Kritik der Nutzung des Autos im Besonderen und der Anwendung von Fremdbewegung mit Hilfe von Motoren im Allgemeinen - Humane vs. motorenbetriebene Technik - Gegen ein still gestelltes Leben aus zweiter Hand und damit gegen Bequemlichkeit, für Lebendigkeit

Stand: 18. 8. 18

Die Kritik des Autos beinhaltet auch eine Kritik der Fremdbewegung bzw. der gewaltsam durchgesetzten Nicht-Bewegungen. Es wäre fast alles erreicht, wenn Auto und Mensch nicht mehr als eine untrennbare, naturwüchsige Einheit aufgefasst würden. Das Auto ist lediglich eine (1!) Möglichkeit zur Ortsveränderung. Es gilt, im Interesse der Umwelt, des Klimas, aber auch der Autofahrer selbst, das zutiefst emotionale äVerhältnis zum Auto durch ein rationales zu ersetzen. Das Auto darf nicht ein Teil der Identität sein.

Das Auto (obwohl es natürlich auch wiederum bedingt) steht im Zentrum der Kritik , weil es in immer stärker werdendem Umfange die Eigenbewegung ersetzt. Die Verwendung des Autos ist nahezu universell geworden und das aus zwei Gründen: Zum einen realisiert und symbolisiert das Auto das gesamtgesellschaftliche Wollen, Wünschen und Handeln, es verkörpert die Logik unserer Gesellschaft (the primary driving force). Das Auto ist Selbstzweck, aber auch Mittel für nahezu alles, was der auf Konsum reduzierte Mensch erreichen will. Es ist der materielle und emotionale Mittelpunkt des individuellen Lebens und der gesellschaftlichen Prozesse. Zum anderen - auch als Folge - ist jede Ortsveränderung mit Hilfe des Autos zur nahezu habitualisierten Selbstverständlichkeit geworden. Die Einschränkung “nahezu” soll auf den verbliebenen Raum für Alternativen, wie sie momentan in der Neuendeckung des Wanderns und Gehens sich äußern, hinweisen. Ein Raum, der - so hofft und versteht der Autor seinen Beitrag - sich in Zukunft zu einem menschlichen Lebensraum erweitern wird, ja erweitern muss.

Es gibt inzwischen viele ermutigende Initiativen und Menschen, die sich für das Gehen und Radfahren einsetzen - aber allen ist gemeinsam, dass sie nicht substanziell und systematisch eine Kritik des Autos entwickeln. Dieses Defizit soll der Inhalt meines Buches und dieser Homepage ein Stück beheben.

Die Kritik beschränkt sich nicht nur auf Autos, sondern gilt  generell dem zunehmenden Einsatz von Motoren,  wenn  er  überflüssig ist, d. h. Not nicht vermindert, sondern vergrößert. Und diese Überlegungen beziehen sich primär auf den konsumtiven Bereich, deswegen, weil die Ersetzung harter körperlicher Arbeit durch motorangetriebene Maschinen eine Errungenschaft ist, die als letzte problematisiert werden sollte. Also ein Ja zu öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn sie sinnvollen Fahrten dienen, ein Nein zum Auto, wenn Alternativen vorhanden sind. Neue Einsicht: Ich kritisiere nicht die Technik, denn sie gehört unaufhebbar zum Menschsein, sondern ich  kritisere gegebenenfalls den Einsatz von Motoren. Meinerüher geäußerte Technikkritik war genau besehen immer eine Motorenkritik. Bekanntlich kommt Motor von movere "bewegen", womit Eigenbewegung und Fremdbewegung als Motorenbewegung in die notwendige nähere Beziehung gesetzt werde

Die Motorenkritik von schädlichen Auswirkungen auf das Klima gilt nicht, wenn der Motor ein elektrischer ist, und der mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Kritik des Autos bleibt bestehen für die schädlichen Auswirkungen auf den Menschen (Fahrer und Mitmenschen = innen und außen), auf die Gestaltung von Land und Siedlungen), auf das Soziale und natürlich auf das Klima.

Viele Informationen zur  Autokritik  und Initiativen gegen die Dominanz des Autos findet man in „autofrei leben e. V.“

Ich vereinigte Autokritik und Medienkritik früher unter Autokritik (besser Kritik der Passivität), weil beide passiv sind. Jetzt sind beide getrennt

Die negativen Folgen der übertriebenen Motornutzung:

Meine Kritik des motorisierten Individualverkehrs und der  Motore ist einseitig und extrem, weil diese in ihrer Verbreitung ebenfalls extrem sind. Es ist Zeit, hier zu differenzieren: Motore sind wegen ihrer unvermeidbaren Emissionen aus klimatischer  Perspektive immer schädlich. Sicherlich gibt es ein bestimmtes Quantum an Emissionen, das vom Klima her noch tolerierbar ist. So der Einsatz von Motoren in  Katastrophengebieten, bei schwerer körperlicher  Arbeit, in Taxen, in Krankenwagen oder im maßvollen Einsatz von öffentlichen Verkehrsmitteln mit großer Beschränkung des Luftverkehrs. Hier die absolute Grenze zu ziehen, ist wegen der beteiligten Dynamiken nicht sinnvoll möglich. Schädlich ist der Motoreneinsatz für  Menschen dann, wenn er tendenziell alle körperlichen und geistigen Tätigkeiten ersetzt, wie es heute offensichtlich das unhinterfragbare  Bestreben ist. Das dahinter stehende Motiv nach Bequemlichkeit ist in vielen Fällen nicht mehr zeitgemäß, weil für die körperliche und geistige Gesundheit kontraproduktiv. Die Folgen auf Landschaften und Siedlungen thematisiere ich in den Notaten ebenfalls. 

 

  1. Kardinalfehler: Autofahrer und Fußgänger als gleichwertig zu bewerten. Das führt auch zum Schluß, dass das Auto und Mensch gleichwertig seien.

