wahrsinnig beschleunigt und vergrößert.

  38. Wenn Proargumente für irrationales Verhalten ausgehen, zieht man sich auf das Argument der absoluten Autonomie des Bürgers zurück.

  39. Die Sakralisierung der Gesamtnatur wäre ein nachhaltiger Schutz, aber das passt nicht zum Zeitgeist. .

  40. Die Menschheit verabsolutiert sich und behandelt die Umwelt als alleinige Ressource für ihre Zwecke.

  41. Politische Ökologie hat nur ein Ziel, Erhaltung durch Nachhaltigkeit.

  42. Ein System kann man nur begrenzt verändern, wenn man es nicht zerstören will.

  43. Wir müssen ökologische Wert möglichst in all unseren Handlungen berücksichtigen. Ein rein ökologisches Handeln gibt es  außer dem Naturschutz nicht.

  44. Jeder Roman von Thomas Hardy, Jane Austen, George Eliot zeigt, dass auch  begrenzte Lebenswelten sehr interessant sind - vielleicht es erst werden.

  45. Der Ruf nach immer mehr Komfort ist für Umwelt und dem Menschen nicht gut.

  46. Nur wenige durchschauen, dass ihnen ein Schwundleben im Konsum verordnet wird.

  47. Konsumorientierung verlangt Leere. Die Frage ist ob angeboren oder selbstverschuldet. Wenn selbstverschuldet, ist das eine Verschwendung von Ressourcen.

  48. Der Mensch hat die Freiheit, Gutes oder Schlechtes zu tun.

  49. Zwei Formen von Individualismus: a) der die Umwelt ausblendender Individualismus (so die Autofahrer, die Spontaneität und Kontingenz meiden wie die Pest) und b) der sich öffnende  Individualismus in Richtung Subjekt.

  50. Der Aufwand als Preis ausgedrückt ist  objektiv und gerecht. Der Wert von Bedürfnissen ist subjektiv und willkürlich.

  51. Die Nullität des Radikalismus (Burckhardt) deswegen, weil sie  einfachstes Denken. Ich bin kein Revolutionär, sondern Evolutionist.

  52. Auch wenn man  reich ist, ist das absolut kein Argument, mit Nahrung oder Ressourcen unachtsam umzugehen.

  53. Es gibt große ästhetische Veränderungen.  Modell dafür sind die Einkaufszentren am Stadtrand: wenige Elemente, Großflächigkeit und Homogenität, keine Tradition, Vielheit und  Komplexität.

  54. Hotels hießen früher Stadt-Hotel statt City-Hotel.

  55. Früher war mit Sicherheit vieles schlecht, aber auch viel Gutes ist verschwunden

  56. Man sollte eher komparativ als absolut an den Lösungen arbeiten.

  57. Eine Stadt hat Lebensqualität, wenn viele Bürger auf den Straßen sind.

  58. Eine Altstadt wie Aix en Provence: Jeder Blick entdeckt Neues, in der modernen Stadt genügen  wenige Blicke, um das Ganze zu erkennen.

  59. Wir dürfen nicht die Bedeutung der Wirtschaft verabsolutieren, die Ökologie muß den Primat haben.

  60. In jedem Fall einfach Weitermachen ist schlechter, dummer Konservativismus. Konservativ kann nur heißen, ökologisch und human leben und denken.

  61. Da nahezu die gesamte Wirtschaft ökologisch Schädliches wie der Ozean Wellen produziert, muss die politische Ökologie idealiter über all diese Prozesse Bescheid wissen. Damit ist sie aber maßlos überfordert.

  62. Soziale Situationen regen die direkte Kommunikation an, so z. b. in öffentlichen Verkehrsmitteln.

  63. Der Konsumismus verfügt über wenige überzeugende Gründe – und ist trotzdem so übermächtig.

  64. Politische Ökologie ist das Korrektiv von schlechtem Individualismus.

  65. Ich bin kein (biologischer) Biologe, aber ein politischer, der versucht, die Ökologie zu bewahren.

  66. Ökologischer Imperativ: Handele so, dass Dein ökologisches Verhalten zu einer Maxime für alle werden kann.

  67.  Lebt man fast nur noch in der technisch-kausalen Welt, verabsolutiert man diesen Wert bald auch in seinem Denken und Werten. In dieser Perspektive ist  Leben schlicht irrational.

  68.  Ich wehre mich, in einem Restaurant das gewünschte Essen mit einer Nummer

  69. Zu bestellen.

  70. Ökologische Politik = Lebenspolitik

  71. Von Menschen geschaffene Probleme, können nur von ihnen gelöst werden, indem diese Handlungen entweder rückgängig oder entschärft werden.

  72. Ideologie ist falsches Bewusstsein. Ist das einfache Weitermachen nicht die Ideologie der Gegenwart? Ideologie fördern übrigens Denkfaulheit.

  73. Einsamkeit macht depressiv“ – motorisierter Individualverkehr und Unterhaltungsmedien  erzeugen Einsamkeit.

  74. Das Fundament der Freiheit ist das Leben, nicht Technik, Motore und/oder blödsinniger Konsum.

  75. Heute ist das Nichtspektakuläre das Spektakuläre.

  76. Modernes Leben ist ein Leben ohne lebendige Umwelt.

  77. Die gegenwärtige Lebensform gilt als unhinterfragbar. Das zu meinen ist ein Verzicht auf denken und Freiheit. Auch die zweite Natur ist ja eine Folge von Entscheidungen, die oft in Freiheit gefallen sind.  Menschliches Denken darf sich nicht der Geschichte ausliefern, die als Rückblick wohl meistens als Determination interpretiert wird. Erst, wenn man vor der Zukunft steht, erscheint Freiheit, oft als sehr schwierige, das Richtige zu tun.

  78. Es macht  keinen Sinn, die Vergangenheit als ideal oder als Vorbild zu nehmen. Sinnvoll ist es, zu fragen, wo und wie man die Gegenwart verbessern kann.

  79. Die bestehenden Bedürfnisse werden nicht hinterfragt. Das Bedürfnis nach Brot ist absolut sinnvoll und damit unhinterfragbar; das Bedürfnis nach Autos muss allerdings kritisch hinterfragt werden.

