Kritik der Nutzung des Autos im Besonderen und der Anwendung von Fremdbewegung mit Hilfe von Motoren im Allgemeinen - Humane vs. motorenbetriebene Technik - Gegen ein still gestelltes Leben aus zweiter Hand und damit gegen Bequemlichkeit, für Lebendigkeit

Stand: 11. 6. 2021

Die Kritik des Autos beinhaltet auch eine Kritik der Fremdbewegung bzw. der gewaltsam durchgesetzten Nicht-Bewegungen. Es wäre fast alles erreicht, wenn Auto und Mensch nicht mehr als eine untrennbare, naturwüchsige Einheit aufgefasst würden. Das Auto ist lediglich eine (1!) Möglichkeit zur Ortsveränderung. Es gilt, im Interesse der Umwelt, des Klimas, aber auch der Autofahrer selbst, das zutiefst emotionale äVerhältnis zum Auto durch ein rationales zu ersetzen. Das Auto darf nicht ein Teil der Identität sein.

Das Auto (obwohl es natürlich auch wiederum bedingt) steht im Zentrum der Kritik , weil es in immer stärker werdendem Umfange die Eigenbewegung ersetzt. Die Verwendung des Autos ist nahezu universell geworden und das aus zwei Gründen: Zum einen realisiert und symbolisiert das Auto das gesamtgesellschaftliche Wollen, Wünschen und Handeln, es verkörpert die Logik unserer Gesellschaft (the primary driving force). Das Auto ist Selbstzweck, aber auch Mittel für nahezu alles, was der auf Konsum reduzierte Mensch erreichen will. Es ist der materielle und emotionale Mittelpunkt des individuellen Lebens und der gesellschaftlichen Prozesse. Zum anderen - auch als Folge - ist jede Ortsveränderung mit Hilfe des Autos zur nahezu habitualisierten Selbstverständlichkeit geworden. Die Einschränkung “nahezu” soll auf den verbliebenen Raum für Alternativen, wie sie momentan in der Neuendeckung des Wanderns und Gehens sich äußern, hinweisen. Ein Raum, der - so hofft und versteht der Autor seinen Beitrag - sich in Zukunft zu einem menschlichen Lebensraum erweitern wird, ja erweitern muss.

Es gibt inzwischen viele ermutigende Initiativen und Menschen, die sich für das Gehen und Radfahren einsetzen - aber allen ist gemeinsam, dass sie nicht substanziell und systematisch eine Kritik des Autos entwickeln. Dieses Defizit soll der Inhalt meines Buches und dieser Homepage ein Stück beheben.

Die Kritik beschränkt sich nicht nur auf Autos, sondern gilt  generell dem zunehmenden Einsatz von Motoren,  wenn  er  überflüssig ist, d. h. Not nicht vermindert, sondern vergrößert. Und diese Überlegungen beziehen sich primär auf den konsumtiven Bereich, deswegen, weil die Ersetzung harter körperlicher Arbeit durch motorangetriebene Maschinen eine Errungenschaft ist, die als letztes problematisiert werden sollte. Also ein Ja zu öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn sie sinnvollen Fahrten dienen, ein Nein zum Auto, wenn Alternativen vorhanden sind. Neue Einsicht: Ich kritisiere nicht die Technik, denn sie gehört unaufhebbar zum Menschsein, sondern ich  kritisiere gegebenenfalls den Einsatz von Motoren. Meine früher geäußerte Technikkritik war genau besehen immer eine Motorenkritik. Bekanntlich kommt Motor von movere "bewegen", womit Eigenbewegung und Fremdbewegung als Motorenbewegung in die notwendige nähere Beziehung gesetzt werden.

Die Motorenkritik von schädlichen Auswirkungen auf das Klima gilt nicht, wenn der Motor ein elektrischer ist, und der mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Kritik des Autos bleibt bestehen für die schädlichen Auswirkungen auf den Menschen (Fahrer und Mitmenschen = innen und außen), auf die Gestaltung von Land und Siedlungen), auf das Soziale und natürlich auf das Klima.