  2. Nicht die Autokritik ist extrem, sondern der motorisierte Individualverkehr, der schlechter Individualismus ist.

  3. Autofahrer fühlen sich sofort als Opfer, auch wenn es nur um Quadratzentimeter der Befahrbeitkeit geht.

  4. Autofahrer müssen sich nicht substantiell verändern, weil das Verkehrssystem überall gleich ist.

  5. Die große Ideologie: Ein Recht, von Haustür zu Haustür zu fahren.

  6. Ein Brunnen auf der Straße gibt es nicht, das wäre ein Verkehrshindernis, die alle beseitigt werden – nur das Auto, das größte Verkehrshindernis,  selbst nicht

  7. Jede grundsätzliche Kritik an der Bahn dient dem motorisierten Individualverkehr. Die Kritik der Bahn (gen. subiectivus) ist real eine Kritik des motorisierten Individualverkehrs.

  8. Welche positiven Möglichkeiten entstünden  für Städte und ihre Bürger, wenn sie sich vom motorisierten Individualverkehr befreien könnten.

  9. Die Ohrenstöpsel zum Musikhören produzieren  Abwesenheit von der jeweiligen Wirklichkeit, auch vom Sozialen.

  10. Viele  Bürger verstecken sich hinter Autoscheiben.

  11. Motorsport ist kein Sport, deswegen müsste ein Untersagen eigentlich problemlos sein.

  12. Während der Nutzung von Technik und Motoren wird man von ihnen viel mehr determiniert als die Nutzer denken.

  13. Ideologie ist falsches Bewusstsein. Ist einfach Weitermachen nicht die Ideologie der Gegenwart? So das Festhalten am motorisierten Individualverkehr, für das es keine überzeugenden Argumente mehr gibt.

  14. Muß denn die gesamte Mobilität, also auch jeder Schritt und jede Fahrradfahrt elektrifiziert, d. h. motorisiert werden?

  15. Schleifen, Gleiten, Rollen erleichtert Arbeit. Schwere Arbeit will kein Dasein.
  16. Auf Asphalt  wächst prinzipiell nichts, solange er nicht zerfällt – und das dauert lange.

  17. Aus dem Zugfenster blicken ist irgendwie unwirklich, weil es ein Blick ohne Körper ist.

  18. Biopolitik  wird auch durch Pädagogik realisiert.

  19. Wer am oder auf dem Berg wohnen will, also in  schöner Landschaft, muss auf das Auto verzichten. Das ist der Preis, der bezahlt werden muss. Das gilt übrigens auch für das Wohnen in der Innenstadt.

  20. Autokritik muss ganzheitlich sein, um zu wirken.

  21. Was die Autofahrer als Freiheit empfinden, bewerte ich aus der Perspektive der Eigenbewegung strukturell als Gefängnis.

     

  22. Autos und Wohnwagen sind mobile Häuser, die den Zugang zu ihnen straff regeln.

  23. Öffentliche Verkehrsmittel sind öffentlich, Autos  haben keine Öffentlichkeit. Genauer: Im Bus oder Zug herrscht potentielle Offenheit, die sich im zweiten Durchgang allerdings erst öffnen muss.

  24. Das Auto verhindert spontane Beziehungen.

  25. Im Auto ist die Verpanzerung nach außen maximal. Diese Verpanzerung wird im Verhalten wiederholt.

  26. Große Distanzen schnell zurückzulegen, ist immer höchst gefährlich, d. h. schnelle Transportmittel sind Waffen, die sich selbst und andere zerstören können.

  27. Diese Siedlung ist nicht autofrei, aber sie ist es im Zentrum. Dort sieht man Kinder spielen, und Erwachsene miteinander plaudern.

  28. Jede Autofahrt verschlechtert den Zustand der befahrenen Straßen. Nicht beim Zufußgehen.

  29. Der motorisierte Individualverkehr ist die größte Irrationalität der Gegenwart.

  30. Mit dem Bus fahren ist ökologisch besser als mit dem Auto. Zug fahren ist besser als mit dem Bus. Maxime: Schiene vor Straße.

  31. Von Haustür zu Haustür mit dem Auto ist die absolute „Ermordung des Raumes“ (Heine).

  32. Autofahren ist eine negative Erfahrung, genauer: die Erfahrung, keine Erfahrung gemacht zu haben, aber das dringt nicht ins Bewusstsein, deswegen kein Verlustbewusstsein.

  33. Wenn ich Zug statt Auto fahren, handele ich relativ ökologisch.

  34. Technik schafft gewaltsam Zugang zur Realität.

  35. Bald wird der Bau von AKWs wieder aktuell, wenn der gegenwärtige zumeist unnötige Energieverbrauch steigt.

  36. Kreuzfahrtschiffe, habituelles Autofahren und Fernsehkonsum sind strukturähnlich: Sie enthalten ein Maximum an Pseudoerlebnissen und ein Minimum an echten Erlebnissen.

  37. Die Faszination des Urlaubs liegt auch in der Distanz zum eigenen Haus, aber diese muss nicht grundsätzlich  groß sein.

  38. Anwesenheit von motorisierten Fahrzeugen verhindert Schönheit

  39. Ideen lösen Sehnsüchte aus. Die realisierte Idee der vom Menschen geschaffenen Technik löst den dummen Stolz auf den Menschen aus, die Idee der Eigenbewegung befriedigt ein  tiefes Seinssehnsucht.

  40. 40 000 Autos quälen sich täglich durch diese Straße. Möchten Sie dort wohnen?

  41. Eine Vermutung  zum Abgasskandal: Vermutung: Hätte der Abgassskandal nicht stattgefunden, wäre kein einziger SUV oder größenmäßig ebenbürtiges Auto weniger verkauft worden.

  42. Sollte man nicht  Autofahrer mit Bußgeld belegen, die mit ihrem Auto nutzen, obwohl parallel öffentliche Verkehrsmittel fahren.

