"Bestenliste"

 

Diese Liste enthält ständig aktualisierte  Notate, die entweder von mir oder anderen Menschen als hilfreich zum Verständnis der Gegenwart angesehen werden.  Ob es sich so verhält oder nicht, muss der Leser entscheiden.

 

Stand:  7. 11. 17

 

Der Grundsatz einer Theorie, der nicht weiter begründet und damit sinnvoll hinterfragt werden kann, ist für den Erkenntnistheoretiker  ein Axiom.   Gleichen Status der  Unhinterfragbar- und Unbezweifelbarkeit hat für den zeitgemäßen Bürger das Auto. Diese Axiomatisierung  des Autos verhindert jegliche kritische Auseinandersetzung mit ihm. Das Auto ist ein eben ein Teil des Menschen. Wer das Auto abschaffen will, schafft gleichzeitig menschliches Leben ab – lautet der Vorwurf.

 

 

Man geht nicht mehr zum Einkaufen in die Stadt, sondern fährt mit dem Auto in die Einkaufszentren an der Peripherie der Städte. Distanzen  spielen keine Rolle, wenn man erst im Auto sitzt. Vielleicht gilt „Je länger die Fahrt, desto mehr ein Ereignis“.

 

Die notwendige politische Korrektur: Alle Politikfelder müssen ökologieverträglich werden, so  die Wirtschafts- und Sozialpolitik.

 

Autos und Unterhaltungsmedien vertiefen nicht das Leben, sondern ersetzen es.

 

Längeres Lesen von anspruchsvollen Texten ist eine einseitige Förderung des Geistes, Sport ist eine einseitige Förderung des Körpers. Autofahren und Konsum von Unterhaltungsmedien unterfordern sowohl Körper als auch Geist. Also auch der Geist wird fast anstrengungslos transportiert.  Mein Staunen: Wie kann man sich ständig  körperlich und geistig derart unterfordern.

 

Es gehört auch zur Lebensqualität, einem individuellen Schmetterling oder einer  Fliege das Leben zu retten.

 

Wir kennen keine Parkprobleme. Warum nicht? Wir haben kein Auto.

 

Es ist offensichtlich, wir leben nahezu ausschließlich in motorisierten  Welten, aber inzwischen wohnen die Motore auch in uns.

 

Den  Bequemlichkeitsanbietern sind die Folgen ihrer Angebote unwichtig, sie interessieren sich nur für den Gewinn.

 

Wer nie oder selten mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, verkennt oft ihr Potential.

 

 Das Adjektiv „mobil“ enthält im Sprachgebrauch nur den Besitz eines Autos, nicht körperliche Beweglichkeit und auch nicht den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln.

 

Eigenbewegung hat eine strukturelle Offenheit gegenüber der jeweiligen Umwelt.

Mißtraut den fremden und eigenen Sirenengesängen der  Bequemlichkeit.

 

 

Statt von E-Bikes sollte man im Zukunftsmodus passender von Elektromotorräder reden.


Hauptmerkmale der Moderne: a) Verschwinden der Widerständigkeit der Welt und b) Medialisierung.

Da die Wirtschaft im öffentlichen Diskurs unbestritten ein Selbstzweck ist, muss es auch der Konsum sein - und ist es auch.

Begriff und Sache der Entropie wurde um 1980 bei den Grünen mehrheitlich entweder aus Dummheit oder aus strategischem Kalkül lachend abgelehnt.


Lebenskunst ist, die unaufhebbare Unruhe in Produktivität umwandeln.

 

Die Bedürfnisse des Menschen können qualitativ  alle möglichen Werte und Unwerte annehmen und sind quantitativ  im Gegensatz zur Ökologie unbegrenzt. Aus diesem Gegensatz ergeben sich die entscheidenden Probleme der Gegenwart. Wenn man wie Trump die Realisation der vom Kapital erzeugten Bedürfnisse zum einzigen Ziel seiner Politik macht, ist diese Politik zweckrational. Diese Politik ist die Logik des Kapitals. Das erklärt die  Faszination und weltweite Anhängerschaft dieser Politik.  



Zwischen Nachbarn gibt eine optimale Kommunikation, nicht zu lang und nicht zu kurz. Sie dient primär der gegenseitigen Anerkennung.  Sie  findet immer weniger statt, weil der Lebensalltag zunehmend durch Ausstattung und Medien individualisiert wird. Die Folge ist soziale Isolation.