  80. Es gibt heute auch eine selbstverschuldete Armut in Form von Süchten, die aber nicht als Sucht erkannt werden.

  81. Der gegenwärtige Hauptwiderspruch im Konsum: Alles soll billig, aber von höchster Qualität sein.

  82. Lange Transportwege und die langen Zeiten zwischen Ernte und Verzehr schwächen die Qualität der Nahrungsmittel.

  83. Die technologische Moderne ist erbarmungslos universell. Beleg: das Anthropozän.

  84. Fünfzig Stunden in der Woche zu arbeiten, ist für viele Menschen befriedigend. Die ständige Arbeitszeitverkürzung ist deswegen kein Ziel, auch weil sie den Motoreneinsatz erhöht.

  85. Alles, was Nachhaltigkeit i. w. S. fördert, also auch das Soziale und indviduelles Wachstum, muss unterstützt werden.

  86. Im Zeitalter der Fernreisen, Kreuzfahrtschiffe und des Internets kennt man sich nicht mehr (Richard Sennet).

  87. Tolstois Wieviel Erde braucht der Mensch? ist eine stimmige Beschreibung des Menschen, denn kapitalistisches Denken scheint eine anthropologische Konstante zu sein.

  88. Der arme Brasilianer fällt viele Bäume im Amazonasgebiet und wird reich. Sein nun bestehender Reichtum sieht man dem zerstörerischen Ursprung nicht an.

  89. Trotz großer Reisen kann man sein Leben selbst nicht entgrenzen.

  90. Der philosophische Materialismus  ist in einen banalen Konsumismus umgeschlagen.

  91. Gegenwärtig wird Politik (Merkel) und Fußball (Löw) im Wert und Wichtigkeit gleich gesetzt.

  92. Die Gewerkschaften sind objektiv verlässliche Partner des Kapitals, in dem sie  über die Forderungen nach überwiegend unnötigen Waren und Dienstleistungen das Wirtschaftswachstum bewusst oder unbewusst ständig fördern.

  93. Wirtschaftswachstum in allen materiellen Ausprägungen bringt uns den AKWs näher.

  94. Reisen darf nicht reduziert werden auf Transportiertwerden. In diesem Fall sollte man verzichten, weil kein Anteil von Eigenbewegung vorhanden ist.

  95. Schlecht: Entweder kommen die Highlights ins Wohnzimmer, oder wir  im Auto oder Flugzeug zu ihnen.

  96. Ökologische Politik ist notwendig, denn es steht zu viel auf dem Spiel.

  97. Schlechte Gewohnheiten sind oft vernunftresistent.

  98. Zwei verschiedene Beziehungen zwischen Qualität und Erfolg:  Qualität ist immer erfolgreich oder  nicht.

  99. „NARZISSE - EGO –SELFIE. ME FIRST- KONSUM ist chic. Ich bin meines Glückes Schmied, lautet die Parole der Zeit. Wirklich helfen im Leben helfen nur Achtsamkeit, Nächstenliebe, Solidarität. Gibt es ohne diese antiquierten Werte kein erfülltes Leben und keine sinnvolle Zukunft? Zahlt sich menschliche Nähe nicht aus? (aus einer Einladung der Evangelischen  Akademie Tutzing)

  100. Der alte Nomos für die Erde war Ausbeutung durch den Menschen. Das ökologische Nomos wäre Bewahren, Nachhaltikeit, Empathie, Lassen, ..

  101. Mehr als Gleichheit geht nicht.

  102. Maxime: nicht das Maximum, sondern das Optimum anstreben.

  103. Die Begrenzung des Ichs auf die körperliche und geistige Person .stimmt nicht mehr. So ist das Auto auch ein untrennbarer Teil eines zeitgemäßen Ichs, wobei der Körper-Ich und das Auto-Ich sich sehr wohl trennen können. Das Auto ist mehr als ein geliebtes Du, es ist Ich.

  104. Es genügt nicht, im Garten eine Rasenfläche mit einer Hecke zu umgeben. Es müssen auch Inseln im Garten geschaffen werden. 

  105. These: Entscheidungen nach einem (1) Kriterium wie Schnelligkeit, Billigkeit, Bequemlichkeit, schiere Größe usw sind schnell und einfach zu  entscheiden. Wenn das entschieden ist, wird nicht mehr gedacht.

  106. Ein Leben ohne Ökologie und Soziales und ist ein Leben, ohne Subjekt zu sein.

  107. „Wir müssen eine Art hippokratischen Eid für Ingenieure, Informatiker und Programmierer entwerfen. Diese Berufsgruppen tragen wie Ärzte viel Verantwortung und müssen über die Konsequenzen ihres Handelns permanent reflektieren“ (ein Informatiker, dessen Name ich nicht mehr aufrufen kann, Entschuldigung).  

  108. Wir müssen mit aller Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit die Frage stellen Was bringt uns weiter?

  109. Vernünftig ist zumindest alles, was dem Erhalt der Erde dient. Unvernunft ist alles, was nur der Bequemlichkeit und der Herrschaft dient.

  110. Die große Entscheidung, vor der wir grundsätzlich stehen: Leben oder mehr Motore.

  111. Die Ameisen waren vor uns da.

  112. Trash-Bewohner (bougeoise) haben heute die Merkmale Konsumorientierung, Autoorientierung, Billigorientierung, keinen verantwortungsvollen Bezug zur Umwelt, Medienorientierung, Harley-Davidson-Orientierung,  Anpassung-  und Kritikaufgabe. Das sind die modernisierten Todsünden des Christentus.

  113. „Schon die Aktualisierungen Kants zahlten den Preis, mit dem Absterben ihrer Bedingungen für diese Aktualität zu Makulatur zu werden“ (Köhnke). Das gilt leider nicht für die ökologische Analyse. Sie ist und wird zeitlos sein.

  114. „Wie das Almendeproblem lösen“ und „Warum dieser Naturschutz gerade vor meiner Tür? Das sind Fragen, die nicht leicht und befriedigend zu beantworten sind.

  115. Zu möglichen Wirklichkeitserfahrungen: a) Medien = keinerlei Wirklichkeitserfahrung, b) „philosophische“ Texte lesen heißt Verzicht auf gegenwärtigen Wirklichkeitserfahrung für spätere vertiefte Wirklichkeitserfahrungen, c) Auto = denkbar größtmögliche Reduktion von Wirklichkeitserfahrung, die man eigentlich eher als Autoinnenerfahrungen beschreiben müsste.

  116. Schulden machen ist nie gut.

  117. Wellness dominiert heute so stark, dass die eventuell vorhandene umgebende Natur fast keine Rolle mehr spielt, höchstens noch als Ausblick.

  118. These: Der extreme Konsum dient zudem, die verlorenen sozialen und selbstärkenden Impulse zu überbrücken bzw. zu übertünchen.