  43. Auf den  Straßen in Saudi-Arabien gibt es, abgesehen von Autos, fast keine Fußgänger und Radfahrer. Das Leben findet offensichtlich im Haus statt. Ist das die Zukunft?

  44. Ich denke: Die Technik ist allein Ergebnis menschlicher Anstrengungen, was aber im Vergleich zur Natur und Sein äußerst begrenzt und Konstruktion ist. Die Natur übersteigt zum Zwecke der Selbsterhaltung langfristig die Technik, insbesondere die motorisierte. Techniker verabsolutieren ein zumeist kleines Problem

  45. Biker zelebrieren Motorradfahren als Freiheit. Aber die Freiheit existiert hier nicht. Die Biker – besonders in Massen,  zelebrieren ästhetische Gewalt.

  46. Auf sein Auto stolz sein, ist unbegründeter Stolz und Zeichen von innerer Armut.

  47. Die Periode der Dominanz des motorisierten Individualverkehrs nach dem zweiten Weltkrieg geht zu Ende und muss zu Ende gehen.

  48. Die Befürworter des Neubaus von AKWs sitzen in den Startlöchern und warten, bis der Bedarf nach Energie nicht anders befriedigt werden kann. Dann entsteht revolutionärer Druck der Straße.

  49. Immer sollte die Qualität von Produkten das Primäre sein, Gewinn kann eventuell danach kommen.

  50.  „Der motorisierte Individualverkehr ist nicht nur schlecht für Umwelt und Gesundheit, braucht viel zu viel Platz und fordert zu viele Todesopfer. Er ist zudem auch noch das Produkt einer verlogenen und amoralischen Industrie, die ihre Kunden belügt und alle anderen vergiftet. Wer trotzdem noch Auto fährt, tut es mit schlechtem Gewissen, hat keins oder weiß es nicht besser …“ (Richard Frantz Wagner/Frank Spazier).

  51. Es gibt Fortschritte in der Technik, wenn sie eine ökologische Verbesserung gegenüber der vorherigen Technik sind

  52. Der Wunsch vieler Autofahrer: Es wäre ideal, wenn jedes Haus einen  Autobahnanschluss hätte.

  53. 20 000 Biker in Hamburg vor dem Michel. Für mich kompletter Wahnsinn.

  54.  These: Autofreie Zonen werden primär von verhärteten Autofahrern bekämpft.

  55. Nicht ich, sondern das Auto fährt. Der große Irrtum: Ich denke, ich fahre.  

  56. Wer ständig materielle Bedingungen für Bequemlichkeit produziert, ist natürlich selbst nicht bequem.

  57. Wie faul müssen  Autofahrer sein, die Strukturen fordern und schaffen, so dass sie von Haustür zur Haustür mir ihrem Auto fahren können

  58. Fahrende Autos sind eine Pest, die sofort beendet wird, wenn die Fahrer sich auf ihre Fähigkeit zur Eigenbewegung bewusst werden.

  59. Wenn ich mit dem Zug nach Marseille fahre, hört mein ökologisches Engement und Denken auf,

  60. Beim Autofahren und Fernsehen bestehen die Aktivitäten,  auf Knöpfe und Hebel zu drücken. Der große Rest ist körperliche und geistige Passivität.

  61. Welch ein schöner Anblick, wenn nach Schulschluss ein Rudel Rad fahrender Kinder die Schule in Richtung nach Hause verlässt. Welch ein trauriger Anblick, wenn Mütter oder Väter den Schulranzen der Kinder tragend die Schüler mit dem Auto abholen. Es scheint, als ob die Kinder mit Absicht trödeln, weil sie keine Lust haben, mit dem Auto zu fahren.

  62. Sehen in öffentlichen Räumen ist doppelt: Man sieht sehende Menschen, die dich ansehen. Im Auto wird man nicht gesehen, in Medien sieht man nur in tote Augen.

  63. Die Emissionen bei Fernreisen sind zwar relativ gering, was an den großen die Distanzen liegt.  Beste Lösung: Man verzichtet auf sie.

  64. Im Auto sitzen ist unnötiger oder schlechter Individualismus.

  65. Die Funktion der Burka, die Frau zu verstecken, erfüllt das Auto ebenfalls, aber nun für alle Insassen.

  66. Auf der Binnenalster, Außenalster und Alster  gibt es außer den Fahrgastschiffen keine motorisierten Fahrzeuge. Das ist nur schön.  

  67. Der Autofahrer im Luxuswagen drückt sich selbst minimal durch sein Auto aus,  höchstens, dass er viel Geld hat.

  68. Die Unwirtlichkeit der kindlichen Umwelt durch den Autoverkehr reduziert  ihr Leben auf Unterhaltungsmedien und Elternfixierung. Es gibt keine intensive Straßenkindheit mehr, außer in autofreien  Siedlungen.

  69. Es gibt gute Mobilität, die die Umwelt schont und beglückt, und schlechte Mobilität, die die Umwelt belastet und die Nutzer von sich und der Welt isolieren. Motorisierter Individualvekehr verkörpert schlechte Mobilität.

  70. Wir vertreten die  Position, dass der immer noch dominierende motorisierte Individualverkehr eine Krankheit ist, die viele andere Krankheiten wie Klimawandel, körperliche und geistige Unterforderung, Unwirtlichkeit der Städte und ständige Zurückdrängung der Natur durch den Straßenbau nach sich zieht.“ Fazit: Autokritik muss ganzheitlich argumentieren, um zu überzeugen.

  71. Ohne motorisierten Individualverkehr wäre das bestehende Straßensystem mehr als ausreichend, ja man könnte endlich mit partiellem Rückbau beginnen.