Viele Informationen zur  Autokritik  und Initiativen gegen die Dominanz des Autos findet man in „autofrei leben e. V.“

Ich vereinigte Autokritik und Medienkritik früher unter Autokritik (besser Kritik der Passivität), weil beide passiv sind. Jetzt sind beide getrennt

Die negativen Folgen der übertriebenen Motornutzung:

Meine Kritik des motorisierten Individualverkehrs und der  Motore ist einseitig und extrem, weil diese in ihrer Verbreitung ebenfalls extrem sind. Es ist Zeit, hier zu differenzieren: Motore sind wegen ihrer unvermeidbaren Emissionen aus klimatischer  Perspektive immer schädlich. Sicherlich gibt es ein bestimmtes Quantum an Emissionen, das vom Klima her noch tolerierbar ist. So der Einsatz von Motoren in  Katastrophengebieten, bei schwerer körperlicher  Arbeit, in Taxen, in Krankenwagen oder im maßvollen Einsatz von öffentlichen Verkehrsmitteln mit großer Beschränkung des Luftverkehrs. Hier die absolute Grenze zu ziehen, ist wegen der beteiligten Dynamiken nicht sinnvoll möglich. Schädlich ist der Motoreneinsatz für  Menschen dann, wenn er tendenziell alle körperlichen und geistigen Tätigkeiten ersetzt, wie es heute offensichtlich das unhinterfragbare  Bestreben ist. Das dahinter stehende Motiv nach Bequemlichkeit ist in vielen Fällen nicht mehr zeitgemäß, weil für die körperliche und geistige Gesundheit kontraproduktiv. Die Folgen auf Landschaften und Siedlungen thematisiere ich in den Notaten ebenfalls. 

 

 

  1. Die städtische Bauverdichtung könnte problemlos intensiviert werden, wenn man den motorisierten  Individualverkehr herausnähme. Alle Straßen wären wieder mit hoher Lebensqualität bewohnbar.

  2. Die Moderne schafft eine technische Welt, die für den Menschen vollkommen durchsichtig  und damit manipulierbar für seine Ziele ist. Der Mensch erträgt keine Geheimnisse bzw. Unerkanntes.

  3. Ein Auto ist „effektiver“ in Bezug auf Distanzüberwindung als ein Pferd und als ein Mensch.

  4. Motorisierte Technologie, überhaupt alles Gesetzmäßige, übt Herrschaft aus.

  5. Autofahren und habituelles Fernsehen sind Abwesenheit von der wirklichen Welt.

  6. Motorisierte Mobilität hat großen direkten und indirekten Anteil an der Zerstörung der Welt/Erde.

  7. Der Motor und seine Möglichkeiten ist der „Taktgeber“ für Zerstörungen. Der Motor kennt keine Grenzen außer seiner eigenen Leitungsfähigkeit.

  8. Motorisierte Mobilität verlangt keine Anstrengung, die man als solche bezeichnen könnte. Und: Im Flugzeug bin ich ein Flugzeug, im SUV bin ich ein SUV, aber in der Eigenbewegung bin ich ein körperlich-geistiges Ich.

  9. Anpassung an eine motorisierte Existenzweise verlangt Aufgabe jeglicher Selbststeigerung und autokritischen Engagements.

  10. Autofahren beschädigt Umwelt und Fahrer.

  11. Eine mögliche Hierarchie: Motore – Leben –  den Gedanken Freiheit geben – Metaphysik/Gott.

  12. Jede natürliche Landschaft ohne motorisierten Verkehr ist schön.

  13. Eine überwiegend motorisierte Existenz ist kein Leben.

  14. Autofahren ist Aggression pur.

  15. An schönen Sommertagen beginnt in unserer Straße ein edler Wettkampf, wer den lautesten Motorrasenmäher hat. Natürlich zeitlich versetzt, damit man eindeutig die Leistung eines jeden angemessen bewertet kann.