Im Urlaub, auf Festen und Events sucht der Mensch andere Menschen; in der Mobilität und in der Nachbarschaft meidet er andere Menschen. Höhepunkt der Entfremdung  ist hier der Online-Kauf.


Zentral wichtig ist die Unterscheidung zwischen „Ich bin mobil“ und „Ich bin beweglich“ in der Sprache durchzusetzen. Thematisiert man nicht diesen Unterschied, dient man der Verhexung durch Sprache, weil Sprache auch unser Verhalten steuert.

Die Leugnung oder Verdrängung der ökologischen Situation läuft nicht über Fakten, sondern über Emotionen, ist also postfaktisch.

 

 

Je autofreundlicher eine Stadt, desto hässlicher ist sie, Das gilt nun für alle Städte der Welt.

 

Dieser Leserbrief ist aus meiner Sicht das Beste, was ich bisher geschrieben habe, obwohl er nicht von der FAZ veröffentlicht wurde:

„Erst Wertediskussion, dann Verteilung

„Ich gehe davon aus, dass die Kritik des WWF am gegenwärtigen  globalen Ressourcenverbrauch, der im Kern  Folge des Wirtschaftswachstums ist, stimmt. Wirtschaftsorientierte  Rechte unterstützen diese Art des Wirtschaftens direkt, traditionelle Linke indirekt. Rechte begründen das mit der Autonomie der Konsumenten, Linke mit der gerechten Verteilung der produzierten Waren und Dienstleistungen. Konsum und das entsprechende Verhalten nicht zu kritisieren, ist das Gebot der Stunde. Dieses Gebot wird  von traditionellen Linken bis hin zu Gewerkschaften ohne Einschränkungen ebenfalls befolgt, indem sie das bestehende Konsumangebot als unhinterfragbar sinnvoll akzeptieren. Die Position der Frankfurter Schule, um ein Beispiel zu nennen, ist  hier obsolet, die Begriffe repressive Toleranz, Entfremdung, Wahrenästhetik und Eindimensionalität sind aus dem politischen   Vokabular verschwunden.  Die nicht nur aus ökologischen Gründen notwendige Wertediskussion findet nicht statt. Stattdessen rückt einseitig die Frage nach der gerechten  Verteilung des jeweiligen  Mehrwerts in den gesellschaftlichen Diskurs. Diese Position wäre nur dann sinnvoll, wenn die Verteilung sich auf diejenigen Waren und Dienstleistungen beschränkt, die ohne zunehmenden  Ressourcenverbrauch auskommt. Das aber setzt die Beantwortung der Wertefrage voraus. Eine Politik, die vom Primat der Ökologie ausgeht, steht sicherlich vor einer  Aufgabe, die vielleicht als die schwierigste in der Menschheitsgeschichte einzustufen ist. Das impliziert auch Scheitern. Für diesen schwierigen Weg gibt es keine Alternative.“

 

 

Vorschlag: Auch im Konsumbereich das Subsidaritätsprinzip anwenden. So kaufe ich alle Bücher bei meinem Buchhändler in der Innenstadt, nur wenn es um antiquariarische Bücher geht, weiche ich auf andere Anbieter aus.

 

Jedes fahrende  Auto stößt Gifte aus und zerstört (übrigens auch stehend sind sie ein Problem). Und trotzdem meinen Autofahrer, sie hätten auf Autofahren ein Naturrecht.

 

Die Alternative: Meine erste Überlegung beim Kauf richtet sich nicht auf den Preis, sondern wie ich  die Vielfalt der Geschäfte in unserer Innenstadt unterstützen kann.  Dabei  gehe ich davon aus, dass alteingesessene Geschäfte einen gerechten Preis im Sinne des Augustinus verlangen. Aber auch wenn der Preis im zumutbaren Bereich höher liegt, hält mich das nicht von meiner Strategie ab.

 

 

Wo liegt der neuralgische Punkt, in dem Wirtschaft zum Kapitalismus wird? Antwort: Wenn Wirtschaft Selbstzweck wird, wenn Wirtschaft nicht nur der Befriedigung von (bestehenden und natürlichen) Bedürfnissen dient. Aber wie und wer entscheidet das?

 

Werte können auch  die Struktur eines Gefängnisses annehmen.


Das Fahrrad ist Instrument und Ausdruck der heutigen Gegenkultur.

 

Motorkraft hat nichts mit Lebenskraft gemeinsam.