  72.  „Autofreies Wohnen“ in Klein Borstelt ist der schlagende Beweis, dass es auch anders geht. Es entsteht viel Raum für Mensch und Wildnis

  73. Der Lärm der Flugzeuge ist meistens noch nicht im Bewusstsein Natur.  Aber der Autolärm hat  bereits disen Status.

  74. Der motorisierte Individualverkehr ist die Krankheit, die viele Krankheiten unterschiedlichster Art nach sich zieht.

  75. Man muss sich erst vom Auto trennen, um sich von seiner Faszination zu lösen.

  76. Die Motoren ersetzen die Tätigkeiten des Lebens. Was bleibt da noch vom Leben nach?

  77. Bei der Autofahrt dominiert das räumliche Denken, aber in Phasen der Monotonie kommt auch die Zeit, d. h. die Subjektivität zum Zug.

  78. Autos sind Hölle und schaffen Höllen.

  79. Wohnwagen machen Landschaft und Städte hässlicher.

  80. Die Einschätzung, dass es für  die Geschäfte  der Untergang ist, wenn die Leute nicht annähernd bis vor die Tür fahren können, gilt leider immer noch für viele, nicht ihr Bequemlichkeitsdenken reflektierende AutofahrerInnen. Natürlich sind nach schwerer körperlicher und geistiger Arbeit  Pausen und Ausruhen notwendig und sinnvoll. Bequemlichkeit als Selbstzweck dagegen  führt zu Übergewicht, Denkfaulheit und Anspruchnahme von motorisierten Technologien, die wie die Fixierung auf das Auto die Umwelt belasten.  Entdeckten die AutofahrerInnen wieder ihre natürliche Fähigkeit zur Eigenbewegung einschließlich deren Schönheit und Befriedigungspotential, wäre auch dem Einzelhandel gedient und ein Mittel gegen Onlinekäufe geschaffen.

  81. Welch ein Verlust für kindliche Erfahrungen, in einer vom  Auto dominierten  Welt leben zu müssen. Kognitive und soziale Autonomie kann sich nicht entfalten.

  82. Auch „grüne“ Autos im Plural sind allein eine optische und platzraubende Zumutung

  83. In Saudi-Arabien gibt es auf der Straße gibt es  kein Leben, nur Autokolonnen. Niemand geht spazieren. Alles spielt   sich im Haus ab. Fast jeder fünfte erwachsene Saudi-Araber hat Diabetis, 70 Prozent der Bevölkerung sind übergewichtig, ein Drittel ist fettleibig (12 Wochen in Riad, Spielgel Nr 27/30. 6. 2018, S. 80). Tendenziell geht auch bei uns die Entwicklung in diese Richtung.

  84. Technische Nutzung reduziert  menschliches Leben.

  85. Was verlöre man, wenn man auf das Auto verzichtet?  Autofreie Strukturen gefallen per definitionem nicht Autofahrer.

  86. Ist motorisierter Individualverkehr nicht irgendwie krank? Ja und das ist die Folge der massiven Beeinflussung durch die Werbung auf unser  Mobilitätsverhalten.  

  87. Autofahren ist bequem, Online-Käufe noch bequemer, am bequemsten ist es im Sarg bzw. ein sargähnliches Leben. Das ist kein Naturgesetz. Das ist eine nekrophile Zivilisation (Ericht Fromm).

  88. Das Auto ist ein Gefängnis. Ein Gefangener des Autos hat natürlich auch dort eine Umwelt, aber er ist isoliert von der Umwelt außerhalb des Gefängnisses. Ein Gefängnis schafft strukturell Bewegungsmangel

  89. Der Verzicht auf das Auto ist keine  Zumutung – im Gegenteil, eine Befreiung

  90. Wenn zu Hause ständig der Fernseher läuft, sind die Zuschauer  bewusstseinsmäßig nicht im Haus, aber auch nicht in der Welt, sondern im Schein.

  91. Die sitzende Distanzüberwindung ist heute die normale.

  92. Für den motorisierten Individualverkehr setzt sich die CDU ein, weil hier die meisten Stimmen zu bekommen sind, obwohl sie als christlich für die Schöpfung sich einsetzten müssten, die SPD allein wegen „sozial“ unmöglich, nur bei der FDP macht es Sinn, wegen ihrer Verabsolutierung des Wortes individuell.

  93. Heutiges Problembewusstsein: Alles ist technisch lösbar: Laute Verkehrsstraßen durch schalldichte Fenster, Müdigkeit durch Tabletten,

  94. Sie fahren, obwohl sie an der Ostsee wohnen, 200 Kilometer zur Nordsee nach Röm zum Baden. Vielleicht, weil man dort mit dem Auto bis zum Flutsaum fahren kann, also nicht mehr als 10 Schritte laufen muss. Das ist nicht Fortschritt, nicht Rückschritt, sondern Schrittlosigkeit = Abwesenheit von Eigenbewegung.

  95. Der Ausdruck „Mensch-Motor“ (Rabinbach)  ist eine Metapher. Der Mensch ist kein Motor, aber wenn er sich selbst oder  als solcher behandelt wird, gibt es unweigerlich ob dieser Fehlzuschreibung psychische und physischen Probleme.

  96. Hamburgs CDU Plan für die Belebung des Binnenalsterufers ist unterstützugswert, aber wegen ihres Einsatzes für den motorisierten Individualverkehr selbstwidersprüchlich

  97. Viele Bürger können Distanzüberwindungen über 200 Meter ohne Auto sich nicht mehr vorstellen und damit auch nicht realisieren.

  98. Wer mit dem Auto alle Distanzen von Haus zu Haus zurücklegt, wird nichts Neues erfahren (obwohl er im Auto „fährt“). So auch  nie in die Augen von Flüchtlingen blicken.

  99. Wir müssen die Autopest zurückdrängen.

  100. In Potsdam ist in der  Straßengestaltung der Friedrich-Ebert-Straße eine Entscheidung für den Radfahrer, nicht absolut, aber tendenziell gefallen.
  101. Mobilität ist eine Beschreibung eines Phänomens auf einer bestimmten Abstraktionsebene, auf der die wesentliche Differenz zwischen Eigenbewegung und Fremdbewegung  nicht thematisiert wird.