  16. Nicht E-bikes so bezeichnen, sondern als elektrische Motorräder.

  17. Eine neue Art ist entstanden: die elektrifizierten Nachteulen.

  18. Schlittenfahren und Skilaufen sind eine Mischung von Eigenbewegung und natürlicher Fremdbewegung.

  19. Wenn man durch Motoreneinsatz mehr Zeit für körperliche und geistige Eigenbewegung gewinnt, ist das aus der Perspektive persönlichen Wachstums akzeptabel, aus ökologischer Sicht problematisch.

  20. Das Auto vernichtet äußere Vielfalt und zusätzlich innere Erfahrungen, d. h. das Bewusstsein entleert sich.

  21. Die Welt wird autogerecht gemacht, d. h. geologische Formunterschiede und Treppen werden beseitigt.

  22. Hindernisse fördern Fähigkeiten

  23. Elektromobilität ermöglicht anstrengungsloses Gleiten statt Fortschritt im Sinne von Gehen

  24. Seitdem sich SUV durchsetzten, ist mein  Glaube an die Vernunft ziemlich reduziert.

  25. Technik dient dem Sieg oder der Bequemlichkeit.

  26. Fortschritt wäre, wenn Autofahrer Autohindernisse als sinnvoll und Notwendigkeit erkennen.

  27. In Wien wird gerade ein Autobahntunnel gebaut, in Dresden wurde die unsägliche Autobrücke, in ….ad infinitum, d. h. überall der gleiche Film. Er wird ständig weiterlaufen, wenn wir nicht den Autoverkehr drastisch reduzieren.

  28. Zum Einkaufen möglichst nicht mit dem Auto. Das ist die schlechteste Lösung. Fußläufige Distanzen würden eine Renaissance erleben.

  29. Mit zunehmender räumlicher und zeitlicher Distanz werden die Dinge fremder.

  30.  Heute ist die Stadt eine autozentrierte Zone. Herkömmliche Lösung: die Stadt breitet sich weiter aus, so dass die Autozahl sich noch vergrößern kann, aber die Nachteile werden nicht bemerkt bzw. verdrängt, aber sie verschwinden natürlich nicht. Aber die Fahrten vermehren sich. Das ist ein falscher Schluss. Und der gilt als unvermeidbarer und wirklicher Fortschritt.

  31. Motorisierte Mobilität kennt keine Grenzen und führt geistig ins Nowhere.

  32. Vom Autofahrer zum Nutzer von Elektrorollern  ist eine begrüßenswerte Entwicklung, vom gesunden Fußgänger zum elektrischen Rollerfahrer ist es nicht - im Gegenteil.

  33. Straßen in der Landschaft dienen der Effektivität und Bequemlichkeit. Wege dienen der Fortbewegung. Wege sind ein legitimes Recht von Lebewesen. Autostraßen  sind unnötig.

  34. Maschinen werden geliebt, weil sie sich kausal verhalten, da sie keine Freiheit haben. Sie sind deshalb absolut prognostizierbar und berechenbar.

  35. Wenn der Mensch arbeitet, klingt es, wie das Klopfen eines Spechts, wenn Motore laufen, wie Krach, zumindest wie Lärm.

  36. Es gibt keine kleinen Hinweisschilder mit Ortsbezeichungen, weil man sie nicht vom Auto aus lesen kann.

  37. Eine motorisierte Existenz ist  vielleicht eine Funktion, aber kein Leben.

  38. In meiner Kindheit waren die Straße frei von parkenden Autos („Park“ ursprünglich Gehege), dann von normalen Autos gefüllt, die zunehmend von SUVs ersetzt wurden, jetzt additiv von Wohnwagen.

  39. Vorschlag: Die Autos auf zentralen Plätzen parken, nicht vor Häusern, wo eine Transportkarre vorhanden sein könnte.

  40. Baut Autos zu öffentlichen Verkehrsmitteln um.

  41. Wir müssen uns nicht Gedanken machen, wo für uns das Maximum der Motorennutzung ist, sondern wo das Optimum liegt.

  42. Die universelle Ausbreitung von motorisierter Technologie ist bedingt durch ständiges Wirtschaftswachstum

  43. Mit Sicherheit sind Elektroroller überflüssig

  44. Ausmaß von Motorennutzung und Ausmaß der Eigenbewegung sind umgekehrt proportional.

  45. Die ständige Ausbreitung von Motorennutzung ist eine großes Problem.

  46. Autofahren und Fernsehen haben den Wirklichkeitsgrad von Phantasie, Imagination. Körperlicher Ensatz beim Fernsehen Null, beim Autofahren minimal, geistiger Einsatz bei beiden minimal. Der Weg hat hier keine Wirklichkeit.