  119. Ich bin aber gegen ökologische Hypermoral.

  120. Actions sind heute in der Regel das Passive, wo man nur noch betrachtet. Hier wird man „bespielt“.

  121. Am Anfang der Umwelt-Verschmutzungs-Kette steht nicht Braunkohle, sondern der handelnde Mensch.

  122. Sinnvolle Ziele wären Selbsterhaltung, soziale Netze pflegen, Kultur und Bildung.

  123. Bis ich die den „großen“ Fußball durchschaute und verließ, dauerte sehr lange.

  124. Wir müssen die Maßstäbe aus der Bereich der Zweiten Natur ins Bewusstsein heben. Und das müssen heute auch ökologische sein.

  125. Ziel aller Produktion ist, den Status von Naturwüchsigkeit zu erreichen und somit absolut notwendig und unkorrigierbar zu sein.

  126. Lohnarbeit ist nur eine Teilmenge der Arbeit!

  127. Es stimmt: Es gibt und muss im Alltag eine Font gegen die kapitalistischen Impulse geben.

  128. Das Verhältnis von Impression und Expression ist durch die Dominanz der Medien außer Lot gekommen. Für eigene Expression ist kein Raum und Zeit.

  129. Mängel entstehen auch, wenn die materiellen Ansprüche immer größer werden: Wohnung, Zahl und Größe der Autos, Wohnwagen, Straßen, Klamotten, …

  130. Sinnlos ist es, die Gegenwart und Vergangenheit bewertend zu vergleichen. Es macht aber Sinn zu überlegen, was man an der Gegenwart verbessern kann.

  131. Gegenwärtiger Fortschritt zielt zur Hauptsache direkt oder indirekt auf Vergrößerung  der Bequemlichkeit, nicht auf Qualität.  Schnelligkeit, Größe, Billigkeit, Leichtigkeit, Zugang zu Unterhaltungsmedien sind die  eigentlichen Ziele des Fortschritts. c Rückschritte  in den Feldern Natur (Anthropozän), Subjektivität (Transformation in egoistischen Individualismus), philosophisch-existentielle Kritikfähigkeit, Stille,…

  132. Künstler sind „Springer“, die die gewohnte (rationale) Spur verlassen und entweder eine neue schaffen oder in eine andere springen.  So ist ökologisches Denken heute ein „Springen“ in eine andere, ökologische Struktur.

  133. Das generelle Kritiktabu des Individuums in der Demokratie (das demokratische Missverständnis)  ist der absolute Sieg des egoistischen Individuums über das autonome Subjekt.

  134. Im Konsumkapitalismus herrscht die Logik der Henkersmahlzeit: Man kann zwischen drei Gerichten wählen.

  135. Das heutige Weltbild ist sehr eng.

  136. Die Verteidiger des Konsumkapitalismus argumentieren nicht mit Kausalität, sondern gehen  absolut von  der Autonomie des Subjekts aus. Während der kritische Rationalismus mit Kausalität argumentiert.

  137. Nicht die Zeit, sondern der so genannte Fortschritt hat die Städte und Landschaften verändert

  138. Der moderne Mensch ist in der Regel warenorientiert und an zunehmenden Motoreneinsatz interessiert.

  139. Von 1970 bis jetzt (und leider darüber hinaus) kann man Philosophie nur auf dem Hintergrund der ökologischen Krise betreiben. Diese Krise ist das Signum unserer Zeit.

  140. Während der Fußballweltmeisterschaft 2018 fragte mich eine sehr alte Dame, die in ihrem Leben wahrscheinlich noch nie ein reales Fußballspiel gesehen hat „Wo ich das Endspiel sehen werde“ nicht, ob ich es überhaupt sehen werde.

  141. Wenn eine Gesellschaft auf der Zielebene verrückt geworden ist, dann macht es Sinn, seine eigene Logik zu verrücken.

  142. Expression gehört zum gelingenden Leben. Die fehlt heute.

  143. Der Raum, nicht die Zeit,  ist im modernen Verständnis die produktive Instanz. Aber nach Denker wie Gustav Landauer die Zeit, der innere Sinn hoch produktiv.  Wir sehen in ihr aber nur die destruktive Dimension.

  144. Leben ist ein Leben im Dazwischen. Das ist das Charakteristikum des menschlichen Lebens. Nur Lebendige (Menschen, Tiere, vielleicht Pflanzen) vermag subjektiv zu spiegeln, nicht Totes. Das ist eine Kritik an Dingen, wenn sie als Ersatz für das Leben fungieren, oft unbemerkt von ihren Nutzern.

  145. Anerkennung gibt es nur über Spiegelung, nur sie  gibt Sicherheit über sich selbst.

  146. Demokratie darf nicht in wirtschaftlich prekären Zeiten in Frage gestellt werden. Demokratie ist Selbstzweck. Auch  Demokratie und Ökologie müssen eine untrennbare Einheit bilden.

  147. Was für mich oft Entfremdung und Zerstörungspotential sind,  sind in der Perspektive der Konsumbürger oft Errungenschaften. Sie realisieren die Systemimpulse, nicht die der Lebenselt.

  148. Ich argumentiere aus der Perspektive der Lebenswelt, nicht aus der Perspektive der motorisierten Technik und des Kapitals.

  149.  Wir leben heute nicht in einer Lebenswelt, sondern Warenwelt. Das hat zur Folge die  Umwandlung der vielfältigen natürlichen Umwelt zu einer gleichgültigen, allgemeinen, motorenkompatiblen, homogenisierten Umwelt.

  150. Es gibt zwei Formen von  Individualität: a) die von Waren geschaffene und gewollte und b) die autonom-reflexive., wo es um individuelle Nichtidentität geht.

  151. Systeme haben einen Systemwillen, der alle Systemelemente bestimmt bzw. determiniert.  Hier gibt es verschiedene Determinationsgrade. Ein kluges System macht für die Elemente diese Herrschaft unbemerkbar

  152. Das Dasein wird auf die organische Existenz beschränkt. Symbolischer Menschismus (Brunkhorst)  ist Gewalt ohne Macht, Sexualität ohne Liebe, homo sacer, d. h. der reine biologische Mensch, der keine Rechte hat wie eine Fliege.

  153. Über Pflanzen und Tiere auf der Erde hat nun der Mensch die absolute Macht, nun ist er in dieser Beziehung  gottähnlich.