 

Zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren sind zwar zwei verschiedene Tätigkeiten, haben aber so viel Gemeinsamkeiten, dass es Sinn macht, nicht zuletzt aus strategischen Gründen, beide Tätigkeiten unter einem Begriff zusammen zu fassen: Ob unter Eigenbewegung (wie ich tue) oder unter Eigenmobilität, ist nicht entscheidend. Vielleicht gibt es einen noch besseren Oberbegriff.

 

 

Mein Motiv, mich primär mit Erkenntnistheorie zu beschäftigen, ist nicht, zu sicheren Erkenntnissen zu gelangen, was – so glaube ich – gar nicht möglich ist, sondern so viele Einflussgrößen  wie möglich kennen zu lernen, die Erkenntnis konstituieren.

 

Technik hat keinen Humor, keine Reflexionsfähigkeit, keine Freiheit.  Deswegen: Mensch, werde nicht zu einem technischen Ding!

 

Unterhaltungsmedien und Konsumorientierung fressen  Bildung und Kritikfähigkeit.

 

 

Wenn die Schaffung von materiellen und geistigen Infrastrukturen zur Erhöhung von Bequemlichkeit zum  Selbstzweck wird und nicht als  ein Mittel zur Verwirklichung höherer Ziele dient, müssen die Alarmglocken läuten.

 

 

Menschliche Wirklichkeit, die im Modus der Eigenbewegung erfahrbar wird,  ist die einzige  Wirklichkeit, die diesen Namen verdient. Wirklichkeit als Kulisse werden von Fernreisen, Wirklichkeit als Bilder und Filme werden von Medien bedient, wobei Fernreisen eher von reicheren Schichten, Medienkonsum eher von ärmeren Schichten „bevorzugt“ werden müssen.

 

 

Autokritik ist fortschrittlich, nicht konservativ. Autokritik öffnet Freiheitsräume für neue Formen sinnvollen Lebens.

 

 

  • Ein zusätzliches Argument: Im Verb „erfahren“ hat „fahren“ noch die die Bedeutung von Gehen, nicht Ortsveränderungen in Wagen. Deshalb kann man im Auto keine Erfahrungen machen.

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    These: Je mehr Medien- und Autonutzung, desto weniger Engagement für die Umwelt. Man lebt ja in der Medien- und Autowelten, die im alltäglichen Bewusstsein unabhängig von der realen Umwelt sind. Das outdoor-life ist so beliebt wegen der Medien, das Auto wegen der Bequemlichkeit und Weltferne.

     

     

    Die Neuzeit wird von zwei Axiomen beherrscht, die ihre existentielle Unruhe und unablässiges Suchen erklären: a) der Satz vom zureichenden Grund und b) die Überzeugung, dass es immer eine Lösung gibt. Zudem wurde der Satz vom zureichenden Grund materiell verengt und damit Ursache vieler Fehlentwicklungen. Die  Überzeugung, dass es immer eine Lösung gibt, führt zu Täuschungen, die teilweise bewusst, wie die Abgasmanipulationen, herbeigeführt werden.

     

    Medien entwirklichen.  

     

    In der Eigenbewegung entsteht eine Mitwelt, beim Autofahren eine reduzierte Umwelt.

     

    Durch die motorisierte Mobilität wird die Zahl der realisierten Ziele nicht größer – im Gegenteil.

     

    Eigenbewegung frisst Langeweile. Allerdings nicht Eigenbewegung im weitesten Sinn, d. h.  nur auf einen Knopf oder Gaspedal drücken.

     

    Meine Pointe: Ich setze Wirklichkeit nicht unbedingt mit Natur gleich, sondern Wirklichkeit ist die aktive Einheit von Mensch und Umwelt. Unter „aktiver Einheit“ verstehe ich nicht den körperlich still gestellten Menschen, sondern den, der sich im Modus der Eigenbewegung in der Umwelt (selbst) bewegt und handelt. Das richtet sich nicht gegen Motore und Autos an sich, sondern richtet sich  gegen die Gleichsetzung  und Gleichwertung von lebendiger Eigenbewegung und motorisierter Fremdbewegung. Diese  Gleichsetzung äußert sich dann  in einer Formulierung wie „Ich bin mobil“. Zwischen Eigenbewegung im weiteren Sinne und Fremdbewegung gibt es fließende Übergänge, deshalb ist eine eindeutige Zuordnung nicht immer möglich.