  102. Die Anzahl der Fahrten müssen kleiner werden, aber auch deren Distanzen.

  103. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Autostraße zum Ort X heißt, dass der Ort zu mir kommt wie beim Fernsehen.

  104. In der Auto- und Fernsehgesellschaft verkümmert  das Denken im Sinne Reflexion.

  105. Autofahrer beherrschen ohne Unterbrechung lückenlos die Situation. Das wollen sie, das ist ihr Glück.

  106. Vermutung: Die Straßenbahn in den Städten wurde abgeschafft, weil sie den motorisierten Individualverkehr eingeschränkt haben.

  107. Wir müssen die motorisierte Mobilität einschränken, denn sie dient meistens nicht dem Menschen.

  108. Der Abgasskandal ist ein gesellschaftlicher.

  109. Das Auto gibt vielen Menschen Halt, was ihr Kritiktabu erklärt.

  110. Ich vermute, dass kein SUV oder ähnliche Großautos verkauft worden wäre, wenn die realen Abgaswerte bekannt gewesen wären.

  111. Wer von Haustür zur Haustür mit dem Auto fährt, hat ausschließlich nur Erfahrungen mit dem Autoinnenraum und eventuellen Mitfahrenden. Das ist ganz kümmerlich, wenn nicht Staus oder Störungen geschehen.

  112. Motorisierte Wasserfahrzeuge und Wasserflächen von Seen, Flüssen und Seen sind inkompatibel, weil sie Krach machen. Dort sollten nur Naturlaute und Menschenstimmen zu hören sein.

  113. Es entsteht momentan eine städtische Parallelwelt,  die nicht aus Häusern, sondern aus Wohnmobilen besteht.

  114. Auto und Unterhaltungsmedien verhindern die Verbindung zum Unterbewusstsein im Sinne Lacans.

  115. Der Münchener, weil seine Augen schwächeln, kommt nicht zum Klassentreffen in Hamburg. Mit dem Zug fährt er prinzipiell nicht. Das will er sich nicht antun.

  116. Technisch denkende Menschen können ihre Krankheit nur technisch bedenken. Sind hier die technischen Mittel erschöpft, gibt es keine Hoffnung mehr. Wer seinen Körper nur in Analogie eines Motors denken kann, kann keine nichttechnischen Mittel wie Wille denken.

  117. Aus autofrei leben: "An Orten wie diesem [Kraanlei] sieht man nun Bewohner passieren und Touristen verweilen, und ein ums andere Mal fällt auf, wie sich die Abwesenheit von Autos auf die Atmosphäre auswirkt. Es ist langsamer, entspannter und deutlich leiser – dennoch bleibt die Umgebung gleichsam urban."

  118. Wer Auto fährt, hat zwar auch einen Umwelt, nämlich das Autoinnere, aber keine natürliche und soziale Umwelt, wenn er allein fährt.

  119. Fernsehen und Autofahrten sind unnötige Limitationen.

  120. Autofahrer mögen vielleicht gerne mit dem Auto fahren, Fakt ist aber: Autofahren ist schiere Aggression.

  121. Dem ADAC gelang es, Freiheit mit Autofahren gleich zu setzen.

  122. Von 1955 bis 2020 war Mobilität von der rücksichtslosen Durchsetzung des motorisierten Individualverkehrs geprägt. Jetzt zeichnet sich ein Ende von dieser verhängnisvollen Periode ab. 

  123. Jede Autofahrt legitimiert und vergrößert die Zerstörung der Natur.

  124. Die mit Recht stolze Großmutter zeigt auf einem I-Päd, wie ihre kleine Enkelin die ersten Laufschritte macht. Sie bedenkt allerdings nicht, dass diese Fähigkeit in der zukünftigen totalen motorisierten Mobilität vollkommen überflüssig sein wird.

  125. Wenn eine Stadt den Kampf gegen den motorisierten Individualverkehr nicht aufnimmt, gibt sie das Wesen der Stadt  auf.