  154. Ich bin ein Freund der kleinen Erfahrungsradien.

  155. Urlaubsorte in der Karibik oder Spanien bieten sozial das, was früher jedes Dorf hatte: soziale Öffentlichkeit.

  156. Kann man notwendige materielle Lebensqualität  mit ökologischen Notwendigkeiten verbinden? In der Mobilität problemlos.

  157. Wirtschaftswachstum ist mit Sicherheit nicht nachhaltig.

  158. Als 1939 Geborener  habe ich einerseits das pure Böse in Hitler und der Nazi-Partei erleben müssen und in Angela Merkel  Humanität und Vernunft erleben dürfen.

  159. Es gibt zwei existentielle Lebensprobleme: a) die prinzipielle Unbehaustheit, Unruhe und Zerrissenheit des Menschen und b) „es gibt keine richtiges Leben im falschen“. Aber das ist mir zu dual gesehen, denn es gibt bessere und schlechtere Realisationen.

  160. Die dominante Erneuerung, die das Gegenwärtige möglichst vollkommen überwinden will, ist die Moderne in der Form der Technologie. Diesem Ziel  zu widersprechen, ist sinnvoller Konservativismus.

  161. Müssen wir das Ich erweitern? Alle Dinge wie künstliches Kniegelenke, falsche Zähne bis zum Auto, die nicht vom Ich getrennt werden können?

  162. Transportiertwerden und Fernsehen sind absolut passiv, letztlich ohne Subjekt.

  163. Dem Konsumorientierten ist alltägliche  Schönheit  und des Zufalls unbekannt.

  164. Relative „Armut“: Nur 30 Prozent der Bevölkerung hat einen SUV bzw. gleich großes Auto und  nur 20 Prozent haben ein Wohnmobil.

  165. Der Nomos der Erde ist der Kern des Rechts (Schmitt), aber nur das ökologische Recht der Erde zur Selbsterhaltung darf hier gemeint sein. Ansonsten droht Ideologie. Ökologische Politik verwirklicht Naturrecht (wortwörtlich).

  166. Über unbegrenztes Wirtschaftswachstum entsteht die Möglichkeit, über andere Länder zu herrschen, was dann oft schamvoll als Modernisierung bezeichnet wird.

  167. Wenn Ihr etwas gekauft habt, was Euch kaputt macht, befreit Euch davon.

  168. Es gibt auch innerer Armut, die nicht öffentlich thematisiert wird.

  169. Es gibt nicht das absolute Glück.

  170. Die Forderung nach materieller Gleichheit ist  dann unterstützenswert, wenn Gleichheit auf ökologischem Niveau gefordert wird.

  171. Es ist falsch zu meinen, es sei undemokratisch, Bürger zu kritisieren.

  172. Die Wirtschaft in Form des Kapitalismus bestimmt weitgehend das Verhalten der Menschen. Nicht, weil es herrschen will, sondern viel verdienen will. Von diesem kapitalistischen Prinzip und Logik sind fast alle aktiv erfasst.

  173. Er kauft per online drei Packungen, obwohl er nur eine braucht. Der Grund: bei drei Packungen braucht er kein Porto bezahlen.

  174. Bei Reisen ist aus ökologischer Perspektive einerseits das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdbewegung entscheidend, andererseits die Höhe der ökologischen Belastung.

  175. Die Welt wird ohne Fußball und Konsumwerbung interessanter und intensiver.

  176. Modernität ist heute im Kern, auf der Höhe der technologischen Entwicklung sein.

  177. In der politischen Ökologie dürfen wir keine Kompromisse machen. Was nicht lebenswichtig ist, muss unterlassen bleiben.  Das ist Ende der Toleranz gegenüber Natur zerstörende Prozesse und Verhalten. Hier endet die „Freiheit“ der Individuen, auch in der Demokratie.

  178. Events sind die Bedürfnisse einer banalen Subjektivität, weil inneres Wachstum und eine wirkende Umwelt ausgeblendet werden.

  179. These: Ein intensives Leben ist ein bewusstes Leben.

  180. Der Kapitalismus erfindet keine neue Bedürfnisse, sondern macht aus ihnen eine Sucht.

  181. Events, Sensationen, Emotionen usw. sind die Köder, die gefordert werden, um die Lust zum Anbeißen zu erwecken, nicht der Begriff (frei nach Hegel).

  182. Der Hauptirrtum der Wissenschaft, die  Trennung von Subjekt  und Objekt, führte zur Wertverminderung, ja  Elimination der Subjektivität.  Subjektivität ist nicht nur Färbung, sondern substantielle Perspektive.

  183. Die Naturwissenschaften und die ihre Ergebnisse umsetzende Technik bilden das ideale Instrument, die Erde auszubeuten und zu zerstören. Deshalb brauchen wir eine andere Logik.

  184. Das System Profifußball fördert die kapitalistische Wirtschaft, kapitalistisches  Denken und Handeln. Profifußball und Autoorientierung müssen viel Gemeinsames haben.

  185. Zu Sinn und Schönheit  durch Sinnlichkeit und Eigenbewegung.

  186. Grenzenlosigkeit hat keinen archimedischen Bezug und führt deswegen direkt in Chaos und Krankheit. Das Konsumsystem, das TV-System, aber auch Bildungssystem als Selbstzweck sind grenzenlos.

  187. Inzwischen sind fast alle Opfer. Das wird man schnell und ohne eigenen Anstrengung – oft per Definition. Viele Menschen sind bereits eine Schöpfung oder eine Funktion des Konsumkapitalismus. Allerdings muss dazu wohl eine gewisse Disposition vorhandenen sein.

  188. Ich argumentiere gegen den Konsumbürger wie Rousseau gegen den Adel.

  189. Als ob mit dem Sozialismus oder anderer Ideologien einschließlich der ökologischen alle Probleme verschwänden.

  190. Amselgesang im Garten ist  nicht weit vom Paradies (= Garten Eden).

  191. Das Anthropozän ist ein Beleg der absoluten Herrschaft des Menschen über die Natur.

  192. Der gegenwärtige Zeitgeist ist extrem einseitig.

  193. Wer die Frage nach der Wertigkeit stellt, stellt gleichzeitig die Frage nach den Werten.

  194. Wenn man "Armut" relativ definiert, verfehlt man sie.

  195. Es herrscht das Gesetz der geringsten Anstrengung. Sich anstrengen zu wollen und zu müssen, gehört zum Wesen des Lebendigen und damit zum Menschen.