     

    Der Mensch ist eine Teilmenge der Erde, nicht die Erde selbst.


    Autokritik ist fortschrittlich, nicht konservativ. Autokritik öffnet Freiheitsräume für neue Formen sinnvollen Lebens.

     

    Der Zeit-Raum der Erde wird vereinheitlicht, die Welt kennt keine individuellen Orte mehr. Man kann auch sagen, die Erde ist zu einem (1) Unort geworden.

     

    In unserem Viertel  laufen momentan spannende Wettkämpfe wie „Wer hat das größte Auto?“, „Wer besitzt den größten Fernseher?“, "Wer besitzt den lautesten Rasenmäher?", „Wer macht den längsten Urlaub?“,  „Wer liest die wenigsten Bücher?“.    

     

    Der Mensch ist schwach, aber nicht zu schwach, diese Schwäche nicht zu überwinden.

     

    Wie viele Raucher zu Nichtrauchern wurden, weil für sie Hindernisse aufgebaut und Einsichten formuliert wurden, so können vielleicht auch aus Autofahrern Geher und Radfahrer werden.  

     

    Die in sich ruhende Bewegung ist das Ziel, nicht Bewegungslosigkeit. Zwischen paradiesischer Unbewegtheit und motorischer Bewegung gibt es ein Drittes: geistige und körperliche Eigenbewegung.

     

    Nur in der Eigenbewegung entsteht eine reale Einheit von Mensch und Umwelt.   In der Fremdbewegung, sei es im Auto oder vor dem Fernsehapparat,  entsteht zwischen Mensch und Umwelt fast keine sinnliche Beziehung, sondern nur im Scheine der Logik oder Phantasie, wenn überhaupt, sonst herrscht Leere.

     

    Im Auto entsteht die Scheinbewegung dadurch, dass der Mensch motorisiert bewegt  wird, vor dem Fernsehapparat dadurch, dass die symbolisierten Inhalte motorisiert bewegt werden und so in beiden Situationen die Täuschung von realen Bewegungen erzeugt wird.

     

     

    Eine ideologiefreier Analyse würde zeigen, dass die  gegenwärtig dominierenden Prinzipien,  Maximen und Werte  nicht primär und allein von Menschen gesetzt werden, sondern ihren Ursprung in der Logik der Motore und ihren Potentialen  haben. Der Mensch denkt aber, auch hier sei er autonom: Schnelligkeit, Beschleunigung, Gleichmäßigkeit, große Dimensionen, aber auch Billigkeit und selbst Gleichheit, Takt Homogenität, Eindeutigkeit, Algorithmisierung, Problemlosigkeit, Bequemlichkeit,  ständiger „Fortschritt“, Wirtschaftsvermehrung  bis  Anschlussfähigkeit wären  in diesem Ausmaße ohne Motoreneinsatz nicht realisierbar gewesen. Selbst der Motorenlärm wird, wie sie sich bei Formel-1-Rennen ausdrückt, zunehmend als Ausdruck der Freiheit interpretiert. Die Dominanz der Motore erklärt auch, dass die genuin menschlichen Gegenbegriffe wie  Schönheit, Liebe, Leben, Wachstum, genuine Kultur und  Eigenbewegung es in unserer Gesellschaft so schwer haben und sich langsam verabschieden.  

     

     

    Griechenlands  Blase, die durch kreditfinanzierten so genannten Wohlstand entstand,  platzt gegenwärtig. Strukturell unterscheiden sich die so genannten reichen Länder von Griechenland, auch ihre Wirtschaft funktioniert nur noch mit Hilfe riesiger Kredite. Auch diese Blasen werden platzen. Gründe: die Wirtschaft sorgt für falsches Bewusstsein, der konsumorientierte Bürger für den notwendigen politischen Druck. Die Zukunftsperspektive ist dunkel: Unsere Gesellschaft ist nur flexibel, wenn es um die Umsetzung von „Mehr“ an materiellen Gütern und Dienstleistungen geht, für ein „Weniger“ ist sie vollkommen ungeeignet und lässt sich kategorisch  nicht auf entsprechende Veränderungen ein. Veränderungen, die teilweise schmerzhaft sein werden, teilweise aber auch Gewinn an Lebensqualität mit sich bringen werden. Die Nazis wollten übrigens ihre Blase durch Kriegsgewinne und Ausplünderung eines Teils ihrer Bevölkerung (Juden) beseitigen.