  47. Vermutung: Die meisten Autofahrer  würden, wenn sie zwischen den vier Rädern ihres Autos und ihren eigenen zwei Beinen wählen müssten, sich für die vier Räder entscheiden.

  48. Ist meine Gegnerschaft zum Auto und Fernsehen berechtigt? Beide stehen für mich exemplarisch für die Ersetzung des Lebens.

  49. Ich sehe im Auto keinerlei Schönes, nur Zerstörung. Das ist objektiv belegbar.

  50. Motore beseitigen gute Luft.

  51. Heinrich Heine hatte bereits die Eröffnung der Eisenbahnlinie von Paris nach Rouon kritisch  als eine Ermordung des Raumes bezeichnet. Also auch der Zug ist aggressiv, aber nicht in dieser Breite wie der motorisierte Individualverkehr, nicht so platzraubend, nicht so viel schädliche Emissionen und er bedient soziale Bedürfnisse.

  52. Autos sind  reine Aggression ohne Rücksicht auf die Natur. Sichtbar am Bau der Autobahnen.

  53. Ein SUV ist eine überflüssige Aggression gegen Natur und Umwelt.

  54. Geronnene Individualität  hat Berührungspunkte mit Egoismus.
  55. in Leben ohne motorisierten Individualverkehr ist nicht nur möglich, sondern wird schön für sich und für die Umwelt.

  56. Ist Autofixiertheit Ausdruck exzessiver Faulheit oder Flucht vor dem inneren Nichts oder glaubt man adlig zu sein?

  57. Die Lösung: Die Welt muss sich auf die zentrale Aufgabe der Ökologie konzentrieren.

  58. In unserer Stadt gab es keine Großevents, aber viele kleine Ereignisse, die auch eigene Beiträge in irgendeiner Form verlangten.

  59. Nach 1955 haben allmählich fast alle  selbstständigen Läden in unserer Straße in Elmshorn dicht gemacht wie Gärtner Koopmann, Bäcker Saß, Kaufmann Hatje, Gastwirtschaft Scholz, Zigarrenladen Nielsen, Friseur Petersen, Fahrradreperatur Maaß, Schuster Völker.

  60. Gegen die Ignoranz des Weitermachens, das oft den Charakter von Wunderwaffen hat.

  61. Naturzerstörung ist keine Synthese.
  62. Gegen verunreinigte Luft hat Philips nun einen elektrischen Ventilator entwickelt, der wiederum den Energiebedarf erhöht.
  63. Aus einer Werbung: Gewinnen Sie zwei Monate puren Fahrspaß mit einem BMW Cabrio oder Roadster Ihrer Wahl und genießen Sie die schönsten Getaway Routen Ihrer Region. Meine Antwort: Was da dran  traumhaft ist, ist mir absolut unverständlich. Der Begriff "getaway" sagt alles.Elektromobilität ist nur eine Verschiebung der Probleme.
  64. An meinem Elternhaus in der Stadt gingen ständig  Menschen vorbei, heute fahren nur noch Autos vorbei. Ist das Fortschritt?
  65. Motorennutzung wie beim Autofahren oder Fernsehen stärkt die Bequemlichkeit
  66. Parkplatz ist für mich keine existentielle oder problembehaftete Sache.
  67. Auch medial vermittelte Mobilität ist eine Form der Mobilität.
  68. Motorenmobilität = Scheinmobilität, die auf Täuschung beruht
  69. Das Auto zerstört soziale Strukturen bzw. verhindert ihre Entstehung.
  70. Beim Autofahren gibt es keinen aufrechten Gang. Allein die Abhängigkeit drückt hier runter.
  71. Warum werden Auto und Fernsehen nicht als Lebensverhinderer gesehen, was sie ja sind. Das richtige Motto wäre: So wenig wie nötig.
  72. Noch bis ca. 1995 gingen die Frauen mit einem Korb zum Einkaufen und Männer mit einer Tasche. Heute fährt man mit dem Auto in ein Shoppingcentre.
  73. Wirtschaftswachstum ist konstitutiv auf ständigem Konsum angewiesen.
  74. Autofahrer sind so lebendig wie Hampelmänner, an denen man zieht. Sie bewegen sich also nur mit Hilfe von Fremdenergie