  196. Das Phänomen Leben ist Bezugspunkt und Maßstab meiner Kritik.

  197. Mathematisch-technische Topologie (Trawni) ist das Modell für Produktion und Verhalten, die Welt in das Anthropozän transformiert.

  198. Kleine und große Rituale geben dem Leben eine gewisse Festigkeit.

  199. Zufriedenheit vielleicht, aber Glück kann man nicht kaufen.

  200. Es wird zu wenig relativiert, sondern zu sehr absolut argumentiert.

  201. Der Konsumkapitalismus verhindert die Entfaltung des geistigen, körperlichen, sozialen und ästhetischen Potentials des Menschen.

  202. Der Konsumkapitalismus vermittelt nicht nur Inhalte, sondern auch Weisen bzw. Methoden.

  203. Das Leben auf der Erde ist auf dem Rückzug, was heute zwar verdrängt, aber unbewusst als Fortschritt verbucht wird (Anthropozän).

  204. Große Bäume stehen für ungebändigte und vor allem für freie Natur, die sich nicht der Herrschaft des Menschen unterworfen hat.

  205. Der Mensch erträgt Natur nur noch als eine von ihm unterworfene und das heißt in Schwundform oder mediatisiert. Der Prozess des Krieges gegen die Natur ist erfolgreich abgeschlossen. Die  Existenz der Natur oder Nichtexistenz hängt allein vom Willen des Menschen ab.

  206. Eine ausschließlich konsumorientierte Existenz wendet sich letztlich gegen das Leben selbst und gegen das eigene Leben. Wie viele Opfer haben die habituellen Schnäppchenjäger schon geschaffen?
  207. Es gibt sinnvolle und destruktive Subjektivität.
  208. Maxime: Bevor nicht gedacht wurde, keinen vorauseilenden Gehorsam gegen Industrie, Gewerkschaften und Konsumenten, auch nicht gegen Tradition und Fortschritt..
  209. Der Konsumkapitalismus verhindert tendenziell die Entfaltung des geistigen, körperlichen, sozialen und ästhetischen Potentials des Menschen.

    Die Medien und die Industrie versprechen das intensive Leben, real aber verhindern sie es. Hier ist es übrigens sinnvoll, nur komparativ zu argumentieren.
    1. Aus meiner Sicht sind bereits viele Bürger Opfer des Konsumkapitalismus. Der Konsumkapitalismus schafft nicht vollkommen neue negative Bedürfnisse, sondern fördert und vergrößert  vorhandenenes Negative bis zur Selbstverleugnung.
    2. Man ist nicht mehr stolz  auf das, was man geleistet hat, sondern auf das, was man (billig) gekauft hat.
    3. Die dominierenden Motive der kapitalistischen Moderne: Neues, Billiges, Schnelles, Großes, Weites, …
    4.  Jeder Ort hat Aufnahmegrenzen von fremden Elementen: Die Welt für  Autos, Porquerolle und Hiddensee für Räder, Bastei für Menschen qua Mensch, nicht einer bestimmten Religion, Rasse, Nation usw.
    5. Von der prinzipiellen Gleichwertigkeit des Menschen, was sinnvoll ist,  wird auf die Gleichwertigkeit aller Dinge und Tätigkeiten geschlossen, was nicht sinnvoll ist.  Zehn Stunden ohne Unterbrechung von dem Fernseher sind nicht gleichwertig mit dem Lesen eines anspruchsvollen Textes. Nicht alles in der Zeitung ist gleichwertig und muss deshalb nicht alles gelesen werden. Mit dem Auto in die nahe gelegene Innenstadt zu fahren ist nicht gleichwertig wie mit dem Rad.
    ie Moderne ist in der Breite grenzenlos, in der Tiefe extrem limitiert.
  210. Das Leben ist das Wertvollste und Umfassendste, unser Grund. Im Auto und vor dem Fernseher findet Leben auf Minimalniveau statt, fast nur physiogisch. Dazu Tristan Garcia: „Wir dürfen nicht das Gefühl verlieren, ein lebendiger Organismus zu sein.“

    Wir suchen dort ein intensives Leben, wo wir es nicht finden: In den Fernsehprogrammen, auf den Autobahnen, auf Kreuzfahrtschiffen, im Geld,  in grellen, lauten kapitalistische organisierten Events.
  211. Die dominierend Norm in der heutigen Alltagswelt: Gut ist, was billig ist.
  212. Die Lebensweise in der Moderne wird immer mehr zu einem Indoor-Leben. 
  213. Zuwendung auf Zeit bekommt der Bürger zunehmend nur noch als Kunde i. w. S. Ein „funktionsloses Lächeln, ein kleines freundliches Wort, wie man es im Bus oder auf der Straße erlebt, geschieht immer seltener, denn die Bürger sitzen isoliert in ihrem Auto oder vor  elektronischen Medien.
  214. Habituelle  Auto- und Fernsehnutzer haben nicht  das Niveau von Tieren in Freiheit,  höchstens von Schweinen im Koben (Konrad Lorenz).
  215. Es gibt bereits eine dritte Richtung zwischen Konsum-Kapitalismus und Sozialismus. Aber sie ist noch zersplittert, erkennt nicht ihre Gemeinsamkeiten, die sie vereinigt: Nahrung, Wandern, Secondhand-Läden, Ornithologen,  …Ihnen  ist Nachhaltigkeit gemeinsam.
  216.  Leben ist, sich Wirklichkeit anzueignen. Bequemlichkeit verunmöglicht das.
  217. Neben Selbsterhaltung geht es in guter  Politik um generelle Förderung des Lebens, Streben nach Bildung und Wahrnehmung von Schönheit.
  218. Die Dichte und die Vielfalt der Kleinstadt im Roman Madame Bovary enthielt alles, was soziale Lebensqualität ausmachen könnte.

  219. Natur ist ein integrales System. Entfernt man ein Element zerstört man es zumeist.

  220. Dicke Menschen schaffen es oft nicht, ihren Körper  zu ändern, aber sie sind kein Vorbild.

  221. Grenzen können unnötig und schrecklich, aber auch sinnvoll sein

  222. Reisen ohne Anstrengung  ist kein Reisen. Dagegen Wandern, Radtouren,  Städtebesichtigungen, …

  223. Reich sind nur die anderen.

  224. Ein nichtkapitalistisch denkender Marktbeschicker will frische Waren anbieten und dabei finanziell auskommen. Frisch, nicht billig oder unbegrenzt ist für ihn der Wert.