     

     

    Die gesamte Erde wird „bewegungskompatibel“ gemacht, so dass jeder Mensch, jeder Rohstoff und jede Ware zu jeder Zeit jeden Punkt der Erde mit einem minimalen Zeit- und Geldaufwand erreichen kann. Das hat allerdings zur Folge, dass die Qualität der Punkte drastisch sinkt. Mit anderen Worten: Der Erde gehen interessante Qualitäten aus. Und: „Wer reist im Flug, der wird nicht klug“ (Sprichwort).

    Wenn es stimmt, dass man für menschliches Handeln keine Naturwüchsigkeit in Anspruch nehmen kann, es aber trotz besseren Wissens tut, dann ist das eine  Entlastung für jegliche moralische Verantwortung in diesem Handlungsfeld. So kann man z. B. unökologisch handeln, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Gleiches gilt für das Un-Argument Bequemlichkeit. Das Argument der Naturwüchsigkeit („man kann daran nichts ändern“)  ist eine Rationalisierung bzw. Kaschierung von ethischem Versagen.

     

    Das Gehen entsteht erst im eigenen Gehen. Man kann es nicht kaufen, nicht leihen  und auch nicht geschenkt bekommen.

     

    Eigenwahrnehmung ist ein Propiorezeptor (propio = eigen). Wenn Motore die Eigenbewegung übernehmen, gibt es keine bewusste oder unbewusste Eigenwahrnehmung. Deswegen ist der Gesichtsausdruck von  Motorennutzern so merkwürdig leer.

     

    Kein Auto zu haben, ist cool.  

     

    Der motorisierte Individualverkehr ist aus klimatischen, energetischen, städtebaulichen, kommunikativen, sozialen,  landschaftsschonenden, ästhetischen   und gesundheitlichen Gründen eine Sackgassen-Technologie.

    Über Schnee kann man sich heute  nicht mehr direkt unterhalten, sondern nur noch indirekt als Störfaktor für das Auto. So verschwindet die Schönheit des Schnees bzw. von den von ihm geschaffenen Formen  aus den Bewusstsein der Konsummenschen.

     

    Das Tier ist weltarm, aber der zeitgemäße Mensch ebenfalls, wenn man die mediale Welt und die aus motorisierten Fahrzeugen gemachten Erfahrungen nicht zur Welt rechnet.

     

    Beobachung, Wahrnehmung  und Empirie lehren  uns, dass etwas so oder so beschaffen ist, aber nicht, dass es anders sein könnte. 

     

    Seid vorsichtig und kritisch gegen alle Formen der behaupteten Ähnlichkeit. Ihr landet schnell dort, wo ihr gar nicht sein wollt.


    Aristoteles: Lebewesen sind Naturdinge, die das Prinzip der Bewegung oder Stillstandes in sich tragen. Ein Autofahrer bewegt sich nicht, sondern er wird  bewegt bzw. transportiert. Ein  Autofahrer  als Autofahrer ist  so gesehen kein Lebewesen, sondern ein Artefakt, das von anderen Artefakten (motorisierte Maschinen, die die Aufgabe von Lebewesen übernommen haben)  bewegt wird.

    Eigenbewegung und Fremdbewegung sind verschieden.  Wegen einer Gemeinsamkeit, der Ortsveränderung, beide gleichzusetzen, reicht aus meiner Sicht nicht aus.  Die zerstörerische Kraft der motorisierten Bewegung darf nicht  mit der schonenden Bewegung der Eigenbewegung gleichgesetzt werden. Dieser Unterschied macht Humanität und Umweltschutz aus.

    Grundsätzlich könnte man sich mit einem (1) gehaltvollen Begriff sein Leben lang beschäftigen. Vielleicht tut man es sogar, wenn man ersthaft lebt.

    In der gegenwärtigen Situation muss zuallererst  eine  Wertekritik,  nicht eine Mehrwertkritik einsetzen. Denn traditionelle Mehrwertkritik kann Wertekritik nicht angemesssen durchführen. Aber worin läge der Fortschritt, wenn irrationaler Konsum gleichmäßig verteilt würde?