Schlimm ist, dass die Menschen, die nicht mit Motoren bestückt sind, sich als antiquiert  empfinden bzw. bewertet werden.

  1. Motorisierte  öffentliche Verkehrsmittel haben den großen Vorteil, Soziales zu erfahren.
  2. Heute sind es motorisierte Mobilität und elektronische Medien, die die Erfahrung von Wirklichkeit verhindern.
  3. Maxime: Nur soweit vom Zentrum wohnen, so dass man es ohne Auto erreichen kann.
  4. Je bequemer eine Bevölkerung ist, desto motorisierter ist sie.
  5. Im Auto sein ist praktisch ein Indoorleben.
  6. Autofahrer verzichten auf Eigenbewegung, sei es Gehen oder Radfahren.
  7. Totaler Widerspruch: Gegen den Klimawandel im Autokorso protestieren.
  8. Wenn man Autofahren nicht selbst als schön empfindet, erlebt man keine Schönheit auf dem Weg. Gleiches gilt für das Fernsehen.
  9. Autofahrer stolpern nicht über Gedenksteine, sondern fahren an ihnen vorbei, ohne sie zu bemerken. In diesen Situationen existieren sie zumindest nicht im Bewusstsein.
  10. Was ist der Unterschied zwischen einem bourgeois und citoyen? Der Bourgeois  fährt jede Strecke über hundert Meter mit dem Auto. Laufen bewertet er als eine Zumutung, der Citoyen empfindet jede Autofahrt für sich und für die Umwelt als eine Belastung.
  11. Schon allein wegen des Platzbedarfs sind Elektroautos nicht die erstrebenswerte Lösung.
  12. Eine ökologische Scheide in der Bevölkerung: Einerseits  Eigenbewegte und Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln, andererseits die Autofixierten.
  13. Im motorisierten Individualverkehr wird das Prinzip „individual“ auf die höchste Irrationalität getrieben.
  14. Gasse ist ein schönes Wort und eine gute Sache, weil man in ihr nur Gehen, nicht Autofahren kann.
  15. Wenn ich in A bin, bin ich nur in A und in keinem anderen Ort der Welt.
  16. Jede Lebensäußerung wird vom Außen begrenzt. Die motorisierte Technik entgrenzt und enteignet uns gleichzeitig von unseren Fähigkeiten. Das gilt nicht für die Medizin
  17. Ein Leben ohne spontane soziale Kontakte und Erfahrung von Wirklichkeit ist ein reduziertes Leben, wenn überhaupt.
  18. Marcel  Pagnols Bücher sind bedingt ein Vorbild einer gelungenen Gesellschaft im Sozialen und Beschränkungen auf die Region.
  19. Tendenz: Die innere Welt verschwindet durch Unterhaltungsmedien und die äußere Welt durch die ökologische Katastrophe.
  20. Rationalisierung: Die ökologischen Zerstörungen müssen sein, um die acht Milliarden Menschen zu retten, so auch  für sie Arbeitsplätze zu schaffen
  21. Face-to-face-Kommunikation ist wie Essen, Trinken und Schlaf ein lebensnotwendiges  Lebensmittel.
  22. Ein Weg: Ernst Blochs „Allianztechnologie
  23. Den motorisierten Individualverkehr einzuschränken oder zu verbieten, ist keine Freiheitsberaubung, sondern eine Freiheitsermöglichung.