  225. Es ist der kapitalistischer Zeitgeist, der die materiellen Umweltzerstörungen schafft und schützt. Z. B.die Autos auf Sylt.

  226. Warum nicht Areale als Refugium für Tiere und Pflanzen in jeder Stadt oder Neusiedlungen zwingend vorschreiben?

  227. Neue politische Begriffe wären: Bequemlichkeit, Intensität, Mobilität, …

  228. Gewerkschaften und Linke drücken ihre Forderungen nur in Waren und Dienstleistungen aus.

  229. Geometrische Formen können ästhetisch sein, aber auch  maximale Reduktion. 

  230. „Wissen muss im Kern Wesenswissen sein“ (Wolfram Hogrebe). Zu wissen, wo ein bestimmtes Produkt am billigsten ist, oder wann der Zug von A nach B fährt  oder wie hoch die Zugspitze ist  mag wichtig sein, ist aber kein Wesenswissen.Die verschiedenen Wissensaussagen kann man natürlich nicht immer eindeutig als Wissen und Wesenswissen trennen, sondern sie bilden in der Regel ein dynamisches, aufsteigendes Kontinuum.

  231. Die zumindest im Alltag herrschende Ästhetik ist die Ästhetisierung der Naturzerstörung.

  232. Man muss u. U. auf  schlechte Bedürfnisse verzichten.

  233. Geistiger Genuß verursacht keine direkten  Umweltschäden.

  234. Wir leben fast nur noch in Superlativen, sie bilden für viele den einzigen realen Wert. Hier wird ein (1) Wert verabsolutiert

  235. „Wo aber Gefahr ist, wächst. Das Rettende auch.“ In dem autogerechten Hinterhof wächst von einem Balkon massiv Pflanzen.

  236. Eine gute Beschreibung: eliminativer Pragmazentrismus

  237. Angemessene Korrekturen: Mut zu Weniger und Überlebensbedingungen  für unsere Mitlebewesen schaffen.

  238. Problematisch: Nur, was der Mensch weiß, existiert für ihn.

  239. Dinge nutzen, nicht besitzen“ wäre bereits ein Fortschritt.

  240. Primär kann Politik nur  eine ökologische sein. Alle Probleme müssen sich ihr unterordnen. Zur politischen Ökologie gibt eskeine Alternative, aber  auf ihrer Basis kann es wieder politische Differenzierungen geben

  241. Zeitgeist: Selbst aufgelegte Beschränkungen sind nicht zeitgemäß, stattdessen Wirtschaftswachstum, materielle Gleicheit auf höchstem Niveau, Bequemlichkeit ohne Grenzen

  242. Wir leben in einer Zeit der kurzen Ausmerksamkeit.

  243. Das Leben leben ist irgendwie auch konservativ.

  244. Wirklichkeit erfährt man: a) mit allen Sinnen, b) in Eigenbewegung und c) in geistiger Konzentration auf die Umwelt.

  245. Die Präsens entgleitet uns.

  246. Die Natur ist Selbstorganisation. Artefakte aller Art nicht.

  247. Zum Liberalismus: Jeder Mensch hat Eigenverantwortung und um diese zu entfalten, bedarf es des Liberalismus. Aber das darf nicht zur repressiven Toleranz, Kritikausblendung und Denkfaulheit führen.

  248. Entweder man lehnt den Konsum-Kapitalismus ab oder schwimmt in ihm.

  249. Dasselbe mehrmals machen dient nach linker Aufassung dem Establishment. Aber gerade der konsumptive Kapitalismus beruht ständig auf Neues. Das Wesen des Konsumkapitalismus ist, ständig Neues anzubieten, das dann gekauft wird.

  250. Startups sind in der Regel kapitalistisch motiviert, denn ihr Ziel ist Geldvermehrung als Selbstzweck. Dagegen:  Zuerst muss das Motiv sein, ökologisches und sozial Sinnvolles herzustellen, Mehrwert wäre dann ein Nebeneffekt.

  251. Die Grenze zwischen Kapitalismus und Wirtschaften ist fließend, deswegen gegen Wirtschaften als Selbstzweck argumentieren.

  252. Individualverkehr und Medien vereinzeln den Menschen. Aber Öffentlichkeit im Sinne von direkter gemeinsamer Präsenz genügt nicht, was wir nicht zuletzt  aus der jüngsten Geschichte wissen. Es geht nicht um ein stilles Nebeneinanderstehen, um einer einzigen über ein Mikrophon vermittelten einer einzigen Stimme zuzuhören, sondern um vielen kleine dialogisch miteinander kommunizierenden Gruppen. Öffentlichkeit bietet keine absolute Garantie für das Entstehen von „Wahrheit“ und Humanität, hat aber  dazu eine höhere Chance. So verstandene Öffentlichkeit ist  eine Bedingung für das Entstehen eines demokratischen Diskurses unter Gleichberechtigten.

  253. Die Merkwelt wird weitgehend von der Werbung bestimmt. Die Werbung ist die Stimme des Kapitals.

  254. Die analoge Lebensweise ist ein Kontinuum, das keine Sprünge kennt. Die digitale Lebensweise dagegen  kommt dem sprunghaften  Kapital sehr entgegen.  

  255. Wir machen zunehmend aus autonomen Subjekten Mittel. Ein Mittel dient allein den Bedürfnissen des Nutzers.

  256. Die unvermeidlichen Verluste der Abstraktion bedenken. Eventuelle Gewinne bestehen nur für bestimmte Menschen, die die Abstraktion beherrschen.

  257. Wir müssen mehr komplementär denken.

  258. Der Schrebergarten ermöglicht das Gefühl eines Bauern.

  259.  Zusammenhanglosigkeit ist das Merkmal der Gegenwart – und verhindert Krtik. Das ist hemmungsloser Expressionismus

  260. Das Kapital zerstört die Schönheit der Natur und das Erleben des Lebens. Aber es unterstützt auch das Leben, wenn  es sich vermehren kann.

  261. Schönheit findet man überall, wenn sie nicht verstellt ist.

  262. Dinge pflegen  ist praktizierte Ökologie

  263. Wenn kapitalistische Handeln Akkumulation von Kapital Selbstzweck ist, dann ist es schlimm. Das ist dann auch ein einseitiger Rationalismus.

  264. Die wahre Baustelle ist im Innern des Menschen.

  265. Dass der Geschirrspüler auch Strom verbraucht, erscheint nicht in den Pro-Argumenten.

  266. Wir sind nur noch ein minimales Subjekt. Das Subjekt entscheidet nur noch zwischen verschiedenen Waren und Dienstleistungen, nicht zwischen Warenwelt und Lebenswelt.