    "Im Unterschied des sinnlichen und kulturellen Genusses konnte dieser Konsum (bm Auto) nicht im Gebrauch seiner Inhalte aufgehen, sondern erforderte eine derart flächendeckende materielle, organisatorische und soziale Logistik, das er geeignet war, sich zu einer verinnerlichten „Benthamschen „Verhaltensspur“ zu entwickeln, die das System der Disziplinierung in bis dahin unbekannte Dimensionen auszuweiten versprach. …Das Auto begann den gesamten Raum- und Zeithorizont zu erfassen, bereitete eine strukturelle Integration von Produktion und „Freizeit“ vor, besetzte allmählich die soziale Organisationsform bis hinein in das intime und familiäre Alltagsleben, eroberte sogar die gesellschaftlichen Phantasien und Imaginationen. Der Kapitalismus wurde durch und durch zur Auto-Gesellschaft." (Robert Kurz in „Schwarzbuch Kapitalismus“).

    Entscheidend wichtig zum Verständnis meiner Beiträge:  Ich entwickle nicht primär eine Theorie der Eigenbewegung, sondern eine „Theorie der Eigenbewegung im Alltag".  Es geht mir um die Einheit von Mensch und seiner Umwelt.

    Es gibt  mehrere Gründe, sich für die  Eigenbewegung zu entscheiden, so den Umweltschutz i. w. S. und Gesundheit. Die psychische Dimension kann man treffend mit dem Begriff  "Qualia" beschreiben. Unter diesem Begriff  versteht man den subjektiven Erlebnisgehalt eines mentalen Zustandes. Und genau dieser und nur dieser mentale Zustand während  der Eigenbewegung  schafft  ihren einzigartigen Wert für Identität und Lebensbejahung. Diesen Erlebnisgehalt kann man letztlich nicht beschreiben, sondern muß ihn selbst erleben.

    Autofahren hat  seine  Quelle oft in der Lust an der Leere.

    Der Unterschied  zwischen humaner und motorisierter Technik ist entscheidend. In der humanen  Technik ist die vom eigenen Körper erzeugte (metabolische) Energie einziges Antriebsmittel der Bewegungen, während in der motorisierten Energie die Bewegungen von externer Energie mit all seinen negativen Folgen für Mensch und Umwelt betrieben wird. In der humanen Technik ist der Mensch immer noch Subjekt, in  der motorisierten Technik kehrt das Verhältnis sich faktisch  um.

    Nur als Suchende sind wir - allerdings nicht nach dem Billigsten und Bequemsten.

    Die Differenz Rad - Auto entspricht ganau der Differenz von Technik und motorisierter Technik.

    Wir sind von unserem eigenen Werk versklavt" (E. Bloch) – und bemerken es nicht, weil für den Menschen Selbstversklavung eine Unmöglichkeit ist.

    Dass wir nicht die Wahrheit erkennen, scheint eine Wahrheit zu sein.


    Daß eine ökologische Politik,  die diesen Namen verdient, eine Riesenaufgabe ist, die auch Schuld auf sich laden würde, ist unzweifelhaft. Aber aus meiner Sicht gibt es keine Alternative zu ihr. Wichtig: Die notwendigen Veränderungen müssen vorher eingesehen werden. Das ist übrigens die Aufgabe meiner Homepage.  

    Nur nichtmenschliche Lebewesen haben  ein natürliches Maß. Der Mensch, da er nur über eine unvollständige Instinktausstattung verfügt, muss sich selbst Maße insbesondere in den Bereichen  Technik und  Kapital geben. Tut er dies nicht, gefährdet er seine  condition humaine, ja hebt sie auf.

    Es gibt Stressoren, die schaden, aber auch solche, die  die körperliche Widerstandsfähigkeit, Gesundheit  und geistig-seelisches  Wachstum fördern. Es ist falsch,  alle Stressoren auszuschalten. Eine Haltung, die gegenwärtig weitgehend das individuelle und kollektive Denken und Handeln beherrscht.  Deswegen die paradoxe Aussage: Ein streßfreies Leben ist purer Streß.

    Die Spaltung des Subjekts in der Gegenwart: Auf der einen Seite fühlt sich der Bürger als Subjekt, das in relativer Autonomie entscheidet, faktisch gibt er aber zunehmend seine Subjektivität körperlich  an Motore und geistig an Unterhaltungsmedien ab. Verharrt dabei, weil er ein Teil dieser objektiven Mächte selbst „angestellt“ hat, im Irrtum, Herr der Motore und Unterhaltungsmedien zu sein. Er ist dann ein Objekt.

    Der Begriff Modernität wird heute fast auschließlich technisch-ökonomisch definiert. Welch ein Affront gegen die Moderne!

    Über die psychische Kategorie der Bequemlichkeit schafft sich der Mensch selbst ab.