  24. Wo Autobahnen sind, kann man Pflanzen nicht anbauen.

  25. Das fahrende Auto wirkt  wie eine schießende Waffe. Autofahrer sind Soldaten in combat. Jede Autofahrt zerstört als Voraussetzung in Form von Autostraßen und  aktuell  Klima und Tiere sowie beeinträchtigt die Gesundheit der Fahrenden.

  26. Fernsehen und Autofahren finden ohne Unterbrechung und in der Wahrnehmung oberflächlich  statt. Es ist  keine Zeit und Raum für eigene innere  Prozesse.

  27. Sein Auto ist sein eigentliches Ich.

  28. Das Auto verhindert die Erhaltung und Entwicklung von „Nahgeschäften“,  d. h. fußläufig erreichbar.

  29. Welch ein Verlust, mit dem Auto von eigener Haustür zur Haustür des Zieles zu fahren. Dagegen mit dem Rad von zu Hause zum Bahnhof Flensburg, von dort mit dem Zug nach Hamburg Dammtor und von dort mit dem Rad zum Hafen, die Elbe entlang bis Blankenese. Von dort mit der Barkasse über die Elbe und dann an der Este nach Buxtehude. Welch ein Reichtum.    

  30. Die Faszination für  Motorentechnik entsteht insbesondere über die Medien (Bilder, Werbung).

  31. Autofahrer leisten einen substantiellen Beitrag, allerdings einen Beitrag zum Klimawandel.

  32. Wenn man sein Auto zu seinem Mittelpunkt des Lebens macht, gibt es keinen wirklichen Mittelpunkt mehr.

  33. Gewohnheitsmäßige Autofahrer haben mit Sicherheit ihr körperliches Ich aufgegeben und mit der Zeit auch ihre geistiges.

  34. Für viele Bürger ist ihr Auto ein Teil ihres Ichs. Nimmt man  ihnen oder schränkt es ein, ist es für sie ein absoluter Verlust wie ein Körperteil oder noch schlimmer.

  35. Muss nicht eine Erziehung zur  Schönheit des Gehens stattfinden?

  36. Ein Berg, der durch eine Autostraße erschlossen wird, ist keiner mehr. Eine autogerechte Stadt ist keine Stadt, sondern etwas anderes.

  37. Autobahnen sind faschistischem Denken entsprungen. Dieses Denken reicht in Form von Technologien und geometrischen Formen bis in die Gegenwart hinein.

  38. Parkende Autos empfinde ich wie unbenutzte Rollatoren.

  39. Je größer der Radius von Autofahrten wird, desto größer die flächendeckenden Destruktionen.

  40. Wie die Aggression von Autos erkennen? Man stehe am Straßenrand und rasende Autos in Höchstgeschwindigkeit fahren an einem vorbei.

  41. Wann und für war ist das Auto wichtig? Krankentransporte, Feuerwehr, Taxen, …

  42.  Räder, auch Fahrräder, wollen  grundsätzlich den glatten  und damit künstlichen (idealiter Asphalt) Untergrund.

  43. Einer autogerechten Landschaft oder Stadt hat man die Seele genommen.

  44. Autofaszination ist ein absolut ausbruchsicheres Gefängnis.

  45. Mein autofixierter Kollege ohne Auto wirkt außerhalb seines Haus  wie ein  aufs Land geworfener Fisch.

  46. Eine Autofirma  wirbt mit dem Slogan „Die Straße gehört allen“. Dazu hätte ich einige Fragen: Auch Tieren? Wie auf Autobahnen? Selbst Autofans wollen nicht an viel befahrenen Straßen wohnen. Warum wohl nicht? Schafft das Auto nicht einen verdeckten Krieg, nicht Friede auf den Straßen? Wie viele gesundheitlichen Schäden, wie viele Bewegungseinschränkungen, wie viel Zerstörung von Schönheit findet durch den motorisierten Individualverkehr statt?

  47. Ist ein schnell fahrendes Auto nicht eine Waffe? Nein, die Straße gehört dem Leben, der biologischen Mobilität, nicht den Klimaverschlechtern, nicht den Aggressiven, nicht den Faulen.