  267. Der Konsumbürger fokussiert seine gesamte Lebensenergie auf den günstigen Erwerb von Waren und Dienstleistungen, nicht auf Bildung, Erkenntnisse, nicht warenförmige Schönheit, Soziales.

  268. Konsum von Unterhaltungssendungen und Autofahren sind  vita passiva, nicht vita activa. Die vita contemplativa ist eine Teilmenge der vita activa. Sie greift nicht in Naturprozesse ein, deswegen ist sie eine Alternative.  

  269. Das politische Problem: „Eigentum ist Diebstahl“ stimmt, aber auch „Eigentum ermöglicht Freiheit“ stimmt.

  270. Eine Kommunikation muss lebendig, d. h. zwischen zwei Lebewesen direkt stattfinden, so dass Wurzeln entstehen, die aber auch vergiftet sein können.

  271. Wir leben im Konsumkapitalismus, Opfer sind die Konsumenten und die Umwelt.

  272.  Der Umbau zu einer ökologischen Wirtschaft entspricht nicht „Waffen zu Pflugscharen umbauen“, sondern eher „Waffen zu nichts“. Deswegen ist hier Reform, Evolution, vielleicht auch Langsamkeit angesagt. Das Ziel ist: ökologische Reformpolitik

  273. Die Stimmen von Menschen unter dreißig Jahren haben keine regionale Färbung mehr. Das ist aus meiner und Humboldts Sicht ein Verlust.

  274. Adornos Diktum „ Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ stimmt, aber es gibt  verschiedene Grade der Annäherung an das richtige Leben.

  275. Wenn ich  meine ökologische Kritik in Reinform auf meine Verwandten, Nachbarn und Freunde anwenden würde, müsste ich eigentlich alle Beziehungen zu ihnen abbrechen, allerdings auch zu mir selbst.

  276. Jede Gesellschaft muss Wirtschaften. Der Zwang zur Wirtschaft ist ein Existenzial des Menschen. Das ist unbestreitbar. Bestreitbar ist aber, dass die einzige Form ihrer Realisierung die  gegenwärtige Form des Konsumkapitalismus (Eva Illouz) sein muss.

  277.  Sensibilität der Frankfurter Schule:Die Kritik der instrumentellen Vernunft ist auch eine Kritik an Naturbeherrschung,  also am instrumentellen Verhältnis der (westlichen) Kultur zur Natur. Horkheimer kritisiert, dass die Natur, einschließlich  der Tiere, heute „als ein bloßes Werkzeug des Menschen“ aufgefasst werde und „Objekt totaler Ausbeutung“ sei. Er stellt einen Zusammenhang her zwischen der Unterdrückung der (inneren wie äußeren) Natur und intrahumanen Herrschafts- und Unterdrückungsformen; da die Geschichte der Anstrengungen des Menschen, die Natur zu unterjochen,  auch die Geschichte der Unterjochung des Menschen durch den Menschen sei und Naturbeherrschung Menschenbeherrschung mit einschließe, gelte im Umkehrschluss: „Der Mensch teilt im Prozeß seiner Emanzipation das Schicksal seiner übrigen Welt.

  278. Ökologisches Denken ist durch und durch ganzheitliches Denken.

  279. Je normaler das gegenwärtig dominierende Konsumverhalten bewertet wird, desto schlimmer aus ökologischer und humanistischer Sicht.

  280. Über Preise bestimmen ist kein Verbot.

  281. Vermutung: Das Handwerk arbeitete innerhalb des ökologischen Rahmens. Der Industrialismus war der falsche Weg.

  282. Wer die Preise verabsolutiert, denkt allein von seinem Ego aus.

  283. Zwischen Wirtschaft zwecks autonomer Bedürfnisbefriedigung  und kapitalistisch verfasster Wirtschaft als Kapitalvermehrung  gibt es fließende Übergänge. Das ist das Problem.

  284. Wir leben in einer visuellen Realität und meinen, das genüge, um zu leben.

  285. Ich sehe aus dem rechten Fenster, ich sehe aus dem linken Fester und ich schaue auf dem Fernster nach vorne: Überall quellen motorisierte Fahrzeuge hervor.

  286. Ökologische Politik ist grundsätzlich immer ganzheitlich.

  287. Der zeitgemäße Konsument beschleunigt und vergrößert ständig seinen Materie-Energie-Austausch mit  der Erde. Er verschiebt ständig Materie und Energie von A nach B und zurück bzw. anderswohin.

  288. Die Umweltpolitik wird gelähmt  durch die Vielheit der Themen, die in der Öffentlichkeit linear, d. h. nacheinander, statt gleichzeitig diskutiert werden. Jetzt wird nur Plastik diskutiert. Anders gesagt: Jeden Monat wird eine andere Umwelt-Sau durchs Dorf getrieben

  289. Im Frühling ist es überall gleich schön, wenn der Naturanteil entsprechend groß ist.

  290. Das Kapital lässt sich nur dort „nieder“, wo es sich am höchsten und schnellsten „vermehrt“.  

  291. Das Verschwinden des Wesenwissens aus dem Denken und der Alltagskommunikation ist eine Katastrophe.

  292. Die  dichte Bebauung in den Städten bei gleichzeitiger Unberührtheit des motorisierten Individualverkehrs führt entweder zur Verschlechterung der Lebensqualität und/oder zur Ausdehnung der Stadt und damit Zersiedlung der Landschaft.

  293. Man kann zwischen einem gebenden Kapitalismus  und einem nehmenden, grenzenlosen Kapitalismus unterscheiden.

  294. Sparen zwecks Schuldentilgung abzulehnen,  ist  eine Form der destruktiven Entgrenzung.

  295. Meine gegenwärtige „Tortur“: Meine Nachbarn vertreten praktisch und theoretisch materiell-ökologisch fundamental die Gegenposition. Meine demonstrativ konsumorientierte  Wohnstraße ist einerseits Last, andererseits Erkenntnisfeld.

  296. Von dem Furor des Verschwindens ist auch meine sprachliche Heimat, das Plattdeutsche, betroffen.

  297. Warum sieht ein Mensch nicht in allen Menschen einen Menschen, warum nicht in allen Lebewesen Mitlebewesen? Also das Gemeinsame und nicht das Trennende wahrnehmen.