  126. Autofrei“ ist ein negativer Begriff. Wie heißt der positive Gegenbegriff? Das Leben und  Eigenbewegung im Raum der Mobilität.
  127. Die SUV-Fahrer sind keine Opfer. Starke Vermutung:  Auch wenn die Angaben objektiv gewesen wären, hätte nur eine kleine Minderheit nicht diese Autos gekauft. Die klammheimliche Zustimmung der Autofahrer wird in der Diskussion ausgeblendet.
  128. Gegen den motorisierten Individualverkehr sprechen nicht nur ökologische, sondern auch soziale Gründe.
  129. Das Auto und der Fernseher bzw. Medien sind bereits Teile von einigen Nutzern wie ihre Nase oder ihr Atmen. Diese Dinge  sind für die Nutzer nichts Äußerliches, nicht Objekte über die man  verfügt.  Das gilt übrigens für alle Süchte.
  130. Das Auto bewirkt den Verlust von Welt- und Selbsterfahrung.
  131. Die heutigen dominierenden  städtischen Veränderungen wären ohne den motorisierten Individualverkehr nicht möglich gewesen
  132. Aus einer ganzseitigen Anzeige von Porsche: „An alle Träumer, Kurvenfans und Asphaltcowboys. An alle, die ständig unter Strome stehen, und alle, die Benzin im Blut haben.“ Übrigens sitzt auf dem Photo eines der Porsche ein  kleines Kind. Präziser kann man das Bewusstsein eines Autofans wohl nicht beschreiben.
  133. Eine moderne Sesselexistenz: Vom Fernsehsessel zum Autosessel und zurück.
  134. Die ästhetische Aggressivität des Rasens ist Ursache von viel unnötigem Lärm in privaten Bereichen.
  135. Die geschundene Erde entsteht primär  durch verstärkten Motoreneinsatz.
  136. Eine  autofreie Siedlung in Klein-Borstel in Hamburg ist modern  mit dem Schwerpunkt der direkten menschlichen Begegnung und nicht autozentriert.
  137. Das Wort „biker“ ist eine Täuschung, denn es gibt auch motor-bikes und die sind die entscheidende Differenz.
  138. Straßen sind  lebensfeindlich. Sie dienen allein dem Egoismus einer falsch verstandenen Subjektivität.
  139. In SUVs fahren entweder ichschwache oder dumme Menschen.
  140. Stillstand des Ausbaus des Straßennetzes wäre für Mensch, Kultur und Natur ein Fortschritt.
  141. Das „S“ in SUV ist schon ein Witz.
  142. Warum müssen die Autos nur so maßlos groß sein?
  143. Wer mit dem Auto fährt, obwohl auf dieser Strecke öffentliche Verkehrsmittel fahren, ist ökologisch und sozial ein Barbar.
  144. Ein sehr alter Mann quält sich ins Auto, um bloß nicht laufen zu müssen.
  145. Wenn Motorennutzung, dann nur minimal.
  146. Wenn Autofahrer vom  großen SUVs und Motorrädern zugäben, dass sie eine Macke haben, dann wäre viel gewonnen. Schließlich habe ich auch Macken, die ich meistens zugebe.
  147. Ich bin gegen gerade Straßen.
  148. Die Straßen sind menschenleer, zumindest frei von spielenden Kindern. Die Straße ist kein sozialer Raum mehr. Dieses Vakuum füllen die elektronischen  Medien aus.
  149. Geschirrspülmaschinen werden nur nach dem Wasserverbrauch, nicht nach dem Stromverbrauch  hin analysiert und bewertet.
  150. Die Geschwindigkeit des Wassers im Fluß ist für mich  das Symbol für natürliche Geschwindigkeit.
  151. Motorboote,  Wasserskis usw. sind  Symbole für Herrschaft, so auch über das Wasser.
  152. Der neue Graben: Pro Auto und Motore und Konsum verus Kultur.
  153. Was Von-Haus-zu-Haus-Autofahrer nicht erblicken:  Spielende Kinder, lachende Erwachsene, Blüten.  Was ein Junge mit seinem Roller alles kann.
  154. An einem SUV steht geschrieben „This is not a car but a philosophy“. Das kann kein Philosoph geschrieben haben.
  155. Die Kritik des Autos (gen. obiectivus)  ist sind inzwischen so überzeugend, dass man über einen strukturellen Wandel nachdenken sollte und müsste.
  156. Im Auto kann man überall und  zu jeder Zeit zu den „Dingen“ hin, aber die Dinge kommen einem nicht entgegen, im Gegenteil, sie fliehen panikartig.
  157. Die Gestaltungskraft des Autos ist faktisch nur destruktiv, die angebliche Schönheit beruht allein auf Täuschung des Bewusstseins auf Basis der Werbung.
  158. Motorisierte Räder rollen für den Sieg. Das Auto ist primär eine Waffe.
  159. Idiotisch finde ich, wenn, falls Kinder vorhanden sind, in jedem Vorgarten ein Hüpfgerät vorhanden ist, so auch, dass jeder Bürger ein Auto hat.
  160. Er wohnt in Hamburg-Langenhorn und ist gegen den Fluglärm, fliegt aber so oft wie möglich.
  161. Motorisierter Individualverkehr  ist zumindest Verzicht auf soziale Erfahrungen, auf  Körpererfahrungen, auf substantielle Anwendung des Geistes, auch auf Spontaneität und auf gute und schlechte Überaschungen.
  162. Es müsste vom Lärm her gesehen immer Sonntag sein.
  163. Motoreneinsatz dient dazu, die Erde so zu gestalten, dass sie für Menschen immer bequemer wird.
  164. In den Siedlungen um den Flughafen herrscht im Alltag mehr Lärm als Fluglärm in der Luft
  165. Beim Fliegen entsteht kein falsches Bewusstsein bezüglich Umwelterfahrungen wie beim Autofahren.
  166. Technik und Motore sind Abstraktionen.
  167. Neunhundert Personen von Hamburg nach München mit dem Auto oder neuhundert Personen von HH nach München mit dem Zug. Für was entscheidest Du Dich?
  168. Wenn der Fernseher ständig läuft, wenn die Großautos ständig im Einsatz sind, wenn Fernreisen das Normale ist, dann spricht alles dafür, dass ausschließliche Konsumorientierung vorliegt.
  169. Je mehr Autos und Straßen, desto schlechter für die Umwelt und den Menschen.
  170. Habituelle Autofahrer sind Egoisten.
  171. Oldtimer sind noch umweltschädigender als neue Modelle.
  172. Technisches Denken führt nicht zum kritischen Denken, gleiches gilt für Konsumorientierung.
  173. Ich möchte einen SUV nicht geschenkt bekommen
  174. Die großen Autostraßen sind schon schlimm genug, aber das Schlimmste ist das Kapillarsystem von Haus zu Haus.
  175. Autofahrer sind momentan bei uns direkt und indirekt die größten Zerstörer. Sie sind Barbaren.
  176. Das Problem ist, dass an dieser Irrationalität so viele Arbeitsplätze hängen.
  177. In den Autos sitzen meistens faule Menschen.
  178. Eine sinnvolle Frage: Wie viele der Autofahrten sind eigentlich nötig?
  179. Zu Chancen in öffentlichen Verkehrsmitteln: Eine „feine“ ältere Dame im Zug von München nach Heidelbert, um dort das Grab ihrer Eltern zu besuchen. Sie ist Ärztin, ihr Mann „Jude“, der während der Nazizeit geschützt war. Sie ließ eine FAZ auf dem Platz.
  180. Im Gehen und im Auto die jeweilige Wirkwelt bestimmen.
  181. Ausgleich: Habituelle Motorradfahrer auf ein imaginäres, also nicht existierendes  Motorrad setzen, wobei der Gashebel Motorenkrach auslöst, der von einem Band kommt.
  182. Im Wald um Gernsbach wird die akustische Wirkwelt von dem Krach der Motorräder bestimmt – nicht von Vögeln.
  183. Der Hinterhof des Hotels in Baden-Baden ist allein ein großer Parkplatz für Autos. In dieser Asphaltwüste ein Privathaus.
  184. Das Problem sind die Autofahrer um jeden Preis.