  48. Auf Autobahnen herrscht reine Aggressivität, das erkennt man spätestens bei Unfällen.

  49. Autokritik ist  genuin ökologische Politik.

  50. Für viele Bürger darf kein Geschäft in ihrer Nähe sein, weil sie dann keine Begründung für ihre so geliebten Autofahrten hätten.

  51. Unbegreiflich, wenn das Auto ohne Notwendigkeit auf die eigene Gesundheit in Anspruch genommen wird – von ökologischen Einwänden ganz zu schweigen.

  52. Proteste gegen Einschränkungen des Autos sind nur von der Faulheit diktiert.

  53. Gehört Autofahren bereits auch zur Quarantäne?

  54. Auto und Fernseher sind zwei Apparate, die körperlichen und geistigen Stillstand erzeugen.

  55. Das Schlimmste, was Autofahrern  vor ihrem Tod passieren kann, ist, nicht mehr Auto fahren zu können. Ihr eigentliches Leben ist Autofahren oder Fernsehen. Selten beides.

  56. Motore dienen primär der Bequemlichkeit, auch wenn die Begründung rationalisiert wird.

  57. Die Abwesenheit von Autos verbessert die Luftqualität. Jede Autofahrt verschlechtert das Klima. Gute Luft ist aber ein hoher Wert.

  58. Die effektivste und beste Lösung: Kein Auto zu haben.

  59. Nicht „öffentliche Verkehrsmittel“, sondern von „sozialen Verkehrsmitteln“ sprechen.

  60. Heute sind Auto und Unterhaltungsmedien die zwei dominierenden Süchte.

  61. Eine Insel mit einer Brücke ist keine Insel“ (aus einer Broschüre  auf Dänisch). In Analogie: Eine Stadt mit Autos ist keine Stadt. Weil sie ihre Urbanität, d. h. Identität verliert. Eine Brücke überbrückt das Medium Wasser, das Auto überbrückt das Medium Boden. Das ist ein großer Verlust.  Die Brücke hat die gleiche entwirklichende Funktion  wie das Auto, beide verhindern die Wirksamkeit des Wassers und des Bodens – mit der Inbetriebnahme der Brücke und der Einweihung von Autostraßen beginnt blitzartig die Transformation in eine Un-Insel und Un-Stadt.

  62. Der Niedergang der Innenstädte lässt sich  primär aus dem  Kaufverhalten der Bürger rekonstruieren. Einkaufen ohne Auto ist für die meisten eine Zumutung, ja Unmöglichkeit.

  63. Wie groß ist die CO2 Emission von  Rennwagen beim Formel-1- Rennen?

  64. Die Faszination von Autos und elektronischen Unterhaltungsmedien besteht darin, ohne Anstrengung ständig Neues zu erfahren.

  65. Sie  verschwindet im Medienozean des Nichts; bei ihm, ein süchtiger Autofahrer, lösen sich die Dinge auf.

  66. Aus dem fahrenden Auto ist die Umwelt maximal verdünnt. Je schneller, desto verdünnter. Die Autowerbung zeigt nie die Umwelt aus dem fahrenden Auto, also Binnenperspektive, sondern nur aus der Außenperspektive in der Distanz,

  67. Nutzung von Auto und Unterhaltungsmedien schwächen das Leben.

  68. Mit welchem Recht setzen Leute die lauten Motorrasenmäher ein, obwohl es leisere elektrische und noch leisere Roboter gibt?

  69. Was heißt „Ermordung des Raumes“? Zuallererst im Bewusstsein, später Vernichtung durch Vernachlässigung oder Demontage.  

  70. Im Auto- oder beim Zugfahren nimmt die Umgebung Bildcharakter an. Die größte Täuschung besteht darin, Bilder für Wirklichkeit zu nehmen.

  71. Reifenabrieb ist in Deutschland der mit Abstand größte Verursacher von Mikroplastik.

 

Es geht im „Archiv Kritik des Autos“ weiter.