  298. Das Soziale ist viel mehr als materielle Gleichheit. In ihm ist Wärme, Geborgenheit, ….

  299. Autofahren und Konsum von Unterhaltungsmedien  dienen der Abwehr des Bedenkens des Selbst und der Welt.

  300. Aus den Häusern quellen  die  Konsumbedürfnisse in Form von Autos, Wohnwagen, Motorbooten, Motorräder, ergießen sich  über die Auffahrten und Vorgärten und überschwemmen die Straße.

  301. Ein Leben ausschließlich in Dingkategorien zu führen, gelingt zwar, ist aber ohne Tiefen, funktioniert wie eine Maschine.

  302. Wenn menschliche Kraft mit technischer Energie gleich gesetzt wird, wird der Mensch als Maschine interpretiert. Wenn Energie die Arbeit des Gehirns verrichtet, entsteht Passivität, das auf Fernsehen und Autofahren angewiesen ist. Aber Energie vergrößert den Informationsbereich, aber diese müssen erst mit Eigenkraft angeeignet werden.

  303. These: Im Beruflichen muss sich u. U. schnell anpassen, aber nicht unbedingt im Privatleben, denn dort sind die Möglichkeiten für Freiheit größer.

  304. Eine Bekannte steht paradigmatisch für sensiblen, nicht aggressiven, behutsamen  Umgang mit Dingen der Welt.

  305. Für jede Ware und Dienstleistung, und sei sie noch so blödsinnig, gibt es Pro-Argumente.

  306. Die Wettervorhersage beschädigt die Welt in meinem Bewusstsein, denn wenn sie sich später realisiert, verliert es das Wunder seines autonomen Seins.

  307. Ökologie thematisiert die Existenzgrundlagen für Lebewesen.

  308. Meine Nachbarn sind alle normale, gut erzogen, hilfsbereit und freundlich Aber wegen ihrer Konsumbezogenheit, die sich in SUVs, Wohnwagen, riesigen Bildschirmen und Fernreisen zeigen, leide ich unter ihnen. Sie sind brave Soldaten des Konsum-Kapitalismus.

  309. Lebensqualität ist: In wirklichen sozialen Situationen gute Erfahrungen machen: Ich sitze im Bus, eine Frau stolpert über meine Beine, die im Gang nichts zu suchen haben. Ich entschuldige mich. Sie : „Macht nichts“ und berührt leicht dabei meine Schulter.

  310. Ich erkenne in meiner Straße überwiegend Anpassung an Konsumnormen, keine punktuelle oder gar strukturelle Kritik. Aber ich kenne auch Frauen zwischen dreißig und fünfzig,  die das Kapital nicht in jeder Beziehung fördern.

  311. Das Kapital bestimmt Qualität, Quantität und Verteilungswesen der Waren und Dienstleistungen. Das Kapital, nicht das Leben der Menschen  bestimmt das Alltagsleben vieler. Der Mensch ist eine Funktion des Kapitals – nicht umgekehrt, wie die allgemeine Meinung denkt. Das darf auch aus der Sicht der Konsumorientierten nicht kritisiert werden. Das wäre der Verlust ihrer Identität.

  312. Vieles verschwindet. Aber das scheint oft ohne Notwendigkeit zu sein, sondern eher Selbstzweck. Warum? In der Beantwortung dieser Frage liegt vielleicht das Potential für guten Konservativismus.

  313. Die Mutter des ehemaligen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein,  Peter Harry Carstensen,  meinte „Ik will keen över mii hem, und uk keen ünner mii“. Diesen Standpunkt teile ich.

  314.  Der Dualismus Gebrauchs- und Tauschwert liefert  aus meiner Sicht ein begriffliches Instrumentarium, das ökologische Versagen der Wirtschaft zu erklären.

  315. Die Werbung und das Konsumverhalten der Nachbarn und Bekannten  machen aus Tauschwerten vermeintlich Gebrauchswerte.

  316. Im Konsumkapitalismus ist das Kapital nicht mehr kritisier- und hinterfragbar. Für ihn gibt es keine Begriffe mehr. Man kann ihn nur noch indirekt kritisieren, indem man bestimmte Sachen nicht kauft. Kritik wird nun durch grenzenlose Toleranz gegenüber Waren und Dienstleistungen ersetzt.

  317. Je weniger Bedeutungen jemand im Bewusstsein hat, desto größer sind  seine Konsumbedürfnisse. Er hofft vergebens, dass es sich dadurch ändert. Das ist empirisch belegbar oder apriorisch einsehbar.
  318. Grün steht für Natur und damit für Eigenbewegung.

  319. Wohlbefinden findet letztlich im Binnenraum des Menschen statt, SUVs helfen hier wenig. Glücklichsein wird nur noch warenmäßig gedacht, d. h. außerhalb von Waren ist Glück nicht mehr möglich. Glück reduziert sich heute primär auf viele Konsumgüter zu besitzen und diese ständig zu vermehren. Warenförmige Hilfen sind Dienstleistungen. Also nicht Liebe und Bildung, d. h. innerer Reichtum.

  320. Wenn ich wissen will, wie das Kapital herrscht, sehe ich meine ganz normalen, gut erzogenen Nachbarn an.

  321. Der moderne Mensch zerstört die Schöpfung und meint eine neue herstellen (Anthropozän) zu müssen.

  322. Limitation ist die Voraussetzung für Kultur und Bildung.

  323. Maxime: Nicht vor Schwierigkeiten weglaufen oder bezahlte Fremdhilfe in Anspruch nehmen, sondern die jeweilige Schwierigkeit, wenn es irgendwie geht, selbst zu beseitigen.

  324. Der Konsumismus ist  platter Materialismus, aber auch der philosophische ist ohne jegliche Transzendenz.

  325. Zwei Photos mit Kindern aus der Oberschicht (mit Markenklamotten) und Unterschicht (ohne Markenklamotten) als Anklage. Echte Lösung wäre Aufklärung, wie unwichtig Markenklamotten sind.

  326. „Ich habe nun mein Sofa seit 18 Jahren, nun muss ein neues her“ (eine Nachbarin).

  327. Kapitalisten dürfen wegen des Wirtschaftwachstums nicht ökologisch denken, Linke nicht wegen des Ziels der materiellen Gleichheit aller. Reine Umverteilung bringt fast nichts, denn der Besitz ist hier nicht entscheidend, sondern der private Konsum.

  328. Vor dem Fernsehapparat oder durch Deutschland mit dem Auto zu fahren, kann subjektiv schön sein, ist aber objektiv fast eine Nullnummer.

 

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