  185. Zwischen Einstieg ins Auto und Ausstieg liegen Umweltzerstörung und Verzicht auf eigenes Leben, das im Kern Eigenbewegung ist, also Verzicht auf wirkliche Wirklichkeit.
  186. Unsere Nachbarn fahren mit ihrem Oldie durchs Grüne, wir gehen ins Grüne gleich um die Ecke.
  187. Im Zug, im Auto oder im Flugzeug bin ich sinnlich nicht in der Landschaft, sondern in diesen Verkehrsmitteln. Nur in der Eigenbewegung  bin ich Teil der Landschaft. Ich muss das Auto oder den Zug verlassen, um in die Landschaft zu kommen.  
  188. Die neuen Siedlungen an den Stadtgrenzen und in den anliegenden Dörfern sind Ausdruck einer Flucht vor dem motorisierten Individualverkehr in seiner Massivität. Aber man will und kann dort nicht  auf das Auto verzichten.
  189. Obwohl nicht unsere, sind wir von SUVs, Bussen, Wohnwagen und Motorrädern eingekesselt.
  190. Ein seltener Anblick: Bürger an einer Bushaltestelle.
  191. Die notwendige Entscheidung: Leben oder Motoreneinsatz.
  192. Macht vermehrt aus Durchgangsstraßen für Autos Sackgassen.
  193. Motorisierte Technik fördert zwangsläufig die Unterforderung, weil sie den Wert der Bequemlichkeit verabsolutiert, d. h. nicht in Frage stellt.
  194. Nicht:  Ich hasse Autos und Fernsehen, sondern Ich lehne sie ab.Ich lehne Motorentechnik nicht grundsätzlich ab, sondern kritisiere ihren grenzenlosen Einsatz
  195. Jeder, der einen Gesamtblick auf  seine Stadt hat, kann nicht für den motorisierten Individualverkehr sein.
  196. Ist ein habitueller Autofahrer überhaupt ein guter Bürger seiner Stadt?
  197. Welche Aggressivität und Primitivität muss vohanden sein, um laute Motorräder zu lieben.
  198. Mit der Verabsolutierung des  Skivergnügens dringt ein neuer Technikschub in diese Welt ein
  199. Das Auto scheint bei vielen Menschen ein Urbedürfnis zu befriedigen wie absolute Unabhängigkkeit von Grenzen und  auch von sich selbst. Das war auch der Wunsch des Ikarus, die Transzendierung des Menschseins.
  200. Gegen die technische Effektivität der Motorentechnik kommt der Mensch nicht an. Er ist aus motorentechnischer Sicht antiquiert. Aber ist denn Motorentechnik angemessener für den Mensche als er selbst und die Natur?
  201. In unserer Straße muss man inzwischen die parkenden Autos stapeln. Wir müssen die Gärten der Einfamilienhäuser zu asphaltierten Parkplätzen machen, um die Straßen zu entlasten.
  202. Mit dem Ende des motorisierten Individualverkehrs würden viele der gegenwärtigen Probleme sich auflösen: Parkprobleme, Staus, eine wesentliche Ursache der Klimaverschlechterung, Verödung der Städte, Gesundheitsprobleme usw.
  203. Viele  Bedürfnisse des Menschen werden inzwischen vom Auto geprägt:  Der Mensch denkt nd fühlt wie  ein Auto.
  204. Die Bewegungen des Autofahrers sind exakt eine Funktion des Autos
  205. Die Emissionen des Autoverkehrs haben um zwei Prozent zugenommen.
  206. Vermutung: Techniker i. w. S.  sind statistisch gesehen autofixiert.
  207. Mein Verhältnis zu „meiner“ Technik: Ich will, dass sie funktioniert. Ist das nicht der Fall, lasse ich sie repariere. Wenn eine Neuanschaffung aus ökologischen Gründen sinnvoll ist, bin ich u. U. dazu bereit. Ansonsten bin ich mit meiner technischen Ausstattung mehr als zufrieden, ich will keine zusätzliche, die noch mehr Bequemlichkeit bringt.
  208. Viel befahrene Straßen sind zumindest für die Ober- und Mittelschicht unbewohnbar, aber sie befahren sie ohne schlechtes Gewissen.
  209. In der heutigen Situation ist jede nicht gebaute Straße ein Fortschritt (wortwörtlich).
  210. Wenn die Bebauung in den Städten ständig verdichtet wird und gleichzeitig der motorisierte Individualverkehr frei sich vermehrt, werden die Städte zunehmend unwirtlicher. D. h. Städte müssen in die Breite, sprich Landschaft, gehen, um nicht an Autos zu ersticken.
  211.  „Roboterauto überfährt Frau.“ Da hilft kein Winken.
  212. In islamischen Ländern ist die Hälfte der Bevölkerung hinter Schleiern, in Ländern mit Dominanz des motorisierten Individualverkehrs ist  die gesamte Bevölkerung hinter getönten Autoscheiben versteckt, d. h  unsichtbar für andere Autofahrer (Fußgänger gibt es ja nicht mehr).
  213. Marxisten sind sekundäre Technikfans.
  214. Kleine und/oder dumme Leute präferieren große Autos.
  215. Das Auto ist der dominante Faktor der Gegenwart.
  216. Das Auto ist für mich faktisch und das Symbol für Selbstaufgabe.
  217. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis eine Brücke von England nach Amerika das große Ziel der Menschheit sein wird.
  218. Technisch orientierte Menschen sind oft aggressiv.
  219. Gefragt, warum er so einen großen SUV bzw. Bus hätte, antwortet er: „Mein Sehvermögen hat sich drastisch verschlechtert. So erkenne ich mein Fahrzeug  auf dem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum besser. Und:  So werde ich wenigstens  wahrgenommen, da ich nicht sehr groß bin.“
  220. Die normale Aggression des zeitgemäßen Bürgers: Er lässt gerade mit großem Motoreneinsatz  einen schönen und gesunden Baum in seinem Garten fällen und fährt danach mit seinem Bus zum Einkaufen.
  221. Wer jahrzehntelang sich durch Auto- und Fernsehnutzung unterfordert, kommt schwer von dieser Niedrigebene weg. Ja, das ist eine Selbstzementierung in diese Ebene.
  222. Sie wollen mit dem Auto wegfahren. Er fährt von der Abfahrt runter und wartet 20 Meter weiter auf der Straße. Sie kamen aber nicht, deshalb fährt er wieder auf die Abfahrt rauf, um sie abzuholen. Aus Bequemlichkeit oder Höflichkeit oder eine Melange von beiden?
  223. Motorisierte Fahrzeuge lassen Distanzen zusammenschrumpfen. Was nun  kleine Entfernungen sind, waren früher große. Dieser  Verlust der Distanz ist auch ein Verlust des Geheimnisvollen.
  224. Im Zeitalter des Klimawandels brauchen wir nicht mehr Straßen und Parkplätze. Wir dürfen nicht auf unsere Fähigkeit zur Eigenbewegung verzichten
  225. Bequemlichkeit außerhalb der Notwendigkeiten ist der Feind und die Negation des Lebens.
  226. Es gibt inzwischen viele Menschen, deren Aktivitäten sich auf das Einkaufen mit dem Auto in Einkaufszentren und auf das Drücken von Knöpfen von Unterhaltungsmedien beschränken.
  227. Wohnwagen vermehren sich momentan seuchenartig.
  228. Inzwischen haben viele Menschen so viele Autos, Wohnwagen, Motorräder und Motorschiffe,  dass sie auf ihren Auffahrten und Vorgärten keinen Platz haben und diese nun auf die Straße quellen.
  229. Die Folgerungen aus den vermehrten Staus  für Autobenutzer und Politik: Erweiterung des Straßennetzes und Verbreiterung der Autostraßen.
  230. Die zunehmende Autodichte verlangt die Fähigkeit, mit winzigem Abstand zum nächsten Auto zu parken.
  231. Wie viele Gründe erfinden eigentlich  Rentner, die am Tag x-mal ins Auto steigen.
  232. Gedanken zur Aggression des Autos:

153  Zwei Leserbriefe zum Thema:

„Ein alternatives Szenario

Frau Gitta Uthers  Einschätzung, dass es für  die Geschäfte  der Untergang wäre, wenn die Leute nicht annähernd bis vor die Tür fahren könnten, gilt leider immer noch für viele, nicht ihr Bequemlichkeitsdenken reflektierende AutofahrerInnen. Natürlich sind nach schwerer körperlicher und geistiger Arbeit  Pausen und Ausruhen notwendig und sinnvoll. Bequemlichkeit als Selbstzweck dagegen  führt zu Übergewicht, Denkfaulheit und Anspruchnahme von motorisierten Technologien, die, wie die Fixierung auf das Auto, die Umwelt belasten.  Entdeckten die AutofahrerInnen wieder ihre natürliche Fähigkeit und ihren Trieb zur Eigenbewegung (zu Fuß oder mit dem  Rad) einschließlich deren Schönheit und Befriedigungspotential, wäre auch der Stadt einschließlich des Einzelhandels gedient und ein Mittel gegen Onlinekäufe geschaffen.

Politik ist nicht,  immer das Bestehende zu erhalten, sondern ggf. auch das Rettende im Sinne von Hölderlina „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" zu fördern. Das zu entscheiden, ist und darf aber kein Automatismus, sondern muss das Ergebnis eines politischen diskursiven Prozesses sein (Hamburger Abendblatt, nicht veröffentlicht).

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 “Es gibt einen Königsweg

Den Innenstädten geht es nicht gut. Der informative Artikel „Mehr als nur Geschäfte“ zeichnet diese Entwicklung   analytisch nach – spart allerdings die entscheidende Ursache für den Niedergang der Innenstädte aus: Das Verhalten der Konsumenten, die massenhaft mit ihren Autos in die großen Einkaufszentren fahren und/oder zu Internetgeschäften  überlaufen.  Bürger zu kritisieren, ist aber das universelle Tabu  der Demokratie, das auf einem Missverständnis beruht. Der  Souverän der Demokratie ist der einzelne Bürger, der für die Folgen seines Verhaltens verantwortlich ist. Die negativen  Folgen dürfen nicht einfach ausgeblendet und verdrängt werden.  Die hier zur Debatte stehenden Verhaltensänderungen werden aber als naturwüchsig und damit unhinterfragbar hingenommen.

Wenn der Bürger sich aber seiner Fähigkeiten zur Eigenbewegung  besinnt (Gehen u. U. mit Trolley, Rad fahren  und öffentliche Verkehrsmittel nutzen), wenn er die Schönheit von wirklicher Vielfalt, insbesondere im Nahrbereich,  sucht, die viel weiter geht als Warenangebote, wenn er gewachsene Strukturen schätzt, wenn er nicht nach absoluter Bequemlichkeit strebt, wenn er die  Schnäppchensuche durch gerechte Preise ersetzt, wenn ihm die Umwelt nicht gleichgültig ist, dann werden die Innenstädte mit Sicherheit Zukunft haben” (FAZ, nicht veröffentlicht).

 

Es geht im „Archiv Kritik des Autos“ weiter.